[0001] Die Erfindung betrifft Beutel aus Folie mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen
derartiger Beutel.
[0002] Die betroffenen Beutel dienen insbesondere zur Aufnahme einer Portion geschnittenen
Tabaks. In der üblichen Ausführung bildet ein einstückiger (Folien-)Zuschnitt durch
Faltung desselben eine Tasche mit Taschen-Vorderwand und Taschen-Rückwand zur Aufnahme
des Beutelinhalts. Die Tasche ist seitlich durch Verbindungsnähte - Taschennähte -
begrenzt. Eine Füll- und Entnahmeöffnung ist üblicherweise mit einer Verschlussnaht
versehen. Des Weiteren ist es üblich, durch entsprechende Verlängerung der Taschen-Rückwand
eine Verschlusslasche zu bilden, die gegen die Taschen-Vorderwand faltbar ist, in
der Ausführung als Wickellasche um die Tasche herumgefaltet und an der Taschen-Rückwand
fixiert wird.
[0003] Die Erfindung bezieht sich auf eine weiterentwickelte Ausführung derartiger Beutel.
Die Verschlusslasche, insbesondere die Wickellasche, ist mit einem einstückigen Fortsatz
versehen, der als Schenkel gegen die Innenseite der Verschlusslasche bzw. Wickellasche
gefaltet ist und diese abdeckt. Die Verschlusslasche bzw. Wickellasche ist so doppellagig
ausgebildet mit einer Außenlage und einer Innenlage. Die beiden Lagen der Verschlusslasche
sind durch seitliche (Siegel-)Nähte - Laschennähte - und durch eine Verbindungsnaht
miteinander verbunden. Die so geschaffene Verschlusslasche hat eine erhöhte Formstabilität,
und darüber hinaus ist an der Innenseite der Verschlusslasche eine bedruckbare bzw.
mit Bedruckungen versehene Außenseite der Folie sichtbar.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Beutel der vorstehenden Ausführung hinsichtlich
der gestalterischen Ausbildung zu verbessern und darüber hinaus Verfahren und Vorrichtung
zum leistungsfähigen, zuverlässigen Herstellen der Beutel vorzuschlagen.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist der erfindungsgemäße Beutel mit den Merkmalen des Kennzeichens
des Anspruchs 1 ausgebildet. Eine Besonderheit des Beutels besteht demnach darin,
dass die Lagen der Verschluss- bzw. Wickellasche mit einer Hot-Melt-Naht verbunden
sind. Vorteilhaft ist mindestens eine weitere Verbindung der Lagen der Verschluss-
bzw. Wickellasche durch Hot-Melt in einem mittigen Bereich. Weiterhin ist mindestens
eine vorzugsweise schlitzförmige Öffnung in der Innenlasche angebracht, die - vorzugsweise
in Verbindung mit einer Hot-Melt-Naht - die Stabilität der (Wickel-)Lasche erhöht
und insbesondere die Verformung von Ecken der Lasche verhindert.
[0006] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen von Beuteln gemäß Anspruch 1 weist
die Verfahrensschritte des Anspruchs 5 auf. Die Beutel werden demnach als Abschnitte
einer fortlaufenden Folienbahn gefertigt, die in einem ersten Faltschritt Bahnschenkel
bildet, einerseits für die Taschen-Vorderwand und andererseits für die Innenlage der
Verschluss- bzw. Wickellasche. Eine Faltstation bzw. ein Faltaggregat für die korrekte
Faltung der Folienbahn besteht aus einem Faltorgan mit vorzugsweise zwei zusammenwirkenden
Faltstücken. Im Anschluss daran werden in einer Siegelstation die längs- und quergerichteten
Siegel- bzw. Verbindungsnähte hergestellt, vorzugsweise derart, dass quergerichtete
Nähte durch thermisches Siegeln der Folie und längsgerichtete Nähte als Hot-Melt-Nähte
(Längsnaht der Lasche) und als Peel-Seal-Naht (Verschlussnaht der Tasche) ausgebildet
sind. Die Siegelorgane sind in besonderer Weise ausgebildet. Des Weiteren bezieht
sich die Erfindung auf die Handhabung der gewickelten Folienbahn (Bobine).
[0007] Von Bedeutung sind darüber hinaus Merkmale einer Vorrichtung auf der Grundlage des
Anspruchs 9.
[0008] Einzelheiten des Beutels, des Herstellungsverfahrens und der Vorrichtung werden nachfolgend
anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigt:
- Fig.1:
- einen Beutel mit geöffneter Verschluss- bzw. Wickellasche in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 2:
- den Beutel gemäß Fig. 1 im Vertikalschnitt der Schnittebene II-II,
- Fig. 3:
- einen Ausschnitt der Verschlusslasche als Einzelheit III der Fig. 2 in stark vergrößertem
Maßstab,
- Fig. 4:
- eine schematische Gesamtdarstellung der Vorrichtung in Draufsicht,
- Fig. 5:
- eine Faltstation der Folienbahn in perspektivischer Darstellung, in vergrößertem Maßstab
entsprechend Pfeil V in Fig. 4,
- Fig. 6:
- die Faltstation gemäß Fig. 5 in Draufsicht entsprechend Pfeil VI in Fig. 5,
- Fig. 7:
- eine Einzelheit eines Faltorgans im Querschnitt VII-VII der Fig. 6 in vergrößertem
Maßstab,
- Fig. 8:
- ein Faltorgan in Draufsicht entsprechend Pfeil VIII der Fig. 5, in vergrößertem Maßstab,
- Fig.9:
- eine Einzelheit einer Siegelstation in Draufsicht, teilweise im Horizontalschnitt,
bei vergrößertem Maßstab (gegenüber Fig. 4),
- Fig. 10:
- ein Aggregat zur Lagerung einer (Folien-)Bobine als Teil der Vorrichtung in Seitenansicht,
- Fig. 11:
- die Einzelheit gemäß Fig. 10 mit der Bobine in Arbeitsstellung,
- Fig. 12:
- einen Endabschnitt der Folienbahn und der Abtrennung fertiger Beutel von der Folienbahn.
