Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anreicherung mindestens einer Komponente
aus einem Fluid durch Druckwechseladsorption.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Die Trennung von flüssigen oder gasförmigen Stoffgemischen mit Hilfe fester Materialien
wird seit Jahrzehnten für eine Vielzahl von Anwendungen kommerziell bzw. industriell
betrieben. Aufgrund ihrer hervorragenden Selektivitäten finden Zeolithe dabei verstärkt
Anwendung.
[0003] Die Zeolithe werden in der Regel auf Träger aufgebracht. Stand der Technik ist die
Verwendung von Granulaten, Formkörpern oder Membranen. Als Bindemittel eignen sich
inerte Feststoffe oder Polymere, die zusammen mit den Zeolithen sorptiv wirkende Verbundmaterialien
ergeben.
[0004] Ein Beispiel für ein solches Verbundmaterial wird in
EP 0 773 829 beschrieben. Dabei wird ein hydrophobes Molsieb mit Porendurchmesser 5.5-6.2 Ångstrom
im Verhältnis 40:1 bis 1:40 als selektives Sorptionsmedium in fibrilliertes Polytetrafluorethylen
(PTFE) oder geblasene Mikrofasern (Polyamid, Polyester, Polyurethan, Polyolefin etc.)
eingebettet. Die Verarbeitung erfolgt unter Zuhilfenahme eines flüssigen Gleitmittels.
Die teigartige Masse wird biaxial kalandriert, wodurch sich schließlich nach dem Trocknen
ein poröser Film ergibt, dessen Porosität von der Menge an Gleitmittel abgeleitet
werden kann. Ähnliche Verbundmaterialien werden in den
Patenten US 4153661,
US 4460642 und
US 5071610 beschrieben, die ebenso poröse faserförmige Membranen auf Basis von PTFE zur Einarbeitung
von Sorbentien oder katalytisch wirksamen partikelförmigen Stoffen beschreiben.
[0005] PTFE ist als Matrixpolymer besonders geeignet, weil es fibrillierbar, thermisch stabil,
chemisch inert und hydrophob ist, d.h. es ist zu stabilen und hochflexiblen Faservliesen
verarbeitbar, im Arbeitstemperaturbereich von -250 bis +260 °C verwendbar, nimmt weder
Wasser auf, noch ist es löslich; zudem ist PTFE gegenüber Säuren und Laugen weitgehend
inert. PTFE ist teilkristallin und oberhalb der Phasenübergangstemperatur von 19°C
fibrillierbar, d.h. durch die Anwendung von Scherkräften auf PTFE-Pulver oder die
in der Dispersion enthaltenen PTFE-Kugeln lassen sich die im Material enthaltenen
Kristallite zu dünnen Filamenten abspulen (dieser Effekt ist oberhalb 30°C noch besser
zu beobachten; hier liegt der zweite Phasenübergang von PTFE). Diese im besten Fall
nur wenige Moleküllagen dicken Filamente sind imstande, durch geeignete Verarbeitungstechnik
große Mengen Füllstoff zu umgarnen, einzubetten und festzuhalten, wodurch hochgradig
vernetzte, hochgefüllte PTFE-Füllstoff-Komposite erhalten werden. Darüber hinaus verhaken
und verschlaufen die Polymerfasern bei der Scherung miteinander, was dem Verbundmaterial
eine gewisse mechanische Stabilität verleiht. Die Verarbeitbarkeit zu Filmen und Formkörpern
kann allerdings aufgrund hoher benötigter Verformungskräfte abhängig vom Füllstoff
stark behindert sein, weshalb es sich durchgesetzt hat, soweit möglich Gleitmittel
zu verwenden (Wasser, Alkohole, Erdöldestillate, Kohlenwasserstoffe und andere Lösungsmittel),
die den Verarbeitungsprozess erleichtern, die Fibrillierung unterstützen und das vorzeitige
Zerstören/Zerreißen der Fasern durch zu starke Scherung unterbinden sollen. Nach der
Formgebung wird das eingearbeitete Lösungsmittel in der Regel durch Erhitzen entfernt,
wodurch ein zusätzlicher definierter Grad an Porosität zurückbleibt. Durch einen optionalen
Sinterprozess des PTFE-Materials bei Temperaturen um 330°C, aber unter 360°C (beginnende
Zersetzung) erhält das Kompositmaterial seine endgültige Stabilität und Formgebung.
[0006] Beispiele für den Einsatzbereich solcher Verbundmaterialien sind die MembranverfahrenPervaporation
oder Dampfpermeation mit sogenannten Misch-Matrix-Membranen (mixed matrix membranes,
MMMs) , aber auch verschiedene Adsorptionsverfahren, wie die sogenannte Festphasenextraktion
(solid phase extraction, SPE) oder Trocknungsverfahren.
[0007] Unter Festphasenextraktion ist der physikalische Trennprozess zwischen einer fluiden
und einer festen Phase zu verstehen, wobei die zu isolierende bzw. zu analysierende
Komponente in einem flüssigen oder gasförmigen Lösungsmittel gelöst ist. Die SPE findet
unter anderem Anwendung in der analytischen oder präparativen Chromatographie (z.B.
high performance liquid chromatography, HPLC, oder Gas-Chromatographie, GC).
[0008] Für Trocknungsverfahren kommen in der Regel Schüttungen aus Adsorptionsmaterialien
zum Einsatz, die beim Durchströmen des Fluids durch die Schüttung Wasser adsorbieren.
Bekanntestes Beispiel ist die Absolutierung von Ethanol mit Hilfe der hydrophilen
Zeolithe 3A, 4A, 5A oder 13X.
[0009] Aus
EP 0 773 829 ist bekannt, dass auch organische Komponenten aus einem Fluid, also aus einer Flüssigkeit
oder einem Gas, adsorbiert werden können.
[0010] Um anschließend die Komponenten in angereicherter, d.h. höher konzentrierter, oder
reiner Form zu gewinnen, müssen die organischen Komponenten desorbiert werden. Für
die Desorption gibt es folgende Möglichkeiten:
Erstens können die adsorbierten Komponenten durch andere Komponenten verdrängt werden.
Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass nach der Desorption das Adsorptionsmittel
mit den zur Verdrängung eingesetzten Komponenten beladen ist und daher weitere Schritte
notwendig sind, um diese zu entfernen.
