[0001] Die Erfindung betrifft einen vorgefertigten Baukörper aus Textilbeton.
[0002] Die Bereitstellung von räumlich geformten Betonbauteilen zur Errichtung von größeren
Bauwerken ist bekannt. Weiter ist es bekannt, Betonbauteile aus Textilbeton auszubilden.
Beispielsweise offenbart die
DE 10 2008 040 919 A1 ein flächenhaftes Betonbauteil mit einer polymergetränkten textilen Bewehrung. Dieses
Bauteil wird sowohl zur Erstellung dünnwandiger Fassadenteile wie auch für weiterreichende
Anwendungen empfohlen. Die textile Bewehrung besteht aus Fasermaterialien, die biaxial
oder multiaxial ausgerichtet sind. Neben Glasfasern bzw. Glasgewebe sind andere Fasern,
wie bspw. Kohlefasern, Aramidfasern, Polyamid oder Acryl sowie andere Kunststoffe
in Betracht gezogen. Die Fasern können als Gewebe, Gelege, Gewirke, Gestricke, Geflechte,
Matter oder ähnliches in den Beton eingebettet werden. Sie sind mit einem Epoxydharz
getränkt, wobei sich eine Verbundzone ausbildet, in der das die Fasern umschließende
Polymer in die Betonmatrix eingedrungen ist und dort sowohl eine Verzahnung mit dem
Beton wie auch eine Verstärkung des Betons bewirkt. Dieser Textilbeton kommt mit einer
geringen Betonüberdeckung der Fasern aus, wodurch sich besonders dünnwandige Betonbauteile
erstellen lassen. Außerdem kann die Festigkeit erhöht werden, indem die Bewehrung
aus dem textilen Fasermaterial vorgespannt wird.
[0003] Es ist, wie erwähnt, bekannt, Baukörper, wie bspw. Fertiggaragen oder andere kleine
Gebäude, vorzufertigen und in nahezu fertigem Zustand an dem Einsatzort aufzustellen.
Hierbei sind Restriktionen zu beachten. Beispielsweise dürfen bestimmte maximale Außenmaße
nicht überschritten werden. Bei Groß- und Schwertransporten ist ab einer Breite von
3m eine individuelle Transportgenehmigung erforderlich, was mit hohem Aufwand und
Kosten, z.B. für Streckenerkundung, Begleitfahrzeuge usw. verbunden ist. Ist eine
Fertiggarage jedoch z.B. maximal 3m breit, kann das Transportunternehmen auf Basis
einer ohnehin vorhandenen Dauerausnahmegenehmigung den Transport einer Fertiggarage
oder sonstigen Baukörpers vornehmen.
[0004] Andererseits ist ein bislang ungebrochener Trend zu größeren Außenabmessungen von
Kraftfahrzeugen zu erkennen. Gerade die Fahrzeugbreiten nehmen letztlich zu.
[0005] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, einen Baukörper, insbesondere eine
Fertiggarage, anzugeben, der unter den gegebenen Restriktionen größere gestalterische
Spielräume erschließt.
[0006] Diese Aufgabe wird mit dem Baukörper nach Anspruch 1 gelöst:
Der erfindungsgemäße Baukörper umfasst eine Wandanordnung, die einen Innenraum umschließt.
Die Wandanordnung ist aus einem Beton erzeugt, dessen Bewehrung aus einem textilen
Material ausgebildet ist. Solcher Textilbeton lässt sich, zumindest lokal, dünnwandiger
ausbilden als herkömmlicher stahlbewehrter Beton. Auf diese Weise lässt sich bei Fertiggaragen,
insbesondere in Querrichtung bei gegebenen maximalen Außenabmessungen von bspw. 3m
zusätzlicher Raum schaffen, der bspw. zum Öffnen der Fahrzeugtüren genutzt werden
kann. Hierbei ist es insbesondere hilfreich, wenn die Seitenwände der von dem Baukörper
gebildeten Fertigteilgarage wenigstens in solchen Bereichen dünnwandig ausgebildet
worden sind, in denen bei Kraftfahrzeugen typischerweise die Seitentüren angeordnet
sind. Bedarfsweise kann jedoch auch die gesamte Seitenwand bzw. der gesamte Baukörper
aus dünnwandigem Textilbeton ausgebildet sein. Bei einer Außenbreite von z.B. 3m und
einer geringen Wandstärke von bspw. lediglich 40mm lässt sich eine innere Weite von
2,92m erzielen, was das Be- und Entladen wie auch das Ein- und Aussteigen erleichtert.
