[0001] Die Erfindung betrifft einen Holzstift zum Malen, Schreiben, Zeichnen oder für kosmetische
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Ein solcher Stift ist aus zwei
Schafthälften gebildet, in denen jeweils eine sich in Stiftlängsrichtung erstreckende
Nut vorhanden ist. Die Nuten bilden zusammen einen zentralen, eine Mine aufnehmenden
Hohlraum. Die Nut einer Schafthälfte ist von zwei Verbindungsflächen flankiert, welche
mit den Verbindungsflächen der jeweils anderen Schafthälfte verklebt sind. Bei herkömmlichen
Holzstiften verlaufen die Verbindungsflächen einer jeden Schalenhälfte in einer gemeinsamen
Planebene, die - zumindest annähernd -die Mittellängsachse des Stifts schneidet. Die
Schafthälften weisen dabei eine einem Halbkreis entsprechende Querschnittsform auf.
[0002] Bei der Herstellung von Holzstiften tritt das Problem auf, dass stets ein gewisser
Anteil der Stifte aufgrund einer Verbiegung als Ausschuss aussortiert werden muss.
Die Verbiegung, die hauptsächlich in einer sich quer zu der Trennfuge zwischen den
Schafthälften erstreckenden Richtung erfolgt, beruht in erster Linie auf einen unterschiedlichen
Feuchtigkeitsgehalt der Schafthälften. Die Folge ist, dass sich die Schafthälfte mit
dem höheren Feuchtigkeitsgehalt bei der Trocknung stärker verkürzt als die andere
Schafthälfte. Daneben kann auch eine unterschiedliche Holzbeschaffenheit, z.B. Dichteschwankungen,
der beiden Schaftflächen die Ursache für eine Verbiegung der Stifte sein.
[0003] Davon ausgehend besteht die Aufgabe der Erfindung darin, einen Stift vorzuschlagen,
der sich mit geringerem Ausschuss herstellen lässt als herkömmliche Holzstifte.
[0004] Diese Aufgabe wird nach Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die Verbindungsflächen einer
jeden Schafthälfte nicht vollständig in einer gemeinsamen Planebene verlaufen. Es
hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass ein Stift mit einer solchen Ausgestaltung
eine verringerte Neigung aufweist, sich insbesondere aufgrund unterschiedlicher Feuchtigkeitsgehalte
der Schafthälften zu verbiegen. Für die Ausgestaltung der Schafthälften bzw. der sich
daran befindlichen Verbindungsflächen gibt es ein große Vielfalt an Variationsmöglichkeiten.
Wenn, wie dies bei einer bevorzugten Ausführungsvariante vorgesehen ist, die Schafthälften
unterschiedlich eingefärbt sind, ergeben sich viele optische Gestaltungsmöglichkeiten
für den Spitzkegel des Stiftes.
[0005] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Schafthälften als Gleichteile
ausgebildet, was die Produktion von Stiften vereinfacht, da für einen bestimmten Stifttyp
nur einheitlich gestaltete Schafthälften hergestellt werden müssen.
[0006] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die in den beigefügten Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen vorderen, mit einem Spitzkegel versehenen Längsabschnitt eines zwei Schafthälften
aufweisenden Holzstifts in Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine Schafthälfte in Richtung des Pfeils II in Fig. 1
- Fig. 3
- einen Querschnitt eines herkömmlichen Holzstifts entsprechend Linie III-III in Fig.
1,
- Fig. 4-6
- Querschnitte erfindungsgemäßer Stifte in einer Fig. 3 entsprechenden Darstellung,
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung, welche zwei zur gegenseitigen Verbindung miteinander
vorgesehene Tafeln aus Holz zeigt,
- Fig. 8
- den Ausschnitt VIII von Fig. 7,
- Fig. 9
- einen Schnitt entsprechend der Linie IX-IX in Fig. 8 durch zwei miteinander verbundene
Tafeln,
- Fig. 10
- den Ausschnitt X in Fig. 9.
[0007] In Fig. 1 ist ein Holzstift, im Folgenden wird vereinfachend von einem Stift 1 gesprochen,
gezeigt, dessen Schaft 2 in üblicher Weise aus zwei in Stiftlängsrichtung bzw. in
Richtung der Mittellängsachse 3 des Stifts 1 getrennten Schafthälften 4a,b gebildet
ist. Die Schafthälften bestehen z.B. aus Jelutong-, Gmelina- oder Zedernholz. Der
Stift 1 weist spätestens nach dem ersten Spitzen mit Hilfe eines Stiftspitzers einen
Spitzkegel 5 auf. In jeder Schafthälfte 4a,b ist eine sich in Stiftlängsrichtung 3
erstreckende Nut 6 eingebracht. Die Nuten 6 bilden im fertigen Stift 1 einen zentralen,
eine Mine 7 aufnehmenden Hohlraum 8. Die Nut 6 ist jeweils von zwei sich in Stiftlängsrichtung
erstreckenden, in der Draufsicht gemäß Fig. 2 im Wesentlichen rechteckigen Verbindungsflächen
9, 10 gebildet, welche im fertigen Stift 1 durch eine Klebung miteinander verbunden
sind.
