Stand der Technik
[0001] Im Möbelbereich sind Scharniere zur verschwenkbaren Lagerung von Möbelteilen an einem
Korpus bekannt. Diese können ein an dem Korpus anbringbares Anschlag- bzw. Scharnierteil
und ein an dem bewegbaren Möbelteil fixierbares Scharnierteil umfassen. Mit den zueinander
verschwenkbaren Anschlagteilen können Möbelteile wie zum Beispiel ein Türflügel oder
eine Klappe über einen mit dem Scharnier bereitgestellten Gelenkmechanismus bewegt
werden.
[0002] Bei so genannten Doppellenker- oder Viergelenkscharnieren sind beispielsweise zwei
Gelenkhebel bzw. Gelenkarme am Scharnier vorhanden.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, oben genannte Anordnungen mit erweiterter
Funktionalität kompakt zu gestalten. Dabei soll ein optisch vorteilhaftes Erscheinungsbild
des Scharniers realisiert sein.
[0005] Diese Aufgabe wird durch Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche sind auf vorteilhafte
Varianten der Erfindung gerichtet.
[0006] Die Erfindung geht aus von einem Scharnier für ein an einem Korpus eines Möbels angeschlagenes
bewegbares Möbelteil, insbesondere für eine Tür oder Klappe, wobei das Scharnier ein
an dem Korpus anbringbares erstes Anschlagteil aufweist, welches über einen Gelenkmechanismus
mit einem am bewegbaren Möbelteil anbringbaren zweiten Anschlagteil verschwenkbar
verbunden ist, wobei der Gelenkmechanismus über Gelenkachsen gelagerte Gelenkhebel
umfasst. Ein Aspekt der Erfindung liegt darin, dass ein weiterer schwenkbar gelagerter
Hebel vorhanden ist, der bei einer vollständigen bestimmungsgemäßen Schwenkbewegung
des Scharniers mit einem Führungsabschnitt am Scharnier zeitweise eingekuppelt ist,
wobei der weitere Hebel auf eine Dämpferanordnung des Scharniers einwirkt.
[0007] Der weitere Hebel ist über eine zu den Gelenkachsen separate Achse schwenkbar aufgenommen.
Somit kann eine an räumliche Gegebenheiten angepasste bzw. variable Positionierung
des weiteren Hebels erfolgen. Der weitere Hebel kann beispielsweise an einem Anschlagteil
im Bereich zwischen zwei vorhandenen Gelenkachsen vorhanden sein.
[0008] Der Führungsabschnitt umfasst eine Führungsnut, welche für die zeitweise Einkupplung
mit einem Eingriffabschnitt des weiteren Hebels abgestimmt ausgebildet ist. Beispielsweise
kann ein vorstehender oder erhabener Teil wie z. B. eine Eingreifnase an dem weiteren
Hebel in die Führungsnut eingreifen und ggf. im Einkupplungszustand entlang der Führungsnut
bewegt werden. Nicht ausgeschlossen, jedoch nicht erfindungsgemäß, ist eine Umkehrung
der Form, wonach der Führungsabschnitt einen Eingreifabschnitt aufweist, welcher im
Kupplungszustand in eine Führungsnut am weiteren Hebel eingreift.
[0009] Die Dämpferanordnung des Scharniers dient insbesondere dazu, bei einer bestimmungsgemäßen
Schwenkbewegung des Scharniers eine gedämpfte bzw. abgebremste Bewegung in eine Endlage
des mit dem Scharnier ausgeführten Schwenkvorgangs zu erreichen. Damit lässt sich
im am Möbel montierten Zustand des Scharniers insbesondere ein unerwünschtes starkes
Zuschlagen des bewegbaren Möbelteils vermeiden, insbesondere ein unangenehmes Zuschlaggeräusch
bzw. eine Beschädigung am Möbelteil und am Korpus.
[0010] Die Betätigung der Dämpferanordnung erfolgt im Zusammenspiel des weiteren Hebels
mit dem Führungsabschnitt vorteilhafterweise immer an gleicher Stelle der Schwenkbewegung
des Möbelteils bzw. bei einer immer identischen Schwenkstellung des Scharniers auf
dem Weg in eine Endstellung der mit dem Scharnier möglichen Schwenkbewegung. Das Zusammenwirken
des weiteren Hebels mit dem Führungsabschnitt kann sehr platzsparend bzw. kompakt
realisiert werden. Insbesondere kann der weitere Hebel und der Führungsabschnitt in
Bereichen vorgesehen werden, die bei bekannten entsprechenden Scharnieren ohnehin
frei vorhanden sind. Diese Bereiche liegen bevorzugt im Inneren des Scharniers, von
außen nicht oder kaum sichtbar. Damit lässt sich bei einer erfindungsgemäßen Anordnung
problemlos eine gewünschte Optik bzw. ein bevorzugtes Außendesign verwirklichen.