[0009] Es geht um die Ausbildung und Fertigung von Beuteln 10 aus Folie. Gemäß dem gezeigten
und bevorzugten Aufbau besteht der Beutel 10 aus einer Tasche 11 und einer Verschlusslasche
12. Die Tasche 11 nimmt den Beutelinhalt auf, insbesondere eine Portion 13 aus geschnittenem
Tabak.
[0010] Der Beutel 10 besteht vorzugsweise aus einem einzigen, langgestreckten, rechteckigen
Zuschnitt der Folie. Durch Umfalten entlang einer (unteren) Faltkante 14 entsteht
die Tasche 11 mit Taschen-Vorderwand 15 und Taschen-Rückwand 16. Diese sind seitlich
durch (quergerichtete) Taschennähte 17, 18 dauerhaft miteinander verbunden, wobei
die Taschennähte 17, 18 vorzugsweise durch thermisches Siegeln hergestellt sind. Die
Tasche 11 weist eine Taschenöffnung 19 auf, die das Einfüllen und die Entnahme des
Beutelinhalts ermöglicht. Die Taschenöffnung 19 ist durch eine quergerichtete Verschlussnaht
20 verschlossen. Vorzugsweise ist diese als (mehrfach benutzbare) Peel-Seal-Naht ausgebildet.
[0011] Die Taschen-Rückwand 16 ist über die Taschenöffnung 17 hinaus verlängert und bildet
die Verschlusslasche 12. Diese wird gegen die Taschen-Vorderwand 15 gefaltet und in
Schließstellung mit einem Klebestreifen bzw. einem Tape 21 fixiert. Vorzugsweise ist
die Verschlusslasche 12 als Wickellasche ausgebildet, die sich in Schließstellung
aufgrund entsprechender Abmessung bis in den Bereich der Taschen-Rückwand 16 erstreckt
und mindestens einen der Faltkante 14 zugekehrten Bereich der Taschen-Rückwand 16
abdeckt.
[0012] Die Verschlusslasche 12 ist in besonderer Weise ausgebildet, nämlich zweilagig mit
einer Außenlage 22 und einer Innenlage 23. Die Lagen 22 und 23 liegen dicht aneinander.
Die Innenlage 23 wird durch Umfalten der entsprechend verlängerten Verschlusslasche
12 entlang einer Laschenkante 24 gebildet. Vorliegend erstreckt sich die Innenlage
23 im Wesentlichen über die volle Fläche der Verschlusslasche 12 bzw. der Außenlage
22. Die Bemessung und Gestaltung der Innenlage 23 kann hiervon abweichen. Insbesondere
kann es sinnvoll sein, dass sich die Innenlage 23 nur in einem Teilbereich der Verschlusslasche
12 erstreckt.
[0013] Die Lagen 22 und 23 der Verschlusslasche 12 sind (teilweise) miteinander verbunden,
um die Relativstellung zu fixieren. Seitliche Verbindungsnähte, nämlich Laschennähte
25, 26 erstrecken sich in Fortsetzung der Taschennähte 17, 18 über die volle Breite
der Innenlage 23. Eine Besonderheit sind zusätzliche Verbindungsmittel für die Lagen
22, 23. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist eine Verbindungsnaht 27 vorgesehen,
die vorzugsweise quer zu den Laschennähten 25, 26 verläuft, und zwar unmittelbar entlang
einer freien Randkante 28 der Innenlage 23.
[0014] Die Verbindungsnaht 27 ist als Hot-Melt-Verbindung ausgebildet, also mit Verbindungsmaterial,
welches streifenförmig auf den Zuschnitt aufgebracht und nach dem Falten der Lagen
22, 23 durch Wärme und Druck zur Herstellung der Verbindung aktiviert wird. Die Verbindungsnaht
27 ist mit Unterbrechungen ausgebildet, so dass der Bereich zwischen den Lagen 22,
23 entlüftet werden kann. Vorliegend endet die Verbindungsnaht 27 mit Abstand von
den Laschennähten 25, 27, so dass (beidseitig) Entlüftungsöffnungen 29 entstehen.
[0015] Die freie (Innen-)Seite der Innenlage 23 ist mit dekorativer und/oder informativer
Bedruckung 30 versehen. In Schließstellung liegt die Innenlage 23 an der Taschen-Vorderwand
15 und vorzugsweise mindestens teilweise an der Taschen-Rückwand 16 an und ist mittels
Tape 21 fixiert.
[0016] Die Lagen der Verschlusslasche 12 sind - insbesondere zusätzlich zur Verbindungsnaht
27 - mit weiteren Verbindungen versehen, um die Lasche 12 zu stabilisieren. Eine weitere
Verbindungsnaht, nämlich eine Zwischennaht 31, ist zwischen den beiden Lagen 22 und
23 angeordnet, und zwar in der Ausführung als Hot-Melt-Verbindung. Die Zwischennaht
31 verläuft parallel zur Verbindungsnaht 27 und ist mit geringerem Abstand von der
Laschenkante 24 angeordnet, und endet ebenfalls mit Abstand von den beiden Laschennähten
25, 26.
