[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Glasleiste für ein Fenster, mit einem Grundkörper,
der an einem Fensterflügel oder an einem Fensterrahmen befestigbar ist und eine Freifläche
aufweist, wobei in der Freifläche eine Ausnehmung (16) ausgebildet ist, die zur Aufnahme
eines Befestigungselements einer Haltevorrichtung für Fensterdekorationen eingerichtet
ist.
[0002] Glasleisten werden üblicherweise an Fenstern eingesetzt, um die Fensterscheibe in
dem Fensterflügel oder dem Fensterrahmen zu fixieren. Hierzu ist die Glasleiste mit
dem Fensterflügel verbunden. Die Befestigung erfolgt nach dem Positionieren der Fensterscheibe.
Die Befestigung unmittelbar in dem Fensterrahmen erfolgt bei Fenstern, welche keinen
Fensterflügel aufweisen, beispielsweise an Fensterfassaden in Bereichen, wo keine
schwenkbaren Fenster vorgesehen sind.
[0003] Überall dort, wo Fensterflächen der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind sowie
überall dort, wo eine Abdunkelung oder Dekoration von Fensterscheiben erwünscht oder
erforderlich ist, werden Fenster mit Fensterdekorationen versehen. Unter einer Fensterdekoration
wird im Folgenden sowohl eine ästhetische Verschönerung des Erscheinungsbilds des
Fensters als auch eine Verdunkelungseinrichtung, wie beispielsweise ein Rollo, eine
Jalousie oder ein Plissee verstanden. Solche Fensterdekorationen werden in der Regel
nicht beim Bau einer Immobilie bzw. beim Bau eines Fensters vorgesehen, sondern im
Bedarfsfall vor Ort in einer Immobilie nachgerüstet. Hierzu haben sich im Stand der
Technik verschiedene Befestigungsarten etabliert. Allen Befestigungsarten ist gemein,
dass die Fensterdekoration mittels einer Haltevorrichtung am Fenster oder benachbart
zum Fenster an einer Wandfläche befestigt werden müssen.
[0004] An einer Wand befestigte Fensterdekorationen haben den wesentlichen Nachteil, dass
sie einerseits das Einbringen von Löchern und Befestigungsmitteln wie beispielsweise
Dübeln, Stiften, oder Haftmaterialien an die Wand bzw. in die Wand erfordern. Nachteilig
ist hieran insbesondere, dass die Fensterdekoration ortsfest angebracht ist und nicht
mitschwenkt, wenn das Fenster schwenkend geöffnet werden soll. Falls die Fensterdekoration
auf einer Seite des Fensters angebracht ist, zu welcher es schwenkend hin geöffnet
wird, muss jedes Mal vor einem Öffnen des Fensters die Fensterdekoration aus dem Weg
geschafft werden. Ein weiterer wesentlicher Nachteil zeigt sich beim Entfernen der
Fensterdekoration. In diesem Fall verbleiben die notwendigerweise der Wand beigefügten
Schäden in Form von Löchern und/oder Klebstoffresten, was im besten Fall mittels Ausbesserungsarbeiten
korrigiert werden kann. Speziell bei Mietimmobilien und hierbei insbesondere bei Altbau-Immobilien
ist die damit einhergehende Verschlechterung der Bausubstanz höchst unerwünscht.
[0005] Desweiteren ist aus dem Stand der Technik das Anbringen der Haltevorrichtung mittels
Verschrauben im Fensterrahmen bekannt. Dies birgt ebenfalls den gravierenden Nachteil,
dass durch das Einbringen der Schrauben in den Fensterrahmen der Fensterrahmen irreversibel
beschädigt wird und nach Entfernen zum Wiederherstellen des ästhetischen Ursprungs-Eindrucks
aufwendig ausgebessert werden muss.
[0006] Desweiteren ist aus dem Stand der Technik die Variante bekannt, die Haltevorrichtung
mit einem Haken dergestalt am Fensterflügel zu befestigen, dass die Haltevorrichtung
mittels eines Hakens an das Fenster gehängt wird, und dieser Haken mittels eines Klemmmechanismus
festgezogen wird. Hierbei wird ein Abschnitt des Hakens zwischen einen Fensterflügel
und den angrenzenden Fensterrahmen geschoben. Bei den meisten Fenstern ist in diesem
Bereich zudem eine umlaufende Gummidichtung zwischen Fensterflügel und Fensterrahmen
vorgesehen. Der Abschnitt des Hakens verformt diese. Dies führt einerseits zu einer
Beeinträchtigung der Dichtwirkung und andererseits bei Anbringung über längere Zeiträume
zu einer Beschädigung der Gummidichtung.
