[0001] Die Erfindung betrifft einen Isoliersteg für Fenster- und Türrahmen gemäß dem Oberbegriff
des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0002] Demnach betrifft die Erfindung insbesondere einen Isoliersteg zum mechanischen Verbinden
eines innenseitigen Profils mit einem außenseitigen Profil. Des Weiteren betrifft
die Erfindung ein Verbundprofil, welches einen erfindungsgemäßen Isoliersteg aufweist,
sowie einen Fenster- oder Türrahmen, welcher aus einem erfindungsgemäßen Verbundprofil
gefertigt ist.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, insbesondere Aluminium-Verbundprofile für
Fenster- und Türrahmen wegen der guten Wärmeleitfähigkeit des Aluminiumwerkstoffes
mittels Isolierstegen thermisch zu trennen, um die Entstehung von Kondenswasser auf
der Innenschale zu vermeiden und Wärmebrücken zu vermeiden. Die Isolierstege trennen
die Profilkammern des Verbundprofils thermisch, während sie andererseits eine mechanische
Verbindung zwischen einer außenseitigen Profilkammer und einer innenseitigen Profilkammer
des Verbundprofils bilden. Dabei ist es bekannt, die Isolierstege an ihren den Profilkammern
zugewandten Enden in hinterschnittenen Nuten der Profilkammern kraftschlüssig festzulegen.
Durch diese Verbindung zwischen den Isolierstegen und den Profilkammern ergibt sich
eine mechanische Verbindung der Profilkammern mit dem Isoliersteg, welche zumindest
in Längsrichtung des Verbundprofils bzw. des Isolierstegs schubfest ist. Diese schubfeste
mechanische Verbindung in Längsrichtung des Verbundprofils zwischen den Isolierstegen
und den Profilkammern nimmt beim Angriff von statischen oder dynamischen Lasten (zum
Beispiel Windstößen) die resultierenden Schubkräfte auf und wirkt somit einer Durchbiegung
des Verbundprofils entgegen. Derartige mechanische Verbindungen werden allgemein als
"schubfeste Verbindungen" bezeichnet.
[0004] Gerade bei Fenster- und Türrahmen bzw. Pfosten-Riegel-Konstruktionen, welche sich
an der Außenfassade eines Gebäudes befinden, ist die außenseitige Profilkammer oftmals
einer anderen Temperatur ausgesetzt als es für die innenseitige Profilkammer der Fall
ist. So ist die außenseitige Profilkammer, beispielsweise in den Wintermonaten, einer
niedrigeren Temperatur ausgesetzt als die innenseitige Profilkammer. Dementsprechend
führt die Ausbildung dieses Temperaturgefälles dazu, dass die beiden Profilkammern
eine unterschiedliche Wärmeausdehnung erfahren, wodurch eine Relativbewegung der Profilkammern
entsteht. Aus diesem Grund kommt es bei den aus dem Stand der Technik bekannten schubfesten
Isolierstegen zu einem Verzug der Verbundprofile mit negativen Begleiterscheinungen
wie beispielsweise Undichtigkeit und/oder Funktionsstörungen der Tür bzw. des Fensters,
dessen Rahmen aus einem schubfesten Verbundprofil gefertigt wurde. Insbesondere kommt
es demnach vor allem bei Türen häufig dazu, dass die Schließfunktion der Schlösser
nicht mehr gegeben ist, da die Schlösser unter mechanischer Spannung geraten und somit
nicht mehr betätigbar sind.
[0005] In diesem Zusammenhang ist es aus dem Stand der Technik bekannt, so genannte verschubweiche
Isolierstege zu verwenden. Der Begriff "verschubweich" beschreibt die Eigenschaft
der betreffenden Isolierstege, eine Relativbewegung in Längsrichtung des Verbundprofils
zuzulassen.
[0006] Insbesondere ist es bekannt, den Isoliersteg zweiteilig auszuführen, um eine Gleitführung
in Längsrichtung des Verbundprofils zu ermöglichen. Diese aus dem Stand der Technik
bekannte Gleitführung stellt dabei sicher, dass die durch Erwärmung des Verbundprofils
bedingten Längeausdehnungsunterschiede nicht zu einer unzulässig hohen Durchbiegung
des Verbundprofils führen können.