[0011] Erfindungsgemäß ist der weitere schwenkbar gelagerte Hebel vorhanden,
der bei einer vollständigen bestimmungsgemäßen Schwenkbewegung des Scharniers mit
einem Führungsabschnitt am Scharnier zeitweise eingekuppelt ist, wobei der weitere
Hebel auf einen Aktor des Scharniers einwirkt. Unter einem Aktor ist im allgemeinen
ein Element zu verstehen, welches eine Eingangsgröße in eine andersartige Ausgangsgröße
umwandelt, um eine gewünschte Aktion oder einen Effekt hervorzurufen. Als Aktorprinzipien
sind induktiv arbeitende Elektromotoren, Hydraulik- oder Pneumatikaktoren, Zylinder,
elektrochemische oder elektromechanische Aktoren, Piezoaktoren denkbar.
[0012] Insbesondere kann ein Elektromotor über das Zusammenspiel des weiteren Hebels mit
dem Führungsabschnitt bedient bzw. angesteuert werden.
[0013] Mit dem Aktor bzw. dem Elektromotor kann beispielsweise eine Schließ- und/oder Öffnungsbewegung
des bewegbaren Möbelteils beeinflusst werden.
[0014] Auch ist über den Aktor beispielsweise eine Verriegelung oder Verrastung des bewegbaren
Möbelteils insbesondere in einer geschlossenen Endlage über den Aktor denkbar.
[0015] Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, dass über das Zusammenspiel des weiteren
Hebels mit dem Führungsabschnitt auf mehrere Komponenten eingewirkt werden kann, z.
B. auf eine Dämpferanordnung und einen Aktor.
[0016] Es können an einem Scharnier auch zwei oder mehr weitere Hebel mit insbesondere jeweils
einem zugeordneten Führungsabschnitt vorgesehen sein.
[0017] Mit dem Scharnier ist im eingebauten Zustand des Scharniers am Möbel kinematisch
definiert eine Hin- und Herbewegung vorgegeben, deren Endstellungen einer vollständig
geschlossenen und vollständig offenen Stellung des Möbelteils relativ zum Korpus zugeordnet
ist. An einem bestimmten Punkt der Schwenkbewegung erfolgt das Einkuppeln und bei
der späteren Rückbewegung das Auskuppeln des weiteren Hebels am Führungsabschnitt.
Bei diesem Zusammenspiel wird ausgehend von einem Endpunkt nach einem bestimmten Anteil
der gesamten möglichen Dreh- bzw. Schwenkbewegung des Scharniers der weitere Hebel
und der Führungsabschnitt zusammengeführt. Durch beispielsweise Ineinandergreifen
der beiden Elemente erfolgt dann deren Weiterbewegung gemeinsam bzw. miteinander verbunden.
In diesem Kupplungszustand wirkt der Hebel auf die Dämpferanordnung bzw. den Aktor.
[0018] Das Ineinandergreifen bzw. das Einkuppeln kann beispielsweise mit Hilfe eines Einfang-
bzw. Einfädelmechanismus erfolgen. Hierzu kann der Führungsabschnitt beispielsweise
eine Kulissenführung für den weiteren Hebel aufweisen. Ein Abschnitt des weiteren
Hebels ist hierzu in seiner Form auf die Kulissenführung exakt abgestimmt.
[0019] Das System kann auch als eine Art Zwangssteuerung des weiteren Hebels durch den Führungsabschnitt
angesehen werden. Der weitere Hebel bleibt im nicht eingekuppelten Zustand unbewegt
und wird im Kupplungszustand verschwenkt.
[0020] Es ist auch möglich, dass bis zum Einkuppeln eine Bewegung des Führungsabschnitts
und des weiteren Hebels stattfindet, auch gegeneinander bzw. gegenläufig. Beim Einkuppeln
kann es zu einem Stoppen der Bewegung eines der beiden Bauteile kommen. Im eingekuppelten
Zustand bewegt sich das Gesamtsystem aus Führungsabschnitt und weiterem Hebel definiert
weiter, wobei eine resultierende Führung im Führungsabschnitt dem Momentanpol der
Bewegung des weiteren Hebels entsprechen kann.
[0021] Es ist außerdem vorteilhaft, dass der weitere Hebel und der Führungsabschnitt derart
aufeinander abgestimmt sind, einen Einkupplungszustand zwischen dem weiteren Hebel
und dem Führungsabschnitt, der sich bei einer bestimmungsgemäßen Schwenkbewegung des
Scharniers in eine Endstellung einstellt, bei einer Schwenkbewegung des Scharniers
aus der Endstellung heraus, aufzuheben. Die Einkupplung des weiteren Hebels am Führungsabschnitt
und die Beibehaltung des Einkupplungszustands erfolgt über einen Teil bzw. eine Phase
der gesamten mit dem Scharnier möglichen Schwenkbewegung. Diese Phase beschreibt insbesondere
eine Phase vor Erreichen eines Endpunktes der Schwenkbewegung, also dem Einkupplungspunkt,
bis zum dazugehörigen Endpunkt, ohne Umkehr der Bewegungsrichtung. Aus dieser Endlage
heraus unter Umkehr der Bewegungsrichtung bleibt der Einkupplungszustand erhalten
bis der entsprechende Einkupplungspunkt erreicht wird und die Aus- bzw. Entkopplung
erfolgt. Die Auskupplung bleibt in der Regel bis zum Erreichen des anderen Endpunkts
erhalten. Es ist jedoch ein weiteres Einkuppeln bei der Schwenkbewegung in den anderen
Endpunkt nicht ausgeschlossen.
