[0001] Die Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung für Speise- und Lebensmittelabfälle,
insbesondere im gastronomischen Bereich, bestehend aus einem Aufgabegefäß mit konischem
Übergang zu einem motorisch angetriebenen Schneidwerk mit mindestens einem rotierenden
Schneidmesser, einer Pumpenanordnung mit Pumpensumpf sowie einer Steuerungseinheit,
gemäß Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Zerkleinerungsvorrichtung
gemäß Patentanspruch 14.
[0002] Aus der
EP 1 256 308 B1 ist eine Abfallzerkleinerungsvorrichtung, integriert in eine Geschirrspülmaschine
vorbekannt, welche von einem bidirektional laufenden Elektromotor angetrieben ist.
Weiterhin sind dort Sensormittel vorhanden, die so ausgelegt werden, dass sie das
zu überwindende Drehmoment, welches am Rotor der Vorrichtung zur Speiserestzerkleinerung
anliegt, ermitteln und den Rotor dazu veranlassen, seine Drehrichtung umzukehren,
wenn festgestellt wird, dass das zu überwindende Drehmoment einen vorher festgelegten
Schwellwert überschreitet.
[0003] Die Vorrichtung zur Entsorgung von Küchen- und Speiseabfällen gemäß
DE 101 59 602 A1 geht auf eine Steuerung zurück, die verschiedene Betriebsarten umfasst.
[0004] Nach
DE 34 11 918 C2 gehört eine Vorrichtung zum Zerkleinern und Verdichten von Abfall zum Stand der Technik.
Diesbezüglich wäre noch ergänzend die
DE 196 33 734 A1 zu erwähnen.
[0005] Die
AT 000 453 U1 zeigt ein Schneidwerkzeug zur Verwendung in der Lebensmittelaufbereitung mit einem
speziellen Schneidenbereich und einem chromhaltigen, thermisch vergüteten, hochkorrosionsbeständigen
sowie abriebfesten Werkstoff.
[0006] Ein Schneidsystem für Lebensmittelzerkleinerungsmaschinen ergänzt um eine Förder-
und Pumpeinrichtung ist in der
DE 199 48 493 C2 beschrieben.
[0007] Aus dem Vorgenannten ist es Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Zerkleinerungsvorrichtung
für Speise- und Lebensmittelabfälle, insbesondere im gastronomischen Bereich, sowie
ein diesbezügliches Betriebsverfahren anzugeben. Die zu schaffende Lösung soll eine
Speiserestereduktion in hygienischer Weise ermöglichen, wobei durch ein motorisch
angetriebenes Schneid- bzw. Mahlwerk eine pumpfähige Masse entsteht, die mit Hilfe
einer Pumpenanordnung in einen Tank abgeführt werden kann. Das Schneidwerk der anzugebenden
Zerkleinerungsvorrichtung soll hohen Anforderungen unterschiedlichster Reststoffe
gerecht werden, d.h. neben weichen Produkten wie z.B. Reis, Nudeln, Kartoffeln, Fleisch,
Fisch, Gemüse und Obst, auch schwere Substanzen wie Ananasstrünke, Bananen-, Melonenschalen
und Servietten zerkleinern. Ebenso soll die Möglichkeit bestehen, härtere Stoffe,
z.B. Tierknochen, Fischgräten oder Muscheln sowie Eier- oder Nussschalen zu verarbeiten.
Durch eine Modulbauweise ist sicherzustellen, dass Verschleißteile kostengünstig und
schnell ausgetauscht werden können, so dass Stillstandszeiten auf ein Mindestmaß reduzierbar
sind.
[0008] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch eine Zerkleinerungsvorrichtung
für Speise- und Lebensmittelabfälle, insbesondere im gastronomischen Bereich, gemäß
der Merkmalskombination nach Patentanspruch 1 sowie durch ein Verfahren gemäß der
Lehre des Patentanspruchs 14, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen beinhalten.
[0009] Es wird demnach von einer Zerkleinerungsvorrichtung für Speise- und Lebensmittelabfälle,
insbesondere im gastronomischen Bereich, ausgegangen, bestehend aus einem Aufgabegefäß
mit konischem Übergang zu einem motorisch angetrieben Schneidwerk mit mindestens einem
rotierenden Schneidmesser, einer Pumpenanordnung mit Pumpensumpf sowie einer Steuerungseinheit.
