[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Baumaschine mit automatischer Lüfterdrehzahlregelung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. ein Verfahren zum Ansteuern eines Lüfters
gemäß dem Anspruch 15.
[0002] In Baumaschinen, insbesondere Straßenfertigern und Beschickern, werden Dieselmotoren
als Antriebsmaschinen eingesetzt. Sowohl die Dieselmotoren, als auch die damit angetriebenen
Aggregate haben bedingt durch deren Wirkungsgrad eine Verlustleistung, die durch Kühler
abgeführt werden muss. In den derzeitigen Straßenfertigern werden unterschiedliche
Kühlmedien, wie z. B. Kühlwasser, Ladeluft und/oder Hydrauliköl, über Wärmetauscher
auf die benötigten Temperaturen gekühlt. Um einen Luftstrom durch die Wärmetauscher
sicherzustellen, ist ein Ventilator Bestandteil der Kühlanlage. Bekannt ist, dass
der Lüfter starr mit dem Dieselmotor verbunden ist, sodass der Lüfter zu jedem Zeitpunkt
eine Lüfterdrehzahl annimmt, die der Antriebsdrehzahl des Dieselmotors entspricht.
[0003] Bekannt ist auch der Einsatz von einer bedarfsgerechten Kühlluftversorgung, die bei
Straßenfertigern in der Praxis mit einem hydraulisch angetriebenen Lüfter erreichbar
ist. Dies hat jedoch den Nachteil, hydraulische Verluste im Lüfterantrieb hinnehmen
zu müssen. Ebenso nimmt der finanzielle Aufwand enorm zu, wenn man die Wirkungsgrade
eines hydraulischen Lüfterantriebs optimieren möchte. Dies liegt daran, da bei einer
Optimierung der Wirkungsgrade des hydraulischen Lüfterantriebs nicht mehr auf kostengünstige
Konstantstrompumpen zurückgegriffen werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Baumaschine mit einer automatischen
Lüfterdrehzahlregelung zu schaffen, wodurch sich ein Kühlluftstrom automatisch an
unterschiedliche Betriebsbedingungen der Baumaschine anpasst, wobei dazu kostengünstige
und geräuscharme technische Mittel zum Einsatz kommen. Ebenso ist es die Aufgabe der
Erfindung, ein Verfahren zur automatischen Regelung eines Kühlluftstroms zu erzeugen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit den technischen Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. mit
den technischen Merkmalen des Anspruchs 15.
[0006] Verbesserte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die technischen Merkmale der
Unteransprüche gegeben.
[0007] Erfindungsgemäß handelt es sich bei der Baumaschine insbesondere um einen Straßenfertiger
oder einen Beschicker. Die Baumaschine umfasst eine Antriebseinheit und ein Kühlsystem
mit einem Lüfter, der zur Erzeugung eines Kühlluftstroms vorgesehen ist. Erfindungsgemäß
umfasst das Kühlsystem des Weiteren eine regelbare Viskokupplung, die antriebsseitig
mit der Antriebseinheit und abtriebsseitig mit dem Lüfter des Kühlsystems verbunden
ist. Die Viskokupplung überträgt ein Antriebsmoment der Antriebseinheit auf den abtriebsseitig
befindlichen Lüfter, sodass dieser einen Kühlluftstrom erzeugt.
[0008] Regelbare Viskokupplungen bieten bei der Erfindung die Möglichkeit, durch unterschiedliche
Ölstände innerhalb der Kupplung unterschiedliche Drehmomente zu übertragen. Die Viskokupplung
besteht aus zwei gegeneinander angeordneten Scheiben, wobei eine Scheibe die Antriebseinheit
bildet und die zweite Scheibe die Abtriebsseite darstellt. Sollen Momente übertragen
werden, muss der Kupplungsraum mit Öl gefüllt sein, sodass von der Antriebsseite durch
die Scherviskosität des Öls die Abtriebsseite mitgenommen wird. Funktionsbedingt wird
sich auf der Abtriebsseite einer Viskokupplung immer eine geringere Drehzahl als auf
der Antriebsseite einstellen. Möchte man geringere Abtriebsdrehzahlen realisieren,
lässt sich dies durch einen niedrigeren Ölstand umsetzen. Durch einen dauerhaften
Ölumlauf innerhalb der Viskokupplung, der erst ab gewissen Mindestdrehzahlen einsetzt,
lässt sich mit Hilfe eines Ölzuschaltventils und eines konstanten Ölablassstroms der
Ölstand der Kupplung regeln. Besteht die Anforderung einer niedrigen Drehzahl auf
der Abtriebsseite der Viskokupplung, so wird das Ölschaltventil geschlossen und das
in der Kupplung noch vorhandene Öl wird durch Zentrifugalkräfte aus dem Ölraum durch
eine Ölablassbohrung verdrängt. Befindet sich kein Öl in der Viskokupplung, stellt
sich eine minimale Drehzahl, nämlich eine Schleppdrehzahl ein. Wird die Solldrehzahl
an der Abtriebsseite angehoben, muss durch das Ölschaltventil mehr Öl zugeführt werden,
als durch den Ölabfluss abfließen kann, wodurch es zum Drehzahlanstieg kommt. Ist
die Viskokupplung komplett mit Öl geflutet, benötigt die vorgeschaltete Drehzahlregelung
eine lange Zeitdauer, bis die Abtriebsdrehzahl die Solldrehzahl erreicht. Diese Zeitdauer
verlängert sich, je niedriger die Antriebsdrehzahl liegt. Gerade bei Leerlauf ist
der interne Ölumlauf der Viskokupplung stark reduziert, so dass eine Drehzahlregelung
in diesem Betriebspunkt unmöglich ist.
[0009] Bei der Erfindung stellt die regelbare Viskokupplung eine geräuscharme Verbindung
zwischen der Antriebseinheit und dem Lüfter sicher. Dies verbessert die Arbeitsbedingung
für das Personal, welches sich in der Nähe der Baumaschine befindet und erleichtert
die Kommunikation untereinander.