[0011] Zweitens kann die Temperatur des Adsorptionsmittels erhöht werden, bis die adsorbierten
Komponenten thermisch desorbieren. Diese Möglichkeit wird in
EP 0 773 829 erwähnt. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass es mit zunehmender Größe
der Adsorbersäulen immer schwieriger wird, die Wärme über die Adsorberwände einzubringen,
da das Wandflächen-zu-Volumen-Verhältnis immer niedriger und damit ungünstiger wird.
Auch das Erwärmen des Adsorptionsmittels über beispielsweise heißes Spülgas ist aufgrund
der geringen Wärmekapazität von Gasen mit sehr großen Volumenströmen des Spülgases
verbunden. Zudem lassen sich über dieses sogenannte Temperature-Swing-Adsorptionsverfahren
(TSA) in der Regel keine kurzen Taktzeiten realisieren, da das Aufwärmen und das Abkühlen
sehr lange dauern können.
[0012] Die dritte Möglichkeit stellt das sogenannte Pressure-Swing-Adsorptionsverfahren
(PSA) dar, bei dem die adsorbierten Komponenten durch Absenkung des Druckes desorbiert
werden. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der Druck sehr schnell und gleichmäßig
in der gesamten Adsorptionssäule abgesenkt und anschließend wieder angehoben werden
kann. Dadurch sind sehr kurze Taktzeiten möglich. Kurze Taktzeiten ermöglichen es,
die benötigte Menge an Adsorptionsmittel zu reduzieren, so dass die Adsorbersäulen
deutlich kleiner dimensioniert werden können. Dies verringert nicht nur die Kosten
für die Adsorptionsmittel und die Investitionskosten für die Säulen, sondern verringert
auch die Betriebskosten der Adsorptionsanlagen, da kürzere Adsorberbetten auch geringere
Druckverluste beim Durchströmen des gasförmigen Stoffgemischs durch die Adsorbensschüttung
bedingen, die durch Pumpen oder Verdichter überwunden werden müssen.
[0013] Der Nachteil der PSA-Verfahren ist jedoch, dass das Adsorptionsmittel häufigen Druckwechseln
ausgesetzt ist, was zu einer mechanischen Beanspruchung des Adsorptionsmittels führt.
Typischerweise handelt es sich bei dem Adsorptionsmittel um eine Schüttung aus Feststoffpartikeln,
welche mit jedem Druckwechsel aneinander reiben, so dass es zu Abrieb kommt. Bei einer
Granulierung oder Verformung des Adsorptionsmittels gebildete Hohlräume können bei
Druckschwankungen zum Brechen der Granulate oder Formkörper führen. Desweiteren kann
es zum Bersten und Zerbrechen der Partikel kommen. Dies kann die Standzeit des Adsorptionsmittels
reduzieren und aufgrund der abnehmenden mittleren Partikelgröße den Druckverlust immer
weiter erhöhen.
[0014] Um diese unerwünschten Effekte so weit wie möglich zu reduzieren, werden im Wesentlichen
zwei Verfahrensvarianten genutzt:
- (a) Die Druckwechsel werden möglichst langsam durchgeführt, das heißt, dass die Vakuumpumpe
beim Entspannen nur langsam angefahren wird, und dass beim Druckerhöhen das gasförmige
Stoffgemisch nur langsam in die Adsorbersäule eingeströmt wird. Diese Zeiten für die
Druckwechsel stehen demnach nicht für die Adsorption bzw. Desorption beim Zieldruck
zur Verfügung. Dass die Adsorption unterhalb des Zieldrucks und die Desorption oberhalb
des Zieldrucks weniger effizient ablaufen, d.h. es wird weniger Substanz pro Zeiteinheit
adsorbiert bzw. desorbiert, muss durch eine Verlängerung der Taktzeit kompensiert
werden. Die Zeiteffizienz des gesamten Verfahrens wird damit in unvorteilhafter Weise
vermindert.
- (b) Die Taktzeit wird verlängert, indem die Adsorptionsphase und/oder die Desorptionsphase
verlängert wird, um die Anzahl der Druckwechsel und damit die Anzahl der Verfahrensschritte,
die mit einer starken mechanischen Beanspruchung des Adsorbermaterials verbunden sind,
zu reduzieren. Doch jede Verlängerung der Adsorptionsphase und/oder der Desorptionsphase
erfordert größere Mengen Adsorptionsmittel, so dass die Kosteneffizienz des Verfahrens
beeinträchtigt wird.
[0015] Somit führt die mechanische Beanspruchung des Adsorptionsmaterials beim Druckwechsel
zu einer Minderung der Effizienz des Verfahrens.
[0016] Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein optimales PSA-Verfahren ein Adsorptionsmittel
verwenden sollte, welches geringe Druckverluste aufweist und kurze Taktzeiten ermöglicht,
ohne dass dies die Standzeiten des Adsorptionsmittels beeinträchtigt.
Aufgabe des erfindungsgemäßen Verfahrens
[0017] Vor dem Hintergrund des Stands der Technik bestand die Aufgabe der Erfindung darin,
ein Verfahren zur Anreicherung mindestens einer Komponente aus einem Gas durch Druckwechseladsorption
bereitzustellen, das insbesondere die oben genannten mit der mechanischen Beanspruchung
des Adsorbermaterials verbundenen Nachteile nicht aufweist.
Beschreibung des erfindungungsgemäßen Verfahrens
[0018] Es konnte überraschend gefunden werden, dass die gestellte Aufgabe gelöst werden
kann durch ein Verfahren umfassend die folgenden Schritte:
- (i) Inkontaktbringen eines Stroms eines ersten gasförmigen Stoffgemisches enthaltend
wenigstens eine anzureichernde Komponente mit einem Verbundmaterial bei einem ersten
Druck p1, so dass die wenigstens eine anzureichernde Komponente an das Verbundmaterial
adsorbiert wird und ein beladenes Verbundmaterial erhalten wird, wobei das Verbundmaterial
besteht aus
- (a) einer porösen Matrix aus einem fluorhaltigen Polymer mit einem Anteil von Tetrafluorethylen-Monomereinheiten
von wenigstens 95 mol-% bezogen auf die gesamte Anzahl der Monomereinheiten;
- (b) Zeolith-Partikeln, welche in die Matrix eingebettet und von ihr umgarnt sind;
- (c) optional mindestens einem metallischen Werkstoff;
- (d) optional wenigstens einer weiteren Komponente,
wobei
die Menge des metallischen Werkstoffs c) 0 bis 90 Gew.-% bezogen auf die Summe des
Gewichts aller Bestandteile beträgt,
das Verhältnis des Gewichts der Komponente a) zu der Summe des Gewichts der Komponenten
b) und d) 2:98 bis 25:75 beträgt, und
das Verhältnis des Gewichts der Komponente b) zum Gewicht der Komponente d) 80:20
bis 100:0 beträgt;
- (ii) Unterbrechen des Stroms des gasförmigen Stoffgemischs und
- (iii)Desorbieren der wenigstens einen anzureichernden Komponente von dem beladenen
Verbundmaterial durch Vermindern des Drucks auf einen Druck p2, wobei gilt p1 - p2
≥ 200 mbar, so dass ein zweites gasförmiges Stoffgemisch gebildet wird, und Ableiten
des zweiten gasförmigen Stoffgemischs von dem Verbundmaterial.
