Stand der Technik
[0001] Grundlage für die Durchführung vieler biochemischer Prozesse ist das Mischen von
verschiedenen Flüssigkeiten. Das Mischen der Flüssigkeiten erfolgt hierbei regelmäßig
in einer Mischkammer.
[0002] Beispielsweise beschreibt die Druckschrift
WO 2007066783 einen Mikrochip, welcher eine Mischkammer umfasst. Die Mischkammer enthält Partikel,
welche unter Einwirkung einer Zentrifugalkraft bewegt werden.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die in dem Anspruch 1 definierte Kartusche, die in dem Anspruch 10 definierte Zentrifuge
sowie das in dem Anspruch 14 definierte Verfahren weisen gegenüber herkömmlichen Lösungen
den Vorteil auf, dass die Kartusche mit der ersten und zweiten Komponente in die Zentrifuge
eingesetzt und hiernach die Komponenten unter Einwirkung der Elektromagnetkraft einfach
vermischt werden können. Dies kann bei einer konstanten oder variierenden Drehzahl
geschehen, d.h., das Mischen kann unabhängig von der Drehzahl und der damit wirkenden
Zentrifugalkraft erfolgen.
[0005] Aus den Unteransprüchen ergeben sich vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0006] "Komponente" meint vorliegend eine Flüssigkeit, ein Gas oder einen Partikel. Mit
der "ersten und zweiten Komponente" können auch nur zwei unterschiedliche Zustände
desselben Stoffs gemeint sein: Beispielsweise kann die erste Komponente als ein verklumpter
Anteil und die zweite Komponente als ein flüssiger Anteil desselben Stoffs ausgebildet
sein.
[0007] "Elektromagnetkraft" meint vorliegend die auf ein elektrisch geladenes Material in
einem elektrischen Feld oder einen Magneten, insbesondere Permanentmagneten, oder
einen stromdurchflossenen Leiter, insbesondere Spule, in einem magnetischen Feld wirkende
Kraft.
[0008] Das "Mittel zum Erzeugen der Elektromagnetkraft" kann als Permanentmagnet, Spule
oder Kapazität ausgebildet sein. Die entsprechenden magnetischen Felder betragen eine
Feldstärke von typischerweise 10 - 300 mT.
[0009] Unter "elektromagnetischen Partikeln" sind vorliegend Partikel zu verstehen, die
ein elektrisch geladenes Material oder ein magnetisches oder ein magnetisierbares
Material, beispielsweise Eisen oder Nickel, aufweisen.
[0010] Gemäß einer Ausgestaltung weist die Kartusche weiterhin auf: eine erste Trommel,
welche eine erste Kammer aufweist, eine Verstelleinrichtung, welche dazu eingerichtet
ist, die erste Trommel um deren Mittelachse zu drehen, wenn die Zentrifugalkraft einen
vorbestimmten Schwellwert überschreitet, um dadurch die erste Kammer mit einer zweiten
Kammer leitend zu verbinden, wobei die erste und/oder zweite Kammer als die Mischkammer
ausgebildet ist. Vorteilhaft lassen sich somit - unter entsprechender Wahl der Drehzahl
eines Rotors einer Zentrifuge mit der Kartusche - die erste und/oder zweite Komponente
zwischen der ersten und zweiten Kammer transferieren. Je nachdem, ob die erste und/oder
zweite Kammer als Mischkammer ausgebildet ist, können die entsprechenden Komponenten
in der ersten und/oder zweiten Kammer effektiv gemischt werden. Mit "leitend" ist
vorliegend flüssigkeits-, gas- und/oder partikelleitend gemeint.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche umfasst die Verstelleinrichtung
eine erste Schräge, welche mit einer zweiten Schräge der ersten Trommel zusammenwirkt,
um diese aus einer ersten Stellung, in welcher diese mit einem Gehäuse der Kartusche
in Drehrichtung um die Mittelachse formschlüssig in Eingriff steht, in eine zweite
Stellung entlang der Mittelachse und entgegen der Wirkung eines Rückstellmittels zu
verbringen, in welcher der Formschluss aufgehoben ist und sich die erste Trommel um
die Mittelachse dreht. Somit wird ein einfacher Mechanismus bereitgestellt, um die
erste Trommel zwischen zumindest zwei definierten Stellungen in der Drehrichtung um
die Mittelachse zu verstellen.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche ist die zweite
Kammer und/oder eine dritte Kammer der ersten Trommel bezogen auf die Mittelachse
vor- oder nachgelagert, wobei bevorzugt die erste Kammer mittels der Verstelleinrichtung
wahlweise mit der zweiten Kammer oder der dritten Kammer leitend verbindbar ist. Die
Mischkammer kann also der ersten Trommel vor- und/oder nachgelagert oder auch in der
ersten Trommel selbst vorgesehen sein. Außerdem kann die Mischkammer bevorzugt mit
unterschiedlichen weiteren Kammern - je nach Bedarf - wahlweise verbunden werden.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche ist eine zweite
Trommel, welche die zweite Kammer aufweist, und/oder eine dritte Trommel vorgesehen,
welche die dritte Kammer aufweist. Genauso kann jedoch auch beispielsweise die zweite
Trommel die zweite Kammer und die dritte Kammer aufweisen. Gleiches gilt für die dritte
Trommel. Indem mehrere Trommeln mit insbesondere mehreren Kammern vorgesehen werden,
welche zueinander verstellt werden, lassen sich verschiedenste Prozesse mittels der
Kartusche automatisch ausführen.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche weist diese weiterhin
ein Mittel zum Erzeugen der Elektromagnetkraft auf. Dadurch, dass das Mittel Bestandteil
der Kartusche ist, kann das Mittel auf einen jeweiligen Kartuschentyp abgestimmt und
mit der entsprechenden Kartusche sicher verbunden sein. Beispielsweise kann das Mittel
als Spule oder Permanentmagnet ausgebildet sein.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche ist das Mittel
in ein Gehäuse der Kartusche, in die erste, zweite und/oder dritte Trommel integriert.