[0022] Im am Möbel montierten Fall wird bei einer Zurückbewegung des Scharniers, beispielsweise
bei einem Öffnen des bewegbaren Möbelteils relativ zum Korpus, wieder eine entkoppelte
bzw. nicht gekoppelte Situation des weiteren Hebels und des Führungsabschnitts erreicht.
Dabei wird die Dämpferanordnung bzw. der Aktor wieder in einen Ausgangszustand entsprechend
vor dem Einwirken durch den Hebel gebracht. Bei der anschließenden erneuten Schließbewegung
wird dann erneut die Dämpferanordnung bzw. der Aktor des Scharniers bedient.
[0023] Es wird weiter vorgeschlagen, dass der weitere Hebel ausgebildet ist, auf einen Abschnitt
eines Bauteils einzuwirken, das an dem am Korpus anbringbaren ersten Anschlagteil
vorhanden ist. So kann der Dämpfer bzw. ein Aktor an dem am Korpus angebrachten Anschlagteil
untergebracht werden, was in der Regel aus konstruktiven bzw. aus Platzgründen vorteilhaft
ist.
[0024] Grundsätzlich ist es aber nicht ausgeschlossen, dass die Dämpferanordnung bzw. der
Aktor an dem Anschlagteil vorhanden ist, welches am Korpus aufgenommen ist.
[0025] Erfindungsgemäß ist der Führungsabschnitt zwischen zwei Gelenkachsen des Scharniers
aufgenommen. Der Führungsabschnitt kann insbesondere vorteilhafterweise zwischen einer
positionsfesten Gelenkachse an einem Anschlagteil und einer beim Schwenkvorgang mitbewegten
Gelenkachse vorhanden sein. So kann der Führungsabschnitt besonders platzsparend untergebracht
sein.
[0026] Weiter ist es vorteilhaft, dass der Führungsabschnitt derart vorhanden ist, dass
bei einer bestimmungsgemäßen Schwenkbewegung des Scharniers der Führungsabschnitt
mitbewegt wird. Insbesondere bewegt sich der Führungsabschnitt immer dann, wenn die
Schwenkbewegung stattfindet.
[0027] Weiterhin ist es vorteilhaft, dass der weitere Hebel an einem der Anschlagteile schwenkbar
gelagert ist. Insbesondere ist der weitere Hebel als zweiarmiger Hebel ausgebildet.
So kann der weitere Hebel mit einem Ende mit dem Führungsabschnitt zusammenwirken
und mit dem anderen Ende mit der Dämpferanordnung bzw. dem Aktor. Der weitere Hebel
kann in Längsrichtung betrachtet insbesondere im Bereich seiner Achse eine Abknickung
bzw. Biegung aufweisen.
[0028] Weiter wird vorgeschlagen, dass der weitere Hebel und die Dämpferanordnung an dem
selben Anschlagteil angeordnet sind. So kann das Einwirken auf den Dämpfer durch den
Hebel in unmittelbarer Nähe erfolgen. Entsprechend kann der weitere Hebel und der
Aktor an dem selben Anschlagteil angeordnet werden.
[0029] Des Weiteren ist es bevorzugt, dass das Scharnier als Kreuzgelenkscharnier ausgebildet
ist. Konkret kann das Kreuzgelenkscharnier besonders stabil und für unterschiedliche
maximal überbrückbare Winkelbereiche der Schwenkbewegung ausgebildet sein. Der Gelenkmechanismus
eines Kreuzgelenkscharniers kann insbesondere einen ersten und einen zweiten Kreuzhebel
und einen ersten und einen zweiten Verbindungshebel umfassen, wobei der erste Verbindungshebel
über ein erstes Gelenk am ersten Anschlagteil und über ein zweites Gelenk mit dem
ersten Kreuzhebel verbunden ist, der über ein drittes anschlagseitiges Kreuzhebelgelenk
am zweiten Anschlagteil aufgenommen ist und der zweite Verbindungshebel über ein viertes
Gelenk am zweiten Anschlagteil und über ein fünftes Gelenk mit dem zweiten Kreuzhebel
verbunden ist, der über ein sechstes anschlagseitiges Kreuzhebelgelenk am ersten Anschlagteil
aufgenommen ist und wobei die beiden Kreuzhebel über ein Kreuzgelenk miteinander gelenkig
verbunden sind. Sämtliche Hebel können bei einer Gelenkbewegung gleichzeitig um jeweils
ein zugeordnetes der vorgenannten Gelenke verschwenkt werden.
[0030] Bevorzugt ist dabei, dass der Führungsabschnitt zwischen dem Kreuzgelenk und einem
anschlagseitigen Kreuzhebelgelenk vorgesehen ist und gemäß der Bewegung eines der
beiden Kreuzhebel bei einer mit dem Scharnier ausführbaren Schwenkbewegung mitbewegbar
ist.
