STAND DER TECHNIK
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen flexiblen Schüttgutbehälter aus einem Gewebe
oder einer Folie mit einem befüllbarem Sack und einer Verbindungseinrichtung zur Verbindung
des Behälters mit zumindest einem benachbart angeordneten zweiten Behälter. Die Verbindungseinrichtung
umfasst einen U-förmigen Gewebe- oder Folienfortsatz, in den der Sack des zweiten
Behälters einsetzbar und durch Befestigungsmittel verbindbar ist.
[0002] Gattungsgemäße Schüttgutbehälter sind aus dem Stand der Technik als Big-Bags oder
FIBCs bekannt (Flexible Intermediate Bulk Container) und dienen vornehmlich zum Transport
und zur Lagerung von Schüttgut wie Sand oder Kies auf Baustellen. Typische Schüttgutbehälter
fassen 500 bis 2500 Liter, bedecken die Fläche einer Europalette und sind ca. 0.5
bis 2.5 Meter hoch. Meist wird ein Sack aus Polyester (PES), Polypropylen (PP) oder
Polyethylen (PE) eingesetzt, wobei der Kunststoff als Gewebematerial vorliegt, das
verwebt ist, um eine extrem hohe Reißfestigkeit und Zugbelastbarkeit zu erreichen.
In vielen Fällen bestehen die Säcke aus einem PP-Gewebe, das innen mit einer PP-/Copolymer-/PE-Folie
beschichtet ist, um eine geringe Materialdurchlässigkeit und Schutz vor Feuchtigkeit
zu gewährleisten. Die einzelnen Gewebebahnen werden zu Säcken genäht oder verschweißt,
wobei die Säcke oftmals an ihren Oberseiten Hebeschlaufen und im Sackboden eine Bodenleerungseinrichtung
in Form eines zylinderförmigen Auslaufstützens aufweisen. Mit Hilfe eines Gabelstaplers
oder eines Krans können die bis zu 2 Tonnen schweren Schüttgutbehälter hochgehoben
und durch den Entleerungsstutzen geleert werden. Da diese Behälter leicht befüllt
und entleert werden können, besitzen sie einen vielseitigen Einsatzzweck und werden
nicht nur als Transport- und Lagerbehälter für Schüttgut wie Holzpellets, Mandeln,
Kakaobohnen, Kunststoffgranulat oder Sand- und Kiesschüttmaterial sondern auch Funktionselement
bei einer temporären Absperrung von Flächen und als transportabler Hochwasserschutz
eingesetzt.
[0003] So beschreibt die
DE 10 2005 025 918.9 eine Hochwasserschutzwand mit einer Mehrzahl von befüllbaren aus flexiblen Gewebematerial
bestehenden Säcken, die an Kopplungsseiten miteinander verbunden sind. Die Verbindung
erfolgt mit Hilfe eines an zumindest einer Seitenwand jedes Sacks befestigten Versteifungsstruktur,
die beispielsweise aus Holz, Kunststoff oder Metall besteht. Die Versteifungsstruktur
wird mit einer Versteifungsstruktur eines benachbarten Sacks beispielsweise mittels
Schrauben, Bolzen und ähnlichen verbunden. Nachteilig an dieser Befestigung benachbarter
Säcke ist, dass in der Regel die Säcke nicht beschädigungsfrei entleert werden können.
Es besteht die Gefahr eines Zerreißens des Gewebematerials, da aufgrund des Eigengewichts
des Schüttgutmaterials und der unflexiblen Versteifungsstruktur das flexible Gewebematerial
beim Entleeren oftmals überdehnt und reißt.
[0004] Zur Überwindung dieses Problems wurde in der
DE 10 2008 026 647.7 vorgeschlagen, einen Schüttgutbehälter mit einem U-förmigen flexiblen Schuh zu erweitern,
und in das U-förmige Gewebeteil einen benachbarten Schüttgutbehälter einzusetzen und
mittels Verfestigungsmittel die angrenzenden Sackseitenwände lückenlos miteinander
zu verbinden. Hierdurch kann eine Absperr- oder Begrenzungswand leicht auf- und wieder
abgebaut werden, wobei die Schüttgutbehälter mehrmals wieder verwendet werden können,
da sie sich problemlos voneinander trennen und leicht entleeren lassen. Nachteilig
an dieser Konfiguration lückenlos aneinandergrenzender Behälter ist allerdings, dass
im Einsatz als Hochwasserschutz- oder Absperrwand in einem welligen Gelände mit einem
unebenen Oberflächenprofil die Bodenseiten der aneinander gereihten Schüttgutbehältern
nur schlecht an den Geländeverlauf anpassbar sind. Daher kann es zu Gewebeverspannungen
im Bereich des U-förmigen Gewebefortsatzes und der Seitenwände kommen, dies kann zu
einem Überdehnen oder Reisen der Gewebeflächen führen, so dass die Behälter schnell
verschleißen oder beschädigt werden. Des weiteren ist die Wasserdichtwirkung als Hochwasserschutzwand
ungenügend bei allzu starrer Verbindung der Behälter, und die Wand kann in vertikaler
noch in horizontaler Richtung nicht flexibel ausgerichtet und dem Geländeverlauf optimal
angepasst werden.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, den vorgenannten Schüttgutbehälter derart weiter
zu entwickeln, dass eine verbesserte Anpassung an einen welligen Geländeverlauf, eine
höhere Flexibilität der Ausrichtung einer Reihe von Schüttgutbehältern und eine verlängerte
Lebensdauer der Behälter für einen mehrmaligen Gebrauch erreicht werden kann. Diese
Aufgabe wird durch einen Schüttgutbehälter, einem Verbund von vorkonfektionierten
Schüttgutbehältern, sowie ein Befüllungsverfahren nach den unabhängigen Patentansprüchen
gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0006] In einem ersten erfinderischen Aspekt wird ein flexibler Schüttgutbehälter (Big-Bag,
FIBC ― Flexible Intermediate Bulk Container) aus einem Gewebe oder einer Folie mit
einem befüllbaren Sack und einer Verbindungseinrichtung zur Verbindung eines ersten
Behälters mit zumindest einem benachbart angeordneten zweiten Behälter vorgeschlagen,
wobei die Verbindungseinrichtung einen U-förmigen Gewebe- oder Folienfortsatz umfasst,
in den der Sack des zweiten Behälters einsetzbar und durch Befestigungsmittel verbindbar
ist. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Befestigungsmittel eine beabstandete
Verbindung des zweiten Behälters in eine Längsrichtung des Fortsatzes ermöglicht,
so dass eine Zwischenzone zwischen ersten und zweiten Behälter ausbildbar ist.
[0007] Mit anderen Worten betrifft die Erfindung einen Schüttgutbehälter mit U-förmigen
flexiblen Fortsatz (Schuh), in dem der Sack eines benachbarten Behälters eingesetzt
werden kann, wobei die Befestigungsmittel eine Beabstandung zwischen den angrenzenden
Seitenwänden der beiden Säcke definieren können. In der derart definierten Zwischenzone
kann unabhängig von dem Füllvolumen der Säcke Schüttgutmaterial gleicher oder andersartiger
Zusammensetzung eingefüllt werden. Die Zwischenzone wird erst nach ihrer Ausbildung
und beispielsweise erst nach Befüllung der einzelnen Säcke der Behälter und Einsetzen
der Behälter ineinander befüllt, so dass die beiden Säcke sich optimal dem jeweiligen
Geländerverlauf anpassen können, und die Zwischenzone als Pufferbereich zur Anpassung
und gelenkigen Ausrichtung der benachbarten Behälter sowohl in horizontaler als auch
in vertikaler Richtung gedehnt bzw. gestaucht werden kann. Die Zwischenzone kann eine
Breite von 0 haben, falls ein planare Bodenbeschaffenheit vorliegt, und kann eine
Breite bis fast zur gesamten Längsausdehnung des Gewebefortsatzes haben, falls die
Geländeoberfläche stark gekrümmt ist. Hierdurch wird eine verbesserte Bodenanpassung
sowie eine flexible Ausrichtung einer Absperrwand aus Schüttgutbehältern ermöglicht.
