[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Webmaschine zur Herstellung von Geweben mit
Zusatzschusseffekten.
[0002] Bei Webmaschinen ist es im Stand der Technik bekannt, zusätzliche Fäden, die in Kettrichtung
verlaufen, derartig an der Gewebebindung zu beteiligen, dass bestimmte Zusatzschusseffekte
erzielt werden. Zu diesem Zweck werden diese Effektfäden vor dem Eintrag eines Schussfadens
für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine in Schussrichtung in eine andere Position
gebracht.
[0003] Eine derartige Webmaschine zeigt zum Beispiel die Vorrichtung gemäß
EP 0 957 191. Diese Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Bewegen zusätzlicher
Kettfäden vorhanden sind. Diese Mittel bestehen in gekrümmten Stäben, die auf Tragbalken
angeordnet sind, die stromab vom Webblatt angeordnet sind. Nachteilig an dieser Anordnung
ist, dass durch die gekrümmten Stäbe im Bereich vor dem Webblatt der Schusseintrag
behindert wird. Ein Einsatz bei Luftwebmaschinen, bei denen ein Kanal zur Führung
des einzutragenden Schussfadens in das Webblatt integriert ist, scheint ausgeschlossen
und auch bei Einsatz von Greiferelementen sind mit dieser Anordnung Einschränkungen
gegeben.
[0004] Auch die
US 3 796 234 sowie die
US 2009 0272 455 A1 beschreiben Vorrichtungen zum Verschieben von zusätzlichen Kettfäden bzw. Effektfäden,
die ebenfalls vor dem Webblatt im Bereich des Geweberands angeordnet sind, an den
der Schussfaden angeschlagen wird.
[0005] In der
EP 263 392 wird ebenfalls eine Webmaschine mit Vorrichtungen zur Verschiebung von zusätzlichen
Kettfäden - sogenannte Diagonalfäden - in Schussrichtung beschrieben. Diese Vorrichtungen
bestehen bei einer Ausführungsform in Diagonalfaden-Verschieberollen, die mittels
gewindeförmiger Nuten die Diagonalfäden für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine
eine Rietlücke weiter in Schussrichtung transportieren. In allen Ausführungsformen
der
EP 263 392 sind Verschiebeeinrichtungen zwischen den Vorratsrollen für die Kettfäden bzw. Diagonalfäden
und den verschiedenen Fachbildeelementen angeordnet, mit denen die Grundkettfäden
oder die Diagonalfäden zur Bildung eines Webfachs vertikal ausgelenkt werden.
[0006] Die
EP 263 392 beschreibt außerdem Webblatteinrichtungen, deren Webblattzähne in die Schar der Kettfäden
und Diagonalfäden ein- und austauchen können. Von diesem Ein- und Austauchen ist jeweils
die komplette Schar aller Kettfäden und Diagonalfäden betroffen.
[0007] Die
CH 27499 zeigt eine Vorrichtung zum Verschieben von Kettfäden in Schussrichtung, die zwischen
dem Webblatt und den Fachbildeelementen angeordnet ist. Mit dieser Vorrichtung können
zusätzliche Fäden bzw. Effektfäden in Schussrichtung allerdings nur über solche Kettfäden
verschoben -und mit einem Schussfaden abgebunden - werden, die alle zusammen mit dem
jeweiligen Effektfaden in ein und derselben Rietlücke des Webblatts eingezogen sind.
[0008] Die
US 4,429,722 beschreibt schließlich eine Vorrichtung zum Verschieben von Kettfäden in Schussrichtung,
die zwischen dem Webblatt und den Fachbildeelementen angeordnet ist. Es sind nach
oben offene Rietlücken vorhanden, in die Effektfäden ein- und austauchen. Die Vorrichtung
scheint nur für grobe Effektfäden mit begrenzten Verschiebewegen einsetzbar.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Webmaschine zur Herstellung von Geweben
mit Zusatzschusseffekten zu schaffen, bei der Effektfäden, die neben den Kettfäden
zugeführt werden, für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine webmusterabhängig in weiten
Grenzen variierbar in Schussrichtung auch über mehrere in verschiedene Rietlücken
eingezogene Kettfäden hinweg verschoben und mit den Schussfäden abgebunden werden
können, ohne dass durch zusätzliche mechanische Elemente zwischen Webblatt und Geweberand
der Schusseintrag behindert wird. Die Anordnung soll für Luft- und für Greiferwebmaschinen
geeignet sein und hohe Webleistungen ermöglichen. Der Einsatz soll bei Geweben möglich
sein, die Kettdichten im Bereich üblicher Bekleidungsgewebe aufweisen, aber auch bei
gitterartigen Geweben mit niedriger Kettdichte.
[0010] Die Aufgabe wird durch eine Webmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0011] Das Verfahren zum Herstellen eines Gewebes mit Zusatzschusseffekten basiert auf einander
folgenden Bewegungszyklen einer Webmaschine. Dabei besteht ein Bewegungszyklus aus
den im Stand der Technik schon bekannten Verfahrensschritten
- Bilden eines von Kettfäden begrenzten Webfachs durch Fachbildeelemente,
- Positionierung eines Effektfadens oberhalb eines einzutragenden Schussfadens,
- Verschieben des Effektfadens in Schussrichtung um einen
für jeden Bewegungszyklus vorgegebenen Verschiebeweg;
- Positionierung des Effektfadens unterhalb des nächsten einzutragenden Schussfadens
- Eintrag des Schussfadens in das Webfach in einer Schussrichtung
- Anschlagen des Schussfadens an einen Geweberand durch eine Webblatteinrichtung, die
eine Anschlagbewegung mit zwei Endpositionen ausführt.
[0012] Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Effektfaden bei der Positionierung
oberhalb des einzutragenden Schussfadens in vertikaler Richtung aus einer von Webblattzähnen
gebildeten einseitig offenen Rietlücke austaucht und beim Positionieren unterhalb
des nächsten einzutragenden Schussfadens in eine andere Rietlücke eintaucht.