[0007] Darüber hinaus ist es im Stand der Technik bekannt, Haltevorrichtungen unmittelbar
mittels Klemmelementen in einem sich ausbildenden Spaltraum zwischen Glasleiste und
Fenster zu verspannen, wodurch allerdings die wiederum zwischen Glas und Glasleiste
vorhandene Dichtung und/oder Kittmasse dauerhaft Schaden nimmt.
[0008] Der Erfindung lag vor diesem Hintergrund die Aufgabe zu Grunde, eine verbesserte
Möglichkeit der Anbringung von Fensterdekorationen an Fenstern bereitzustellen, die
die im Stand der Technik vorgefunden Nachteile möglichst weitgehend abmildert.
[0009] Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe bei einer Glasleiste der eingangs
genannten Art durch eine Verschlusseinrichtung, die innerhalb der Ausnehmung angeordnet
und zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsstellung hin- und herbewegbar
ist, wobei die Verschlusseinrichtung dazu ausgebildet ist, in der Schließstellung
die Ausnehmung der Verschlusseinrichtung im Wesentlichen vollständig zu verschließen
und in der Öffnungsstellung das Befestigungselement der Haltevorrichtung aufzunehmen.
[0010] Die Erfindung macht sich hierbei zu Nutze, dass durch das Verschließen der Ausnehmung
mittels der Verschlusseinrichtung in Abwesenheit einer Haltevorrichtung ein im Wesentlichen
unbeeinträchtigter ästhetischer Gesamteindruck gewahrt ist. Dies ermöglicht es, durch
Bereitstellen einer erfindungsgemäßen Glasleiste bereits im Auslieferungszustand des
Fensters die Möglichkeit für ein späteres Anbringen einer Fensterdekoration mittels
korrespondierender Haltevorrichtung vorzubereiten. Dies birgt den Vorteil, dass der
Anwender im Bedarfsfall noninvasiv durch Bewegen der Verschlusseinrichtung aus der
Schließstellung heraus die Haltevorrichtung mittels des Befestigungselements mit der
Glasleiste in Verbindung bringen kann. Die Gefahr einer Fehlbedienung kann weitestgehend
ausgeschlossen werden, wodurch das Risiko einer Beschädigung des Fensters vermieden
wird. Weiterhin ist von Vorteil, dass die Haltevorrichtung zu einem Zeitpunkt, an
welchem die Fensterdekoration nicht mehr benötigt wird, aus der Ausnehmung entfernbar
ist. Durch erneutes Verbringen der Verschlusseinrichtung in die Schließstellung wird
der unbeeinträchtigte ästhetische Gesamteindruck wieder hergestellt, ohne dass es
etwaiger handwerklicher Ausbesserungsarbeiten (Verspachteln, etc.) bedarf.
[0011] Die Erfindung weist vorzugsweise ein Abdeckplättchen zum Verschließen der Ausnehmung
in der Schließstellung auf, welches dazu eingerichtet ist, bei einer Kraftbeaufschlagung
von außerhalb der Ausnehmung aus der Schließstellung auszuweichen. Dies hat den vorteilhaften
Effekt, dass kein separater Arbeitsschritt notwendig ist, um die Verschlusseinrichtung
vor einer Montage der Haltevorrichtung zu betätigen. Vielmehr ist es ausreichend,
mittels der Haltevorrichtung eine Kraft auf die Verschlusseinrichtung bzw. das Abdeckplättchen
der Verschlusseinrichtung auszuüben derart, dass das Abdeckplättchen in Reaktion der
Kraftbeaufschlagung ausweicht und die Schließstellung verlässt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist die erfindungsgemäße Glasleiste ein Rückstellelement
auf, welches mit dem Abdeckplättchen mechanisch gekoppelt ist und das sodann eingerichtet
ist, bei der Kraftbeaufschlagung auf das Abdeckplättchen eine Rückstellkraft aufzubringen,
die der Ausweichbewegung des Abdeckplättchens entgegenwirkt. Durch das Bereitstellen
des Rückstellelementes wird es ermöglicht, die Verschlusseinrichtung nach Wegfall
der Kraftbeaufschlagung durch die Haltevorrichtung automatisch zurück in den ursprünglichen
Zustand, d. h. in die Verschlussstellung, zu bringen. Die Kraftbeaufschlagung endet
mit dem Entfernen des Befestigungselements aus der Ausnehmung heraus. Das Rückstellelement
ist vorzugsweise als Federelement ausgebildet, welches eine Rückstellkraft aufgrund
elastischer Verformung ausbildet. Alternativ ist das Rückstellelement vorzugsweise
als mechanisches, hydraulisches oder pneumatisches Federelement ausgebildet, oder
als eine mechanische Einheit aus Hebelarmen und mindestens einem Gegengewicht, welches
bei Ausweichen des Abdeckplättchens bzw. Bewegen der Verschlusseinrichtung aus der
Schließstellung heraus aus einer Ruheposition heraus ausgelenkt wird und sodann aufgrund
der Schwerkraft stets danach strebt, in die Ruheposition zurückzukehren.