[0010] Erfindungsgemäß weist das Schneidwerk einen stationären, insbesondere käfigartigen
Schneidkörper und einen rotierenden Schneidkörper auf.
[0011] Der stationäre Schneidkörper besteht aus einer Anordnung von mindestens zwei beabstandeten
Kreisringen mit jeweils Deck- und Fußring.
Zwischen Deck- und Fußring ist eine Vielzahl von Schneidklötzen befindlich, zwischen
denen ein Abstandsraum verbleibt. Weiterhin sind Deck- und Fußring unter Fixierung
der Schneidklötze miteinander mechanisch verbunden, was z.B. durch Verschrauben oder
Verbolzen realisiert werden kann.
[0012] Der rotierende Schneidkörper besitzt eine Tragscheibe vorzugsweise in Kreisform,
welche sandwichartig mindestens eine von der Tragscheibenform abweichende Wirkscheibe
aufnimmt. Damit sind Tragscheibe und Wirkscheibe übereinander angeordnet, wobei oberhalb
der Wirkscheibe parallel zur Wirkscheibenebene verlaufende Hauptmesser und unter einem
Winkel zur Wirkscheibenebene angeordnete Vorzerkleinerungsmesser jeweils lös- und
austauschbar befestigt sind.
[0013] Der vorerwähnte Winkel kann z.B. 45° oder 90° bezogen auf die Wirkscheibenebene betragen
oder entsprechende Zwischenwerte einnehmen.
[0014] Die Ausbildung des rotierenden Schneidkörpers ist im Wesentlichen rotationssymmetrisch,
so dass Unwuchten bei einem Betrieb vermieden oder reduziert werden. Gleiches gilt
für die Ausführung des stationären, käfigartigen Schneidkörpers.
[0015] Mindestens der Deckring des stationären käfigartigen Schneidkörpers ist mit zum Mittelpunkt
orientierten Ausformungen versehen. Diese Ausformungen können eine z.B. Nierenform
besitzen oder als Flügel oder Flügelabschnitt ausgestaltet werden.
[0016] Die jeweiligen Abstandsräume zwischen den Schneidklötzen erweitern sich vom Innenumfang
zum Außenumfang, d.h. von innen nach außen, insbesondere konisch.
[0017] Bei einer Ausführungsform besitzen die Schneidklötze eine Quaderform mit an den gegenüberliegenden
Ober- und Unterseiten ausgebildeten Nasen. Die Nasen greifen in komplementäre Aussparungen
des Deck- und Fußrings ein, so dass ein Formschluss entsteht und die Schneidklötze
sicher fixiert werden.
[0018] Auf der von der Tragscheibe abgewandten Seite der Wirkscheibe ist ein Kreisringflansch
befestigt, von dessen Außenumfang sich im Wesentlichen senkrecht orientierte Vorzerkleinerungsmesser
erstrecken.
[0019] Die Vorzerkleinerungsmesser können eine V- oder A-Flächenform besitzen.
[0020] Außerhalb der Befestigungsfläche für den Kreisringflansch ist eine Halterung für
die als Paar gegenüberliegenden Hauptmesser vorgesehen.
[0021] Vorzerkleinerungsmesser und Hauptmesser sind in Draufsicht der Anordnung versetzt
zueinander angeordnet, d.h. einem Vorzerkleinerungsmesser folgt in Drehrichtung ein
Hauptmesser, dem wiederum ein Vorzerkleinerungsmesser und ein Hauptmesser nachfolgen.
[0022] Die Hauptmesser weisen mindestens eine Schneidkante mit Verzahnung sowie Vor- und
Rücksprünge auf. Die Vorzerkleinerungsmesser besitzen an allen freien Kanten eine
Schneide.
[0023] Im Betriebszustand tauchen die Ausformungen des Deckrings in den Abstandsraum zwischen
Tragscheibe und Hauptmesser ein.
[0024] Die Schneidkörper- und Messeranordnung wiederum taucht mindestens teilweise in den
Pumpensumpf ein, wobei der Pumpensumpf als flachzylindrischer Körper mit Befestigungsflansch
für das Aufgabegefäß und einer radial oder tangiential orientierten Absaugöffnung
versehen ist.