[0013] Derartig ausgebildete Rietlücken entstehen, wenn man die Webblattzähne eines Webblatts
nur an ihrem unteren Ende in einem Rietbund zusammenfasst, wobei ein in üblichen Webblättern
vorgesehener oberer Rietbund entfällt.
[0014] Zum Abbinden der Effektfäden mit den eingetragenen Schussfäden, müssen auch die Effektfäden
während der Schusseinträge abwechselnd ins Ober- bzw. Unterfach gebracht werden.
[0015] Diese Positionierung erfolgt dadurch, dass das Führungsmittel mit dem Effektfaden
über eines der Fachbildeelemente - z.B. einen Webschaft - und durch einen der Fachbildeantriebe
einer Fachbildemaschine in Bewegungsrichtung der Fachbildeelemente also vertikal auf-
und abgehend angetrieben wird.
[0016] Dazu sind Führungsmittel, Verschiebeinrichtung und Verschiebeantrieb mit einem der
Fachbildeelemente verbunden.
[0017] Um den Bewegungsablauf gemäß dem beschriebenen Verfahren zu erzeugen, wird erfindungsgemäß
ein Führungsmittel des Effektfadens in vertikaler Richtung und in der Schussrichtung
in einer Ebene bewegt, die zwischen den Fachbildeelementen und derjenigen Endposition
der Anschlagbewegung, die näher an den Fachbildeelementen liegt, angeordnet ist.
[0018] Mit dem Verfahren lassen sich die gewünschten Zusatzschusseffekte erzielen, ohne
durch mechanische Elemente im Bereich vor dem Webblatt den Schusseintrag zu stören.
[0019] Durch das Austauchen bzw. Eintauchen des Effektfadens ist es in erfindungsgemäßer
Weise möglich, den Effektfaden in der Position oberhalb des einzutragenden Schussfadens
sogar über mehrere Rietlücken - und damit über ein oder mehrere Kettfäden hinweg-
in Schussrichtung zu verschieben.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Führungsmittel Fadenösen
mit runder, ovaler oder schlitzförmiger Öffnung auf, durch die die Effektfäden geführt
werden. Die verschiedenen Öffnungsformen erlauben dabei eine Anpassung an verschiedene
Querschnitte der verwendeten Effektfäden.
[0021] Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, wenn das Führungsmittel so ausgebildet ist,
dass es im Bereich unterhalb der Fadenöse eine den Kettfäden zugewandte keilförmig
oder kegelförmig ausgebildete Spitze aufweist. Durch die Spitze wird erfindungsgemäß
unterstützt, dass bei einer vertikalen Bewegung das Führungsmittel die Grundkettfäden
derartig auseinander drückt, dass benachbarte Kettfäden jeweils eine Gasse für den
Durchtritt des Effektfadens beim Eintauchen in eine Rietlücke bilden. Dadurch wird
vermieden, dass sich der Effektfaden beim Ein- und Austauchen in unerwünschter Weise
mit benachbarten Kettfäden verkreuzt. Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens
sieht zudem vor, dass mehrere Effektfäden gleichzeitig verschoben und positioniert
werden.
[0022] Für bestimmte Bindungsformen des zu erzeugenden Gewebes kann es sinnvoll sein, dass
während eines oder mehrerer Bewegungszyklen der Effektfaden nicht unterhalb des einzutragenden
Schussfades positioniert wird. Es findet dann keine Bindung zwischen diesem Effektfaden
und dem anschließend eingetragenen Schussfaden statt. Der Effektfaden liegt im fertigen
Gewebe über dem eingetragenen Schussfaden.
[0023] Möglich ist auch eine Abwandlung des Verfahrens, bei dem mehrere Effektfäden in einander
entgegen gesetzter Richtung und/oder mit unterschiedlichen Verschiebewegen in Schussrichtung
verschoben werden.
[0024] Damit lassen sich auch komplexere Zusatzschusseffekte erzielen.
[0025] Die erfindungsgemäße Webmaschine gemäß dem unabhängigen Vorrichtungsanspruch enthält
an sich bekannte, beliebige Arten von Fachbildeantrieben zum Antreiben von Fachbildeelementen,
durch deren vertikale Bewegung ein von Kettfäden begrenztes Webfach gebildet wird.
Weiterhin sind Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens in das Webfach in einer
Schussrichtung sowie eine Webblatteinrichtung zum Anschlagen des Schussfadens an einen
Geweberand vorhanden. Schließlich enthält diese Webmaschine einen Verschiebeantrieb,
der in Schussrichtung eine Verschiebeeinrichtung antreibt, an der erfindungsgemäß
mindestens ein Führungsmittel vorgesehen ist, mit dem ein Effektfaden in der Schussrichtung
verschoben und vertikal positioniert werden kann. Dabei sind über den Verschiebeantrieb
verschiedene Verschiebewege des Effektfadens in der Schussrichtung für verschiedene
Bewegungszyklen der Webmaschine vorgebbar. Natürlich kann an einer Verschiebeeinrichtung
auch eine Gruppe von mehreren Führungsmitteln für mehrere Effektfäden angebracht sein,
sodass diese synchron miteinander in Schussrichtung verschoben werden können.
[0026] Im Allgemeinen verlaufen die hier in Betracht kommenden Effektfäden innerhalb der
Webmaschine im Wesentlichen in Kettrichtung und werden von einem Fadenvorrat auf der
Rückseite der Webmaschine abgezogen.
[0027] Kettrichtung bezeichnet den Verlauf der Kettfäden vom hinteren zum vorderen Teil
der Webmaschine unabhängig davon, in welcher vertikalen Position sich die jeweiligen
Fäden befinden.
[0028] An der Webblatteinrichtung einer erfindungsgemäßen Webmaschine sind nun die bereits
beim Verfahren beschriebenen Webblattzähne derartig angebracht, dass diese einseitig
nach oben offene Rietlücken bilden, in die der Effektfaden ein- oder austauchen kann.