[0010] Die regelbare Viskokupplung ermöglicht eine situationsbedingte Ansteuerung des Lüfters,
wobei sich je nach Ölstand in der Viskokupplung eine erwünschte Drehzahl für den Lüfter
einstellen lässt, die unabhängig von der Drehzahl der Antriebseinheit sein kann. Vorteilhaft
ist auch, dass bei der Erfindung die Viskokupplung eine Momentenübertragung zwischen
der Antriebseinheit und dem Lüfter minimieren beziehungsweise ganz unterbinden kann,
sodass sich der Lüfter mit minimaler Drehzahl bewegt beziehungsweise stillsteht. Dies
ist vor allem dann nützlich, um bei einem Start der Baumaschine bei Temperaturen nahe
dem Gefrierpunkt, möglichst schnell optimale Betriebstemperaturen zu erreichen.
[0011] Des Weiteren ermöglicht die Viskokupplung einen kraftstoffsparsameren Weg zum Antrieb
des Lüfters, als wenn dieser starr mit der Antriebseinheit verbunden wäre. Für den
Lüfter stellt sich nämlich im Vergleich zur Antriebsdrehzahl der Antriebseinheit eine
reduzierte Lüfterdrehzahl ein, welche bei normaler Motorauslastung ausreichend ist.
[0012] Ebenso weist die Viskokupplung gegenüber einer hydraulischen Ansteuerung des Lüfters
den technischen Vorteil auf, eine geringere Verlustleistung zu haben, wodurch mittels
der Viskokupplung ein verbesserter Gesamtwirkungsgrad resultiert.
[0013] Hinzu kommt, dass die Viskokupplung so regelbar ist, dass sich Momente der Antriebseinheit
auf schonende Art und Weise, also nicht abrupt sondern weich, auf den Lüfter übertragen
lassen. Dadurch bleibt der Baumaschine die einwandfreie Funktionsweise des Lüfters
länger erhalten.
[0014] Vorzugsweise umfasst das Kühlsystem eine Steuerung, die mit der Viskokupplung und/oder
der Antriebseinheit verbunden ist. Durch die Steuerung kann ein bestimmter Ölstand
in der Viskokupplung eingestellt werden. Je nach Ölstand ist es möglich, durch die
Viskokupplung das Antriebsmoment in ein bestimmtes Abtriebsmoment umzuwandeln.
[0015] Durch die Steuerung kann die Viskokupplung so eingestellt werden, dass sich zwischen
der Antriebseinheit und dem Lüfter ein bestimmtes Drehzahl- bzw. Momentenverhältnis
einstellt.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerung dazu ausgebildet,
mindestens eine Betriebstemperatur des Kühlsystems zu erfassen. Vorzugsweise handelt
es sich dabei um eine Betriebstemperatur der Ladeluft, des Hydrauliköls und/oder des
Kühlwassers. Die Steuerung ermöglicht dadurch, echtzeitgenau den Betriebszustand des
Kühlsystems zu überwachen. Außerdem wird dadurch sichergestellt, dass die Steuerung
rechtzeitig die Viskokupplung ansteuert, um gegebenenfalls extremen Temperaturen des
Kühlsystems entgegenzuwirken.
[0017] Neben den Betriebstemperaturen des Kühlsystems, ist es auch möglich, dass die Steuerung
dazu ausgebildet ist, mindestens eine Betriebstemperatur der Antriebseinheit, vorzugsweise
eine Ansaug- und/oder eine Umgebungstemperatur zu erfassen. Dies bietet den Vorteil,
dass die Steuerung, insbesondere im Sommer, wenn es im Bereich der Baumaschine aufgrund
der zusätzlich erzeugten Hitze durch den neu verlegten Straßenbelag zu extremen Temperaturen
kommt, ebenfalls die Umgebungsbedingungen zur Lüfterdrehzahlregelung mit einbezieht.
[0018] Nützlich ist es auch, wenn die Steuerung dazu ausgebildet ist, eine untere und/oder
eine obere Grenztemperatur der jeweiligen Betriebstemperaturen des Kühlsystems und/oder
der Antriebseinheit zu erfassen, so dass die Steuerung schnell auf ein Überhitzen
und/oder ein Unterkühlen der Betriebstemperaturen reagieren kann.
[0019] Bei einer weiteren Ausführungsform ist die Steuerung dazu ausgebildet, die Viskokupplung
so zu regeln, dass die Lüfterdrehzahl im Wesentlichen der Antriebsdrehzahl der Antriebseinheit
entspricht. Dadurch kann ein maximaler Kühlluftstrom zur Verfügung gestellt werden.
Dies ist vorzugsweise dann der Fall, wenn die Steuerung feststellt, dass eine der
überwachten Betriebstemperaturen des Kühlsystems und/oder der Antriebseinheit die
obere Grenztemperatur erreicht bzw. überschreitet.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerung mit
der Antriebseinheit verbunden, um eine Nenndrehzahl und/oder einen Lastfaktor der
Antriebseinheit zu erfassen. Dies bietet den technischen Vorteil, dass die Steuerung
stets über den momentanen Betriebszustand der Antriebseinheit informiert ist und dementsprechend
eine Ansteuerung der Viskokupplung vornehmen kann.