[0025] Erfindungsgemäß kann die Anzahl und/oder die Form der zwischen Deck- und Fußring
eingesetzten Schneidflächenklötze variabel sein.
[0026] Ebenso besteht die Möglichkeit, Anzahl und/oder Form der Messer und der Wirkscheiben
variabel zu gestalten, um an die jeweils aufgegebenen Stoffe eine Anpassung vornehmen
zu können.
[0027] Bei dem Verfahren zum Betreiben der beschriebenen Zerkleinerungsvorrichtung erfolgt
zunächst ein Einspritzen einer vorgegebenen Prozesswassermenge in das Aufgabegefäß
durch eine im oberen Randbereich vorgesehene Düse, insbesondere eine Fächerdüse.
[0028] Hiernach wird das Schneidwerk durch Ansteuern des motorischen Antriebs aktiviert.
Zeitversetzt zum Ansteuern des Schneidwerks des Antriebs erfolgt ein Einschalten der
Pumpenanordnung.
[0029] Im Verlauf des Zerkleinerungsprozesses erfolgt ein gesteuertes Ändern der Drehrichtung
des Schneidwerks, um einen optimalen Zerkleinerungserfolg zu bewirken.
[0030] Zeitvorgabegesteuert wird dann ein Abschalten des Schneidwerks und danach ein Abschalten
der Pumpenanordnung in die Wege geleitet.
[0031] Nach dem Abschalten der Pumpenanordnung wird das Einspritzen der Prozesswassermenge
kurzzeitig fortgesetzt. Bevorzugt wird während des gesamten Zerkleinerungsvorgangs
eine definierte Menge Prozesswasser hinzugegeben. Im Anschluss wird der Zerkleinerungsvorgang
beendet und z.B. elektromagnetisch ein Deckel der Zerkleinerungsvorrichtung zum Zweck
des Öffnens freigegeben.
[0032] Verfahrensseitig erfindungsgemäß ist darüber hinaus eine laufende Überwachung der
Last des motorischen Antriebs und das Auslösen einer Drehrichtungsänderung des Schneidwerks
dann, wenn eine Lastüberschreitung erkannt wurde. Ebenfalls wird kontinuierlich eine
Bestimmung des Drucks einer am Pumpensumpf angeschlossenen Verrohrung zum Erkennen
möglicher Verstopfungen vorgenommen.
[0033] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie der Beschreibung
des Betriebsverfahrens unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert werden.
[0034] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Zusammenstellungszeichnung des Schneidwerks im den Pumpensumpf bildenden Gehäuse;
- Fig. 2
- eine Detaildarstellung des stationären, käfigartigen Schneidkörpers;
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung des rotierenden Schneidkörpers, befindlich auf der Tragscheibe;
- Fig. 4
- eine Explosivdarstellung der Baugruppen Gehäuse, stationärer Schneidkörper sowie rotierender
Schneidkörper und
- Fig. 5
- ein selbsterklärendes Blockschaltbild der wesentlichen elektronischen und Steuerungsbaugruppen
zum Betreiben der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung.
[0035] Die Fig. 1 lässt in ihrer perspektivischen Darstellung die wesentlichen Funktionsbaugruppen
eines den Pumpensumpf bildenden Gehäuses 10 nebst stationärem Schneidkörper 20 und
die Tragscheibe 3.1 erkennen. Die Antriebsnabe ist mit dem Bezugszeichen 3.8 versehen,
wobei an der Unterseite des Gehäuses 10 ein Flansch 30 zum Befestigen des nicht gezeigten
Antriebsmotors, insbesondere eines Elektromotors vorgesehen ist. Tangential orientiert
ist am Gehäuse 10 noch eine Absaugöffnung 40 in Form eines Rohrstücks ausgebildet.
[0036] Wie aus der Fig. 2 ersichtlich, besteht der stationäre, käfigartige Schneidkörper
aus einer Anordnung von mindestens zwei beabstandeten Kreisringen, umfassend einen
Deckring 2.1 sowie einen Fußring 2.2 und mehrere Schneidklötze 2.3.
[0037] Deckring 2.1 und Fußring 2.2 sind durch Bolzen 2.6 miteinander verspannt.