[0029] Ein weiteres erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass das Führungsmittel in
einer Ebene angeordnet ist, die zwischen den Fachbildeelementen und derjenigen von
zwei Endpositionen einer Anschlagbewegung der Webblattzähne verläuft, die näher an
den Fachbildeelementen liegt. Dies ist im Allgemeinen die Position der Webblatteinrichtung
mit den Webblattzähnen während des Schusseintrags. Wegen der beschriebenen Anordnung
der Führungsmittel in Kombination mit den einseitig nach oben offenen Rietlücken ist
mit der erfindungsgemäßen Webmaschine die Herstellung von Geweben mit verschiedensten
Zusatzschusseffekten ohne Störung des Schusseintrags durch mechanische Elemente im
Bereich zwischen Webblattzähnen und Geweberand möglich. In diesem Bereich tauchen
keine Führungsmittel von Effektfäden in das für den Schusseintrag durch die Kettfäden
gebildete Webfach ein.
[0030] Mit der erfindungsgemäßen Webmaschine sind bei der Herstellung von Geweben mit Zusatzschusseffekten
höhere Webleistungen erzielbar, da bei der Auslegung des Bewegungsablaufs für die
Führungsmittel weniger auf die Schusseintragselemente Rücksicht genommen werden muss.
Außerdem ergibt sich ein Aufbau, mit dem weitere vorteilhafte Ausführungsformen möglich
werden.
[0031] Die Führungsmittel sind nadelförmig mit Fadenösen ausgeführt. Gemäβ der Erfindung
sind ein oder mehrere Führungsmittel mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt.
Dieser Nadelbalken bildet zusammen mit einer in Schussrichtung verlaufenden z.B. prismenförmigen
Linearführung die Verschiebeeinrichtung, die zusammen mit einem elektromotorischen
Antrieb als Verschiebeantrieb an der Vorderseite eines Webschafts befestigt ist. Der
Verschiebeantrieb kann zum Beispiel als Linearantrieb ausgeführt sein, dessen Stator
in den Rahmen des Webschafts oder in die prismenförmige Linearführung integriert ist.
Es sind jedoch auch andere Antriebe denkbar; zum Beispiel Antriebe mit Bewegungsspindeln
oder hydraulische bzw. pneumatische Antriebe, die von einer Steuereinrichtung der
Webmaschine angesteuert werden können.
[0032] Die Fachbildemaschine, die den Webschaft antreibt, kann zum Beispiel eine Exzentermaschine
sein. In diesem Fall kann durch eine Verdrehung zwischen den Exzentern für die Grundbindung
der Kettfäden und den Exzentern für die Effektbindung, das heißt für die vertikale
Bewegung der Effektfäden, ein besonders günstiger zeitlicher Ablauf der Fachbildung
erreicht werden.
[0033] Es sind aber auch andere übliche Fachbildemaschinen z.B. Schaft- oder Jacquardmaschinen
möglich. Auch eine Kombination z.B. aus Exzentermaschine für die Effektbindung und
einer Jaquardmaschine für die Grundbindung ist denkbar. Denkbar ist auch, die Verschiebeeinrichtung
-z.B. einen Nadelbalken mit in Schussrichtung verlaufender Linearführung - und den
zugehörigen Verschiebeantrieb in einer zusätzlichen vertikalen Linearführung in der
Webmaschine zu lagern und mit den Litzen einer Jaquardmaschine derartig zu verbinden,
dass die vertikale Bewegung der Effektfäden über die Jacquardmaschine gesteuert werden
kann.
[0034] Die genannten Ausführungsformen haben den Vorteil, dass für den Antrieb der Führungsmittel
in vertikaler Richtung keine aufwendigen zusätzlichen Getriebe, Antriebe oder Steuerungen
verwendet werden müssen, weil vorhandene Fachbildeelemente und Fachbildeantriebe verwendet
werden können.
[0035] Eine weitere Ausführungsform sieht allerdings vor, dass das Führungsmittel über eines
der Fachbildeelemente durch einen eigenen unabhängigen Antrieb vertikal angetrieben
wird.
[0036] Damit kann in vorteilhafter Weise der Bewegungsablauf hinsichtlich zeitlichen Ablauf
und in Bezug auf den Hub der Führungsmittel vom Ober- ins Unterfach frei programmierbar
gestaltet werden.
[0037] Bei kleinen Verschiebewegen wäre auch denkbar, das Führungsmittel über eines der
Fachbildeelemente - also gemeinsam mit diesem - in Schussrichtung anzutreiben. Demgemäß
treiben ein oder mehrere Verschiebeantriebe die Verschiebeeinrichtung nicht direkt
an, sondern über das Fachbildeelement - z.B. den Webschaft, an dessen Vorderseite
die Verschiebeeinrichtung mit den Führungselementen angeordnet ist.
[0038] Die Verschiebeeinrichtung kann in diesem Fall Elemente enthalten, mit denen bei der
Montage und Einstellung der Webmaschine eine einmalige Positionierung der Führungsmittel
in Schussrichtung vorgenommen werden kann.
[0039] Im Rahmen der Erfindung ergibt sich eine zusätzliche vorteilhafte Ausgestaltung dadurch,
dass mehrere Führungsmittel einer Verschiebeeinrichtung und einem
[0040] Verschiebeantrieb zugeordnet werden. Möglich ist auch, dass mehrere Gruppen von Führungsmitteln
vorhanden sind, denen jeweils eine Verschiebeeinrichtung und ein Verschiebeantrieb
zugeordnet sind. Außerdem kann jede dieser Gruppen oder auch jedes System aus mehreren
derartiger Gruppen mit jeweils einem anderen der Fachbildeelemente verbunden sein.
[0041] Mit einer derartigen Anordnung ergibt sich die vorteilhafte Möglichkeit, diese Gruppen
oder Systeme von Verschiebeeinrichtungen und Verschiebeantrieben in Schussrichtung
in einander entgegen gesetzten Richtungen und/oder mit verschieden großen Verschiebewegen
anzutreiben. Damit können z.B. spiegelbildlich, symmetrische Zusatzschusseffekte erzielt
werden.