Durch die Erweiterung des Sacks um ein U-förmiges Gewebeteil an mindestens einer Außenwand
des Behältersacks, wobei das Gewebeteil eine Bodenfläche und zwei Seitenflächen umfasst,
kann in den derart gebildeten "Schuh" ein Sack eines benachbarten Behälters eingesetzt
werden, wodurch eine hohe Standfestigkeit des Behälters erreicht werden kann. Bei
der Demontage kommt es zu keinerlei Beschädigungen der angrenzenden Behälter, da beide
Behälter zunächst voneinander getrennt und das in der Zwischenzone eingefüllte Schüttmaterial
aus dem Schuh des ersten Behälters herausrutschen kann. Hiernach kann jeder Behälter
für sich entleert werden. Typischerweise weisen derartige Säcke eine Länge, Breite
und Höhe von etwa 1 m auf und umfassen ca. 0.8 bis 1.5 m
3 Schüttgutmaterial. Der U-förmige Gewebefortsatz kann in diesem Fall eine Länge von
bis zu 950 mm, d.h. fast die Länge einer Sackseitenwand des benachbarten Sacks aufweisen,
so dass der benachbarte Sack fast vollständig im Schuh aufgenommen werden kann. Demgegenüber
sind auch Säcke mit einer nur bis zu 10%-Gewebeüberdeckung der Seitenwand des benachbarten
Sacks denkbar. Die Traglast solcher Schüttgutbehälter liegt oft zwischen 1 bis 2 Tonnen,
insbesondere 1.5 Tonnen. Das Gewebe bzw. die Folie kann wasserdicht oder wasserdurchlässig
gestaltet sein. Aufgrund der Zwischenzone kann eine großflächige und fugendichte horizontale
und vertikale Anpassung an das Gelände und zur Kurvenherstellung für gerade und winkelförmige
Verbindung der Säcke erreicht werden. Insbesondere können alle Säcke gleich groß ausgebildet
sein, jedoch auch verschiedene Größen aufweisen. Ein Befüllen der Säcke kann vor oder
auch nach dem Verbinden der Behälter, d.h. vor oder nach dem Einsetzen in den Schuh
erfolgen.
[0008] Grundsätzlich können die Behälter nach der Aneinanderreihung fest miteinander beispielsweise
mittels vernähen, verschweißen oder verkleben des Gewebefortsatzes mit der Außenseitenwand
des benachbarten Behälters verbunden werden. Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung
können die Befestigungsmittel lösbar, insbesondere als Reißverschluss-, Klett-, Knopf-,
Druckknopf-, Seil-, Klemm-, oder Gurtverbindung ausgebildet und verbindungskomplementäre
Befestigungselemente am Fortsatz des ersten und an der Außenseite des zweiten Behälters
umfassen, wobei bevorzugt ein oder mehrere erste Befestigungselemente an einer Innenseite
des Fortsatzes des ersten Behälters und ein oder mehrere komplementäre zweite Befestigungselemente
an einer Außenseite des zweiten Behälters ausgebildet sind. So kann in vorteilhafter
Weise das Befestigungsmittel als Klettverschluss ausgelegt sein, wobei ein Befestigungselement
als Fläche von Schlingen und ein komplementäres Befestigungselement als Fläche von
Haken ausgebildet sein, bei deren Berührung die Haken sich in den Schlingen verfangen
und somit eine kraftschlüssige, zugfeste und leicht lösbare Verbindung ausbilden.
Es ist vorteilhaft, dass an der Innenseite des U-förmigen Gewebefortsatzes eine Haken-
oder Schlingenfläche ausgebildet ist, und komplementär hierzu an der Außenseite des
Sacks des benachbarten Behälters eine Schlingen-oder Hakenfläche ausgebildet ist.
Nach Einsetzen des zweiten Behälters in den Gewebefortsatz des ersten Behälters können
Haken und Schlingen sich verbinden, um so eine zugbelastbare kraftschlüssige Verbindung
der beiden Säcke herzustellen. Durch eine großflächige Ausführung der Haken- bzw.
der Schlingenseite können verschiedene Abstände für verschieden breite Zwischenzonen
definiert und verschiedene horizontale als auch vertikale Angrenzwinkel der beiden
Behälter realisiert werden. Anstelle von Klettelementen können auch Reißverschluss-,
Knopf- bzw. Druckknopfelemente angeordnet oder Seil-, Klemm- oder Gurtverbindungen
ausgebildet sein, wobei Schlaufen und Seilführungen an einen oder beiden benachbarten
Behälter ausgebildet sein können. Die Befestigungsmittel haben die Aufgabe, die überlappenden
Gewebeteile der benachbarten Behälter kraftschlüssig und zugbelastbar miteinander
lösbar zu verbinden, so dass bei Abbau der Sperrwand ein leichtes und beschädigungsfreies
Entleeren der Behälter und der Zwischenraumbefüllung ohne Zerstörung der Säcke ermöglicht
wird.
[0009] Grundsätzlich kann der Gewebefortsatz eine beliebige Seitenlänge des benachbarten
Sacks umfassen. Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung kann der Fortsatz des
ersten Behälters eine Seitenlänge von 2% bis 100% des Sacks des zweiten Behälters
umfassen. Somit kann der Gewebefortsatz in etwa 2% bis 100%, bevorzugt 30% bis 100%
und insbesondere 50% bis 100% des Sacks des benachbarten Behälters umgreifen, um eine
kraftschlüssige Verbindung herzustellen. Demzufolge kann die Zwischenzone zwischen
0% bis 95% einer Sacklänge einnehmen, wodurch insbesondere starke Verwinkelungen oder
Abknickungen größer 45° zweier Säcke ermöglicht werden können. Dabei ist sicherzustellen,
dass die Befestigungsmittel eine variable Positionierung der Befestigungspunkte ermöglichen,
so dass eine winkelförmige Aneinanderreihung der beiden Säcke mit Befüllung der Zwischenzone
erreichbar ist.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann der Boden und zumindest
eine, insbesondere zwei Seitenwände des Sacks des Behälters einstückig mit dem Fortsatz
ausgebildet sein. Hierdurch lassen sich die Behälter aus einer geringe Menge verschiedener
Gewebeteile günstig und schnell herstellen, wobei eine durchgehende Gewebebahn die
beiden Seitenteile und das Bodenteil eines Sacks sowie die Seiten- und Bodenteile
des U-förmigen Fortsatzes definieren. Ausgehend von der Gewebebahn können die beiden
Seitenteile hochgeklappt und zwei Seitenwände zur Ausbildung des Sacks eingenäht bzw.
eingeschweißt werden. Somit kann eine Massenherstellung der Behälter gewährleistet
somit die Kosten pro Behälter minimiert werden.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung der Erfindung kann der Behälter ein weiteres
Befestigungselement umfassen, das eine Befestigung eines weiteren Behälters in Querrichtung
und/oder horizontal übereinander stapelbar ermöglicht. Soll beispielsweise die Absperrwand
in ihrer Breite verstärkt oder die Höhe der Absperrwand erweitert werden, so kann
in Querrichtung der Wand eine zweite oder mehrere Reihen von Behältern aufgestellt
bzw. zwei oder mehrere Reihen von Behälter übereinander gestapelt werden. Um die einzelnen
Reihen miteinander zu verbinden können weitere Befestigungselemente beispielsweise
Klettverschlüsse, Gurt- oder Knopfverbindungen an den Außenseiten der Säcke und der
Gewebefortsätze angebracht sein, so dass die einzelnen Reihen von miteinander verbundener
Behälter wiederum miteinander verbindbar sind, um eine erhöhte Stabilität und Fixierung
des Behälterverbundes zu erreichen. So können beispielsweise übereinander gestapelte
Behälter mittels einer fortlaufenden Gewebebahn, die durch Knöpfe- Nieten-, Gurt-
oder Klettverschlüsse mit den Außenseiten der Behälter befestigt werden kann, miteinander
verbunden werden, um eine verbesserte Dichtwirkung und Stabilisierung zur Bildung
einer Hochwasserwand zu erreichen.
[0012] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann die Zwischenzone
eine Breite von 2% bis 95% der Längsausdehnung des Fortsatzes des ersten Behälters,
bevorzugt 5% bis 50%, insbesondere 10% bis 30% betragen, wobei bevorzugt die Befestigungsmittel
derart ausgebildet sind, dass zwei oder mehrere verschieden breite Zwischenzonen ausbildbar
sind. Gemäß dieses Ausführungsbeispiels kann der Verbindungsschuh 2% bis zu 100% der
Seitenlänge des Sacks des benachbarten zweiten Behälters, bevorzugt 30% bis 100% und
insbesondere 50% bis 100% der Sacklänge des zweiten Behälters umfassen. Folglich kann
eine Zwischenzone in der Breite von 2% bis 95% der Längsausdehnung des Fortsatzes
des ersten Behälters ausgebildet werden, so dass ein hoher Freiheitsgrad zur Bildung
von horizontalen oder vertikalen Verwinkelungen zwischen den beiden Behältern ermöglicht
wird, bevorzugt verbleibt nach Ausbildung der Zwischenzone zumindest ein kleiner überlappender
Bereich von Schuh und Sackgewebe des benachbarten Behälters. Allerdings kann der Schuh
auch lediglich die Breite der Zwischenzone definieren, so dass der benachbarte Behälter
unmittelbar an den Außenkanten des Schuhgewebes befestigt werden kann, beispielsweise
mittels Reißverschluss oder ähnliches mit den Außenkanten des Schuhs verbunden werden
kann. In diesem Fall erfolgt keine Gewebeüberlappung von Schuh und benachbarten Behälter.
