[0001] Die Erfindung betrifft eine gestapelte Mikrostreifen-Antenne nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Der Fachliteratur folgend (z.B.
R. B. Waterhouse, Ed., "Microstrip Patch Antennas - A Designers Guide", Kluwer Acad.
Publishers, 2003, p. 90) darf die elektromagnetische Kopplung der beiden übereinander liegenden Mikrostreifen-AntennenElemente
(im Folgenden auch kurz als Patch-Elemente bezeichnet) der Antenne nur schwach sein,
damit eine breite Impedanzbandbreite erzielt werden kann. Die technische Konsequenz
ist das Verwenden von HF-Schaummaterialien als Separator und Träger zwischen den beiden
Patch-Elementen, da derartige Schäume eine niedrige Dielektrizitätskonstante
εr aufweisen. Eine derartige Lösung mit HF-Schaummaterialien ist aus der
US 7,636,063 B2 sowie aus der
EP 1 793 451 A1 bekannt. Diese Schäume sind für Standard-PCB-Prozesse jedoch zu temperatur-und druckempfindlich,
was zu komplizierten und kostspieligen Herstellungsverfahren führt.
[0003] In der bereits genannten
US 7,636,063 B2 sowie der
US 6,333,719 B1 wird darüber hinaus ein weiterer Ansatz beschrieben, bei der der Zwischenraum zwischen
den beiden Patch-Elementen komplett von einem Hohlraum gebildet wird. Der dadurch
notwendige äußere Träger für eines der beiden Patch-Elemente ist als Gehäuse oder
Radom ausgebildet. Dies führt ebenfalls zu aufwändigen und kostspieligen Herstellverfahren.
[0004] In
ZIVANOVIC, B.; WELLER, T.M.; MELAIS, S.; MEYER, T.; "The effect of alignment tolerance
on multilayer air cavity microstrip patches," IEEE Antennas and Propagation Society
International, Symposium, 381-384, 9-15 June 2007, doi: 10.1109/APS.2007.4395510;
URL: http://ieeexplore.ieee.org/stamp/stamp. jsp?tp=&arnumber=439551 0&isnumber=4395410 ist eine Mikrostreifen-Antenne aus einem einzelnen Mikrostreifen-Antennen-Element
über einer Massefläche beschrieben, wobei der dazwischen liegende dielektrische Separator
eine Kavität aufweist.
[0006] US 7,050,004 B2 beschreibt eine Mikrostreifen-Antenne, deren Massefläche durch eine bewegliche Membran
gebildet ist, deren Lage relativ zum Mikrostreifen-Antennen-Element durch Anlegen
einer Spannung verändert werden kann.
[0007] US 5,363,067 A beschreibt eine Mikrostreifen-Leitung mit zwei nebeneinander liegenden Leitern oberhalb
einer Massefläche. Der Raum oberhalb der beiden Leiter wird durch jeweils eine Kavität
innerhalb eines dielektrischen Substrats gebildet.
[0008] In der
US 2004/0189527 A1 werden die dielektrischen Eigenschaften der Substratschichten, welche zwischen den
beiden Patchelementen bzw. unterhalb des unteren Patchelements angeordnet sind, gezielt
gesteuert, indem ein weiteres Material in mikrosokopische Hohlräume innerhalb der
Substratschicht eingebracht wird (sogenannte Metamaterialien).
[0009] WO 2007/149046 A1 beschreibt eine Antennenkonfiguration, bei der sich eine Luftkavität auf beiden Seiten
des unteren Patchelements befindet. Der Separator, der das untere vom oberen Patchelement
trennt, besteht aus einem das unter Patchelement umfassenden Rahmen sowie einer darauf
angeordneten dielektrischen Schicht, welche das obere Patchelement trägt. Ähnlich
wie in der
WO 2007/149046 A1 ist auch in der
JP 2 252304 A der Separator zwischen unterem und oberen Patchelement zweistückig aus einem das
untere Patchelement umfassenden Rahmen und darauf angeordneter Platte aufgebaut. Das
untere Patchelement sitzt dabei auf einem Vollmaterial ohne Hohlräume.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße gestapelte Mikrostreifen-Antenne
zu schaffen, die herstellungstechnisch vorteilhaft ist, ohne dass die gebotene schwache
elektromagnetische Kopplung der Patch-Elemente verloren geht.
