[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Strombegrenzung mit einer
veränderbaren Spulenimpedanz.
[0002] Strombegrenzer werden ganz allgemein in der Energietechnik und in der elektrischen
Energieversorgung eingesetzt. In der Energietechnik allgemein und insbesondere in
der Hochspannungstechnik sind vor allem Strombegrenzer bekannt, die unter Verwendung
von Drosselspulen nach dem Prinzip des abgeschirmten Eisenkerns oder des gleichstromvormagnetisierten
Eisenkerns arbeiten. Nachteilig ist bei Strombegrenzern, in denen Eisenkerne verwendet
werden, dass sie durch ein hohes Volumen und hohes Gewicht gekennzeichnet sind, sowie
die vergleichsweise hohe Impedanz des elektrischen Systems im Nennbetrieb.
[0003] Weiter bekannt sind die als I
s-Begrenzer bezeichneten Strombegrenzer. Der Vorteil dieser I
s-Begrenzer liegt darin, dass die Impedanz im Normalbetrieb vernachlässigbar gering
ist, jedoch im Fehlerfall schlagartig erhöht werden kann. Dies wird durch Sprengkapseln
realisiert. Ein Nachteil dieses Systems ist jedoch, dass durch die Verwendung von
Sprengkapseln nach jedem Auslösen ein Wartungsvorgang nach sich zieht und dass es
nur begrenzt auf Anwendungen in der Hochspannungstechnik skalierbar ist.
[0004] Ein weiterer Ansatz ist die Verwendung von supraleitenden Materialen. Die
DE 602004012035 beschreibt zum Beispiel einen supraleitenden Strombegrenzer mit magnetfeldunterstütztem
Quench. Im Fehlerfall führt der durch den Supraleiter fließende Strom zu einem kritischen
Strom und der Supraleiter geht in den normalleitenden Zustand über. Gemäß des in der
DE 602004012035 offenbarten Strombegrenzers ist jeder Supraleiterkörper mit einer Spule parallelgeschaltet.
[0005] Bekannt ist weiterhin das Prinzip der so genannten resistiven supraleitenden Strombegrenzer,
die durch ihre nichtlineare Strom- Spannungslinie den Strom im Kurzschlussfall begrenzen.
Nachteilig bei den beiden letztgenannten Prinzipien ist, dass die Stromzufuhr über
geeignete Mittel zwischen einer Raumtemperaturumgebung und eine Tieftemperaturumgebung
erfolgen muss. Hierbei kommt es zu hohen thermischen Verlusten.
[0006] Die
JP H05 145128 A offenbart eine Vorrichtung zur Strombegrenzung mit einer Drosselspule, einer Kühleinrichtung
und einer magnetischen Abschirmung aus einem Hochtemperatur-supraleitenden Hohlkörper
in der Drosselspule.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher einen Strombegrenzer anzugeben, der die genannten Einschränkungen und
Nachteile vermeidet. Insbesondere soll die Erfindung einen Strombegrenzer angeben,
der schnell und zuverlässig im Fehlerfall den Strom begrenzt, automatisch in den Normalzustand
zurückkehrt, sowie die Impedanz im Nennbetrieb nur in vernachlässigbarem Maße erhöht.
Der Strombegrenzer soll weiterhin in Kombination mit den vielfach verwendeten Drosselspulen
eingesetzt werden können und in bestehende Netze nachrüstbar sein.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch
1. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung an.
[0009] Zur Lösung der Aufgabe wird ein Strombegrenzer vorgeschlagen, bei dem durch den Einsatz
einer supraleitenden Spule im Innern einer Drosselspule die Induktivität und damit
die Impedanz der Drosselspule signifikant reduziert wird. Dies geschieht durch Ströme,
die in der supraleitenden Spule induziert werden und die das Magnetfeld der Drosselspule
kompensieren.