[0013] Die Ausweichbewegung des Plättchens erfolgt vorzugsweise translatorisch. Alternativ
erfolgt die Ausweichbewegung rotatorisch.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Abdeckplättchen eine Deckfläche
auf, welche in der Schließstellung der Verschlusseinrichtung bündig mit der Freifläche
des Grundkörpers abschließt. Abgesehen von dem Vorteil, den dies für den ästhetischen
Gesamteindruck mit sich bringt, sinkt durch den bündigen Abschluss auch die Gefahr,
dass der Anwender oder Gegenstände unbeabsichtigt an der Verschlusseinrichtung hängen
bleiben, oder unbeabsichtigt in die Ausnehmung eingebracht werden. Die Deckfläche
des Abdeckplättchens und die Freifläche der Glasleiste sind vorzugsweise koplanar
ausgebildet, jedenfalls in dem Fall, wo die Freifläche im Wesentlichen eben ausgebildet
ist. Falls die Freifläche des Grundkörpers der Glasleiste einen gekrümmten Verlauf
aufweist, ist die Form der Deckfläche des Abdeckplättchens vorzugsweise der Form der
Freifläche angepasst.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist innerhalb der Ausnehmung ein
Vorsprung ausgebildet, der zum Hintergriff durch ein korrespondierendes Rastmittel
des Befestigungselements der Haltevorrichtung eingerichtet ist. Das Rastmittel wird
während des Montierens der Haltevorrichtung in die Ausnehmung der Glasleiste hinein
bewegt und gelangt vorzugsweise in einer Endstellung des Befestigungselements innerhalb
der Ausnehmung in Hintergriff mit dem Vorsprung. Die Bewegung des Befestigungselements
der Haltevorrichtung in die Ausnehmung hinein erfolgt vorzugsweise geführt, sodass
eine hohe Wiederholgenauigkeit des Erreichens der Endposition des Rastmittels im Bezug
auf den Vorsprung gewährleistet ist. Der Vorsprung ist vorzugsweise als Ring, Steg
oder Stufe auf der Innenseite der Glasleiste ausgebildet, vorzugsweise in einem Hohlraum,
in welchen die Ausnehmung mündet.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist die Ausnehmung einen Abschnitt mit rotationsunsymmetrischem
Querschnitt auf und ist zur Aufnahme eines korrespondierend rotationsunsymmetrisch
ausgebildeten Abschnitts des Befestigungselements der Haltevorrichtung eingerichtet.