[0021] Vorzugsweise ist die Steuerung dazu ausgebildet, unterschiedliche Lastfaktoren entsprechend
der Betriebsart der Antriebseinheit zu erfassen. Dabei wäre es vorstellbar, dass die
Steuerung beispielsweise bei einer Einbaufahrt mit gleichbleibender Geschwindigkeit
einen geringeren Lastfaktor erfassen würde als bei einer Einbaufahrt mit wechselnden
Geschwindigkeiten, während der die Antriebseinheit mehr belastet wird. Folglich ist
die Steuerung auch dazu in der Lage, entsprechend des Lastzustands der Baumaschine
die Lüfterdrehzahl anzupassen.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst die Steuerung Mittel, die
dazu ausgebildet sind, einen Mittelwert der erfassten Betriebstemperaturen des Kühlsystems
und/oder der Antriebseinheit zu errechnen. Vorteilhaft wäre es auch, wenn die Mittel
dazu ausgebildet wären, gemittelte Werte der erfassten Nenndrehzahl und/oder des erfassten
Lastfaktors zu errechnen. Die gemittelten Werte verhindern, dass extreme, kurzzeitige
Betriebsmesswerte in der automatischen Regelung der Viskokupplung eingehen.
[0023] Vorzugsweise ist die Steuerung dazu ausgebildet, eine Lüftersolldrehzahl zu erfassen.
Die Lüftersolldrehzahl ist durch die Steuerung herstellbar und basiert auf den erfassten
Betriebstemperaturen des Kühlsystems und/oder der Antriebseinheit. Vorzugsweise basiert
die Lüftersolldrehzahl neben den erfassten Betriebstemperaturen auch auf der Nenndrehzahl
und/oder dem Lastfaktor der Antriebseinheit. Ebenso ist es vorstellbar, dass sämtliche
oder eine bestimmte Auswahl an erfassten Betriebstemperaturen des Kühlsystems mit
einer bestimmten Auswahl antriebstypischer Temperaturen oder Parameter beliebig miteinander
kombinierbar sind, um die Lüftersolldrehzahl zu ermitteln. Damit ermöglicht die Steuerung
komplexe Betriebsbedingungen in einer Sollgröße, nämlich der Lüftersolldrehzahl zu
berücksichtigen, um eine effektive Ansteuerung der Viskokupplung zu unternehmen.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Steuerung
eine Regeleinheit, die mit der Viskokupplung verbunden ist und mittels der erfassten
Lüftersolldrehzahl eine Stellgröße erzeugt, durch die die Viskokupplung ansteuerbar
ist. Insbesondere steuert die Stellgröße den Ölstand in der Viskokupplung, um eine
gewünschte Lüftersolldrehzahl zu erreichen. Vorteilhaft ist, dass die Regeleinheit
einen geräuscharmen Wechsel auf die Lüftersolldrehzahl ermöglicht.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Steuerung einen Speicher, aus dem Speicherdaten
zur Erzeugung der Lüftersolldrehzahl abrufbar sind. Vorzugsweise umfassen die Speicherdaten
einen durch die Steuerung erfassten gemittelten Lastfaktor, sowie eine durch die Steuerung
erfasste gemittelte Umgebungstemperatur der Antriebseinheit. Vorteilhaft ist es, wenn
die gespeicherten Daten durch Anwendung eines Kennfeldes, welches für die Steuerung
vorgesehen ist, direkt in die Lüftersolldrehzahl umwandelbar sind. Der Speicher verbessert
die Reaktionszeit auf eine mögliche Überhitzung der Baumaschine, weil die Daten zur
Ermittlung der Lüftersolldrehzahl, insbesondere der gemittelte Lastfaktor sowie die
gemittelte Umgebungstemperatur der Antriebseinheit, sofort aus dem Speicher abrufbar
sind, falls durch die Steuerung eine kritische Betriebstemperatur des Kühlsystems
und/oder der Antriebseinheit erfasst wurde.
[0026] Zur Erstellung der Stellgröße ist der Regeleinheit eine maximale Lüftersolldrehzahl
zuleitbar, wenn die Steuerung erfasst, dass eine der Betriebstemperaturen des Kühlsystems
und/oder der Antriebseinheit eine obere Grenzwerttemperatur erreicht, bzw. diese übertrifft.
Dies ermöglicht eine maximale Kühlleistung, damit sich die betroffene Betriebstemperatur
wieder unterhalb der Grenzwerttemperatur einstellt. Ebenso ist es möglich, dass durch
die Steuerung eine minimale Lüftersolldrehzahl der Regeleinheit zur Erstellung der
Stellgröße zur Verfügung gestellt wird, wenn die Steuerung erfasst, dass die Antriebseinheit
im Leerlauf ist. Dadurch kann der Lüfter geschont werden und es wird verhindert, dass
unnötig Kraftstoff verbraucht wird.
[0027] Vorzugsweise umfasst die Viskokupplung einen Sensor, der eine Lüfteristdrehzahl umfasst.
In einer weiteren Ausführungsform ist die Regeleinheit dazu ausgebildet, basierend
auf einer Differenz zwischen der Lüfteristdrehzahl und der Lüftersolldrehzahl die
Stellgröße zu bilden, mit der die Viskokupplung ansteuerbar ist. Der Sensor kann ein
Füllstandsensor zur Erfassung des Ölstands in der Viskokupplung sein, wobei es durch
den Ölstand und die anliegende Antriebsdrehzahl der Antriebseinheit möglich ist die
Lüfteristdrehzahl zu ermitteln. Ebenso gut kann der Sensor ein Bewegungssensor sein,
der dazu ausgebildet ist, die Lüfteristdrehzahl direkt zu ermitteln. Der Sensor kann
kostengünstig in der Viskokupplung verbaut werden.
[0028] Des weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum automatischen Regeln und Steuern
eines Kühlsystems einer Baumaschine durch eine Viskokupplung. Dabei ist die Viskokupplung
antriebseitig mit einer Antriebseinheit und abtriebseitig mit einem Lüfter des Kühlsystems
verbunden, wobei erfindungsgemäß die Viskokupplung in Abhängigkeit unterschiedlicher
Betriebsparameter so geregelt wird, dass sich abtriebseitig an der Viskokupplung eine
bestimmte Lüfterdrehzahl einstellt.