[0017] Weiterhin ist die Verschlusslasche 12 im Bereich der Innenlage 23 mit einer Öffnung
versehen. Vorliegend ist ein (quergerichteter) Entlastungsschlitz 32 (nur) in der
Innenlage 23 angebracht. Dieser ist im Bereich der Zwischennaht 31 angeordnet, wird
demnach von dieser eingeschlossen. Diese Konstruktion hat die Wirkung, dass eine Verformung
von freien Eckbereichen der Verschlusslasche 12 insbesondere in Schließstellung (gewickelt)
vermieden wird. Die Entlastungsöffnung 32 kann alternativ oder zusätzlich aus Stanzlinien
oder Perforationslinien 33 bestehen, die in der Innenlage 23 angebracht sind und schräg
zur Laschenkante 24, benachbart zu den freien Ecken der Verschlusslasche 12, verlaufen.
[0018] Die so ausgebildeten Beutel 10 werden von einer fortlaufenden Folienbahn 34 hergestellt.
Diese wird von einem Vorrat abgezogen, nämlich von einer Bobine 35. Die Folienbahn
34 durchläuft mehrere Stationen, und zwar eine Faltstation 36, eine Siegelstation
37 und schließlich eine Trennstation 38 (schematisch in Fig. 12). Die Anordnung ist
hier so getroffen, dass die Folienbahn 34 in einer vertikalen Ebene transportiert
und bearbeitet wird (bei horizontaler Förderrichtung). Fig. 4 ist demnach eine Draufsicht
der Vorrichtung.
[0019] Die Folienbahn 34 wird vorzugsweise kontinuierlich von der Bobine 35 (mit aufrechter
Drehachse) abgezogen und über Umlenkwalzen geführt. Im Bereich eines ersten Förderabschnitts
ist ein Splicer 39 angeordnet. Es handelt sich dabei um ein geeignetes (bekanntes)
Aggregat zum Verbinden der Bahnen, wenn ein Wechsel der Bobinen 35 stattfindet. Anschließend
ist ein Drucker 40 installiert, insbesondere ein Laserdrucker, zum Übertragen von
(informativen) Bedruckungen.
[0020] Sodann gelangt die Folienbahn 34 in den Bereich der Faltstation 36. Aus einer in
Querrichtung versetzten Umlenkstellung wird die Folienbahn 34 schräg geführt zu einer
der Faltstation 36 unmittelbar vorgeordneten Umlenkwalze 41. An deren Umfang liegt
die Folienbahn 34 mit einem größeren Umschlingungswinkel an. In einer schräggerichteten
Ebene gelangt die Folienbahn 34 in den Bereich eines ersten Faltorgans 42.
[0021] Im Bereich der Faltstation 36 wird die Folienbahn 34 vorliegend taktweise gefördert,
und zwar in Abschnitten entsprechend der Breite mehrerer nebeneinanderliegender Beutel
10, also in Abstimmung mit der Siegelstation 37. Der Förderabschnitt beträgt insbesondere
einer Länge für die gleichzeitige Herstellung von drei Beuteln 10. Zwischen der Bobine
35 und der Faltstation 36 ist ein Organ zum Ausgleich der Bewegungen angeordnet, hier
ein Pendel 43 mit mehreren Ausgleichswindungen der Folienbahn 34.
[0022] Die Faltorgane der Faltstation 36 sind so ausgebildet, dass während des Transports
der Folienbahn 34 relativ zu den feststehenden Faltorganen zuerst beidseitig Bahnschenkel
44, 45 aufgerichtet werden in eine Zwischenfaltstellung. Dieser Faltschritt erfolgt
während des Transports der Folienbahn unter einem spitzen Winkel zu der Hauptförderbahn
der fertiggefalteten Folienbahn 34. Das im Wesentlichen plattenförmige Faltorgan 42
ist schräg zur Hauptförderbahn gerichtet, vorzugsweise unmittelbar anschließend an
die Umlenkwalze 41. Die Kontur des Faltorgans 42 ist so ausgebildet, dass konvergierende,
seitliche Faltränder 46, 47 gebildet sind, um die die Folienbahn 34 unter Bildung
der Bahnschenkel 44, 45 herumgefaltet wird. Vorzugsweise ist das Faltorgan 42 als
trapezförmige Faltplatte ausgebildet.
[0023] Ein weiteres Faltorgan 48 vollendet die Faltung, so dass die Bahnschenkel 44, 45
an einer Seite der Folienbahn 34, nämlich an einem Mittelstreifen 49, anliegen. Das
(zweite) Faltorgan 48 schließt an das Faltorgan 42 an. Aufgrund der Relativstellung
der vorzugsweise plattenförmigen Faltorgane 42, 48 (unter einem stumpfen Winkel zueinander)
wird im Bereich des Faltorgans 48 die Faltung vollendet. Zu diesem Zweck tritt die
Folienbahn 34 mit den Bahnschenkeln 44, 45 in der (aufgerichteten) Zwischenfaltstellung
in eine keilförmige Ausnehmung 50 des im Wesentlichen V-förmig ausgebildeten Faltorgans
48 ein. Konvergierende Faltränder 51, 52 (übereinanderliegend) führen die Bahnschenkel
44, 45 bis zur vollständigen Anlage aneinander. Das Faltorgan 48 liegt - bezogen auf
den Mittelstreifen 49 der Folienbahn 34 - auf der gegenüberliegenden Seite der Folienbahn
34. Die Faltung wird so vollzogen, dass die Bahnschenkel 44, 45 den gewünschten Abmessungen
der Taschen-Vorderwand 15 einerseits und der Innenlage 23 der Verschlusslasche 12
andererseits entsprechen. Zwischen den Bahnschenkeln 44, 45 ist ein fortlaufender
Folienspalt 53 gebildet.