[0019] Nachfolgend werden das erfindungsgemäße Verfahren und bevorzugte Ausführungsformen
detaillierter beschrieben.
- Schritt (i)
[0020] Im ersten Schritt des Verfahrens wird bei einem Druck p1 ein erstes Gasgemisch über
ein Verbundmaterial geführt, das einen Zeolithen als Adsorber enthält.
[0021] Das Verbundmaterial umfasst ein fluorhaltiges, fibrillierbares Polymer, bevorzugt
PTFE, und einen Zeolithen, der zur Adsorption kleiner Moleküle geeignet ist. Zur Versteifung
des Materials kann Metall in Form von Metallgitter, -gewebe, -netz, gelochten oder
gestanzten Metallplatten eingearbeitet sein.
(a) Matrix aus fluorhaltigem Polymer
[0022] Die Matrix des Verbundmaterials besteht aus fluorhaltigem Polymer, d.h. einem Homo-
oder Copolymer mit einem Anteil von Tetrafluorethylen-Monomereinheiten von wenigstens
95 mol-%. Das fluorhaltige Polymer ist fibrillierbar und kann durch Fibrillierung
eine poröse Matrix bilden. Das fluorhaltige Polymer ist zudem chemisch inert und in
Gegenwart von Wasser oder organischen Molekülen nicht quellbar. Vorzugsweise umfasst
das fluorhaltige Polymer einen Anteil von Tetrafluorethylen-Monomereinheiten von wenigstens
99 mol-%.
[0023] Als Beispiele für das fluorhaltige Polymer können Polytetrafluorethylen (PTFE), Tetrafluorethylen-Hexafluorpropylen-Copolymer,
Tetrafluorethylen-Chlortrifluorethylen-Copolymer, Tetrafluorethylen-Perfluor-(2,2-dimethyl-1,3-dioxol)-Copolymer
und Tetrafluorethylen-Perfluor(C
1-6-alkylvinylether)-Copolymer wie etwa Tetrafluorethylen-Perfluor(butenylvinylether)-Copolymer
genannt werden. PTFE ist bevorzugt.
[0024] Das Polymer kann als Pulver oder Dispersion eingesetzt werden. Bevorzugt werden tensidfreie
PTFE-Pulver verwendet, denn das Nichtvorhandensein von oberflächenaktiven Substanzen,
die für die Haltbarkeit von PTFE-Dispersionen notwendig sind, eliminiert die unerwünschten
Effekte der Reduktion der verfügbaren Zeolith-Oberfläche bzw. Erhöhung der Wasseradsorption
durch ebensolche Tenside.
[0025] Diese Polymere sind gemäß den in
EP 0 773 829 B1 (und darin zitierten Dokumenten des Stands der Technik) beschriebenen Verfahren fibrillierbar,
so dass eine poröse und faserige Matrix gebildet wird.
(b) Zeolith-Partikel
[0026] Für das erfindungsgemäße Verbundmaterial sind insbesondere Sorbentien geeignet, die
Moleküle aus gasförmigen Mischungen selektiv sorbieren und unter geeigneten Bedingungen
wieder desorbieren können. Geeignet hierfür sind insbesondere Zeolithe.
[0027] Für das Verbundmaterial sind weiterhin jene Sorbentien interessant, die geeignet
sind, organische polare Moleküle aus wasserenthaltenden Fluiden zu sorbieren und unter
geeigneten Bedingungen wieder zu desorbieren, um sie anzureichern oder aufzureinigen.
Geeignet hierfür sind insbesondere hydrophobe Zeolithe, d.h. Zeolithe mit einem SiO
2:Al
2O
3-Verhältnis von 100:1 oder mehr, bevorzugt 200:1 oder mehr, weiter bevorzugt 500:1
oder mehr. Diese Zeolithe sind für die Adsorption von organischen Molekülen wie Alkoholen
(z.B. Ethanol, Butanol), Ethern, Ketonen (z.B. Aceton), Aldehyden (z.B. Acetaldehyd),
Estern (z.B. Ethylacetat), Carbonsäuren (z.B. Essigsäure) und Carbonsäureestern etc.
generell gut geeignet. Die Bestimmung des SiO
2:Al
2O
3-Verhältnisses erfolgt durch Röntgenfluoreszenzspektroskopie (XRF) einer bei 100 °C
eine Stunde lang getrockneten Probe, die anschließend mit einem Bindemittel zu einer
Tablette gepresst wird, durch Bestimmung des molaren Verhältnisses von Si:Al, das
zum molaren Verhältnis SiO
2 : Al
2O
3 umgerechnet wird.
[0028] Um besonders gute Adsorptionseigenschaften aufzuweisen, d.h. eine große Anzahl Moleküle
pro Gewichtseinheit Zeolith adsorbieren zu können, sollten die Zeolithe eine große,
durch die BET-Methode bestimmte Oberfläche pro Gewichtseinheit aufweisen. Für die
vorliegende Erfindung geeignete Zeolithe weisen eine Oberfläche lt. BET-Methode von
150 m
2/g oder größer, bevorzugt 200 m
2/g oder größer, noch bevorzugter von 300 m
2/g oder größer auf.