[0008] Bei herkömmlichen Stiften sind die Schafthälften, wie Fig. 3 zu entnehmen ist, so
gestaltet, dass ihre Verbindungsflächen 9, 10 in einer gemeinsamen Planebene 12 verlaufen,
wobei die Planebene 12 die Mittellängsachse 3 des Stiftes 1 schneidet. Die Schafthälften
4a,b sind hier somit derart ausgestaltet, dass sie durch eine rechtwinklig zur Planebene
12 verlaufende, die Mittellängsachse 3 schneidende Planebene 13 in zwei Teilschafthälften
14, 15 unterteilt werden, welche eine identische Form aufweisen. Die Ebene 13 bildet
somit die Spiegelebene für die Teilschafthälften 14, 15.
[0009] Bei einem erfindungsgemäßen Stift dagegen sind, wie Fig. 4 bis Fig. 6 zu entnehmen
ist, die Schafthälften 4a,b anders gestaltet und zwar so, dass die Verbindungsflächen
9, 10 jeder der beiden Schafthälften 4a,b nicht vollständig in einer gemeinsamen Planebene
verlaufen. Dies bedeutet, dass die Verbindungsflächen einer Schafthälfte allenfalls
nur Teilflächen aufweisen, welche in einer gemeinsamen Planebene verlaufen. Die Schafthälften
sind dabei in gewisser Weise miteinander verzahnt. Aufgrund dieser Ausgestaltung der
miteinander verbundenen Schafthälften ist die Steifigkeit des Stiftes erhöht, so dass
eine Verbiegung quer zu den Schafthälften, also etwa in Richtung des Pfeiles 16 in
Fig. 1, erschwert ist. Durch Versuche konnte gezeigt werden, dass der bisherige Ausschuss
in Folge Verbiegung von Holzstiften von bis 15% auf weniger als 5% gesenkt werden
kann. Der Versteifungseffekt dürfte im Grunde darauf zurückzuführen sein, dass jeweils
eine Teilschafthälfte 14, 15 in Verbiegungsrichtung entsprechend Pfeil 16 eine größere
Dicke 17 aufweist, als die jeweils andere Teilschafthälfte 14, 15.
[0010] Die Form der Verbindungsflächen 9, 10 kann sehr unterschiedlich gestaltet sein. Bei
dem in Fig. 4 gezeigten Stift beispielsweise weisen die Verbindungsflächen 9, 10 einen
ersten sich an den die Mine 7 aufnehmenden Hohlraum 8 anschließenden Flächenbereich
9', 10' auf, wobei diese Flächenbereiche auf einer gemeinsamen, die Mittellängsachse
3 des Stiftes 1 schneidenden Planebene 12 verlaufen, was einen fertigungstechnischen
Vorteil mit sich bringt. An die Flächenabschnitte 9', 10' schließt sich jeweils ein
Flächenabschnitt 9", 10" an, welcher außerhalb der Planebene angeordnet ist und etwa
auf einer Kreissekante verläuft. Die Teilflächen 9', 9" und 10', 10" erstrecken sich
über die gesamte Länge der Schafthälften 4a,b und weisen in der Draufsicht gemäß Fig.
2 eine rechteckige Umrissform auf. Die beiden Teilflächen 10, 10' verlaufen mit einem
Abstand 18 und parallel zueinander.
[0011] Bei dem in Fig. 5 gezeigten Stift verlaufen die Verbindungsflächen 9, 10 einer Schafthälfte
4a,b vollständig in Planebenen 19. Es liegt hier eine ähnliche Ausgestaltung vor wie
bei dem Stift von Fig. 4. Es fehlen lediglich die an den Hohlraum 8 angrenzenden Flächenbereiche,
welche in einer gemeinsamen Planebene angeordnet sind. Die Planebenen 19 verlaufen
dabei ebenfalls parallel zueinander und weisen einen Abstand 18 auf. Der in Fig. 5
gezeigte Stift weist keine runde, sondern eine eher dreieckige Umrissform auf. Denkbar
sind natürlich auch andere z.B. sechseckige oder ovale Umrissformen.