[0024] Die plattenförmigen Faltorgane weisen gerundete Faltränder 46, 47 und/oder 51, 52
auf. Bei einem Faltorgan gemäß Fig. 7 ist ein Faltrand mit Luftschlitzen 54 (oder
Luftbohrungen) versehen. Diese dienen zur Zuführung von Luft unter Druck in den Bereich
der Umlenkung der Folie zur Faltung. Der Luftschlitz (oder die Luftschlitze) bzw.
Luftbohrungen ist bzw. sind an einen Luftkanal 45 im Querschnittsbereich des Faltorgans
angeschlossen. Der Luftkanal 55 ist mit einer (regelbaren) Druckluftquelle verbunden
(nicht gezeigt). Durch die zugeführte Luft wird im Bereich der Faltränder ein dünnes
Luftpolster geschaffen, welches die Reibung für die Folienbahn 34 im Bereich der Faltränder
reduziert bzw. vermeidet.
[0025] Im Anschluss an die Faltstation 36 wird die Faltung der Bahnschenkel 44, 45 (mechanisch)
stabilisiert. Zu diesem Zweck sind Druckwalzen 56, 57 zu beiden Seiten der (gefalteten)
Folienbahn 34 angeordnet, derart, dass sie die Bahnschenkel 44, 45 an den Mittelstreifen
46 drücken und dabei insbesondere die Ränder zur Bildung der Faltkante 14 und der
Laschenkante 24 stabilisieren.
[0026] Der Entlastungsschlitz 32 im Bereich der Innenlage 23 wird bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
im Anschluss an die Faltung der Folienbahn 34 in dem der Innenlage 23 zugeordneten
Bahnschenkel 44 angebracht. Zu diesem Zweck wird der Bahnschenkel 44 (örtlich) angehoben.
Ein auf der entsprechenden Seite angeordnetes Schneidmesser 58 tritt in den (von dem
Mittelstreifen 49 abgehobenen) Bahnschenkel 44 ein und erzeugt einen Schnitt zur Bildung
des Entlastungsschlitzes 32. Der Schnitt wird während des Transports der Folienbahn
34 durch das gesteuert bewegbare Schneidmesser 58 hergestellt. Alternativ können Schnitte
oder Stanzungen für den Entlastungsschlitz 32 im Bereich der ungefalteten Folienbahn
34 angebracht werden, beispielsweise im Bereich einer Umlenkwalze, wobei als Schneidorgan
eine (übliche) Messerwalze eingesetzt werden kann.
[0027] Der Bahnschenkel 44 kann durch mechanische Mittel (im Bereich des Schneidmessers
58) angehoben werden, vorliegend wird der Bahnschenkel 44 durch ein Schwert 59 angehoben.
Neben der Folienbahn 34 bzw. an dem Bahnschenkel 45 ist das Schwert 59 ortsfest angeordnet.
Ein freies Ende ist so positioniert, dass der Bahnschenkel 44 durch das Schwert 59
angehoben wird. Im Bereich des freiliegenden Bahnschenkels 44 wird der Schnitt durch
das Schneidmesser 58 ausgeführt.
[0028] Im Anschluss an die Faltstation 36 gelangt die (gefaltete) Folienbahn 34 in den Bereich
der Siegelstation 37. In deren Bereich werden durch ein erstes Siegelaggregat 60 (thermische)
Verbindungen hergestellt zur Schaffung von Nähten in Längsrichtung der Folienbahn
34. Konkret werden die Verbindungsnaht 27 und/oder die Zwischennaht 31 hergestellt,
vorzugsweise durch Aktivierung von streifenförmigem Auftrag für Hot-Melt-Verbindungen.
Das betreffende Siegelaggregat 60 ist zu diesem Zweck mit vorzugsweise zwei parallel
und mit Abstand übereinander angeordneten, sich in Längsrichtung der Folienbahn 34
erstreckenden Siegelbacken 61 versehen. Diese sind in der Längsabmessung auf die Länge
der herzustellenden (Hot-Melt-)Naht ausgerichtet. Das Siegelaggregat 60 ist so gesteuert,
dass während einer Stillstandsphase der Folienbahn 34 die (drei) Siegelbacken 61 bzw.
Paare von übereinander angeordneten Siegelbacken zur Übertragung von Wärme und Druck
gegen die Folienbahn 34 bewegt werden. In einem Arbeitstakt werden demnach drei Beutel
10 vorbereitet.
[0029] Ein zweites, nachfolgendes Siegelaggregat 62 ist in besonderer Weise ausgebildet
(Fig. 9). In diesem Bereich werden quer zur Folienbahn 34 gerichtete (aufrechte) Nähte
durch thermisches Siegeln der Folie hergestellt, nämlich Doppelnähte 63. Diese entsprechen
in der Breite der Abmessung von zwei Taschennähten 17, 18 bzw. Laschennähten 25, 26.