Dadurch lässt sich das Mittel einfach im Bereich der Mischkammer anordnen.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kartusche umfasst die Mischkammer
eine flexible Membran, welche den Behälter in ein erstes und ein zweite Volumen unterteilt,
wobei in dem ersten Volumen die wenigstens eine erste und zweite Komponente und in
dem zweiten Volumen die elektromagnetischen Partikel aufnehmbar sind, wobei mittels
der elektromagnetischen Partikel unter Einwirkung der Elektromagnetkraft die Membran
verformbar ist, um die wenigstens eine erste und zweite Komponente zu mischen. Dadurch
sind die Partikel zu jedem Zeitpunkt von der ersten und zweiten Komponente getrennt,
sodass die Partikel auch aus beispielsweise nichtsterilen Materialien gebildet sein
können.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die erfindungsgemäße Kartusche ferner die
erste und zweite Komponente sowie die elektromagnetischen Partikel auf, wobei die
erste Komponente als biochemische Sonde und die zweite Komponente als Fängermolekül
ausgebildet ist, welches die biochemische Sonde bindet, wobei die elektromagnetischen
Partikel die erste oder zweite Komponente tragen. Dadurch binden die Fängermoleküle
innerhalb kürzester Zeit an die biochemischen Sonden.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zentrifuge ist das wenigstens
eine Mittel dazu eingerichtet, eine Elektromagnetkraft zu erzeugen, welche entgegen
der Zentrifugalkraft, senkrecht zu der Zentrifugalkraft und/oder in dieselbe Richtung
wie die Zentrifugalkraft wirkt. Dadurch lassen sich unterschiedliche Mischeffekte
erzielen.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zentrifuge sind zumindest
ein erstes und ein zweites Mittel vorgesehen, wobei das erste Mittel auf einer Seite
und das zweite Mittel auf der anderen Seite einer Kreisbahn, entlang welcher die Kartusche
beim Zentrifugieren bewegbar ist, angeordnet ist und das erste und zweite Mittel entlang
der Kreisbahn voneinander beabstandet sind. Somit lassen sich die Partikel einfach
in einer Richtung senkrecht zur Ebene der Kreisbahn hin- und her bewegen.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zentrifuge ist das wenigstens
eine Mittel in ein Gehäuse der Zentrifuge, insbesondere in einen Boden und/oder Deckel
derselben, integriert. Dadurch ergibt sich ein einfacher Aufbau.
[0021] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens verändert sich die Elektromagnetkraft,
während die Kartusche zentrifugiert wird. Die Elektromagnetkraft kann sich hinsichtlich
ihres Betrags und/oder ihrer Richtung verändern.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren der Zeichnung dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0023] Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch einen Schnitt durch eine Kartusche gemäß einem Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung;
- Figuren 2A-2G
- perspektivische Ansichten verschiedener Bauteile der Kartusche aus Figur 1;
- Figuren 3A-3E
- verschiedene Betriebszustände der Kartusche aus Figur 1;
- Figuren 4A-4E
- Detailansichten einer Verstelleinrichtung entsprechend den verschiedenen Betriebszuständen
aus Figur 3A-3E;
- Figur 5
- in einem Schnitt die Mischkammer aus Figur 1 samt weiterer Elemente;
- Figuren 6A und 6B
- eine schematische Draufsicht auf eine Zentrifuge gemäß einem Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung bzw. eine schematische Seitenansicht der Zentrifuge; und
- Figuren 7A und 7B
- eine Variante gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Figur 5, wobei zwei unterschiedliche
Zustände gezeigt sind.
[0024] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Elemente,
soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist.
[0025] Figur 1 zeigt in einer Schnittansicht eine Kartusche 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0026] Die Kartusche 100 umfasst ein Gehäuse 102 in Form eines Röhrchens. Beispielsweise
kann das Gehäuse 102 als ein 15 mL Zentrifugenröhrchen, 1.5 mL oder 2 mL
[0027] Eppendorfröhrchen oder alternativ als eine Mikrotiterplatte (z.B. 20 pL pro Kavität)
ausgebildet sein. Die Längsachse des Gehäuses 102 ist mit 104 bezeichnet.
[0028] In dem Gehäuse 102 sind beispielsweise eine erste Trommel 108, eine zweite Trommel
106 und eine dritte Trommel 110 aufgenommen. Die Trommeln 106, 108, 110 sind hintereinander
und mit ihren jeweiligen Mittelachsen koaxial mit der Längsachse 104 angeordnet.
[0029] Das Gehäuse 102 ist an seinem einen Ende 112 geschlossen ausgebildet. Zwischen dem
geschlossenen Ende 112 und der zu diesem benachbart angeordneten dritten Trommel 110
ist ein Rückstellmittel beispielsweise in Form einer Feder 114 angeordnet. Die Feder
114 kann in Form einer Spiralfeder oder eines Polymers, insb. eines Elastomers, ausgebildet
sein. Das andere Ende 116 des Gehäuses 102 ist mittels eines Verschlusses 118 verschlossen.
Bevorzugt kann der Verschluss 118 abgenommen werden, um die Trommeln 106, 108, 110
aus dem Gehäuse 102 zu entnehmen.