Vorzugsweise ist der rotationsunsymmetrische Querschnitt polygonal ausgebildet, besonders
bevorzugt rechteckig. Die Ausbildung des rotationsunsymmetrischen Querschnitts hat
den Vorteil, dass das Befestigungselement der Haltevorrichtung nur in einer bestimmten,
bevorzugten Ausrichtung in die Ausnehmung eingeführt werden kann. Hierdurch wird die
Gefahr von Fehlbedienungen weiter vermindert. Vorzugsweise sind die korrespondierenden
rotationsunsymmetrischen Abschnitte der Ausnehmung und des Befestigungselements derart
aneinander angepasst, dass eine formschlüssige, geführte Bewegung des Befestigungselements
in die Ausnehmung hinein ermöglicht ist. Gemäß einer bevorzugten alternativen Ausführungsform
weist die Ausnehmung einen rotationssymmetrischen Querschnitt auf und ist mit einem
Gewindeabschnitt zur Aufnahme eines Befestigungselements der Haltevorrichtung mit
korrespondierendem Gewindeabschnitt versehen. Besonders bevorzugt weicht gemäß dieser
Ausführungsform das Abdeckplättchen, welches innerhalb des Gewindeabschnitts geführt
ist, bei einem Einschrauben des Befestigungselements der Haltevorrichtung aus der
Schließstellung zurück.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Glasleiste innerhalb der
Ausnehmung eine umlaufende Dichtung auf. Die Dichtung ist vorzugsweise so in einem
Randbereich der Ausnehmung angeordnet, dass die Verschlusseinrichtung in der Schließstellung
mittels einer Kraftbeaufschlagung durch das Rückstellelement dichtend gegen die Dichtung
gepresst wird. Besonders bevorzugt ist die Dichtkraft derart gewählt, dass die Verschlusseinrichtung
und die Ausnehmung fluiddicht verschließt, insbesondere spritzwasserdicht. Eine solche
Dichtung ermöglicht auch das Anbringen der erfindungsgemäßen Glasleiste an einem Fenster
derart, dass die Glasleiste im Bezug auf eine Gebäudewand außen angebracht ist. Hierdurch
ist es wiederum möglich, die Fensterdekoration an der Außenseite des Gebäudes anzubringen.
Im Bezug auf Sonnenschutzeinrichtungen hat dies den besonderen Vorteil, dass die Wärmeisolation
verbessert wird, weil die Abschirmung bereits wirkt, bevor Sonnenstrahlung durch die
Fensterscheibe hindurch in den abzuschirmenden Raum eingetreten ist. Zudem wird verhindert,
dass Feuchtigkeit in das Innere der Glasleiste eintritt, was ebenfalls zu einer Langlebigkeit
des Fensters insgesamt beiträgt.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist an einem inneren Umfangsrand
der Ausnehmung eine Fase ausgebildet, und an dem Abdeckplättchen ist vorzugsweise
eine korrespondierende Fase ausgebildet. Dies bewirkt, dass das Abdeckplättchen beim
Erreichen der Schließstellung durch Abgleiten der Fasenflächen aneinander automatisch
zentriert wird. Das Zusammenspiel der hierfür notwendigen Rückstellkraft und des Fasenwinkels
ist vom Fachmann entsprechend der baulichen Anforderungen und Platzbedingungen zu
treffen.
[0019] Die vorstehenden Ausführungen nehmen Bezug auf ein einteiliges Abdeckplättchen. Gemäß
einer bevorzugten alternativen Ausgestaltung sind anstelle eines einzigen Abdeckplättchens
in der Ausnehmung zwei Abdeckplättchen vorgesehen, die für sich genommen jeweils nur
einen Teil der Ausnehmung verschließen und in Zusammenschau die Ausnehmung im Wesentlichen
vollständig verschließen.
[0020] Die erfindungsgemäße Glasleiste weist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform mehrere
Ausnehmungen zur Aufnahme jeweils eines Befestigungselements einer Haltevorrichtung
auf. Die Ausnehmungen sind vorzugsweise jeweils entsprechend der vorstehenden Ausführungen
ausgebildet. Bevorzugt sind die Ausnehmungen voneinander beabstandet. Das Bereitstellen
mehrerer Ausnehmungen in einer Glasleiste ermöglicht auch bei großen Fensterflächen
das zuverlässig gehalterte Anbringen von Fensterdekorationen.
[0021] Besonders bevorzugt liegt der Abstand zwischen zwei benachbarten Ausnehmungen in
einem Bereich von 20 bis 30 cm.
[0022] Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Glasleiste horizontal und/oder vertikal in
einem Fensterflügel oder an einem Fensterrahmen befestigbar. Dies ermöglicht das Anbringen
von Fensterdekorationen in vertikaler bzw. horizontaler Ausrichtung.