Die Doppelnähte 63 werden während einer Stillstandsphase der Folienbahn 34 durch quergerichtete,
aufrechte Siegelbacken bzw. Siegelstege 64 hergestellt, von denen mehrere - vorliegend
vier - während eines Siegeltaktes zur Anlage an der Folienbahn 34 gebracht werden
zur Übertragung von Wärme und Druck. Jeder (aufrechte) Siegelsteg 64 weist eine Unterbrechung
auf im Bereich des Folienspalts 53, so dass nur aufeinander ausgerichtete Abschnitte
der Doppelnaht 63 erzeugt werden.
[0030] Das Siegelaggregat 62 ist mit Organen versehen, die mindestens im Bereich der Verschlusslasche
12 durch flächigen Druck die Beseitigung von Luft aus dem Bereich zwischen den Lagen
22, 23 der Verschlusslasche 12 bewirken. Vorliegend sind den Siegelstegen 64 Druckplatten
65, 66 zu beiden Seiten der Folienbahn 34 zugeordnet. Diese kommen (etwa) zeitgleich
mit den Siegelorganen 64 zur Anlage an der Folienbahn 34, mindestens im Bereich der
Verschlusslasche 12 bzw. des (oberen) Bahnschenkels 44. Die Luft wird über die beschriebenen
Entlüftungsöffnungen herausgedrückt. Die Druckplatten 65, 66 sind federnd gelagert,
nämlich über (vorgespannte) Federn 67, 68. An jedem Siegelsteg 64 sind Druckstücke
69 angebracht, die auf die der zugeordneten Seite angeordneten Federn 67 einwirken
und so - zusammen mit den gegenüberliegenden Federn 68 - die Druckplatten 65, 66 beidseitig
gegen die Folienbahn 34 drücken. Beim Zurückziehen der Siegelstege 64 (Fig. 9, links)
werden die Federn 67, 68 entspannt. Die Druckplatten 65, 66 erhalten einen Abstand
voneinander. In dem gebildeten Spalt kann die Folienbahn 34 um einen Arbeitstakt weitergefördert
werden. Die Druckplatten 65, 66 weisen Ausnehmungen 70 auf für den Durchtritt der
Siegelorgane 64. Diese wirken zusammen mit einem Gegenstück 71 auf der gegenüberliegenden
Seite der Folienbahn 34 zusammen. Zwischen Siegelsteg 64 und Gegenstück 71 wird die
Folienbahn 34 zur Erzeugung der Siegelnaht bzw. der Doppelnaht 63 eingespannt.
[0031] Die unterschiedliche Ausbildung der Verbindungen von Lagen der Folie, nämlich Siegelnähte
einerseits und Hot-Melt-Nähte andererseits ermöglicht eine besondere Fertigungstechnik.
Die in Längsrichtung der Bahn verlaufenden Nähte bestehen aus Hot-Melt-Material. Dieses
wird vorzugsweise bei der Vorbereitung der Folienbahn 34, jedenfalls vor dem Faltprozess,
aufgetragen. Wie aus Fig. 5, Fig. 6 ersichtlich, sind mehrere parallele Bahnen aus
Hot-Melt-Material bzw. aus Peel-Seal-Material positionsgerecht auf die Folienbahn
34 aufgetragen. Eine Besonderheit besteht darin, dass Bereiche für Hot-Melt-Verbindungen,
insbesondere für die Verbindungsnaht 27 und für die Zwischennaht 31, als Streifenabschnitte
bzw. Materialabschnitte auftragen. Die Abschnitte 72 aus Hot-Melt sind der Verbindungsnaht
27 zugeordnet. Materialabschnitte 74 gehören zur Zwischennaht 31. Die Hot-Melt-Abschnitte
sind so bemessen, dass ein Kontakt mit den (später angebrachten) quergerichteten durch
thermisches Siegeln hergestellten Nähten, insbesondere der Laschennähte 25, 26 vermieden
wird (Fig. 1).
[0032] Die mit Abstand aufeinanderfolgenden Materialabschnitte 72 für die Verbindungsnaht
27 sind an einem (oberen) Rand der Folienbahn 34 angeordnet. Gegenüberliegend am (unteren)
Folienrand verläuft ein (durchgehender) Peel-Seal-Streifen 73 für die Verschlussnaht
20. Mit Abstand vom (oberen) Rand ist eine weitere Folge von Materialabschnitten 74
aus Hot-Melt-Material vorgesehen für die entsprechend positionierte Zwischennaht 31.
Parallel hierzu verläuft ein weiterer Streifen aus mit Abstand voneinander angeordneten
Materialabschnitten 75, die mit den Materialabschnitten 74 - nach Faltung der Bahnschenkel
44, 45 - die zusammenwirkenden Materialabschnitte für die Zwischennaht 31 bilden.
[0033] Eine weitere Folge von im Abstand angeordneten Materialabschnitten 76 - wiederum
aus Hot-Melt-Material - ist den Materialabschnitten 72 zugeordnet. Aufgrund entsprechender
Faltung bilden die Abschnitte 72 und 76 die Verbindungsnaht 27. Entsprechend ist ein
weiterer Peel-Seal-Streifen 77 für die Verschlussnaht 20 positioniert.
[0034] Die einander zugeordneten Streifen des aufgetragenen Materials kommen nach Falten
der Bahnschenkel 44, 45 zur Überdeckung. Im Bereich der Siegelstation 37 werden die
Nähte bzw. Verbindungen 27 und 31 hergestellt. Eine Besonderheit besteht darin, dass
bei durchgehenden Materialstreifen aufgrund entsprechender Abmessung der Siegelbacken
61 Verbindungen geschaffen werden, die sich nur über einen Teilbereich der Abmessung
eines Beutels 10 in Transportrichtung erstrecken. Der (Entlastungs-)Schlitz 32 wird
etwa mittig im Bereich der übereinanderliegenden Materialabschnitte 74, 75 angebracht,
damit der Schlitz 32 im Bereich der später hergestellten Zwischennaht 31 sich erstreckt.