[0030] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Feder 114 zwischen dem Verschluss
118 und der Trommel 106 angeordnet, sodass die Feder 114 zum Erzeugen einer Rückstellkraft
gedehnt wird. Auch andere Anordnungen der Feder 114 sind denkbar.
[0031] Eine jeweilige Trommel 106, 108, 110 kann eine oder mehrere Kammern aufweisen:
[0032] So umfasst beispielsweise die zweite Trommel 106 mehrere Kammern 120 für Reagenzien
sowie eine weitere Kammer 122 zur Aufnahme einer Probe, beispielsweise einer Blutprobe,
die von einem Patienten entnommen wurde.
[0033] Die der zweiten Trommel 106 nachgeschaltete erste Trommel 108 umfasst eine Mischkammer
124, in welcher die Reagenzien aus den Kammern 120 mit der Probe aus der Kammer 122
gemischt werden. Außerdem umfasst die erste Trommel 108 beispielsweise eine weitere
Kammer 126, in welcher das Gemisch aus der Mischkammer 124 in eine flüssige und eine
feste Phase 128 bzw. 130 getrennt wird.
[0034] Die der ersten Trommel 108 wiederum nachgeschaltete dritte Trommel 110 umfasst eine
Kammer 132 zur Aufnahme eines Abfallprodukts 134 aus der Kammer 126. Weiterhin umfasst
die dritte Trommel 110 eine weitere Kammer 136 zur Aufnahme des gewünschten Endprodukts
138.
[0035] Die Kartusche 100 weist eine äußere Geometrie auf, so dass diese in eine Aufnahme
eines Rotors einer Zentrifuge, insbesondere in eine Aufnahme eines Ausschwingrotors
oder Festwinkelrotors einer Zentrifuge, eingesetzt werden kann. Während des Zentrifugierens
wird die Kartusche 100 um einen in Figur 1 schematisch angedeuteten Drehpunkt 140
mit hoher Drehzahl gedreht. Der Drehpunkt 140 liegt dabei auf der Längsachse 104,
so dass eine entsprechende Zentrifugalkraft 142 entlang der Längsachse 104 auf jeden
Bestandteil der Kartusche 100 wirkt.
[0036] Ziel ist es nun, dass mittels geeigneter Steuerung der Drehzahl verschiedene Prozesse
innerhalb der Kartusche 100 gesteuert werden. So soll beispielsweise die Mischkammer
124 zunächst mit der Kammer 122 fluidisch verbunden werden, um die Probe aus der Kammer
122 aufzunehmen. Hiernach soll die Mischkammer 124 mit den Kammern 120 verbunden werden,
um die Reagenzien aus diesen aufzunehmen. Anschließend sollen die Reagenzien und die
Probe in der Mischkammer 124 gemischt werden. Ähnlich sollen auch die Prozesse in
den Kammern 126, 132 und 136 gesteuert werden.
[0037] Die Figuren 2A-2G zeigen perspektivisch verschiedene Bauteile der Kartusche 100 aus
Figur 1. Anhand der Figuren 2A-2G soll nachfolgend insbesondere eine Verstelleinrichtung
300 (siehe Figur 3A) erläutert werden, welche die teils drehzahlabhängige Steuerung
der vorstehend erwähnten Prozesse ermöglicht.
[0038] Wie in Figur 2A gezeigt, weist das Gehäuse 102 an seiner Innenseite Vorsprünge 200
auf. Die Vorsprünge 200 stehen radial hin zur Längsachse 104 von der Gehäuseinnenwand
202 ab. Die Vorsprünge 200 bilden zwischen sich Schlitze 204, welche sich entlang
der Längsachse 104 erstrecken. Die Vorsprünge 200 sind an ihrem einen Ende jeweils
mit einer Schräge 206 gebildet. Die Schrägen 206 weisen weg von dem Drehpunkt 140
im Betrieb der Zentrifuge mit der Kartusche 100.
[0039] Figur 2B zeigt das Ende 112 des Gehäuses 102, welches gemäß diesem Ausführungsbeispiel
als eine abnehmbare Kappe ausgebildet ist. Das Ende 112 weist an seinem inneren Umfang
mehrere Nuten 208 auf, welche sich entlang der Längsachse 104 erstrecken.
[0040] Figur 2C zeigt die zweite Trommel 106 mit den Kammern 120, 122. Die Trommel 106 weist
an ihrer Außenwand 210 mehrere Vorsprünge 212 auf, welche sich von der Außenwand 210
radial nach außen erstrecken. Im zusammengebauten Zustand der Kartusche 100 greifen
die Vorsprünge 212 der Trommel 106 in die Schlitze 204 des Gehäuses 102 ein. Dadurch
ist ein Drehen der Trommel 106 um die Längsachse 104 gesperrt. Die Trommel 106 ist
jedoch entlang der Längsachse 104 in den Schlitzen 204 verschieblich. Die zweite Trommel
106 weist weiterhin an ihrer Außenwand 210, insbesondere an ihrem der ersten Trommel
108 zugewandten Ende 214, eine kronenartige Kontur 216, welche eine Vielzahl von Schrägen
218, 220 umfasst. Zwei Schrägen 218, 220 bilden jeweils einen Zacken der kronenartigen
Kontur 216 aus. Die Schrägen 218, 220 weisen ebenfalls weg von dem Drehpunkt 140 im
Betrieb der Zentrifuge mit der Kartusche 100.
