[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Textilsubstrat aus Kette und Schuss, welches mehrere
verschieden entsorgbare und/oder verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare
und/oder verwertbare, aus verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien
umfasst, eine Verwendung eines derartigen Textilsubstrats und ein Verfahren zum Aufarbeiten
eines derartigen Textilsubstrats.
[0002] Textilsubstrate sind weitgehend als Verbrauchsgüter ausgelegt und werden nach deren
planmässigem Gebrauch meistens entsorgt, sodass die Materialien, aus denen sie gefertigt
sind, nicht mehr verwendet bzw. verwertet werden. Genannt sei die Entsorgung auf Müllhalden
oder auch die Müllverbrennung. In wenigen Fällen, vorwiegend bei Textilsubstraten
aus teuren Materialien, hat sich z.B. das Reissen des Textilsubstrats (Zerlegen in
die Faserbestandteile) als verhältnismässig einfacher Prozess etabliert. Bei Textilsubstraten
aus thermoplastischen Polymeren hat sich die thermische Umformung als naheliegende
Lösung durchgesetzt. Die vorstehend genannten Verfahren dienen der Wiederaufbereitung
der gebrauchten Textilsubstrate und ermöglichen eine Wiederverwertung der im Textilsubstrat
enthaltenen Materialien. Allerdings sind derartige Wiederaufbereitungsverfahren mehr
oder minder komplex und haben die Eigenschaft, dass sie zwar zu einer Rückgewinnung
der jeweiligen Materialien führen, allerdings meist mit einer verminderten Qualität
(verglichen mit dem Zustand der Materialien bei der Herstellung des jeweiligen Textilsubstrats).
Werden deshalb die mit einem derartigen Wiederaufbereitungsverfahren gewonnenen Materialien
wieder zur Herstellung neuer Textilsubstrate verwendet, so eignen sich diese neuen
Textilsubstrate häufig nicht mehr für eine weitere Wiederaufbereitung nach demselben
Wiederaufbereitungsverfahren und müssen in der Regel entsorgt werden, beispielsweise
auf dem Müll oder durch Verbrennung.
[0003] Weiterhin sind "kreislauffähige" Textilsubstrate bekannt. "Kreislauffähig" bedeutet
in diesem Zusammenhang, dass eine technische Wiederverwertung der im Textilsubstrat
enthaltenen Materialien oder eine Rückführung dieser Materialien in die Natur möglich
ist, ohne einen Verlust an Qualität in Kauf nehmen zu müssen. Als Beispiel seien hier
Textilsubstrate genannt, welche für den Boden nutzbringend biologisch abbaubar sind
und deshalb einen "natürlichen Kreislauf" durchlaufen können. Ein weiteres Beispiel
sind Textilsubstrate aus Materialien, welche in einem "technischen Kreislauf" verwertet
werden können, beispielsweise Textilsubstrate aus Polyamid 6, welches über chemische
(dementsprechend "technische") Prozesse in eine polymere Vorstufe rückführbar ist.
[0004] Es sind kreislauffähige Textilsubstrate bekannt, welche qualifiziert sind, in "endlosen"
(d.h. wiederholt zu durchlaufenden) natürlichen oder technischen Kreisläufen zirkulieren
zu können. Derartige Textilsubstrate sind meist sortenrein, beispielsweise aus Naturfasern
oder natürlichen Chemiefasern, Polymeren oder ähnlichen Polymergruppen (Polymere und
Co-Polymere) aufgebaut. Falls diese Textilsubstrate Mischungen mehrerer Materialien
enthalten, so sind diese Materialien in der Regel so gewählt, dass alle Materialien
gemeinsam entweder biologisch abbaubar sind (dies ist z.B. der Fall für ein Textilsubstrat
aus Wolle und Zelluloseregenerat) oder aber mit einem technischen Verfahren wieder
verwertbar sind (dies ist z.B. der Fall bei einem Textilsubstrat aus einem Polymer
und einem Co-Polymer).
[0005] Im Falle von Textilsubstraten, welche für einen biologischen Kreislauf geeignet sein
sollen, werden sehr hohe Ansprüche an die Reinheit der im Textilsubstrat enthaltenen
Fasern und ebenfalls an die verwendeten Zusatzstoffe, wie Färbemittel und Veredlungsappreturen,
gestellt. Die Anforderungen, welche derartige Textilsubstrate in Bezug auf einen biologischen
Kreislauf erfüllen müssen, sind annähernd so hoch wie Anforderungen, welche Lebensmittel
erfüllen müssen. Wird versucht, ein Textilsubstrat derart auszulegen, dass es als
Ganzes für einen biologischen Kreislauf geeignet ist, so hat dies häufig den Nachteil,
dass andere erwünschte Eigenschaften des Textilsubstrats nur bedingt oder nur mit
einem erhöhten Aufwand realisiert werden können. Soll beispielsweise ein Textilsubstrat,
welches als Sitzbezug verwendet werden soll, ausschliesslich aus Naturfasern oder
aus natürlichen Chemiefasern oder aus Mischungen dieser Fasern gefertigt werden, um
zu erreichen, dass dieses Textilsubstrat für einen biologischen Kreislauf geeignet
ist, so bedarf es einer komplexen und entsprechend kostenintensiven Konstruktion des
Textilsubstrats, um beispielsweise zu erreichen, dass dieses Textilsubstrat zusätzlich
hohe Anforderungen an die Scheuerungsbeständigkeit, welche im Falle von Sitzbezügen
erwünscht ist, erfüllen kann.
[0006] Textilsubstrate aus Materialien, welche für eine Aufarbeitung in einem technischen
Kreislauf geeignet sind (z.B. polymere Werkstoffe), sind aufgrund ihrer Materialeigenschaften
im Hinblick auf bestimmte Funktionen ebenfalls mit Nachteilen verbunden. Rein polymere
Werkstoffe vermögen beispielsweise den Erfordernissen, welche Bezugstoffe für Sitzeinrichtungen
im Hinblick auf eine Feuchtigkeitsaufnahme, eine Pufferung von Feuchtigkeit, eine
dosierte Kühlung oder einen Wärmetransport erfüllen sollten, nicht in gewünschtem
Mass zu genügen.
[0007] Es sind auch Textilsubstrate bekannt, welche sowohl Fasern aus Materialien technischer
Herkunft als auch Fasern natürlicher Herkunft enthalten. Beispielsweise sind Textilsubstrate
bekannt, welche Garne enthalten, die durch Verspinnen von Mischungen von Fasern aus
Materialien technischer Herkunft und Fasern natürlicher Herkunft hergestellt werden.
In Textilsubstraten aus Kette und Schuss werden Mischungen aus Materialien natürlicher
Herkunft und Materialien technischer Herkunft auch dadurch realisiert, dass bestimmte
Kettfäden und/oder Schussfäden jeweils aus einem Material natürlicher Herkunft und
andere Kettfäden und/oder Schussfäden aus einem Material technischer Herkunft realisiert
sind. Solche, jeweils Mischungen verschiedener Materialien enthaltende Textilsubstrate
werden auch "Hybride" genannt und vermögen - gerade wegen der Mischung verschiedener
Materialien - ein besonders breites Spektrum von Anwendungen abzudecken. Im Hinblick
auf eine Wiederaufarbeitung haben die bekannten "Hybride" allerdings den Nachteil,
dass eine Verwertung in natürlichen oder technischen Kreisläufen gerade wegen der
Mischungen verschiedener Materialien erschwert oder verhindert wird. Diese Textilsubstrate
enthalten meist eine Mischung aus Materialien, welche sich derart unterscheiden, dass
eine Entsorgung und/oder Verwertung des Textilsubstrats als Ganzes in einem einzigen
(natürlichen oder technischen) Kreislauf in der Regel nicht möglich oder zu aufwändig
ist. In der Regel müssten bei derartigen Textilsubstraten verschiedene, in der Mischung
enthaltenen Materialien zunächst voneinander getrennt werden, sodass die verschiedenen
Materialien anschliessend getrennt voneinander in verschiedenen Verfahren aufgearbeitet
und weitgehend frei von unerwünschten Beimischungen anderer Materialien verwertet
werden können. Bei konventionellen Textilsubstraten ist eine derartige Trennung der
verschiedenen Materialien allerdings in der Regel extrem aufwändig. Ein Beispiel hierfür
sind Teppiche. Es sind Teppiche aus reiner Wolle verfügbar, welche aber dennoch für
eine biologische Verwertung ungeeignet sind, weil sie mit biologisch nicht abbaubaren
Mitteln versehen sein können (z.B. nicht abbaubare Farbstoffe oder Mittel zum Fleckenschutz
oder Flammschutz). Die Mehrheit der Teppiche ist aus technischen Materialien gefertigt.
Beispielsweise verfügen Spannteppiche über Rückenkonstruktionen, welche meist Bitumen
oder Polyurethan in Kombination mit Polymeren wie Polyolefinen, Polyester oder auch
Polyamiden auf der Nutzseite (auch Florseite genannt) enthalten. Wegen der verschiedenen
Polymere sind derartige Teppiche für eine Aufarbeitung in einem technischen Kreislauf
ungeeignet. Nur unter Inkaufnahme von erheblichem Aufwand ist es möglich, wenigstens
gewisse Bestandteile, wie z.B. den Teppichflor vom Teppichrücken, mechanisch und oder
chemisch zu trennen und entsprechend aufzubereiten.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu
vermeiden und ein Textilsubstrat zu schaffen, welches einerseits mehrere verschiedene
Materialien enthält, die verschieden entsorgbar und/oder verwertbar sind (d.h. getrennt
voneinander, z.B. in verschiedenen Kreisläufen), und eine kostengünstige Aufarbeitung
des Textilsubstrats ermöglicht, bei welcher die verschiedenen Materialien auf einfache
Weise voneinander getrennt werden können, sodass diese Materialien getrennt voneinander
entsorgt und/oder verwertet werden können. Weiterhin soll eine Verwendung eines derartiges
Textilsubstrats und ein entsprechendes Verfahren zur Aufarbeitung eines derartigen
Textilsubstrats angegeben werden. Dabei sollen die verschieden entsorgbaren und/oder
verwertbaren Materialien auch aus verschiedenen "Verwertungsgruppen" ausgewählt sein
können.
[0009] Unter einer Verwertungsgruppe soll in diesem Zusammenhang eine Gruppe von mehreren
Materialien verstanden werden, welche zwar verschieden sind, aber dennoch gemeinsam
entsorgt und/oder verwertet werden können, sodass sie vor einer Entsorgung oder Verwertung
nicht voneinander getrennt werden müssen. Beispiele für derartige Verwertungsgruppen
werden im Folgenden noch erläutert. Materialien, welche aus verschiedenen Verwertungsgruppen
ausgewählt sind, werden entsprechend als verschieden entsorgbar und/oder verwertbar
angesehen.
[0010] Die genannte Aufgabe wird durch ein Textilsubstrat mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 (im Folgenden "Textilsubstrat gemäss Variante 1") und durch ein Textilsubstrat mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 2 (im Folgenden "Textilsubstrat gemäss Variante
2") gelöst. Weiterhin wird die Aufgabe durch eine Verwendung des erfindungsgemässen
Textilsubstrats mit den Merkmalen des Patentanspruchs 21 und durch ein Verfahren mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 22 gelöst.
[0011] Das Textilsubstrat gemäss Variante 1 - und ebenso das Textilsubstrat gemäss Variante
2 - besteht aus Kette und Schuss und umfasst mehrere verschieden entsorgbare und/oder
verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare, aus verschiedenen
Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien. Dabei umfasst die Kette mehrere Kettfäden
und der Schuss mehrere Schussfäden, wobei:
- eine erste Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden (im Folgenden
"die erste Teilmenge") einen oder mehrere Kettfäden und einen oder mehrere Schussfäden
enthält und jeder Kettfaden der ersten Teilmenge und jeder Schussfaden der ersten
Teilmenge aus jeweils einem ersten der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren
Materialien oder aus einem aus einer ersten der verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten
entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht,
- eine zweite Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden (im Folgenden
"die zweite Teilmenge") einen oder mehrere Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden
enthält und jeder Kettfaden der zweiten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der zweiten
Teilmenge aus jeweils einem zweiten der verschieden entsorgbaren oder verwertbaren
Materialien oder aus einem aus einer zweiten der verschiedenen Verwertungsgruppen
ausgewählten entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht,
- jeder Kettfaden mehrere Schussfäden und jeder Schussfaden mehrere Kettfäden überkreuzt,
sodass die Kette und der Schuss gemeinsam eine Schicht bilden, welche auf einer Seite
eine erste Oberfläche und auf einer anderen Seite eine der ersten Oberfläche gegenüberliegende
zweite Oberfläche aufweist.
[0012] Gemäss der Erfindung ist das Textilsubstrat gemäss Variante 1 derart ausgebildet,
dass eine dritte Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden (im Folgenden
"die dritte Teilmenge") einen oder mehrere Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden
enthält und jeder Kettfaden der dritten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der dritten
Teilmenge aus einem zerstörbaren Material besteht. Weiterhin weist die Schicht mindestens
einen Bereich auf, durch welchen sich ein oder mehrere Kettfäden der ersten Teilmenge,
ein oder mehrere Schussfäden der ersten Teilmenge und ein oder mehrere Kettfäden der
zweiten Teilmenge erstrecken, wobei:
- jeder einzelne derjenigen Kettfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, mindestens einen Schussfaden der ersten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche zugewandten
Seite überkreuzt,
- jeder einzelne derjenigen Kettfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, jeden einzelnen derjenigen Schussfäden der ersten
Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt,
- die dritte Teilmenge mindestens einen Schussfaden enthält, welcher sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und derart angeordnet ist, dass dieser
mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht mindestens einen Kettfaden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt und mindestens einen Kettfaden der zweiten Teilmenge
an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, sodass dieser mindestens
eine Kettfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht an
die erste Teilmenge gebunden ist,
- das zerstörbare Material des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge mittels
eines chemischen und/oder physikalischen Verfahrens derart zerstörbar ist, dass die
zweite Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht nicht mehr an die erste
Teilmenge gebunden ist.
[0013] Das Textilsubstrat enthält demnach mindestens zwei verschieden entsorgbare und/oder
verwertbare Materialien oder mehrere Materialien, welche aus mindestens zwei verschiedenen
Verwertungsgruppen ausgewählt sind. In diesem Zusammenhang ist relevant, dass die
jeweils verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien im Textilsubstrat
jeweils in verschiedenen Kettfäden und/oder verschiedenen Schussfäden präsent sind.
Dadurch sind die verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien im Textilsubstrat
räumlich getrennt, d.h. auf verschiedene Kett- und/oder Schussfäden verteilt. Um die
verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien zu trennen, genügt es beispielsweise,
die jeweiligen Kett- und/oder Schussfäden separieren zu können.
[0014] Dabei ist vorausgesetzt, dass die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden, welche zu
der ersten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden gehören (d.h.
"die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge") jeweils gemeinsam entsorgbar
und/oder verwertbar sind. Ebenso sind jeweiligen Kettfäden und/oder Schussfäden, welche
zu der zweiten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden gehören (d.h.
"die Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge"), jeweils gemeinsam entsorgbar
und/oder verwertbar. Anderseits sind die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der
ersten Teilmenge und die jeweiligen Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge
jeweils auf verschiedene Weise entsorgbar und/oder verwertbar, z.B. in verschiedenen
Kreisläufen.