Die in der Zwischenzone aufgenommene Masse an Füllgutmaterial kann gegenüber der in
den Sack zu füllende Masse gering sein, da diese meist beim Auseinanderlösen der Behälter
aus der Zwischenzone herausfließt und nicht ohne weiteres weiter verwendet werden
kann, da sie nicht wie das Schüttgutmaterial, das sich im Sack befindet, mit dem Behälter
hochgehoben und beispielsweise in einen Lkw entleert werden kann.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann der Boden des Sacks rechteckig,
bevorzugt quadratisch ausgebildet sein, wobei der Sack im befüllten Zustand eine im
Wesentlichen kubische Form ausbilden kann, und bevorzugt zumindest eine mit Schüttmaterial
durchsetzbare Innenpaneele zur kubischen Formbildung umfasst, so dass der Sack als
Quadro- oder Bafflebag, insbesondere mit gelochten Paneelen zur Verbesserung der Standfestigkeit
ausbildbar ist. Somit wird vorgeschlagen, eine kubische Form des Sacks zu wählen,
d.h. gleiche Länge wie Breite wie Höhe, wobei die Höhen zwischen 30 cm und 1.50 m
variieren können und dementsprechend die Breiten und Längen angepasst sind. Wird ein
kubisch geformter Sack befüllt, so bildet er sich in der Regel rund aus, da hierdurch
das Oberflächen/Volumen-Verhältnis optimiert wird. Zur Verhinderung des runden Ausbauchens
des flexiblen Sacks wird vorgeschlagen, Innenpaneelen, d.h. über die Inneneckkanten
des Sacks greifende Gewebestücke einzunähen, die ein Ausbuchten des Sacks beim Befüllen
des Sacks verhindern bzw. minimieren und somit eine semi-quadratische oder rechteckige
Querschnittsform des Sacks aufrecht erhalten können. Die Paneelen können Ausnehmungen
in Form von Löchern, insbesondere ellipsen- oder langlochförmige Löcher aufweisen,
um ein Durchrieseln des Schüttgutes zu ermöglichen. Somit können eine Vielzahl von
quadratischen oder rechteckigen Säcken eng aneinander geschmiegt werden, die im wesentlichen
planare Außenoberfläche aufweisen und somit insbesondere zur Bildung eines Hochwasserdammes
eine hohe Dichtwirkung erzielen können. Damit die Innenpaneele bei der Befüllung keinen
störenden Einfluss hat, kann sie schüttgutdurchlässig ausgebildet sein, d.h. insbesondere
langloch- oder ellipsenförmige Paneelenausnehmungen aufweisen, so dass das Füllmaterial
auch in den von der Paneele abgegrenzten Kantenunterraum des Sacks eindringen kann.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Sacköffnung verschließbar,
insbesondere durch eine zusammenrollbare Schürze abdeckbar sein, die als rechteckiger
oder schlauchförmiger Gewebefortsatz verbunden an zumindest zwei, insbesondere jeder
Oberkante der Sacköffnung ausgebildet und im zusammengerollten Zustand mittels Fixiermittel,
bevorzugt Bänder- oder Schnurfixierung befestigbar ist. Hierzu können Fixierbänder
an Innen- und Außenseite des Behältergewebes vernäht oder angeschweißt sein. Eine
Abdeckschürze kann verhindern, dass Schüttgut aus dem Behälter entnommen oder ausgeschwemmt
wird, beispielsweise beim Einsatz als Hochwasserschutzwand durch Wasser weggespült,
oder bei starkem Windaufkommen aufgewirbelt werden kann. Zur vereinfachten Abdeckung
der Sacköffnungen wird vorgeschlagen, einen insbesondere rechteckigen Gewebefortsatz
an zumindest zwei, insbesondere jeder Oberkante der Sacköffnung auszubilden, oder
einen schlauchförmigen Fortsatz umlaufend an jeder Oberkante zu befestigen, und diesen
im ungefüllten Zustand des Sacks zusammen zu rollen und beispielsweise mittels Schnüren,
Gurten oder Bänder zu fixieren. Nach dem Befüllen können die Gewebefortsätze entrollt
und zur Abdeckung der Sacköffnung miteinander verbunden, beispielsweise miteinander
verknotet, mittels Klett- oder Reißverschlüsse, Bänder, Schnüren oder ähnlichem miteinander
verbunden oder andersweitig miteinander befestigt werden.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann der Sackboden ein Bodenentleermittel,
insbesondere eine Sternbodenöffnung und/oder Bodenklappen mit einem Band oder einer
Kordel zur verschließbaren Bodenentleerung des Sacks umfassen. Bekannte Entleerstutzen
sind als zylinderförmige Ausbuchtungen oder als Konusboden bekannt, so dass sich im
befüllten Zustand eine Auswölbung des Entleerstutzens ergibt, wodurch der Sackboden
nicht planar auf dem Untergrund aufsitzt und eine die Bodenabdichtung nur unzureichend
gewährleistet ist. Durch Ausbildung des Bodenentleermittels als Sternbodenöffnung
oder mittels Bodenklappen kann eine planare Standwirkung des Behälterbodens erreicht
werden, so dass eine gute Abdichtung im Grenzbereich zwischen Boden und Behälterunterseite
erzielt werden kann. Durch Lösen eines Verschlussbandes oder einer Kordel kann die
Bodenentleerung geöffnet und das Schüttgut, beispielsweise nach Anheben mittels eines
Krans nach unten entleert werden.
[0016] Gemäß eines zweiten Aspekts der Erfindung wird ein Verbund von zumindest zwei durch
einen Fortsatz verbundene Behälter nach einem der oben ausgeführten Ausführungsbeispiele
vorgeschlagen, wobei der Verbund durch Aufziehen eines ersten Behälters zur Befüllung
entfaltbar ist. Somit wird vorgeschlagen, einen vorkonfektionierten Verbund von zwei
oder mehreren Behältern vorzubereiten, bei denen die einzelnen Säcke durch Einsetzen
und Verbinden der Befestigungselemente in den Schuh des benachbarten Behälters aneinander
gereiht und komprimiert gestapelt sein können. Somit wird insbesondere bei einem schnellen
Aufbau der Behälterreihe ermöglicht, eine hohe Geschwindigkeit der Befüllung ohne
langwieriges Verbinden der benachbarten Behälter zu ermöglichen. Insbesondere für
die Verwendung als Hochwasserschutzwand, bei der es zur Verhinderung von Überschwemmungsschäden
teilweise um wenige Minuten oder Stunden gehen kann, sind eine vorkonfektionierte,
leicht transportable und schnell befüllbare Gestaltung eines Verbunds von Schüttgutbehältern
vorteilhaft. Des Weiteren werden vor Ort die Arbeitsschritte zum Aufbau der Absperrwand
minimiert.
[0017] Gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung wird eine Verwendung zumindest eines Behälters
zur Bildung einer Hochwasserschutzwand, als Spielflächen- oder Fahrbahnbegrenzung,
oder als Hangsicherungsbarriere vorgeschlagen. Der Behälter kann universell zur Ausbildung
einer standsicheren und Seitendruck belastbaren Trenn- oder Absperrwand herangezogen
werden. Exemplarisch ist der Einsatz als Hochwasserschutzwand vorgeschlagen, in dem
das Schüttgutmaterial und das Gewebe ein Durchfließen von Wasser verhindern kann.
Temporär können Spielflächen für ein Fussball-oder Tennisspiel abgegrenzt werden oder
beispielsweise bei Motorsport-oder Radveranstaltungen Fahrbahnen begrenzt werden.
