[0001] Die Erfindung betrifft eine Sensoranordnung zur Erfassung, Klassifikation und Verwiegung
von Kraftfahrzeugen auf Straßen im fließenden Verkehr. Sie kann in die Fahrbahnen
einer Straße eingebaut werden und dabei zur Registrierung, Klassifikation, Bestimmung
der Masse von Fahrzeugen/Radlasten und zur Ermittlung anderer Messwerte, wie Geschwindigkeit
und Fahrzeuglänge der über die Sensoranordnung hinweg fahrenden Fahrzeuge, genutzt
werden.
[0002] Dabei ist es bekannt, bei der Erfassung von Kraftfahrzeugen in bzw. unter Straßenbelägen
einzelne Sensoren einzulassen oder darunter anzuordnen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen
um zwei verschiedene Sensorarten. Dies sind zum einen Induktiv- oder Induktionsschleifen
bzw. Sensoren, die eine vergleichbare Funktion aufweisen, d.h. mit denen die Erfassung
von Kraftfahrzeugen möglich ist; zum anderen werden Sensoren genutzt mit denen die
Massen von Fahrzeugen beim Überfahren bestimmt werden. Die letztgenannten Sensoren
nutzen bevorzugt den piezoelektrischen Effekt und mittels eines angeschlossenen Ladungsverstärkers
können der jeweiligen Masse beim Überfahren entsprechende proportionale Messsignale
erfasst/zugeordnet werden. Hierfür können auch Sensoren eingesetzt werden, die andere
physikalische Messprinzipien nutzen. Damit kann die jeweilige Eigenmasse oder es können
aber auch die Radlasten eines Fahrzeugs bestimmt werden.
[0003] Üblicherweise werden diese Sensoren in Balkenform eingesetzt, so dass sie in eine
Achsrichtung eine deutlich größere Länge aufweisen, als in die senkrecht dazu ausgerichtete
Achsrichtung. Dadurch ist es möglich die gesamte Breite zumindest den größten Teil
einer Fahrbahn oder eines Fahrstreifens abzudecken.
[0004] Mit beiden Arten von Sensoren (Sensoren zur Bestimmung der Masse und Induktivschleifen
bzw. alternativen Sensoren vergleichbarer Funktion) ist auch eine Bestimmung des jeweiligen
Fahrzeugtyps über eine Mustererkennung möglich.
[0005] So kann ein Sensor, der auch als "Wiegebalken" bezeichnet wird, mit einer Breite
von ca. 5 cm bei der Überfahrt eines Rades einen elektrischen Impuls, dessen Ausdehnung
("Fläche") bei gegebener Geschwindigkeit proportional zur Masse ist, abgeben, der
als Messsignal genutzt werden kann. Die Induktivschleifen bzw. alternative Sensoren
vergleichbarer Funktion liefern bei der Überfahrt ein charakteristisches Muster des
Fahrzeug-Unterbodens, aus dem z.B. 8-10 Fahrzeugklassen ermittelt und die Fahrzeuglänge
bestimmt werden kann. Die Geschwindigkeit kann sowohl aus dem zeitlichen Versatz der
Muster der Induktivschleifen bzw. der alternativen Sensoren vergleichbarer Funktion
als auch dem Versatz der Impulse der Wiegebalken ermittelt werden. Über die Sensoren
zur Bestimmung der Masse kann dann das jeweilige Radmuster (Achsabstände, Achsgruppen
und deren Einzelgewichte) ermittelt werden.
[0006] Häufig werden Sensoren zur Bestimmung der Masse eingesetzt, die lediglich einen Teil
der Breite einer Fahrbahn oder eines Fahrstreifens erfassen können. In der Regel werden
dann Sensoren eingesetzt, die aus zwei Halbbalken gebildet sind. Damit ist es möglich
die Räder eines Fahrzeugs einzeln zu erfassen. Zusätzlich dazu kann die Biegebeanspruchung
der Sensoren vermindert werden.