[0007] Die Möglichkeit der dünnwandigen Gestaltung des Baukörpers führt außerdem zu einer
Reduktion der zu transportierenden Masse des Bauwerks. Dies senkt den technischen
Aufwand bei der Errichtung der Fertiggaragen.
[0008] Eine erfindungsgemäße Fertiggarage weist bei festgelegten Außenmaßen einen größeren
Innenraum, z.B. für ein größeres Fahrzeug oder für zusätzlichen Stauraum oder mehr
Bewegungsfreiheit von Passagieren auf. Sie ist erheblich leichter und umweltfreundlicher
sowie kostengünstiger zu transportieren als herkömmliche Garagen.
[0009] Der Textilbeton kann mineralische Fasern, wie Glasfasern, Keramikfasern, oder auch
organische Fasern wie Aramidfasern oder auch Karbonfasern zur Verstärkung nutzen.
Es wird eine geringe Betonbedeckung von bspw. lediglich 20mm Überdeckungsstärke oder
auch weniger für ausreichend angesehen. Die textile Bewehrung kann in Form eines Geleges,
eines Gewebes, eines Drehergewebes, eines Gestricks oder eines Gewirks eingebracht
sein. Sie kann in einer oder mehreren Ebenen angeordnet sein. Sie kann mehrere auf
Abstand gehaltene Lagen umfassen. Außerdem kann sie eine Gitterstruktur mit abwechselnd
größeren und kleineren Zwischenräumen aufweisen. Dies verbessert die Verankerung der
Fasern in dem Beton. Außerdem verbessert es den Zusammenhalt der Bewehrung.
[0010] Die Bewehrungsfasern können zur Verbesserung des Zusammenhalts zwischen Beton und
Fasern entsprechend beschichtet sein. Außerdem kann die Beschichtung die Fasern vor
chemischen Angriff durch den grundsätzlich basischen Beton schützen.
[0011] Zur Bewehrung des Betons könne auch faserverstärkte Kunststoffstäbe zur Anwendung
kommen. Diese können eine glatte oder auch eine strukturierte Oberfläche aufweisen.
Die Strukturierung kann regelmäßige oder unregelmäßige Strukturen geeigneter Größe
umfassen. Solche Strukturen können durch eine geeignete Oberflächenrauheit oder auch
durch einzelne größere Vorsprünge und/oder Vertiefungen gebildet sein. Die Rauheit
kann auch durch eine chemische Reaktion zwischen dem Beton und der Kunststoffoberfläche
gebildet werden. Die Verstärkungsstäbe können untereinander zu einem flächigen oder
räumlichen Gitter verbunden sein. Die einzelnen Stäbe können zur Ausbildung des Gitters
durch Rödeldraht, Kabelbinder, Kunststoffclips, Klebstoff, Schmelzklebstoff, Schweißverbidnungen
(Ultraschallschweißen, Kunststoffschweißen) oder dergleichen verbunden sein. Als Rödeldraht
kann nichtrostendes Metall, insbesondere Edelstahl oder auch ein Fasermaterial Anwendung
finden. Es können textile Fäden oder auch Rovings dazu verwendet werden, Verstärkungsstäbe
miteinander zu verbinden. Dazu werden kurze Faden- oder Rovingabschnitte um die Kunstoff-Verstärungsstäbe
gebunden und die Enden miteinander verknotet.
[0012] Auch können die Kunststoff-Verstärkungsstäbe mit einem Textil, z.B. einem Gewebe,
verbunden sein, z.B. durch Wirken, Weben, Vernähen, Kleben, Klammern oder dergleichen.
Mit jeder der vorgenannten Techniken lassen sich sowohl flächige sowie insbesondere
auch räumliche Verstärkungsstrukturen bilden.