[0031] In einer vorteilhaften Modifikation des Erfindungsgegenstandes ist das Scharnier
als Weitwinkelscharnier ausgebildet. Ein Weitwinkelscharnier ermöglicht im Nutzungszustand
ein besonders weites Öffnen bzw. Verschwenken des bewegbaren Möbelteils relativ zu
einer geschlossenen Position am Korpus. So lassen sich insbesondere auch größere Schwenkwinkel
bis über 160 Winkelgrade realisieren.
[0032] Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einem an einem Korpus des Möbels angeschlagenen
bewegbaren Möbelteil, insbesondere mit einer Türe oder Klappe, wobei das Möbel ein
Scharnier gemäß einer der oben genannten Ausführungen aufweist. Damit lassen sich
die bereits oben erläuterten Vorteile an dem Möbel realisieren.
Figurenbeschreibung
[0033] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in den Figuren dargestellten
erfindungsgemäßen Scharniers erläutert.
[0034] Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1:
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Scharniers in einer Zwischenstellung
einer mit dem Scharnier ausführbaren Schwenkbewegung,
- Figur 2:
- eine weitere perspektivische Ansicht des Scharniers gemäß Figur 1 in einer Endstellung,
- Figur 3a:
- ein Seitenansicht der Anordnung gemäß Figur 1 in einem Schnitt in Längsrichtung des
Scharniers,
- Figur 3b:
- zwei Bauteile der Anordnung gemäß Figur 3a in Einzelansicht,
- Figur 4a:
- das Scharnier gemäß der Figuren 1 bis 3a im Schnitt in Längsrichtung in einer zur
Endstellung gemäß Figur 2 weiteren Endstellung,
- Figur 4b:
- zwei Bauteile der Anordnung gemäß Figur 4a in Einzelansicht,
- Figur 5:
- eine Explosionsdarstellung des Scharniers in der Zwischenstellung gemäß Figur 1.
[0035] Das in den Figuren gezeigte erfindungsgemäße Scharnier 1 ist als so genanntes Weitwinkel-
bzw. Kreuzgelenkscharnier ausgebildet. Das Scharnier 1 umfasst ein Korpus-Scharnierteil
2, welches an einem Korpus K eines Möbelteils anbringbar ist, und ein Türflügelanschlagteil
oder einen Scharniertopf bzw. ein bewegbares Möbelteil-Scharnierteil 3, welches an
einem über das Scharnier 1 bewegbar an dem Korpus aufgenommenen Möbelteil M, wie beispielsweise
ein Türflügel oder eine Klappe, anbringbar ist. Der Korpus K und das Möbelteil M sind
in Figur 3a rein schematisiert ausschnittsweise angedeutet. Die Scharnierteile 2 und
3 können jeweils innenseitig am Korpus bzw. am bewegbaren Möbelteil insbesondere über
Schrauben oder über Schnellbefestigungsmittel insbesondere werkzeuglos befestigt werden.
Die beiden Scharnierteile 2 und 3 sind durch vier Gelenkarme 4 bis 7 miteinander über
einen Gelenkmechanismus zueinander schwenkbar miteinander verbunden. Die Gelenkarme
umfassen einen ersten Kreuzarm 4 und einen zweiten Kreuzarm 5 sowie einen ersten Verbindungsarm
6 und einen zweiten Verbindungsarm 7. Dabei weist der Gelenkmechanismus sieben Schwenk-Gelenke
8 bis 14 auf, welche nachfolgend als erstes bis sechstes Gelenk und als Kreuzgelenk
bezeichnet sind. Das erste Gelenk 8 dient zur schwenkbaren Aufnahme des ersten Verbindungsarms
6 am Korpus-Scharnierteil 2, wobei der Verbindungsarm 6 über ein zweites Gelenk 9
mit dem ersten Kreuzarm 4 verbunden ist, der wiederum über ein drittes Gelenk 10 gelenkig
am Möbelteil-Scharnierteil 3 aufgenommen ist. Am Möbelteil-Scharnierteil 3 ist außerdem
über ein viertes Gelenk 11 der zweite Verbindungsarm 7 gelenkig aufgenommen und über
ein fünftes Gelenk 12 mit dem zweiten Kreuzarm 5 gelenkig verbunden. Der zweite Kreuzarm
5 ist außerdem am Korpus-Scharnierteil 2 über ein sechstes.Gelenk 13 gelenkig am Korpus-Scharnierteil
2 aufgenommen. Des Weiteren sind die beiden Kreuzarme 4, 5 über ein Kreuzgelenk 14
miteinander gelenkig verbunden. Sämtliche Gelenkachsen der Gelenke 8 bis 14 sind parallel
bzw. senkrecht zur Schnittebene der Figuren 3a, 4a.
[0036] Über den mit dem Scharnier 1 bereitgestellten Gelenkmechanismus kann im montierten
Zustand am Möbel damit das bewegbares Möbelteil M aus seiner zum Korpus K geschlossenen
Position bzw. der Endstellung des Scharniers 1 gemäß Figur 4a in eine maximal weit
verschwenkte geöffnete Stellung des Möbelteils bzw. in die Endstellung des Scharniers
1 gemäß Figur 2 gebracht werden, was einem maximalen Schwenkwinkel von über 160 Winkelgrade
entspricht. Daher wird das Scharnier 1 auch als Weitwinkelscharnier bezeichnet.