[0007] In diesem Zusammenhang sei auf die Druckschrift
EP 0 829 609 B1 verwiesen. Dieser Stand der Technik betrifft ein wärmegedämmtes Verbundprofil für
Türen, Fenster oder Fassaden mit einem Isoliersteg, welcher zweiteilig ausgebildet
ist und eine als Gleitführung ausgebildete mittige Verbindung zwischen den beiden
Teilen des Isolierstegs aufweist. Folglich ermöglicht der aus der
EP 0 829 609 B1 bekannte Isoliersteg eine Relativbewegung der außenseitigen Profilkammer gegenüber
der innenseitigen Profilkammer in Längsrichtung des Verbundprofils.
[0008] Die oben genannten aus dem Stand der Technik bekannten zweiteilig ausgeführten Isolierstege
weisen jedoch das Problem auf, dass ungewollte Relativbewegungen der Profilkammern
zueinander (z.B. aufgrund von Windstößen) nicht verhindert werden können. Des Weiteren
ermöglichen die bekannten Isolierstege zwar eine Kompensation von Verschiebungsbewegungen
in Längsrichtung des Verbundprofils, jedoch sind sie meist nicht dazu ausgestaltet,
Relativbewegungen in horizontaler oder vertikaler Richtung zu kompensieren. Ferner
bringen die bekannten zweiteilig ausgeführten Isolierstege einen hohen Herstellungs-
und Montageaufwand mit sich. So müssen die zweiteiligen Isolierstege hohe Toleranzanforderungen
erfüllen, um nach der Montage eine ausreichend hohe mechanische Verbindung zwischen
den Profilkammern des Verbundprofils zu gewährleisten.
[0009] Aufgrund oben genannter Problemstellung liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, einen Isoliersteg für Fenster- und Türrahmen anzugeben, welcher in der Lage
ist, Verschiebungen des Verbundprofils aufgrund von Wärmeausdehnung in allen Raumrichtungen
auszugleichen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung einen Isoliersteg so auszugestalten,
dass dieser einfach hergestellt werden kann und eine einfache Montage ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des unabhängigen
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0011] Demnach zeichnet sich der erfindungsgemäße Isoliersteg für Fenster- und Türrahmen
dadurch aus, dass dieser einteilig ausgebildet ist und von einem ersten, in Längsrichtung
schubfesten Zustand in einen zweiten, in Längsrichtung verschubweichen Zustand bringbar
ist.
[0012] Der erfindungsgemäße Isoliersteg hat den Vorteil, dass er einteilig ausgebildet ist
und somit in einem Arbeitsschritt hergestellt werden kann. Demzufolge ist es nicht
nur möglich, den Herstellungsprozess des Isolierstegs zu vereinfachen, vielmehr wird
auch eine Vereinfachung der Montage des erfindungsgemäßen Isolierstegs an den Profilen
bzw. Profilkammern des Verbundprofils erreicht. Da der erfindungsgemäße Isoliersteg
in einem ersten Zustand schubfest ausgebildet ist, ist es ferner auch möglich, diesen
für Fenster- und Türrahmen zu verwenden, welche keiner Verschubweichheit bedürfen.