[0013] Das Erfordernis einer geringeren Betonüberdeckung kann auch dazu genutzt werden,
die zur Bewehrung genutzten textilen Flächen vor dem Einbetten in den Beton dreidimensional
auszuformen, bspw. Als Fläche mit einer Wellung, mit einer Rippenstruktur, einer ein-
oder zweiseitigen Noppenstruktur oder ähnlich. Außerdem kann die Bewehrung in stärker
belasteten Bereichen partiell verstärkt ausgebildet sein. Beispielsweise können Flächen,
die befahren werden, eine höhere Bewehrungsdichte aufweisen als dazwischen liegende
Bereiche. Auch können Gebäudekanten mit einer verstärkten Bewehrung oder auch mit
sonstigen Verstärkungsstrukturen versehen sein. Solche Strukturen können Rippenstrukturen,
Verstärkungswinkel, an den Kanten entlang laufende Hohlstrukturen oder dergleichen
sein.
[0014] Der Baukörper wird vorzugsweise als Fertiggarage vorgesehen. Er kann jedoch alternativ
auch für andere begehbare Betonkörper oder Raumzellen genutzt werden, bspw. für Trafostände,
Nasszellen und Behelfsbüros.
[0015] Die geringere Wanddicke gestattet das Anbringen einer Wärmeisolationsschicht an der
Innenseite und/oder an der Außenseite des Baukörpers oder auch als Zwischenschicht
in der Wand des Baukörpers ohne dadurch das umbaute Volumen zu mindern. Somit sind
auch wirtschaftlich beheizbare Raumzellen zu erhalten.
[0016] Die nachfolgende Beschreibung von Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen vorgefertigten
Baukörpers offenbart weitere Details bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung.
Außerdem sind Einzelheiten und Details den Unteransprüchen zu entnehmen. Es zeigen:
Figur 1 einen erfindungsgemäßen Baukörper, in schematisierter Perspektivdarstellung,
Figur 2 den Baukörper nach Figur 1, in Vertikalschnittdarstellung, geschnitten im
Eckbereich, in ausschnittsweiser schematisierter Darstellung,
Figur 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Baukörpers im Vertikalschnitt des Eckbereichs,
in ausschnittsweiser Darstellung,
Figur 4 einen erfindungsgemäßen Baukörper in perspektivischer Innenansicht mit verschiedenen
Verstärkungsstrukturen zur beispielhaften Veranschaulichung von Gestaltungsmöglichkeiten,
Figur 5 den Baukörper nach Figur 1 mit partiell verstärkten Bodenbereichen, in ausschnittsweiser
schematisierter Schnittdarstellung,
Figur 6 einen Ausschnitt aus einer Bodenplatte des Baukörpers mit gleich bleibender
Dicke, jedoch unterschiedlicher Bewehrung, in ausschnittsweiser geschnittener Darstellung,
Figur 7 eine textile Bewehrungsstruktur mit Gitterstruktur zur Verbesserung der Verzahnung
zwischen Bewehrung und Beton,
Figur 8 einen Wandabschnitt aus Beton mit einem Abstandstextil als Bewehrung, in geschnittener
Darstellung,
Figur 9 einen Wandabschnitt aus Beton mit einer Bewehrung aus faserverstärkten Kunststoffstäben,
in geschnittener Darstellung,
Figur 10 eine Fertiggarage auf einem Transportfahrzeug, in geschnittener Darstellung.
[0017] In Figur 1 ist stellvertretend für alle möglichen erfindungsgemäßen Baukörper eine
Fertiggarage 10 veranschaulicht, die industrielle vorgefertigt und dann mittels geeignetem
Transportfahrzeug, wie es aus Figur 10 ersichtlich ist, an den Einsatzort gefahren
und dort abgeladen wird. Die Fertiggarage 10 weist einen Innenraum 11 auf, der von
einer Wandanordung 12 umschlossen wird. Zu dieser gehören Seitenwände 13, 14, ein
Dach 15 sowie zumindest optional eine Stirnwand 16 und/oder einen Boden 17. Damit
ist der Innenraum 14 wenigstens dreiseitig, gegebenenfalls bis zu fünfseitig umschlossen.
Die einzelnen Wände, nämlich die linke Seitenwand 13, die rechte Seitenwand 14, das
Dach 15, die Stirnwand 16 und der Boden 17 können jeweils verallgemeinernd auch als
Wand 18 in Bezug genommen werden. Die Wände 18 umschließen den Innenraum 11 mindestens
dreiseitig und im vorliegenden Fall fünfseitig.