[0042] Da sich die Führungsmittel im Bereich zwischen der hinteren, den Fachbildeelementen
näher liegenden Endposition der Webblattzähne und den Fachbildeelementen befinden,
ist es nahe liegend, wenn die Effektfäden, die im Allgemeinen von einem Fadenvorrat
im Bereich der Rückseite der Webmaschine abgezogen werden, mittels einer Umlenkeinrichtung
über die Fachbildeelemente hinweg den Führungsmitteln zugeführt werden. Im Verlauf
zwischen Fadenvorrat und Umlenkeinrichtung kann auch eine der üblichen Kettfadenwächter
- Vorrichtungen zur Überwachung bei Fadenbruch angeordnet werden.
[0043] Bei großen Verschiebewegen über mehrere Rietlücken hinweg ergibt sich zwischen dem
Punkt, an dem der jeweilige Effektfaden mit dem zuletzt eingetragenen Schussfaden
am Geweberand abgebunden ist und der aktuellen, in Schussrichtung verschobenen Position
des Führungsmittels dieses Effektfadens ein Fadenverlauf, der die Kettfäden des Oberfachs
unter einem Winkel kreuzt. Dieser kreuzende bzw. diagonale Verlauf kann dazu führen,
dass der Effektfaden beim Eintauchen in eine Rietlücke am oberen Ende eines der Webblattzähne,
die diese Rietlücke begrenzen, hängen bleibt.
[0044] Um dies zu vermeiden, sieht eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung vor,
dass die Webblattzähne an ihrem oberen am Ausgang der Rietlücken liegenden Ende einen
sich in Kettrichtung verjüngenden - z.B. keilförmig zulaufenden - Materialquerschnitt
aufweisen. Die Spitze dieser Verjüngung sollte nahe oder an der den Führungsmitteln
zugewandten Kante der Webblattzähne liegen.
[0045] Die Gefahr, dass ein Effektfaden an einem Webblattzahn hängen bleibt, wird zudem
durch eine in Kettrichtung möglichst geringe Distanz zwischen den oberen Enden der
Webblattzähne und der Spitze des Führungsmittels verringert. Diese Distanz ist in
einer vorteilhaften Ausführungsform kleiner als 3 mm gewählt; bevorzugt ist eine Distanz,
die kleiner als 2 mm ist.
[0046] Im Folgenden werden vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung mit Hilfe der Figuren
im Detail erläutert
- Figur 1a
- Schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webmaschine mit
Blick in Schussrichtung
- Figur 1b
- Einzelheit X aus Figur 1 a mit Blick in Schussrichtung und mit Blick in Kettrichtung
- Figur 2
- Draufsicht der Darstellung gemäß Figur 1
- Figur 3
- Diagramm der Bewegungsabläufe von Webblatteinrichtung, Fachbildung und Führungsmitteln
- Figur 4
- Gewebemuster 4.1 - 4.4
- Figur 5
- ähnlich Figur 1, jedoch in einer Ausführungsform mit unabhängigem Antrieb des Fachbildeelements.
- Figur 6
- Draufsicht der Ausführung gemäß Figur 5 mit Antrieb der Verschiebeeinrichtung in Schussrichtung
über das Fachbildeelement
- Figur 7
- Anordnung mit zwei Gruppen von Führungsmitteln und Verschiebeeinrichtungen
- Figur 8
- Draufsicht der Anordnung aus Figur 7, Antrieb der Verschiebeeinrichtungen über verschiedene
Fachbildeelemente
- Figur 9
- Gewebemuster 9.1. - 9.4. , die mit einer Anordnung gemäß den Figuren 7 und 8 erzeugt
werden können.
[0047] Die Figuren 1 a,b und 2 zeigen in einer Teilansicht eine Webmaschine mit Fachbildeantrieben
9 zum Antreiben von Fachbildeelementen 4, durch deren vertikale Bewegung ein von Kettfäden
1 begrenztes Webfach 1.1,1.2 gebildet wird. Die dem Fachmann an sich bekannten Fachbildeantriebe
9 können zum Beispiel aus einer Schar von Hebeln und Stangen bestehen, die unterhalb
der Fachbildeelemente 4 angeordnet sind und die die Antriebsbewegungen einer außerhalb
des Maschinenrahmens angeordneten nicht dargestellten Fachbildemaschine zu den Fachbildeelementen
4 übertragen. Es sind jedoch auch beliebige andere elektromechanische, hydraulische
oder pneumatische Einrichtungen als Fachbildeantriebe 9 verwendbar.
[0048] Die Fachbildeelemente 4 bestehen im vorliegenden Beispiel aus bekannten Webschäften
mit Litzen, durch deren Litzenaugen die Kettfäden 1 geführt werden.
[0049] Weiterhin sind dem Fachmann ebenfalls bekannte Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens
3 in das Webfach 1.1,1.2 in einer Schussrichtung 12 vorhanden. Dies können Einrichtungen
zum mechanischen Schusseintrag mittels Webschützen oder Greifern sein oder Einrichtungen
zum pneumatischen Schusseintrag. Im Beispiel in Figur 2 dargestellt ist eine Einrichtung
mit Greifern, die in bekannter Art und Weise über nicht dargestellte Getriebe und
zwei Antriebsräder von beiden Seiten der Webmaschine aus in das Webfach geschoben
werden. Der Schussfaden 3 wird in diesem Ausführungsbeispiel von einer Schussspule
über einen Vorspuler und einen Farbwähler 19 einem der beiden Greifer zugeführt und
in Maschinenmitte an den anderen Greifer übergeben. Natürlich ist auch die Verwendung
verschiedener Schussfäden für verschiedene Bewegungszyklen denkbar. Die Auswahl und
Vorlage der Schussfäden an einen Greifer erfolgt z.B. mittels eines Farbwählers 19.
Derartige Ausführungen sind für Luft- und Greiferwebmaschinen dem Fachmann bekannt.