[0038] Schneidklötze 2.3 befinden sich beabstandet angeordnet zwischen Deckring 2.1 und
Fußring 2.2.
[0039] Zwischen den Schneidklötzen 2.3 verbleibt ein deutlich erkennbarer Abstandsraum.
[0040] Der Deckring 2.1 des stationären käfigartigen Schneidkörpers weist zum Mittelpunkt
der Anordnung nach Fig. 2 orientierte Vorsprünge oder Ausformungen 2.7 auf.
[0041] Bei einer Ausführungsform der Erfindung erweitert sich der jeweilige Abstandsraum
zwischen einem Paar von Schneidklötzen 2.3 von innen nach außen, insbesondere konisch.
[0042] Die Schneidklötze 2.3 können eine Quaderform mit an den gegenüberliegenden Ober-
und Unterseiten ausgebildeten Nasen 2.4 besitzen, wobei die Nasen 2.4 in komplementäre
Aussparungen 2.5 des Deckrings 2.1 bzw. Fußrings 2.2 eingreifen, um einen Formschluss
zu gewährleisten.
[0043] Gemäß der Darstellung nach Fig. 3, die den rotierenden Schneidkörper zeigt, ist eine
Tragscheibe 3.1 vorhanden, die z.B. die Form eines Kreises aufweist und diesbezüglich
komplementär zur hohlzylindrischen Öffnung im Gehäuse 10 ausgebildet ist (siehe auch
Fig. 4).
[0044] Die Tragscheibe 3.1 nimmt sandwichartig mindestens eine von der Tragscheibenform
abweichende Wirkscheibe 3.2 auf. Beim Ausführungsbeispiel wird von zwei eine Stapelanordnung
bildenden übereinander liegenden Wirkscheiben 3.2 ausgegangen.
[0045] Oberhalb der Wirkscheibenanordnung 3.2 ist parallel zur Wirkscheibenebene eine Anordnung
von Hauptmessern 3.4 vorhanden, wobei weiterhin unter einem Winkel zur Wirkscheibenebene
angeordnete Vorzerkleinerungsmesser 3.5 jeweils lös- und austauschbar befestigt sind.
[0046] Die Hauptmesser 3.4 verfügen über einen Zapfen 3.6, der in die Messeraufnahme 3.3
und eine dort vorgesehene komplementäre Ausnehmung eingreift. Die Hauptmesser 3.4
können mit den Messeraufnahmen 3.3 durch Verschweißen, d.h. stoffschlüssig verbunden
werden.
[0047] An der Wirkscheibenanordnung 3.2 ist ein Kreisringflansch 3.9 mit Hilfe einer Verschraubung
3.7 befestigbar.
[0048] Dieser Kreisringflansch weist von dessen Außenumfang sich im Wesentlichen senkrecht
nach oben erstreckende, bereits erwähnte Vorzerkleinerungsmesser 3.5 auf.
[0049] Die Vorzerkleinerungsmesser 3.5 besitzen an allen Freiflächen 3.10 eine Schneide.
[0050] Die Vorzerkleinerungsmesser 3.5 können eine V- oder A-Flächenform besitzen.
[0051] Außerhalb der Befestigungsfläche für den Kreisringflansch 3.9 ist die Halterung für
die Hauptmesser 3.4 vorhanden.
[0052] Die Hauptmesser 3.4 weisen eine Verzahnung 3.11 sowie Vor- und Rücksprünge 3.12 auf.
[0053] Aus der Zusammenstellungszeichnung nach Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Ausformungen
2.7 des Deckrings 2.1 in den Abstandsraum zwischen Tragscheibe 3,1 und Hauptmesser
3.4 eingreifen.
[0054] Wie aus der Zusammenschau der Fig. 1 und 4 deutlich wird, taucht die Schneid- und
Messeranordnung in den Pumpensumpf mindestens teilweise ein, wobei der Pumpensumpf
als flachzylindrischer Körper (Gehäuse 10) mit Befestigungsflansch für das Aufgabegefäß
und der radial oder tangential orientierten Absaugöffnung 40 ausgebildet ist.