[0015] Gemäss der Erfindung sind die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
und die Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht auf eine besondere Weise relativ zueinander und relativ zur ersten
Oberfläche und zur zweiten Oberfläche angeordnet. Dadurch, dass jeder einzelne derjenigen
Kettfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der
Schicht erstrecken, jeden einzelnen derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten
Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, wird erreicht, dass die jeweiligen Kettfäden
der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich die jeweiligen Schussfäden der
ersten Teilmenge ausschliesslich an derselben Seite kreuzen und demnach in dem mindestens
einen Bereich nicht durch die jeweiligen Schussfäden der ersten
[0016] Teilmenge gebunden sind bzw. im Textilsubstrat gehalten werden. Dadurch, dass jeder
einzelne derjenigen Kettfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, mindestens einen Schussfaden der ersten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche zugewandten
Seite überkreuzt, wird zusätzlich erreicht, dass die jeweiligen Kettfäden der ersten
Teilmenge und die jeweiligen Kettfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich jeweils mindestens einen Schussfaden der ersten Teilmenge auf verschiedenen
Seiten kreuzen. Da die Schussfäden der ersten Teilmenge die Kettfäden der ersten Teilmenge
und die Kettfäden der zweiten Teilmenge kreuzen, hat diese Art der Kreuzung in Kette
und Schuss den Effekt, dass in dem mindestens einen Bereich die jeweiligen Schussfäden
der ersten Teilmenge eine räumliche Trennung (Separierung) zwischen den jeweiligen
Kettfäden der ersten Teilmenge und den jeweiligen Kettfäden der zweiten Teilmenge
bewirken. Diese räumliche Separierung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass
die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge von den jeweiligen Kettfäden
der zweiten Teilmenge auf einfache Weise getrennt werden können.
[0017] Gemäss der Erfindung hat die dritte Teilmenge der Gesamtheit der Kettfäden und Schussfäden
die Funktion, die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge und die Kettfäden
und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich aneinander
zu binden. Im Falle des Textilsubstrats gemäss Variante 1 wird diese Bindung dadurch
erreicht, dass die dritte Teilmenge mindestens einen Schussfaden enthält, welcher
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und derart angeordnet
ist, dass dieser mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht mindestens einen Kettfaden der ersten Teilmenge an einer
der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt und mindestens einen Kettfaden
der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt.
Dieser mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge begrenzt in dem mindestens
einen Bereich die jeweiligen Kettfäden der ersten Teilmenge und die jeweiligen Kettfäden
der zweiten Teilmenge zwischen der ersten Oberfläche und der zweiten Oberfläche der
Schicht und bietet demnach eine Voraussetzung dafür, dass die Kett- und Schussfäden
der ersten Teilmenge und die jeweiligen Kett-und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich in der Schicht gehalten und somit gemeinsam in der
Schicht zusammengehalten werden.
[0018] Dadurch, dass jeder Kettfaden der dritten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der dritten
Teilmenge aus einem zerstörbaren Material besteht und das zerstörbare Material des
mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge mittels eines chemischen und/oder
physikalischen Verfahrens derart zerstörbar ist, dass die zweite Teilmenge in dem
mindestens einen Bereich der Schicht nicht mehr an die erste Teilmenge gebunden ist,
wird erreicht, dass das Textilsubstrat durch Anwendung des jeweiligen chemischen und/oder
physikalischen Verfahrens in einen Zustand übergeht, welcher in dem mindestens einen
Bereich eine räumliche Separierung der jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten
Teilmenge von den jeweiligen Kettfäden der zweiten Teilmenge erlaubt. Wird der mindestens
eine Schussfaden der dritten Teilmenge im Textilsubstrat durch Anwendung des chemischen
und/oder physikalischen Verfahrens zerstört, so können die jeweiligen Kettfäden der
ersten Teilmenge und der zweiten Teilmenge, welche im Textilsubstrat mittels des mindestens
einen Schussfadens der dritten Teilmenge aneinander gebunden waren, nun in dem mindestens
einen Bereich mechanisch separiert werden. Da die jeweiligen Kettfäden der zweiten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich die Schussfäden der ersten Teilmenge an
einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzen, können die jeweiligen Kettfäden
der zweiten Teilmenge nach der Zerstörung des mindestens einen Schussfadens der dritten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich von den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden
der ersten Teilmenge in Richtung der ersten Oberfläche entfernt und somit separiert
werden.
[0019] Gemäss der Erfindung ist das Textilsubstrat gemäss Variante 2 derart ausgebildet,
dass eine dritte Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder
mehrere Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden enthält und jeder Kettfaden
der dritten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der dritten Teilmenge aus einem zerstörbaren
Material besteht. Weiterhin weist die Schicht mindestens einen Bereich auf, durch
welchen sich ein oder mehrere Kettfäden der ersten Teilmenge, ein oder mehrere Schussfäden
der ersten Teilmenge und ein oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge erstrecken,
wobei:
- jeder einzelne derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, mindestens einen Kettfaden der ersten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt,
- jeder einzelne derjenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, jeden einzelnen derjenigen Kettfäden
der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt,
- die dritte Teilmenge mindestens einen Kettfaden enthält, welcher sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstreckt und derart angeordnet ist, dass dieser mindestens
eine Kettfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht mindestens
einen Schussfaden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche zugewandten
Seite überkreuzt und mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge an einer der
ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, sodass dieser mindestens eine Schussfaden
der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht an die erste Teilmenge
gebunden ist,
- das zerstörbare Material des mindestens einen Kettfadens der dritten Teilmenge mittels
eines chemischen und/oder physikalischen Verfahrens derart zerstörbar ist, dass die
zweite Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht nicht mehr an die erste
Teilmenge gebunden ist.
[0020] Das Textilsubstrat gemäss Variante 2 unterscheidet sich vom Textilsubstrat gemäss
Variante 1 im Wesentlichen dadurch, dass die Anordnung bzw. die Funktion der jeweiligen
Schussfäden im Textilsubstrat gemäss Variante 2 der Anordnung bzw. der Funktion der
jeweiligen Kettfäden im Textilsubstrat gemäss Variante 1 entsprechen und die Anordnung
bzw. die Funktion der jeweiligen Kettfäden im Textilsubstrat gemäss Variante 2 der
Anordnung bzw. der Funktion der jeweiligen Schussfäden im Textilsubstrat gemäss Variante
1 entsprechen. Die Eigenschaften und Vorteile, welche oben bezüglich der Kettfäden
bzw. der Schussfäden des Textilsubstrats gemäss Variante 1 genannt sind, entsprechen
folglich analog den Eigenschaften und Vorteilen, welche den Schussfäden bzw. den Kettfäden
des Textilsubstrats gemäss Variante 2 zuzuordnen sind. Im Unterschied zum Textilsubstrat
gemäss Variante 1 enthält die dritte Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und
Schussfäden mindestens einen Kettfaden aus einem zerstörbaren Material, welcher bewirkt,
dass Schussfäden der ersten Teilmenge und Schussfäden der zweiten Teilmenge in dem
mindestens einen Bereich der Schicht aneinander gebunden sind, solange der mindestens
eine Kettfaden der dritte Teilmenge nicht zerstört ist. Wird der mindestens eine Kettfaden
der dritte Teilmenge allerdings bei einer Anwendung des chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, sind die Schussfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich nicht mehr an die Schussfäden der ersten Teilmenge gebunden, sodass
die Schussfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich von den Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert werden können (analog zum Separieren
der Kettfäden der zweiten Teilmenge im Falle des Textilsubstrats gemäss Variante 1).
[0021] Eine Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss Variante 1 ist dadurch charakterisiert,
dass die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite Teilmenge mindestens einen Schussfaden
enthält, wobei dieser mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich
der Schicht einen oder mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten
Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, und der mindestens eine
Schussfaden der zweiten Teilmenge und/oder der mindestens eine Schussfaden der dritten
Teilmenge diejenigen Kettfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite
überkreuzt. Im Falle dieser Ausführungsform können mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht durch einen oder mehrere, die Kettfäden
der zweiten Teilmenge auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite kreuzende Schussfäden
in der Schicht gehalten werden. Allerdings muss der mindestens eine Schussfaden der
dritten Teilmenge zu diesem Zweck nicht alle Kettfäden der zweiten Teilmenge auf der
der ersten Oberfläche zugewandten Seite kreuzen. Diejenigen Kettfäden der zweiten
Teilmenge, welche von dem mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge, welcher
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt, an einer der ersten
Oberfläche zugewandten Seite gekreuzt werden, können auch ausschliesslich von diesem
mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht gehalten werden, wobei dieser mindestens eine Schussfaden der zweiten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht dadurch gehalten wird, dass
er einen oder mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt. Alternativ kann ein Kettfaden der zweiten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht auch sowohl von dem mindestens einen Schussfaden
der dritten Teilmenge als auch von dem mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge
an der der ersten Oberfläche zugewandten Seite gekreuzt werden und somit in dem mindestens
einen Bereich der Schicht gehalten werden. Wird der mindestens eine Schussfaden der
dritten Teilmenge zerstört, dann können die Kettfäden der zweiten Teilmenge und der
mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht von den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge in Richtung
der ersten Oberfläche entfernt und somit separiert werden. Im vorliegenden Fall können
die Kettfäden der zweiten Teilmenge und der mindestens eine Schussfaden der zweiten
Teilmenge nach einer Zerstörung des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge
einzeln von den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert
werden, zumal die Kettfäden der zweiten Teilmenge von dem mindestens einen Schussfaden
der zweiten Teilmenge lediglich auf einer Seite gekreuzt werden und folglich von dem
mindestens einen Schussfaden nicht derart zusammengehalten werden können, dass die
Kettfäden der zweiten Teilmenge und der mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge
gemeinsam eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden.
[0022] Eine Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss
Variante 1 ist dadurch charakterisiert, dass die erste Teilmenge mehrere Kettfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und
welche der mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt,
und die erste Teilmenge einen oder mehrere Schussfäden enthält, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und in dem mindestens einen Bereich
der Schicht diejenigen Kettfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite
überkreuzen. In diesem Fall sind die Kettfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht jeweils durch den mindestens einen Schussfaden der dritten
Teilmenge an die Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge gebunden. Wird der
mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge durch eine Anwendung des chemischen
und/oder physikalischen Verfahrens zerstört, dann sind die jeweiligen Kettfäden und
Schussfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht nicht
mehr an die Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge gebunden. Dabei sind die
Kettfäden der ersten Teilmenge von den Kettfäden der zweiten Teilmenge durch die Schussfäden
der ersten Teilmenge räumlich getrennt, zumal die Schussfäden der ersten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht die Kettfäden der zweiten Teilmenge an
einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite und die Kettfäden der ersten Teilmenge
an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite kreuzen. Nach der Zerstörung des
mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge können die jeweiligen Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht von
den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge in Richtung der zweiten
Oberfläche entfernt und somit separiert werden. Im vorliegenden Fall können die Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge einzeln von den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden
der zweiten Teilmenge separiert werden, zumal die Kettfäden der ersten Teilmenge von
den Schussfäden der ersten Teilmenge jeweils auf derselben Seite gekreuzt werden und
folglich von den Schussfäden der ersten Teilmenge nicht derart zusammengehalten werden
können, dass die Kettfäden und Schussfaden der ersten Teilmenge gemeinsam eine stabile,
flächig ausgebildete Einheit bilden.
[0023] Eine weitere Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss Variante 1 ist dadurch charakterisiert,
dass die erste Teilmenge mehrere Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die erste Teilmenge mindestens zwei Schussfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, wobei
jeder der mindestens zwei Schussfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht einen oder mehrere der Kettfäden der ersten Teilmenge an einer
der ersten Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere der Kettfäden der ersten
Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, sodass jeder
einzelne derjenigen Kettfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, in dem mindestens einen Bereich der Schicht
auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite von einem der mindestens zwei Schussfäden
der ersten Teilmenge und auf der der zweiten Oberfläche zugewandten Seite von dem
anderen der mindestens zwei Schussfäden der ersten Teilmenge überkreuzt ist. In diesem
Fall kreuzen sich die Kettfäden und Schussfaden der ersten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht gegenseitig derart, dass die Kettfäden und Schussfäden der
ersten Teilmenge gemeinsam eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden. Mittels
des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge ist diese Einheit als Ganzes
an die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge gebunden und kann
nach einer Zerstörung des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge als
Ganzes von den Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge in Richtung der zweiten
Oberfläche entfernt werden. Letzteres vereinfacht eine Separierung der zweiten Teilmenge
erheblich.
[0024] Eine Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss
Variante 1 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und
von dem mindestens einen Schussfaden der dritten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt sind. Auch in diesem Fall kreuzen sich die Kettfäden
und Schussfaden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht gegenseitig
derart, dass die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge gemeinsam eine stabile,
flächig ausgebildete Einheit bilden. An diese Einheit sind alle Kettfäden der zweiten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht einzeln mittels des mindestens
einen Schussfadens der dritten Teilmenge gebunden. Wird der mindestens eine Schussfaden
der dritten Teilmenge durch Anwendung des chemischen und/oder physikalischen Verfahrens
zerstört, dann können die Kettfäden der zweiten Teilmenge einzeln von den Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert und entfernt werden. Das Textilsubstrat
ist folglich im vorliegenden Fall nach dem Zerstören des mindestens einen Schussfadens
der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht in einzelne Kettfäden
der zweiten Teilmenge und die genannte Einheit, gebildet aus den sich gegenseitig
überkreuzenden Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge, zerlegbar.
[0025] Eine andere Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats
gemäss Variante 1 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und
die zweite Teilmenge mindestens einen Schussfaden enthält, wobei dieser mindestens
eine Schussfaden der zweiten Teilmenge sich durch den mindestens einen Bereich der
Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich der Schicht einen oder mehrere
Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite und
einen oder mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt, und der mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge
und/oder der mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge diejenigen Kettfäden
der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstrecken, auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt. Auch in diesem
Fall kreuzen sich die Kettfäden und Schussfaden der ersten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht gegenseitig derart, dass die Kettfäden und Schussfäden der
ersten Teilmenge gemeinsam eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden. An diese
Einheit sind die jeweiligen Kettfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht durch einen oder mehrere, die Kettfäden der zweiten Teilmenge
auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite kreuzende Schussfäden gebunden. Allerdings
muss der mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge zu diesem Zweck nicht alle
Kettfäden der zweiten Teilmenge auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite kreuzen.
Diejenigen Kettfäden der zweiten Teilmenge, welche von dem mindestens einen Schussfaden
der zweiten Teilmenge, welcher sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstreckt, an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite gekreuzt werden, können
auch ausschliesslich von diesem mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht gehalten werden, wobei dieser mindestens
eine Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht
dadurch gehalten wird, dass er einen oder mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge
an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere Kettfäden
der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt.
Alternativ kann ein Kettfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht auch sowohl von dem mindestens einen Schussfaden der dritten Teilmenge
als auch von dem mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge an der der ersten
Oberfläche zugewandten Seite gekreuzt werden und somit in dem mindestens einen Bereich
der Schicht gehalten werden. Wird der mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge
zerstört, dann können die Kettfäden der zweiten Teilmenge und der mindestens eine
Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht von
den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge in Richtung der ersten
Oberfläche entfernt und somit separiert werden. Im vorliegenden Fall können die Kettfäden
der zweiten Teilmenge und der mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge nach
einer Zerstörung des mindestens einen Schussfadens einzeln von den jeweiligen Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert werden, zumal die Kettfäden der zweiten
Teilmenge von dem mindestens einen Schussfaden der zweiten Teilmenge jeweils nur auf
einer Seite gekreuzt werden und folglich von dem mindestens einen Schussfaden der
zweiten Teilmenge nicht derart zusammengehalten werden können, dass die Kettfäden
der zweiten Teilmenge und der mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge gemeinsam
eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden. Das Textilsubstrat ist folglich
im vorliegenden Fall nach dem Zerstören des mindestens einen Schussfadens der dritten
Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht in einzelne Kettfäden und Schussfäden
der zweiten Teilmenge und die genannte Einheit, gebildet aus den sich gegenseitig
überkreuzenden Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge, zerlegbar.