[0041] Figur 2D zeigt eine Ansicht der zweiten Trommel 106 aus Figur 2C von unten. Die dem
Ende 214 zugeordnete Unterseite 222 der Trommel 106 weist mehrere Öffnungen 224 auf,
um die Kammern 120, 122 mit der Mischkammer 124 der ersten Trommel 108 flüssigkeits-,
gas- und/oder partikelleitend (nachfolgend "leitend") zu verbinden. Alternativ oder
zusätzlich können die Öffnungen 224 auch die Kammern 120, 122 mit der Kammer 126 der
ersten Trommel 108 leitend verbinden. Eine jeweilige leitende Verbindung bestimmt
sich nach der Position einer jeweiligen Öffnung 224 bezüglich der Kammern 124, 126.
Diese Position wird durch Drehen der ersten Trommel 108 gegenüber der Trommel 106
erzielt, wie an späterer Stelle noch näher erläutert wird.
[0042] Figur 2E zeigt eine Lanzetteneinrichtung 226, welche in Figur 1 nicht dargestellt
ist. Die Lanzetteneinrichtung 226 umfasst eine Platte 228 mit einem oder mehreren
Dornen 230, welche jeweils benachbart zu einer Öffnung 232 in der Platte 228 angeordnet
sind. Die Dorne 230 dienen dazu, drehzahlgesteuert eine jeweilige Öffnung 224 in der
Unterseite 222 der zweiten Trommel 106 zu durchzustoßen, woraufhin insbesondere Flüssigkeit
aus der entsprechenden Kammer 120, 122 durch die Öffnung 232 hindurch in die Kammern
124 oder 126 fließt.
[0043] Figur 2F zeigt die erste Trommel 108 mit den Kammern 124, 126. Am Boden 234 der Kammer
126 ist beispielsweise eine Öffnung 236 für ein leitendes Verbinden der Kammer 126
mit den Kammern 132, 136 der dritten Trommel 110 vorgesehen. Die erste Trommel 108
weist an ihrer Außenwand 238 mehrere Vorsprünge 240 auf. Die Vorsprünge 240 sind dazu
eingerichtet, in die Schlitze 204 (genauso wie die Vorsprünge 212 der zweiten Trommel
106) einzugreifen. Solange die Vorsprünge 240 mit den Schlitzen 240 in Eingriff stehen,
ist ein Drehen der ersten Trommel 108 um die Längsachse 104 gesperrt.
[0044] Allerdings sind die Vorsprünge 240 samt der Trommel 108 entlang der Längsachse 104
in den Schlitzen 204 beweglich. Die Vorsprünge 240 weisen Schrägen 242 auf, welche
in Richtung des Drehpunkts 140 im Betrieb der Zentrifuge mit der Kartusche 100 weisen
und korrespondierend zu den Schrägen 206 und 220 gebildet sind.
[0045] Figur 2G zeigt die dritte Trommel 110 mit den Kammern 132, 136. Die Trommel 110 weist
Vorsprünge 244 auf, welche von der Außenwand 246 der Trommel 110 jeweils abstehen.
Die Vorsprünge 244 sind dazu eingerichtet, in die Nuten 208 des Endes 112 zu greifen,
so dass die Trommel 110 in der Längsrichtung 104 in den Nuten 208 verschieblich ist.
Ein Drehen der Trommel 110 um die Längsachse 104 ist somit jedoch gesperrt.
[0046] Die Figuren 3A-3E zeigen mehrere Betriebszustände beim Betrieb der Kartusche 100
aus Figur 1, wobei eine zusätzliche Trommel 302 dargestellt ist, was jedoch vorliegend
nicht weiter relevant ist. Die Figuren 4A-4E korrespondieren jeweils mit den Figuren
3A-3E und illustrieren die Bewegung der Schrägen 206, 218, 220, 242 relativ zueinander.
Ergänzend sei jedoch darauf hingewiesen, dass Figur 3B einen Betriebszustand der Kartusche
100 zeigt, welcher fortgeschrittener ist als der in Figur 4B gezeigte Zustand. In
den Figuren 3A-3E ist das Gehäuse 102 teilweise durchsichtig dargestellt, um einen
Blick auf das Innere freizugeben.
[0047] Die Vorsprünge 200, die Schlitze 204, die Schrägen 206, die Vorsprünge 212, die Schrägen
218, 220, die Vorsprünge 240 sowie die Schrägen 242 bilden im Zusammenspiel mit der
Rückstellfeder 114 die vorstehend erwähnte Verstelleinrichtung 300 zum definierten
Verdrehen der ersten Trommel 108 gegenüber den weiteren Trommeln 106, 110 um die Längsachse
104.
[0048] Die Figuren 3A und 4A zeigen eine erste Stellung, in welcher die Vorsprünge 240 der
ersten Trommel 108 in die Schlitze 204 eingreifen und somit ein Drehen der Trommel
108 um die Längsachse 104 gesperrt ist. Wird nun die Drehzahl der Zentrifuge erhöht,
so drückt die zweite Trommel 106 mittels der Schrägen 220 der Kontur 216 auf die Schrägen
242 der ersten Trommel 108 gegen die Wirkung der Feder 114, wobei die Feder 114 komprimiert
wird. Dadurch bewegt sich die erste Trommel 108 in einer Richtung weg von dem Drehpunkt
140, wie durch die entsprechenden Pfeile in den Figuren 4A und 4B angedeutet. Diese
Bewegung wird solange fortgesetzt, bis die Vorsprünge 240 außer Eingriff mit den Vorsprüngen
200 gelangen. In dieser zweiten Stellung ist ein Drehen der ersten Trommel 108 um
die Längsachse 104 freigegeben, wie in Figur 4C veranschaulicht. Aufgrund des Zusammenwirkens
der Schrägen 220 und 242, die beispielsweise jeweils unter einem Winkel von 45° in
Bezug auf die Längsachse 104 ausgerichtet sind, ergibt sich eine Kraftkomponente,
welche die erste Trommel 108 automatisch dreht, wenn diese in die zweite Stellung
gelangt, wie durch in Figur 4C nach links gerichteten Pfeile angedeutet.