[0029] Die Oberfläche wird mit einem vollautomatischen Stickstoffporosimeter der Firma Micromeritics
Typ ASAP 2010 unter Verwendung von Stickstoff als adsorbiertem Gas gemäß dem folgenden
Verfahren nach DIN 66131 (Juli 1993) bestimmt. Die Probe wird im Hochvakuum auf die
Temperatur von flüssigem Stickstoff abgekühlt. Anschließend wird kontinuierlich Stickstoff
in die Probenkammern dosiert. Durch die Erfassung der adsorbierten Gasmenge als Funktion
des Druckes wird bei konstanter Temperatur eine Adsorptionsisotherme ermittelt. In
einem Druckausgleich wird das Analysengas schrittweise entfernt und eine Desorptionsisotherme
aufgenommen. Zur Ermittlung der spezifischen Oberfläche und der Porosität nach der
BET-Theorie werden die Daten gemäß DIN 66131 (Juli 1993) ausgewertet.
[0030] Unter diesen Gesichtspunkten bevorzugt sind Zeolithe der Typen Silicalit, β-Zeolith,
Mordenit, Y-Zeolith, MFI-Zeolith, Ferrierit (FER-Zeolith), dealuminierter, ultrastabiler
Zeolith Y (USY-Zeolith) und Erionit (ERI-Zeolith). Das erfindungsgemäße Verfahren
lässt auch Mischungen dieser Zeolithe zu.
[0031] Es werden vorzugsweise Zeolith-Partikel der Teilchengröße (d
50) von 0,5 bis 100 µm, weiter bevorzugt von 1 bis 50 µm und besonders bevorzugt von
5 bis 25 µm eingesetzt. Grundsätzlich nimmt mit abnehmender Teilchengröße die spezifische
Oberfläche, d.h. die Oberfläche pro Masseneinheit zu. Eine große spezifische Oberfläche
führt in der Regel zu einer hohen und damit vorteilhaften Adsorptionsgeschwindigkeit.
Da die Handhabung und Verarbeitung eines Pulvers jedoch mit abnehmender Teilchengröße
zunehmend schwierig und aufwendig wird, wäre es nicht vorteilhaft, sehr geringe Teilchengrößen
zu wählen, wenngleich dies prinzipiell möglich ist.
[0032] Es kann ein einzelner Zeolith-Typ oder eine Mischung aus mehreren Zeolith-Typen eingesetzt
werden. Der einzelne Zeolith-Typ oder die Zeolith-Typen können in einer einheitlichen
Teilchengröße oder in mehreren Teilchengrößen eingesetzt werden.
(c) Metallischer Werkstoff
[0033] Das Verbundmaterial kann einen metallischen Werkstoff enthalten.
[0034] Für das erfindungsgemäße Verbundmaterial eignen sich metallische Werkstoffe, d.h.
reine Metalle und Legierungen. Insbesondere eignen sich metallische Werkstoffe, die
in Gegenwart von Wasser und organischen Molekülen chemisch inert sind, d.h. nicht
oder nur eingeschränkt mit Wasser und/oder organischen Verbindungen reagieren. Eingeschränktes
Reagieren mit Wasser und/oder organischen Verbindungen bedeutet beispielsweise, dass
eine Passivierung der Oberfläche des metallischen Werkstoffs auftritt, aber keine
chemische Reaktion, die schließlich zum vollständigen Abbau des metallischen Werkstoffs
führt.
[0035] Unter diesen Gesichtspunkten bevorzugt sind korrosionsfreie Metalle, besonders bevorzugt
Edelstähle, die in der Lebensmittel- und chemischen Industrie verwendet werden, z.B.
X2CrNi1911 (Werkstoffnummer = WNr. 1.4306), X12CrNi177 (WNr. 1.4310), oder X5CrNi1810
(WNr. 1.4301).
[0036] Die Form, in der der metallische Werkstoff in dem Verbundmaterial vorliegt, ist nicht
beschränkt. Beispielsweise kann der metallische Werkstoff in flächiger Form, d.h.
beispielsweise in Form von Metallgittern, -geweben, -netzen, sowie gelochten oder
gestanzten Metallplatten oder -blechen, oder in Teilchenform, d.h. beispielsweise
in Form von Pulvern oder Spänen, in dem Verbundmaterial vorliegen. Durch die als Beispiele
genannten Strukturen wird sichergestellt, dass eine gute Verbindung zwischen Metall
und Verbundmaterial erzielt wird. Der metallische Werkstoff kann in mehreren Formen
in dem Verbundmaterial vorliegen, d.h. sowohl in Teilchenform als auch in flächiger
Form.
[0037] Bei der Verwendung des metallischen Werkstoffs in flächiger Form wird eine Maschenweite
bzw. Lochöffnung von 0,5-5 mm, insbesondere von 1-2 mm bevorzugt. Die Anzahl und Verteilung
von Löchern pro Flächeneinheit ist nicht sonderlich beschränkt und wird durch Überlegungen
des Fachmanns hinsichtlich der gewünschten Durchlässigkeit und der Stabilität bestimmt.
Ebenso ist die Dicke des metallischen Werkstoffs in der eingesetzten flächigen Form
nicht sonderlich beschränkt, sofern die gewünschte Dimensionsstabilität erreicht wird.
Zu diesem Zweck beträgt die Dicke des metallischen Werkstoffs gängigerweise 0,1-1
mm, bevorzugt 0,2-0,5 mm, besonders bevorzugt 0,25 mm.
[0038] In dem erfindungsgemäßen Verbundmaterial beträgt die Menge des optionalen metallischen
Werkstoffs (c) 0 bis 90 Gew.-% bezogen auf die Summe aller Bestandteile des Verbundmaterials,
d.h. der metallische Werkstoff ist eine optionale Komponente. Wenn der metallische
Werkstoff vorhanden ist, beträgt die Menge des metallischen Werkstoffs (c) mehr als
0 Gew.-%, aber nicht mehr als 90 Gew.-%, bezogen auf die Summe aller Bestandteile
des Verbundmaterials. Vorzugsweise beträgt die Menge des metallischen Werkstoffs c)
5 bis 80 Gew.-%, weiter bevorzugt 10 bis 70 Gew.-%, bezogen auf die Summe aller Bestandteile
des Verbundmaterials.
(d) Weitere Komponente
[0039] In dem erfindungsgemäßen Verbundmaterial können optional eine oder mehrere Komponenten
vorhanden sein, die beispielsweise aus Hilfsstoffen, Tensiden, Gleitmitteln, Fällungskieselsäure,
Silica, Aktivkohle, Pigmenten, Glaskugeln oder -fasern, Kunststofffasern, Fasern natürlichen
Ursprungs, Tonmineralen wie etwa Bentonit ausgewählt sein können.