Außerdem ist es denkbar, dass vereinzelte Isolierstege des Verbundprofils eines Fenster
oder Türrahmens in ihrem schubfesten Zustand belassen werden, während andere Isolierstege
den zweiten, in Längsrichtung verschubweichen Zustand aufweisen, um Ausdehnungen aufgrund
von Wärmeunterschieden zu kompensieren. Es ist folglich möglich, dass die Verschubweichheit
des Verbundprofils jederzeit individuell eingestellt werde kann, um das Verbundprofil
den örtlichen Witterungsbedingungen anzupassen.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Isolierstegs sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0014] So ist in einer vorteilhaften Realisierung des erfindungsgemäßen Isolierstegs vorgesehen,
dass der Isoliersteg einen ersten Bereich, welcher mit dem innenseitigen Profil schubfest
verbunden ist, und einen zweiten Bereich, welcher mit der außenseitigen Profilkammer
verbunden ist, aufweist. Darüber hinaus weist der Isoliersteg einen dritten Bereich
auf, welcher zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich gebildet und ausgelegt ist,
den ersten Bereich senkrecht zur Längsrichtung beweglich mit dem zweiten Bereich zu
verbinden. Somit ist der erfindungsgemäße Isoliersteg gemäß dieser Ausführungsform
auch dazu ausgelegt, eine Verschubweichheit, nicht nur in Längsrichtung des Verbundprofils,
zu ermöglichen. Vielmehr ist es vorzugsweise möglich, dass der Isoliersteg Verschiebungsbewegungen
aufgrund von Wärmeausdehnung in allen Raumrichtungen aufnehmen kann. Wie es im Folgenden
näher erläutert wird, kann der dritte Bereich des Isolierstegs demgemäß derart ausgestaltet
sein, dass dieser ein Gelenk ausbildet, welches den ersten und zweiten Bereich in
allen drei Raumrichtungen beweglich miteinander verbindet. Folglich ist es durch den
erfindungsgemäßen Isoliersteg auch möglich, Verschiebungsbewegungen der Profile senkrecht
zur Längsrichtung des Verbundprofils aufzunehmen.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Isolierstegs weist der
erste Teilbereich eine erste Rundnut an einem von dem innenseitigen Profil abgewandten
ersten Endbereich und der zweite Bereich eine zweite Rundnut an einem von dem außenseitigen
Profil abgewandten ersten Endbereich auf. Darüber hinaus weist der dritte Bereich
einen Führungsarm zum Führen des dritten Bereichs innerhalb der Rundnuten auf. Durch
das Vorsehen von Rundnuten an den Endbereichen des ersten und zweiten Bereichs entsteht
ein besonders vorteilhaftes Führungslager für den Führungsarm des dritten Bereichs.
Folglich wird zwischen den Bereichen ein besonders vorteilhaftes Scharniergelenk ausgebildet,
welches dazu dient, die Beweglichkeit des erfindungsgemäßen Isolierstegs zu erhöhen,
wodurch Relativbewegungen des Verbundprofils noch besser aufgenommen werden können.
[0016] Nach einer weiteren Ausführungsform weist der oben genannte Führungsarm ein erstes
Führungselement zum Führen des Führungsarms entlang der ersten Rundnut, sowie ein
zweites Führungselement zum Führen des Führungsarms entlang der zweiten Rundnut auf.
Vorteilhafter Weise sind diese ersten und zweiten Führungselemente in ihrer Konstruktion
auf die Rundnuten angepasst. Dadurch ermöglichen die Führungselemente des dritten
Bereichs eine formschlüssige Verbindung mit den Rundnuten des ersten bzw. zweiten
Bereichs. Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass es sich bei den Nuten um hinterschnittene
eckige Nuten handelt, wobei jedoch die erfindungsgemäßen Rundnuten eine höhere Beweglichkeit
des Verbundprofils gewährleisten.
[0017] Ferner ist es gemäß einer weiteren Umsetzung vorgesehen, dass der dritte Bereich
dazu ausgelegt ist, ein Abdeckprofil, welches parallel zum ersten und zweiten Bereich
verläuft, auszubilden. Ein solches Abdeckprofil kann dazu genutzt werden, dem Isoliersteg
eine zusätzliche Stabilität zu verleihen und folglich die mechanische Verbindung zwischen
dem innenseitigen Profil und dem außenseitigen Profil zu verbessern. Ferner ist es
vorstellbar, dass ein solches Abdeckprofil die Wärmeisolation zwischen den beiden
Profilen weiter verbessert. Das Abdeckprofil ist vorzugsweise so konstruiert, dass
dieses die Ausmaße des Isolierstegs nicht unzweckmäßig vergrößert.