[0029] Die eingangs erwähnten technischen Vorteile der Erfindung treffen auch bei dem verwendeten
Verfahrung zu.
[0030] Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes werden anhand der folgenden Zeichnungen
erläutert.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen automatischen Lüfterdreh-zahlregelung
für eine Baumaschine,
- Fig. 2
- eine detaillierte Darstellung der Steuerung,
- Fig. 3
- ein Diagramm, welches das erfindungsgemäße Verfahren zur automatischen Lüf-terdrehzahlregelung
darstellt, sowie
- Fig. 4
- eine Lüftersolldrehzahlverlauf in Abhängigkeit der Nenndrehzahl der Antriebsein-heit.
[0032] Die Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Baumaschine 1 mit einem Kühlsystem 2 und mit
einer Antriebseinheit 3. Das Kühlsystem 2 umfasst eine Viskokupplung 4, die abtriebseitig
mit einem Lüfter 5 verbunden ist. Der Lüfter 5 ist zur Erzeugung eines Kühlluftstroms
vorgesehen, der Kühlmedien wie Ladeluft, Kühlwasser und Hydrauliköl kühlt.
[0033] Die Viskokupplung 4 ist antriebseitig mit einem Motor 6 der Antriebseinheit 3 verbunden.
Das Kühlsystem 2 umfasst des weiteren eine Steuerung 7, welche zur Erfassung einer
Umgebungstemperatur 8 und/oder einer Ansaugtemperatur 9 der Antriebseinheit 3 vorgesehen
ist. Wahlweise ist die Steuerung 7 zur Erfassung der Temperatur der zu kühlenden Medien,
also einer Ladelufttemperatur 10, einer Kühlwassertemperatur 11, und/oder einer Hydrauliktemperatur
12 vorgesehen.
[0034] Wie durch die Fig. 1 gezeigt wird, ist der Lüfter 5 nicht starr oder mit einem Hydraulikmotor,
sondern mit Hilfe der am Motor 6 befestigten Viskokupplung 4 antreibbar. Eine Lüfteristdrehzahl
13 ist durch einen Sensor 31 erfassbar, welcher in der Viskokupplung 4 integriert
ist. Die Lüfteristdrehzahl 13 ist von der Viskokupplung 4 an die Steuerung 7 übertragbar.
[0035] Ein weiterer Bestandteil der Steuerung 7 ist eine Regeleinheit 14. Die Regeleinheit
14 ist dazu vorgesehen, eine Stellgröße 15 an die Viskokupplung 4 zu senden.
[0036] Ebenso zeigt die Fig. 1, dass die Steuerung 7 mit dem Motor 6 der Antriebseinheit
3 verbunden ist, sowie dazu ausgebildet ist, eine Nenndrehzahl 16 und/oder einen Lastfaktor
17 des Motors 6 der Antriebseinheit 3 zu erfassen. Die Steuerung 7 ist dazu im Stande,
mittels der erfassten Signale 8, 9, 10, 11, 12, 13, 16, 17 oder zumindest mittels
einer bestimmten Auswahl dieser die Stellgröße 15 zu erzeugen.
[0037] Ebenfalls umfasst die Steuerung 7 ein Kennfeld 18, welches zur Ermittlung einer Lüftersolldrehzahl
mittels des erfassten Lastfaktors und der erfassten Umgebungstemperatur 8, bzw. der
Ansaugtemperatur 9 vorgesehen ist. Des weiteren umfasst die Steuerung 7 Mittel 19,
die zu einer Mittelwertbildung der erfassten Signale 8, 9, 10, 11, 12, 13, 16, 17
vorgesehen sind. Hierbei ist die Steuerung 7 dazu ausgebildet, mehrere Werte jeder
Messgröße mit der Anzahl 2 bis 1000 sowie mit einer Abtastrate von 10 msec bis 360
sec zu erfassen. Aus diesen Werten ist ein Mittelwert mit einer festen Abtastrate
im Bereich von 10 msec bis 360 sec ableitbar. Vorzugsweise erfolgt eine Erfassung
von 20 Werten mit einer Abtastrate von 1 sec. Ebenso ist es vorstellbar, dass eine
alternative Mittelung durch einen gleitenden Mittelwert, geometrische Mittel, harmonische
Mittel, quadratische Mittel bzw. durch kubische Mittel durchführbar ist.
[0038] Damit bei Änderungen der Lüfterdrehzahlvorgabe keine hörbaren Geräuschunterschiede
entstehen, umfasst die Steuerung 7 eine Rampenfunktion 20, um Drehzahlsprünge am Lüfter
zu dämpfen. Liegt ein neuer Drehzahlsollwert für den Lüfter 5 an, ist dieser durch
eine schrittweise Verstellung der Lüftersolldrehzahl mit einer vorher definierten
Steigung gezielt anfahrbar. Um zu vermeiden, dass der Bediener den Eindruck eines
Drehzahlsprungs erhält, ist die Steigung der Rampenfunktion im Wesentlichen flach
ausgebildet. Andererseits ist vorgesehen, dass die Steigung der Rampenfunktion 20
nicht zu flach ausfällt, um eine Überhitzung des Kühlsystems 2 zu verhindern. Die
Steigung der Rampenfunktion 20 ist vorzugsweise in einem Bereich zwischen 0,1 Umdrehungen/sec
bis 200 Umdrehungen/sec eingestellt. Vorteilhaft ist, wenn die Steigung der Rampenfunktion
bei 12 Umdrehungen/sec liegt.