[0040] Das fluorhaltige Polymer (a) liegt in einem Verhältnis zum Gesamtgewicht der Zeolith-Partikel
(b) und der optional vorhandenen weiteren Komponente (d) von 2:98 bis 30:70, vorzugsweise
von 4:96 bis 20:80, weiter bevorzugt von 5:95 bis 15:85.
[0041] Das Verhältnis des Gewichts der Zeolith-Partikel (b) zum Gewicht der Komponente (d)
beträgt 80:20 bis 100:0, d.h. die Komponente (d) ist optional. Vorzugsweise beträgt
das Verhältnis des Gewichts der Zeolith-Partikel (b) zum Gewicht der Komponente (d)
90:10 bis 100:0, weiter bevorzugt 95:5 bis 100:0.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform liegt das Verhältnis des Gewichts des fluorhaltigen
Polymers (a) zum Gesamtgewicht der Zeolith-Partikel (b) und der optional vorhandenen
weiteren Komponente (d) in einem Bereich von 4:96 bis 20:80, weiter bevorzugt 5:95
bis 15:85, wobei das Verhältnis des Gewichts der Zeolith-Partikel (b) zum Gewicht
der Komponente (d) 90:10 bis 100:0 beträgt.
[0043] Das Verbundmaterial wird durch Vermischen der Komponenten (a) und (b) und des optionalen
metallischen Werkstoffs (c), sofern der metallische Werkstoff (c) in einer geeigneten
kleinteiligen Form, also beispielsweise in Pulverform, verwendet wird, in den oben
genannten Mengen und anschließendem Kneten hergestellt, wobei sich unter Scherung
die Fibrillierung des Polymers und Einarbeitung des Zeolithen in die poröse Polymermatrix
einstellt [Abbildung 1]. Das Kneten wird bei Raumtemperatur oder vorzugsweise bei
einer erhöhten Temperatur wie etwa 30 °C oder mehr, 50 °C oder mehr oder 70 °C oder
mehr durchgeführt, da bei einer Temperatur in diesen Bereichen in der Regel eine bessere
Verarbeitbarkeit und insbesondere eine bessere Fibrillierung des fluorhaltigen Polymers
möglich ist. Die Temperaturobergrenze wird in erster Linie durch thermische Stabilität
der in der Mischung enthaltenen Komponenten bestimmt. Unter diesem Gesichtspunkt ist
in der Regel eine Verarbeitung bei einer Temperatur von nicht mehr als 200 °C bevorzugt,
weiter bevorzugt von nicht mehr als 150 °C.
[0044] Um eine gute Mischbarkeit der Komponenten des Verbundmaterials zu erreichen, werden
Polymer (a) und Zeolith (b) bevorzugt in Pulverform eingesetzt. Das Polymer (a) kann
beispielsweise auch in Form einer handelsüblichen Dispersion in Wasser eingesetzt
werden. Solche handelsüblichen Dispersionen können Hilfsstoffe wie etwa Stabilisatoren,
Tenside oder andere, die Oberflächenspannung verändernde Komponenten und/oder andere
Hilfsstoffe enthalten.
[0045] Um den Misch- und Scherprozess zu erleichtern, kann als Gleitmittel Wasser oder Alkohol
zugesetzt werden. Um später auf einen energie- und kostenintensiven Trockenschritt
weitgehend verzichten zu können, wird aber bevorzugt mit möglichst wenig Flüssigkeit
gearbeitet, d.h. außer der über die PTFE-Dispersion (maximal 40% der Dispersion) zugeführten
Flüssigkeitsmenge wird kein Gleitmittel zugesetzt.
[0046] Nach dem Knetschritt wird das teig- bis vliesartige Produkt zwischen beheizten Walzen
(Temperatur 60-150°C) in mehreren Schritten biaxial zunächst zu einer Matte, dann
zu einem Film ausgewalzt, wobei die Fibrillierung optimiert und beispielweise eine
homogene End-Schichtdicke von 0,3 bis 1 mm, bevorzugt 0,4-0,6 mm eingestellt wird.
Geeignet für diesen Schritt ist ein beheizbares Kalander- oder Rollwalzsystem aus
mindestens 2 Rollen, bevorzugt 4 Rollen oder mehr.
[0047] Ein geeignetes Verfahren zur Herstellung eines Verbundmaterials aus einem Polymer
(a) und einem Zeolith (b) wird auch in
EP 0 773 829 B1 und darin zitierten Dokumenten beschrieben.
[0048] Wenn ein metallischer Werkstoff in einer flächigen Form eingebracht werden soll,
wird das so erhaltene Material in einem oder mehreren Schritten zwischen druckbelasteten
Walzen in einem Laminator oder Kalander so mit dem metallischen Werkstoff in flächiger
Form, z.B. Edelstahlgeflecht, verpresst, dass ein Verbund aus mindestens einer Lage
des Materials und dem metallischen Werkstoff gebildet wird. Bevorzugt wird eine Lage
des metallisches Werkstoffs zwischen zwei Lagen des Materials eingeschlossen. Bevorzugt
durchdringen sich beide Schichten des Materials durch die Öffnungen in dem flächigen
metallischen Werkstoff hindurch, wodurch die Stabilität des Verbundes optimiert wird.
Der Schritt des Verbindens des metallischen Werkstoffs und des Materials kann bei
Raumtemperatur, vorteilhaft aber bei 70-250°C geschehen, um Restfeuchte zu vertreiben,
die beispielweise aufgrund der Verwendung von Wasser als Gleitmittel beim Mischen
und/oder Kneten von fluorhaltigem Polymer (a) und Zeolith-Partikeln (b) wie oben beschrieben
in dem Material vorliegen kann. Optional schließt sich ein Trocknungsschritt an.
[0049] Optional wird ein oder mehrere Heizelement(e) in das Material so eingebracht, dass
die Wärmeenergie vom Heizelement an das metallische Material gut übertragen werden
kann. Der metallische Werkstoff kann ggf. selbst die Funktion des Heizelementes übernehmen,
z.B. durch Beheizung mittels magnetischer Induktion, elektrische Widerstandsheizung
oder Wärmeaustausch. Durch das Heizelement kann die Adsorptions-und Desorptionstemperatur
im Sinne der Prozessausbeute optimiert werden. Es dient außerdem zur Erleichterung
der ggf. notwendigen Regeneration des Materials.