[0035] Eine weitere Besonderheit betrifft die Handhabung des Materials der Beutel. Zur Vermeidung
von Umlenkungen der Folienbahn 34 nach Abziehen von der Bobine 35 ist diese auf bewegbaren
Halterungen gelagert. In Arbeitsstellung ist die Bobine 35 mit einer Mittenöffnung
(nicht gezeigt) auf einem Arbeitszapfen 78 gelagert, der vorzugsweise durch Motor
79 angetrieben ist. Bei der Zuführung einer neuen Bobine 35 ist der Arbeitszapfen
78 in eine horizontale Aufnahmestellung bewegt (Fig. 10). Nach Aufschieben der (neuen)
Bobine 35 durch horizontale Bewegung wird der Arbeitszapfen 78 samt Bobine 35 aufgerichtet
(Fig. 11) in die Arbeitsstellung. Die Folienbahn 34 kann nun in der aufrechten Ebene
bei horizontaler Förderrichtung von der Bobine 35 ohne Umlenkung abgezogen werden.
[0036] Der Arbeitszapfen 78 ist an einem Tragstück 80 gelagert, welches durch ein Schwenkgetriebe
81 bewegbar ist, so dass der Arbeitszapfen 78 zwischen den beiden gezeigten Stellungen
bewegbar ist. Das Schwenkgetriebe 81 enthält einen Betätigungszylinder 82 (pneumatisch),
der auf einen an dem Tragstück 80 angebrachten Hebel 83 im Sinne einer Schwenkbewegung
einwirkt. Dadurch wird das Tragstück 80 mit dem Arbeitszapfen 78 aufgerichtet. Der
Motor 79 ist ebenfalls am Tragstück 80 angebracht.
Bezugszeichenliste:
[0037]
- 10
- Beutel
- 11
- Tasche
- 12
- Verschlusslasche
- 13
- Portion
- 14
- Faltkante
- 15
- Taschen-Vorderwand
- 16
- Taschen-Rückwand
- 17
- Taschennaht
- 18
- Taschennaht
- 19
- Taschenöffnung
- 20
- Verschlussnaht
- 21
- Tape
- 22
- Außenlage
- 23
- Innenlage
- 24
- Laschenkante
- 25
- Laschennaht
- 26
- Laschennaht
- 27
- Verbindungsnaht
- 28
- Randkante
- 29
- Entlüftungsöffnung
- 30
- Bedruckung
- 31
- Zwischennaht
- 32
- Entlastungsschlitz
- 33
- Perforationslinie
- 34
- Folienbahn
- 35
- Bobine
- 36
- Faltstation
- 37
- Siegelstation
- 38
- Trennstation
- 39
- Splicer
- 40
- Drucker
- 41
- Umlenkwalze
- 42
- Faltorgan
- 43
- Pendel
- 44
- Bahnschenkel
- 45
- Bahnschenkel
- 46
- Faltrand
- 47
- Faltrand
- 48
- Faltorgan
- 49
- Mittelstreifen
- 50
- Ausnehmung
- 51
- Faltrand
- 52
- Faltrand
- 53
- Folienspalt
- 54
- Luftschlitz
- 55
- Luftkanal
- 56
- Druckwalze
- 57
- Druckwalze
- 58
- Schneidmesser
- 59
- Schwert
- 60
- Siegelaggregat
- 61
- Siegelbacke
- 62
- Siegelaggregat
- 63
- Doppelnaht
- 64
- Siegelsteg
- 65
- Druckplatte
- 66
- Druckplatte
- 67
- Feder
- 68
- Feder
- 69
- Druckstück
- 70
- Ausnehmung
- 71
- Gegenstück
- 72
- Materialabschnitt
- 73
- Peel-Seal-Streifen
- 74
- Materialabschnitt
- 75
- Materialabschnitt
- 76
- Materialabschnitt
- 77
- Peel-Seal-Streifen
- 78
- Arbeitszapfen
- 79
- Motor
- 80
- Tragstück
- 81
- Schwenkgetriebe
- 82
- Betätigungszylinder
- 83
- Hebel
- 84
- Antriebswalze
1. Beutel aus Folie zur Aufnahme von insbesondere einer Tabakportion (13) in einer Tasche
(11) mit Taschen-Vorderwand (15), Taschen-Rückwand (16), seitlichen Taschennähten
(17, 18) und einer quer zu diesen angeordneten Verschlussnaht (20) im Bereich einer
Taschenöffnung (19), wobei eine an die Taschen-Rückwand (16) anschließende Verlängerung
der Wand als Verschlusslasche (12), insbesondere als Wickel-Lasche ausgebildet ist,
die bei geschlossenem Beutel an der Taschen-Vorderwand (15) und gegebenenfalls an
der Taschen-Rückwand (16) anliegt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Verschlusslasche (12) bzw. Wickellasche ist vorzugsweise insgesamt doppellagig
ausgebildet,
b) eine Innenlage (23) der Verschlusslasche (12) ist durch Umfalten einer entsprechenden Verlängerung bzw. eines Laschenfortsatzes gegen die
Innenseite einer Außenlage (22) gebildet,
c) die Lagen (22, 23) der Verschlusslasche (12) sind durch seitliche Laschennähte (25, 26) sowie durch mindestens eine quer zu diesen gerichtete, vorzugsweise an einem freien Rand der
Innenlage (23) angeordnete Verbindungsnaht (27) miteinander verbunden,
d) die Laschennähte (25, 26) sind durch thermisches Siegeln und die quergerichtete Verbindungsnaht (27) als Hot-Melt-Verbindung
ausgebildet.
2. Beutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsnaht (27) für die Lagen (22, 23) der Verschlusslasche (12) Unterbrechungen
aufweist zur Bildung von Entlüftungsöffnungen (29), insbesondere derart, dass aufgrund
reduzierter Länge der Verbindungsnaht (27) diese an mindestens einem Ende einen Abstand
gegenüber der benachbarten Laschennaht (25, 26) bildet.
3. Beutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenlage (23) der Verschlusslasche (12) mindestens eine Entlastungsöffnung,
insbesondere mindestens einen quer oder unter einem Winkel gerichteten Entlastungsschlitz
(32) benachbart zum freien Rand der Verschlusslasche (12) - Laschenkante (24) - aufweist
und im Bereich der Entlastungsöffnung bzw. des Entlastungsschlitzes (32) eine Zwischenverbindung
der Lagen (22, 23) angeordnet ist, insbesondere eine Zwischennaht (31) aus Hot-Melt-Material,
wobei sich die Zwischennaht (31) vorzugsweise über die gesamte Länge des Entlastungsschlitzes
(32) erstreckt und zu beiden Seiten derselben verläuft.
4. Verfahren zum Herstellen von Beuteln (10) aus Folie zur Aufnahme von insbesondere
einer Tabakportion (13) in einer Tasche (11) mit Taschen-Vorderwand (15), Taschen-Rückwand
(16), seitlichen Taschennähten (17, 18) und einer Verschlussnaht (20) in einer Taschenöffnung
(19), wobei eine in Verlängerung der Taschen-Rückwand (16) gebildete Verschlusslasche
(12), insbesondere Wickellasche, durch Umfalten eines Laschenfortsatzes gegen die
Innenseite doppellagig ausgebildet ist, nämlich mit Außenlage (22) und Innenlage (23),
die durch seitliche Laschennähte (25, 26) fixiert sind,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) eine hinsichtlich der Breite auf die Abmessungen der Gesamtheit des Beutels (10)
abgestimmte Folienbahn (34), also unter Berücksichtigung der Taschen-Vorderwand (15),
der Taschen-Rückwand (16) und der Lagen (22, 23) der Verschlusslasche (12) bemessene
Folienbahn (34) wird - von einer Bobine (35) kommend - insbesondere taktweise einer
Faltstation (36) zugeführt,
b) beim Durchlaufen der Faltstation (36) werden von beiden Seiten der Folienbahn (34)
fortlaufende Bahnschenkel (44, 45) gebildet mit Querabmessungen entsprechend der Taschen-Vorderwand
(15) einerseits und der Innenlage (23) der Verschlusslasche (12) andererseits, wobei
die Bahnschenkel (44, 45) unter Bildung eines Folienspalts (53) auf derselben Seite
eines Mittelstreifens (49) der Folienbahn (34) gebildet werden,
c) die hinsichtlich der Bildung von Bahnschenkeln (44, 45) gefaltete Folienbahn (34)
wird sodann einer Siegelstation (37) zugeführt,
d) in der Siegelstation (37) werden quergerichtete Siegelnähte an der Folienbahn (34)
angebracht, nämlich Doppelnähte (63), die sich ausschließlich im Bereich der Bahnschenkel
(44, 45) erstrecken,
e) in einer nachfolgenden Trennstation (38) werden Beutel (10) durch Trennschnitt im Bereich der Doppelnaht (63) nacheinander von der Folienbahn (34)
durch Trennschnitt über die volle Breite abgetrennt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) quer zu den Taschennähten (17, 18) bzw. zu den Laschennähten (25, 26) gerichtete
Nähte, insbesondere zur Verbindung der Lagen (22, 23) der Verschlusslasche (12) miteinander,
werden als Hot-Melt-Naht ausgebildet,
b) Materialstreifen (72, 74, 75, 76) aus Hot-Melt-Material werden fortlaufend auf
die vorzugsweise ungefaltete Folienbahn (34) positionsgenau aufgetragen, derart, dass
nach dem Herstellen der Bahnschenkel (44, 45) zugeordnete Materialstreifen einander
überdecken,
c) im Bereich der Siegelstation (37) werden die in Längsrichtung der Folienbahn (34)
verlaufenden und einander zugeordneten Materialstreifen (72, 74, 75, 76) zur Bildung
der Nähte mittels Wärme und Druck verbunden, wobei Wärme und Druck begrenzt entsprechend
der Länge der herzustellenden Naht - Verbindungsnaht (27), Zwischennaht (31) - aufgebracht
werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die in Längsrichtung der Folienbahn (34) verlaufenden Nähte (27, 31) aus Hot-Melt-Material
vor Anbringen der quergerichteten Doppelnähte (63) hergestellt werden, vorzugsweise
für mehrere Beutel (10) in aufeinanderfolgenden Arbeitstakten einer Siegelstation
(37) und vorzugsweise mit einer Länge derart, dass kein Kontakt mit den nachfolgend
hergestellten, quergerichteten Laschennähten (25, 26) entsteht.