[0039] Des weiteren umfasst die Steuerung 7 einen Speicher 21, der dazu ausgebildet ist,
die Eingangsgrößen der Steuerung 7, nämlich die Umgebungstemperatur 8, die Ansaugtemperatur
9, die Ladelufttemperatur 10, die Kühlwassertemperatur 11, die Hydrauliköltemperatur
12, die Lüfteristdrehzahl 13, die Dieselmotornenndrehzahl 16 und/oder den Lastfaktor
17 zu speichern. Insbesondere sind im Speicher 21 gemittelte Werte der Umgebungstemperatur
8 sowie gemittelte Werte des Lastfaktors 17 ablegbar, um bei Bedarf von der Steuerung
7 abgerufen zu werden. Wahlweise ist der Speicher 21 zur Zwischenspeicherung der Eingangssignale
vorgesehen.
[0040] Die Fig. 2 zeigt die Funktionsweise der Steuerung 7. Die Steuerung 7 umfasst eine
Auswertelogik 22, die eingangs an der Regeleinheit 14 angeordnet ist. Die Auswertelogik
22 ist dazu vorgesehen, dass die Lüfterdrehzahl möglichst unbemerkt vom Bediener veränderbar
ist. Durch die Auswertelogik 22 ist das Regelverhalten der Viskokupplung 4 auf das
Drehzahlverhalten der Baumaschine 1 abstimmbar. Für die Erzeugung der Stellgröße 15
ist die Regeleinheit 14 mit einer Linearisierung 23 sowie mit einem nachgeschalteten
P-Regler 24, der wahlweise als PI- oder PID-Regler ausgeführt sein kann, ausgestattet.
Die Linearisierung 23 legt die Regelfaktoren Kp, Ki oder Ka fest, die in Abhängigkeit
der Eingangsgrößen, wie beispielsweise der Lüfteristdrehzahl 13 und der Nenndrehzahl
16 konstant oder veränderbar sind. Vorzugsweise werden die Regelfaktoren mittels festgelegter
Kennlinien an die Betriebspunkte der Viskokupplung 4 angepasst.
[0041] Um eine Überhitzung des Kühlsystems 2 zu verhindern, umfasst die Auswertelogik 22
ein erstes Logikglied 25, welches dazu ausgebildet ist, zu überwachen, ob die Temperaturen
10, 11, 12 des Kühlsystems 2 einen oberen Grenzwert erreichen, bzw. überschritten
haben. Bei Erreichen bzw. beim Überschreiten der oberen Grenztemperatur wird durch
das erste Logikglied 25 der Regeleinheit 14 eine Lüftersolldrehzahl übermittelt, welche
der erfassten Nenndrehzahl des Motors 6 der Antriebseinheit 3 entspricht. Damit die
Regeleinheit 14 nicht hektisch reagiert, wird die Lüftersolldrehzahl durch die Rampenfunktion
20 gedämpft. Bei der Feststellung einer überhitzten Maschine ist die Steuerung 7 dazu
ausgebildet, durch eine optionale Nachlaufzeit 31 die maximale Lüfterdrehzahl auch
bei Unterschreiten der Grenztemperatur für eine gewisse Zeit aufrechtzuerhalten. Außerdem
ist das erste Logikglied 25 alternativ (nicht dargestellt) dazu ausgebildet, die Betriebstemperaturen
des Kühlsystems 2 dahingehend zu überprüfen, ob diese eine untere Grenztemperatur
erreichen, bzw. diese unterschreiten. Ist dies der Fall, dann wird der Regeleinheit
14 durch das erste Logikglied 25 eine Lüftersolldrehzahl weitergeleitet, die einer
Schleppdrehzahl der Antriebseinheit 3 entspricht.
[0042] Außerdem zeigt die Fig. 2, dass die Auswertelogik 22 ein zweites Logikglied 26 umfasst.
Das zweite Logikglied 26 ist dazu ausgebildet, die Nenndrehzahl 16 der Antriebseinheit
3 zu erkennen, beziehungsweise zu erfassen, ob ein Nenndrehzahlwechsel stattgefunden
hat. Erfasst die Steuerung 7 die Nenndrehzahl 16 der Antriebseinheit 3, wird in einem
weiteren dritten Logikglied 27 der Auswertelogik 22 überprüft, ob eine optionale Einschaltverzögerung
28 abgelaufen ist. Die Einschaltverzögerung 28 wird bei einem Wechsel der Nenndrehzahl
16 der Antriebseinheit 3 aktiv geschalten, sodass für ein vorbestimmtes Zeitintervall,
nämlich die Einschaltverzögerung 28, zunächst noch die Schleppdrehzahl als Lüftersolldrehzahl
der Regeleinheit 14 zugeleitet wird. Ist die Einschaltverzögerung 28 abgelaufen, werden
das erste, das zweite sowie das dritte Logikglied 25, 26, 27 so geschalten, dass zwischen
der Regeleinheit 14 und dem Speicher 21 eine Verbindung entsteht, sodass aus dem Speicher
21 die gemittelten Werte abrufbar sind, um eine spezifische Lüftersolldrehzahl zu
ermitteln. Die Lüftersolldrehzahl ist durch Vergleich gemittelter und abgespeicherter
Werte des Lastfaktors 17 und der Umgebungstemperatur 8 aus dem Kennfeld 18 ermittelbar.
Die ermittelte Lüftersolldrehzahl kann durch die Rampenfunktion 20 auf eine gedämpfte
Art und Weise an die Regeleinheit 14 weitergegeben werden, damit die Regeleinheit
14 nicht hektisch reagiert.
[0043] Gleichzeitig wird der aktuelle Lastfaktor 17 und die aktuelle Umgebungstemperatur
8 in dem Speicher 21 abgelegt, sodass diese Werte bei einem folgenden Wechsel in die
Nenndrehzahl der Baumaschine 1 zur Verfügung stehen. Ebenso kann es zur Abspeicherung
gemittelter Werte kommen.