[0023] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Haltevorrichtung für eine Fensterdekoration,
die zur Befestigung an einer Glasleiste für ein Fenster eingerichtet ist und ein Befestigungselement
aufweist. Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe bei einer solchen Haltevorrichtung,
indem das Befestigungselement dazu eingerichtet ist, eine Verschlusseinrichtung, die
innerhalb einer Ausnehmung einer Glasleiste gemäß einem in der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung angeordnet ist, aus einer Schließstellung in eine Öffnungsstellung
zu bewegen und in der Ausnehmung aufgenommen zu werden. Hinsichtlich des vorteilhaften
Zusammenspiels der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung mit der erfindungsgemäßen Glasleiste
wird auf die vorigen Ausführungen verwiesen.
[0024] Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung wird vorteilhaft dadurch weitergebildet, dass
das Befestigungselement eine Steifigkeit aufweist, welche im Wesentlichen ohne Formänderung
des Befestigungselements eine Kraftbeaufschlagung eines Abdeckplättchens der Verschlusseinrichtung
der Glasleiste derart ermöglicht, dass das Abdeckplättchen aus der Schließstellung
ausweicht. Eine ausreichende Steifigkeit wird durch entsprechende Materialwahl erlangt,
oder durch angepasste Dimensionierung des Befestigungselements.
[0025] Vorzugsweise weist das Befestigungselement der Haltevorrichtung ein Rastmittel auf,
welches zum Hintergreifen eines korrespondierenden Vorsprungs innerhalb der Ausnehmung
der Glasleiste eingerichtet ist. Insoweit wird ebenfalls auf die vorstehenden Ausführungen
zur erfindungsgemäßen Glasleiste verwiesen.
Das Befestigungselement weist bevorzugt einen rotationsunsymmetrischen Abschnitt auf,
der zur Aufnahme durch einen korrespondierenden Abschnitt innerhalb der Ausnehmung
eingerichtet ist. Diesbezüglich wird ebenfalls auf die vorstehenden Ausführungen zur
erfindungsgemäßen Glasleiste verwiesen.
[0026] Gemäß einer weiteren bevorzugten, alternativen Ausführungsform weist das Befestigungselement
einen Gewindeabschnitt auf, welcher zur Aufnahme durch einen korrespondierenden Gewindeabschnitt
innerhalb der Ausnehmung der Glasleiste eingerichtet ist.
[0027] Gemäß einer bevorzugten weiteren Alternative erfolgt die Sicherung der Haltevorrichtung
an der Glasleiste mittels des Befestigungselements mittels Reibschluss. Besonders
bevorzugt ist das Befestigungselement zumindest abschnittsweise derart an die Dimensionierung
der Ausnehmung angepasst, dass zwischen sich berührenden Oberflächen des Befestigungselements
einerseits und der Ausnehmung andererseits Reibung auftritt. Aufgrund der Reibung
ist eine Haltekraft ausgebildet, die vorzugsweise im Bereich von 10 bis 50 N liegt.
Weiter bevorzugt beträgt die Haltekraft zwischen 20 und 40 N. Besonders bevorzugt
beträgt die Haltekraft 30 N.
[0028] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Fenster mit einem Fensterflügel und/oder einem
Fensterrahmen, einer Fensterscheibe, die in dem Fensterflügel oder dem Fensterrahmen
aufgenommen ist, und einer oder mehreren Glasleisten, die zur Fixierung der Glasscheibe
an dem Fensterflügel oder dem Fensterrahmen angebracht sind. Die Erfindung löst die
ihr zugrunde liegende Aufgabe bei einem Fenster der vorstehend genannten Art, indem
die Glasleiste bzw. die Glasleisten nach einer der bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsformen
an der Glasleiste ausgebildet sind. Das erfindungsgemäße Fenster lässt sich wahlweise
bereits im Herstellungsprozess mit der erfindungsgemäßen Glasleiste bestücken oder
nachträglich durch Austausch der Glasleisten mit einer erfindungsgemäßen Glasleiste
nachrüsten.
[0029] Vorzugsweise weist ein erfindungsgemäßes Fenster eine Fensterdekoration auf, wobei
die Fensterdekoration eine Haltevorrichtung gemäß einer der vorstehend erläuterten
bevorzugten Ausführungsformen aufweist, mittels derer die Fensterdekoration an der
Glasleiste befestigt ist.