[0018] In einer weiteren Realisierung ist der dritte Bereich des Isolierstegs zum Ausbilden
eines ersten Auftrennbereichs an einem dem innenseitigen Profil zugewandten zweiten
Endbereich des ersten Bereichs schubfest mit dem ersten Bereich verbunden. Darüber
hinaus ist der dritte Bereich in vorteilhafter Weise zum Ausbilden eines zweiten Auftrennbereichs
an einem dem außenseitigen Profil zugewandten zweiten Endbereich des zweiten Bereichs
schubfest mit dem zweiten Bereich verbunden.
[0019] Wie oben bereits erwähnt, ist der erfindungsgemäße Isoliersteg zunächst einteilig,
d.h. in Längsrichtung schubfest ausgebildet. Um jedoch den erfindungsgemäßen Isoliersteg
in einen verschubweichen Zustand zu überführen, ist es nötig, diesen zumindest bereichsweise
aufzutrennen. Zu diesem Zweck ist der erfindungsgemäße dritte Bereich des Isolierstegs
schubfest mit dem ersten und zweiten Bereich des Isolierstegs verbunden und bildet
somit Auftrennbereiche, welche dazu genutzt werden können den Isoliersteg in mehrere,
vorzugsweise drei zueinander verschiebbare Segmente zu unterteilen. Demnach kann der
Isoliersteg in vorteilhafter Weise, je nach Anforderung an die mechanische Verbindung
des Verbundprofils, in zwei oder mehrere Teile unterteilt werden.
[0020] Der Isoliersteg kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung eine Kerbe
entlang des ersten und zweiten Auftrennbereichs aufweisen. Diese Kerbe kann dazu genutzt
werden, den erfindungsgemäßen Isoliersteg auf einfache Weise, auch nach dem Einsetzen
in das Verbundprofil, in mehrere Segmente zu unterteilen. So ist es vorstellbar, den
dritten Bereich entlang der Kerbe, beispielsweise mit Hilfe eines Messers, vom ersten
bzw. zweiten Bereich zu trennen. Alternativ ist es auch denkbar, dass der Isoliersteg
Perforationen entlang des ersten und zweiten Auftrennbereichs aufweist.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Isolierstegs, weist der
erste Bereich und/oder der zweite Bereich und/oder der dritte Bereich entlang der
Längsrichtung Öffnungen zur Verbesserung der Dehnbarkeit auf. Es ist demnach nicht
zwingend notwendig, dass der erfindungsgemäße Isoliersteg an allen Bereichen durchgehend
solide ausgebildet ist. Vielmehr kann der Isoliersteg Öffnungen verschiedener Ausdehnung
entlang der Längsrichtung aufweisen, welche die Steifigkeit der mechanischen Verbindung
herabsetzen und somit dazu beitragen, dass Relativbewegungen der Profile aufgrund
von Wärmeausdehnungen besser durch den Isoliersteg kompensiert werden können.
[0022] Gemäß einem weiteren Aspekt kann der dritte Bereich des Isolierstegs aus einem Material
gebildet sein, welches sich von dem Material des ersten und zweiten Bereichs unterscheidet.
Insbesondere kann es vorteilhaft sein, den dritten Bereich aus einem Material zu fertigen,
welches weicher ist als das Material, aus welchem der erste und der zweite Bereich
gebildet sind. In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise denkbar, den dritten Bereich
aus Polyamid, Polyester oder Polypropylen zu bilden. Die Verwendung von unterschiedlichen
Materialen ermöglicht eine höher Flexibilität des erfindungsgemäßen Isolierstegs,
wodurch in vorteilhafter Weise abermals das Kompensationsvermögen des Isolierstegs
von Kräften senkrecht zur Längsrichtung verbessert wird. Zu diesem Zweck kann es jedoch
nötig sein, den dritten Bereich erst nach der Herstellung mit dem ersten und zweiten
Bereich entlang der Auftrennbereiche zu verbinden (z. B. verkleben).
[0023] Im Folgenden wird der erfindungsgemäße Isoliersteg mit Bezug auf die in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Frontansicht eines Türrahmens;
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verbundprofils
entlang der in Fig. 1 dargestellten Schnittachse II-II; und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung des Verbundprofils nach Fig. 2 mit erfindungsgemäßem
Isoliersteg.