[0026] Eine andere Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats
gemäss Variante 1 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und
die zweite Teilmenge mindestens zwei Schussfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, wobei jeder der mindestens zwei Schussfäden
der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht einen oder mehrere
der Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite
und einen oder mehrere der Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt, sodass jeder einzelne derjenigen Kettfäden der zweiten
Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
in dem mindestens einen Bereich der Schicht auf der der ersten Oberfläche zugewandten
Seite von einem der mindestens zwei Schussfäden der zweiten Teilmenge und auf der
der zweiten Oberfläche zugewandten Seite von dem anderen der mindestens zwei Schussfäden
der zweiten Teilmenge überkreuzt ist, und der mindestens eine Schussfaden der dritten
Teilmenge einen oder mehrere derjenigen Kettfäden der zweiten Teilmenge, welche sich
durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten Oberfläche
zugewandten Seite und einen oder mehrere derjenigen Kettfäden der ersten Teilmenge,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der
zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt.
[0027] In diesem Fall kreuzen sich die Kettfäden und Schussfaden der ersten Teilmenge in
dem mindestens einen Bereich der Schicht gegenseitig derart, dass die Kettfäden und
Schussfäden der ersten Teilmenge gemeinsam eine stabile, flächig ausgebildete Einheit
- im Folgenden "erste Einheit" genannt - bilden. Entsprechend kreuzen sich die Kettfäden
und Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht
gegenseitig derart, dass die Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge gemeinsam
eine stabile, flächig ausgebildete Einheit - im Folgenden "zweite Einheit" genannt
bilden. Die in diese beiden Einheiten enthaltenen Kettfäden der ersten Teilmenge bzw.
der zweiten Teilmenge werden von dem mindestens einen Schussfaden der dritten Teilmenge
derart gekreuzt, dass beide Einheiten in dem mindestens einen Bereich der Schicht
aneinander gebunden sind. Das Textilsubstrat ist folglich im vorliegenden Fall nach
dem Zerstören des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht in die genannte "erste Einheit", gebildet aus sich gegenseitig
kreuzenden Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge, und die genannte "zweite
Einheit", gebildet aus den sich gegenseitig überkreuzenden Kettfäden und Schussfäden
der zweiten Teilmenge, zerlegbar. Auf diese Weise können die erste und die zweite
Teilmenge besonders effizient voneinander getrennt werden.
[0028] Im Folgenden werden verschiedene Ausführungsformen des Textilsubstrats gemäss Variante
2 genannt, welche sich von den bereits genannten Ausführungsformen des Textilsubstrats
gemäss Variante 1 dadurch unterscheiden, dass die Anordnung bzw. die Funktion der
jeweiligen Schussfäden in den Ausführungsformen des Textilsubstrats gemäss Variante
2 der Anordnung bzw. der Funktion der jeweiligen Kettfäden in den Ausführungsformen
des Textilsubstrats gemäss Variante 1 entsprechen und die Anordnung bzw. die Funktion
der jeweiligen Kettfäden in den Ausführungsformen des Textilsubstrats gemäss Variante
2 der Anordnung bzw. der Funktion der jeweiligen Schussfäden in den Ausführungsformen
des Textilsubstrats gemäss Variante 1 entsprechen. Die Eigenschaften und Vorteile,
welche oben bezüglich der Kettfäden bzw. der Schussfäden der Ausführungsformen des
Textilsubstrats gemäss Variante 1 genannt sind, entsprechen folglich analog den Eigenschaften
und Vorteilen, welche den Schussfäden bzw. den Kettfäden der Ausführungsformen des
Textilsubstrats gemäss Variante 2 zuzuordnen sind.
[0029] Eine Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss Variante 2 ist dadurch charakterisiert,
dass die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite Teilmenge mindestens einen Kettfaden
enthält, wobei dieser mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich
der Schicht einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten
Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, und der mindestens eine
Kettfaden der zweiten Teilmenge und/oder der mindestens eine Kettfaden der dritten
Teilmenge diejenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite
überkreuzt.
[0030] Eine Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss
Variante 2 ist dadurch charakterisiert, dass die erste Teilmenge mehrere Schussfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und
welche der mindestens eine Kettfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt,
und die erste Teilmenge einen oder mehrere Kettfäden enthält, welche sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und in dem mindestens einen Bereich
der Schicht diejenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite
überkreuzen.
[0031] Eine weitere Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss Variante 2 ist dadurch charakterisiert,
dass die erste Teilmenge mehrere Schussfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die erste Teilmenge mindestens zwei Kettfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, wobei
jeder der mindestens zwei Kettfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht einen oder mehrere der Schussfäden der ersten Teilmenge an einer der ersten
Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere der Schussfäden der ersten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, sodass jeder einzelne
derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen
Bereich der Schicht erstrecken, in dem mindestens einen Bereich der Schicht auf der
der ersten Oberfläche zugewandten Seite von einem der mindestens zwei Kettfäden der
ersten Teilmenge und auf der der zweiten Oberfläche zugewandten Seite von dem anderen
der mindestens zwei Kettfäden der ersten Teilmenge überkreuzt ist.
[0032] Eine Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats gemäss
Variante 2 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und
von dem mindestens einen Kettfaden der dritten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
zugewandten Seite überkreuzt sind.
[0033] Eine andere Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats
gemäss Variante 2 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und
die zweite Teilmenge mindestens einen Kettfaden enthält, wobei dieser mindestens eine
Kettfaden der zweiten Teilmenge sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstreckt und in dem mindestens einen Bereich der Schicht einen oder mehrere Schussfäden
der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite und einen oder
mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche zugewandten
Seite überkreuzt, und der mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge und/oder
der mindestens eine Kettfaden der dritten Teilmenge diejenigen Schussfäden der zweiten
Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
auf der der ersten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt.
[0034] Eine andere Weiterbildung der vorstehend genannten Ausführungsform des Textilsubstrats
gemäss Variante 2 ist dadurch charakterisiert, dass die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden
enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und
die zweite Teilmenge mindestens zwei Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, wobei jeder der mindestens zwei Kettfäden der
zweiten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht einen oder mehrere der
Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche zugewandten Seite
und einen oder mehrere der Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten
Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt, sodass jeder einzelne derjenigen Schussfäden
der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstrecken, in dem mindestens einen Bereich der Schicht auf der der ersten Oberfläche
zugewandten Seite von einem der mindestens zwei Kettfäden der zweiten Teilmenge und
auf der der zweiten Oberfläche zugewandten Seite von dem anderen der mindestens zwei
Kettfäden der zweiten Teilmenge überkreuzt ist, und der mindestens eine Kettfaden
der dritten Teilmenge einen oder mehrere derjenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der
ersten Oberfläche zugewandten Seite und einen oder mehrere derjenigen Schussfäden
der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
an einer der zweiten Oberfläche zugewandten Seite überkreuzt.
[0035] Für einen Fachmann ist offensichtlich, dass ein Textilsubstrat sowohl die Merkmale
des erfindungsgemässen Textilsubstrats gemäss Variante 1 oder einer Ausführungsform
dieses Textilsubstrats als auch die Merkmale des erfindungsgemässen Textilsubstrats
gemäss Variante 2 oder einer Ausführungsform dieses Textilsubstrats aufweisen kann.
Dabei ist denkbar, dass ein Textilsubstrat in einem Bereich entsprechend dem mindestens
einen Bereich des erfindungsgemässen Textilsubstrats gemäss Variante 1 ausgebildet
ist und dementsprechend dort mindestens einen Schussfaden der dritten Teilmenge aufweist
und in einem anderen Bereich entsprechend dem mindestens einen Bereich des erfindungsgemässen
Textilsubstrats gemäss Variante 2 ausgebildet ist und dementsprechend dort mindestens
einen Kettfaden der dritten Teilmenge aufweist. Alternativ ist auch denkbar, dass
ein Textilsubstrat in einem einzigen Bereich entsprechend dem mindestens einen Bereich
des erfindungsgemässen Textilsubstrats gemäss Variante 1 oder einer Ausführungsform
dieses Textilsubstrats und entsprechend dem mindestens einen Bereich des erfindungsgemässen
Textilsubstrats gemäss Variante 2 oder einer Ausführungsform dieses Textilsubstrats
ausgebildet ist und dementsprechend dort mindestens einen Schussfaden der dritten
Teilmenge und einen Kettfaden der dritten Teilmenge aufweist.
[0036] Im Rahmen der Erfindung ist auch denkbar, dass die Kettfäden und Schussfäden der
ersten Teilmenge und die Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge ausserhalb
des mindestens einen Bereichs aneinander gebunden sind, beispielsweise durch Verkleben
oder durch geeignete Überkreuzungen zwischen den Kettfäden und Schussfäden, welche
Bindungen zwischen den Kettfäden und Schussfäden ausserhalb des mindestens einen Bereichs
bewirken. In diesem Fall könnten die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
und die Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge nach dem Zerstören des
mindestens einen Schussfadens voneinander separiert werden, wenn Teile des Textilsubstrats
ausserhalb des mindestens einen Bereichs entfernt oder gegebenenfalls vorhandene Bindungen
ausserhalb des mindestens einen Bereichs gelöst oder entfernt werden.
[0037] Weiterhin kann die Erfindung auch so ausgelegt werden, dass der "mindestens eine
Bereich" mit dem gesamten Textilsubstrat identisch ist.
[0038] Die Kett- und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge können grundsätzlich aus Materialien
bestehen, welche mit einem chemischen und/oder physikalischen Verfahren, welches auf
das Textilsubstrat als Ganzes anwendbar ist, zerstört werden können, wobei nach Anwendung
des chemischen und/oder physikalischen Verfahrens die Kettfäden und Schussfäden der
ersten und zweiten Teilmengen in einem Zustand sein sollen, welcher es erlaubt, die
Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge von den Kettfäden und Schussfäden der
zweiten Teilmenge zu separieren und getrennt voneinander - je nach Wunsch - zu entsorgen
oder zu verwerten.
[0039] Zur Zerstörung des zerstörbaren Materials der Schussfäden bzw. der Kettfäden der
dritten Teilmenge kann beispielsweise eines der folgenden chemischen und/oder physikalischen
Verfahren oder eine Kombination dieser Verfahren angewendet werden:
- (i) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem Lösungsmittel,
wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material
besteht, welches sich in dem Lösungsmittel löst;
- (ii) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem Lösungsmittel
und Erhitzen des Textilsubstrats und/oder des Lösungsmittels auf eine vorgegebene
Temperatur, wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem
Material besteht, welches sich in dem Lösungsmittel bei der vorgegebenen Temperatur
löst;
- (iii) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem
Lösungsmittel und Erhitzen des Textilsubstrats und/oder des Lösungsmittels auf eine
vorgegebene Temperatur bei einem vorgegebenen Druck, wobei der Schussfaden bzw. der
Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material besteht, welches sich in dem Lösungsmittel
bei der vorgegebenen Temperatur und bei dem vorgegebenen Druck löst;
- (iv) Erhitzen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats auf eine vorgegebene
Temperatur, wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem
Material besteht, welches bei der vorgegebenen Temperatur schmilzt und/oder sich zersetzt
und/oder verglast und/oder versprödet;
- (v) Abkühlen des Textilsubstrats auf eine vorgegebene Temperatur, wobei der Schussfaden
bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material besteht, welches bei der
vorgegebenen Temperatur versprödet und/oder einen Kältebruch erleidet und/oder zerfällt
und/oder zersplittert.
[0040] Die Verfahren gemäss (i)-(v) oder Kombinationen dieser Verfahren sind im Rahmen der
Erfindung insbesondere anwendbar, wenn die Schussfäden bzw. der Kettfäden der dritten
Teilmenge aus einem der folgenden Materialien oder einem Gemisch der folgenden Materialien
besteht: Polyvinylalkohol, Stärke, Polylactide, Co-Polyamid, Co-Polyester, Co-Polyolefine,
Acetat, Polyolefine.
[0041] Besonders vielseitige Anwendungen des erfindungsgemässen Textilsubstrats sind möglich,
wenn die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Polyvinylalkohol
(auch unter der Abkürzung PVA oder PVOH bekannt) bestehen. PVA ist verfügbar in Form
von Fasern und für die Herstellung von Garnen, z.B. für Spinngarn aus Stapelfasern
und für Endlosgarn, und für die Herstellung von Zwirnen geeignet. Derartige PVA-Fasern
existieren in verschiedenen Ausführungsformen und sind - je nach Ausführungsform -
unter verschiedenen Bedingungen z.B. in Wasser löslich. Es sind beispielsweise verschiedene
Typen von PVA-Fasern verfügbar (z.B. unter dem Markennamen "Solvron" erhältlich von
NITIVY Ltd. Tokyo, Japan), welche (je nach Kristallisierungsgrad) bei verschiedenen
Temperaturen im Bereich von ca. 30 °C (in kaltem Wasser) bis ca. 100 °C (in heissem
Wasser) löslich sein können.
[0042] Werden demnach im Falle der erfindungsgemässen Textilsubstrats die jeweiligen Kett-
und Schussfäden der dritten Teilmenge aus PVA hergestellt, dann können diese Kett-
und Schussfäden aus dem Textilsubstrat durch Lösen in Wasser entfernt werden, z.B.
mittels Waschen des Textilsubstrats in Wasser bei einer geeignet gewählten Temperatur.
PVA hat weiterhin den Vorteil, dass es ohne weitere Nachbehandlung des Waschwassers
an örtliche Kläranlagen übergeben werden kann und aus dem Waschwasser rückgewinnbar
ist.
[0043] Im Hinblick auf die Frage, welche Typen PVA-Fasern für das erfindungsgemässe Textilsubstrat
am besten geeignet sind, ist u.a. der Zweck beachtenswert, für welchen das Textilsubstrat
gebraucht werden soll. PVA-Fasern, welche bei einer geringen Temperatur in Wasser
gelöst werden können, haben den Vorteil, dass sie mit besonders einfachen Mitteln
entfernt werden können, beispielsweise mit handelsüblichen Waschmaschinen. Andererseits
ist die Stabilität des erfindungsgemässen Textilsubstrats gefährdet, wenn die Kettfäden
und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge bei Temperaturen, die beim üblichen Gebrauch
des Textilsubstrats auftreten können, beschädigt werden können, beispielsweise durch
verschüttete Heissgetränke oder Dampf zum Glätten des Textilsubstrats. Um eine besonders
hohe Stabilität des Textilsubstrats zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, die Kettfäden
und/oder Schussfäden aus einem Typ PVA zu fertigen, welcher bei hohen Temperaturen
in Wasser löslich ist. Beispielsweise haben sich zu diesem Zweck PVA-Fasern bewährt,
welche durch Kochen in Wasser bei einer Temperatur von ca. 105-110 °C unter einem
Druck von ca. 0.5-1 Bar löslich sind. Dies hat einerseits den Vorteil, dass geeignete
technische Anlagen zur Durchführung eines derartigen Koch-Prozesses weltweit verfügbar
sind, sodass erfindungemässe Textilsubstrate weltweit mit vorhandenen Anlagen behandelt
werden könnten, um aus derartigen PVA-Fasern bestehende Kettfäden bzw. Schussfäden
der dritten Teilmenge zu zerstören. Weiterhin können aus derartigen PVA-Fasern bestehende
Kettfäden bzw. Schussfäden der dritten Teilmenge die Kettfäden und/oder Schussfäden
der ersten Teilmenge und der zweiten Teilmenge während des gesamten Gebrauchszyklus
des erfindungsgemässen Textilsubstrats sicher zusammenhalten. Insbesondere ist eine
im Haushalt übliche Wäsche des Textilsubstrats bei niedrigen und mittleren Temperaturen
problemlos möglich. Je nach Anwendungszweck können für die Kettfäden und Schussfäden
der dritten Teilmenge auch PVA-Typen verwendet werden, welche bei Temperaturen unterhalb
105°C löslich sind. Beispielsweise könnten PVA-Typen verwendet werden, die bereits
bei Kochwäsche, d.h. mittels einer handelsüblichen Waschmaschine, gelöst werden könnten.