Aufgrund der hohen Seitendruckbelastbarkeit der miteinander verbundenen Behälter kann
bei Gefahr des Abrutschens eines Hangs eine temporäre Hangsicherungsbarriere mittels
der Behälterwand schnell und einfach aufgebaut und nach durchgeführter Hangsicherung
wieder abgebaut werden. Hierzu sind nur wenige Arbeitsgeräte, beispielsweise ein Bagger
und ein Mischer-LKW notwendig.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der obigen Verwendungsmöglichkeiten sind
die Behälter derart ausgeformt, dass sie aufeinander stapelbar und bevorzugt mittels
Stapelverbindungsmittel, insbesondere durch eine Folien- oder Gewebebahn miteinander
verbindbar sind. Durch die Stapelbarkeit kann eine beliebig große Höhe der Trennwand
erreicht werden, wobei durch eine Verbindung mittels Stapelverbindungsmittel eine
hohe Seitendruckfestigkeit sowie Abdichtwirkung erreicht werden kann. Das Stapelverbindungsmittel
kann als Folie- oder Gewebebahn, bevorzugt aus demselben Material wie die einzelnen
Behälter bestehen, und kann mittels Befestigungsmittel wie Klettverschluss, Knopf-,
Druckknopf-, Band- oder Gurtverbindung die einzelnen Behälterreihen und Behälter miteinander
verbinden.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann ein Verfahren zur Befüllung zumindest
eines, insbesondere zweier oder mehrerer jeweils durch einen Fortsatz verbundene Behälter
nach einem der obigen Ausführungsbeispiele ausgeführt werden, wobei die Behälter zur
Fixierung in einem geöffneten Zustand der Säcke mittels Sackhebemittel, insbesondere
Hebeschlaufen in eine Befüllungsvorrichtung, insbesondere in ein Befüllungsstabtragwerk
gehängt werden, die Säcke mit Schüttgut wie Sand, Kies, Tonerde, Abraum befüllt werden,
und die Befüllungsvorrichtung zur Befüllung weiterer Säcke verschoben wird. Somit
wird vorgeschlagen, eine Befüllungsvorrichtung zur Befüllung zweier oder mehrere miteinander
verbundener Behälter derart auszugestalten, dass die Behälter mittels Sackschlaufen
in das Stabtragwerk eingehängt werden und somit in einer geöffneten Position verbleiben,
in der das Schüttgut in die einzelnen Säcke und die Sackzwischenzonen gefüllt werden
kann. Danach können die Säcke aus dem Tragwerk gelöst, und das Stabtragwerk abgebaut
bzw. verschoben werden, um weitere Säcke zu befüllen. Hierdurch ist eine hohe Befüllungsgeschwindigkeit
und damit Aufbaugeschwindigkeit der Trenn- bzw. Absperrwand möglich.
[0020] In einer vorteilhaften Weiterbildung des obigen Verfahrens kann als Schüttgut zumindest
zur Befüllung der Zwischenzone Schüttgutmaterial mit hoher flüssigkeitssperrender
und/oder quellfähiger Wirkung, insbesondere hydrophober Sand, Tonerde, Quellmittel
auf chemischer Basis oder eine Mischung davon, eingesetzt werden. In der Zwischenzone
zwischen den Säcken der benachbarten Behälter wird vorgeschlagen, ein besonderes und
anderes Füllmaterial als zur Befüllung der Säcke einzusetzen, dass insbesondere für
den Einsatz als Hochwasserschutzwand eine flüssigkeitssperrende und quellfähige Wirkung
bietet. Hierzu bietet sich neben hydrophoben Sand und Tonerde Quellmittel auf chemischer
Basis an, beispielsweise pulverförmiges aufquellendes chemisches Material, beispielsweise
quellfähige Polymere wie Polyacrylamid. Auch können Na- oder Ca-Bentonit, Anhydrid
oder quellfähige Tonmineralien eingesetzt werden. Somit wird sichergestellt, dass
im Zwischenraum kein Wasser ein- bzw. durchdringen kann, da die Schüttgutkonzentration
geringer als in den Säcken ist.
[0021] Schließlich wird in einem weiteren Ausführungsbeispiel des obigen Füllverfahrens
vorgeschlagen, dass eine Entleerung der Behälter zur Wiederverwendung durch Öffnung
des Bodenentleermittels im Sackboden sowie Trennung der Befestigungsmittel miteinander
verbundener Behälter erfolgen kann. So kann beispielsweise durch Anheben von zwei
oder mehreren Behältern die Bodenentleerungsmittel der Säcke geöffnet und somit das
Schüttgut aus den Säcken entleert werden. Im angehobenen Zustand kann das in der Zwischenzone
verfüllte Material beim Trennen der Befestigungselemente der beiden Behälter aus dem
U-förmigen Gewebefortsatz heraus fließen. Nach vollständigem Entleeren des Behälters
kann dieser verpackt und zur weiteren Verwendung aufbewahrt bzw. gestapelt in einem
vorkonfektionierten Behälterverbund verstaut werden. Somit ergibt sich eine universell
wieder einsetzbare, schnell auf- und wieder abbaubare Trennwand, die insbesondere
für den Hochwasserschutz im Bereich eines unebenen, welligen Gelände anpassbar ist
und eine hervorragende Absperrwirkung gegen Wasser ermöglicht.
ZEICHNUNGEN
[0022] Weitere Vorteile ergeben sich aus der vorliegenden Zeichnungsbeschreibung. In der
Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die
Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann
wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schüttgutbehälters;
- Fig. 2
- eine Aneinanderreihung dreier Behälter zur Bildung einer Ab-
- Fig. 3
- sperrwand gemäß einer Ausführungsform der Erfindung; eine weitere Ausführungsform
eines Schüttgutbehälters gemäß der Erfindung;
- Fig. 4
- schematisch ein Verbinden zweier benachbarter Behälter gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 5
- eine Detaildarstellung einer Innenpaneelverstrebung zum Formerhalt eines Sacks einer
Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 6
- ein Herstellverfahren zur Herstellung eines Schüttgutbehälters gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 7
- eine Ausgestaltung eines Bodenentleermittels gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 8
- eine Ausgestaltung einer Abdeckschürze zur Abdeckung einer Sacköffnung gemäß einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 9
- zwei übereinander gestapelte Reihen von Schüttgutbehältern gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 10
- schematisch eine Befüllungsvorrichtung zur Befüllung von aneinander gereihten Schüttgutbehältern
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 11
- ein Verbund vorkonfektionierter Schüttgutbehälter gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung.
[0024] In den Figuren sind gleiche oder gleichartige Komponenten mit gleichen Bezugszeichen
beziffert.
[0025] Die Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schüttgutbehälters,
der einen Sack 12 und eine Verbindungseinrichtung 14 umfasst. Der Sack 12 kann ein
herkömmlicher FIBC bzw. Big-Bag sein. An einer Seitenwand 26 ist ein Gewebefortsatz
16 als Verbindungseinrichtung 14 angeschlossen, der einen U-förmigen "Schuh" ausbildet.
In diesem U-förmigen Gewebefortsatz 16 kann ein benachbarter Behälter 10 eingesetzt
werden. In den beiden Innenseitenflächen des Gewebefortsatzes 16 sind Befestigungsmittel
18 angeordnet, die eine kraftschlüssige und zugfeste Verbindung zu einem Sack 12 eines
benachbarten Behälters 10 herstellen können. Die Befestigungsmittel 18 können zwei-
oder mehrteilig aufgebaut sein und Befestigungselement 22a umfassen, die in komplementäre
Befestigungselemente 22b, die an einer Sackaußenfläche des benachbarten Behälters
10 angeordnet sind, befestigt werden können. Besonders bevorzugt können die Befestigungsmittel
18 als Klettverschlüsse 58, insbesondere als Haken- 60 und Schlingenseite 62 der Klettverschlüsse
58 ausgebildet sein. Die Klettverschlüsse 58 können als Hackenflächen 60 an der Öffnungsoberkante
36 des U-förmigen Gewebefortsatzes 16 horizontal sowie am längsseitigen Ende des Gewebefortsatzes
16 vertikal bis zur Bodenfläche des U-förmigen Gewebefortsatzes 16 ausgebildet sein.
Dementsprechend befinden sich auf der Außenfläche des Sacks 12 komplementäre Befestigungselemente
22b, die beispielsweise als Schlingenseite 62 des Klettverschlusses 58 ausgebildet
sein können. Zur Einstellung zweier oder mehrerer beliebiger Abstände einer Zwischenzone
können zwei oder mehrere parallele vertikale Streifen der Befestigungselemente 22b
an der Außenseitenwand des Sacks 12 angeordnet sein. Hierdurch lassen sich zwei oder
mehrere, insbesondere beliebige Breiten der Zwischenzone 20 ausbilden. An den Oberkanten
des Sacks 12 sind Sackhebemittel 44 in Form von Hebeschlaufen 46 angeordnet, durch
die beispielsweise mit Hilfe eines Gabelstaplers, eines Krans oder ähnlichen der leere
bzw. befüllte Sack offen gehalten und angehoben werden kann. Nicht dargestellt ist
ein Bodenentleerungsmittel am Boden des Sacks 12, durch das im angehobenen Zustand
Schüttgut aus dem Sack 12 entleert werden kann. Das in der Zwischenzone eingefüllte
Schüttgut kann durch Trennen der Befestigungsmittel aus der Zwischenzone herausrutschen.