[0010] Die Drosselspule des erfindungsgemäßen Strombegrenzers umfasst einen abgeschlossenen
Kryostat, der keine elektrische Verbindung zu seiner Umgebung hat. Im Innern des Kyrostats
ist eine kurzgeschlossene Spule angeordnet, die aus einem supraleitenden Material
besteht. Diese Spule umfasst eine supraleitende Spule, die aus nur einer kurzgeschlossenen
Windung besteht. Erfindungsgemäß besteht die kurzgeschlossene Spule aus einem kommerziell
erhältlichen supraleitenden Bandleiter.
[0011] Im Normalbetrieb kompensiert die supraleitende Spule das Magnetfeld der Drosselspule.
Dadurch wird die Induktivität gesenkt und der Spannungsabfall im Normalbetrieb wird
minimiert. Bei Überschreiten eines bestimmten Stromwertes in der supraleitenden Spule
geht der Supraleiter in den normalleitenden Zustand über und vergrößert die Induktivität,
wodurch der Strom begrenzt wird. Nach dem Abschalten des zu hohen Stroms geht der
Supraleiter nach einer geringen Zeit wieder selbstständig in den supraleitenden Zustand
zurück und der Normalbetrieb kann wieder aufgenommen werden.
[0012] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Strombegrenzers ist seine intrinsische Eigensicherheit
durch die Materialeigenschaften des Supraleiters selbst. Dies erlaubt einen Verzicht
auf zusätzliche Auslösemechanismen.
[0013] Ein besonderer Vorteil ist, dass zur effektiven Strombegrenzung kein Eisenkern notwendig
ist, was sich vorteilhaft auf die Impedanz des Systems und auch auf die Dimensionierung
des Bauteils auswirkt. Der Verzicht auf Eisenkerne erlaubt eine kompakte Bauweise
des Strombegrenzers, so dass dieser in bestehende Netzsysteme eingebaut werden kann.
Auf diese Weise können konventionelle Maßnahmen zur Strombegrenzung mit einer Drosselspule
effizienter gestaltet werden. Dies ist sowohl durch Erstausrüstung neuer Energienetzwerke
mit einer kurzgeschlossenen supraleitenden Spule zur Reduzierung der Impedanz im Nennbetrieb,
als auch durch Nachrüstung bestehender Netzwerke.
[0014] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass keine Mittel zur Stromzuführung zu der
supraleitenden Spule nötig sind. Der Kryostat kann daher als abgeschlossenes System
ausgeführt werden und die üblicherweise auftretenden thermischen Verluste, die bei
elektrischen Verbindungen zwischen einer Umgebung mit Raumtemperatur und einer Tieftemperaturumgebung
auftreten, werden vermieden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels und der Figuren erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Übersichtsschaubild einer Anordnung aus einer Drosselspule mit eingesetzter
Hochtemperatursupraleiter (HTS) Spule und Kühleinrichtung.
Fig. 2 zeigt das Ersatzschaltbild einer Drosselspule mit eingesetzter HTS Spule.
[0016] In
Fig. 1 ist schematisch eine Anordnung aus einer Drosselspule
1, einem Kryostat
2, der mit flüssigem Stickstoff
3 gefüllt ist, einem Kühlgerät
4 und einer HTS-Spule
5 dargestellt.
[0017] Die HTS-Spule
5 ist in der Ausführform als YBCO-Bandleiter mit einer, in der Figur nicht gezeigten,
Wicklung ausgestaltet, wobei diese Wicklung aus nur einer kurzgeschlossenen Windung
besteht. Die HTS-Spule
5 ist außerdem in einem Kryostat
2 angeordnet, wobei ein Kühlgerät
4 den sich in ihm befindlichen und die HTS-Spule umgebenen Stickstoff
3 kühlt. Auf diese Weise werden die supraleitenden Eigenschaften der HTS-Spule
5 erzeugt.
[0018] Fig. 2 zeigt das Ersatzschaltbild der Drosselspule
1 mit einem ohmschen Widerstand
11 und einer Streuinduktivität
12 und mit einer eingesetzter HTS-Spule
5, die eine veränderliche Impedanz
21 besitzt.