[0007] Die Bestimmung der Masse oder von Radlasten ist in der Regel nur für den Schwerlastverkehr
von Interesse (LKW mit und ohne Anhänger, Sattel-Kfz), da diese den größten Einfluss
auf den Verschleiß der Straße haben.
[0008] Es werden auch Transponderschleifen eingesetzt, um Kalibrierfahrzeuge, die mit einem
entsprechenden Transponder ausgestattet sind, im fließenden Verkehr zu erkennen.
[0009] Ein bekanntes Problem solcher Sensoranordnungen stellen die Ableitungen (Verbindungsleitungen)
von Induktivschleifen und der Sensoren für die Massebestimmung dar (Verbindungen zwischen
Sensor bzw. Induktivschleife und der Auswertelektronik), die in die Fahrbahn eingebaut
werden müssen. Die Fahrbahnbeläge müssen dafür aufgeschnitten werden und danach ist
ein Verfüllen von Fugen erforderlich.
[0010] Besonders problematisch sind dabei die Ableitungen/Verbindungsleitungen der Gegenfahrbahn
bzw. der Überholspuren, da diese besonders lange Schnitte erfordern und damit die
Fahrbahndecke stark in Mitleidenschaft gezogen wird.
[0011] Wenn der Straßenbelag erneuert wird, müssen die Sensoren entfernt werden. Sind zwei
bzw. drei Sensoranordnungen auf zwei (drei) Spuren vorhanden, werden bei Erneuerung
des Hauptfahrstreifens bei herkömmlichen Installationen und Empfehlungen auch die
Ableitungen/Verbindungsleitungen der Sensoren und Induktivschleifen der Gegenfahrbahn
oder der Überholspur zerstört.
[0012] Die bisher bekannten Erkennungs- und Erfassungssysteme sind insbesondere bei komplexeren
Sensoranordnungen mit mehreren Sensoren/Induktivschleifen, die in Fahrtrichtung nacheinander
angeordnet sind, nicht ohne weiteres in der Lage eine Erfassung/Bestimmung auch in
beiden möglichen Fahrtrichtungen zu ermöglichen. Insbesondere ist jeweils eine unterschiedliche
Kalibrierung gesondert durchzuführen.
[0013] Es ist daher Aufgabe der Erfindung Möglichkeiten vorzuschlagen mit denen die Erfassung
von Kraftfahrzeugen auf Straßen im laufenden Verkehr einfach, mit ausreichender Genauigkeit,
flexibel durchgeführt und dabei der Aufwand gering gehalten wird.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Sensoranordnung, die die Merkmale des
Anspruchs 1 aufweist, gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung können mit in untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen realisiert
werden.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Sensoranordnung sind Sensoren zur Bestimmung der Masse
von Fahrzeugen und Induktivschleifen und/oder alternative Sensoren vergleichbarer
Funktion für jeden Fahrstreifen vorhanden.
[0016] Dabei soll im Folgenden mit der Bezeichnung Sensor immer ein solcher bezeichnet sein,
der zur Bestimmung der Masse oder von Radlasten geeignet ist. Solche Sensoren werden
gemeinsam mit Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen eingesetzt. Die letztgenannten
Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen sind bevorzugt Induktivschleifen, andersartige
induktive Sensoren und/oder alternative Sensoren vergleichbarer Funktion. Aus diesem
Grund soll nachfolgend generell auch auf diese Art von Sensoren zur Erfassung von
Fahrzeugen abgestellt und nur diese in der Beschreibung der Erfindung, als Sensoren
zur Erfassung von Fahrzeugen erwähnt werden.
[0017] Zur Erfassung von Fahrzeugen können aber auch andere Detektoren oder Sensoren, wie
z.B. Videokameras oder Radartechnik eingesetzt werden.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass mit den
Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen tatsächlich lediglich erfasst wird, ob Fahrzeuge
in der, neben der jeweiligen Fahrspur fahren oder die Fahrspuren kreuzen. Alle anderen
wichtigen für eine Auswertung erforderlichen Messsignale können mit den Sensoren zur
Bestimmung der Masse erfasst werden. Alternativ und/oder zusätzlich hierzu ist es
jedoch ebenso möglich, alle Informationen, die die Bewegung der Kraftfahrzeuge mit
den Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen zu ermitteln und lediglich die Bestimmung
des Gewichts und/oder die Klassifikation der Kraftfahrzeuge mit den Sensoren zur Bestimmung
der Masse zu erfassen.