[0030] Die Erfindung wird im Folgenden detaillierter und unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels beschrieben. Hierbei zeigt:
- Figur 1
- eine räumliche Darstellung einer Einbausituation der erfindungsgemäßen Glasleiste
in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel,
- Figur 2
- eine Detailansicht der Glasleiste aus Figur 1,
- Figur 3
- eine Detailansicht der erfindungsgemäßen Glasleiste aus den Figuren 1 und 2 zusammen
mit einem Teil einer erfindungsgemäßen Haltevorrichtung, und
- Figur 4
- eine alternative Ansicht der Teile aus Figur 3.
[0031] In Figur 1 ist eine Glasleiste 1 gezeigt, welche an einem Fenster montiert ist. Das
Fenster weist ein Fensterglas 2 auf. Weiterhin weist das Fenster einen Fensterflügel
3 auf, in welchem das Fensterglas 2 mittels der Glasleiste 1 aufgenommen und befestigt
ist. Der Fensterflügel 3 ist seinerseits in einem Fensterrahmen aufgenommen und (in
nicht dargestellter Weise) schwenkbar mit dem Fensterrahmen mittels Fensterscharnieren
verbunden. Der Fensterrahmen 4 ist seinerseits dazu ausgebildet, mit einer entsprechenden
Ausnehmung in einer Gebäudewandung verbunden zu werden.
[0032] Die Glasleiste 1 weist einen Grundkörper auf. Der Grundkörper ist als Hohlprofil
mit vieleckigem Querschnitt ausgebildet. Der Grundkörper weist eine Freifläche 12
auf. Die Freifläche 12 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel im Wesentlichen eben
ausgebildet. In der Freifläche 12 des Grundkörpers der Glasleiste 1 ist eine Ausnehmung
16 ausgebildet. Die Ausnehmung 16 ist zur Aufnahme eines Befestigungselements einer
Haltevorrichtung eingerichtet. Innerhalb der Ausnehmung 16 erstrecken sich in Randabschnitten
der Ausnehmung 16 mehrere Führungselemente 7. Die Führungselemente 7 sind bevorzugt
wie in Figur 1 gezeigt in Eckbereichen des Querschnitts der Ausnehmung 16 angeordnet
und erstrecken sich im Wesentlichen parallel in Richtung des Inneren der Ausnehmung
16.
[0033] Die Glasleiste 1 weist einen Vorsprung auf, der als Befestigungsschiene 19 ausgebildet
ist. Die Befestigungsschiene 19 ist dazu ausgebildet, von einer korrespondierend ausgebildeten
Befestigungsnut 17 aufgenommen zu werden. Figur 1 zeigt die Befestigungsschiene 19
im Eingriff mit der Befestigungsnut 17. Die Befestigungsnut 17 ist in dem Fensterflügel
3 ausgebildet. Die Befestigungsschiene 19 und die Befestigungsnut 17 weisen miteinander
korrespondierende, zum Hintergriff eingerichtete Vorsprünge und Ausnehmungen auf.
Die Glasleiste 1 ist mittels der Befestigungsschiene 19 dazu ausgebildet, im Wesentlichen
spielfrei mittels Einschieben an dem Fensterflügel 3 befestigt zu werden.
[0034] In Figur 2 ist ein weiteres Detail der Erfindung gezeigt. In der Ausnehmung 16 ist
eine Verschlusseinrichtung 13 angeordnet. Die Verschlusseinrichtung 13 ist gemäß Figur
2 in einer Schließstellung angeordnet. Die Verschlusseinrichtung 13 weist gemäß bevorzugter
Ausgestaltung und wie in Figur 2 gezeigt ein Abdeckplättchen 6 auf. Das Abdeckplättchen
6 ist dazu ausgebildet, die Ausnehmung 16 in der Schließstellung der Verschlusseinrichtung
13 im Wesentlichen vollständig zu verschließen und in der Öffnungsstellung die Ausnehmung
16 derart freizugeben, dass die Ausnehmung 16 ein Befestigungselement einer Haltevorrichtung
aufnehmen kann (siehe die weiteren Figuren).