[0055] Zusammenfassend sind Deck- und Fußring, wie in der Fig. 2 im Detail gezeigt, parallel
und deckungsgleich übereinander und um eine gemeinsame gedachte Mittelachse angeordnet.
Die Schneidklötze verlaufen koaxial und von der gemeinsamen Achse aus strahlenförmig
und sind am Umfang in gleichen Abschnitten zueinander angeordnet und dienen der Distanzierung
von Deckring 2.1 und Fußring 2.2. Hierdurch wird der rotationssymmetrische, stationäre,
käfigartige Körper gebildet.
[0056] Die Hauptmesser 3.4 sowie die Messer zur Vorzerkleinerung sind um eine gemeinsam
gedachte Mittelachse übereinander, sandwichartig angeordnet. Zapfen 3.6 sind einerseits
unmittelbar am jeweiligen Hauptmesser 3.4 vorhanden und erstrecken sich auch senkrecht
nach unten und greifen in Aussparungen der Wirkscheibenanordnung 3.2 ein, so dass
sich der gewünschte Formschluss und eine sichere Befestigung der Baugruppen des Schneidwerkzeugs
ergibt. Für die Herstellung der Schneidkörper und deren Komponenten wird auf Edelstahlmaterialien
im Dickenbereich von 3mm bis 25 mm zurückgegriffen, wobei die Konturen der Teile vorzugsweise
durch Laserschneidtechnik erzeugt werden.
[0057] Für die Schneidscheiben, Schneidklötze und Messer können ergänzend verschleißfeste
Chrommolybdän-Stähle zum Einsatz kommen.
[0058] Die Anzahl der Schneidklötze, aber auch die Form der Schneidklötze 2.3 ist variabel.
Ebenso ist die Anzahl und die Form der Messer sowie der Wirkscheiben änderbar und
es besteht die Möglichkeit, unterschiedlich geformte Messer bzw. Wirkscheiben und
Messer miteinander zu kombinieren.
[0059] Gemäß dem Blockschaltbild nach Fig. 5 wird sowohl eine Überwachung des Betriebsstroms
des Schneidwerkmotors als auch des Pumpenmotors vorgenommen. Ein Not-Halt-Auswertemodul
nebst Schütz kann den Betriebsstrom des oder der Motoren bei Überlast unterbrechen.
Über Schalteinrichtungen wird darüber hinaus geprüft, ob Schaltkasten und Deckel des
Aufgabegefäßes geschlossen sind. Nur in ihrem Schließzustand kann die Vorrichtung
in Betrieb genommen werden.
[0060] Signale zum Füllstand und zum Druck nach der Pumpenanordnung des Zuleitungsdrucks
sowie aus einer Durchflussermittlung gelangen auf die zentrale Steuerung, die mit
einem Fernwartungsmodul in Verbindung steht. Die Steuerung steht darüber hinaus mit
einem Bedienpult, welche die Steuer- und Meldeebene darstellt, in Verbindung.
[0061] Es umfasst also die Steuerung eine Steuer- und Leistungsschalteinheit nebst Software
als Betriebssystem.
[0062] Die Steuerung verfügt über eine Lastüberwachung, die bei einer substratbedingten
Überschreitung des zulässigen Arbeitsbereichs des Schneidwerkantriebs entsprechende
Gegenmaßnahmen einleitet. Hierfür wird auf feste, situationsabhängige Unterprogramme
zurückgegriffen, um die Überlastsituation abzuschwächen, zu beseitigen oder als letzte
Maßnahme den Ablauf des Zerkleinerungsprogramms nach Ausgabe einer entsprechenden
Fehlermeldung abzubrechen.
[0063] Alle relevanten Parameter des Ablaufs sowohl des Hauptprogramms als auch der Zusatzfunktionen
oder Zusatzprogramme werden über ein Interface variabel festgelegt und können auch
nachträglich geändert werden.
[0064] Die Steuerung weist eine integrierte Blockadeerkennung des Transportrohrs bzw. Transportschlauchs
zwischen der internen Pumpe und des für die Speisereste bestimmten Sammelgefäßes,
z.B. eines Lagertanks auf, um mögliche Verstopfungen der Verrohrung frühzeitig zu
erkennen, zu signalisieren und diesen Verstopfungen automatisiert aktiv entgegenzuwirken,
indem z.B. ein Spülvorgang eingeleitet wird.