[0050] Weiterhin ist eine Webblatteinrichtung 10,7,7.1 zum Anschlagen des Schussfadens 3
an einen Geweberand 13 vorhanden, die aus einer Webblattlagerung 10 mit Webblattzähnen
7 und einem Rietbund 7.1 besteht. Diese Webblattzähne 7 bilden zwischen sich einseitig
nach oben offene Aufnahmeräume, so genannte Rietlücken 14, sodass Fäden, die in Richtung
der Kettfäden 1 von hinten nach vorne durch die Webmaschine laufen, von oben in diese
Rietlücken 14 eintauchen und somit von den Webblattzähnen 7 in Schussrichtung 12 geführt
werden können.
[0051] Dem Fachmann ist geläufig, dass mit Schussrichtung 12 beide einander entgegen gesetzte,
parallel zum Schusseintrag verlaufende Richtungen gemeint sind.
[0052] Die Webblattzähne 7 sind über den Rietbund 7.1 an der Webblattlagerung 10 befestigt
und führen zusammen mit dieser bei jedem Bewegungszyklus der Webmaschine eine Anschlagbewegung
15 - 15.1 aus. Schließlich ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 und
2 eine Verschiebeeinrichtung 5 mit einer Prismenführung auf dem Rahmen des Webschafts
angebracht, an der gemäß Figur 2 drei Führungsmittel 11 angebracht sind, mit denen
drei Effektfäden 2 in der Schussrichtung 12 um den Weg A verschoben werden können.
[0053] Durch einen Verschiebeantrieb 6, der die Verschiebeeinrichtung 5 antreibt, sind verschiedene
Verschiebewege A der Effektfäden 2 für verschiedene Bewegungszyklen der Webmaschine
vorgebbar. Sinnvoll ist die Verwendung eines elektromotorisch, frei programmierbaren
Linearantriebs als Verschiebeantrieb 6. Damit kann erfindungsgemäß erreicht werden,
dass der Verschiebeweg A über eine Steuereinrichtung 8 der Webmaschine und den Verschiebeantrieb
6 für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine frei programmierbar ist.
[0054] Um die Effektfäden auch vertikal über oder unter dem einzutragenden Schussfaden 3
positionieren zu können, sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel Führungsmittel 11,
Verschiebeeinrichtung 5 und Verschiebeantrieb 6 mit einem der Fachbildeelemente 4
verbunden und werden gemeinsam mit diesem vertikal bewegt. Das Fachbildeelement 4
ist in diesem Fall durch einen der oben beschriebenen Fachbildeantriebe 9 einer nicht
dargestellten Fachbildemaschine antreibbar. Statt der Verschiebeeinrichtung 5 mit
Prismenführung können natürlich auch andere Arten der linearen mechanischen Führung
von Elementen vorgesehen werden.
[0055] Aus Figur 1 ist weiterhin ersichtlich, dass das Führungsmittel 11 in einer Ebene
bewegbar ist, die zwischen den Fachbildeelementen 4 und derjenigen von zwei Endpositionen
einer Anschlagbewegung 15 - 15.1 der Webblattzähne 7 verläuft, die näher an den Fachbildeelementen
4 liegt; dies ist die Position der Webblattzähne 7 während des Schusseintrags.
[0056] Durch diese Anordnung ergibt sich, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahrensablauf
die Effektfäden 2 in die Rietlücken 14 ein- oder aus diesen austauchen können und
für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine eine andere in weiten Grenzen vorgebbare
Position in Schussrichtung 12 einnehmen können.
[0057] Dabei können von einem Bewegungszyklus zum nächsten auch mehrere Rietlücken 14 von
den in Schussrichtung 12 verschobenen Effektfäden 2 überstrichen werden. Es sind für
die Führung der Effektfäden 2 keine mechanischen Elemente im Bereich zwischen den
Webblattzähnen 7 und dem Geweberand 13 vorhanden, sodass der Schusseintrag ungestört
ablaufen kann. Für den Fall, dass der Schusseintrag pneumatisch erfolgen soll, ist
auch ohne weiteres möglich, die Vorderseite der Webblattzähne 7 in bekannter Art und
Weise kanalförmig auszubilden, um den Transport des Schussfadens 3 durch diesen Kanal
mittels Luftstrahl zu ermöglichen. Ein weiterer Aspekt der beschriebenen Ausführungsform
der Erfindung ist, dass für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine mittels einer mechanischen
oder einer elektronischen Bindungspatrone vorgegeben werden kann, ob sich das Führungsmittel
11 mit dem Effektfaden 2 während des Schusseintrags oberhalb (im Oberfach) oder unterhalb
(im Unterfach) des einzutragenden Schussfadens 3 befindet. Eine mechanische Bindungspatrone
kann dabei in geeigneter Wahl von Exzentern eines Antriebsmechanismus - z.B. einer
Exzentermaschine - oder in einer Lochkarte einer kartengesteuerten Schaftmaschine
bestehen. Moderne Fachbildemaschinen werden bekanntlich über elektronisch erzeugte
und in der Steuereinrichtung 8 der Webmaschine gespeicherte Musterdaten angesteuert.
Zusammen mit einem in der Steuereinrichtung 8 vorprogrammierten individuellen Verschiebeweg
A des Effektfadens 2, der zwischen dem Wechsel des Effektfadens 2 vom Ober- ins Unterfach
vorgenommen wird, sind unterschiedlichste Bindungsmuster der Zusatzschusseffekte erzielbar.
Dem Fachmann ist bekannt, in einer solchen mechanischen oder elektronischen Bindungspatrone
für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine auch weitere Informationen zu speichern.
Dazu gehören zum Beispiel die Auswahl und Vorlage eines oder mehrerer Schussfäden
mittels einem so genannten Farbwähler 19, die Schussdichte, die Kettspannung und die
Drehzahl der Webmaschine. Besondere Effekte sind auch dadurch möglich, dass in einem
Bewegungszyklus kein Schussfaden 3 ausgewählt und eingetragen wird (s. Gewebemuster
Fig. 4.1.).