7. Verfahren nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsschlitz (32) im Bereich der Innenlage (23) nach dem Herstellen der
Bahnschenkel (44, 45) im Bereich des der Innenlage (23) zugeordneten Bahnschenkels
(44) angebracht wird, wobei der Bahnschenkel (44) im Bereich der Wirksamkeit eines
Schneid- bzw. Stanzorgans - Schneidmesser (58) - von der Folienbahn (34) - Mittelstreifen
(49) - abgehoben wird, vorzugsweise durch ein Schwert (59).
8. Verfahren nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Siegelstation (37), vorzugsweise im Bereich eines (zweiten) Siegelaggregats
(62) zum Anbringen der Doppelnähte (63), Luft aus dem Bereich zwischen den Lagen (20,
23) entfernt wird, insbesondere durch mechanisches Herausdrücken.
9. Vorrichtung zum Herstellen von Beuteln (10) aus Folie zur Aufnahme von insbesondere
einer Tabakportion (13) in einer Tasche (11) mit Taschen-Vorderwand (15), Taschen-Rückwand
(16), seitlichen Taschennähten (17, 18) und einer Verschlussnaht (20) in einer Taschenöffnung
(19), wobei eine in Verlängerung der Taschen-Rückwand (16) gebildete Verschlusslasche
(12), insbesondere Wickellasche, durch Umfalten eines Laschenfortsatzes gegen die
Innenseite doppellagig ausgebildet ist, nämlich mit Außenlage (22) und Innenlage (23),
die durch seitliche Laschennähte (25, 26) fixiert sind,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Faltstation (36) zum gleichzeitigen Falten der Bahnschenkel (44, 45) besteht
aus mindestens zwei Faltorganen (42, 48),
b) ein erstes Faltorgan (48) in der Ausführung einer Faltweiche bewirkt ein Aufrichten
der seitlichen Bahnschenkel (44, 45) in eine Zwischenfaltstellung aufgrund des Transports
der Folienbahn (34) und der Wirkung des zweiten Faltorgans (48),
c) das (zweite) Faltorgan (48) dient zum vollständigen Umfalten der Bahnschenkel (44,
45) bis zur Anlage an einem Mittelstreifen (49) der Folienbahn (34).
10. Vorrichtung nach Anspruch 11,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das erste Faltorgan (42) ist plattenförmig ausgebildet mit in Förderrichtung der
Folienbahn (34) konvergierenden seitlichen Falträndern (46, 47), in deren Bereich
Faltkanten (14, 24) entstehen,
b) das Faltorgan (42) ist vorzugsweise schräg zu einer Hauptförderrichtung der Folienbahn
(34) angeordnet,
c) das (zweite) Faltorgan (48) ist auf der zum ersten Faltorgan (42) gegenüberliegenden
Seite der Folienbahn (34) angeordnet,
d) das Faltorgan (48) weist keilförmig verlaufende, konvergierende Faltränder (51,
52) auf, die die im Bereich des ersten Faltorgans (42) aufgerichteten Bahnschenkel
(44, 45) bis zur Anlage an dem Mittelstreifen (49) falten.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Faltränder (52) von insbesondere plattenförmigen Faltorganen Öffnungen, insbesondere
Bohrungen und/oder Luftschlitze (54) im Bereich der Umlenkung der Folienbahn (34)
aufweisen, durch die Druckluft über einen Luftkanal (55) auf die Folienbahn (34) bzw.
den vorzugsweise gerundeten Faltrand (52) zur Reduzierung der Reibung für die Folienbahn
(34) übertragen wird.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die Faltstation (36), insbesondere im Anschluss an Druckwalzen (56,
57) zu beiden Seiten der Folienbahn (34) zur Stabilisierung der Faltung, ein Schneidwerkzeug
zum Anbringen von Schlitzen (32) in dem der Innenlage (23) zugeordneten Bahnschenkel
(44) angeordnet ist, insbesondere ein Schneidmesser (58), welches zeitweilig im Bereich
des Bahnschenkels (44) wirksam ist, wobei dieser von dem Mittelstreifen (49) der Folienbahn
(34) während des Schneidvorgangs abgehoben ist, vorzugsweise durch ein Schwert (59).
13. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Siegelstation (37) zwei Siegelaggregate (60, 62) aufweist, wobei ein vorzugsweise
erstes Siegelaggregat (60) mit in Längsrichtung der Folienbahn (34) gerichteten Siegelbacken
(61) Hot-Melt-Nähte, insbesondere Verbindungsnähte (27) und/oder Zwischennähte (31)
und in einem vorzugsweise zweiten Siegelaggregat (62) durch quergerichtete Siegelbacken
bzw. Siegelstege (64) Doppelnähte (63) herstellbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, gekennzeichnet durch Organe zum Herausdrücken von Luft aus dem Bereich zwischen Außenlage (22) und Innenlage
(23) der Verschlusslasche (12), insbesondere durch Federn (67, 68) belastete Druckplatten (65, 66) im Bereich des Siegelaggregats (62)
für die quergerichteten Doppelnähte (63), wobei die Druckplatten (65, 66) zu beiden
Seiten der Folienbahn (34) im Bereich des Bahnschenkels (44) vorzugsweise während
des Herstellens der Doppelnähte (63) unter Druck an der Folienbahn (34) anliegen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bobine (35) für die Folienbahn (34) in Arbeitsstellung mit aufrechter Drehachse
angeordnet ist, vorzugsweise auf einem schwenkbaren Arbeitszapfen (78), der zur Aufnahme
einer neuen Bobine (35) in eine horizontale Aufnahmestellung schwenkbar ist.