[0024] Im Folgenden sind gleiche oder gleich wirkende Bauteile aus Gründen der Übersichtlichkeit
mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0025] In Fig. 1 ist eine Tür mit einem erfindungsgemäßen Türrahmen 1 dargestellt. Selbstverständlich
ist die Erfindung nicht auf die Konstruktion von Türrahmen 1 beschränkt, sondern kann
ebenfalls zur Herstellung von Fensterrahmen oder Riegel-Pfosten-Konstruktionen verwendet
werden. Vorzugsweise weist der Türrahmen 1 entlang des ganzen Rahmens dasselbe Verbundprofil
auf. Eine Ausführungsform eines solchen Verbundprofils 30 ist in Fig. 2 dargestellt,
welche einer Schnittdarstellung entlang der Schnittachse II-II entspricht.
[0026] Das Verbundprofil 30 weist eine innenseitige Profilkammer 11 auf, die durch den erfindungsgemäßen
Isoliersteg 100 mit einer außenseitigen Profilkammer 12 verbunden ist. Dabei beziehen
sich die Bezeichnungen "innenseitige Profilkammer" und "außenseitige Profilkammer"
auf die Anordnung der Profilkammern bezüglich des Innenraums eines Hauses bzw. der
Außenatmosphäre. Mit anderen Worten steht die außenseitige Profilkammer 12 in direktem
Kontakt mit der Außenatmosphäre, während die innenseitige Profilkammer 11 mit der
Raumluft in Kontakt steht.
[0027] Der erfindungsgemäße Isoliersteg 100 dient dazu, die Profilkammern 12, 13 mechanisch
zu verbinden und diese thermisch zu trennen. Zu diesem Zweck ist der Isoliersteg 100
dazu ausgelegt, einen schubfesten Verbund mit der innenseitigen Profilkammer 11 sowie
mit der außenseitigen Profilkammer 12 einzugehen. Dazu kann der Isoliersteg 100 beispielsweise
an seinen den Profilkammern zugewandten Enden in hinterschnittene Nuten der Profilkammern
durch Anformen eines Metallstegs schubfest mit den Profilkammern verbunden werden.
[0028] Der in den Figuren 2 und 3 dargestellte, erfindungsgemäße Isoliersteg 100 ist einteilig
ausgebildet und befindet sich in einem ersten, in Längsrichtung Z schubfesten Zustand.
Dieser erste, in Längsrichtung Z schubfeste Zustand kann durch Auftrennen des Isolierstegs
100 in einen zweiten, in Längsrichtung verschubweichen Zustand gebracht werden. Vorteilhafter
Weise erfolgt diese Umformung in den zweiten, in Längsrichtung Z verschubweichen Zustand
erst nachdem der Isoliersteg 100 mit den Profilkammern 11, 12 verbunden ist.
[0029] Insbesondere weist der erfindungsgemäße Isoliersteg 100 einen ersten Bereich 110
auf, welcher mit der innenseitigen Profilkammer 11 schubfest verbunden ist. Wie oben
bereits erwähnt, kann diese schubfeste Verbindung mit der innenseitigen Profilkammer
11 durch das Festlegen des ersten Bereichs in einer hinterschnittenen Nut der innenseitigen
Profilkammer erfolgen. Äquivalent dazu weist der erfindungsgemäße Isoliersteg 100
ferner einen zweiten Bereich 120 auf, welcher mit der außenseitigen Profilkammer 12
schubfest verbunden ist. Ferner ist ein dritter Bereich 130 vorgesehen, welcher zwischen
dem ersten und dem zweiten Bereich 110, 120 gebildet und ausgelegt ist, den ersten
Bereich 110 senkrecht zur Längsrichtung Z beweglich mit dem zweiten Bereich 120 zu
verbinden. Somit ist der erfindungsgemäße Isoliersteg 100 auch dazu ausgelegt, eine
Verschiebungsbewegung aufgrund von Wärmeausdehnung in allen Raumrichtungen aufzunehmen.