[0049] Wird die Drehzahl nun wieder reduziert, was mit einer entsprechenden Reduzierung
der Zentrifugalkraft einhergeht, so drückt die Feder 114 die erste Trommel 108 mittels
der dritten Trommel 110 wieder in Richtung des Drehpunkts 140. Dadurch wird die zweite
Trommel 106 samt ihrer Schrägen 220 ebenfalls wieder in Richtung des Drehpunkts 140
bewegt, wodurch die Schrägen 242 der ersten Trommel 108 gegen die Schrägen 206 des
Gehäuses 102 zum Liegen kommen und entlang dieser unter Ausführung einer weiteren
Drehbewegung der ersten Trommel 108 in eine dritte Stellung gleiten, wie in den Figuren
4D und 4E dargestellt. In der dritten Stellung sind die Vorsprünge 240 der ersten
Trommel 108 wieder in den Schlitzen 204 des Gehäuses 102 angeordnet, so dass ein weiteres
Drehen der Trommel 108 um die Längsachse 104 wieder gesperrt ist.
[0050] Der vorstehend beschriebene Prozess kann beliebig oft wiederholt werden, um die erste
Trommel 108 definiert gegenüber den weiteren Trommeln 106 und 110 zu drehen.
[0051] Figur 5 zeigt in einem Schnitt die Mischkammer 124 aus Figur 1 gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Allerdings wäre es genauso möglich, eine der Kammern 120,
122 der zweiten Trommel 106 oder auch eine der Kammern 132, 136 der dritten Trommel
110, welche der ersten Trommel 108 vor- bzw. nachgeschaltet sind, entsprechend der
Mischkammer 124 auszubilden.
[0052] Die Mischkammer 124 umfasst einen Behälter 500 zur Aufnahme von wenigstens zwei Komponenten
502, 504. Bevorzugt handelt es sich um solche Komponenten, welche mittels der zweiten
Trommel 106, beispielweise mittels einer oder mehrerer der Kammern 120, 122, bereitgestellt
werden. Beispielsweise können die Komponenten 502, 504 als Reagenzien oder Proben,
insbesondere Blutproben, ausgebildet sein. Figur 5 zeigt den Behälter 500, wie dieser
ein Gemisch aus zwei Flüssigkeiten 502, 504 enthält. Die Flüssigkeiten 502, 504 können
dieselbe oder eine unterschiedliche Dichte aufweisen. Das in dem Behälter 500 aufnehmbare
Flüssigkeitsvolumen beträgt typischerweise bis zu 3 mL.
[0053] Die Mischkammer 124 umfasst weiterhin magnetische Partikel 506. Die Partikel 506
können bereits vor Beginn des Zentrifugierens, beispielsweise bereits vor dem Einsetzen
der Kartusche 100 in die Zentrifuge, in der Mischkammer 124 angeordnet sein. Alternativ
können die Partikel 506 in einer oder mehrer Kammern 120, 122 der zweiten Trommel
106 vorgehalten und zu einem gewissen Zeitpunkt drehzahlgesteuert eingeleitet werden.
Insoweit wird auf das Vorhergehende verwiesen, wo die Funktionsweise der Verstelleinrichtung
300 beschrieben wird. Weiterhin können die Partikel 506 in einer oder mehrer Kammern
120, 122 zusammen mit einer der Flüssigkeiten 502, 504 vorgehalten und später mittels
der Verstelleinrichtung 300 gemeinsam (also z.B. die Flüssigkeit 502 mit den Partikeln
506) in die Mischkammer 124 eingeleitet werden. Noch weiterhin können die Partikel
506 beispielweise aus der Kammer 120 zugeführt werden, bevor oder nachdem eine Blutprobe
aus der Kammer 122 in die Mischkammer 124 eingebracht wurde.
[0054] Die Partikel 506 weisen bevorzugt ein permanentmagnetisches Material, beispielsweise
Eisen, auf. Weiter bevorzugt weisen die Partikel 506 eine Dichte auf, welche größer
ist als die der Flüssigkeiten 502, 504. Die Partikel 506 weisen typischerweise einen
Durchmesser von ca. 200 µm auf.
[0055] Die Zentrifuge oder die Kartusche 100 weist ein Mittel 508 zum Erzeugen einer Magnetkraft
510 auf, welche auf einen jeweiligen Partikel 506 wirkt. Das Mittel 508 ist bevorzugt
als Permanentmagnet, Spule oder Kapazität ausgebildet. Das Mittel 508 ist bei dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel radial innen in Bezug auf die Mischkammer 124 bzw.
die Kartusche 100 angeordnet. Auch eine Anordnung des Mittels 508 radial außen wäre
möglich.