[0026] Die Fig. 2 zeigt eine Hochwassertrennwand 80, die durch einen Verbund von drei Schüttgutbehältern
10 ausgebildet ist, die an einer Reihe angeordnet sind und jeweils beabstandet durch
Zwischenzonen 20 miteinander verbunden sind. Der erste Sackgutbehälter 10 auf der
linken Seite der Fig. 2 weist an seinen Außenkanten Befestigungsmittel 18 als Befestigungselemente
22b, die als Schlingenseite 62 einen Klettverschlusses 58 ausgebildet sind, auf. Durch
zwei vertikalen Klettverschlussstreifen können zumindest zwei verschiedene Abstände
der Zwischenzone 20 ausgebildet werden, beispielsweise eine benachbarte dichte Aneinanderreihung
der Behälter und eine Aneinanderreihung mit einer Zwischenzone, die 20% einer Sackbreite
beträgt. Anstelle von zwei vertikalen Streifen kann ein breiter vertikaler Streifen
ausgebildet sein. Der rechts in der Fig. 2 dargestellte zuletzt eingesetzte Sack 10
weist einen U-förmigen Gewebefortsatz 16 auf, in den ein weiterer Sack eingesetzt
werden kann. In der Innenseite des Gewebefortsatzes 16 ist horizontal an der Öffnungsoberkante
36 sowie vertikal am Längsende des Gewebefortsatzes 16 ein Befestigungselement 22a
als Kletthackenstreifen 60 angeordnet. Selbstverständlich kann an der Innenfläche
des Gewebefortsatzes 16 die Befestigungselemente 22 auch derart angeordnet sein, dass
ein beliebiger oder mehrstufig einstellbarer Abstand der Zwischenzone 20 ausgebildet
werden kann. Mittels Sackhebemittel 44 in Form von Hebeschlaufen 46 kann beim Abbau
der Trennwand ein Sackbehälter 10 aus dem anderen herausgehoben und die Befestigungselemente
22 voneinander gelöst werden, jedoch ist auch denkbar, zwei oder mehrere Behälter
10 gleichzeitig anzuheben und deren Schüttgut durch nicht dargestellte Bodenentleerungsmittel
aus den Säcken 12 zu entleeren, sowie beim Auftrennen der Befestigungsmittel 18 das
Material der Zwischenzonen 20 aufzufangen..
[0027] Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Behälters 10,
der einen Sack 12 sowie eine Verbindungseinrichtung 14 in Form eines Gewebefortsatzes
16 aufweist. Die Gestaltung und Art der Befestigungsmittel 18 entsprechen denen in
Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen. An den Öffnungsoberkanten 36 der
Sacköffnung 30 des Sacks 12 sind Verschlussgewebefortsätze 32 in Form von Verschlussschürzen
34 angenäht, die zusammengerollt und durch Fixiermittel 66 in Form von Schnüren oder
Bändern befestigt sind. Nach Befüllung des Sacks 12 können die Fixiermittel 66 gelöst
und die Verschlussschürzen 34 zum Verschluss der Sacköffnung 30 miteinander verbunden
werden. Auch ist denkbar, eine oder mehrere weitere Verschlussschürzen zur Abdeckung
einer Zwischenzone vorzusehen, die beispielsweise mit einer Verschlussschürze eines
benachbarten Behälters verbunden werden kann. Somit kann bei Überflutung einer Hochwasserschutzwand
oder bei Regen ein Eindringen von Wasser durch die Sacköffnung 30 verhindert und ein
Ausschwemmen des Schüttgutmaterials ausgeschlossen werden. Im Inneren des Sacks 12
sind Innenpaneelen 64 jeweils diagonal in den vier Sackecken flexibel eingenäht, die
im befüllten Zustand des Sacks 12 eine formerhaltende Funktion bewirken, so dass der
Sack 12 in einer im Wesentlichen rechteckigen bzw. quadratischen Form gehalten werden
kann, um planare Anlegeflächen gegenüber den benachbarten Säcken auszubilden, diese
Ausführung entspricht einer Quadro- bzw. Bafflebag-Ausgestaltung.
[0028] In der Fig. 4 ist schematisch das Zusammenfügen zweier benachbarter Schüttgutbehälter
10 dargestellt, wobei sich die Ausgestaltung des Schüttgutbehälters 10 nach dem in
Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel richtet. Die beiden Behälter 10 werden durch
das Einsetzen des Sacks 12 eines Behälters in den Gewebefortsatz 16 des anderen Behälters
und verbinden der Befestigungsmittel 18 bewirkt. Hierbei befinden sich nicht nur in
der Innenseite des Gewebefortsatzes 16 vertikale und horizontale Befestigungsmittel
18, sondern auch an den sich gegenüber liegenden Seitenaußenwänden der Behälter 10
Befestigungsmittel 18, die nur im Fall eines lückenlosen Aneinanderreihens zweier
Behälter 10 ohne Ausbildung einer Zwischenzone die Sackseitenwände 26 der beiden Säcke
12 der benachbarten Behälter 10 trennbar miteinander kraftschlüssig verbinden können.
Mittels Innenpaneelen 64 wird im befüllten Zustand der Säcke 12 eine im Wesentlichen
rechteckige bzw. quadratische Füllform des Sacks 12 aufrechterhalten. Durch die besondere
Ausgestaltung der Befestigungselemente 22b an der Außenseite des Sacks 12 können zwei
oder mehrere verschiedene Breiten der Zwischenzone 20 eingestellt werden.
[0029] Die Figs. 5a, 5b zeigen die Ausgestaltung von Innenpaneelen 64 zur Formerhaltung
der befüllten Säcke 12 eines Behälters 10 eines Ausführungsbeispiels. In der Fig.
5a ist eine schematische Draufsicht auf eine Ausführungsform eines Schüttgutbehälters
10 darstellt. Dieser besteht aus einem Sack 12 und einem Gewebefortsatz 16 als Verbindungseinrichtung
14. An der Innenseite des Gewebefortsatzes 16 sind zweiteilige Befestigungsmittel
18 angeordnet, die zur kraftschlüssigen Befestigung mit einem benachbarten Behälter
10 dienen. Diese können beispielsweise als Hakenseite 60 eines Klettverschlusses 58
ausgebildet sein. Des Weiteren können bei einer dichten Beabstandung zweier benachbarter
Behälter 10 an einer Seitenwand 26, die von dem Gewebefortsatz 16 umschlossen ist,
ein weiteres Befestigungsmittel 18 angeordnet sein, um aneinander grenzende Seitenwände
der Behälter 10 miteinander kraftschlüssig zu verbinden. Schematisch dargestellt am
Boden 24 des Sacks 12 ist ein Bodenentleerungsmittel 38, durch das Schüttgut nach
dem Befüllen wieder entleert werden kann.
[0030] Durch das Befüllen des rechteckförmigen Sacks 12 kann dieser ausbuchten und eine
runde Außenform annehmen. Zur Aufrechterhaltung der im Wesentlichen rechteckigen Form
sind Innenpaneelen 64 diagonal in die Außenkanten des Sacks 12 eingenäht, wobei eine
Innenpaneele 64, wie in Fig. 5b dargestellt, ovalförmige Paneelenausnehmungen 68 umfasst,
durch die das Schüttgut bis zu den Innenkanten des Sacks 12 durchdringen kann, um
eine homogene Befüllung des Sackinneren zu gewährleisten.
[0031] In der Fig. 6 ist schematisch ein Verfahren zur Herstellung eines Ausführungsbeispiels
eines Behälters 10 dargestellt. So zeigt Fig. 6a eine flächige flexible Gewebebahn
42, aus der Seitenwände des Sacks 12 sowie der U-förmige Gewebefortsatz 16 einstückig
ausgebildet werden können. In Fig. 6b ist dargestellt, wie die Gewebebahn 42 zur Ausbildung
der Seitenwände 26 des Sacks , des Sackbodens 24 sowie zur Ausbildung des U-förmigen
Schuhs hergerichtet werden kann. In Fig. 6c ist dargestellt, dass eine Vorder-und
Rückwand 70 in die Gewebebahn 42 zur Definition des Sacks 12 eingenäht, eingeklebt
oder eingeschweißt werden kann, und dass Befestigungsmittel 18 in den U-förmigen Gewebefortsatz
16 eingearbeitet werden können, um einen erfindungsgemäßen Behälter 10 auszubilden.
[0032] Fig. 7 stellt die Unterseite 24 eines Behälters 10 dar, in der ein Bodenentleerungsmittel
38 in Form einer verstärkten Bodenauslassöffnung 72, die mittels einer eingenähten
Schnur oder Kordel 74 verschließbar ist, versehen ist. Das Bodenentleerungsmittel
38 dient während der Demontage einer Absperrwand, die aus einer Aneinanderreihung
von Behältern 10 gebildet ist, zum Entleeren des im Sack 12 befindlichen Schüttgutes,
so dass der Sack 12 sowie das Schüttgut wieder verwendet werden können.