[0050] Das Verbundmaterial kann in beliebiger Form verwendet werden. Beispielsweise kann
das Verbundmaterial in Form eines gefalteten oder spiralförmig gewickelten Films oder
in Form einer Schüttung einer Vielzahl von Formkörpern oder Teilchen angeordnet sein,
um mit dem Strom des ersten gasförmigen Stoffgemischs in Kontakt gebracht zu werden.
Es können auch verschiedene Formen in Kombination verwendet werden. Die Anordnung
des Verbundmaterials in dem Strom des ersten gasförmigen Stoffgemischs wird nachfolgend
auch als "Packung" bezeichnet.
[0051] Das erste gasförmige Stoffgemisch enthält wenigstens eine anzureichendernde Komponente.
Diese Komponente kann organisch oder nicht-organisch sein und gegenüber weiteren Komponenten
anzureichern zu sein, die organisch oder nicht-organisch sind.
[0052] Beispielsweise handelt es sich bei der wenigstens einen anzureichernden Komponente
um eine organische Substanz, beispielsweise aus einer der Substanzklassen Alkohole
(z.B. Ethanol, Butanol), Ether (z.B. Methyl-tert-butylether oder Tetrahydrofuran)
Ketone (z.B. Aceton), Aldehyde (z.B. Acetaldehyd), Ester (z.B. Ethylacetat) und Carbonsäuren
(insbesondere C
1-4-Carbonsäuren wie z.B. Essigsäure oder Propionsäure).
[0053] Als nicht-organische Komponente kann das gasförmigen Stoffgemisch beispielsweise
Wasser enthalten. Als nicht-organische Komponenten können auch Schwefelwasserstoff,
Ammoniak, Wasserstoff, Kohlendioxid, Sauerstoff oder Stickstoff in dem gasförmigen
Stoffgemisch vorliegen.
[0054] Bevorzugt handelt es sich bei dem ersten gasförmigen Stoffgemisch um ein Stoffgemisch,
das durch Gas-Stripping einer wässrigen Lösung mit flüchtigen organischen Verbindungen
der oben genannten Substanzklassen erhalten wird. Besonders bevorzugt handelt es sich
bei der wässrigen Lösung um eine Fermentationslösung, in der mindestens eine der oben
genannten organischen Substanzen fermentativ oder enzymatisch hergestellt, ganz besonders
bevorzugt um eine Fermentationslösung, die durch ethanolische Gärung mittels Hefen
oder Bakterien oder durch eine sogenannte ABE-Fermentation mittels Bakterien erhalten
wird. Bei einer sogenannten ABE-Fermentation werden mittels Bakterien Aceton, Butanol
und Ethanol (ABE) produziert. Dieses Gas-Stripping wird besonders bevorzugt in-situ
durchgeführt, wobei in-situ bedeutet, dass das Gas-Stripping während der Fermentation
erfolgt. Das Gas-Stripping kann aber auch nach abgeschlossener Fermentation erfolgen.
Das Gas-Stripping kann in einer mit dem Fermenter verbundenen externen Gas-Stripping-Vorrichtung
erfolgen.
[0055] Die Adsorption erfolgt bei einem höheren Druck (p1) als die Desorption. Der Druck
bei der Adsorption liegt beispielsweise im Bereich von 0,4 bis 20 bar, bevorzugt im
Bereich von 0,6 bis 10 bar, besonders bevorzugt im Bereich von 0,8 bis 5 bar und ganz
besonders bevorzugt im Bereich von 1 bis 2,5 bar.
[0056] Die Temperatur des Gasstroms beim Inkontaktbringen mit dem Verbundmaterial liegt
zwischen 0 und 250 °C, bevorzugt zwischen 10 und 200 °C, besonders bevorzugt zwischen
20 und 150 °C und ganz besonders bevorzugt zwischen 30 und 100 °C.
[0057] Vorzugsweise wird die Strömungsgeschwindigkeit des ersten gasförmigen Stoffgemisches
so eingestellt, dass ein Volumenstrom beim Inkontaktbringen des ersten gasförmigen
Stoffgemisches mit dem Verbundmaterial im Schritt (i) erreicht wird, der einer Leerrohrgeschwindigkeit
von 0,5 m/s oder mehr entspricht. Weiter bevorzugt wird die Strömungsgeschwindigkeit
des ersten gasförmigen Stoffgemisches so eingestellt, dass ein Volumenstrom beim Inkontaktbringen
des ersten gasförmigen Stoffgemisches mit dem Verbundmaterial im Schritt (i) erreicht
wird, der einer Leerrohrgeschwindigkeit von 0,75 m/s oder mehr, besonders bevorzugt
1,0 m/s oder mehr entspricht.
[0058] Der Strom des ersten gasförmigen Stoffgemischs wird über die Packung des Verbundmaterials
geführt, bis eine gewünschte Beladung erfolgt ist. Diese gewünschte Beladung muss
nicht speziell bestimmt werden, sondern beispielsweise kann der Strom des ersten gasförmigen
Stoffgemischs für eine bestimmte geeignet erscheinende Zeitspanne über die Packung
des Verbundmaterial geführt werden.
- Schritt (ii)
[0059] Wenn die gewünschte Beladung des Verbundmaterials erreicht ist, wird der Strom des
ersten gasförmigen Stoffgemischs unterbrochen.
- Schritt (iii)
[0060] Durch diesen Schritt wird die wenigstens eine anzureichernde Komponente von dem Verbundmaterial
desorbiert und das Verbundmaterial so für eine erneute Durchführung des Schritts (i)
vorbereitet. Durch die Desorption der wenigstens einen anzureichernden Komponente
von dem Verbundmaterial wird mit der Atmosphäre, die das Verbundmaterial bei der Desorption
umgibt, ein zweites gasförmiges Stoffgemisch gebildet.
[0061] Die Desorption der wenigstens einen anzureichernden Komponente erfolgt bei einem
niedrigeren Druck (p2) als die Adsorption im Schritt (i). Die Druckdifferenz (p1-p2)
zwischen dem Adsorptions- und dem Desorptionsschritt beträgt mindestens 200 mbar,
bevorzugt mindestens 500 mbar, und besonders bevorzugt mindestens 800 mbar.