[0056] Die erzeugte Magnetkraft 510 variiert bevorzugt mit der Zeit. Dies kann beispielsweise
einmal dadurch erreicht werden, dass das Mittel 508 ein zeitlich variierendes Magnetfeld
erzeugt. Dazu ist das Mittel 508 beispielweise als Spule ausgebildet, welche mittels
einer Steuereinrichtung geeignet bestromt wird. In diesem Fall kann die Spule 508
ein ortsfester Bestandteil der Zentrifuge sein. Alternativ kann die Spule 508 bewegt,
also beispielsweise in den Rotor der Zentrifuge, in eine spezielle Rotorhalterung,
in die Kartusche 100, in die erste Trommel 108 oder in den Behälter 500 integriert,
vorgesehen sein und insbesondere drahtlos bestromt werden. Weiterhin kann das Mittel
508 dazu eingerichtet sein, ein zeitlich konstantes Magnetfeld zu erzeugen, wobei
die Mischkammer 124 samt den Partikeln 506 gegenüber diesem bewegt wird. Dazu ist
das Mittel 508 beispielsweise als Permanentmagnet ausgebildet. In diesem Fall lenkt
das Mittel 508 die Partikel 506 immer dann aus, wenn die Kartusche 100 das Mittel
508 auf seiner Kreisbahn passiert.
[0057] Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 5 ist das Mittel 508 als eine Spule ausgebildet.
Die von der Spule 508 mittels der Steuereinrichtung erzeugte Magnetkraft wirkt entgegen
der Zentrifugalkraft 142 und übersteigt diese beispielweise periodisch. Insbesondere
dadurch und auf Grund der Tatsache, dass die Partikel 506 eine höhere Dichte aufweisen
als die Flüssigkeiten 502, 504, bewegen sich die Partikel 506 entlang der Längsachse
104 der Kartusche 100 in den Flüssigkeiten 502, 504 hin- und her, was wegen der sich
einstellenden Strömungen auch zu einer Bewegung der Partikel 506 in einer Richtung
quer zur Längsachse 104 führt.
[0058] Alternativ kann die Bewegung der Partikel 508 auch ausschließlich mittels der Spule
508 gesteuert werden. D.h., die Spule 508 erzeugt eine Magnetkraft 510, welche abwechselnd
entgegen der Zentrifugalkraft 142 und in Richtung der Zentrifugalkraft 142 wirkt.
In diesem Fall spielt die Dichte der Partikel 506 wie auch die Stärke der Zentrifugalkraft
142 keine Rolle bzw. nur eine unerhebliche Rolle.
[0059] Neben dem Vermischen der Flüssigkeiten 502, 504 kann das beschriebene Verfahren auch
eingesetzt werden, um biochemische Bindungsprozesse zu beschleunigen. In der Mischkammer
124 befindet sich dann mindestens eine Flüssigkeit 502, welche mindestens einen Typ
von biochemischer Sonde (z.B. DNA, Antigene, Antikörper, Proteine, Zellen, Gensequenzen,
Aminosäuren) beinhaltet. Auf den Partikeln 506 befindet sich ein Typ von Fängermolekül
(z.B. DNA, Antigene, Antikörper, Proteine, Zellen, Gensequenzen, Aminosäuren), welches
genau diesen biochemischen Sondentyp bindet. Durch die Bewegung der Partikel 506 durch
die Flüssigkeit 502 findet eine beschleunigte Beladung der Partikel 506 mit den biochemischen
Sonden statt.
[0060] In einer weiteren Ausführungsform finden das Mischen von Flüssigkeiten 502, 504 und
das Binden von biochemischen Sonden an die Oberfläche eines jeweiligen Partikels 506
in einem Prozessschritt statt.
[0061] Figur 6A zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Zentrifuge 600 gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Figur 6B zeigt schematisch eine Seitenansicht der Zentrifuge
600. Die Kartusche 100 ist - abgesehen von der Mischkammer 124 - der Einfachheit halber
in Figur 6B nicht dargestellt.
[0062] Die Kartusche 100 samt der Kammer 124 wird in einem nicht dargestellten Halter der
Zentrifuge 600 auf einer Kreisbahn 602 um den Drehpunkt 140 bewegt. Die Zentrifuge
600 weist zwei Permanentmagnete 508 auf, welche jeweils ortsfest vorgesehen und der
besseren Unterscheidung halber mit den Bezugszeichen 604, 606 bezeichnet sind. Wie
in Figur 6B zu erkennen, ist der eine Permanentmagnet 604 unterhalb der Kreisbahn
602 und der andere Permanentmagnet 606 oberhalb der Kreisbahn 602 angeordnet. Dazu
ist beispielsweise der untere Permanentmagnet 604 in einen Boden 608 der Zentrifuge
600 und der obere Permanentmagnet 606 in einen Deckel 610 der Zentrifuge 600 integriert.
Außerdem sind die Permanentmagnete 604, 606 entlang der Kreisbahn 602 in der Draufsicht
aus Figur 6A zueinander versetzt. Beispielsweise liegen sich die Permanentmagnete
604, 606 dabei in Bezug auf den Drehpunkt 140 gegenüber.
[0063] Bewegt sich nun die Kartusche 100 samt der Kammer 124 auf der Kreisbahn 602 an den
Permanentmagnete 604, 606 vorbei, so erzeugen diese jeweils eine Magnetkraft 510,
welche nicht-parallel, insbesondere im Wesentlichen senkrecht, zur Zentrifugalkraft
142 auf einen jeweiligen Partikel 506 wirkt. Dadurch dass die Permanentmagnete 604,
606 auf unterschiedlichen Seiten der Kreisbahn 602 angeordnet sind, wirkt die Magnetkraft
510 beim Passieren der Permanentmagnete 604, 606 einmal nach unten und einmal nach
oben, was zu einer entsprechenden Hin- und Herbewegung der Partikel 506 nach unten
und oben senkrecht zur Zentrifugalkraft 142 führt. Insbesondere bewegen sich die Partikel
506 dabei über die gesamte innere Behälterbreite 512.