Wie im Folgenden mit Bezug auf Fig. 3 näher erläutert werden wird, kann der dritte
Bereich 130 des Isolierstegs 100 dazu ein Gelenk ausbilden, welches den ersten und
zweiten Bereich 110, 120 in allen drei Raumrichtungen beweglich miteinander verbindet.
[0030] Wie in Fig. 3 dargestellt, weist der erste Bereich 110 eine erste Rundnut 111 auf,
welche sich an einem von der innenseitigen Profilkammer 11 abgewandten, ersten Endbereich
110a befindet. Gleichfalls weist der zweite Bereich 120 eine zweite Rundnut 121 an
einem von der außenseitigen Profilkammer 12 abgewandten, ersten Endbereich 120a auf.
Der oben erwähnte dritte Bereich 130 weist dementsprechend einen Führungsarm 131 auf,
welcher ausgelegt ist, den dritten Bereich 130 entlang der Rundnuten 111, 121 zu führen.
Die Rundnuten 111, 121 stellen folglich ein Führungslager für den Führungsarm 131
des dritten Bereichs 130 dar. Es wird somit ein Scharniergelenk ausgebildet, welches
dazu dient, die Beweglichkeit des erfindungsgemäßen Isolierstegs 100 zu erhöhen, wodurch
Relativbewegungen des Verbundprofils 30 noch besser aufgenommen werden können.
[0031] Der Führungsarm 131 weist, gemäß der in den Figuren 2 und 3 dargestellten Ausführungsform
insbesondere ein erstes Führungselement 131a zum Führen des Führungsarms 131 entlang
(innerhalb) der ersten Rundnut 111, sowie ein zweites Führungselement 131b zum Führen
des Führungsarms 131 entlang (innerhalb) der zweiten Rundnut 121 auf. Die ersten und
zweiten Führungselemente 131a, 131b sind in ihrer Konstruktion auf die Rundnuten 111,
121 angepasst. Dadurch ermöglichen die Führungselemente 131a, 131b des dritten Teilbereichs
130 eine formschlüssige Verbindung mit den Rundnuten 111, 121 des ersten bzw. zweiten
Teilbereichs 110, 120. Dementsprechend weisen die Führungselemente 131a, 131b dabei
selbst eine runde Konstruktion auf, wodurch eine optimale Führung des dritten Bereichs
130 in den Rundnuten 111, 121 des ersten und zweiten Bereichs 110, 120 erreicht wird,
ohne die mechanische Stabilität des Isolierstegs 100 zu gefährden. Selbstverständlich
ist es auch denkbar, dass die Nuten 111, 121 entlang der ersten Endbereiche 110a,
120a eine andere Geometrie, wie beispielsweise eine Dreiecksgeometrie oder eine Rechtecksgeometrie,
aufweisen. Folglich wäre selbstverständlich auch die Geometrie der Führungselemente
131a, 131b an die Geometrie der Nuten 111, 121 anzupassen.
[0032] Wie es ferner der Fig. 3 zu entnehmen ist, ist der dritte Bereich 130 ausgelegt,
ein Abdeckprofil 132 auszubilden, wobei das Abdeckprofil 132 parallel zum ersten und
zweiten Bereich 110, 120 verläuft. Das Abdeckprofil 132 verleiht dem Isoliersteg 100
zusätzliche Stabilität, was die mechanische Verbindung zwischen der innenseitigen
Profilkammer 11 und der außenseitigen Profilkammer 12 verbessert.
[0033] Der dritte Bereich 130 ist zum Ausbilden eines ersten Auftrennbereichs 140 an einem
der innenseitigen Profilkammer 11 zugewandten zweiten Endbereich 110b des ersten Bereichs
110 schubfest mit dem ersten Bereich 110 verbunden. Ähnlich dazu ist der dritte Bereich
130 auf der Gegenseite, d.h. an einem der außenseitigen Profilkammer zugewandten zweiten
Endbereich 120b des zweiten Bereichs 120, zum Ausbilden eines zweiten Auftrennbereichs
150, schubfest mit dem zweiten Bereich 120 verbunden. Die Auftrennbereiche 140, 150
dienen dazu, den Isoliersteg 100 in seinen verschubweichen, zweiten Zustand zu überführen.