[0058] Die Figuren 1 a und 2 zeigen außerdem, dass die Effektfäden 2 von einem Fadenvorrat
16 im Bereich der Rückseite der Webmaschine abgezogen und mittels einer Umlenkeinrichtung
17 über die Fachbildeelemente 4 hinweg den Führungsmitteln 11 zugeführt werden. Zur
Erhaltung der Fadenspannung kann optional ein federndes Element im Fadenverlauf angeordnet
werden. In diesem Bereich ist auch die Anordnung eines nicht dargestellten Fadenwächters
sinnvoll, der die Webmaschine bei Bruch eines Effektfadens 2 abstellt.
[0059] Die Figuren 1a,b zeigen Führungsmittel 11, die die Form von Nadeln mit Fadenösen
18 und einer Nadelspitze haben. Eine oder mehrere dieser Nadeln sind mit einem Ende
an einem Nadelbalken befestigt. Dieser Nadelbalken bildet zusammen mit einer Linearführung
die Verschiebeeinrichtung 5.
[0060] Die nadelförmigen Führungsmittel 11 bzw. 11.2 weisen zudem Fadenösen 18 mit runder
18, ovaler 18.2 oder nicht dargestellter schlitzförmiger Öffnung auf, durch die die
Effektfäden 2 geführt werden.
[0061] Die verschiedenen Öffnungsformen erlauben dabei eine Anpassung an verschiedene Querschnitte
der verwendeten Effektfäden 2. Es können feine oder grobe Faser oder Filamentgarne
im Bereich 11 tex bis 10 000 tex zum Einsatz kommen. Auch die Verwendung elektrisch
leitfähiger Fäden oder lichtleitender Fasern als Effektfaden 2 ist denkbar, womit
noch eine Fülle weiterer Effekte mit derartigen Geweben erzeugt werden können.
[0062] In der Figur 1b ist zu erkennen, dass das nadelförmige Führungsmittel 11 im Bereich
einer den Kettfäden 1 zugewandten Spitze keilförmig verläuft; denkbar ist jedoch auch
eine kegelförmige Spitze. Der kegelförmig oder spitz zulaufende Bereich beginnt dabei
in einer Distanz C von der Fadenöse 18.
[0063] In Figur 1b ist auch sichtbar, dass die oberen Enden der Webblattzähne 7 in vertikaler
Richtung eine Distanz D von den Kettfäden des Oberfachs 1.1 an der Stelle aufweisen,
an der das Führungsmittel 11 bei seiner vertikalen Bewegung die Kettfäden des Oberfachs
1.1 kreuzt.
[0064] Schließlich ist zu erkennen, dass zwischen den oberen Enden der Webblattzähne 7 und
der Bewegungsebene, in der die Führungsmittel 11 bewegt werden, in Kettrichtung eine
- nicht maßstäblich gezeichnete - Distanz E vorliegt.
[0065] Die Distanzen C, D und E hängen von der Kettdichte und vom Querschnitt der verwendeten
Effektfäden 2 ab. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist C größer oder gleich D gewählt.
[0066] Um das weiter oben beschriebene Hängenbleiben diagonal verlaufender Effektfäden 2
beim Eintauchen in eine Rietlücke 14 zu vermeiden, sollte die Distanz E so klein sein,
wie es die Abmessungen der beteiligten Elemente und die Präzision der Anschlagbewegung
15- 15.1 eben noch ohne Kollision zulassen.
[0067] Zur Vermeidung dieses Hängenbleibens dient auch, dass die Webblattzähne 7 an ihrem
oberen am Ausgang der Rietlücke 14 liegenden Ende einen sich in Kettrichtung verjüngenden
Materialquerschnitt aufweisen, wie es Einzelheit X zeigt. Figur 3 zeigt diagrammartig
die Bewegungsabläufe einiger Elemente einer Webmaschine, die das erfindungsgemäße
Verfahren ausführt. Dargestellt sind zwei Bewegungszyklen der Webmaschine über insgesamt
720 Winkelgrad Y einer Webmaschinenhauptwelle.
[0068] Die Kurven F zeigen den Hub zweier gegenläufiger Fachbildeelemente 4, von denen jedes
eine Schar Kettfäden ins Oberfach 1.1 bzw. Unterfach 1.2 bewegt. Der im Diagramm nicht
dargestellte Schusseintrag erfolgt in der Phase, in der das Webfach 1.1,1.2 offen
steht. Die Kurve H stellt den Hub eines Führungsmittels 11 dar. Dies ist auch der
Hub, der von dem Fachbildeelement 4 ausgeführt wird, mit dem das Führungsmittel 11
vertikal bewegt wird. Im Stand der Technik ist bekannt, dass Fachbildemaschine und
Fachbildeantriebe 9 so gestaltet sind, dass für jedes Fachbildeelement 4 individuell
die vertikale Position in der Webmaschine und die Größe des Hubs H bzw. F eingestellt
werden kann. Wie oben beschrieben kann bei bestimmten Ausführungsformen der Fachbildemaschine
auch der zeitliche Ablauf zwischen den Bewegungen F und H und gegenüber der Bewegung
Y der Webmaschine durch den Bediener in Laufrichtung individuell verschoben werden.
Mit 15 -15.1 ist die Anschlagbewegung der Webblatteinrichtung 10,7,7.1 bezeichnet,
die jeweils zwischen zwei Schusseinträgen erfolgt.
[0069] Die Figuren 4.1 bis 4.4. zeigen verschiedene Gewebemuster mit Zusatzschusseffekten,
die bevorzugt mit den Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Webmaschine gemäß den
Figuren 1 und 2 hergestellt werden können.
[0070] Figur 5 zeigt eine Webmaschine mit allen Merkmalen der Figuren 1 und 2, bei welcher
jedoch die Einrichtung zur vertikalen Bewegung des Führungsmittels 11 durch ein Fachbildeelement
4 gebildet wird, welches durch einen eigenen unabhängigen Antrieb 9.5 angetrieben
wird. Es sind hierfür beliebige, dem Fachmann geläufige elektromechanische, pneumatische
oder hydraulische Antriebe verwendbar.