Hingegen sind PVA Typen, welche bei Temperaturen unterhalb von 60°C löslich sind,
nicht geeignet, da das Textilsubstrat ansonsten im Gebrauch Schaden nehmen könnte.
[0044] Falls die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Stärke bestehen,
dann können diese Kettfäden und Schussfäden in Wasser gelöst werden, beispielsweise
durch Kochen des Textilsubstrats in Wasser (gegebenenfalls unter Druck).
[0045] Falls die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Polylactide bestehen,
dann können diese Kettfäden und Schussfäden im erfindungsgemässen Textilsubstrat zerstört
werden, wenn das Textilsubstrat beispielsweise auf Temperaturen von ca. 170°C erhitzt
wird, beispielsweise durch Infrarot-Bestrahlung. Dabei wird das Polylactide spröde
und kann sich gegebenenfalls zersetzen. Nach dem Erhitzen des Textilsubstrats können
die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge durch mechanische Beanspruchungen
in eine Vielzahl kleiner Partikel zerlegt werden, welche sich aus dem Textilsubstrat
lösen können. Besonders effizient können die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten
Teilmenge aus dem Textilsubstrat entfernt werden, wenn das Textilsubstrat - nach dem
Erhitzen - in einem Lösungsmittel bewegt wird, beispielsweise durch Waschen in einer
alkalischen Lösung. Dieser Prozess kann beispielsweise in einer konventionellen Haushalts-Waschmaschine
bei Temperaturen von 60-95°C durchgeführt werden.
[0046] Falls die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Co-Polyamid oder
Co-Polyester bestehen, dann können diese Kettfäden und/oder Schussfäden durch Erhitzen
des Textilsubstrats zerstört werden. Co-Polyamid und Co-Polyester haben eine relativ
niedrige Schmelztemperatur (beispielsweise im Vergleich zu Polyamid oder Polyester),
sodass das Textilsubstrat lediglich über die Schmelztemperatur von Co-Polyamid bzw.
Co-Polyester erhitzt werden muss, um die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten
Teilmenge zu zerstören.
[0047] Falls die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Co-Polyolefine
oder Acetat bestehen, dann können diese Kettfäden und/oder Schussfäden beispielsweise
in einem Lösungsmittel gelöst werden. Kettfäden und/oder Schussfäden aus Co-Polyolefine
können beispielsweise durch Waschen des Textilsubstrats in Perchlor bei 60-70°C gelöst
werden. Kettfäden und/oder Schussfäden aus Acetat können beispielsweise durch Waschen
des Textilsubstrats in Aceton gelöst werden.
[0048] Falls die Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge aus Polyolefinen bestehen,
dann können diese Kettfäden und/oder Schussfäden beispielsweise durch Tiefgefrieren
des Textilsubstrats zerstört werden. Das Tiefgefrieren führt in diesem Fall zu einer
Versprödung der Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge, sodass diese
Kettfäden durch mechanisches Splittern zerstört werden können.
[0049] Das erfindungemässe Textilsubstrat kann eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien
in Kombination miteinander enthalten. Materialien, welche bevorzugt zur Realisierung
eines derartigen Textilsubstrats geeignet sind, können in mehrere Verwertungsgruppen
eingeteilt werden, welche jeweils gemeinsam entsorgbare und/oder verwertbare Materialien
umfassen. Ein Beispiel für eine Einteilung in Verwertungsgruppen gibt Tabelle 1.
Tabelle 1: Verwertungsgruppen
| Nr. |
Bezeichnung |
Material |
| 1 |
Naturfasern |
z.B. Wolle, Baumwolle, Leinen, Ramie |
| 2 |
Mineralfasern |
z.B. Glas, Kohlenstoff, Basalt, Asbest |
| 3 |
Metalle |
z.B. Kupfer, Aluminium und Aluminium- Legie-rungen, Chromstahl, Zinn, Messing |
| 4 |
Natürliche Chemiefasern |
z.B. Zelluloseregenerate (Viscose (VI), Modal (MOD), Lyocel/Tencel (LYC)), Acetat,
Triacetat |
| 5 |
Chemiefasern |
z.B. Polyester, Polyamid, Polyolefine, Acryl, Aramide - aromatisches Polyamid (z.B.
hochfes-tes Kevlar) |
[0050] Die Materialien, welche zu verschiedenen, in Tabelle 1 genannten Verwertungsgruppen
gehören, haben in der Regel unterschiedliche Eigenschaften, welche zur Optimierung
verschiedener technischer Funktionen des erfindungsgemässen Textilsubstrats beitragen
können.
[0051] Die Materialien der Verwertungsgruppe Nr. 1 (Naturfasern) und der Verwertungsgruppe
4 (Natürliche Chemiefasern) sind beispielsweise feuchtigkeitsregulierend und sind
deshalb geeignet, dem Textilsubstrat eine körperfreundliche, physiologisch angenehme
Wirkung zu verleihen.
[0052] Die Materialien der Verwertungsgruppe Nr. 2 (Mineralfasern) und der Verwertungsgruppe
3 (Metalle) sind insbesondere relevant für technisch funktionale Anwendungen von Textilsubstraten.
[0053] Die Materialien der Verwertungsgruppe Nr. 5 (Chemiefasern) sind insbesondere für
die technische Leistungsfähigkeit des Textilsubstrats von Bedeutung, beispielsweise
im Hinblick auf die Scheuerresistenz.
[0054] Während die Materialien der Verwertungsgruppe Nr. 1 (Naturfasern) und der Verwertungsgruppe
4 (Natürliche Chemiefasern) beispielsweise in biologischen Kreisläufen verwertbar
sind, können die Materialien der übrigen Verwertungsgruppen in unterschiedlichen technischen
Kreisläufen verwertet werden.
[0055] Das Textilsubstrat gemäss der Erfindung hat somit den Vorteil, dass mehrere verschieden
entsorgbare und/oder verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare,
aus verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien in einem einzigen Textilsubstrat
miteinander kombiniert und mittels der zerstörbaren Kettfäden und/oder Schussfäden
der dritten Teilmenge in einer Schicht zusammengehalten werden können. Verschiedene
Kombinationen von Materialien können dabei ausgewählt werden, um Eigenschaften des
Textilsubstrats je nach Wunsch gezielt zu optimieren. Nach Zerstören der zerstörbaren
Kettfäden und/oder Schussfäden der dritten Teilmenge liegen die jeweiligen Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge und die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden
der zweiten Teilmenge in einer Anordnung vor, welche eine einfache, kostengünstige
Separierung der jeweiligen verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien
bzw. der aus den verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten Materialien erlaubt.
[0056] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Textilsubstrats ist dadurch charakterisiert,
dass das erste der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien eine
Naturfaser oder eine natürliche Chemiefaser oder ein in einem biologischen Kreislauf
entsorgbares und/oder verwertbares Material ist bzw. die erste der verschiedenen Verwertungsgruppen
Naturfasern und/oder natürliche Chemiefasern und/oder in einem biologischen Kreislauf
verwertbare Materialien umfasst. Dieses Textilsubstrat bietet den Vorteil, dass eine
Seite des Textilsubstrats (die zweite Oberfläche) im Hinblick auf eine körperfreundliche,
physiologisch angenehme Wirkung optimiert werden kann. Die andere Seite des Textilsubstrats
(die erste Oberfläche) kann - durch eine geeignete Wahl der Materialien der Kett-
und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge - in anderer Hinsicht optimiert werden.
[0057] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Textilsubstrats ist dadurch charakterisiert,
dass das zweite der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien aus
einem synthetischen Werkstoff oder einem in einem technischen Kreislauf entsorgbaren
und/oder verwertbaren Material besteht bzw. die zweite der verschiedenen Verwertungsgruppen
synthetische Werkstoffe oder in einem technischen Kreislauf entsorgbare und/oder verwertbare
Materialien umfasst.
[0058] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Textilsubstrats ist dadurch charakterisiert,
dass das erste der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien und
das zweite der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien in verschiedenen
technischen Kreisläufen entsorgbar und/oder verwertbar sind bzw. die Materialien der
verschiedenen Verwertungsgruppen jeweils in verschiedenen technischen Kreisläufen
entsorgbar und/oder verwertbar sind.
[0059] Das erfindungsgemässe Textilsubstrat hat weiterhin den Vorteil, dass es mithilfe
einer Vielzahl von Techniken herstellbar ist. Das Textilsubstrat kann beispielsweise
als Gewebe in Schaft-, Jacquard-, Dreher-, Flor-, Ruten- oder Lancettentechnik ausgeführt
sein.
[0060] Dadurch, dass das erfindungsgemässe Textilsubstrat verschiedene Materialien enthält,
kann es für viele verschieden Anwendungen optimiert werden und ist deshalb vielseitig
verwendbar. Das erfindungsgemässe Textilsubstrat eignet sich insbesondere für eine
Verwendung als Sitzbezugs-, Einrichtungs-, Bekleidungs-, Funktions-, Schutz-, Sicherheits-,
Wand-, Bodenbelags- oder Medizinaltextilie oder als Bestandteil einer Sitzbezugs-,
Einrichtungs-, Bekleidungs-, Funktions-, Schutz-, Sicherheits-, Wand-, Bodenbelags-
oder Medizinaltextilie.
[0061] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren
zum Aufarbeiten eines erfindungsgemässen Textilsubstrats mit den folgenden Schritten:
- Ausführen eines chemischen und/oder physikalischen Verfahren zur Zerstörung der Kettfäden
bzw. Schussfäden der dritten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden;
- Separieren der Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge der Gesamtheit
aller Kettfäden und Schussfäden von den Kettfäden und/oder Schussfäden der ersten
Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden.
[0062] Eine Weiterbildung dieses Verfahrens umfasst zusätzlich den Schritt, dass die Kettfäden
und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge nach dem Separieren getrennt von den Kettfäden
und/oder Schussfäden der ersten Teilmenge entsorgt oder verwertet werden.
[0063] Weitere Einzelheiten der Erfindung und insbesondere beispielhafte Ausführungsformen
der erfindungsgemässen Vorrichtung und des erfindungsgemässen Verfahrens werden im
Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungs-gemässen Textilsubstrats in Form
eines Gewebes;
- Fig. 2A
- Anordnung von Kett- und Schussfäden in einem er-findungsgemässen Textilsubstrat, mit
einem Schuss-faden der dritten Teilmenge, welcher einen Kettfa-den der zweiten Teilmenge
an Kett- und Schussfäden der ersten Teilmenge bindet;
- Fig. 2B
- Schnitt durch die Anordnung gemäss Fig. 2A entlang der Linie IIB-IIB;
- Fig. 2C
- Schnitt durch die Anordnung gemäss Fig. 2A entlang der Linie IIC-IIC;
- Fig. 3
- eine Gewebe-Schnittdarstellung einer ersten Aus-führungsform des erfindungsgemässen
Textilsub-strats;
- Fig. 4
- eine Gewebe-Schnittdarstellung einer zweiten Aus-führungsform des erfindungsgemässen
Textilsub-strats;
- Fig. 5
- eine Gewebe-Schnittdarstellung einer dritten Aus-führungsform des erfindungsgemässen
Textilsub-strats;
- Fig. 6
- eine Gewebe-Schnittdarstellung einer vierten Aus-führungsform des erfindungsgemässen
Textilsub-strats;
- Fig. 7
- eine Gewebe-Schnittdarstellung einer fünften Aus-führungsform des erfindungsgemässen
Textilsub-strats;
- Fig. 8
- zwei Schnitt-Darstellungen der zweiten Ausfüh-rungsform gemäss Fig. 4, vor (oberes
Bild) und nach (unteres Bild) der Zerstörung von Schussfäden der dritten Teilmenge;
- Fig. 9
- zwei Schnitt-Darstellungen der dritten Ausfüh-rungsform gemäss Fig. 5, vor (oberes
Bild) und nach (unteres Bild) der Zerstörung von Schussfäden der dritten Teilmenge;
- Fig. 10
- zwei Schnitt-Darstellungen der fünften Ausfüh-rungsform gemäss Fig. 7, vor (oberes
Bild) und nach (unteres Bild) der Zerstörung von Schussfäden der dritten Teilmenge;
- Fig. 11A
- eine Gewebe-Schnittdarstellung der zweiten Ausfüh-rungsform, wie in Fig. 4;
- Fig. 11B
- Gewebe-Schnittdarstellung einer sechsten Ausfüh-rungsform des erfindungsgemässen Textilsubstrats,
welche auf einer Weiterentwicklung der Ausfüh-rungsform gemäss Fig. 11A beruht;
- Fig. 12A
- eine Gewebe-Schnittdarstellung der fünften Ausfüh-rungsform, wie in Fig. 7;
- Fig. 12B
- Gewebe-Schnittdarstellung einer siebten Ausfüh-rungsform des erfindungsgemässen Textilsubstrats,
welche auf einer Weiterentwicklung der Ausfüh-rungsform gemäss Fig. 12A beruht;
- Fig. 12C
- ein Detail der siebten Ausführungsform gemäss Fig. 12B.
[0064] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Textilsubstrats
1 in Form eines Gewebes, welches sich im vorliegenden Beispiel parallel zu einer Ebene
erstreckt. Das Textilsubstrat 1 bildet in diesem Fall eine ebene Schicht mit der Dicke
d und weist eine erste Oberfläche O1 und eine der ersten Oberfläche O1 gegenüberliegende
zweite Oberfläche 02 auf.
[0065] Die Fig. 3-12 zeigen verschiedene Ausführungsformen des Textilsubstrats 1, wobei
diese Ausführungsformen im Folgenden mit den Bezugszeichen 1A-1G bezeichnet werden.
Die spezifischen Einzelheiten, welche in den Fig. 3-12 dargestellt sind, sind "in
zumindest einem Bereich" des jeweiligen Textilsubstrats 1A-1G realisiert. Dieser zumindest
eine Bereich wird im Folgenden mit 1-1 bezeichnet. Im Hinblick auf die Erfindung sei
angemerkt, dass der Bereich 1-1 lediglich ein Teil des jeweiligen Textilsubstrats
sein kann, wie beispielsweise in Fig. 1 schematisch dargestellt (die Strich-Punkt-Linie
in Fig. 1 markiert einen äusseren Rand des Bereichs 1-1). In diesem Fall müssen die
in den Fig. 3-12 dargestellten Einzelheiten nicht notwendigerweise auch ausserhalb
des Bereichs 1-1 realisiert sein. Im Rahmen der Erfindung ist allerdings auch denkbar,
dass der Bereich 1-1 mit dem Textilsubstrat selbst identisch ist. In diesem Fall wären
die in den Fig. 3-12 dargestellten Einzelheiten repräsentativ für das gesamte Textilsubstrat.
[0066] Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die Textilsubstrate 1A-1G mindestens zwei
(im Falle der Textilsubstrate 1F und 1G mindestens drei) verschieden entsorgbare und/oder
verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare, aus mindestens
zwei (im Falle der Textilsubstrate 1F und 1G aus mindestens drei) verschiedenen Verwertungsgruppen
ausgewählte Materialien enthält. Beispiele für derartige Materialien bzw. Verwertungsgruppen
sind Tabelle 1 entnehmbar.
[0067] Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die Textilsubstrate 1A-1G jeweils aus einer
mehrere Kettfäden umfassenden Kette und einem mehrere Schussfäden umfassenden Schuss
zusammengesetzt sind, wobei jeder Kettfaden mehrere Schussfäden und jeder Schussfaden
mehrere Kettfäden überkreuzt, sodass die Kette und der Schuss gemeinsam eine (die
Oberfläche 01 und 02) aufweisende Schicht bilden. Die Textilsubstrate 1A-1G sind alle
als "Textilsubstrat gemäss Variante 1" der Erfindung ausgeführt.