Insbesondere können die Auftrennbereich 140, 150 dazu genutzt werden, den Isoliersteg
100 in mehrere, vorzugsweise drei, zueinander verschiebbare Segmente zu unterteilen.
Das heißt, dass die Bereiche 110, 120, 130 nach dem Auftrennen nicht mehr schubfest
verbunden sind. Dementsprechend ergibt sich in Längsrichtung Z eine verschubweiche
Gleitführung der Führungselemente 131a, 131b des Führungsarms 131 innerhalb der Rundnuten
111, 121. Gleichermaßen ergibt sich eine erhöhte Beweglichkeit senkrecht zur Längsrichtung
Z, d.h. in horizontaler Richtung X sowie in vertikaler Richtung Y, da das durch den
Führungsarm 131 gebildete Scharniergelenk nicht mehr durch die schubfeste Verbindung
mit dem dritten Bereich 130 behindert wird.
[0034] Vorzugsweise weist der erfindungsgemäße Isoliersteg dementsprechend eine Kerbe entlang
des ersten und zweiten Auftrennbereichs 140, 150 auf. Diese Kerbe kann dazu dienen,
eine Unterteilung des erfindungsgemäßen Isolierstegs 100 in mehrere Segmente zu erleichtern.
Selbstverständlich ist es auch denkbar, anstatt einer Kerbe eine Perforation entlang
des ersten und zweiten Auftrennbereichs 140, 150 vorzusehen.
[0035] Obwohl es nicht in den Figuren dargestellt ist, können der erste, zweite und/oder
dritte Bereich 110, 120, 130 entlang der Längsrichtung Z Öffnungen zur Verbesserung
der Dehnbarkeit aufweisen. Dementsprechend ist es nicht nur denkbar, die Bereiche
110, 120, 130 aus einem soliden Strang zu fertigen, vielmehr können die Bereiche Öffnungen
aufweisen, welche die Schubfestigkeit des erfindungsgemäßen Isolierstegs 100 herabsetzen.
[0036] Schließlich kann der dritte Bereich 130 aus einem Material gebildet sein, welches
sich von dem Material des ersten und zweiten Bereichs 110, 120 unterscheidet. Insbesondere
ist es dabei vorteilhaft, den dritten Bereich aus einem weicheren Material zu fertigen.
Die Verwendung von unterschiedlichen Materialen ermöglicht eine höher Flexibilität
des erfindungsgemäßen Isolierstegs 100, wodurch vorteilhafter Weise abermals das Kompensationsvermögen
des Isolierstegs 100 von Kräften senkrecht zur Längsrichtung Z, d.h. in horizontaler
bzw. vertikaler Richtung X, Y, verbessert wird.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Türrahmen
- 11
- innenseitige Profilkammer
- 12
- außenseitige Profilkammer
- 30
- Verbundprofil
- 100
- Isoliersteg
- 110
- erster Teilbereich
- 110a
- erster Endbereich des ersten Teilbereichs
- 110b
- zweiter Endbereich des ersten Teilbereichs
- 111
- erste Rundnut
- 120
- zweiter Teilbereich
- 120a
- erster Endbereich des zweiten Teilbereichs
- 120b
- zweiter Endbereich des zweiten Teilbereichs
- 121
- zweite Rundnut
- 130
- dritter Teilbereich
- 131
- Führungsarm
- 131a
- erstes Führungselement
- 131b
- zweites Führungselement
- 140
- erster Auftrennbereich
- 150
- zweiter Auftrennbereich
- X
- horizontale Richtung
- Y
- vertikale Richtung
- Z
- Längsrichtung
1. Isoliersteg (100), insbesondere für Fenster- und Türrahmen (1), zum mechanischen Verbinden
eines ersten innenseitigen Profils (11) mit einem zweiten außenseitigen Profil (12),
wobei der Isoliersteg (100) ausgelegt ist, einen schubfesten Verbund mit dem innenseitigen
Profil (11) und dem außenseitigen Profil (12) einzugehen,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Isoliersteg (100) einteilig ausgebildet ist und von einem ersten, in Längsrichtung
(Z) des Isolierstegs (100) schubfesten Zustand in einen zweiten, in Längsrichtung
(Z) des Isolierstegs (100) verschubweichen Zustand bringbar ist.