[0071] In der Darstellung der Figur 5 fehlt zudem die in Figur 1 dargestellte Prismenführung
als Bestandteil der Verschiebeeinrichtung 5 auf dem Rahmen des Webschafts, da die
Verschiebeeinrichtung 5 in dieser Darstellung nicht direkt durch einen Linearantrieb,
sondern über das Fachbildeelement, z.B. einen Webschaft in Schussrichtung verschoben
wird.
[0072] Figur 6 zeigt die Ausführung gemäß Figur 5 in einer Draufsicht, in der zu sehen ist,
dass die Verschiebeeinrichtung 5 über das Fachbildeelement 4 mittels eines Verschiebeantriebs
6.6 in Schussrichtung 12 angetrieben wird. Dabei kann der Verschiebeantrieb 6.6 am
Maschinengestell gelagert sein. Das Fachbildelement 4 - im vorliegenden Fall ein Webschaft
- wird zusammen mit den darauf montierten Verschiebeeinrichtungen 5 in Schussrichtung
verschoben.
[0073] Die Figuren 7 und 8 zeigen eine Ausführungsform gemäß Figur 6, jedoch mit zwei Gruppen
von Führungsmitteln 11, 11.7 Verschiebeeinrichtungen 5, 5.7 und Verschiebeantrieben
6.6 ,6.7, wobei jede der Gruppen mit einem anderen der Fachbildeelemente 4 verbunden
ist. Die Ebenen, in denen sich jede Gruppe von Führungsmittel bewegt, können dabei
in Kettrichtung hintereinander so angeordnet sein, dass sich die jeweiligen Führungsmittel
11 einer Gruppe ungehindert von den Führungsmittel 11.7 einer anderen Gruppe in Schussrichtung
12 verschieben lassen.
[0074] Es können auch mehrere derartiger Gruppen mit dem gleichen Fachbildeelement 4 zu
einem System von Führungsmitteln 11, 11.7. derartig verbunden sein, dass alle Führungsmittel
11 dieses Systems vertikal synchron bewegt werden.
[0075] Mehrere derartige Systeme können schließlich mit jeweils verschiedenen Fachbildeelementen
4 verbunden sein und so unabhängig voneinander vertikal angetrieben werden.
[0076] Über eine entsprechend Vorgabe für die Verschiebeantriebe 6 bzw. 6.7 lassen sich
mit einer derartigen Anordnung auch unterschiedliche Verschiebewege A bzw. B für die
Gruppen oder Systeme von Führungsmitteln 11,11.7 erzielen.
[0077] Die Distanz E bezieht sich in diesem Fall auf die vorderste, den Webblattzähnen 7
am nächsten liegende Ebene der Bewegung.
[0078] Die Gruppen von Führungsmitteln 11, 11.7 können aber auch so in Schussrichtung gegeneinander
versetzt angeordnet sein, dass sich alle Führungsmittel 11, 11.7 in der gleichen Ebene
zwischen Fachbildemitteln 4 und hinterer Endposition der Anschlagbewegung 15 - 15.1
bewegen (nicht dargestellt).
[0079] Durch die Möglichkeit, diese Gruppen in Schussrichtung in einander entgegen gesetzten
Richtungen ggf. auch mit unterschiedlichen Verschiebewegen A und B anzutreiben, lassen
sich spiegelbildliche, symmetrische oder auch unsymmetrische Zusatzschusseffekte oder
ganze Gewebestrukturen erzielen, wie sie beispielhaft in den Figuren 9.1. bis 9.4
dargestellt sind.
Bezugszeichen
[0080]
- 0
- Gewebe
- 1
- Kettfäden
- 1.1
- Webfach, Oberfach
- 1.2
- Webfach, Unterfach
- 2
- Effektfaden
- 3
- Schussfaden
- 4
- Fachbildeelemente
- 5,5.7
- Verschiebeeinrichtung
- 6, 6.6, 6.7
- Verschiebeantrieb
- 7
- Webblattzähne
- 7.1
- Rietbund
- 8
- Steuereinrichtung
- 9
- Fachbildeantrieb
- 9.5
- Unabhängiger Antrieb
- 10
- Webblattlagerung
- 11, 11.2, 11.7
- Führungsmittel
- 12
- Schussrichtung
- 13
- Geweberand
- 14
- Rietlücken
- 15, 15.1
- Anschlagbewegung
- 16
- Fadenvorrat
- 17
- Umlenkeinrichtung
- 18, 18.2
- Fadenöse
- 19
- Farbwähler
- A
- Verschiebeweg Gruppe 5
- B
- Verschiebeweg Gruppe 5.7
- C
- Distanz Nadelspitze
- D
- Distanz Webblattenden
- E
- Distanz Bewegungsebene
- F
- Hub Fachbildeelemente
- H
- Hub Führungsmittel
- Y
- Webmaschinen-Winkelgrad
1. Webmaschine mit Fachbildeelementen (4) und mit Fachbildeantrieben (9), durch die die
Fachbildeelemente (4) vertikal antreibbar sind, sodass ein von Kettfäden (1) begrenztes
Webfach (1.1,1.2) gebildet werden kann, weiterhin mit Einrichtungen zum Eintrag eines
Schussfadens (3) in das Webfach (1.1,1.2) in einer Schussrichtung (12), mit einer
Webblatteinrichtung (10,7,7.1) zum Anschlagen des Schussfadens (3) an einen Geweberand
(13) mittels einer Anschlagbewegung (15,15.1), die zwei Endpositionen aufweist,
und mit einem Verschiebeantrieb (6), der in der Schussrichtung (12) eine Verschiebeeinrichtung
(5) antreibt,
und mit einem Führungsmittel (11) mit dem der Effektfaden in der Schussrichtung (12)
verschoben und vertikal positioniert werden kann, wobei das Führungsmittel (11) nadelförmig
mit einer Fadenöse (18) ausgeführt ist,
und wobei über den Verschiebeantrieb (6) verschiedene Verschiebewege (A) des Effektfadens
(2) in der Schussrichtung (12) für verschiedene Bewegungszyklen der Webmaschine vorgebbar
sind;
und mit einem Fachbildeelement (4), über das das Führungsmittel (11) durch einen der
Fachbildeantriebe (9) einer Fachbildemaschine
oder durch einen eigenen unabhängigen Antrieb (9.5) vertikal antreibbar ist,
sowie mit an der Webblatteinrichtung (10,7,7.1) angebrachten Webblattzähnen (7), die
einseitig nach oben offene Rietlücken (14) bilden, in die der Effektfaden (2) ein-
und austauchen kann,
wobei das Führungsmittel (11) in einer Ebene angeordnet ist, die zwischen den Fachbildeelementen
(4) und derjenigen von zwei Endpositionen einer Anschlagbewegung (15, 15.1) der Webblattzähne
(7) verläuft, die näher an den Fachbildeelementen (4) liegt
dadurch gekennzeichnet,
dass das Führungsmittel (11) mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt ist und dass
dieser Nadelbalken zusammen mit einer in Schussrichtung (12) verlaufenden Linearführung
die Verschiebeeinrichtung (5) bildet, die zusammen mit einem elektromotorischen Antrieb
oder einem pneumatischen Antrieb, der von einer Steuereinrichtung (8) der Webmaschine
ansteuerbar ist, als Verschiebeantrieb (6) an der Vorderseite eines als Webschaft
ausgebildeten Fachbildelements (4) befestigt ist.
2. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (11) so ausgebildet ist, dass es im Bereich unterhalb der Fadenöse
(18) eine den Kettfäden (1) zugewandte keilförmig oder kegelförmig ausgebildete Spitze
aufweist, durch die unterstützt wird, dass bei einer vertikalen Bewegung das Führungsmittel
(11) die Grundkettfäden (1) derartig auseinander drückt, dass benachbarte Kettfäden
(1) jeweils eine Gasse für den Durchtritt des Effektfadens (2) beim Eintauchen in
eine Rietlücke (14) bilden.
3. Webmaschine nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Webblattzähne (7) in Richtung auf ihr oberes, am Ausgang der Rietlücke (14) liegendes
Ende hin einen sich in Kettrichtung verjüngenden Materialquerschnitt aufweisen, wobei
die Spitze dieser Verjüngung nahe an oder an der den Fachbildemitteln (4) zugewandten
Kante der Webblattzähne (7) liegt.
4. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Distanz (E) in Kettrichtung zwischen den oberen Enden der Webblattzähne (7) und
der Spitze des Führungsmittels (11) kleiner als 3 mm ist.
1. Machine à tisser comportant des éléments de formation de la foule (4) et comportant
des mécanismes de formation de la foule (9) qui permettent d'actionner verticalement
les éléments de formation de la foule (4), de manière à pouvoir former une foule (1.1,
1.2) délimitée par des fils de chaîne (1), et, en outre, comportant des systèmes pour
l'insertion d'un fil de trame (3) dans la foule (1.1, 1.2) dans une direction de la
trame (12), comportant un système de peigne (10, 7, 7.1) pour la frappe du fil de
trame (3) contre un bord (13) du tissu au moyen d'un mouvement de frappe (15, 15.1)
comportant deux positions finales,
et comportant un mécanisme de déplacement (6) qui actionne un dispositif de déplacement
(5) dans la direction de la trame (12),
et comportant un moyen de guidage (11) par lequel le fil d'effet peut être déplacé
dans la direction de la trame (12) et peut être positionné verticalement, ledit moyen
de guidage (11) étant réalisé en forme d'aiguille muni d'un chas (18),
et différentes trajectoires de déplacement (A) du fil d'effet (2) dans la direction
de la trame (12) pouvant être prédéfinies par le mécanisme de déplacement (6) pour
différents cycles de mouvements de la machine à tisser ;
et comportant un élément de formation de la foule (4), par l'intermédiaire duquel
le moyen de guidage (11) peut être actionné verticalement par l'un des mécanismes
de formation de la foule (9) d'une machine de formation de la foule ou par son propre
mécanisme (9.5) indépendant,
et comportant des dents de peigne (7), attachées au système de peigne (10, 7, 7.1)
et formant, sur un côté, des entredents (14) ouverts vers le haut, dans lesquels le
fil d'effet (2) peut être rentré et sorti,
ledit moyen de guidage (11) étant disposé dans un plan situé entre les éléments de
formation de la foule (4) et l'une des deux positions finales d'un mouvement de frappe
(15, 15.1) des dents de peigne (7), à savoir la position plus proche des éléments
de formation de la foule (4),
caractérisée
en ce que ledit moyen de guidage (11) est fixé par une extrémité à une barre à aiguilles, et
en ce que ladite barre à aiguilles forme, conjointement avec un guidage linéaire orienté dans
la direction de la trame (12), le dispositif de déplacement (5) qui, conjointement
avec un système d'entraînement à moteur électrique ou un système d'entraînement pneumatique
pouvant être actionné par un dispositif de commande (8) de la machine à tisser, est
fixé en tant que mécanisme de déplacement (6) sur la face avant d'un élément de formation
de la foule (4) réalisé sous la forme d'un cadre.
2. Machine à tisser selon la revendication 1, caractérisée en ce que le moyen de guidage (11) est réalisé de telle sorte que, dans la zone en dessous
du chas (18), il possède une pointe conique ou cunéiforme orientée vers les fils de
chaîne (1), laquelle fait en sorte que, pendant un mouvement vertical du moyen de
guidage (11), les fils de chaîne (1) sont écartés les uns des autres de telle sorte
que des fils de chaîne (1) adjacents forment respectivement une voie pour le passage
du fil d'effet (2) lorsqu'il rentre dans un entredent (14).
3. Machine à tisser selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les dents de peigne (7), vers leur extrémité supérieure, située à la sortie des entredents
(14), comporte une section transversale s'effilant dans la direction de la chaîne,
la pointe de ladite section effilée étant située à proximité ou sur le bord des dents
de peigne (7), lequel est orienté vers les éléments de formation de la foule (4).
4. Machine à tisser selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la distance (E) dans la direction de la chaîne est inférieure à 3 mm entre les extrémités
supérieures des dents de peigne (7) et la pointe du moyen de guidage (11).