[0064] Anstelle der Permanentmagnete 604, 606 könnten auch beispielsweise Spulen verwendet
werden, welche gerade dann bestromt werden und dadurch die Magnetkraft 508 erzeugen,
wenn sie von der Kartusche 100 bzw. Mischkammer 124 passiert werden.
[0065] Figur 7A und 7B zeigen eine Variante gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Figur
5, wobei zwei unterschiedliche Zustände gezeigt sind.
[0066] Die Mischkammer 124 gemäß Figur 7A und 7B umfasst eine flexible, insbesondere elastische
Membran 700 aus beispielsweise Silikon, thermoplastischem Elastomer oder Polyamid.
Die Membran 700 unterteilt den Behälter 500 in ein erstes Volumen 702 und ein zweites
Volumen 704. In dem ersten Volumen 702 sind die Flüssigkeiten 502, 504 aufgenommen.
Das zweite Volumen 704 enthält die Partikel 506 und gegebenenfalls ein Gas 706. Alternativ
können die Partikel 506 auch als ein sogenanntes Ferrofluid vorgesehen werden.
[0067] Die zeitlich veränderliche Magnetkraft 510 bewirkt nun im Zusammenspiel mit der Zentrifugalkraft
142, dass sich die Partikel 506 in Bezug auf den Drehpunkt 140, also entlang der Längsachse
104, hin- und her bewegen und dabei die Membran 700 verformen. Die Membran 700 wirkt
dadurch auf die Flüssigkeiten 502, 504 und vermischt diese somit. Figur 7A zeigt einen
ersten Zustand, in welchem die Magnetkraft 510 auf einen jeweiligen Partikel 506 wirkt,
und Figur 7B zeigt einen zweiten Zustand, in welchem keine Magnetkraft 510 und lediglich
die Zentrifugalkraft 142 auf einen jeweiligen Partikel 506 wirkt. In dem zweiten Zustand
sind es die erste und zweite Flüssigkeit 502, 504, welche die Membran 700 verformen.
[0068] Vorteilhaft kann bei sämtlichen vorstehenden Ausführungsbeispielen somit unabhängig
von der Drehzahl des Rotors der Zentrifuge gemischt werden. Beispielsweise kann bei
konstanter, steigender oder fallender Drehzahl gemischt werden. Gemäß einem Ausführungsbeispiel
kann die Drehzahl der Zentrifuge so gewählt werden, dass die entsprechende Zentrifugalkraft
142 einen vorbestimmten Schwellwert überschreitet, sodass die Verstelleinrichtung
300 die Trommel 108 mit der Mischkammer 124 dreht, wodurch die Kammer 124 mit einer
weiteren Kammer 120, 122, 132, 136 leitend verbunden wird. Gleichzeitig bewegen sich
die Partikel 506 bereits in dem Behälter 500 und können dadurch die Komponenten 502,
504 miteinander vermischen, während eine oder beide Komponenten 502, 504 in die Mischkammer
124 einströmen oder aus dieser ausströmen.
[0069] Besonders bevorzugt werden die vorliegend beschriebenen Ausführungsbeispiele miteinander
kombiniert. Insbesondere bietet sich dies für die Ausführungsbeispiele nach den Figur
5 und Figuren 6A und 6B sowie Figuren 7A und 7B und Figuren 6A und 6B an. Somit werden
dann die Partikel 506 in der Längsrichtung 104 und senkrecht zu dieser bei jeder vollen
Umdrehung der Kartusche 100 hin und her bewegt.
[0070] Weiterhin kann die Mischkammer 124 eine nicht dargestellte Hindernisstruktur, beispielsweise
ein Sieb oder eine Gitterstruktur, aufweisen, welche dazu eingerichtet ist, unter
Einwirkung einer Zentrifugalkraft (wenn also die Drehzahl der Zentrifuge einen vorbestimmten
Schwellwert überschreitet) sich durch die Flüssigkeiten 502, 504 zu bewegen oder von
den Flüssigkeiten 502, 504 umströmt zu werden (letzteres im Fall einer ortsfesten
Hindernisstruktur), um diese dadurch zu vermischen.
[0071] Das Gehäuse 102 und die Trommeln 106, 108, 110 können aus demselben oder unterschiedlichen
Polymeren hergestellt sein. Bei dem einen oder mehreren Polymeren handelt es sich
insbesondere um Thermoplaste, Elastomere oder thermoplastische Elastomere. Beispiele
sind Cyclo-olefin Polymer (COP), Cyclo-olefin Copolymer (COC), Polycarbonate (PC),
Polyamide (PA), Polyurethane (PU), Polypropylen (PP), Polyethylene terephthalate (PET)
oder Poly(methyl methacrylate) (PMMA).
[0072] Einer oder beide Trommeln 106, 110 können einstückig mit dem Gehäuse 102 gebildet
sein.
[0073] Obwohl die Erfindung vorliegend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben
wurde, ist sie darauf keineswegs beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Insbesondere sei darauf hingewiesen, dass die für die erfindungsgemäße Kartusche vorliegend
beschriebenen Ausgestaltungen und Ausführungsbeispiele entsprechend auf die erfindungsgemäße
Zentrifuge sowie auf das erfindungsgemäße Verfahren zum Mischen einer ersten und einer
zweiten Komponente anwendbar sind, und umgekehrt. Ferner wird darauf hingewiesen,
dass "ein" vorliegend keine Vielzahl ausschließt.