[0068] Im Folgenden wird weiterhin davon ausgegangen, dass die Gesamtheit aller Kettfäden
und Schussfäden jedes der Textilsubstrate 1A-1G drei oder mehr (jeweils Kett- und/oder
Schussfäden enthaltende) Teilmengen umfasst, welche sich dadurch unterscheiden, dass
die zu unterschiedlichen Teilmengen gehörenden Kett- bzw. Schussfäden aus unterschiedlichen
Materialien bestehen. Um die einzelnen Kettfäden und Schussfäden des jeweiligen Textilsubstrats
unterscheiden zu können, wird die folgende Nomenklatur zur Bezeichnung der Kettfäden
und Schussfäden verwendet: Jeder Kettfaden eines Textilsubstrats wird im Folgenden
mit der Bezeichnung "Ki(j)" und jeder Schussfaden mit der Bezeichnung "Si(j)" identifiziert.
Dabei ist "j" jeweils eine natürliche Zahl, welche die jeweilige Teilmenge und somit
das Material des jeweiligen Kettfadens bzw. Schussfadens kennzeichnet. Weiterhin ist
"i" eine natürliche Zahl, welche der Nummerierung von Kettfäden bzw. Schussfäden dient,
welche zu derselben Teilmenge gehören.
[0069] Im Folgenden bezeichnet Ki(1) bzw. Si(1) einen Kettfaden bzw. Schussfaden, welcher
zu einer ersten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden gehört. Diese
Teilmenge umfasst Kettfäden bzw. Schussfäden, wobei der jeweilige Kettfaden bzw. Schussfaden
aus einem ersten der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien oder
aus einem aus einer ersten der verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten entsorgbaren
und/oder verwertbaren Material besteht.
[0070] Entsprechend bezeichnet Ki(2) bzw. Si(2) einen Kettfaden bzw. Schussfaden, welcher
zu einer zweiten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden gehört.
Diese Teilmenge umfasst Kettfäden bzw. Schussfäden, wobei der jeweilige Kettfaden
bzw. Schussfaden aus jeweils einem zweiten der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren
Materialien oder aus einem aus einer zweiten der verschiedenen Verwertungsgruppen
ausgewählten entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht.
[0071] Ki(3) bzw. Si(3) bezeichnet im Folgenden einen Kettfaden bzw. Schussfaden, welcher
zu einer dritten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden gehört.
Diese Teilmenge umfasst für die Erfindung wesentliche Kettfäden bzw. Schussfäden,
welche aus einem zerstörbaren Material bestehen und mittels eines geeigneten chemischen
und/oder physikalischen Verfahrens zerstört werden können.
[0072] Im Zusammenhang mit Textilsubstrat 1F gemäss Fig. 11B und Textilsubstrat 1G gemäss
Fig. 12B bezeichnet Ki(4) bzw. Si(4) im Folgenden einen Kettfaden bzw. Schussfaden,
welcher zu einer vierten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden
gehört. Diese Teilmenge umfasst Kettfäden bzw. Schussfäden, wobei der jeweilige Kettfaden
bzw. Schussfaden aus jeweils einem dritten der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren
Materialien oder aus einem aus einer dritten der verschiedenen Verwertungsgruppen
ausgewählten entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht.
[0073] Fig. 2A zeigt als einfaches Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Anordnung von
3 Kettfäden und 2 Schussfäden, bestehend aus Kettfäden K1(1) und K2(1) der ersten
Teilmenge, einem Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge, einem Kettfaden K1(2) der
zweiten Teilmenge und einem (zerstörbaren) Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge.
In dieser Anordnung kreuzen die jeweiligen Kettfäden K1(1) und K2(1) den Schussfaden
S1(1) auf einer (derselben) Seite, der Kettfaden K1(2) kreuzt den Schussfaden S(1)
auf der den Kettfäden K1(1) und K2(1) gegenüberliegenden Seite. In diesem Beispiel
sind alle Kettfäden der ersten Teilmenge (K1(1) und K2(1)) von den jeweiligen Kettfäden
der zweiten Teilmenge (K1(2)) durch den Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge getrennt
(wie insbesondere aus Fig. 2B und 2C ersichtlich). Der (zerstörbare) Schussfaden S1(3)
der dritten Teilmenge ist derart angeordnet, dass er die Kettfäden K1(1) und K2(1)
der ersten Teilmenge an einer vom Kettfaden K1(2) der zweiten Teilmenge abgewandten
Seite und den Kettfaden K1(2) der zweiten Teilmenge an der von den Kettfäden K1(1)
und K2(1) der ersten Teilmenge abgewandten Seite kreuzt. Auf diese Weise ist der Kettfaden
K1(2) der zweiten Teilmenge an den Schussfaden S1(1) und die Kettfäden K1(1) und K2(1)
der ersten Teilmenge gebunden. In dieser Situation können die Kettfaden K1(2), K1(1)
und K2(1) nicht voneinander separiert werden. Wird nun der (zerstörbare) Schussfaden
S1(3) der dritten Teilmenge gemäss der Erfindung mittels eines geeigneten chemischen
und/oder physikalischen Verfahrens zerstört, dann ist der Kettfaden K1(2) der zweiten
Teilmenge nicht mehr an den Schussfaden S1(1) und die Kettfäden K1(1) und K2(1) der
ersten Teilmenge gebunden. In dieser Situation ist der Kettfaden K1(2) der zweiten
Teilmenge von den Kettfäden K1(1) und K2(1) durch den Schussfaden S1(1) der ersten
Teilmenge wirksam getrennt, zumal der Schussfaden S1(1) die Kettfäden K1(1), K1(2)
und K1(2) in einem Winkel von 90° kreuzt und zwischen den Kettfäden der ersten Teilmenge
(K1(1) und K2(1)) und dem Kettfaden K1(2) der zweiten Teilmenge angeordnet ist. Wegen
dieser trennenden Wirkung des Schussfadens S1(1) können nun die Kettfäden der ersten
Teilmenge (K1(1) und K2(1)) auf einfache Weise vom Kettfaden K1(2) der zweiten Teilmenge
separiert werden.
[0074] Fig. 3 zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1A gemäss der Erfindung in einer
Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Durch den Bereich 1-1 erstrecken sich
- drei Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens ein Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(1) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 3 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(1) hätten),
- drei Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2) der zweiten Teilmenge,
- und mindestens ein Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(3) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 3 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(3) hätten).
[0075] Im Falle des Textilsubstrats 1A überkreuzt im Bereich 1-1 jeder der Kettfäden K1(1),
K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge den Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge an einer
der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite. Weiterhin überkreuzen die drei Kettfäden
K1(2), K2(2), K3(2) der zweiten Teilmenge den Schussfaden S1(1) an einer der ersten
Oberfläche 01 zugewandten Seite. Demnach sind im Bereich 1-1 alle Kettfäden K1(1),
K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge mittels des Schussfadens S1(1) der ersten Teilmenge
von den Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2) der zweiten Teilmenge separiert. Der mindestens
eine Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge überkreuzt alle sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge an einer der
zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite und alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2) der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
01 zugewandten Seite. Auf diese Weise sind alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden durch den Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge und den Schussfaden S1(3)
der dritten Teilmenge gebunden, sodass das Textilsubstrat 1A im Bereich 1-1 eine stabile
Schicht bildet. Wird der Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge allerdings erfindungsgemäss
mittels eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen Verfahren zerstört, so
sind Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge, die Kettfäden K1(2), K2(2),
K3(2) der zweiten Teilmenge und der Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge im Bereich
1-1 nicht mehr aneinander gebunden. Durch die Zerstörung des schussfaden S1(3) der
dritten Teilmenge wird das Textilsubstrat 1A im Bereich 1-1 in einzelne, lose nebeneinander
bzw. übereinander liegende Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1) K1(2), K2(2), K3(2) und den
Schussfaden S1(3) zerlegt.
[0076] In dieser Situation sind die Kettfaden K1(2), K2(2), K3(2) der zweiten Teilmenge
von den Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1) der ersten Teilmenge durch den Schussfaden S1(1)
der ersten Teilmenge wirksam getrennt, zumal der Schussfaden S1(1) die Kettfäden K1(2),
K2(2), K3(2), K1(1), K2(1), K3(1) in einem Winkel von 90° kreuzt und zwischen den
Kettfäden der ersten Teilmenge K1(1), K2(1), K3(1) und den Kettfäden der zweiten Teilmenge
K1(2), K2(2), K3(2) liegt. Wegen dieser trennenden Wirkung des Schussfadens S1(1)
können nun die Kettfäden der ersten Teilmenge im Bereich 1-1 auf einfache Weise von
den Kettfäden der zweiten Teilmenge separiert werden.
[0077] Fig. 4 zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1B gemäss der Erfindung in einer
Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Durch den Bereich 1-1 erstrecken sich
- sechs Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens ein Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(1) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 4 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(1) hätten),
- sechs Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
- mindestens ein Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(2) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 4 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(2) hätten),
- und mindestens ein Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(3) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 4 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(3) hätten).
[0078] Im Falle des Textilsubstrats 1B überkreuzt der Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge
alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4 (1),
K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite
und alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2),
K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite und bewirkt folglich eine räumliche Trennung zwischen den Kettfäden der ersten
Teilmenge und den Kettfäden der zweiten Teilmenge.
[0079] Der Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge überkreuzt alle sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge wechselseitig, sodass der Schussfaden
S1(2) die Kettfäden K2(2), K4(2) und K6(2) an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten
Seite und die Kettfäden K1(2), K3(2) und K5(2) an einer der zweiten Oberfläche 02
zugewandten Seite überkreuzt. Weiterhin überkreuzt der Schussfaden S1(2) der zweiten
Teilmenge die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge
auf einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite. Demzufolge sind die Kettfäden
K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge und die Kettfäden K1(2),
K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge durch die Schussfäden S1(1)
und S1(2) der ersten und zweiten Teilmenge nicht aneinander gebunden.
[0080] Im vorliegenden Beispiel erstreckt sich der Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge
durch den Bereich 1-1 derart, dass er alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite
überkreuzt und ausserdem die Kettfäden K1(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten
Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite überkreuzt. Der Kettfaden
K2(2) wird hingegen vom Schussfaden S1(3) an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite überkreuzt. Diese Anordnung des Schussfadens S1(3) der dritten Teilmenge bewirkt
im vorliegenden Fall, dass die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
und Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge im Bereich 1-1 aneinander gebunden
sind und eine stabile Schicht bilden, solange der Schussfaden S1(3) nicht zerstört
ist.
[0081] Wird im Falle des Textilsubstrats 1B der Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, dann können die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
auf einfache Weise von den Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge separiert
werden. Dies ist insbesondere aus Fig. 8 ersichtlich. Im oberen Teil der Fig. 8 ist
das Textilsubstrat 1B in einem Zustand dargestellt, in dem der Schussfaden S1(3) der
dritten Teilmenge intakt ist (entsprechend der Gewebe-Schnittdarstellung gemäss Fig.
4). Der untere Teil der Fig. 8 zeigt die relative Anordnung der sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge für den
Fall, dass der Schussfaden S1(3) im Textilsubstrats 1B zerstört und vollständig entfernt
ist (in einer Schnittdarstellung analog zur Gewebe-Schnittdarstellung gemäss Fig.
4). Wie ersichtlich, sind die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und
Schussfäden der ersten und der zweiten Teilmenge nach der Zerstörung des Kettfadens
S1(3) in mehreren räumlich aufeinander folgenden und voneinander getrennten Lagen
L1-L5 angeordnet. Dabei bilden die Kettfäden K1(2), K3(2) und K5(2) der zweiten Teilmenge
eine erste Lage L1, der Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge eine zweite Lage L2,
die Kettfäden K2(2), K4(2), und K6(2) der zweiten Teilmenge eine dritte Lage L3, der
Schussfaden S1(1) der ersten Teilmenge eine vierte Lage L4, die Kettfäden K1 (1),
K2(1), K3 (1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge eine fünfte Lage L5. Wie ersichtlich,
sind die zur Lage L1 gehörenden Kettfäden von den zur Lage L3 gehörenden Kettfäden
L3 durch den zur Lage L2 gehörenden Schussfaden S1(2) räumlich getrennt. Dabei kreuzt
der Schussfaden S1(2) die zur Lage L1 gehörenden Kettfäden und die zur Lage L3 gehörenden
Kettfäden L3 jeweils in einem Winkel von 90°, bindet allerdings diese Kettfäden nicht
aneinander. Weiterhin sind die zur Lage L3 gehörenden Kettfäden von den zur Lage L5
gehörenden Kettfäden durch den zur Lage L4 gehörenden Schussfaden S1(1) räumlich getrennt.
Dabei kreuzt der Schussfaden S1(1) die zur Lage L3 gehörenden Kettfäden und die zur
Lage L5 gehörenden Kettfäden L3 jeweils in einem Winkel von 90°, bindet allerdings
diese Kettfäden nicht aneinander. Demnach bilden die zu den jeweiligen Lagen L1-L5
gehörenden Kettfäden bzw. Schussfäden eine Anordnung von sich kreuzenden Fäden, welche
einzeln lose übereinander bzw. nebeneinander liegen und einzeln voneinander separiert
werden können. Dabei ist hilfreich, das die Kettfäden bzw. Schussfäden benachbarter
Lagen sich jeweils in einem Winkel von 90° kreuzen. Somit können die Kettfäden und
Schussfäden bevorzugt lagenweise (in der Reihefolge der Lagen L1-L5 nacheinander)
separiert werden.
[0082] Fig. 5 zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1C gemäss der Erfindung in einer
Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Durch den Bereich 1-1 erstrecken sich
- sechs Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfäden S1(1) und S2(1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls
weitere Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich jeweils parallel zu einem der
Schussfäden S1(1) oder S2(1) erstrecken und in der Darstellung gemäss Fig. 5 denselben
Verlauf wie der jeweilige Schussfaden S1(1) oder S2(1) hätten),
- fünf Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2) der zweiten Teilmenge,
- und mindestens ein Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(3) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 5 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(3) hätten).
[0083] Im Falle des Textilsubstrats 1C überkreuzt der Schussfaden S1(1) die Kettfäden K1(1),
K3(1), K5(1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite
und die Kettfäden K2(1), K4(1), K6(1) der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
02 zugewandten Seite. Hingegen überkreuzt der Schussfaden S2(1) die Kettfäden K1(1),
K3(1), K5(1) der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite
und die Kettfäden K2(1), K4(1), K6(1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
01 zugewandten Seite. Demzufolge ist jeder der sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden der ersten Teilmenge von den beiden Schussfäden S1(1) und S2(1) auf gegenüberliegenden
(der ersten Oberfläche 01 bzw. der zweiten Oberfläche 02 zugewandten) Seiten gegenläufig
umschlungen. Demzufolge sind die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge aneinander gebunden und bilden eine stabile,
flächig ausgebildete Einheit, welche als Ganzes in das Textilsubstrat 1C integriert
ist.
[0084] Die Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2) der zweiten Teilmenge überkreuzen
jeweils die Schussfäden S1(1) und S2(1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
01 zugewandten Seite. Demzufolge sind die Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1),
K6(1) der ersten Teilmenge und die Kettfäden K1(2), K2 (2), K3 (2), K4 (2), K5 (2)
der zweiten Teilmenge durch die Schussfäden S1(1) und S1(2) der ersten und zweiten
Teilmenge nicht aneinander gebunden.
[0085] Im vorliegenden Beispiel sind alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
der zweiten Teilmenge mittels des Schussfadens S1(3) der dritten Teilmenge an die
Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge gebunden. Zu diesem Zweck ist der Schussfaden
S1(3) derart angeordnet, dass er alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite und mehrere
der sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge an einer
der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite überkreuzt. Wie aus Fig. 5 ersichtlich,
ist es allerdings nicht notwendig, dass der Schussfaden S1(3) alle sich durch den
Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
02 zugewandten Seite überkreuzt (im Falle des Textilsubstrats 1C überkreuzt der Schussfaden
S1(3) die Kettfäden K2(1) und K5(1) an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten
Seite). Die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der
ersten und zweiten Teilmenge sind mittels des Schussfadens S1(3) der dritten Teilmenge
trotzdem zu einer stabilen Schicht verbunden, zumal die Kettfäden und Schussfäden
der ersten Teilmenge (wie bereits erwähnt) sich einander derart überkreuzen, dass
sie aneinander gebunden sind und eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden.