[0044] Die Fig. 3 zeigt ein Diagramm des Verfahrens zur Lüfterdrehzahlregelung. Zunächst
wird überprüft, ob sich der Motor 6 der Antriebseinheit 3 im Betrieb befindet. Wird
dies bejaht, überprüft die Steuerung, ob eine der Betriebstemperaturen 10, 11, 12
des Kühlsystems 2 eine obere Grenztemperatur erreicht hat bzw. diese überschritten
hat. Ist dies der Fall, dann setzt die Steuerung 7 die Lüfterdrehzahl gleich mit der
Nenndrehzahl des Motors 6. Gleichzeitig wird die Nachlaufzeit aktiviert und die Einschaltverzögerung
28 deaktiviert. Damit die gesetzte Lüftersolldrehzahl keine hektische Reaktion der
Regeleinheit 14 hervorruft, wird die Lüftersolldrehzahl zunächst mit der Rampenfunktion
20 gedämpft. Separat wird der aktuelle Lastfaktor 17 und Umgebungstemperatur 8 und/oder
Ansaugtemperatur 9 nach einer optionalen Mittelwertbildung 19 in dem Speicher 21 abgelegt,
damit der aktuelle Zustand der Antriebseinheit bei Verlassen der Grenztemperaturen
der Steuerung 7 zur Verfügung steht. Der gedämpfte Lüftersolldrehzahlwert wird als
Stellgröße 15 an die Viskokupplung 4 übergeben. Folglich wird der Ölstand der Viskokupplung
4 so geregelt, dass sich die gewünschte Lüftersolldrehzahl beim Lüfter 5 einstellt.
[0045] Alternativ dazu kann bei eingeschaltetem Motor 6 durch die Steuerung 7 festgestellt
werden, dass keine der Betriebstemperaturen 10, 11, 12 des Kühlsystems 2 eine obere
Grenztemperatur erreicht hat.
[0046] Nach einer Überhitzung, wenn die Temperaturmessung gerade keine Überhitzung mehr
feststellt, wird die Lüftersolldrehzahl für eine Nachlaufzeit auf Nenndrehzahl belassen.
[0047] Stellt die Steuerung 7 nicht fest, dass eine der Betriebstemperaturen die obere Grenztemperatur
erreicht und die Nachlaufzeit nach einer Überhitzung abgelaufen ist, also dass sich
die Betriebstemperaturen des Kühlsystems 2 unterhalb der Grenztemperaturen befinden
und die Zeit der Nachlaufphase verstrichen ist, dann wird die Betriebssituation des
Motors 6 überprüft. Befindet sich dieser nicht in Nenndrehzahl, wird die Lüftersolldrehzahl
gleich der Schleppdrehzahl der Viskokupplung gesetzt. Nach aktivieren der Einschaltverzögerung
28 wird aus der Solldrehzahl in der Regeleinrichtung 14 die Stellgröße für die Viskokupplung
generiert. Die Viskokupplung wird derart geregelt, dass sich beim Lüfter die Schleppdrehzahl
einstellt.
[0048] Liegt hingegen die Nenndrehzahl am Antriebssystem 3 vor, erfolgt eine Abfrage über
den Ablauf der Einschaltverzögerung 28. Solange die Einschaltverzögerung 28 aktiv
ist, wird diese heruntergezählt und dem Solldrehzahlwert mit der sich anschließenden
Regeleinheit 14 die Schleppdrehzahl als Sollwert übermittelt. Trifft hingegen die
Bedingung über die abgelaufene Einschaltverzögerung 28 zu, wird mit Hilfe gespeicherter
Werte von Lastfaktor 17, und Umgebungstemperatur 8 aus dem hinterlegten Kennfeld 18
ein Lüftersolldrehzahlwert generiert und mit der Rampenfunktion 20 gedämpft. Im Anschluss
wird in den Speicher 21 der aktuelle Zustand der Antriebseinheit abgelegt, damit diese
Werte der Steuerung für eine erneute Lüftersolldrehzahlgenerierung aus dem Kennfeld
18 zur Verfügung stehen. Der aus dem Kennfeld generierte Solldrehzahlwert wird der
Regeleinrichtung 14 übergeben, sodass sich am Lüfter die Solldrehzahl einstellt.
[0049] In Fig. 4 ist ein typischer Drehzahlverlauf einer erfindungsgemäßen Baumaschine 1
dargestellt. Dabei kommt es zum Wechsel zwischen Leerlaufphasen 29, in denen die Baumaschine
1 steht, und Einbau- bzw. Transportphasen, bei denen der Motor 6 der Antriebseinheit
3 mit der Nenndrehzahl 16 betrieben wird. Je nach Nenndrehzahl 16 des Motors 6 und
damit der Eingangsdrehzahl an der Viskokupplung 4 erfolgt eine Einstellung der in
der Auswertelogik 22 vorhandenen Logikglieder 25, 26, 27, um der Regeleinheit 14 eine
für die Betriebssituation der Baumaschine angepasste Lüftersolldrehzahl zu übermitteln.
Bei einer niedrigen Eingangsdrehzahl an der Viskokupplung 4 läßt sich die Viskokupplung
4 nur geringfügig auf eine vorbestimmte Lüftersolldrehzahl regeln. Folglich ist es
insbesondere während Leerlaufphasen der Fall, dass die Lüftersolldrehzahl auf die
Schleppdrehzahl, also die minimal mögliche Drehzahl der Viskokupplung, abgesenkt wird.
Auf eine Lüfterdrehzahlvorgabe kann während Leerlaufphasen bewusst verzichtet werden.
Dies hat den Vorteil, dass die Viskokupplung 4 komplett ausgekuppelt und der Lüfter
bei Drehzahlsprüngen nicht mitbeschleunigt wird, da sich in der Viskokupplung nur
wenig Öl beim Beschleunigungsvorgang befindet.