[0035] Die Verschlusseinrichtung 13 weist ein Rückstellelement 8 auf, welches gemäß Figur
2 als Druckfeder ausgebildet ist. Das Rückstellelement 8 ist mit dem Abdeckplättchen
6 mechanisch gekoppelt und dazu ausgebildet, bei Bewegung des Abdeckplättchens 6 in
das Innere der Ausnehmung 16 hinein eine Rückstellkraft aufzubauen. Das Rückstellelement
8 ist mittels eines Haltpins 9 innerhalb der Ausnehmung 16 befestigt und mit der Glasleiste
1 gekoppelt.
[0036] Innerhalb der Ausnehmung 16 ist ein Vorsprung 11 in Form einer Rastnase ausgebildet.
Die Rastnase ist dazu ausgebildet, von einem korrespondierend geformten Rastmittel
des Befestigungselements der Haltevorrichtung hintergriffen zu werden. Die Rastnase
bzw. der Vorsprung 11 ist zum Verrasten des Befestigungselements ausgebildet.
[0037] Das Abdeckplättchen 6 ist dazu angepasst, infolge einer Kraftbeaufschlagung von außerhalb
der Ausnehmung 16 entlang der Führungselemente 7 geführt in das Innere der Ausnehmung
16 hinein auszuweichen.
[0038] In Figur 3 ist der Vorgang des Einsetzens eines Befestigungselements 10 in die Ausnehmung
16 der Glasleiste 1 veranschaulicht. Das Befestigungselement 10 ist in nicht gezeigter
Weise mit einer Haltevorrichtung für eine Fensterdekoration koppelbar oder gekoppelt
und weist einen Vorsprung 20 auf. Der Vorsprung 20 ist dazu ausgebildet, sich in das
Innere der Ausnehmung 16 hinein zu erstrecken. Vorzugsweise ist der Vorsprung 20 derart
ausgestaltet, dass er drehsicher mit umlaufenden Kanten der Ausnehmung 16 zusammenwirkt.
An dem Vorsprung 20 ist ein Rastmittel 14 in Form eines Rasthakens ausgebildet. Der
Rasthaken korrespondiert mit dem Vorsprung 11 innerhalb der Ausnehmung 16 und rastet
infolge elastischer Verformung ein, wenn das Befestigungselement 10 vollständig mit
dem Vorsprung 20 in die Ausnehmung 16 eingeführt ist. Die Bewegung erfolgt vorzugsweise
durch eine gemischt translatorisch/rotatorisch ausgebildete Bewegung, die durch Pfeil
21 angedeutet ist.
[0039] Figur 3 zeigt, dass das Abdeckplättchen 6 der Verschlusseinrichtung 13 infolge einer
Kraftbeaufschlagung durch das Befestigungselement 10 in das Innere der Ausnehmung
16 ausweicht. Das Rückstellelement 8 wird zusammengedrückt und baut eine Rückstellkraft
auf, die der Ausweichbewegung des Abdeckplättchens 6 entgegenwirkt. Der Haltepin 9
fixiert das in der Figur 3 untere Ende des Rückstellelements 8 relativ zu der Glasleiste
1.
[0040] Figur 4 zeigt die gleiche Ansicht wie Figur 3. Im Unterschied zu der in Figur 3 gezeigten
Stellung befindet sich das Befestigungselement 10 in vollständig montierter Position.
Das Abdeckplättchen 6 ist von der in Figur 2 gezeigten Schließstellung in die Öffnungsstellung
bewegt worden, wie in Figur 3 bereits gezeigt wurde.
Der Rasthaken 14 ist im Hintergriff mit dem Vorsprung 11, wodurch das Befestigungselement
10 in der Montageposition befestigt und gehaltert ist. Die in den Figuren 2 bis 4
ebenfalls angedeutete Fensterdichtung 5 ist zu keinem Zeitpunkt verformt, berührt
oder anderweitig beeinflusst worden.
1. Glasleiste (1) für ein Fenster, mit
einem Grundkörper, der an einem Fensterflügel (3) oder an einem Fensterrahmen befestigbar
ist und eine Freifläche aufweist, wobei in der Freifläche eine Ausnehmung (16) ausgebildet
ist, die zur Aufnahme eines Befestigungselements (10) einer Haltevorrichtung für Fensterdekorationen
eingerichtet ist,
gekennzeichnet durch eine Verschlusseinrichtung (13), die innerhalb der Ausnehmung (16) angeordnet und
zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsstellung hin- und herbewegbar ist,
wobei die Verschlusseinrichtung (13) dazu ausgebildet ist, in der Schließstellung
die Ausnehmung (16) der Verschlusseinrichtung (13) im Wesentlichen vollständig zu
verschließen und in der Öffnungsstellung das Befestigungselement (10) der Haltevorrichtung
aufzunehmen.