[0086] Wird im Falle des Textilsubstrats 1C der Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, dann können die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
auf einfache Weise von den Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge separiert
werden. Dies ist insbesondere aus Fig. 9 ersichtlich. Im oberen Teil der Fig. 9 ist
das Textilsubstrat 1C in einem Zustand dargestellt, in dem der Schussfaden S1(3) der
dritten Teilmenge intakt ist (entsprechend der Gewebe-Schnittdarstellung gemäss Fig.
5). Der untere Teil der Fig. 9 zeigt die relative Anordnung der sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge für den
Fall, dass der Schussfaden S1(3) im Textilsubstrats 1C zerstört und vollständig entfernt
ist (in einer Schnittdarstellung analog zur Gewebe-Schnittdarstellung gemäss Fig.
5). Wie aus Fig. 9 ersichtlich, ist der Bereich 1-1 des Textilsubstrats 1C nach der
Zerstörung des Schussfadens S1(3) der dritten Teilmenge in eine stabile, flächig ausgebildete
Einheit, gebildet durch die aneinander gebundenen Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1),
K5(1), K6(1) und Schussfäden S1(1) und S2(1) der ersten Teilmenge, und eine Mehrzahl
von Kettfäden der zweiten Teilmenge zerlegt. Nach der Zerstörung des Schussfadens
S1(3) der dritten Teilmenge liegen die Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2)
der zweiten Teilmenge als einzelne, lose Kettfäden vor, welche einzeln von den Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert werden können.
[0087] Fig. 6 zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1D gemäss der Erfindung in einer
Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Durch den Bereich 1-1 erstrecken sich
- sechs Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfäden S1(1) und S2(1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls
weitere Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich jeweils parallel zu einem der
Schussfäden S1(1) oder S2(1) erstrecken und in der Darstellung gemäss Fig. 6 denselben
Verlauf wie der jeweilige Schussfaden S1(1) oder S2(1) hätten),
- sechs Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
- mindestens ein Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(2) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 6 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(2) hätten),
- und mindestens ein Schussfaden S1(3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1(3) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 6 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1(3) hätten).
[0088] Im Falle des Textilsubstrats 1D ist die Anordnung der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und Schussfäden S1(1),
S2 (1) der ersten Teilmenge identisch mit der Anordnung der entsprechenden Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge, welche im Falle des Textilsubstrats 1C (Fig.
5) vorliegt. Demzufolge sind auch im Falle der Textilsubstrats 1D die sich durch den
Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und Schussfäden
S1(1), S2 (1) der ersten Teilmenge aneinander gebunden und bilden eine stabile, flächig
ausgebildete Einheit, welche als Ganzes in das Textilsubstrat 1D integriert ist.
[0089] Im Falle des Textilsubstrats 1D ist die Anordnung der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) und des Schussfadens
S1(2) der zweiten Teilmenge identisch mit der Anordnung der entsprechenden Kettfäden
und Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche im Falle des Textilsubstrats 1B (Fig.
4) vorliegt.
[0090] Im Falle des Textilsubstrats 1D überkreuzen die Schussfäden S1(1) und S2(1) der ersten
Teilmenge alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2),
K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite, sodass die Schussfäden S1(1) und S2 (1) folglich eine räumliche Trennung zwischen
den Kettfäden der ersten Teilmenge und den Kettfäden der zweiten Teilmenge bewirken
und die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge nicht
mittels der Schussfäden S1(1) und S2 (1) an die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden der zweiten Teilmenge gebunden sind.
[0091] Der Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge überkreuzt alle sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge wechselseitig, sodass der Schussfaden
S1(2) die Kettfäden K2(2), K4(2) und K6(2) an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten
Seite und die K1(2), K3(2) und K5(2) an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite überkreuzt. Weiterhin überkreuzt der Schussfaden S1(2) der zweiten Teilmenge
die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge auf einer
der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite. Demzufolge sind die Kettfäden K1(1), K2(1),
K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge und die Kettfäden K1(2), K2(2), K3(2),
K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge durch die Schussfäden S1(1), S2(1) und S1(2)
der ersten und zweiten Teilmenge nicht aneinander gebunden.
[0092] Im vorliegenden Beispiel erstreckt sich der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
durch den Bereich 1-1 derart, dass er die Kettfäden K1 (1), K2 (1), K3 (1), K4 (1),
K6 (1) der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite und
die Kettfäden K1 (2), K3 (2), K4 (2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer
der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite überkreuzt. Auf diese Weise sind alle sich
durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten und zweiten
Teilmenge mittels des Schussfadens S1 (3) der dritten Teilmenge im Bereich 1-1 zu
einer stabilen Schicht miteinander verbunden, solange der Schussfaden S1 (3) nicht
zerstört ist.
[0093] Wie aus Fig. 6 ersichtlich, ist es allerdings nicht notwendig, dass der Schussfaden
S1 (3) alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite und alle sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01
zugewandten Seite überkreuzt, um die Kettfäden und Schussfäden stabil miteinander
zu verbinden (im Falle des Textilsubstrats 1D überkreuzt der Schussfaden S1 (3) den
Kettfäden K5(1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten
Seite und den Kettfaden K2(2) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
02 zugewandten Seite). Die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und
Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge sind mittels des Schussfadens S1 (3)
der dritten Teilmenge trotzdem zu einer stabilen Schicht verbunden, zumal die Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge (wie bereits erwähnt) sich einander derart überkreuzen,
dass sie aneinander gebunden sind und eine stabile, flächig ausgebildete Einheit bilden,
und der Kettfaden K2(2) der zweiten Teilmenge mittels des Schussfadens S1 (2) an die
Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge gebunden ist, solange der Schussfaden
S1 (3) nicht zerstört ist.
[0094] Wird im Falle des Textilsubstrats 1D der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, dann können die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
auf einfache Weise von den Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge separiert
werden. Nach einer Zerstörung des Schussfadens S1 (3) der dritten Teilmenge ist der
Bereich 1-1 des Textilsubstrats 1D in eine stabile, flächig ausgebildete Einheit,
gebildet durch die aneinander gebundenen Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1),
K6 (1) und Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der ersten Teilmenge (analog zur Anordnung
der Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4 (1), K5 (1), K6(1) und Schussfäden S1 (1) und
S2 (1) der ersten Teilmenge im Falle des Textilsubstrats 1C, wie in Fig. 9 dargestellt),
und eine Mehrzahl von Kettfäden der zweiten Teilmenge und den Schussfaden S1 (2) der
zweiten Teilmenge zerlegt (analog zur Anordnung der Kettfäden K1 (2), K2(2), K3(2),
K4(2), K5(2), K6(2) und des Schussfadens S1 (2) der zweiten Teilmenge im Falle des
Textilsubstrats 1B, wie in Fig. 8 dargestellt). Nach der Zerstörung des Schussfadens
S1 (3) der dritten Teilmenge liegen die Kettfäden K1 (2), K2(2), K3 (2), K4 (2), K5(2),
K6(2) und der Schussfaden S1 (2) der zweiten Teilmenge als einzelne, lose Fäden vor,
welche einzeln von den Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge separiert werden
können.
[0095] Fig. 7 zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1E gemäss der Erfindung in einer
Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Durch den Bereich 1-1 erstrecken sich
- sechs Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls
weitere Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich jeweils parallel zu einem der
Schussfäden S1 (1) oder S2 (1) erstrecken und in der Darstellung gemäss Fig. 7 denselben
Verlauf wie der jeweilige Schussfaden S1 (1) oder S2 (1) hätten),
- sechs Kettfäden K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfaden S1 (2) und S2(2) der zweiten Teilmenge (und gegebenenfalls
weitere Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich jeweils parallel zu einem der
Schussfäden S1 (2) oder S2(2) erstrecken und in der Darstellung gemäss Fig. 7 denselben
Verlauf wie der jeweilige Schussfaden S1 (2) oder S2(2) hätten),
- und mindestens ein Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1 (3) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 7 denselben Verlauf wie der Schussfaden S1 (3)
hätten).
[0096] Im Falle des Textilsubstrats 1E ist die Anordnung der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und Schussfäden
S1 (1), S2 (1) der ersten Teilmenge identisch mit der Anordnung der entsprechenden
Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge, welche im Falle des Textilsubstrats
1C (Fig. 5) vorliegt. Demzufolge sind auch im Falle der Textilsubstrats 1E die sich
durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1 (1), K2(1), K3 (1), K4(1), K5(1),
K6(1) und Schussfäden S1 (1), S2 (1) der ersten Teilmenge aneinander gebunden und
bilden eine stabile, flächig ausgebildete Einheit, welche als Ganzes in das Textilsubstrat
1E integriert ist.
[0097] Im Falle des Textilsubstrats 1E überkreuzt der Schussfaden S1 (2) die Kettfäden K1
(2), K3(2), K5(2) der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten
Seite und die Kettfäden K2(2), K4(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten
Oberfläche 02 zugewandten Seite. Hingegen überkreuzt der Schussfaden S2(2) die Kettfäden
K1 (2), K3(2), K5(2) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite und die Kettfäden K2(2), K4(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer der ersten
Oberfläche 01 zugewandten Seite. Demzufolge ist jeder der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge von den beiden Schussfäden S1 (2) und
S2(2) auf gegenüberliegenden (der ersten Oberfläche O1 bzw. der zweiten Oberfläche
02 zugewandten) Seiten gegenläufig umschlungen. Demzufolge sind die sich durch den
Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge aneinander
gebunden und bilden eine stabile, flächig ausgebildete Einheit, welche als Ganzes
in das Textilsubstrat 1E integriert ist.
[0098] Im Falle des Textilsubstrats 1E kreuzen die Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der ersten
Teilmenge die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite und die Schussfäden S1 (2) und
S2(2) der zweiten Teilmenge kreuzen die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche O1 zugewandten Seite. Demnach
sind die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der ersten Teilmenge von
den sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge durch
die Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der ersten Teilmenge bzw. die Schussfäden S1 (2)
und S2(2) der zweiten Teilmenge separiert und folglich nicht an die durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden der zweiten Teilmenge gebunden.
[0099] Im vorliegenden Beispiel erstreckt sich der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
durch den Bereich 1-1 derart, dass er die Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K6(1)
der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite und die
Kettfäden K1 (2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge an einer der ersten
Oberfläche O1 zugewandten Seite. Auf diese Weise sind alle sich durch den Bereich
1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge mittels
des Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge im Bereich 1-1 zu einer stabilen Schicht
miteinander verbunden, solange der Schussfaden S1(3) nicht zerstört ist.
[0100] Wird im Falle des Textilsubstrats 1E der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, dann können die Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge
auf einfache Weise von den Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge separiert
werden. Dies ist insbesondere aus Fig. 10 ersichtlich. Im oberen Teil der Fig. 10
ist das Textilsubstrat 1E in einem Zustand dargestellt, in dem der Schussfaden S1
(3) der dritten Teilmenge intakt ist (entsprechend der Gewebe-Schnittdarstellung gemäss
Fig. 7). Der untere Teil der Fig. 10 zeigt die relative Anordnung der sich durch den
Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten und zweiten Teilmenge
für den Fall, dass der Schussfaden S1 (3) im Textilsubstrats 1E zerstört und vollständig
entfernt ist (in einer Schnittdarstellung analog zur Gewebe-Schnittdarstellung gemäss
Fig. 7).
[0101] Wie aus Fig. 10 ersichtlich, ist der Bereich 1-1 des Textilsubstrats 1C nach der
Zerstörung des Schussfadens S1 (3) der dritten Teilmenge in zwei stabile, flächig
ausgebildete Einheiten zerlegt: eine erste Einheit, gebildet durch die aneinander
gebundenen Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und Schussfäden S1
(1) und S2 (1) der ersten Teilmenge, und eine zweite Einheit, gebildet durch die aneinander
gebundenen Kettfäden K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) und Schussfäden S1
(2) und S2(2) der zweiten Teilmenge. Diese beiden Einheiten können anschliessend voneinander
separiert werden.
[0102] Obwohl die Textilsubstrate 1A-1E gemäss Fig. 3-10 jeweils lediglich zwei verschieden
entsorgbare und/oder verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare,
aus lediglich zwei verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien umfasst,
erlaubt es die Erfindung, auch Textilsubstrate anzugeben, welche drei oder mehr verschieden
entsorgbare und/oder verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare,
aus drei oder mehr verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien umfassen
und eine Trennung der verschiedenen Materialien ermöglichen. Dies soll im Folgenden
anhand von zwei Beispielen erläutert werden, welche in den Fig. 11A-12C dargestellt
sind.
[0103] Fig. 11B zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1F gemäss der Erfindung in
einer Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Das Textilsubstrat 1F kann als eine Weiterentwicklung des Textilsubstrats 1B gemäss
Fig. 4 angesehen werden. Um einen Vergleich zu erleichtern, enthält Fig. 11A eine
Gewebe-Schnittdarstellung des Textilsubstrats 1B (identisch mit der Darstellung in
Fig. 4). Das Textilsubstrat 1F ist hinsichtlich seiner Struktur insofern dem Textilsubstrat
1B ähnlich, als es - wie das Textilsubstrat 1B - umfasst:
- sechs Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens einen Schussfaden S1 (1) der ersten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1 (1) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 11B denselben Verlauf wie der Schussfaden S1 (1)
hätten),
- sechs Kettfäden K1 (2), K2(2), K3 (2), K4 (2), K5(2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
- mindestens einen Schussfaden S1 (2) der zweiten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere
Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1 (2) erstrecken
und in der Darstellung gemäss Fig. 11B denselben Verlauf wie der Schussfaden S1 (2)
hätten),
- und mindestens einen Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge (und gegebenenfalls
weitere Schussfäden der dritten Teilmenge, welche sich parallel zum Schussfaden S1
(3) erstrecken und in der Darstellung gemäss Fig. 11B denselben Verlauf wie der Schussfaden
S1 (3) hätten).
[0104] Im Falle des Textilsubstrats 1F ist die Anordnung der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und des Schussfadens
S1 (1) der ersten Teilmenge und der sich durch den Bereich I-1 erstreckenden Kettfäden
K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(1) und des Schussfadens S1 (2) der zweiten
Teilmenge relativ zueinander identisch mit der Anordnung der entsprechenden Kettfäden
und Schussfäden der ersten Teilmenge und der zweiten Teilmenge, welche im Falle des
Textilsubstrats 1B (Fig. 11A) vorliegt.
[0105] Im Unterschied zum Textilsubstrat 1B umfasst das Textilsubstrat 1F drei Kettfäden
K1 (4), K2(4), K3(4) der vierten Teilmenge und mindestens einen Schussfaden S1 (4)
der vierten Teilmenge (und gegebenenfalls weitere Schussfäden der vierten Teilmenge,
welche sich parallel zum Schussfaden S1 (4) erstrecken). Im Falle des Textilsubstrats
1F sind die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der vierten Teilmenge in einer inneren
Zone IZ (in Fig. 11B als punktierte Fläche dargestellt) angeordnet, welche sich zwischen
den jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge und den jeweiligen Kettfäden
und Schussfäden der zweiten Teilmenge erstreckt. Im vorliegenden Beispiel erstrecken
sich die Kettfäden K1 (4), K2(4), K3(4) und der Schussfaden S1 (4) der vierten Teilmenge
derart in der inneren Zone IZ, dass die Kettfäden K1 (4), K2(4), K3(4) der vierten
Teilmenge den Schussfaden S1 (1) der ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
O1 zugewandten Seite, den Schussfaden S1 (4) der vierten Teilmenge an einer der zweiten
Oberfläche 02 zugewandten Seite und den Schussfaden S1 (2) der zweiten Teilmenge an
einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite überkreuzen. Weiterhin überkreuzt
der Schussfaden S1 (4) der vierten Teilmenge die sich durch den Bereich I-1 erstreckenden
Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite.