[0019] Die gesamte Anordnung der Spulen hat die Hauptinduktivität
22. Die kurzgeschlossene HTS-Spule
5 kompensiert im Normalbetrieb das Magnetfeld der Drosselspule
1. Durch diese Kompensation wird die Induktivität abgesenkt und die Verluste des Systems
im Normalbetrieb werden minimiert. Kommt es hingegen zu einem Kurzschluss, geht die
HTS-Spule
5 in den normalleitenden Zustand über. Das Magnetfeld der Drosselspule
1 wird nicht mehr kompensiert und als Folge steigt die Induktivität an. Der Kurzschlussstrom
wird dadurch begrenzt. Bei Wegfall des Kurzschlusstroms kehrt die HTS-Spule
5 nach wenigen Sekunden in den supraleitenden Zustand zurück und der Normalbetrieb
wird wieder aufgenommen.
Bezugszeichenliste
[0020]
1 Drosselspule
2 Kryostat
3 flüssiger Stickstoff
4 Kühlgerät
5 HTS-Spule
11 ohmscher Widerstand der Drosselspule
12 primäre Streuinduktivität der Drosselspule
21 veränderliche Imdepanz der supraleitenden Spule
22 Hauptinduktivität der Anordnung
1. Vorrichtung zur Strombegrenzung mit einer veränderbaren Spulenimpedanz, umfassend
eine Drosselspule (1), und eine Kühleinrichtung (4), wobei eine weitere Spule (5)
aus einem Hochtemperatur supraleitenden Material in der Drosselspule (1) angeordnet
ist und wobei der Strombegrenzer eisenkernlos ausgeführt ist und die weitere Spule
(5) elektrisch kurzgeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die weitere Spule (5) aus nur einer kurzgeschlossenen Windung aus einem supraleitenden
Bandleiter besteht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Kühleinrichtung (4) einen Kryostat (2) umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei der Kryostat (2) als abgeschlossenes System, ohne
Mittel zum elektrischen Verbinden der weiteren Spule (5) zu ihrer elektrischen Umgebung,
ausgeführt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die weitere Spule (5) aus dem
Hochtemperatur supraleitenden Material im Inneren des Kryostats (2) angeordnet ist.
1. Device for limiting current, having variable coil impendance, comprising a Choke coil
(1) and a cooling device (4), wherein a further coil (5) made of a high-temperature
superconductive material is arranged in the choke coil (1), and wherein the current
limiting device is designed to be without an iron core and the further coil (5) is
electrically short-circuited,
characterised in that
the further coil (5) consists of only one short-circuited winding made of a superconductive
strip conductor.
2. Device according to claim 1, wherein the cooling device (4) comprises a cryostat (2).
3. Device according to claim 2, wherein the cryostat (2) is designed as a closed system,
without means for the electrical connection of the further coil (5) to its electrical
environment.
4. Device according to any one of claims 1 to 3, wherein the further coil (5) made of
a high-temperature superconductive material is arranged in the interior of the cryostat
(2).
1. Dispositif de limitation de courant ayant une impédance de bobine variable, comprenant
une bobine de self (1) et un dispositif de refroidissement (4), une autre bobine (5)
en un matériau supraconducteur à haute température étant monté dans la bobine de self
(1) et le limitateur de courant étant réalisé" sans noyau en fer, et l'autre bobine
(5) étant en court-circuit électrique, caractérisé en ce que l'autre bobine (5) est constituée d'un conducteur plat supraconducteur n'ayant qu'un
seul enroulement en court-circuit.
2. Dispositif conforme à la revendication 1, dans lequel le dispositif de refroidissement
(4) renferme un cryostat (2).
3. Dispositif conforme à la revendication 2, dans lequel le cryostat (2) est réalisé
sous la forme d'un système fermé sans moyen de liaison électrique de l'autre bobine
(5) à son environnement électrique.
4. Dispositif conforme à l'une des revendications 1 à 3, dans lequel l'autre bobine (5)
en matériau supraconducteur à haute température est montée à la partie interne du
cryostat (2).