1. Kartusche (100) zum Einsetzen in eine Zentrifuge (600), aufweisend eine Mischkammer
(124), welche einen Behälter (500) für zumindest eine erste und eine zweite Komponente
(502, 504) und elektromagnetische Partikel (506) umfasst, wobei die elektromagnetischen
Partikel (506) mittels einer Elektromagnetkraft (510) für ein Mischen der ersten und
der zweiten Komponente (502, 504) bewegbar sind.
2. Kartusche nach Anspruch 1, weiterhin aufweisend
eine erste Trommel (108), welche eine erste Kammer (124) aufweist, und
eine Verstelleinrichtung (300), welche dazu eingerichtet ist, die erste Trommel (108)
um deren Mittelachse (104) zu drehen, wenn die Zentrifugalkraft (142) einen vorbestimmten
Schwellwert überschreitet, um dadurch die erste Kammer (124) mit einer zweiten Kammer
(120, 122) leitend zu verbinden, wobei die erste und/oder zweite Kammer (124) als
die Mischkammer ausgebildet ist.
3. Kartusche nach Anspruch 2, wobei die Verstelleinrichtung (300) eine erste Schräge
(220) umfasst, welche mit einer zweiten Schräge (242) der ersten Trommel (108) zusammenwirkt,
um diese aus einer ersten Stellung, in der diese mit einem Gehäuse (102) der Kartusche
(100) in Drehrichtung um die Mittelachse (104) formschlüssig in Eingriff steht, in
eine zweite Stellung entlang der Mittelachse (104) und entgegen der Wirkung eines
Rückstellmittels (114) zu verbringen, in welcher der Formschluss aufgehoben ist und
sich die erste Trommel (108) um die Mittelachse (104) dreht.
4. Kartusche nach einem der Ansprüche 2 oder 3, wobei die zweite Kammer (120, 122) und/oder
eine dritte Kammer (132, 136) der ersten Trommel (108) bezogen auf die Mittelachse
(104) vor- oder nachgelagert ist, wobei bevorzugt die erste Kammer (124) mittels der
Verstelleinrichtung (300) wahlweise mit der zweiten Kammer (120, 122) oder dritten
Kammer (132, 136) leitend verbindbar ist.
5. Kartusche nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei eine zweite Trommel (106), welche
die zweite Kammer (120, 122) aufweist, und/oder eine dritte Trommel (110) vorgesehen
ist, welche die dritte Kammer (132, 136) aufweist.
6. Kartusche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin aufweisend ein Mittel
(508) zum Erzeugen der Elektromagnetkraft (510).
7. Kartusche nach Anspruch 6, wobei das Mittel (508) in ein Gehäuse (102) der Kartusche
(100), in die erste, zweite und/oder dritte Trommel (106, 108, 110) integriert ist.
8. Kartusche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Mischkammer (124) eine
flexible Membran (700) umfasst, welche den Behälter (500) in ein erstes und ein zweite
Volumen (702, 704) unterteilt, wobei in dem ersten Volumen (702) die wenigstens eine
erste und zweite Komponente (502, 504) und in dem zweiten Volumen (704) die elektromagnetischen
Partikel (506) aufnehmbar sind, wobei mittels der elektromagnetischen Partikel (506)
unter Einwirkung der Elektromagnetkraft (510) die Membran (700) verformbar ist, um
die wenigstens eine erste und zweite Komponente (502, 504) zu mischen.
9. Kartusche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner aufweisend die erste und
zweite Komponente (502, 504) sowie die elektromagnetischen Partikel (506), wobei die
erste Komponente (502) als biochemische Sonde und die zweite Komponente (504) als
Fängermolekül ausgebildet ist, welches die biochemische Sonde bindet, wobei die elektromagnetischen
Partikel (506) die erste oder zweite Komponente (502, 504) tragen.
10. Zentrifuge (600), aufweisend
eine Kartusche (100) nach einem der vorgehenden Ansprüche und
wenigstens ein Mittel (508, 604, 606) zum Erzeugen der Elektromagnetkraft (510).
11. Zentrifuge nach Anspruch 10, wobei das wenigstens eine Mittel (508, 604, 606) dazu
eingerichtet ist, eine Elektromagnetkraft (510) zu erzeugen, welche entgegen der Zentrifugalkraft
(142), senkrecht zu der Zentrifugalkraft (142) und/oder in dieselbe Richtung wie die
Zentrifugalkraft (142) wirkt.
12. Zentrifuge nach Anspruch 10 oder 11, wobei zumindest ein erstes und ein zweites Mittel
(604, 606) vorgesehen sind, wobei das erste Mittel (606) auf einer Seite und das zweite
Mittel (604) auf der anderen Seite einer Kreisbahn (602), entlang welcher die Kartusche
(100) beim Zentrifugieren bewegbar ist, angeordnet ist und das erste und zweite Mittel
(604, 606) entlang der Kreisbahn (602) voneinander beabstandet sind.
13. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei das wenigstens eine Mittel (604,
606) in ein Gehäuse der Zentrifuge (600), insbesondere in einen Boden (608) und/oder
Deckel (610) derselben, integriert ist.
14. Verfahren zum Mischen wenigstens einer ersten und zweiten Komponente (502, 504) in
einer Kartusche (100), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 9, aufweisend folgende
Schritte:
Befüllen des Behälters (500) der Mischkammer (124) mit der ersten und zweiten Komponente
(502, 504); und
Erzeugen der Elektromagnetkraft (510), wobei die elektromagnetischen Partikel (506)
die erste und zweite Komponente (502, 504) miteinander vermischen.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei sich die Elektromagnetkraft (510) verändert, während
die Kartusche (100) zentrifugiert wird.