[0033] In der Fig. 8 ist schematisch ein schlauchförmiger Verschlussgewebefortsatz 32 in
Form rechteckiger und miteinander vernähter Verschlussschürzen 34, die mit den Öffnungsoberkanten
36 der Sacköffnung 30 eines Behälters 10 verbunden sind, dargestellt. Die Verschlussschürzen
34 können mittels Fixiermittel 66, beispielsweise Schnüren, Bänder oder Gurten an
den Oberkanten 36 in zusammengerollter Form fixiert, das Schüttgut eingefüllt und
nach Befüllen des Sacks 12 der Verschlussgewebefortsatz 32 zum Abdecken der Sacköffnung
30 verschlossen und beispielsweise verknotet werden, um bei Regen oder überspülen
der Absperrwand ein Herausschwemmen des Schüttgutmaterials zu verhindern. An den Ecken
der Sacköffnung 30 sind Sackhebemittel 44 in Form von Hebeschlaufen bzw. Hebebändern
46 angebracht, mittels derer der Behälter 10 angehoben und entleert bzw. befüllt werden
kann.
[0034] Fig. 9 zeigt schematisch zwei Reihen aufeinander gestapelter und miteinander verbundener
Schüttgutbehälter 10 zur Bildung einer erhöhten Hochwassertrennwand 80, die mittels
U-förmiger Gewebefortsätze 16 und ausgebildeten Zwischenzonen 20 miteinander verbunden
sind. Eine derartige Konfiguration von aufeinander gestapelten Behältern 10 kann zur
Erhöhung einer Absperrwand, beispielsweise einer Hochwasserschutzwand bei steigendem
Wasserpegel eingesetzt werden. Zur Verstärkung der Verbindung von erster und zweiter
horizontaler Stapelreihe kann eine großflächige Gewebebahn 42 eingesetzt werden, die
an den Seitenwänden der Behälter mittels weiteren Befestigungselementen 28, beispielsweise
Klettverschlüssen kraftschlüssig angebracht werden kann. Die Gewebebahn 42 kann ein
Durchdringen von Wasser durch die Spalte zwischen erster und zweiter Behälterreihe
verhindern bzw. das Ausschwemmen von Schüttgutmaterial unterbinden.
[0035] In Fig. 10 ist schematisch ein Verfahren zum Befüllen einer Reihe von miteinander
verbundener Behälter 10 dargestellt. Zunächst werden leere Behälter 10 durch Einsetzen
in einen U-förmigen Gewebefortsatz 16 bereits befüllter Behälter 10 miteinander verbunden
und deren Hebeschlaufen 46 in ein Befüllungsstabtragwerk 82 einer Befüllungsvorrichtung
48 eingehängt. Das Befüllungsstabtragwerk 82 ist als Befüllungsschlitten 50 ausgeführt,
der durch Schlittenkufen 84 leicht auf einem Untergrund verschoben werden kann. Jeweils
vier Behälter 10 können gleichzeitig in den Befüllungsschlitten 50 gehängt und befüllt
werden. Die Hebeschlaufen 46 können mittels flexiblen Expanderseilen oder ―bändern
98 über Hängerohre 88 gezogen und an Befestigungsrohren 86 verzurrt werden, so dass
der Boden der Behälter 10 ca. 5 bis 20 cm freischwebend über dem Untergrund gehalten
wird. Somit werden die Säcke 12 und die Zwischenzonen 20 zur Befüllung ausgerichtet,
so dass eine Befüllung beispielsweise mittels einem Mischer-LKW, einer Baggerschaufel,
händisch durch Schippen oder ähnliches erfolgen kann. Der Schlitten 50 richtet die
Säcke aus und fixiert während des Befüllungsvorgangs die Sacköffnungen, so dass Schüttgutmaterial
52 in das Sackinnere sowie flüssigkeitssperrendes Schüttgutmaterial 54 in die Zwischenzone
20 eingefüllt werden kann. Nachdem die in der Befüllungsvorrichtung 48 befindlichen
Behälter 10, beispielsweise zwei, drei oder mehrere miteinander verbundene Behälter
10, die durch den Schlitten 50 aufgerichtet sind, befüllt sind, können die Expanderseile
98 gelöst und der Schlitten 50 verschoben werden, um weitere angereihte Behälter 10
zu befüllen. Der Schlitten 50 umfasst zwei Seitenteile, die mittels Verstrebungsrohre
oder -stäbe 92 als Querverbindungen miteinander verbunden sind. Das Rohr kann hohl
sein, oder als Stange ausgebildet sein. Jedes Seitenteil umfasst ein Kopf- und Endsegment
94 und ein oder mehrere Zwischensegmente 96. Kopf- und Endsegement 94 können identisch
und einstückig ausgeführt sein. Kopf- und Endsegment 94 können auch mehrteilig ausgeführt
und zusammensteck- oder schraubbar sein. Die Zwischensegmente 96 können aus einzelnen
runden oder rechteckigen Rohren oder Stäben bestehen, die mittels Verbindungsmittel
90, beispielsweise Verbindungshülsen, Schraubverbindungsmittel, Quetschadapter oder
ähnlichem mit den Kopf- und Endsegmenten 94 verbunden sein können.
[0036] In der Fig. 11 ist ein Behälterverbund 56 von mehreren durch Befestigungsmittel miteinander
verbundenen zusammengefalteten Behälter 10 dargestellt, die in einem hochkompakt komprimierten
Zustand vorkonfektioniert sein können. Durch Auseinanderziehen eines ersten Behälters
10 am Gewebefortsatz 16 faltet dieser sich auf, wobei die Innenpaneelen 64 ein selbst
stabilisierendes und formgebendes Auffalten des Sacks 12 bewirken. Die Bodenentleerungsmittel
38 sind in der Regel für eine Befüllung verschlossen, so dass die bereits aufgezogenen
Behälter 10 in eine in Fig 10 dargestellte Befüllungsvorrichtung 48 eingehängt und
befüllt werden können. Durch Vorkonfektionierung mehrerer miteinander verbundener
Behälter 10 in einem Behälterverbund 56 kann ein problemloses Befüllen, beispielsweise
zum schnellen Aufbau einer Hochwasserschutzwand ermöglicht werden.
[0037] Die Fig. 12 stellt den Füllschlitten 50 der Fig. 10 im Detail dar. Dieser dient als
Befüllungsvorrichtung 48 zur Stabilisierung der verbundenen Behälter 10 während eines
Befüllungsvorgangs mit Schüttgut. Der Füllschlitten 50 ist als Stabtragwerk 82 aufgebaut
und umfasst zwei Seitenteile, die mittels Querrohre oder -stäbe als Querverstrebungen
92 miteinander verbunden sind. Die einzelnen Rohre bzw. Stäbe des Tragwerks 82 können
rund, elliptisch oder rechteckig ausgeformt sein. Der Schlitten 50 ist für die gleichzeitige
Aufnahme von drei miteinander verbundenen Behälter 10 konzipiert, er kann jedoch durch
Wegnahme oder Hinzufügung von Zwischensegmenten 96 auch für ein, zwei oder mehrere
Behälter 10 konfektioniert werden. Jedes Seitenteil umfasst ein Kopf- und Endsegment
94, dass eine gebogene oder abgewinkelte Form eines Kufens 84 ausbildet, sowie kein,
ein oder mehrere Zwischensegmente 94, die eine gerade Kufenform ausbilden. Die Kufen
84 können über den Untergrund nach Befüllung der eingehängten Behälter 10 verschoben
werden. Jedes Seitenteil umfasst eine oberes Hängerohr 88, über das Hebeschlaufen
46 eines eingehängten Sacks 12 gezogen werden können, und ein Befestigungsrohr 86
oder Befestigungsösen, die beispielsweise an den vertikalen Rohren oder Stäben oder
an dem Kufenrohr 84 angebracht sein können, an denen die Hebeschlaufen 46 mittels
elastischen Befestigungsmittel, beispielsweise Expanderseile 98 mit Haken angehängt
werden können. Die Höhe des Hängerohres 88 gegenüber dem Kufenrohr 86 ist an die Sackhöhe
derart angepasst, dass nach Einhängen des leeren Sacks 12 dieser freischwebend über
der Oberfläche auspendeln kann, und sich während des Befüllungsvorgangs aufgrund der
Elastizität der Befestigungsmittel 98 auf dem Boden absetzt. Die Höhe der Seitenteile
richtet sich demnach nach der Höhe der zu verwendenden Behälter 10, allerdings können
kleinere Behälter durch längere Expanderseile ebenfalls befüllt werden. Hierbei muss
der Schlitten 50 bzw. die Befüllungsvorrichtung 48 nicht dafür ausgelegt sein, das
Gesamtgewicht eines gefüllten Sacks 12 zu tragen, sondern lediglich genug Stabilität
aufweisen, um ungefüllte Behälter 10 zur Befüllung auszurichten. Der Abstand zwischen
Hängerohr 88 und Kufenrohr 84 kann variabel, beispielsweise teleskopisch oder mittels
Verlängerungsschienen verändert werden. Hierzu können einstellbare Teleskopverbindungen
oder längsveränderliche Verbindungsmittel in den Vertikalrohren oder -stäben angeordnet
sein. Die einzelnen Rohre/Stäbe der Zwischensegmente 96 können mittels Verbindungsmittel
92, beispielsweise Befestigungsschellen, Schraubverbindungen, Befestigungsadapter
etc. lösbar mit den Kopf- und-/oder Endsegmenten 94 verbunden werden. Das Kopf- und
Endsegment 94 kann bevorzugt einstückig ausgebildet sein, beispielsweise aus zusammengeschweißten
Rohren bestehen. aber auch aus Einzelteilen zusammensetzbar sein. Aufgrund des Gewichtsfaktors
bestehen das Stabtragwerk 82 bevorzugt aus Aluminium- oder Stahlrohren. Durch die
Kurvenform kann eine schnelle Befüllung der Behälter 10 auch bei aufgeweichten, matschigen
Untergründen schnell und effizient erfolgen. Die Kufen 84 können verbreitert ausgeformt
sein, oder mit Holzkufen oder ähnlichem beschlagen sein. Der Schlitten 50 ist in Einzelteile
zerlegbar, wobei lediglich die Kopf- und Endsegmente 96 nicht zerlegbar ausgeführt
sein können. Somit kann der Schlitten 50 mit einem Verbund von leeren Behälter 10
in einem kleinräumigen Fahrzeug transportiert und zum Aufbau einer Hochwasserschutzwand
auch durch Personen getragen und in kurzer Zeit befüllfertig aufgebaut werden. Aufgrund
der Schlittenform kann das Befüllungstragwerk 82 auch über unwegsames Gelände geschoben
werden.