[0065] Die Steuerung weist auch ein Programm zur Reinigung der Verrohrung auf, um z.B. möglichen
Subtrataushärtungen während längerer Arbeitspausen vorzubeugen oder die Verstopfungen
wie dargelegt zu beseitigen.
[0066] Auch ist ein Programm vorgesehen, welches dem Abpumpen verschiedener im Eingabekonus
befindlicher Flüssigkeiten ohne enthaltene Feststoffe dient.
[0067] Das Zustandssignal des externen Sammelgefäßes gelangt auf einen Eingang der Steuerung,
um den Zerkleinerungsvorgang dann abzubrechen, wenn eine Überfüllung bzw. ein Überlauf
des Sammelgefäßes droht.
[0068] Alle relevanten Betriebsparameter und Statistiken können in einem internen Speicher
abgelegt und abgefragt werden. Die Analyse von Fehlern bzw. das Feststellen von Falschbedienungen
wird dadurch wesentlich erleichtert. Mit Hilfe einer Datenverbindung kann eine Ferndiagnose
und Fernwartung vorgenommen werden, wobei alle gesammelten Betriebsparameter an eine
zentrale Sammelstelle, z.B. einen Server gelangen und dort abgelegt werden. Die Auslastung
der entsprechenden Zerkleinerungsvorrichtung kann hierdurch überprüft und ein Festlegen
von Wartungsintervallen vorgenommen werden.
[0069] Nachstehend sei ein beispielhafter Betrieb der Zerkleinerungsvorrichtung erläutert.
[0070] Das zu zerkleinernde Material wird nach Öffnen eines Deckels der Vorrichtung in den
Eingabekonus, d.h. das Aufgabegefäß mit darunter liegendem Schneidwerk eingefüllt.
[0071] Nach Schließen des Deckels zeigt eine vorhandene Anzeige die Betriebsbereitschaft
an. Durch Betätigen einer Schalteinrichtung wird der Zerkleinerungsvorgang gestartet,
der in der Regel ca. eine Minute andauert. Dabei wird zunächst über eine im oberen
Bereich des Aufgabegefäßes angepasste Fächerdüse mit einem z.B. 100°-Kegel mehrere
Sekunden lang Kalt- oder Warmwasser in den Konus eingesprüht. Dieses Wasser stellt
als Prozesswasser eine wesentliche Unterstützung des Zerkleinerungsvorgangs dar. Das
Prozesswasser wird üblicherweise während des gesamten Zerkleinerungsvorgangs zugegeben,
und zwar in einer Menge von ca. 2 1/min.
[0072] Die Sprührichtung der Fächerdüse ist in Richtung des Deckels gerichtet, um diesen
möglichst frei von Produkten zu halten.
[0073] Im Anschluss beginnt das Schneidwerk mit der Zerkleinerung des eingegebenen Produkts.
Ca. zwei Sekunden später wird dann die eingebaute Pumpe, insbesondere ausgeführt als
Impellerpumpe, aktiviert, um das zerkleinerte Produkt abzusaugen.
[0074] Der verzögerte Start der Pumpe verhindert, dass der Ansaugvorgang des Schneidwerks
durch den Unterdruck der Pumpe zusätzlich erschwert wird.
[0075] Das durch die Pumpe abgeführte Volumen wird durch das Einströmen von Luft durch einen
mit einem Rückschlagventil gesicherten Stutzen im oberen Konusbereich des Aufgabegefäßes
ausgeglichen.
[0076] Je nach Programmierung kann das Schneidwerk während des Zerkleinerungsvorgangs mehrfach
die Drehrichtung wechseln. Nach Ablauf einer voreingestellten Zeit stoppt zunächst
das Schneidwerk, dann die Pumpe.
[0077] Dabei wird für wenige Sekunden weiterhin Wasser eingesprüht, damit die Pumpe beim
nächsten Start nicht trockenläuft.
[0078] Im Anschluss wird der Zerkleinerungsvorgang beendet und der Deckel freigegeben. Dies
kann durch eine Anzeige "Deckel auf" signalisiert werden.
[0079] Danach ist die Anlage wieder betriebsbereit und es kann das Aufgabegefäß erneut gefüllt
werden.