[0019] Unter alternativen Sensoren, die eine zu Induktivschleifen vergleichbare Funktion
aufweisen sind Sensoren zu verstehen, die mittels anderer Sensorprinzipen eine vergleichbare
Funktion realisieren. Insbesondere sind hierunter Sensoren zu verstehen, die unter
der Straßendecke installiert werden können und die auch aus mehreren einzelnen reihenförmig
verbundenen Sensorelementen bestehen können. Beispielhaft seien hierzuverkapselte
Spulenkörper mit mindestens einer Wicklung genannt, die mit einer elektronischen Auswerte-und
Steuereinheit allein oder mit mehreren solcher Sensoren verbunden werden kann. Solche
Sensoren sind so dimensioniert, dass sie unterhalb des Fahrbahnbelags angebracht werden
können.
[0020] Dabei sind in einem Fahrstreifen mindestens Sensoren zur Erfassung von Kraftfahrzeugen,
insbesondere zwei Sensoren ausgewählt aus Induktivschleifen, und/oder alternativen
Sensoren vergleichbarer Funktion zwischen zwei Sensoren oder aus mindestens zwei einzelnen
Sensoren zur Bestimmung der Masse und zwischen den mindestens Sensoren zur Erfassung
von Kraftfahrzeugen, insbesondere zwei Sensoren ausgewählt aus Induktivschleifen,
und/oder alternativen Sensoren vergleichbarer Funktion mindestens ein weiterer Sensor
zur Bestimmung der Masse in Fahrtrichtung von Fahrzeugen angeordnet. So überfährt
jedes Fahrzeug zuerst mindestens einen Sensor, dann mindestens einen Sensor zur Erfassung
von Kraftfahrzeugen, dann wieder mindestens einen Sensor, wieder mindestens einen,
um wieder mindestens einen Sensor innerhalb eines Fahrstreifens zu überfahren.
[0021] Es ist eine bidirektionale Nutzung möglich. Es kann so eine Erfassung und Auswertung
unabhängig von der jeweiligen Fahrtrichtung von Fahrzeugen erreicht werden, was insbesondere
bei einer entsprechend veränderten Verkehrsführung im Falle von Baustellen oder Umleitungen
Bedeutung erlangt. Außerdem kann mit den drei nacheinander in einem Fahrstreifen zu
überfahrenden Sensoren erfassten Messsignalen die Messgenauigkeit und die Redundanz
erhöht werden.
[0022] Bei der erfindungsgemäßen Sensoranordnung können Induktivschleifen allein mit Sensoren
zur Bestimmung der Masse aber auch an Stelle der Induktivschleifen und/oder alternative
Sensoren vergleichbarer Funktion eingesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit
sowohl Induktivschleifen mit Sensoren zur Bestimmung der Masse, und/oder alternative
Sensoren vergleichbarer Funktion einzusetzen. Im letztgenannten Fall können Induktivschleifen,
und/oder alternative Sensoren vergleichbarer Funktion beispielsweise in Fahrtrichtung
gesehen in unterschiedlichen Abständen angeordnet sein. Es kann also eine alternierende
Anordnung gewählt werden.
[0023] Die Sensoren sollten in den Fahrstreifen so angeordnet sein, dass bei einem normalen
Überfahren jeweils ein Rad eines Fahrzeugs über einen einzelnen Sensor zur Bestimmung
der Masse/Radlast und das andere Rad derselben Achse über einen zweiten Sensor fährt.
[0024] Dies wird weiter verbessert, wenn die Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternative
Sensoren vergleichbarer Funktion symmetrisch und/oder mit gleichen Abständen zueinander
in Fahrtrichtung gesehen angeordnet sind. Dadurch ist auch eine bidirektionale Nutzung
möglich.