[0062] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei der
Desorption ein Spülgas verwendet, d.h. die wenigstens eine anzureichernde Komponente,
die von dem Verbundmaterial desorbiert wird, wird durch ein über das Verbundmaterial
geführtes Gas (das Spülgas) aus der Packung des Verbundmaterials gespült. Bevorzugte
Spülgase sind inerte Gase, besonders bevorzugt sind die Spülgase Luft, Kohlenstoffdioxid,
Stickstoff, Edelgase oder Mischungen daraus. In einer weiteren Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens enthält das Spülgas Wasser. Besonders bevorzugt liegt
die Temperatur des Spülgases oberhalb der Temperatur des Adsorptionsmittels.
[0063] Bevorzugt ist die Strömungsrichtung des zweiten gasförmigen Stoffgemischs umgekehrt
zur Strömungsrichtung des ersten gasförmigen Stoffgemischs im Schritt (i).
[0064] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform des Verfahrens wird eine Mischform
aus PSA und TSA angewendet, d.h. dass die Desorption nicht alleine durch Druckabsenkung,
sondern durch unterstützendes Einbringen thermischer Energie erfolgt. Dieses unterstützende
Einbringen thermischer Energie kann durch Einbringen heißen Spülgases oder durch Beheizung
über die Säulenwand, über Heizwendeln im Inneren der Adsorbersäule oder der Packung
des Verbundmaterials oder durch Kombinationen aller drei Optionen erfolgen. Wenn ein
metallischer Werkstoff (c) in einer flächigen Form im Verbundmaterial vorliegt, kann
das Einbringen thermischer Energie auch durch Beheizung des metallischen Werkstoffs
erfolgen, beispielsweise durch magnetische Induktion, elektrische Widerstandheizung
oder durch Wärmeaustausch. Wenn ein metallischer Werkstoff (c) in einer Teilchenform
im Verbundmaterial vorliegt, kann das Einbringen thermischer Energie auch durch Beheizung
des metallischen Werkstoffs erfolgen, beispielsweise durch magnetische Induktion oder
durch Wärmeaustausch.
[0065] Die Anzahl der Druckwechsel zwischen p1 und p2 beträgt vorzugsweise mindestens 1
pro Stunde, weiter bevorzugt mindestens 2 pro Stunde und besonders bevorzugt mindestens
3 pro Stunde.
[0066] Die mittlere Geschwindigkeit ,mit der der Druckwechsel zwischen p1 und p2 durchgeführt
wird, beträgt vorzugsweise 40 mbar/min oder mehr, weiter bevorzugt 100 mbar/min oder
mehr, besonders bevorzugt 200 mbar/min oder mehr.
Kurze Beschreibung der Abbildung
[0067] Abbildung 1 skizziert das PTFE-Zeolith-Verbundmaterial, das beim erfindungsgemäßen
Verfahren eingesetzt wird (101 = Zeolithpartikel, 102 = netzartige PTFE-Fibrillen).
Beispiele
[0068] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand folgender, nicht einschränkender, Beispiele
erläutert:
Beispiel 1: Herstellung eines PTFE-Zeolith-Verbundmaterials
[0069] PTFE-Dispersion TE3893-N (ca. 60% PTFE Gehalt, DuPont) mit einem PTFE-Massenanteil
von 10% zusammen mit einem Zeolith (ZSM-5, H-Form; SiO
2/Al
2O
3 > 800; Hersteller: Süd-Chemie AG, Deutschland), wird durch Vermischen der einzelnen
Materialien und anschließendem einstündigem Kneten in einem Werner&Pfleiderer LUK
075 Laborkneter bei 80-130 °C hergestellt, wobei sich unter Scherung die Fibrillierung
des PTFE und Einarbeitung des Zeolithen einstellt.
[0070] Nach dem Knetschritt wird das vliesartige Produkt zwischen beheizten Walzen (Temperatur
70 °C) in mehreren Schritten biaxial zu einem Film ausgewalzt, wobei die Fibrillierung
optimiert und eine homogene Schichtdicke von 0.5 mm eingestellt wird. Geeignet für
diesen Schritt ist ein Kalandersystem der Fa. Fetzel.
Beispiel 2: Adsorption von Ethanol aus einem Gasstrom
[0071] 500 mL einer 5% (w/v) -Ethanol-Wasser-Lösung wurden für 24 Stunden mit einem Volumenstrom
von 1 L/min gestrippt. Es wurden eine Membranpumpe (KNF, Deutschland), ein Volumenstromregler
(Swagelok, Deutschland) und eine Gaswaschflasche (VWR, Deutschland) verwendet. Der
Gasstrom wurde durch eine Glassäule (VWR, Deutschland) geleitet, welche mit dem Verbundmaterial
aus Beispiel 1 gepackt war. Der Gasstrom wurde im Rahmen einer Kreislaufführung in
die Gaswaschflasche rückgeführt, so dass das System geschlossen war. Die Glassäule
wurde über eine Heizmanschette (Mohr & Co GmbH, Deutschland) auf 40 °C erwärmt. Das
Gas-Stripping in der Gaswaschflasche erfolgte bei 30 °C. Nach Versuchsende wurde die
Ethanol-Konzentration über Gas-Chromatografie (Trace GC, ThermoFischer, Deutschland)
in der Lösung bestimmt. Zudem wurde die Gewichtsveränderung des Zeolithen und der
Lösung bestimmt. Über eine Massenbilanz wurden dann die Beladungen des Zeolithen mit
Wasser und Ethanol und daraus der Wasseranteil und der Anteil der flüchtigen organischen
Verbindung Ethanol berechnet.
Beispiel 3: Ad- und Desorption von Ethanol durch Druckwechsel
[0072] 500 mL einer 5% (w/v) -Ethanol-Wasser-Lösung wurden für 24 Stunden mit einem Volumenstrom
von 1 L/min gestrippt. Es wurden eine Membranpumpe (KNF, Deutschland), ein Volumenstromregler
(Swagelok, Deutschland) und eine Gaswaschflasche (VWR, Deutschland) verwendet. Der
Gasstrom wurde durch eine Glassäule (VWR, Deutschland) geleitet, welche mit 101,7
g Verbundmaterial aus Beispiel 1 gepackt war. Der Gasstrom wurde im Rahmen einer Kreislaufführung
in die Gaswaschflasche rückgeführt, so dass das System geschlossen war. Die Glassäule
wurde über eine Heizmanschette (Mohr & Co GmbH, Deutschland) auf 40 °C erwärmt. Das
Gas-Stripping in der Gaswaschflasche erfolgte bei 30 °C. Nach der Adsorption wurde
bei 50 mbar mittels einer Vakuumpumpe (Typ CVC3000; VacuuBrand, Deutschland) desorbiert.