[0011] Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand des Patentanspruch 1 gelöst. Eine vorteilhafte
Ausführung der Erfindung ist Gegenstand eines Unteranspruchs.
[0012] Gemäß der Erfindung wird zwischen den beiden übereinander liegenden Patch-Elementen
ein Separator angeordnet, in den, z.B. durch Bohren oder Fräsen, eine oder zwei Luftkavitäten
eingebracht sind.
[0013] Dadurch ist es möglich, ein Separatormaterial zu verwenden, das herstellungstechnisch
vorteilhaft ist, auch wenn dessen Dielektrizitätskonstante
εr im Hinblick auf die gewünschte schwache Kopplung zwischen den Patch-Elementen nicht
optimal (d.h. relativ hoch) ist. Die notwendige Anpassung erfolgt durch die in den
Separator eingebrachten Kavitäten, welche die effektive Dielektrizitätskonstante zwischen
den Patch-Elementen deutlich herabgesetzt. Die Folge ist eine deutliche Reduktion
der elektromagnetischen Kopplung der Patch-Elemente.
[0014] Der erfindungsgemäße Separator reduziert sich somit auf eine Art von Halterahmen
für die Struktur der Antenne, während die Luftkavitäten die effektive Dielektrizitätskonstante
zwischen den Patch-Elementen deutlich heruntersetzen.
[0015] Als Separator kann besonders vorteilhaft ein konventionelles HF-Leiterplatten-Basismaterial
(z.B. RO 4003
® C der Firma Rogers Corporation, Microwave Materials Division, 100 S. Roosevelt Avenue,
Chandler AZ 85226-3415, USA) verwendet werden. Derartige Materialien bestehen üblicherweise
aus einem Harz mit darin eingebrachten Glasfasereinlagen. Die weisen eine gute Stabilität
auf und sind herstellungstechnisch unproblematisch. Die gegenüber einem HF-Schaummaterial
vergleichsweise hohe relative Dielektrizitätskonstante dieser Materialien wird durch
die eine eingebrachte Kavität bzw. zwei Kavitäten kompensiert.
[0016] Mit der Erfindung werden insbesondere die folgenden Vorteile erzielt:
- Durch die niedrige effektive Dielektrizitätskonstante wird eine Bandbreitenvergrößerung
der Antenne ermöglicht.
- Es können HF-Standardmaterialien und PCB-Standardprozesse zur Antennenherstellung
verwendet werden, so dass kostengünstige Herstellungsverfahren ermöglicht werden.
- Die Verfügbarkeit von robusten und breitbandigen Antennen wird ermöglicht.
- Unabhängigkeit von technisch schwer herstellbaren, diffizilen Antennen-Lösungen basierend
auf HF-Schäumen.
- Vielseitige Anwendung dieser Technologie z.B. als Strahlerelemente für 3D-T/R-Module
oder als zirkular polarisierte, strukturintegrierte Antennen.
- Prinzipiell anwendbar für einen weiten Frequenzbereich.
[0017] Die Erfindung wird anhand von Fig. näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführung der erfindungsgemäßen Antenne;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführung der erfindungsgemäßen Antenne.
[0018] Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine Ausführung der erfindungsgemäßen gestapelten
Mikrostreifen-Antenne mit zwei übereinander angeordneten Mikrostreifen-Antennen-Elementen
1 und 10 sowie der Massefläche 100. Die genannten leitfähigen Teile 1,10,100 sind
jeweils durch dielektrische Schichten 5,6,7 voneinander getrennt. Letztere bestehen
aus konventionellem HF-Leiterplatten-Basismaterial und weisen naturgemäß eine hohe
Dielektrizitätskonstante
εr auf. Beim unteren Patch-Element 1 handelt es sich um das gespeiste Patch-Element
der Antenne, während das obere Patch-Element 10 das parasitäre Patch-Element ist.
Wie bei derartigen Antennen üblich, schwingt das parasitäre Patch-Element 10 mit dem
Signal, das vom gespeisten Patch-Element 1 emittiert wird und verbessert somit die
Impedanzbandbreite der Gesamtanordnung.