[0018] Die Wände 18 sind vorzugsweise als ebene Platten ausgebildet. Sie können, wie dargestellt
geschlossen ausgebildet sein. Sie können jedoch auch Öffnungen, Durchbrüche und dergleichen
aufweisen, z.B. um Fenster, Türen, Durchgänge, Belüftungen, Abflüsse und dergleichen
zu schaffen.
[0019] Die erfindungsgemäße Fertiggarage 10 ist vorzugsweise als einstückiges nahtloses
Bauteil aus Textilbeton ausgebildet. Figur 2 veranschaulicht den Vertikalschnitt einer
Bauwerkskante 19 entlang derer das Dach 15 und die Seitenwand 13 verbunden sind. Wie
ersichtlich gehen das Dach 15 und die Seitenwand 13 fugen- und nahtlos ineinander
über. Sie bestehen jeweils aus einer Betonmatrix 20, in die eine oder mehrere Lagen
20, 21 einer textilen Bewehrung 23 eingebettet sind. Die Lagen 20, 21 erstrecken sich
dabei über den Eckbereich der Bauwerkskante 19 hinweg von dem Dach 15 in die Seitenwand
13 bzw. umgekehrt.
[0020] Bei der textilen Bewehrung 13 handelt es sich vorzugsweise um Gewirke, Gestricke
oder Gewebe aus organischen Fasern (Kunstfasern) oder auch aus mineralischen Fasern
wie Glasfasern, Keramikfasern, Kohlenstofffasern oder dergleichen. Die Betonbedeckung
der Bewehrung 23 ist vorzugsweise relativ gering. Sie beträgt z.B. lediglich 20mm.
[0021] An der den Innenraum 11 zugewandten Seite der Wände 18 kann eine Isolierschicht 24
angebracht sein, bspw. aus einem organischen Schaum.
[0022] Die Fertiggarage 10 kann, wie Figur 3 zeigt, insbesondere an Ecken und Kanten wie
bspw. an der Bauwerkskante 19 mit einer Verstärkungsstruktur versehen sein. Eine solche
Verstärkungsstruktur kann bspw. ein entlang der Bauwerkskante 19 durchgehendes Hohlprofil
25 sein. Dieses kann bspw. einen im Querschnitt dreieckigen Kunststoffkern 26 umschließen.
Das Hohlprofil 25 kann somit von einem ebenfalls von der Bewehrung 23 durchzogenen
Steg gebildet sein, der das Dach 15 mit der Seitenwand 13 verbindet. Entsprechende
Stege können auch an allen anderen Bauwerkskanten vorgesehen sein.
[0023] Alternativ können an den Wänden 18 Rippenstrukturen vorgesehen sein, von denen verschiedene
Möglichkeiten in Figur 4 exemplarisch veranschaulicht sind. Wie ersichtlich, kann
sich eine Rippe 27 vertikal oder horizontal über die jeweilige Wand 18 erstrecken.
Vorzugsweise erstreckt sich die Bewehrung der jeweiligen Wand 18 in die Rippe 27 hinein
und steift diese aus. Solche Rippen 27 können insbesondere an den Seitenwänden 13,
14 dort fehlen, wo normalerweise Kraftfahrzeugseitentüren aufzuschenken sind, um deren
Schwenkwinkel nicht zu sehr zu beschränken.
[0024] Andere Verstärkungsstrukturen sind ebenfalls möglich. Beispielsweise können einstückig
mit den Wänden 18, z.B. der Decke 15 und der Stirnwand 16 verbundene Aussteifungswinkel
28 oder ähnliche Strukturen vorgesehen sein.
[0025] Abgesehen von den Aussteifungen oder Versteifungen in Gestalt der Rippe 27, des Eckwinkels
28 oder des Hohlprofils 25 sind die Wände 18 vorzugsweise eben. Sie können jedoch
auch mit Verdickungen versehen sein, wie es aus Figur 5 hervorgeht. Dort sind an dem
Boden 17 streifenförmige verstärkte Abschnitte 29, 30 ausgebildet, die bspw. die von
einem Kraftfahrzeug befahrenen Bereiche bilden. Es ist möglich die textile Bewehrung
in diesen Bereichen anders auszubilden als in den dazwischen liegenden dünneren Abschnitten.
Zum Beispiel kann die Bewehrung in dem Boden 17 im Wesentlichen eben ausgebildet sein.