[0038] Schließlich zeigt Fig. 13 ein Querschnitt durch eine Befüllungsvorrichtung 48 in
Form des in Fig. 12 dargestellten Befüllungsschlittens 50 mit einem befüllfertigen
Behälter 10, dessen Sack 12 in der Schnittdarstellung in dem Stabtragwerk 82 des Schlittens
50 eingehängt ist. Der Sack 12 wird mit Schüttgut 52 befüllt, dass sich am Boden 24
des Sacks 12 sammelt. Das Bodenentleerungsmittel 38, das flach ausgebildet ist, ist
in einem geschlossenen Zustand. Hebeschlaufen 46 als Sackhebemittel 44 sind über die
oberen Hängerohre 88 des Schlittens 50 geführt, und mittels elastischer Expanderseile
98, die auf beiden Seiten Haken aufweisen, an den unteren Befestigungsrohren 86 angehängt.
Die Kufen 84 des Schlittens 50 sitzen auf dem Untergrund auf. Haltebänder als Fixiermittel
66 an der Innen- und Außenseitenwand 26 dienen dazu, einen schlauchförmigen Gewebefortsatz
32 an der Oberkante des Sacks 12 im zusammengerollten Zustand zu fixieren. Der Abstand
zwischen Hängerohr 88 und Kufenrohr 84 ist derart an die Höhe des Behälters angepasst,
dass ein Schwebeabstand d ermöglicht, dass der Behälter 10 freischwebend in dem Tragwerk
82 auspendeln kann, und der Sackboden 24 sich während des Befüllungsvorgangs aufgrund
der Elastizität der Expanderseile 98 auf dem Untergrund absetzen kann. Die Expanderseile
98 sind dabei unter Spannung. Die Befüllungsvorrichtung 48 richtet die Oberkanten
der Seitenwände 26 des Sacks 12 zur schnellen Befüllung aus. Der Befüllungsschlitten
50 ist modular aufgebaut und kann leicht und bevorzugt werkzeugfrei beispielsweise
durch werkzeugfrei schließ- und lösbare Verbindungsmittel 90 zusammen- und auseinander
gebaut werden. Durch ihn ist ein effizientes und schnelles Befüllen der Behälter 10
für den Aufbau einer Trennwand, bspw. Hochwasserschutzwand 80 möglich. Er kann durch
eine Person im auseinander gebauten Zustand transportiert werden. Durch die schlittenartige
Fortbewegung kann eine vertikale und horizontale Ausrichtung und Befüllung einer Kette
von miteinander verbundenen Behältern 10 auch in schwer begehbaren und sumpfigen Gelände
nur durch eine oder zwei Personen ermöglicht werden.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 10
- Behälter
- 12
- Sack
- 14
- Verbindungseinrichtung
- 16
- Gewebefortsatz
- 18
- Befestigungsmittel
- 20
- Zwischenzone
- 22
- Befestigungselement
- 24
- Sackboden
- 26
- Sackseitenwand
- 28
- Weiteres Befestigungselement
- 30
- Sacköffnung
- 32
- Verschlussgewebefortsatz
- 34
- Verschlussschürze
- 36
- Öffnungsoberkante
- 38
- Bodenentleermittel
- 40
- Stapelverbindungsmittel
- 42
- Gewebebahn
- 44
- Sackhebeemittel
- 46
- Hebeschlaufen
- 48
- Befüllungsvorrichtung
- 50
- Befüllschlitten
- 52
- Schüttgut
- 54
- flüssigkeitssperrendes Schüttgutmaterial
- 56
- Behälterverbund
- 58
- Klettverschluss
- 60
- Klettverschluss ― Hackenseite
- 62
- Klettverschluss - Schlingenseite
- 64
- Innenpaneele
- 66
- Fixiermittel
- 68
- Paneelenausnehmung
- 70
- Vor- und Rückwand
- 72
- Bodenaußlassöffnung
- 74
- Verschlusskordel
- 80
- Hochwassertrennwand
- 82
- Stabtragwerk
- 84
- Schlittenkufen
- 86
- Befestigungsrohre
- 88
- Hängerohre
- 90
- Verbindungsmittel
- 92
- Verstrebungsrohre
- 94
- Schlitten-Kopfsegment
- 96
- Schlitten-Zwischensegment
- 98
- Expanderseil
1. Flexibler Schüttgutbehälter (Bigbag, FIBC) (10) aus einem Gewebe oder einer Folie
mit einem befüllbaren Sack (12) und einer Verbindungseinrichtung (14) zur Verbindung
eines ersten Behälters (10a) mit zumindest einem benachbart angeordneten zweiten Behälter
(10b), wobei die Verbindungseinrichtung (14) einen U-förmigen Gewebe- oder Folienfortsatz
(16) umfasst, in den der Sack (12) des zweiten Behälters (10b) einsetzbar und durch
Befestigungsmittel (18) verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (18) eine beabstandete Verbindung des zweiten Behälters (10b)
in eine Längsrichtung des Fortsatzes (16) ermöglichen, so dass eine Zwischenzone (20)
zwischen ersten und zweiten Behälter (10a, 10b) ausbildbar ist.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (18) lösbar, insbesondere als Klett-, Knopf-, Druckknopf-,
Seil-, Klemm- oder Gurtverbindung ausgebildet und verbindungskomplementäre Befestigungselemente
(22) am Fortsatz (16) des ersten und zweiten Behälters (10) umfassen, wobei bevorzugt
ein erstes Befestigungselement (22) an einer Innenseite des Fortsatzes (16) des ersten
Behälters (10a) und ein komplementäres zweites Befestigungselement (22) an einer Außenseite
des zweiten Behälters (10b) ausgebildet ist.
3. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (16) des ersten Behälters (10a) eine Seitenlänge von 2% bis 100% des
Sacks (12) des zweiten Behälters (10b) aufweisen.
4. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (24) und zumindest eine, insbesondere zwei Seitenwände (26) des Sacks (12)
des Behälters (10) einstückig mit dem Fortsatz (16) ausgebildet sind.
5. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (10) ein weiteres Befestigungselement (28) umfasst, das eine Befestigung
eines weiteren Behälters (10) in Querrichtung und/oder übereinander stapelbar ermöglicht.
6. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenzone (20) eine Breite von 2% bis 95% der Längsausdehnung des Fortsatzes
(16) des ersten Behälters (10a), bevorzugt 5% bis 50%, insbesondere 10% bis 30% der
Längsausdehnung des Fortsatzes (16) beträgt, wobei bevorzugt die Befestigungsmittel
(18) derart ausgebildet sind, dass zwei oder mehrere verschieden breite Zwischenzonen
(20) ausbildbar sind.
7. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (24) des Sacks (12) rechteckig, bevorzugt quadratisch ausgebildet ist,
wobei der Sack (12) im befüllten Zustand eine im Wesentlichen kubische Form aufweist,
und bevorzugt zumindest eine mit Schüttmaterial (52) durchsetzbare Innenpaneele (64)
zur kubischen Formbildung umfasst, so dass der Sack (12) als Quadro- oder Bafflebag,
insbesondere mit gelochten Paneelen (64, 68) zur Verbesserung der Standfestigkeit
ausbildbar ist.
8. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sacköffnung (30) verschließbar, insbesondere durch eine aufrollbare Schürze (34)
abdeckbar ist, die als rechteckiger oder schlauchförmiger Gewebefortsatz (32) an zumindest
zwei, insbesondere jeder Oberkante (36) der Sacköffnung (30) ausgebildet und im zusammengerollten
Zustand mittels Fixiermittel, bevorzugt Band- oder Schnurfixierung befestigbar ist.
9. Behälter nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sackboden (24) ein Bodenentleermittel (38), insbesondere eine Sternbodenöffnung
und/oder Bodenklappen mit einem Band oder einer Kordel zur verschließbaren Bodenentleerung
des Sacks (12) umfasst.
10. Verbund von zumindest zwei durch einen Fortsatz (16) verbundene Behälter (10) nach
einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbund (64) durch Aufziehen eines ersten Behälters (10) zur Befüllung entfaltbar
ist.
11. Verwendung zumindest eines Behälters (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 als Hochwasserschutzwand,
als Spielflächen- oder Fahrbahnbegrenzung, oder als Hangsicherungsbarriere.
12. Verwendung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälter (10) aufeinander stapelbar und bevorzugt mittels Stapelverbindungsmittel
(40), insbesondere durch eine Folien- oder Gewebebahn (42) miteinander verbindbar
sind.
13. Verfahren zur Befüllung zumindest eines, insbesondere zwei oder mehrerer jeweils durch
einen Fortsatz (16) verbundene Behälter (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälter (10) zur Fixierung in einem geöffneten Zustand der Säcke (12) mittels
Sackhebemittel, (44) insbesondere Hebeschlaufen (46) in eine Befüllungsvorrichtung
(48), insbesondere in ein Befüllungsstabtragwerk (50) gehängt werden, die Säcke (12)
mit Schüttgut (52) befüllt werden, und die Befüllungsvorrichtung (48) zur Befüllung
weiterer Säcke (12) verschoben wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Schüttgut (52) zumindest zur Befüllung des Zwischenraums Schüttgutmaterial (54)
mit hoher flüssigkeitssperrender und/oder quellfähiger Wirkung, insbesondere hydrophober
Sand, Tonerde, Quellmittel auf chemischer Basis oder eine Mischung davon, eingesetzt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Entleerung der Behälter (10) zur Wiederverwendung durch Öffnung des Bodenentleermittels
im Sackboden (24) sowie Trennung der Befestigungsmittel (18) miteinander verbundener
Behälter (10) erfolgt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verbund von zumindest zwei flexiblen Schüttgutbehältern (Bigbag, FIBC) (10), jeweils
bestehend aus einem Gewebe oder einer Folie mit einem befüllbaren Sack (12) und einer
Verbindungseinrichtung (14) zur Verbindung eines ersten Behälters (10a) des Verbundes
mit zumindest einem benachbart angeordneten zweiten Behälter (10b) des Verbundes,
wobei die Verbindungseinrichtung (14) einen U-förmigen Gewebe- oder Folienfortsatz
(16) umfasst, in den der Sack (12) des zweiten Behälters (10b) eingesetzt und durch
Befestigungsmittel (18) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (18) eine beabstandete Verbindung des zweiten Behälters (10b)
in eine Längsrichtung des Fortsatzes (16) definieren, so dass eine Zwischenzone (20)
zwischen erstem und zweitem Behälter (10a, 10b) ausgebildet ist.
2. Verbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (18) lösbar, insbesondere als Klett-, Knopf-, Druckknopf-,
Seil-, Klemm- oder Gurtverbindung ausgebildet sind und verbindungskomplementäre Befestigungselemente
(22) am Fortsatz (16) des ersten und zweiten Behälters (10) umfasst sind, wobei bevorzugt
ein erstes Befestigungselement (22) an einer Innenseite des Fortsatzes (16) des ersten
Behälters (10a) und ein komplementäres zweites Befestigungselement (22) an einer Außenseite
des zweiten Behälters (10b) ausgebildet ist.
3. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (16) des ersten Behälters (10a) eine Seitenlänge von 2% bis 100% des
Sacks (12) des zweiten Behälters (10b) aufweist.
4. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (24) und zumindest eine, insbesondere zwei, Seitenwände (26) des Sacks
(12) des Behälters (10) einstückig mit dem Fortsatz (16) ausgebildet sind.
5. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (10) ein weiteres Befestigungselement (28) umfasst, das eine Befestigung
eines weiteren Behälters (10) in Querrichtung und/oder übereinander stapelbar ermöglicht.
6. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenzone (20) eine Breite von 2% bis 95% der Längsausdehnung des Fortsatzes
(16) des ersten Behälters (10a), bevorzugt 5% bis 50%, insbesondere 10% bis 30%, der
Längsausdehnung des Fortsatzes (16) beträgt, wobei bevorzugt die Befestigungsmittel
(18) derart ausgebildet sind, dass zwei oder mehrere verschieden breite Zwischenzonen
(20) ausbildbar sind.
7. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (24) des Sacks (12) rechteckig, bevorzugt quadratisch, ausgebildet ist,
wobei der Sack (12) im befüllten Zustand eine im Wesentlichen kubische Form aufweist,
und bevorzugt zumindest eine mit Schüttmaterial (52) durchsetzbare Innenpaneele (64)
zur kubischen Formbildung umfasst, so dass der Sack (12) als Quadro- oder Bafflebag,
insbesondere mit gelochten Paneelen, (64, 68) zur Verbesserung der Standfestigkeit
ausbildbar ist.
8. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sacköffnung (30) verschließbar, insbesondere durch eine aufrollbare Schürze (34)
abdeckbar ist, die als rechteckiger oder schlauchförmiger Gewebefortsatz (32) an zumindest
zwei, insbesondere jeder, Oberkante (36) der Sacköffnung (30) ausgebildet und im zusammengerollten
Zustand mittels Fixiermittel, bevorzugt Band- oder Schnurfixierung, befestigbar ist.
9. Verbund nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sackboden (24) ein Bodenentleermittel (38), insbesondere eine Sternbodenöffnung
und/oder Bodenklappen, mit einem Band oder einer Kordel zur verschließbaren Bodenentleerung
des Sacks (12) umfasst.
10. Verbund von zumindest zwei durch einen Fortsatz (16) verbundenen Behältern (10) nach
einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbund (64) durch Aufziehen eines ersten Behälters (10) zur Befüllung entfaltbar
ist.
11. Verwendung eines Verbundes mit zumindest zwei Behältern (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 9 als Hochwasserschutzwand, als Spielflächen- oder Fahrbahnbegrenzung, oder
als Hangsicherungsbarriere.
12. Verwendung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälter (10) aufeinander stapelbar und bevorzugt mittels Stapelverbindungsmittel
n(40), insbesondere durch eine Folien- oder Gewebebahn (42), miteinander verbindbar
sind.
13. Verfahren zur Befüllung eines Verbundes von zwei oder mehreren jeweils durch einen
Fortsatz (16) verbundenen Behältern (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälter (10) zur Fixierung in einem geöffneten Zustand der Säcke (12) mittels
Sackhebemitteln, (44) insbesondere Hebeschlaufen (46), in eine Befüllungsvorrichtung
(48), insbesondere in ein Befüllungsstabtragwerk (50), gehängt werden, die Säcke (12)
mit Schüttgut (52) befüllt werden, und die Befüllungsvorrichtung (48) zur Befüllung
weiterer Säcke (12) verschoben wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Schüttgut (52) zumindest zur Befüllung des Zwischenraums Schüttgutmaterial (54)
mit hoher flüssigkeitssperrender und/oder quellfähiger Wirkung, insbesondere hydrophober
Sand, Tonerde, Quellmittel auf chemischer Basis oder eine Mischung davon, eingesetzt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Entleerung der Behälter (10) zur Wiederverwendung durch Öffnung des Bodenentleermittels
im Sackboden (24) sowie Trennung der Befestigungsmittel (18) miteinander verbundener
Behälter (10) erfolgt.