[0019] Gemäß der Erfindung ist zwischen den beiden gestapelten Patch-Elementen 1,10 ein
Separator 5 vorhanden, der gleichzeitig als Träger für das obere Patch-Element 10
dient. In das Material des Separators 5 ist ein luftgefüllter, quader- oder zylinderförmiger
Hohlraum 20 hineingefräßt, der sich in der gezeigten Ausführung unmittelbar unterhalb
des parasitären Patch-Elements 10 befindet. Mit dieser Luftkavität 20 wird die effektive
Dielektrizitätskonstante zwischen den beiden Patch-Elementen 1,10 wesentlich herabgesetzt,
was zu der gewünschten erhöhten Impedanzbandbreite der Antenne führt.
[0020] Die dielektrische Schicht 6 zwischen unterem Patch-Element 1 und Massefläche 100
ist durchgängig ausgebildet (Vollmaterial), weist also insbesondere keine Hohlräume
auf. Somit besteht zwischen diesen beiden Leitern eine relativ hohe dielektrische
Konstante, was ebenfalls förderlich für die Erzielung einer erhöhten Antennenbandbreite
ist.
[0021] Eine Variante zu der in Fig. 1 gezeigten Ausführung zeigt die Fig. 2. Anstatt lediglich
einer Kavität sind dort zwei getrennte Kavitäten 21 im Separator 5 unterhalb des parasitären
Patch-Elements 10 vorhanden. Die beiden Kavitäten 21 wurden hier durch Bohren in dem
Material des Separators 5 erzeugt.
1. Gestapelte Mikrostreifen-Antenne mit folgendem Schichtaufbau:
- eine Massefläche (100),
- eine dielektrische Schicht (6), angrenzend an die Oberseite der Massefläche (100),
- ein unteres Patch-Element (1), angrenzend an die Oberseite der dielektrischen Schicht
(6),
- eine dielektrische Separatorschicht (5), oberhalb des unteren Patch-Elements (1)
- ein oberes Patch-Element (10), das an die Oberseite der dielektrischen Separatorschicht
(5) angrenzt, wobei
- die dielektrische Separatorschicht (5) lediglich eine oder zwei Luftkavitäten (20,21)
zwischen unterem (1) und oberem Patch-Element (10) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das untere Patch-Element (1) an die Unterseite der dielektrischen Separatorschicht
(5) angrenzt;
- die dielektrische Schicht (6) zwischen Massefläche (100) und unterem Patch-Element
(1) aus einem Vollmaterial ohne Hohlräume besteht.
2. Gestapelte Mikrostreifen-Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dielektrische Separatorschicht (5) aus einem HF-Leiterplatten-Basismaterial besteht.
1. Stacked microstrip antenna having the following layer construction:
- a ground surface (100),
- a dielectric layer (6), adjoining the top side of the ground surface (100),
- a lower patch element (1), adjoining the top side of the dielectric layer (6),
- a dielectric separator layer (5), above the lower patch element (1),
- an upper patch element (10), which adjoins the top side of the dielectric separator
layer (5), wherein
- the dielectric separator layer (5) has only one or two air cavities (20, 21) between
lower (1) and upper patch element (10),
characterized in that
- the lower patch element (1) adjoins the underside of the dielectric separator layer
(5);
- the dielectric layer (6) between ground surface (100) and lower patch element (1)
consists of a solid material without cavities.
2. Stacked microstrip antenna according to Claim 1, characterized in that the dielectric separator layer (5) consists of an RF printed circuit board base material.
1. Antenne à microbandes empilée, avec la structure de couches suivante:
- une face de masse (100),
- une couche diélectrique (6), adjacente au côté supérieur de la face de masse (100),
- un élément de pastille inférieur (1), adjacent au côté supérieur de la couche diélectrique
(6),
- une couche de séparateur diélectrique (5), au-dessus de l'élément de pastille inférieur
(1),
- un élément de pastille supérieur (10), qui est adjacent au côté supérieur de la
couche de séparateur diélectrique (5), dans laquelle
- la couche de séparateur diélectrique (5) présente uniquement une ou deux cavité(s)
d'air (20, 21) entre les éléments de pastille inférieur (1) et supérieur (10),
caractérisée en ce que
- l'élément de pastille inférieur (1) est adjacent au côté inférieur de la couche
de séparateur diélectrique (5);
- la couche diélectrique (6) entre la face de masse (100) et l'élément de pastille
inférieur (1) se compose de matériau plein sans cavités.
2. Antenne à microbandes empilée selon la revendication 1, caractérisée en ce que la couche de séparateur diélectrique (5) se compose d'un matériau de base de plaquette
de circuits imprimés HF.