[0106] Die Anordnung der Kettfäden K1 (4), K2(4), K3(4) und des Schussfadens S1 (4) in der
inneren Zone gewährleisten, dass die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden
der ersten, zweiten und vierten Teilmenge durch die Schussfäden S1 (1), S1 (2) und
S1 (4) nicht aneinander gebunden sind.
[0107] Im Falle des Textilsubstrats 1F erstreckt sich der Schussfaden S1 (3) der dritten
Teilmenge durch den Bereich 1-1 derart, dass er alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten Seite
überkreuzt und ausserdem die Kettfäden K1 (2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) der zweiten
Teilmenge an einer der ersten Oberfläche O1 zugewandten Seite überkreuzt. Auf diese
Weise sind alle sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden
der ersten, zweiten und vierten Teilmenge mittels des Schussfadens S1 (3) der dritten
Teilmenge im Bereich 1-1 zu einer stabilen Schicht miteinander verbunden, solange
der Schussfaden S1 (3) nicht zerstört ist.
[0108] Wird im Falle des Textilsubstrats 1F der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, dann zerfällt das Textilsubstrat in eine Anordnung von sich kreuzenden
Fäden, welche einzeln lose übereinander bzw. nebeneinander liegen und einzeln voneinander
separiert werden können. Wie aus Fig. 11B ersichtlich, sind die Kettfäden der zweiten
und vierten Teilmenge durch den Schussfaden S1 (4) der vierten Teilmenge und die Kettfäden
der ersten und vierten Teilmenge durch den Schussfaden S1 (1) der ersten Teilmenge
separiert. Dadurch ist es möglich, nach der Zerstörung des Schussfadens S1 (3) der
dritten Teilmenge die jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten, zweiten und
vierten Teilmenge lagenweise zu trennen.
[0109] Fig. 12B zeigt einen Bereich 1-1 eines Textilsubstrats 1G gemäss der Erfindung in
einer Gewebe-Schnittdarstellung (in einem Schnitt senkrecht zu den jeweiligen Kettfäden).
Das Textilsubstrat 1G kann als eine Weiterentwicklung des Textilsubstrats 1E gemäss
Fig. 7 angesehen werden. Um einen Vergleich zu erleichtern, enthält Fig. 12A eine
Gewebe-Schnittdarstellung des Textilsubstrats 1E (identisch mit der Darstellung in
Fig. 7). Das Textilsubstrat 1F ist hinsichtlich seiner Struktur insofern dem Textilsubstrat
1B ähnlich, als es umfasst:
- sechs Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) der ersten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der ersten Teilmenge,
- sechs Kettfäden K1 (2), K2(2), K3 (2), K4 (2), K5 (2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
- mindestens zwei Schussfäden S1 (2) und S2(2) der zweiten Teilmenge,
- und mindestens ein Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge.
[0110] Im Falle des Textilsubstrats 1G ist die Anordnung der sich durch den Bereich 1-1
erstreckenden Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1) und der Schussfäden
S1 (1) und S2 (1) der ersten Teilmenge und der sich durch den Bereich I-1 erstreckenden
Kettfäden K1 (2), K2(2), K3(2), K4 (2), K5 (2), K6(1) und der Schussfäden S1 (2) und
S2(2) der zweiten Teilmenge relativ zueinander identisch mit der Anordnung der entsprechenden
Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge und der zweiten Teilmenge, welche im
Falle des Textilsubstrats 1E (Fig. 12A) vorliegt.
[0111] Im Unterschied zum Textilsubstrat 1E umfasst das Textilsubstrat 1G Kettfäden K(4)
und Schussfäden S(4) der vierten Teilmenge. Im Falle des Textilsubstrats 1G sind die
jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der vierten Teilmenge in einer inneren Zone IZ
(in Fig. 12B als punktierte Fläche dargestellt) angeordnet, welche sich zwischen den
jeweiligen Kettfäden und Schussfäden der ersten Teilmenge und den jeweiligen Kettfäden
und Schussfäden der zweiten Teilmenge erstreckt.
[0112] Wie im Falle des Textilsubstrats 1E sind auch im Falle des Textilsubstrats 1G die
sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1),
K6(1) und Schussfäden S1 (1), S2 (1) der ersten Teilmenge aneinander gebunden und
bilden eine stabile, flächig ausgebildete Einheit, welche als Ganzes in das Textilsubstrat
1G integriert ist. Entsprechend sind die sich durch den Bereich 1-1 erstreckenden
Kettfäden K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2) und Schussfäden S1 (2), S2(2)
der zweiten Teilmenge aneinander gebunden und bilden eine stabile, flächig ausgebildete
Einheit, welche als Ganzes in das Textilsubstrat 1G integriert ist.
[0113] Die Kettfäden K(4) und Schussfäden S(4) der vierten Teilmenge können in der inneren
Zone IZ auf verschiedene Weisen derart angeordnet sein, dass keiner der jeweiligen
Kettfäden K(4) bzw. Schussfäden S(4) an die Kettfäden und Schussfäden der ersten und
zweiten Teilmenge gebunden ist. Fig. 12C zeigt Beispiele (a)-(d) für mögliche Anordnungen
von Kettfäden K(4) und Schussfäden S(4), welche die Schussfäden bzw. Kettfäden der
ersten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche 01 zugewandten Seite kreuzen und die
Schussfäden bzw. Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02
zugewandten Seite kreuzen. Gemäss Beispiel (a) können ausschliesslich Schussfäden
S(4) in der inneren Zone IZ angeordnet sein. Gemäss Beispiel (b) können ausschliesslich
Kettfäden K (4) in der inneren Zone IZ angeordnet sein. Gemäss den Beispielen (c)
und (d) können sowohl Kettfäden K(4) als auch Schussfäden S(4) in der inneren Zone
IZ angeordnet sein.
[0114] Im Falle des Textilsubstrats 1G erstreckt sich der Schussfaden S1 (3) der dritten
Teilmenge durch den Bereich 1-1 derart, dass er mehrere sich durch den Bereich 1-1
erstreckende Kettfäden der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche 02 zugewandten
Seite überkreuzt und ausserdem mehrere Kettfäden der zweiten Teilmenge an einer der
ersten Oberfläche O1 zugewandten Seite überkreuzt. Auf diese Weise sind alle sich
durch den Bereich 1-1 erstreckenden Kettfäden und Schussfäden der ersten, zweiten
und vierten Teilmenge mittels des Schussfadens S1 (3) der dritten Teilmenge im Bereich
1-1 zu einer stabilen Schicht miteinander verbunden, solange der Schussfaden S1 (3)
nicht zerstört ist.
[0115] Wird im Falle des Textilsubstrats 1G der Schussfaden S1 (3) der dritten Teilmenge
erfindungsgemäss durch Anwendung eines geeigneten chemischen und/oder physikalischen
Verfahrens zerstört, so können die Kettfäden und Schussfäden der ersten, zweiten und
vierten Teilmenge anschliessend getrennt werden. Nach der Zerstörung des Schussfadens
S1 (3) der dritten Teilmenge liegen sowohl die Kettfäden und Schussfäden der ersten
Teilmenge als auch die Kettfäden und Schussfäden der zweiten Teilmenge jeweils als
separate, flächig ausgebildet Einheiten vor, gebildet aus aneinander gebundenen Kettfäden
K1(1), K2 (1), K3 (1), K4 (1), K5 (1), K6 (1) und Schussfäden S1 (1) und S2 (1) der
ersten Teilmenge einerseits und aus aneinander gebundenen Kettfäden K1 (2), K2 (2),
K3(2), K4 (2), K5 (2), K6(2) und Schussfäden S1 (2) und S2(2) der zweiten Teilmenge
andererseits.
[0116] Es auch möglich, die Textilsubstrate 1A, 1C und 1D entsprechend den Beispielen gemäss
Fig. 11B und 12B dadurch modifizieren, dass Kett- und/oder Schussfäden der vierten
Teilmenge in einer zwischen den jeweiligen Kett- und/oder Schussfäden der ersten Teilmenge
und den jeweiligen Kett- und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge ausgebildeten
inneren Zone angeordnet werden, sodass die Kett- und/oder Schussfäden der ersten,
zweiten und vierten Teilmenge nicht aneinander gebunden sind, wenn die jeweiligen
Schussfäden der dritten Teilmenge zerstört sind.
Beispiele
Beispiel 1
[0117] Das Textilsubstrat 1D gemäss Fig. 6 kann beispielsweise wie folgt ausgeführt werden:
- Die Teilmenge 1 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Wolle und Zelluloseregenerat.
- Die Teilmenge 2 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Polyamid.
- Die Teilmenge 3 umfasst Schussfäden aus Polyvinylalkohol (PVA).
[0118] Ein derartiges Textilsubstrat eignet sich insbesondere als Sitzbezugsstoff. Die Kettfäden
und Schussfäden aus Wolle und Zelluloseregenerat (Teilmenge 1) ermöglichen ein klimatisiertes
Sitzen und sind relevant für Feuchtigkeitsregulierung. Polyamid (Teilmenge 2) erhöht
die Scheuerresistenz des Textilsubstrats an einer Seite des Substrats, sodass diese
Seite bevorzugt als Sitzfläche verwendbar ist. Die Teilmenge 1 kann in einem biologischen
Kreislauf entsorgt werden, die Teilmenge 2 kann in einem technischen Kreislauf aufbereitet
werden.
Beispiel 2
[0119] Das Textilsubstrat 1D gemäss Fig. 6 kann beispielsweise wie folgt ausgeführt werden:
- Die Teilmenge 1 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Zelluloseregenerat.
- Die Teilmenge 2 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Polyester.
- Die Teilmenge 3 umfasst Schussfäden aus Polylactide.
[0120] Ein derartiges Textilsubstrat eignet sich insbesondere als Bekleidungstextile. Die
Teilmenge 1 kann in einem biologischen Kreislauf entsorgt werden, die Teilmenge 2
kann in einem technischen Kreislauf aufbereitet werden.
Beispiel 3
[0121] Das Textilsubstrat 1D gemäss Fig. 6 kann beispielsweise wie folgt ausgeführt werden:
- Die Teilmenge 1 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Polyamid.
- Die Teilmenge 2 umfasst Kettfäden und Schussfäden aus Aramid.
- Die Teilmenge 3 umfasst Schussfäden aus Co-Polyamid.
[0122] Ein derartiges Textilsubstrat eignet sich insbesondere zur Herstellung von Schutzkleidung,
beispielsweise für schusssichere Westen. Die Teilmengen 1 und 2 können in verschiedenen
technischen Kreisläufen verwertet werden.
1. Textilsubstrat (1A, 1B, 1C, 1D, 1E, 1F, 1G) aus Kette und Schuss, welches mehrere
verschieden entsorgbare und/oder verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare
und/oder verwertbare, aus verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien
umfasst,
wobei die Kette mehrere Kettfäden (K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1), K1 (2),
K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) und der Schuss mehrere Schussfäden (S1 (1), S2
(1), S1 (2) und S2 (2)) umfasst,
wobei eine erste Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder
mehrere Kettfäden (K1 (1), K2 (1), K3 (1), K4 (1), K5 (1), K6 (1)) und einen oder
mehrere Schussfäden (S1 (1), S2 (1)) enthält und jeder Kettfaden der ersten Teilmenge
und jeder Schussfaden der ersten Teilmenge aus jeweils einem ersten der verschieden
entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien oder aus einem aus einer ersten der
verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten entsorgbaren und/oder verwertbaren Material
besteht,
wobei eine zweite Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder
mehrere Kettfäden (K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) und/oder einen oder
mehrere Schussfäden (S1 (2), S2(2)) enthält und jeder Kettfaden der zweiten Teilmenge
bzw. jeder Schussfaden der zweiten Teilmenge aus jeweils einem zweiten der verschieden
entsorgbaren oder verwertbaren Materialien oder aus einem aus einer zweiten der verschiedenen
Verwertungsgruppen ausgewählten entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht,
wobei jeder Kettfaden mehrere Schussfäden und jeder Schussfaden mehrere Kettfäden
überkreuzt, sodass die Kette und der Schuss gemeinsam eine Schicht bilden, welche
auf einer Seite eine erste Oberfläche (O1) und auf einer anderen Seite eine der ersten
Oberfläche (O1) gegenüberliegende zweite Oberfläche (02) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine dritte Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder mehrere
Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden (S1 (3)) enthält und jeder Kettfaden
der dritten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der dritten Teilmenge aus einem zerstörbaren
Material besteht, und
die Schicht mindestens einen Bereich (1-1) aufweist, durch welchen sich ein oder mehrere
Kettfäden (K1 (1), K2 (1), K3 (1), K4 (1), K5 (1), K6 (1)) der ersten Teilmenge, ein
oder mehrere Schussfäden (S1 (1), S2 (1)) der ersten Teilmenge und ein oder mehrere
Kettfäden der zweiten Teilmenge erstrecken,
wobei jeder einzelne derjenigen Kettfäden (K1 (1), K2(1), K3 (1), K4 (1), K5 (1),
K6 (1)) der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstrecken, mindestens einen Schussfaden (S1 (1), S1 (2)) der ersten Teilmenge in
dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten
Seite überkreuzt,
wobei jeder einzelne derjenigen Kettfäden (K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2))
der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstrecken, jeden einzelnen derjenigen Schussfäden (S1 (1), S2 (1)) der ersten Teilmenge,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der
ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite überkreuzt,
wobei die dritte Teilmenge mindestens einen Schussfaden (S1 (3)) enthält, welcher
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und derart angeordnet
ist, dass dieser mindestens eine Schussfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht mindestens einen Kettfaden (K1 (1) der ersten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt und mindestens einen
Kettfaden (K1 (2)) der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten
Seite überkreuzt, sodass dieser mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge in
dem mindestens einen Bereich der Schicht an die erste Teilmenge gebunden ist,
wobei das zerstörbare Material des mindestens einen Schussfadens der dritten Teilmenge
mittels eines chemischen und/oder physikalischen Verfahrens derart zerstörbar ist,
dass die zweite Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht nicht mehr an
die erste Teilmenge gebunden ist.