[0037] Wie aus Figur 5 hervorgeht, sind die Gelenke 8 bis 14 für deren gelenkige Funktion
jeweils mit einem Achsstift 8a bis 14a realisiert, welche in entsprechend passenden
Öffnungen bzw. Bohrungen in den miteinander verbundenen Bauteilen aufgenommen sind.
[0038] Des Weiteren ist aus Figur 5 ersichtlich, dass das Korpus-Scharnierteil 2 ein inneres
Montageteil 15 und ein darauf bzw. darüber aufsetzbares Aufsetzteil 16 umfasst. Das
Korpus-Scharnierteil 2 umfasst außerdem zur Einstellung des montierten Scharniers
1 Verstellmittel, die eine Einstellschraube 17 und ein Verstellelement 18 umfassen.
Im Montageteil 15 ist außerdem ein separat einsetzbarer Dämpfer 19, der z. B. als
Fluid-Dämpfer ausgebildet ist, einer Dämpferanordnung integriert, die in ihrer Dämpfercharakteristik
ein- bzw. verstellbar ist. Der Dämpfer 19 umfasst ein Gehäuse 19a, in dem ein nicht
ersichtlicher Kolben verschieblich aufgenommen ist, mit dem eine aus dem Gehäuse 19a
herausstehende Kolbenstange 19b verbunden ist. Mit dem Gehäuse 19a ist außen über
Klemmbacken 20a ein Bedienbügel 20 verbunden. Die Kolbenstange 19b ist mit dem unteren
Ende der Einstellschraube 17 verbunden.
[0039] Ein Verbindungsstift 21 dient zur Verbindung des Montageteils 15 und des Aufsetzteils
16.
[0040] Für ein gezieltes Einwirken auf den Dämpfer 19 ist eine Steuerung vorgesehen, die
einen mit dem Gehäuse 19a verbundenen Bedienhebel 22 umfasst, der über eine Bohrung
23 im Bedienhebel 22, eine Bohrung 25 im Aufsetzteil 16 und einen die Bohrungen 23
und 25 durchgreifenden Achsstift 24 schwenkbar am Aufsetzteil 16 gelagert ist, mit
einer Schwenkachse, die parallel zu den Gelenkachsen 8 bis 14 verläuft. Zur Bewegungskopplung
der Schwenkbewegung des Bedienhebels 22 mit der translatorischen Bewegung des Gehäuses
19a ist der Bedienhebel 22 als zweiarmiger Hebel ausgebildet. Der Bedienhebel 22 ist
an seinem zum Aufsetzteil 16 zugewandten Ende über einen Achsstift 26 mit dem Bedienbügel
20 über eine weitere Bohrung 28 endseitig am Bedienhebel 22 und eine Bohrung 27 im
Bedienbügel 20 gelenkig verbunden. Am vom Aufsetzteil 16 abgewandten Ende ist der
Bedienhebel 22 mit einem Eingreifabschnitt in Form einer Profilierung, hier in Form
einer zur Längserstreckung seitlich vorstehenden Nase 29, versehen, welche mit einem
Führungsabschnitt 30 an einem Führungshebel 31 zeit- bzw. phasenweise zusammenwirkt
bzw. ein- und auskuppelbar ist.
[0041] Der Führungsabschnitt 30 im Führungshebel 31 umfasst eine leicht gebogen verlaufende
Nut 30a, was insbesondere gemäß der Figuren 3b und 4b im mittigen Längsschnitt durch
den Führungshebel 31 ersichtlich ist, mit einer Nuttiefe, die in etwa der Höhe der
vorstehenden Nase 29 entspricht. Die Nut 30a endet geschlossen im Führungshebel 31,
wobei zum sicheren und ruckfreien Ein- und Auskuppeln der Nase 29 mit dem Führungsabschnitt
30 die Nut 30a an ihrem offenen Ende sich über einen aufweitenden bzw. von der Seite
trichterförmigen Einfädelabschnitt 30b erweitert. Die Nase ist entsprechend für ein
sauberes Aus- und Einfädeln bzw. ein Gleiten in der Nut 30a im Schnitt halbseitig
konvex und halbseitig flach ausgestaltet.
[0042] Anstelle der Führungsnut kann ein endseitig offenes Langloch, ein Einschnitt, eine
Kulissenführung usw. ausgebildet sein.