[0025] Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternative Sensoren vergleichbarer Funktion
sollten in zwei nebeneinander angeordneten Fahrstreifen jeweils gleich angeordnet
sein.
[0026] An einem Fahrstreifen kann eine zusätzliche Transponderschleife zur Erkennung und
Identifikation von Kalibrierfahrzeugen vorhanden sein. Mit Transponderschleifen kann
dann eine Kalibrierung, wie in
WO 2009/109158 A1 beschrieben, durchgeführt werden. Transponderschleifen sollten an Fahrstreifen vorhanden
sein, an denen auch Sensoren zur Bestimmung der Masse angeordnet sind. Eine Erkennung
von Kalibrierfahrzeugen ist ansonsten nur mit einer kostenintensiven Videoüberwachung
oder einer Sperrung derjeweiligen Straße für den übrigen Verkehr möglich.
[0027] Verbindungsleitungen von Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternative Sensoren
vergleichbarer Funktion eines Fahrstreifens sollen bevorzugt zu einer Seite einer
Fahrbahn und Verbindungsleitungen von Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternative
Sensoren vergleichbarer Funktion einer neben diesem Fahrstreifen angeordneten Fahrstreifen
zur gegenüberliegenden Seite der Fahrbahn geführt sein und dabei die Verbindungsleitungen
von Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternative Sensoren vergleichbarer Funktion
einer der beiden Fahrstreifen unterhalb der Fahrbahn in gesicherter Form zur anderen
Seite der Fahrbahn und von dort zu einer gemeinsamen elektronischen Auswerte- bzw.
Speichereinheit für alle Sensoren und Induktivschleifen und/oder alternativen Sensoren
vergleichbarer Funktion geführt sein. Dabei können die Verbindungsleitungen in gesicherter
Form unterhalb der Fahrbahn durch ein Rohr (Unterörterung) zur elektronischen Auswerteeinheit
am Straßenrand geführt werden. Eine solche gesicherte Führung der Verbindungsleitungen
kann auch von einem Mittelstreifen zu einem Fahrbahnrand ausgebildet werden.
[0028] Bevorzugt sollten in jedem Fahrstreifen jeweils zwei Sensoren in Fahrtrichtung vor
mindestens einem Sensor zur Erfassung von Fahrzeugen, insbesondere einer Induktivschleife
(1) und/oder einem alternativen Sensor vergleichbarer Funktion, zwischen zwei Sensoren
zur Erfassung von Fahrzeugen und nach mindestens einem Sensor zur Erfassung von Fahrzeugen
angeordnet sein, die bevorzugt senkrecht zur Fahrtrichtung des jeweiligen Fahrstreifens
ausgerichtet sind. Dadurch kann die Messempfindlichkeit erhöht werden, da in der Regel
lediglich ein Rad eines Fahrzeugs über einen der beiden Sensoren fährt. Außerdem kann
dadurch die Biegebeanspruchung der balkenförmigen Sensoren reduziert und es kann die
Radlast jedes einzelnen Fahrzeugrades einzeln bestimmt werden. Mit den erfindungsgemäß
in Fahrtrichtung drei nacheinander und in jeweils einem Fahrstreifen paarweise angeordneten
Sensoren zur Bestimmung der Masse der Fahrzeuge können die jeweiligen Radlasten erfasst
werden. Außerdem kann über eine Mustererkennung eine Bestimmung des jeweiligen Fahrzeugtyps
und auch eine Bestimmung der Geschwindigkeit der überfahrenden Fahrzeuge erreicht
werden.
[0029] Überfahren Fahrzeuge einen Begrenzungsstreifen oder sie überfahren die Sensoren nicht
oder zumindest nicht nahezu senkrecht (Schrägfahrt) kann diese Bestimmung zumindest
nicht mit hoher Genauigkeit erfolgen. Es ist aber eine Erkennung über das erfasste
Muster der die Sensoren schräg überfahrenden Fahrzeuge möglich.
[0030] Es besteht die Möglichkeit in einer neben einem Fahrstreifen angeordneten Standstreifen
mindestens eine Induktivschleife und/oder mindestens einen alternativen Sensor vergleichbarer
Funktion anzuordnen und dessen Signal zur Erkennung nicht korrekter Überfahrten zu
nutzen.