Das Desorbat wurde in einer Kühlfalle, die mit flüssigem Stickstoff gekühlt wurde,
kondensiert.
Beispiel 4: Druckverlust
[0073] Die beiden Materialien aus den Beispielen 2 und 3 wurden hinsichtlich Druckverlust
miteinander verglichen. Dazu wurden Glassäulen mit 30 mm Durchmesser mit jeweils beiden
Materialien gepackt, wobei die Schütthöhe in beiden Fällen 290 mm betrug. Anschließend
wurde ein Gasstrom durch die Säule geleitet, der einer Gasleerrohrgeschwindigkeit
von 1 m/s entsprach. Vor der Säule wurde der Druck über einen Drucksensor gemessen,
hinter der Säule herrschte atmosphärischer Druck. Die Druckdifferenz entspricht dem
Druckverlust der Packung.
[0074] Bei dem PTFE-Zeolith-Material betrug der auf einen Meter hochgerechnete Druckverlust
7,5 mbar, bei den Zeolith-Granulaten 153,5 mbar. Der Druckverlust des PTFE-Zeolith-Materials
betrug also weniger als 5% der Granulat-Schüttung. Auch wenn auf die gleiche Masse
an Adsorptionsmittel normiert wurde, betrug der Druckverlust des PTFE-Zeolith-Materials
weniger als 7,5% der Granulat-Schüttung.
1. Verfahren zur Anreicherung mindestens einer Komponente aus einem gasförmigen Stoffgemisch,
umfassend die Schritte
(i) Inkontaktbringen eines Stroms eines ersten gasförmigen Stoffgemisches enthaltend
wenigstens eine anzureichernde Komponente mit einem Verbundmaterial bei einem ersten
Druck p1, so dass die wenigstens eine anzureichernde Komponente an das Verbundmaterial
adsorbiert wird und ein beladenes Verbundmaterial erhalten wird, wobei das Verbundmaterial
besteht aus
(a) einer porösen Matrix aus einem fluorhaltigen Polymer mit einem Anteil von Tetrafluorethylen-Monomereinheiten
von wenigstens 95 mol-% bezogen auf die gesamte Anzahl der Monomereinheiten;
(b) Zeolith-Partikeln, welche in die Matrix eingebettet und von ihr umgarnt sind;
(c) optional mindestens einem metallischen Werkstoff;
(d) optional wenigstens einer weiteren Komponente, wobei
die Menge des metallischen Werkstoffs c) 0 bis 90 Gew.-% bezogen auf die Summe des
Gewichts aller Bestandteile beträgt,
das Verhältnis des Gewichts der Komponente a) zu der Summe des Gewichts der Komponenten
b) und d) 2:98 bis 25:75 beträgt, und das Verhältnis des Gewichts der Komponente b)
zum Gewicht der Komponente d) 80:20 bis 100:0 beträgt;
(ii) Unterbrechen des Stroms des gasförmigen Stoffgemischs und
(iii)Desorbieren der wenigstens einen anzureichernden Komponente von dem beladenen
Verbundmaterial durch Vermindern des Drucks auf einen Druck p2, wobei gilt p1 - p2
≥ 200 mbar, so dass ein zweites gasförmiges Stoffgemisch gebildet wird, und Ableiten
des zweiten gasförmigen Stoffgemischs von dem Verbundmaterial.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die Konzentration der wenigstens einen anzureichernden
Komponente in dem in Schritt (iii) gebildeten zweiten gasförmigen Stoffgemisch höher
ist als in dem ersten gasförmigen Stoffgemisch.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei der Zeolith ein hydrophober Zeolith
ist.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die mindestens eine anzureichernde
Komponente in dem ersten gasförmigen Stoffgemisch eine organische Komponente ist.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das gasförmige Stoffgemisch Wasser
und mindestens eine organische Komponente ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Alkoholen, Ethern, Ketonen, Carbonsäuren, Carbonsäureestern und Aldehyden als die
anzureichernde Komponente enthält.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Verhältnis des Gewichts der
Komponente (a) zu der Summe des Gewichts der Komponenten (b) und (d) 4:96 bis 20:80
beträgt.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Verhältnis des Gewichts der
Komponente (a) zu der Summe des Gewichts der Komponenten (b) und (d) 5:95 bis 15:85
beträgt.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Menge des metallischen Werkstoffs
c) 1 bis 90 Gew.-% bezogen auf die Summe des Gewichts aller Bestandteile beträgt.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Menge des metallischen Werkstoffs
c) 5 bis 80 Gew.-% bezogen auf die Summe des Gewichts aller Bestandteile beträgt.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Menge des metallischen Werkstoffs
c) 10 bis 70 Gew.-% bezogen auf die Summe des Gewichts aller Bestandteile beträgt.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 3 bis 10, wobei der Zeolith aus der Gruppe bestehend
aus Silicalit, β-Zeolith, Mordenit, Y-Zeolith, MFI-Zeolith, Ferrierit (FER-Zeolith),
dealuminiertem, ultrastabilem Zeolith Y (USY-Zeolith) und Erionit (ERI-Zeolith) und
deren Mischungen ausgewählt ist.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei p1 - p2 ≥ 500 mbar beträgt.
13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Wechsel zwischen dem Druck
p1 und dem Druck p2 mit einer mittleren Geschwindigkeit von 40 mbar/min oder mehr
erfolgt.
14. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Wechsel zwischen dem Druck
p1 und dem Druck p2 mit einer mittleren Geschwindigkeit von 100 mbar/min oder mehr
erfolgt.
15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei die Strömungsrichtung des zweiten
gasförmigen Stoffgemischs im Schritt (iii) entgegengesetzt der Strömungsrichtung des
ersten gasförmigen Stoffgemischs im Schritt (i) ist.
16. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei das Inkontaktbringen im Schritt
(i) bei einem Volumenstrom erfolgt, der einer Leerrohrgeschwindigkeit von 0,5 m/s
oder mehr entspricht.
17. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei das Inkontaktbringen im Schritt
(i) bei einem Volumenstrom erfolgt, der einer Leerrohrgeschwindigkeit von 0,75 m/s
oder mehr entspricht.
18. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17, wobei die Anzahl der Druckwechsel zwischen
p1 und p2 mindestens 1 pro Stunde beträgt.
19. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17, wobei die Anzahl der Druckwechsel zwischen
p1 und p2 mindestens 2 pro Stunde beträgt.