[0043] Der Führungshebel 31 weist am Ende jeweils Bohrungen 31a, 31b auf, über welche der
Führungshebel 31 zwischen den Achsstiften 13a und 14a bzw. den entsprechenden Gelenken
13 und 14 eingespannt ist. Damit wird der Führungshebel 31 entsprechend des beim Schwenkvorgang
mit dem Scharnier 1 bewegten Teils des zweiten Kreuzarms 5 mitbewegt. Dies wird auch
aus den Figuren 3a und 4a deutlich, wonach der Führungshebel 31 in Figur 3a entsprechend
der gezeigten Zwischenstellung in seiner Längsausrichtung in etwa senkrecht zur Längserstreckung
des Korpus-Scharnierteils 2 steht und in Figur 4a bei einer Endstellung des Schwenkmechanismus
mit dem Scharnier 1 nach rechts um etwas 45 Winkelgrade geneigt ist. Diese Stellungen
entsprechen den jeweils dazugehörigen Schwenkstellungen des zweiten Kreuzarms 5.
[0044] Grundsätzlich, jedoch nicht immer erfindungsgemäß, können der Führungsabschnitt bzw.
der Führungshebel 31 und der weitere Hebel bzw. der Betätigungshebel 22 an einer anderen
Stelle im Scharnier 1 bzw. in anderen Scharnieren vorhanden sein.
[0045] Das Scharnier 1 weist zudem eine Einzuganordnung 32 im ersten Kreuzarm 4 integriert
auf, welche auf einem letzten Teilabschnitt der Schwenkbewegung vor Erreichen einer
Schließstellung gemäß Figur 4a über zwei integrierte Spiralfedern 33, 34 und eine
Druckplatte 35 bei Erreichen einer vorgebbaren Schwenkstellung des Scharniers 1 dieses
selbsttätig in die geschlossene Endstellung gemäß Figur 4a drückt bzw. zieht, wobei
die hierfür notwendige Schließkraft durch die beiden vorgespannten Spiralfedern 33,
34 realisiert wird. Dabei wirken die Spiralfedern 33, 34 nach einer Aufhebung einer
Blockierung der Einzuganordnung 32, was z. B. beim Schließen eines Möbelteils M an
einem Korpus K mit dem Scharnier 1 an einem vorgebbaren Schwenkpunkt erfolgt, so auf
die Druckplatte 35, dass diese in Richtung auf den Verbindungsarm 6 verschoben wird
und auf diesen einwirkt, so dass ein gedämpftes Schließen des Möbelteils M in die
Endstellung gemäß Figur 4a erfolgt. Kurz nach dem Aktivieren der Einzuganordnung 32
wird danach bei der weiteren Schließbewegung durch die Kopplung des Betätigungshebels
22 einerseits mit dem Führungshebel 31 und andererseits mit dem Bedienbügel 20 die
Dämpferanordnung 19 ebenfalls aktiviert.
[0046] Die Einzuganordnung 32 wird über zwei Steckstifte 36, 37 am Kreuzarm 4 gehalten.
[0047] Beim erneuten Öffnen des am Möbelteil-Scharnierteil 3 angebrachten bewegbaren Möbelteils
M relativ zum Korpus K wird die Einzuganordnung 32 wieder in ihre vorgespannte Position
gebracht (Figur 1, 2, 3a) und in dieser gehalten, bis bei einer Rückbewegung durch
Verschwenken des Scharniers 1 beim Schließen des betreffenden Möbelteils wieder die
vorgegebene Einzugsposition erreicht wird. Entsprechend wird die Dämpferanordnung
19 wieder in Bereitschaftsstellung gemäß Figur 1, 2 bzw. 3a gebracht durch Zurückschieben
des Gehäuses 19a in die Bereitschaftsstellung durch Einwirken des entsprechend beim
Öffnen des Möbelteils M zurückschwenkenden Betätigungshebels 22.
[0048] So kann beim Schließen des Möbelteils M beim Verschwenkvorgang trotz der Einzugsautomatik
bzw. eines Zuschlagens kein stoßartiges Anschlagen des Möbelteils M am Korpus K stattfinden.
Beim Dämpfen der Schließbewegung wird das Gehäuse 19a in Richtung auf ein vorderes
Ende der aus dem Gehäuse 19a vorstehenden und positionsfest gehaltenen Kolbenstange
19b bewegt. Diese Bewegung erfolgt gedämpft bzw. gebremst.
[0049] Während des Dämpfvorgangs wird der Bedienhebel 22 um den Achsstift 24 in der Bohrung
25 gemäß Pfeil P1 in Figur 3b im Uhrzeigersinn verschwenkt, sodass das Gehäuse 19a
relativ zum freien Ende der Kolbenstange 19b gemäß Pfeil P2 in Figur 3a verschoben
wird. Beim Koppeln wird die Nase 29 vorne am Bedienhebel 22 in dem Führungsabschnitt
30 bis in die Endstellung gemäß Figur 4a und 4b gebracht. Bei erneutem Öffnen bzw.
Verschwenken in die entgegengesetzte Richtung wird durch das Zusammenwirken des Führungshebels
31 und des Bedienhebels 22 das Dämpfergehäuse 19a wieder in die gemäß Figur 3a gezeigte
Bereitschaftsstellung zurückgeschoben.