[0080] Sämtliche Parameter des Schneidvorgangs sind nach Kundenwunsch und den jeweiligen
Voraussetzungen frei programmierbar. Diese Programmierung wird zunächst bei der Installation
vorgenommen und kann jedoch später durch den Kundendienst oder über einen Fernwartungsanschluss
aktualisiert werden.
[0081] Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung kann neben normalen Lebensmittelresten
auch Problemstoffe, z.B. Knochen, versehentlich beigegebene Verpackungsreste, Kerne,
Steine oder Ähnliches zerkleinern. Das Zerkleinerungsvermögen kann darüber hinaus
durch Auswahl einer dem Substrat entsprechenden Schneidwerksgeometrie verbessert werden.
[0082] Der Antriebsmotor des Schneidwerks ist lastüberwacht, d.h. die Anlage erkennt selbsttätig
eine mögliche Blockade des Schneidwerks, z.B. durch ein Besteck, und versucht, sich
durch mehrfaches Ändern der Drehrichtung freizuschneiden. Wenn dies misslingt, schaltet
sich die Anlage aus und es wird ein Warnsignal ausgegeben. Zum erneuten Starten des
Schneidprogramms muss allerdings der Eingabedeckel mindestens einmal geöffnet werden,
um ein manuelles Beräumen des Konus sicherzustellen.
[0083] Auch bei einer möglichen länger andauernden Überlast und deren Folgen, z.B. bei großen
Mengen aufgegebenem trocken-zähen Materials, beugt die Lastüberwachung, zusätzlich
zur Absicherung des Motors selbst, eventuellen Beschädigungen desselben vor.
[0084] Auf der Druckseite, d.h. dem Ausgang der Förderpumpe, ist ein Druckmessumformer,
d.h. ein Drucksensor angebracht, der kontinuierlich den Druck in der Verrohrung misst,
um möglichen Verstopfungen der Verrohrung frühzeitig vorzubeugen. Bei einem ersten,
einstellbaren Schwellwert wird ein optisches und akustisches Signal ausgegeben, damit
der Nutzer zumindest nach Ablauf des Zerkleinerungsvorgangs der Verstopfung entgegenwirken
kann. Hierfür kann z.B. das Leitungsspülprogramm aktiviert werden. Bei Erreichen oder
Überschreiten einer zweiten Druckschwelle gibt die Anlage wiederum eine Fehlermeldung
aus, bricht aber zusätzlich den Zerkleinerungsvorgang ab, um eine weitere Zunahme
der Verstopfung zu verhindern.
[0085] Eine spezielle Funktion zur Leitungsspülung ist zur Beseitigung von Verstopfungen
in der Verrohrung geeignet. Dieser Vorgang wird ausgelöst durch Druck auf eine entsprechende
Betätigungstaste und dauert je nach kundenspezifischer Anpassung zwischen drei und
acht Minuten. Hierbei wird eine gewisse Zeit Wasser in das Aufgabegefäß eingesprüht
und dann ohne Betätigung des Schneidwerks die Pumpe mehrfach unter weiterer Wasserzugabe
abwechselnd in beiden Transportrichtungen betrieben. Anschließend wird wiederum für
eine vorgegebene Zeit Wasser eingesprüht und der Vorgang durch abschließendes Abpumpen
der im Eingabekonus befindlichen Flüssigkeit abgeschlossen.
[0086] Der Wasserverbrauch der Zerkleinerungsvorrichtung wird über einen elektronisch abgegriffenen
Wasserzähler ermittelt und gespeichert. Hier kann auch zwischen dem Verbrauch von
Prozesswasser und durch eine Pendelbrause manuell zugegebenem Wasser unterschieden
werden. Dies ist insofern von Bedeutung, da bei jedem Liter zusätzlichem, d.h. an
sich unnötigem Wasser entsprechende Versorgungskosten zu Buche schlagen.