2. Textilsubstrat aus Kette und Schuss, welches mehrere verschieden entsorgbare und/oder
verwertbare Materialien oder mehrere entsorgbare und/oder verwertbare, aus mehreren
verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählte Materialien umfasst,
wobei die Kette mehrere Kettfäden und der Schuss mehrere Schussfäden umfasst,
wobei eine erste Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder
mehrere Kettfäden und einen oder mehrere Schussfäden enthält und jeder Kettfaden der
ersten Teilmenge und jeder Schussfaden der ersten Teilmenge aus jeweils einem ersten
der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien oder aus einem aus
einer ersten der verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten entsorgbaren und/oder
verwertbaren Material besteht,
wobei eine zweite Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder
mehrere Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden enthält und jeder Kettfaden
der zweiten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der zweiten Teilmenge aus jeweils einem
zweiten der verschieden entsorgbaren und/oder verwertbaren Materialien oder aus einem
aus einer zweiten der verschiedenen Verwertungsgruppen ausgewählten entsorgbaren und/oder
verwertbaren Material besteht,
wobei jeder Kettfaden mehrere Schussfäden und jeder Schussfaden mehrere Kettfäden
überkreuzt, sodass die Kette und der Schuss gemeinsam eine Schicht bilden, welche
auf einer Seite eine erste Oberfläche (01) und auf einer anderen Seite eine der ersten
Oberfläche (O1) gegenüberliegende zweite Oberfläche (02) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine dritte Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden einen oder mehrere
Kettfäden und/oder einen oder mehrere Schussfäden enthält und jeder Kettfaden der
dritten Teilmenge bzw. jeder Schussfaden der dritten Teilmenge aus einem zerstörbaren
Material besteht, und die Schicht mindestens einen Bereich aufweist, durch welchen
sich ein oder mehrere Kettfäden der ersten Teilmenge, ein oder mehrere Schussfäden
der ersten Teilmenge und ein oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge erstrecken,
wobei jeder einzelne derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, mindestens einen Kettfaden der
ersten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer der zweiten
Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
wobei jeder einzelne derjenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, jeden einzelnen derjenigen Kettfäden
der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite überkreuzt,
wobei die dritte Teilmenge mindestens einen Kettfaden enthält, welcher sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und derart angeordnet ist, dass
dieser mindestens eine Kettfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich
der Schicht mindestens einen Schussfaden der ersten Teilmenge an einer der zweiten
Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt und mindestens einen Schussfaden der
zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche (01) zugewandten Seite überkreuzt,
sodass dieser mindestens eine Schussfaden der zweiten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht an die erste Teilmenge gebunden ist,
wobei das zerstörbare Material des mindestens einen Kettfadens der dritten Teilmenge
mittels eines chemischen und/oder physikalischen Verfahrens derart zerstörbar ist,
dass die zweite Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht nicht mehr an
die erste Teilmenge gebunden ist.
3. Textilsubstrat (1B, 1D, 1E) nach Anspruch 1, wobei die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
(K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich (1-1) der Schicht erstrecken, und die zweite Teilmenge mindestens einen
Schussfaden (S1 (2)) enthält,
wobei dieser mindestens eine Schussfaden (S1 (2) der zweiten Teilmenge sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich
der Schicht einen oder mehrere Kettfäden (K2(2), K4(2), K6(2)) der zweiten Teilmenge
an einer der ersten Oberfläche (01) zugewandten Seite und einen oder mehrere Kettfäden
(K1 (2), K3(2), K5(2)) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche (02)
zugewandten Seite überkreuzt,
und der mindestens eine Schussfaden (S1 (2)) der zweiten Teilmenge und/oder der mindestens
eine Schussfaden (S1 (3)) der dritten Teilmenge diejenigen Kettfäden (K1 (2), K2(2),
K3 (2), K4 (2), K5 (2), K6(2)) der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten Oberfläche (01) zugewandten
Seite überkreuzt.
4. Textilsubstrat (1B) nach Anspruch 3, wobei die erste Teilmenge mehrere Kettfäden (K1
(1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1)) enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich (1-1) der Schicht erstrecken und welche der mindestens eine Schussfaden
(S1 (3) der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der Schicht an einer
der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt, und
die erste Teilmenge einen oder mehrere Schussfäden (S1 (1) enthält, welche sich durch
den mindestens einen Bereich (1-1) der Schicht erstrecken und in dem mindestens einen
Bereich der Schicht diejenigen Kettfäden (K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1))
der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite überkreuzen.
5. Textilsubstrat (1C, 1D, 1E, 1G) nach Anspruch 1, wobei die erste Teilmenge mehrere
Kettfäden (K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1)) enthält, welche sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und die erste Teilmenge mindestens
zwei Schussfäden (S1 (1), S2 (1)) enthält, welche sich durch den mindestens einen
Bereich der Schicht erstrecken,
wobei jeder der mindestens zwei Schussfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht einen oder mehrere der Kettfäden der ersten Teilmenge an
einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere der Kettfäden
der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
sodass jeder einzelne derjenigen Kettfäden (K1 (1), K2(1), K3(1), K4(1), K5(1), K6(1))
der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken,
in dem mindestens einen Bereich der Schicht auf der der ersten Oberfläche (O1) zugewandten
Seite von einem der mindestens zwei Schussfäden (S1 (1), S2 (1)) der ersten Teilmenge
und auf der der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite von dem anderen der mindestens
zwei Schussfäden der ersten Teilmenge überkreuzt ist.
6. Textilsubstrat (1C, 1D, 1E, 1G) nach Anspruch 5, wobei die zweite Teilmenge mehrere
Kettfäden (K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) enthält, welche sich durch den
mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und von dem mindestens einen Schussfaden
(S1 (3)) der dritten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite
überkreuzt sind.
7. Textilsubstrat (1D, 1E, 1G) nach Anspruch 5, wobei die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
(K1 (2), K2(2), K3(2), K4 (2), K5(2), K6(2)) enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite Teilmenge mindestens einen Schussfaden
(S1 (2), S2(2) enthält,
wobei dieser mindestens eine Schussfaden (S1 (2), S2(2)) der zweiten Teilmenge sich
durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen
Bereich der Schicht einen oder mehrere Kettfäden (K2(2), K4(2), K6(2)) der zweiten
Teilmenge an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere
Kettfäden (K1 (2), K3(2), K5(2)) der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche
(02) zugewandten Seite überkreuzt,
und der mindestens eine Schussfaden (S1 (2), S2(2)) der zweiten Teilmenge und/oder
der mindestens eine Schussfaden (S1 (3) der dritten Teilmenge diejenigen Kettfäden
(K1 (2), K2 (2), K3 (2), K4 (2), K5 (2), K6 (2)) der zweiten Teilmenge, welche sich
durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten Oberfläche
(O1) zugewandten Seite überkreuzt.
8. Textilsubstrat (1E, 1G) nach Anspruch 5, wobei die zweite Teilmenge mehrere Kettfäden
(K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite Teilmenge mindestens zwei Schussfäden
(S1 (2), S2(2)) enthält, welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht
erstrecken,
wobei jeder der mindestens zwei Schussfäden (S1 (2), S2(2)) der zweiten Teilmenge
in dem mindestens einen Bereich der Schicht einen oder mehrere der Kettfäden (K1 (2),
K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
(O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere der Kettfäden der zweiten Teilmenge
an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt, sodass jeder einzelne
derjenigen Kettfäden (K1 (2) , K2(2), K3 (2), K4 (2), K5 (2), K6(2) der zweiten Teilmenge,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, in dem mindestens
einen Bereich der Schicht auf der der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite von
einem der mindestens zwei Schussfäden der zweiten Teilmenge und auf der der zweiten
Oberfläche (02) zugewandten Seite von dem anderen der mindestens zwei Schussfäden
der zweiten Teilmenge überkreuzt ist, und
der mindestens eine Schussfaden (S1 (3)) der dritten Teilmenge einen oder mehrere
derjenigen Kettfäden (K1 (2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) der zweiten Teilmenge, welche
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten
Oberfläche (01) zugewandten Seite und einen oder mehrere derjenigen Kettfäden (K1
(1), K2 (1), K3 (1), K4 (1), K6 (1)) der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten
Seite überkreuzt.
9. Textilsubstrat nach Anspruch 2, wobei die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite
Teilmenge mindestens einen Kettfaden enthält,
wobei dieser mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich der Schicht
einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
(O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an
einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
und der mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge und/oder der mindestens eine
Kettfaden der dritten Teilmenge diejenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten
Oberfläche (01) zugewandten Seite überkreuzt.
10. Textilsubstrat nach Anspruch 9, wobei die erste Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und welche der
mindestens eine Kettfaden der dritten Teilmenge in dem mindestens einen Bereich der
Schicht an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt, und
die erste Teilmenge einen oder mehrere Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstrecken und in dem mindestens einen Bereich der Schicht
diejenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen
Bereich der Schicht erstrecken, an einer der ersten Oberfläche (01) zugewandten Seite
überkreuzen.
11. Textilsubstrat nach Anspruch 2, wobei die erste Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und die erste
Teilmenge mindestens zwei Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens einen
Bereich der Schicht erstrecken,
wobei jeder der mindestens zwei Kettfäden der ersten Teilmenge in dem mindestens einen
Bereich der Schicht einen oder mehrere der Schussfäden der ersten Teilmenge an einer
der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere der Schussfäden
der ersten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
sodass jeder einzelne derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, in dem mindestens einen Bereich
der Schicht auf der der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite von einem der mindestens
zwei Kettfäden der ersten Teilmenge und auf der der zweiten Oberfläche (02) zugewandten
Seite von dem anderen der mindestens zwei Kettfäden der ersten Teilmenge überkreuzt
ist.
12. Textilsubstrat nach Anspruch 11, wobei die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken und von dem
mindestens einen Kettfaden der dritten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche (O1)
zugewandten Seite überkreuzt sind.
13. Textilsubstrat nach Anspruch 11, wobei die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite
Teilmenge mindestens einen Kettfaden enthält,
wobei dieser mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge sich durch den mindestens
einen Bereich der Schicht erstreckt und in dem mindestens einen Bereich der Schicht
einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an einer der ersten Oberfläche
(O1) zugewandten Seite und einen oder mehrere Schussfäden der zweiten Teilmenge an
einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
und der mindestens eine Kettfaden der zweiten Teilmenge und/oder der mindestens eine
Kettfaden der dritten Teilmenge diejenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche
sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, auf der der ersten
Oberfläche (O1) zugewandten Seite überkreuzt.
14. Textilsubstrat nach Anspruch 11, wobei die zweite Teilmenge mehrere Schussfäden enthält,
welche sich durch den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, und die zweite
Teilmenge mindestens zwei Kettfäden enthält, welche sich durch den mindestens einen
Bereich der Schicht erstrecken,
wobei jeder der mindestens zwei Kettfäden der zweiten Teilmenge in dem mindestens
einen Bereich der Schicht einen oder mehrere der Schussfäden der zweiten Teilmenge
an einer der ersten Oberfläche (01) zugewandten Seite und einen oder mehrere der Schussfäden
der zweiten Teilmenge an einer der zweiten Oberfläche (02) zugewandten Seite überkreuzt,
sodass jeder einzelne derjenigen Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, in dem mindestens einen Bereich
der Schicht auf der der ersten Oberfläche (01) zugewandten Seite von einem der mindestens
zwei Kettfäden der zweiten Teilmenge und auf der der zweiten Oberfläche (02) zugewandten
Seite von dem anderen der mindestens zwei Kettfäden der zweiten Teilmenge überkreuzt
ist, und
der mindestens eine Kettfaden der dritten Teilmenge einen oder mehrere derjenigen
Schussfäden der zweiten Teilmenge, welche sich durch den mindestens einen Bereich
der Schicht erstrecken, an einer der ersten Oberfläche (O1) zugewandten Seite und
einen oder mehrere derjenigen Schussfäden der ersten Teilmenge, welche sich durch
den mindestens einen Bereich der Schicht erstrecken, an einer der zweiten Oberfläche
(02) zugewandten Seite überkreuzt.
15. Textilsubstrat nach einem der Ansprüche 1-14,
wobei das zerstörbare Material des Schussfadens bzw. des Kettfadens der dritten Teilmenge
mittels eines der folgenden chemischen und/oder physikalischen Verfahren oder einer
Kombination dieser Verfahren zerstörbar ist:
(i) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem Lösungsmittel,
wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material
besteht, welches sich in dem Lösungsmittel löst;
(ii) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem Lösungsmittel
und Erhitzen des Textilsubstrats und/oder des Lösungsmittels auf eine vorgegebene
Temperatur, wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem
Material besteht, welches sich in dem Lösungsmittel bei der vorgegebenen Temperatur
löst;
(iii) Beaufschlagen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats mit einem
Lösungsmittel und Erhitzen des Textilsubstrats und/oder des Lösungsmittels auf eine
vorgegebene Temperatur bei einem vorgegebenen Druck, wobei der Schussfaden bzw. der
Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material besteht, welches sich in dem Lösungsmittel
bei der vorgegebenen Temperatur und bei dem vorgegebenen Druck löst;
(iv) Erhitzen des Textilsubstrats oder Teilen des Textilsubstrats auf eine vorgegebene
Temperatur, wobei der Schussfaden bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem
Material besteht, welches bei der vorgegebenen Temperatur schmilzt und/oder sich zersetzt
und/oder verglast und/oder versprödet;
(v) Abkühlen des Textilsubstrats auf eine vorgegebene Temperatur, wobei der Schussfaden
bzw. der Kettfaden der dritten Teilmenge aus einem Material besteht, welches bei der
vorgegebenen Temperatur versprödet und/oder einen Kältebruch erleidet und/oder zerfällt
und/oder zersplittert.
16. Textilsubstrat nach Anspruch 15, wobei der Schussfaden bzw. der Kettfadens der dritten
Teilmenge aus einem der folgenden Materialien oder einem Gemisch dieser Materialien
besteht: Polyvinylalkohol, Stärke, Polylactide, Co-Polyamid, Co-Polyester, Co-Polyolefine,
Acetat, Polyolefine.
17. Textilsubstrat nach einem der Ansprüche 1-16, wobei das erste der verschieden entsorgbaren
und/oder verwertbaren Materialien eine Naturfaser oder eine natürliche Chemiefaser
oder ein in einem biologischen Kreislauf entsorgbares und/oder verwertbares Material
ist bzw.
die erste der verschiedenen Verwertungsgruppen Naturfasern und/oder natürliche Chemiefasern
und/oder in einem biologischen Kreislauf verwertbare Materialien umfasst.
18. Textilsubstrat nach einem der Ansprüche 1-17, wobei das zweite der verschieden entsorgbaren
und/oder verwertbaren Materialien aus einem synthetischen Werkstoff oder einem in
einem technischen Kreislauf entsorgbaren und/oder verwertbaren Material besteht bzw.
die zweite der verschiedenen Verwertungsgruppen synthetische Werkstoffe oder in einem
technischen Kreislauf entsorgbare und/oder verwertbare Materialien umfasst.
19. Textilsubstrat nach einem der Ansprüche 1-16, wobei das erste der verschieden entsorgbaren
und/oder verwertbaren Materialien und das zweite der verschieden entsorgbaren und/oder
verwertbaren Materialien in verschiedenen technischen Kreisläufen entsorgbar und/oder
verwertbar sind bzw.
die Materialien der verschiedenen Verwertungsgruppen jeweils in verschiedenen technischen
Kreisläufen entsorgbar und/oder verwertbar sind.
20. Textilsubstrat nach einem der Ansprüche 1-19, ausgeführt als Gewebe in Schaft-, Jacquard-,
Dreher-, Flor-, Ruten-oder Lancettentechnik.
21. Verwendung eines Textilsubstrats nach einem der Ansprüche 1-20 als Sitzbezugs-, Einrichtungs-,
Bekleidungs-, Funktions-, Schutz-, Sicherheits-, Wand-, Bodenbelags-oder Medizinaltextilie
oder als Bestandteil einer Sitzbezugs-, Einrichtungs-, Bekleidungs-, Funktions-, Schutz-,
Sicherheits-, Wand-, Bodenbelags- oder Medizinaltextilie.
22. Verfahren zum Aufarbeiten eines Textilsubstrats nach einem der Ansprüche 1-20, mit
den folgenden Schritten:
Ausführen eines chemischen und/oder physikalischen Verfahren zur Zerstörung der Kettfäden
bzw. Schussfäden (S1 (3) der dritten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und
Schussfäden;
Separieren der Kettfäden (K1 (2), K2(2), K3(2), K4(2), K5(2), K6(2)) und/oder Schussfäden
(S1 (2), S2(2)) der zweiten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden (K1 (1), K2(1),
K3(1), K4(1), K5 (1), K6(1)) und Schussfäden von den Kettfäden und/oder Schussfäden
(S1 (1), S2 (1)) der ersten Teilmenge der Gesamtheit aller Kettfäden und Schussfäden.
23. Verfahren nach Anspruch 22, wobei
die Kettfäden und/oder Schussfäden der zweiten Teilmenge nach dem Separieren getrennt
von den Kettfäden und/oder Schussfäden der ersten Teilmenge entsorgt oder verwertet
werden.