2. Glasleiste (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung (13) ein Abdeckplättchen (6) zum Verschließen der Ausnehmung
(16) in der Schließstellung aufweist, welches dazu eingerichtet ist, bei einer Kraftbeaufschlagung
von außerhalb der Ausnehmung (16) aus der Schließstellung auszuweichen.
3. Glasleiste (1) nach Anspruch 2,
gekennzeichnet durch ein Rückstellelement (8), welches mit dem Abdeckplättchen (6) mechanisch gekoppelt
und dazu eingerichtet ist, bei der Kraftbeaufschlagung auf das Abdeckplättchen (6)
eine Rückstellkraft aufzubringen, die der Ausweichbewegung des Abdeckplättchens (6)
entgegenwirkt.
4. Glasleiste (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckplättchen (6) eine Deckfläche aufweist, welche in der Schließstellung der
Verschlusseinrichtung (13) bündig mit der Freifläche des Grundkörpers abschließt.
5. Glasleiste (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Ausnehmung (16) ein Vorsprung (11) ausgebildet ist, der zum Hintergriff
durch ein korrespondierendes Rastmittel (14) des Befestigungselements (10) der Haltevorrichtung
eingerichtet ist.
6. Glasleiste (1) nach einem der Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (16) einen Abschnitt mit rotationsunsymmetrischem Querschnitt aufweist
und zur Aufnahme eines korrespondierend rotationsunsymmetrisch ausgebildeten Abschnitts
(20) des Befestigungselements (10) der Haltevorrichtung eingerichtet ist.
7. Glasleiste (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (16) einen rotationssymmetrischen Querschnitt aufweist und mit einem
Gewindeabschnitt zur Aufnahme eines Befestigungselements der Haltevorrichtung mit
korrespondierendem Gewindeabschnitt versehen ist.
8. Haltevorrichtung für eine Fensterdekoration, die zur Befestigung an einer Glasleiste
(1) für ein Fenster eingerichtet ist, mit einem Befestigungselement (10), dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (10) dazu eingerichtet ist, eine Verschlusseinrichtung (13),
die innerhalb einer Ausnehmung (16) einer Glasleiste (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 7 angeordnet ist, aus einer Schließstellung in eine Öffnungsstellung zu bewegen
und in der Ausnehmung (16) aufgenommen zu werden.
9. Haltevorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (10) eine Steifigkeit aufweist, welche im Wesentlichen ohne
Formänderung des Befestigungselements eine Kraftbeaufschlagung eines Abdeckplättchens
(6) der Verschlusseinrichtung (13) der Glasleiste (1) derart ermöglicht, dass das
Abdeckplättchen (6) aus der Schließstellung ausweicht.
10. Haltevorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (10) ein Rastmittel (14) aufweist, welches zum Hintergreifen
eines korrespondierenden Vorsprungs (11) innerhalb der Ausnehmung (16) der Glasleiste
(1) eingerichtet ist.
11. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (10) einen rotationsunsymmetrischen Abschnitt (20) aufweist,
der zur Aufnahme durch einen korrespondierenden Abschnitt innerhalb der Ausnehmung
(16) eingerichtet ist.
12. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement einen Gewindeabschnitt aufweist, welcher zur Aufnahme durch
einen korrespondierenden Gewindeabschnitt innerhalb der Ausnehmung (16) der Glasleiste
(1) eingerichtet ist.
13. Fenster, mit
- einem Fensterflügel (3) und/oder einem Fensterrahmen,
- einer Fensterscheibe (2), die in dem Fensterflügel (3) und/oder dem Fensterrahmen
aufgenommen ist, und - einer oder mehreren Glasleisten (1), die zur Fixierung der
Fensterscheibe (2) an dem Fensterflügel (3) oder dem Fensterrahmen angebracht sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die Glasleiste (1) oder die Glasleisten (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet
ist.
14. Fenster nach Anspruch 13,
mit einer Fensterdekoration,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fensterdekoration eine Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12 aufweist,
mittels derer die Fensterdekoration an der Glasleiste (1) befestigt ist.