[0031] Bei einer mehr als zweispurigen Fahrbahn können der am weitesten außen liegenden
Überholspur der Fahrbahn lediglich mindestens zwei Induktivschleifen und/oder alternative
Sensoren vergleichbarer Funktion zugeordnet werden, da davon ausgegangen werden kann,
dass dort keine schweren Fahrzeuge unterwegs sind und die Bestimmung der Masse/Radlast
dort nicht unbedingt erforderlich ist.
[0032] Bei der Erfindung können in einer Fahrspur mehrere Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen,
insbesondere mehrere Induktionsschleifen und/oder mehrere alternative Sensoren vergleichbarer
Funktion in einer Reihenanordnung vorhanden sein, wobei die Ausrichtung der Reihenanordnung
bevorzugt senkrecht zur Fahrtrichtung sein sollte. Sie kann aber auch in einem bekannten
Winkel zu dieser senkrechten Ausrichtung ausgerichtet sein.
[0033] Die Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen, insbesondere Induktionsschleifen (1) und/oder
alternative Sensoren vergleichbarer Funktion können bei geeigneter Bauform unterhalb
des Fahrbahnbelags einer Straße in einem Kanal oder einer Durchführung (z.B. einem
Rohr), der/die mindestens bis an einen Fahrbahnrand geführt ist, angeordnet sein.
Dadurch ist eine Einbettung in den Fahrbahnbelag, die mit entsprechend hohem Aufwand
bei der Herstellung, Wartung und Reparatur verbunden ist, nicht mehr erforderlich.
Dies ist möglich, da die geeigneten Sensoren entsprechend klein mit wenigen Kubikzentimetern
Größe dimensioniert sind. Ein Beispiel solcher Sensoren sind die "micro loops" der
3M Company.
[0034] Es besteht auch die Möglichkeit in einer Fahrspur in Fahrtrichtung in Abständen zueinander
mehrere Sensoren zur Erfassung von Kraftfahrzeugen und dazwischen Sensoren 2 zur Bestimmung
der Masse anzuordnen. Dabei kann die Anzahl von Sensoren zur Fahrzeugerfassung, die
in einem bestimmten Abstand angeordnet sind, zu entsprechenden Sensoren, die in einem
anderen Abstand angeordnet sind, voneinander abweichen. So kann beispielsweise in
Fahrtrichtung gesehen in einer Fahrspur zuerst ein einzelner Sensor zur Erfassung
von Kraftfahrzeugen angeordnet sein. Von diesem ist in einem Abstand ein Sensor zur
Bestimmung der Masse angeordnet, in einem Abstand zu diesem Sensor können dann zwei
oder mehr als zwei Sensoren zur Fahrzeugerfassung in einer Reihenanordnung angeordnet
sein. Mit dem einen entsprechenden Sensor kann zumindest das Ankommen eines Fahrzeugs
unabhängig von dessen Größe und Bauart erfasst werden. Mit den mehreren Sensoren zur
Erfassung von Kraftfahrzeugen kann dann ermittelt werden, ob es sich um ein größeres,
breiteres, längeres Fahrzeug handelt. Dabei kann auch eine Mustererkennung hilfreich
sein.
[0035] Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft näher erläutert werden. Dabei können
einzelne Merkmale der Beispiele unabhängig vom jeweiligen konkreten Beispiel miteinander
kombiniert werden.
[0036] Dabei zeigen:
Figur 1 ein Beispiel einer Sensoranordnung in einer dreispurigen Fahrbahn mit zusätzlichem
Standstreifen;
Figur 2 ein Beispiel einer Sensoranordnung in einer zweispurigen Fahrbahn mit zusätzlichem
Standstreifen;
Figur 3 ein Beispiel einer Sensoranordnung für eine einbahnige Straße mit Gegenverkehr
und
Figur 4 ein Beispiel einer Sensoranordnung in einer zweispurigen Fahrbahn mit zusätzlichem
Standstreifen.