[0050] Falls aus dem Leerlauf 29 ein Drehzahlsprung 30 auf eine Nenndrehzahl 16 der Antriebseinheit
3 stattfindet, also bei einem Wechsel der Baumaschine aus dem Leerlauf in den Einbau,
läuft nach dem Erfassen der Nenndrehzahl 16 zunächst eine zeitliche Einschaltverzögerung
28 ab, bevor eine Vorgabe der Lüftersolldrehzahl durch die Steuerung 7 erfolgt. Die
Einschaltverzögerung 28, nach der die Regeleinheit 14 die Lüftersolldrehzahl empfängt
und daraus die Stellgröße 15 erzeugt, richtet sich nach dem Überschwingverhalten der
Viskokupplung 4 und kann im Bereich von 0,1 bis 10 Sekunden liegen. Vorzugsweise durchläuft
die Einschaltverzögerung 28 3 Sekunden.
[0051] Indem der Drehzahlsprung 30 stattfindet, sind der letzte aktive Lastzustand sowie
die letzte Umgebungstemperatur 8 aus dem Speicher 21 abrufbar und sind durch die Verwendung
des Kennfelds 18 in die Lüftersolldrehzahl umwandelbar. Anschließend werden aus dem
aktuellen Lastfaktor 17 und der aktuellen Umgebungstemperatur 8 Mittelwerte aus aufgezeichneten
Messwerten mit vorgegebener Abtastrate gebildet. Diese Mittelwerte werden in dem Speicher
21 abgelegt und stehen für den nächstfolgenden Zyklus, in dem eine erneute Drehzahlvorgabe
erfolgt, zur Verfügung.
[0052] Dieser automatischen Lüftersolldrehzahlregelung liegt die Annahme zugrunde, dass
sich während eines Einbauvorgangs die durchschnittliche Auslastung der Antriebseinheit
3 nur unwesentlich ändert. Bei einem erneuten Wechsel aus dem Einbaubetrieb in den
Leerlauf wird die Lüftersolldrehzahl gleich der Schleppdrehzahl eingestellt. Dabei
bleiben der letzte Lastzustand und die letzte Umgebungstemperatur bei der Nenndrehzahl
16 im Speicher 21 verfügbar.
[0053] Ändert sich hingegen der Auslastungsgrad des Motors 6, also der Lastfaktor 17, wird
folglich der Kühlluftstrom angepasst. Um größere Drehzahlsprünge am Lüfter 5 zu vermeiden,
wird die durch das Kennfeld 18 ermittelte Lüftersolldrehzahl durch die Rampe 20 mit
einer vorher festgelegten Steigung vorgegeben. Die dadurch ermittelte Lüftersolldrehzahl
dient als Eingang für die Regeleinheit 14 der Viskokupplung 4. Die dadurch entstehende
Lüfterdrehzahlvorgabe ist in der Fig. 4 gestrichelt dargestellt.
[0054] Baumaschinen, wie Straßenfertiger oder Beschicker, benötigen den maximalen Kühlluftvolumenstrom
nur bei extremen Arbeitsbedingungen mit sehr hohen Umgebungstemperaturen sowie bei
sehr hohen Motorauslastungen. Dieser Betriebszustand tritt allerdings selten auf,
so dass die Lüfterdrehzahl bei einer Vielzahl von Anwendungsfällen reduziert werden
kann und somit zu einem geringeren Geräuschniveau an der Baumaschine führt. Wird der
Lüfter nicht am maximalen Auslegungspunkt der Baumaschine betrieben, lässt sich durch
die reduzierte Lüfterdrehzahl Kraftstoff einsparen. Verglichen mit einem hydraulisch
angetriebenen Lüfter hat die Viskokupplung bei der Drehzahlreduzierung des Lüfters
geringere Verluste, sodass das System mit Viskokupplung einen besseren Gesamtwirkungsgrad
aufweist. Bisher wird in Straßenfertigern, bedingt durch das Drehzahlprofil keine
geregelte Viskokupplung eingesetzt. Ein großer Vorteil einer gesteuerten Lüfterdrehzahl
besteht in der Reaktionszeit auf eine mögliche Überhitzung der Maschine. Da der Lastfaktor
und die Umgebungstemperatur zu dem Zeitpunkt des Aufheizvorgangs der Kühlmedien bereits
gespeichert vorliegen, lässt sich die Lüfterdrehzahl vor einem Temperaturanstieg im
Kühler einregeln. Somit werden Totzeiten im System Motor-Kühler-Lüfter umgangen, da
vor einer möglichen Überhitzung der richtige Luftstrom durch den Kühler einstellbar
ist.
1. Baumaschine (1) mit automatischer Lüfterdrehzahlregelung, insbesondere Straßenfertiger
oder Beschicker, umfassend eine Antriebseinheit (3) und ein Kühlsystem (2) mit einem
Lüfter (5), um einen Kühlluftstrom zu erzeugen,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlsystem (2) des Weiteren eine regelbare Viskokupplung (4) umfasst, die antriebsseitig
mit der Antriebseinheit (3) und abtriebsseitig mit dem Lüfter (5) verbunden ist.
2. Baumaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem (2) eine Steuerung (7) umfasst, die mit der Viskokupplung (4) und/oder
der Antriebseinheit (3) verbunden ist.
3. Baumaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, mindestens eine Betriebstemperatur des Kühlsystems
(2) zu erfassen.
4. Baumaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Betriebstemperatur des Kühlsystems (2) eine Temperatur der Ladeluft
(10), des Hydrauliköls (11) und/oder des Kühlwassers (12) ist.
5. Baumaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, mindestens eine Betriebstemperatur der Antriebseinheit
(3), nämlich eine Ansaug- und/oder Umgebungstemperatur (8, 9) zu erfassen.
6. Baumaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) mit der Antriebseinheit (3) verbunden ist, um eine Nenndrehzahl
und/oder einen Lastfaktor (16, 17) der Antriebseinheit (3) zu erfassen.
7. Baumaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) Mittel (19) umfasst, die dazu ausgebildet sind, einen Mittelwert
der erfassten Betriebstemperaturen (10, 11, 12) des Kühlsystems (2), der Betriebstemperaturen
(8, 9) der Antriebseinheit (3), der erfassten Nenndrehzahl und/oder des erfassten
Lastfaktors (16, 17) zu errechnen.
8. Baumaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, eine Lüftersolldrehzahl zu erfassen.
9. Baumaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) eine Regeleinheit (14) umfasst, die mit der Viskokupplung (4) verbunden
ist und mittels der Lüftersolldrehzahl eine Stellgröße (15) erzeugt, durch die die
Viskokupplung (4) ansteuerbar ist.
10. Baumaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) einen Speicher (21) umfasst, aus dem Speicherdaten zur Erzeugung
der Lüftersolldrehzahl abrufbar sind.
11. Baumaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl maximal ist, wenn die Steuerung (7) erfasst, dass eine der
Betriebstemperaturen (10, 11, 12) einen oberen Grenzwert erreicht.
12. Baumaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl minimal ist, wenn die Steuerung (7) erfasst, dass eine der
Betriebstemperaturen (10, 11, 12) einen unteren Grenzwert erreicht.
13. Baumaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl minimal ist, wenn die Steuerung (7) erfasst, dass die Antriebseinheit
(3) im Leerlauf ist.
14. Baumaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskokupplung (4) einen Sensor (31) umfasst, der eine Lüfteristdrehzahl (13)
erfasst.
15. Verfahren zum automatischen Regeln und Steuern eines Kühlsystems (2) einer Baumaschine
(1) durch eine Viskokupplung (4), die antriebsseitig mit einer Antriebseinheit (3)
und abtriebsseitig mit einem Lüfter (5) des Kühlsystems (2) verbunden ist, wobei die
Viskokupplung (4) in Abhängigkeit unterschiedlicher Betriebsparameter so geregelt
wird, dass sich abtriebsseitig an der Viskokupplung (4) eine bestimmte Lüfterdrehzahl
einstellt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Baumaschine (1) mit automatischer Lüfterdrehzahlregelung, insbesondere Straßenfertiger
oder Beschicker, umfassend eine Antriebseinheit (3) und ein Kühlsystem (2) mit einem
Lüfter (5), um einen Kühlluftstrom zu erzeugen, wobei das Kühlsystem (2) des Weiteren
eine regelbare Viskokupplung (4) umfasst, die antriebsseitig mit der Antriebseinheit
(3) und abtriebsseitig mit dem Lüfter (5) verbunden ist, und wobei das Kühlsystem
(2) eine Steuerung (7) umfasst, die mit der Viskokupplung (4) verbunden ist und mit
der Antriebseinheit (3) verbunden ist, um einen Lastfaktor (17) zu erfassen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (7) Mittel (19) umfasst, die dazu ausgebildet sind, einen Mittelwert
des erfaßten Lastfaktors (17) zu errechnen, um mit diesem die Viskokupplung (4) zu
regeln.
2. Baumaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, mindestens eine Betriebstemperatur des Kühlsystems
(2) zu erfassen.
3. Baumaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Betriebstemperatur des Kühlsystems (2) eine Temperatur der Ladeluft
(10), des Hydrauliköls (11) und/oder des Kühlwassers (12) ist.
4. Baumaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, mindestens eine Betriebstemperatur der Antriebseinheit
(3), nämlich eine Ansaug- und/oder Umgebungstemperatur (8, 9) zu erfassen.
5. Baumaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) mit der Antriebseinheit (3) verbunden ist, um eine Nenndrehzahl
der Antriebseinheit (3) zu erfassen.
6. Baumaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (19) dazu ausgebildet sind, einen Mittelwert der erfaßten Betriebstemperaturen
(10, 11, 12) des Kühlsystems (2), der Betriebstemperaturen (8, 9) der Antriebseinheit
(3) und/oder der erfaßten Nenndrehzahl (16) zu errechnen.
7. Baumaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) dazu ausgebildet ist, eine Lüftersolldrehzahl zu erfassen.
8. Baumaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) eine Regeleinheit (14) umfasst, die mit der Viskokupplung (4) verbunden
ist und mittels der Lüftersolldrehzahl eine Stellgröße (15) erzeugt, durch die die
Viskokupplung (4) ansteuerbar ist.
9. Baumaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (7) einen Speicher (21) umfasst, aus dem Speicherdaten zur Erzeugung
der Lüftersolldrehzahl abrufbar sind.
10. Baumaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl maximal ist, wenn die Steuerung (7) erfaßt, dass eine der
Betriebstemperaturen (10, 11, 12) einen oberen Grenzwert erreicht.
11. Baumaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl minimal ist, wenn die Steuerung (7) erfaßt, dass eine der
Betriebstemperaturen (10, 11, 12) einen unteren Grenzwert erreicht.
12. Baumaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftersolldrehzahl minimal ist, wenn die Steuerung (7) erfaßt, dass die Antriebseinheit
(3) im Leerlauf ist.
13. Baumaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskokupplung (4) einen Sensor (31) umfasst, der eine Lüfteristdrehzahl (13)
erfaßt.
14. Verfahren zum automatischen Regeln und Steuern eines Kühlsystems (2) einer Baumaschine
(1) durch eine Viskokupplung (4), die antriebsseitig mit einer Antriebseinheit (3)
und abtriebsseitig mit einem Lüfter (5) des Kühlsystems (2) verbunden ist, wobei die
Viskokupplung (4) in Abhängigkeit unterschiedlicher Betriebsparameter so geregelt
wird, dass sich abtriebsseitig an der Viskokupplung (4) eine bestimmte Lüfterdrehzahl
einstellt, und wobei eine Steuerung (7) einen Lastfaktor (17) der Antriebseinheit
(3) erfasst, und wobei Mittel (19) der Steuerung (7) einen Mittelwert des erfassten
Lastfaktors (17) errechnen, um mit diesem die Viskokupplung (4) zu regeln.