Bezugszeichenliste:
[0050]
- 1
- Scharnier
- 2
- Korpus-Scharnierteil
- 3
- Möbelteil-Scharnierteil
- 4
- Kreuzarm
- 5
- Kreuzarm
- 6
- Verbindungsarm
- 7
- Verbindungsarm
- 8 bis 13
- Gelenk
- 8a bis 14a
- Achsstift
- 14
- Kreuzgelenk
- 15
- Montageteil
- 16
- Aufsetzteil
- 17
- Einstellschraube
- 18
- Verstellelement
- 19
- Dämpfer
- 19a
- Gehäuse
- 19b
- Kolbenstange
- 20
- Bedienbügel
- 20a
- Klemmbacke
- 21
- Verbindungsstift
- 22
- Bedienhebel
- 23
- Bohrung
- 24
- Achsstift
- 25
- Bohrung
- 26
- Achsstift
- 27
- Bohrung
- 28
- Bohrung
- 29
- Nase
- 30
- Führungsabschnitt
- 30a
- Nut
- 30b
- Einfädelabschnitt
- 31
- Führungshebel
- 31a, 31b
- Bohrung
- 32
- Einzuganordnung
- 33, 34
- Spiralfeder
- 35
- Druckplatte
- 36, 37
- Steckstift
1. Scharnier (1) für ein an einem Korpus eines Möbels angeschlagenes bewegbares Möbelteil,
insbesondere für eine Tür oder Klappe, wobei das Scharnier (1) ein an dem Korpus anbringbares
erstes Anschlagteil (2) aufweist, welches über einen Gelenkmechanismus mit einem am
bewegbaren Möbelteil anbringbaren zweiten Anschlagteil (3) verschwenkbar verbunden
ist, wobei der Gelenkmechanismus über Gelenkachsen gelagerte Gelenkhebel (4 bis 7)
umfasst, und wobei ein über eine zu den Gelenkachsen separate Achse schwenkbar gelagerter
weiterer Hebel (22) vorhanden ist, der bei einer vollständigen bestimmungsgemäßen
Schwenkbewegung des Scharniers (1) mit einem Führungsabschnitt (30) am Scharnier (1)
zeitweise eingekuppelt ist, wobei der weitere Hebel (22) auf eine Dämpferanordnung
des Scharniers (1) oder auf einen Aktor des Scharniers einwirkt, und wobei der Aktor als induktiv arbeitender
Elektromotor, als Hydraulik- oder Pneumatikaktor, als Zylinder, als elektrochemischer
oder elektromechanischer Aktor oder als Piezoaktor ausgebildet ist, wobei insbesondere
ein Elektromotor über das Zusammenspiel des weiteren Hebels mit dem Führungsabschnitt
bedient beziehungsweise angesteuert werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsabschnitt (30) eine Führungsnut (30a) umfasst, welche für die zeitweise
Einkupplung mit einem Eingriffabschnitt (29) des weiteren Hebels (22) abgestimmt ausgebildet
ist und dass der an einem Führungshebel (31) angeordnete Führungsabschnitt (30) zwischen zwei Gelenkachsen des Scharniers (1) aufgenommen
ist.
2. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Hebel (22) und der Führungsabschnitt (30) derart aufeinander abgestimmt
sind, einen Einkupplungszustand zwischen dem weiteren Hebel (22) und dem Führungsabschnitt
(30), wobei sich der Einkupplungszustand bei einer bestimmungsgemäßen Schwenkbewegung
des Scharniers (1) in eine erste Schwenkrichtung an einem Einkupplungspunkt der Schwenkbewegung
einstellt, bei einer Schwenkbewegung des Scharniers aus dem Einkupplungspunkt heraus
in eine zweite Schwenkrichtung, die der ersten Schwenkrichtung entgegengerichtet ist,
aufzuheben.
3. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Hebel (22) ausgebildet ist, auf einen Abschnitt eines Bauteils (31) einzuwirken,
das an dem am Korpus anbringbaren ersten Anschlagteil (2) vorhanden ist.
4. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsabschnitt (30) derart vorhanden ist, dass bei einer bestimmungsgemäßen
Schwenkbewegung des Scharniers (1) der Führungsabschnitt (30) mitbewegt wird.
5. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Hebel (22) an einem der Anschlagteile (2) schwenkbar gelagert ist.
6. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Hebel (22) und die Dämpferanordnung an demselben Anschlagteil (2) angeordnet
sind.
7. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (1) als Kreuzgelenkscharnier ausgebildet ist.
8. Scharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (1) als Weitwinkelscharnier ausgebildet ist.
9. Möbel mit einem an einem Korpus des Möbels angeschlagenen bewegbaren Möbelteil, insbesondere
mit einer Türe oder Klappe, wobei das Möbel ein Scharnier nach einem der vorhergehenden
Ansprüche aufweist.