2. Isoliersteg (100) nach Anspruch 1, wobei der Isoliersteg (100) aufweist:
- einen ersten Bereich (110), welcher mit dem innenseitigen Profil (11) schubfest
verbindbar ist;
- einen zweiten Bereich (120), welcher mit dem außenseitigen Profil (12) schubfest
verbindbar ist; und
- einen dritten Bereich (130), welcher zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich
(110, 120) gebildet und ausgelegt ist, den ersten Bereich (110) senkrecht zur Längsrichtung
(Z) des Isolierstegs (100) beweglich mit dem zweiten Bereich (120) zu verbinden.
3. Isoliersteg (100) nach Anspruch 2,
wobei der erste Bereich (110) eine Rundnut (111) an einem von dem innenseitigen Profil
(11) abgewandten ersten Endbereich (110a) und der zweite Bereich (120) eine Rundnut
(121) an einem von dem außenseitigen Profil (12) abgewandten ersten Endbereich (120a)
aufweist, und wobei der dritte Bereich (130) einen Führungsarm (131) aufweist zum
Führen des dritten Bereichs (130) entlang der Rundnuten (111, 121).
4. Isoliersteg (100) nach Anspruch 3,
wobei der Führungsarm (131) ein erstes Führungselement (131a) zum Führen des Führungsarms
(131) entlang der Rundnut (111), sowie ein zweites Führungselement (131b) zum Führen
des Führungsarms (131) entlang der Rundnut (121) des zweiten Bereichs (120) aufweist.
5. Isoliersteg (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
wobei der dritte Bereich (130) ausgelegt ist, ein Abdeckprofil (132), welches parallel
zum ersten und zweiten Bereich (110, 120) verläuft, auszubilden.
6. Isoliersteg (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
wobei der dritte Bereich (130) an einem dem innenseitigen Profil (11) zugewandten
zweiten Endbereich (110b) des ersten Bereichs (110) schubfest mit dem ersten Bereich
(110) verbunden ist, zum Ausbilden eines ersten Auftrennbereichs (140) und wobei der
dritte Bereich (130) an einem dem außenseitigen Profil (12) zugewandten zweiten Endbereich
(120b) des zweiten Bereichs (120) schubfest mit dem zweiten Bereich (120) verbunden
ist zum Ausbilden eines zweiten Auftrennbereichs (150).
7. Isoliersteg (100) nach Anspruch 6,
wobei der Isoliersteg (100) eine Kerbe entlang des ersten und zweiten Auftrennbereichs
(140, 150) aufweist.
8. Isoliersteg (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
wobei der erste Bereich (110) und/oder der zweite Bereich (120) und/oder der dritte
Bereich (130) entlang der Längsrichtung (Z) des Isolierstegs (100) Öffnungen zur Verbesserung
der Dehnbarkeit aufweist.
9. Isoliersteg (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
wobei der dritte Bereich (130) aus einem Material gebildet ist, welches sich von dem
Material des ersten und zweiten Bereichs (110, 120) unterscheidet.
10. Wärmegedämmtes Verbundprofil (30) mit einem innenseitigen Profil, insbesondere Profilkammer
(11) und einem außenseitigen Profil, insbesondere Profilkammer (12), wobei das Verbundprofil
einen Isoliersteg (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 aufweist, wobei der Isoliersteg
(100) ausgelegt ist, die Profile (11, 12) des Verbundprofils (30) mechanisch zu verbinden
und thermisch zu trennen.
11. Fenster- oder Türrahmen (1) mit einem wärmegedämmten Verbundprofil (30) nach Anspruch
10.