1. Zerkleinerungsvorrichtung für Speise- und Lebensmittelabfälle, insbesondere im gastronomischen
Bereich, bestehend aus einem Aufgabegefäß mit konischem Übergang zu einem motorisch
angetriebenen Schneidwerk mit mindestens einem rotierenden Schneidmesser, einer Pumpenanordnung
mit Pumpensumpf sowie einer Steuerungseinheit,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schneidwerk einen stationären käfigartigen Schneidkörper und einen rotierenden
Schneidkörper aufweist,
wobei der stationäre Schneidkörper aus einer Anordnung von mindestens zwei beabstandeten
Kreisringen mit Deck- und Fußring besteht, zwischen Deck- und Fußring eine Vielzahl
von Schneidklötzen befindlich ist, zwischen denen ein Abstandsraum verbleibt und weiterhin
Deck- und Fußring unter Fixierung der Schneidklötze miteinander mechanisch verbunden
sind,
weiterhin der rotierende Schneidkörper eine Tragscheibe besitzt, welche sandwichartig
mindestens eine von der Tragscheibenform abweichende Wirkscheibe aufnimmt, wobei oberhalb
der Wirkscheibe parallel zur Wirkscheibenebene verlaufende Hauptmesser und unter einem
Winkel zur Wirkscheibenebene angeordete Vorzerkleinerungsmesser jeweils lös- und austauschbar
befestigt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens der Deckring des stationären, käfigartigen Schneidkörpers zum Mittelpunkt
orientierte Ausformungen besitzt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die jeweiligen Abstandsräume zwischen den Schneidklötzen von innen nach außen,
insbesondere konisch erweitern.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schneidklötze eine Quaderform mit an den gegenüberliegenden Ober- und Unterseiten
ausgebildeten Nasen besitzen, wobei die Nasen in komplementäre Aussparungen des Deck-
und Fußrings eingreifen, um einen Formschluss zu erhalten.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf der von der Tragscheibe abgewandten Seite der Wirkscheibe ein Kreisringflansch
befestigt ist, an dessen Außenumfang sich im Wesentlichen senkrecht erstreckende Vorzerkleinerungsmesser
ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorzerkleinerungsmesser eine V- oder eine A-Flächenform besitzen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
außerhalb der Befestigungsfläche für den Kreisringflansch eine Halterung für die Hauptmesser
vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptmesser eine Schneidkante mit Verzahnung sowie Vor- und Rücksprüngen besitzen.
9. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorzerkleinerungsmesser an allen freien Kanten eine Schneide aufweisen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Betriebszustand die Ausformungen des Deckrings in den Abstandsraum zwischen Tragscheibe
und Hauptmesser eintauchen.
11. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schneidkörper- und Messeranordnung in den Pumpensumpf mindestens teilweise eintaucht,
wobei der Pumpensumpf als flachzylindrischer Körper mit Befestigungsflansch für das
Aufgabegefäß und einer radial oder tangential orientierten Absaugöffnung ausgebildet
ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl und/oder Form der zwischen Deck- und Fußring eingesetzten Schneidklötze
variabel ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl und/oder Form der Messer und der Wirkscheiben variabel ist.
14. Verfahren zum Betreiben einer Zerkleinerungsvorrichtung für Speise- und Lebensmittelabfälle,
insbesondere im gastronomischen Bereich, bestehend aus einem Aufgabegefäß mit konischem
Übergang zu einem motorisch angetriebenen Schneidwerk mit mindestens einem rotierenden
Schneidmesser, einer Pumpenanordnung mit Pumpensumpf sowie einer Steuerungseinheit
mit folgenden Schritten:
- Einspritzen einer vorgegebenen Prozesswassermenge in das Aufgabegefäß;
- Aktivieren des Schneidwerks durch Ansteuern des motorischen Antriebs;
- zeitversetztes Einschalten der Pumpenanordnung;
- gesteuertes Ändern der Drehrichtung des Schneidwerks;
- zeitgesteuertes Abschalten des Schneidwerks und danach Abschalten der Pumpenanordnung;
- nach Abschalten der Pumpenanordnung kurzzeitiges Fortsetzen des Einspritzens der
Prozesswassermenge und
- Beenden des Zerkleinerungsvorgangs.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
gekennzeichnet durch
eine laufende Lastüberwachung des motorischen Antriebs und Auslösen einer Drehrichtungsänderung
des Schneidwerks bei erkannter Lastüberschreitung sowie kontinuierliche Bestimmung
des Drucks einer am Pumpensumpf angeschlossenen Verrohrung zum Erkennen möglicher
Verstopfungen.