1. Hinge (1) for a movable furniture part, in particular a door or flap, fastened to
a body of a piece of furniture, the hinge (1) having a first fastening part (2) which
is attachable to the body and which is connected pivotably by a joint mechanism to
a second fastening part (3) attachable to the movable furniture part, the joint mechanism
comprising articulated levers (4 to 7) mounted by axes of articulation, and an additional
lever (22) being provided which is pivotably mounted about an axis separate from the
articulation axes, which lever during a complete appropriate pivoting movement of
the hinge (1) is temporarily coupled to a guide portion (30) of the hinge (1), the
additional lever (22) acting on a damper arrangement of the hinge (1) or on an actuator
of the hinge, and the actuator being designed as an inductively operating electric
motor, as a hydraulic or pneumatic actuator, as a cylinder, as an electrochemical
or electromechanical actuator or as a piezo actuator, wherein in particular an electric
motor can be operated or controlled by the interaction of the additional lever with
the guide portion, characterised in that the guide portion (30) comprises a guiding groove (30a) which is designed for coupling
temporarily with an engagement section (29) of the additional lever (22) and in that the guide portion (30) arranged on a guide lever (31) is mounted between two articulation
axes of the hinge (1).
2. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the additional lever (22) and the guide portion (30) are coordinated with one another
in such a way as to cancel a coupling state between the additional lever (22) and
the guide portion (30), the coupling state occurring during an appropriate pivoting
movement of the hinge (1) in a first pivoting direction at a coupling point of the
pivoting movement, during a pivoting movement of the hinge out of the coupling point
into a second pivoting direction, which is opposite to the first pivoting direction.
3. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the additional lever (22) is designed to act upon a portion of a component (31) which
is provided on the first fastening part (2) attachable to the body.
4. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the guide portion (30) is provided such that the guide portion (30) is also moved
during an appropriate pivoting movement of the hinge (1).
5. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the additional lever (22) is mounted pivotably on one of the fastening parts (2).
6. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the additional lever (22) and the damper arrangement are arranged on the same fastening
part (2).
7. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the hinge (1) is designed as a universal joint hinge.
8. Hinge according to any of the preceding claims, characterised in that the hinge (1) is designed as a wide-angle hinge.
9. Piece of furniture having a movable furniture part, in particular a door or flap,
fastened to a body of the piece of furniture, the piece of furniture having a hinge
according to any of the preceding claims.
1. Charnière (1) pour un élément de meuble mobile venant en butée contre un corps d'un
meuble, notamment pour une porte ou un abattant, ladite charnière (1) présentant un
premier élément de butée (2) qui peut être monté sur le corps et qui est relié de
manière pivotante à un deuxième élément de butée (3) pouvant être monté sur l'élément
de meuble mobile par l'intermédiaire d'un mécanisme articulé, le mécanisme articulé
comprenant des leviers articulés (4 à 7) montés par l'intermédiaire d'axes d'articulation,
et un levier supplémentaire (22) étant prévu, lequel est monté pivotant par l'intermédiaire
d'un axe séparé des axes d'articulation et est accouplé temporairement à une partie
de guidage (30) sur la charnière (1) lors d'un mouvement de pivotement complet de
la charnière (1) dans le cadre d'une utilisation normale, le levier supplémentaire
(22) agissant sur un dispositif amortisseur de la charnière (1) ou sur un actionneur
de la charnière, et l'actionneur étant conçu sous la forme d'un moteur électrique
à fonctionnement inductif, d'un actionneur hydraulique ou pneumatique, d'un vérin,
d'un actionneur électrochimique ou électromécanique ou d'un actionneur piézo-électrique,
un moteur électrique pouvant notamment être commandé ou contrôlé par la coopération
du levier supplémentaire et de la partie de guidage, caractérisée en ce que la partie de guidage (30) comprend une rainure de guidage (30a) qui est conçue de
façon coordonnée pour le couplage temporaire avec une partie d'engrènement (29) du
levier supplémentaire (22), et en ce que la partie de guidage (30) disposée sur un levier de guidage (31) est reçue entre
deux axes d'articulation de la charnière (1).
2. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le levier supplémentaire (22) et la partie de guidage (30) sont coordonnés l'un avec
l'autre de manière à annuler un état d'accouplement entre le levier supplémentaire
(22) et la partie de guidage (30), l'état d'accouplement se produisant lors d'un mouvement
de pivotement de la charnière (1) dans le cadre d'une utilisation normale dans une
première direction de pivotement au niveau d'un point d'accouplement du mouvement
de pivotement, lors d'un mouvement de pivotement de la charnière hors du point d'accouplement
dans une deuxième direction de pivotement opposée à la première direction de pivotement.
3. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le levier supplémentaire (22) est conçu pour agir sur une partie d'un composant (31)
qui est présent sur le premier élément de butée (2) pouvant être fixé au corps.
4. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la partie de guidage (30) est prévue de telle sorte que, lors d'un mouvement de pivotement
de la charnière (1) dans le cadre d'une utilisation normale, la partie de guidage
(30) est également déplacée.
5. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le levier supplémentaire (22) est monté de manière pivotante sur l'un des éléments
de butée (2).
6. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le levier supplémentaire (22) et le dispositif amortisseur sont disposés sur le même
élément de butée (2).
7. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la charnière (1) est conçue comme une charnière à articulation croisée.
8. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la charnière (1) est conçue comme une charnière à grand angle.
9. Meuble comportant une partie de meuble mobile venant en butée contre un corps d'un
meuble, en particulier une porte ou un abattant, le meuble étant muni d'une charnière
selon l'une des revendications précédentes.