[0012] Bei dem in Fig. 6 gezeigten Stift, der ebenfalls eine dreieckige Umrissform hat,
weist eine Verbindungsfläche 9 einer Schafthälfte 4a,b eines sich in Richtung der
Mittellängsachse 3 des Stiftes erstreckende Rippe 20 und die mit ihr zusammenwirkende
Verbindungsfläche 10 der jeweils anderen Schafthälfte 4a,b eine komplementär zur Rippe
20 ausgemuldete Rinne 22 auf. Es liegt hier eine besonders deutlich erkennbare Verzahnung
der Schafthälften vor. An die die Oberfläche der Rippe 20 und den Grund der Rinne
22 bildenden Flächenbereiche schließt sich jeweils beidseitig ein Flächenbereich 9',
10' und 9", 10" an, wobei die erstgenannten Flächenbereiche sich von dem die Mine
aufnehmenden Hohlraum 8 wegerstrecken und die letztgenannten Flächenbereiche bis zur
Oberfläche 23 der Schafthälften 4a,b erstrecken.
[0013] Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Stiftes, exemplarisch wird auf den in Fig.
4 gezeigten Stift Bezug genommen, wird, wie bei der Herstellung herkömmlicher Holzstifte
auch, von zwei Brettchen oder Tafeln 24a,b ausgegangen. In miteinander zu verbindende
Flachseiten der Brettchen werden Nuten 6 eingefräst, welche sich parallel zueinander
erstrecken und einen Abstand zueinander aufweisen. Die Nuten sind jeweils gleich gestaltet
und bilden jeweils ein 180°-Segment des die Mine 7 aufnehmenden Hohlraumes 8. In den
zwischen den Nuten 6 vorhandenen Flächenbereichen 25 werden die Verbindungsflächen
9, 10 geformt, beispielsweise gefräst. In die Nuten 6 der unteren Tafel 24b werden
Minen 7 eingelegt und anschließend die beiden Tafeln 24a,b durch eine Verklebung an
Flächenbereichen 25 bzw. den Verbindungsflächen 9, 10 miteinander verbunden. Anschließend
werden aus den miteinander verbundenen Tafeln 24a,b Stiftrohlinge (nicht gezeigt)
durch Schnitte längs der exemplarisch in Fig. 8 gezeigten Linien 26 heraus gesägt.
Schließlich wird noch die Oberfläche der zunächst im Querschnitt noch rechteckigen
Stiftrohlinge bearbeitet um beispielsweise runde oder dreieckige Stifte zu erzeugen.
Als letzter Schritt werden die Stifte lackiert oder auf sonstige Weise mit einem in
der Regel gefärbten Überzug versehen. Wenn die Schafthälften 4a,b bzw. die Tafeln
24a,b unterschiedliche Färbungen aufweisen, stoßen im Bereich des Spitzkegels 5 die
unterschiedlich gefärbten Schafthälften 4a,b aneinander. Bei herkömmlichen Stiften
(Fig. 3) verläuft die Trennlinie 27 zwischen den unterschiedlich gefärbten Schafthälften
auf einer die Mittellängsachse 3 des Stifts 1 schneidenden Planebene 12 und dementsprechend
im Bereich des Spitzkegels 5 - in der Seitenansicht von Fig. 1 gesehen - in Richtung
der Mittellängsachse 3. Im Gegensatz dazu stoßen bei den erfindungsgemäßen Stiften
1 die unterschiedlich gefärbten Schafthälften 4a,b im Bereich des Spitzkegels 5 auf
andere Weise aneinander, so dass sich je nach der Formgestaltung der Verbindungsflächen
9, 10 unterschiedliche Farbmuster ergeben. Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 5
z.B. ist die sich durch die Verbindung der Teilflächen 9' und 10' ergebende Trennlinie
28 in der Planebene 12 angeordnet, verläuft folglich in der Draufsicht nach Fig. 1
in Richtung der Mittellängsachse 3. An die Trennlinie 28 schließt sich dann eine von
dieser Richtung abweichende schräg nach oben verlaufende Trennlinie 29 an.
1. Holzstift zum Malen, Schreiben, Zeichnen oder für kosmetische Zwecke, mit einem aus
zwei jeweils eine sich in Stiftlängsrichtung erstreckende Nut (6) aufweisenden Schafthälften
(4a,b) zusammengesetzten Schaft (2) aus Holz, wobei
- die Nuten (6) zusammen einen zentral im Schaft (2) angeordneten, eine Mine (7) aufnehmenden
Hohlraum (8) bilden, und
- jede Nut (6) von zwei Verbindungsflächen (9,10) flankiert ist, welche mit den Verbindungsflächen
(9,10) der jeweils anderen Schafthälfte (4a,b) verklebt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsflächen (9,10) einer jeden Schafthälfte (4a,b) nicht vollständig in
einer gemeinsamen Planebene verlaufen.
2. Stift nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schafthälften (4a,b) als Gleichteile ausgestaltet sind.
3. Stift nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsflächen (9,10) einer jeden Schafthälfte (4a,b) eine sich von der Nut
(6) wegerstreckende Teilfläche (9',10') aufweisen, wobei die Teilflächen in einer
gemeinsamen Planebene (12) verlaufen.
4. Stift nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schafthälften (4a,b) unterschiedliche Färbungen aufweisen.