In den verstärkten Abschnitten 29, 30 können einzelne Lagen der Bewehrung nach oben
oder unten aus der sonstigen Bewehrungsebene herausgeführt werden, um zwischen einander
einen vertikalen Abstand zu definieren. Zur Veranschaulichung ist eine solche Bewehrung
in Figur 5 gestrichelt eingetragen.
[0026] Darüber hinaus ist es möglich, verstärkte Bereiche in den Boden 17 oder jeder anderen
Wand 18 auszubilden, indem die Bewehrung 23 eine wechselnde räumliche Struktur erhält.
Figur 6 veranschaulicht dies ohne Anspruch auf Maßstäblichkeit schematisch. Die Bewehrung
23 folgt hier einem Wellenmuster, wobei die Wellen in den verstärkten Abschnitten
29, 30 dichter liegen als in dem sonstigen Boden 17.
[0027] Die textile Bewehrung 23 kann als flächiges textiles Gebilde ausgebildet sein, das
z.B. in die wellige Form gemäß Figur 6 überführt worden ist. Sie kann aber auch gestreckt
in die Betonmatrix eingebunden sein. Vorzugsweise wird als Bewehrung 23 ein Gewebe
oder sonstiges Flächengebilde genutzt, wie es bspw. aus Figur 7 hervorgeht. Dort sind
Kettfäden 31 und Schussfäden 32 jeweils gruppenweise zusammengefasst, wobei zwischen
diesen Gruppen Durchgänge 33 existieren, durch die flüssiger Beton leicht hindurch
treten kann. Die Bewehrung 23 bildet so ein Gitter, das in den Beton leicht einzubringen
ist und in diesen sicher eingebettet wird, um einen innigen Verbund mit diesem einzugehen.
[0028] Die Bewehrung 23 kann als flächiges Gewebe oder auch als Abstandsgewebe oder Gewirke
ausgebildet sein, wie es in Figur 8 veranschaulicht ist. Es umfasst dann mindestens
zwei textile Lagen 34, 35, die untereinander durch Polfäden 36 oder sonstige Abstandshalter
verbunden sein können. Die Polfäden 36 schaffen einen Abstand zwischen den beiden
textilen Lagen 34, 35 und bewirken so, dass eine der Lagen oberhalb der Wandmitte
und die andere Lage unterhalb der Wandmitte angeordnet ist. Die Wandmitte bildet für
viele Belastungsfälle die neutrale Faser. Die Verwendung eines Abstandstextils stellt
die Anordnung der die Zugfestigkeit fördernden Lagen der Bewehrung 23 außerhalb der
neutralen Faser des Bauteils sicher.
[0029] Zur Bewehrung des Betons können optional auch faserverstärkte Kunststoffstäbe 37
genutzt werden. Diese können zusätzlich zu einer der vorbeschriebenen textilen Bewehrungen
23 eingesetzt werden oder diese ersetzen. Z.B. können die Bewehrungen 23 der Figuren
6 bis 8 durch zusätzliche faserverstärkte Kunststoffstäbe 37 ausgesteift sein. Die
Kunststoffstäbe können bedarfsweise mit den sonstigen Bewehrungen 23 verbunden sein,
z.B, durch Nähen, Wirken, Kleben, Klammern, Schweißen oder dergleichen. Die Stäbe
können runde Querschnitte oder Polygonalquerschnitt haben, als Flachprofile, Winkelprofile,
U-Profile, I-Profile, H-Profile oder ähnlich ausgebildet sein. Die Kunststoffstäbe
37 können glatte oder auch strukturierte Oberflächen aufweisen. Die Strukturierung
kann regelmäßige oder unregelmäßige Strukturen geeigneter Größe umfassen. Solche Strukturen
können durch eine geeignete Oberflächenrauheit oder auch durch einzelne größere Vorsprünge
und/oder Vertiefungen gebildet sein. Die Rauheit kann auch durch eine chemische Reaktion
zwischen dem Beton und der Kunststoffoberfläche gebildet werden.
[0030] Die Verstärkungsstäbe 37 können untereinander zu einem flächigen oder räumlichen
Gitter verbunden sein, wie es beispielhaft uns ausschnittsweise in Figur 9 dargestellt
ist. Die einzelnen Verstärkungsstäbe 37 können zur Ausbildung des Gitters wie dargestellt
an den Kreuzungspunkten durch Kabelbinder 38 oder auch durch Rödeldraht, Kunststoffclips,
Klebstoff, Schmelzklebstoff, Schweißverbidnungen (Ultraschallschweißen, Kunststoffschweißen)
oder dergleichen verbunden sein. Als Rödeldraht kann nichtrostendes Metall, insbesondere
Edelstahl oder auch ein Fasermaterial Anwendung finden. Es können textile Fäden oder
auch Rovings dazu verwendet werden, Verstärkungsstäbe 37 miteinander zu verbinden.
Dazu werden kurze Faden- oder Rovingabschnitte um die Verstärungsstäbe 37 gebunden
und die Enden miteinander verknotet.
[0031] Auch können wie erwähnt die Kunststoff-Verstärkungsstäbe 37 mit einem Textil, z.B.
einem Gewebe, verbunden sein, z.B. durch Wirken, Weben, Vernähen, Kleben, Klammern
oder dergleichen. Mit jeder der vorgenannten Techniken lassen sich sowohl flächige
sowie insbesondere auch räumliche Verstärkungsstrukturen bilden.
[0032] Der erfindungsgemäße Baukörper wird durch eine aus Textilbeton bestehende Wandanordnung
12 gebildet, die einen Innenraum 11 umschließt, Die Verwendung von Textilbeton zur
Erstellung des erfindungsgemäßen Baukörpers 10 gestattet die Ausführung mit besonders
dünner Wandstärke sowie auch die Ausbildung relativ filigraner Verstärkungsstrukturen
zur Aussteifung.
Bezugszeichenliste:
[0033]
- 10
- Fertiggarage
- 11
- Innenraum
- 12
- Wandanordnung
- 13
- Linke Seitenwand
- 14
- Rechte Seitenwand
- 15
- Dach
- 16
- Stirnwand
- 17
- Boden
- 18
- Wand
- 19
- Bauwerkskante
- 20
- Betonmatrix
- 21
- Erste Lage
- 22
- Zweite Lage
- 23
- Bewehrung
- 24
- Isolierschicht
- 25
- Hohlprofil
- 26
- Kunststoffkern
- 27
- Rippe
- 28
- Eckwinkel
- 29
- Abschnitt
- 30
- Abschnitt
- 31
- Kettfäden
- 32
- Schussfäden
- 33
- Durchgänge
- 34
- Obere Lage
- 35
- Untere Lage
- 36
- Polfaden
- 37
- faserverstärkter Kunststoffstab
- 38
- Kabelbinder
1. Vorgefertigter Baukörper,
mit einer Wandanordnung (12), die aus Beton mit einer Bewehrung (23) aus textilem
Material ausgebildet ist und die wenigstens drei in einem Winkel zueinander stehende,
untereinander nahtlos verbundene Wandflächenabschnitte (18) aufweist, um einen Innenraum
(11) zu umschließen.
2. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandanordnung (12) ebene Wandflächenabschnitte (18) umfasst.
3. Baukörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandflächenabschnitte (18) mit einer Rippenstruktur versehen ist.
4. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandflächenabschnitte (18) an einer Ecke miteinander verbunden sind, an der sie
paarweise miteinander einen rechten Winkel einschließen.
5. Baukörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippenstruktur Rippen (27) umfasst, die nach in den Innenraum (11) ragen.
6. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandanordnung (12) den Innenraum (11) wenigstens 4-seitig umschließt.
7. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandanordnung (12) Wände (13, 14) und eine Dachplatte (15) umfasst.
8. Baukörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandanordnung (12) einen Boden (17) umfasst.
9. Baukörper nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (17) Zonen unterschiedlicher Dicke aufweist.
10. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandflächenabschnitte (18) an Baukörperkanten (19) untereinander verbunden sind,
wobei an den Baukörperkanten (19) Verstärkungsmittel angeordnet sind.
11. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung (23) richtungsabhängig unterschiedliche Fadendichten aufweist.
12. Baukörper nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung (23) ein Gewebe oder ein Abstandstextil ist.
13. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung (23) Stäbe aus einem Faser-Kunststoff-Verbundmaterial umfasst.
14. Baukörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung (23) eine räumliche Konfiguration aufweist.
15. Baukörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung (23) örtlich unterschiedliche Dichten aufweist.