[0037] Bei den Beispielen werden generell Induktivschleifen 1 eingesetzt. Diese könnten
aber auch durch jeweils mindestens einen oder mehrere alternative(n) Sensor(en) vergleichbarer
Funktion ersetzt werden.
[0038] Figur 1 zeigt eine Fahrbahn mit drei Fahrstreifen und zusätzlicher Standspur je Fahrtrichtung
(6-streifige Autobahn). Im zweiten Überholfahrstreifen, die an den Mittelstreifen
angrenzt, sind keine Sensoren 2 zur Bestimmung der Masse (Wiegebalken), sondern lediglich
zwei Induktivschleifen 1 vorhanden. Es wird in diesem Fall davon ausgegangen, dass
dieser Fahrsstreifen für den Schwerlastverkehr gesperrt ist und deshalb eine Verwiegung
nicht von Interesse ist. Mittels der Induktivschleifen 1 können aber Fahrzeuge des
Schwerlastverkehrs auf diesem Fahrstreifen erkannt und fotografiert werden. Im Standstreifen
sind ebenso lediglich zwei Induktivschleifen 1 eingelassen, so dass auch dort Fahrzeuge
registriert werden können, die mit den rechten Rädern über den Standstreifen fahren
und so versuchen, die Bestimmung der Masse/Verwiegung zu umgehen. Die Anordnung gilt
für die Gegenfahrbahn entsprechend (180° gedreht um M1). Die Verbindungsleitungen
1.1 und 2.1 für die Induktivschleifen 1 und den mittleren Sensor 2 können in einer
Fuge im Fahrbahnbelag gemeinsam über Standstreifen bzw. über den zweiten Überholfahrstreifen
geführt sein.
[0039] Es wird deutlich, dass in den zwei an den Standstreifen angrenzenden Fahrstreifen
die Sensoren 2 und die Induktivschleifen 1 so angeordnet sind, dass die zwei Induktivschleifen
1 in Fahrtrichtung gesehen von jeweils zwei einzelnen Sensoren 2, die diesem Fahrstreifen
zugeordnet sind, eingeschlossen sind. Die Induktivschleifen 1 sind dabei mittig/symmetrisch
zwischen den jeweils zwei Sensoren 2 in Fahrtrichtung gesehen angeordnet. Dadurch
können symmetrische Verhältnisse eingehalten werden. Bei den Transponderschleifen
3 ist dies nicht erforderlich, da diese lediglich zur Identifikation von Kalibrierfahrzeugen
genutzt werden.
[0040] Außerdem wird mit der Darstellung deutlich, dass die Verbindungsleitungen 1.1, 2.1
und 3.1 der Induktivschleifen 1 des Standstreifens und dem daneben angeordneten Fahrstreifen
unmittelbar zu der an einer Fahrbahnseite angeordneten elektronischen Auswerteeinheit
4 geführt sind. Wohingegen die Verbindungsleitungen 1.1, 2.1 und 3.1 der Induktivschleifen
1 und der Sensoren 2 der beiden anderen Fahrstreifen auf die andere Seite der gesamten
Fahrbahn, also in diesem Fall zum Mittelstreifen und hier dem Punkt M1 geführt sind.
Von dort werden sie unterhalb der Fahrbahn in Form einer Verrohrung sicher auf die
andere Fahrbahnseite zur elektronischen Auswerteeinheit 4 geführt. Auch hier können
die Verbindungsleitungen 1.1 und 2.1 für die Induktivschleifen 1 und den mittleren
Sensor 2 in einer Fuge im Fahrbahnbelag gemeinsam über Standstreifen und die Überholspur
geführt sein.
[0041] In Figur 2 sind zwei Fahrstreifen mit Standstreifen je Fahrtrichtung (4-streifige
Bundesstraße oder Autobahn) gezeigt. Hier liegen Verhältnisse wie bei der Anordnung
mit drei Fahrstreifen gemäß Figur 1 vor. Lediglich die zweite Überholspur einschließlich
der entsprechenden Induktivschleifen ist entfallen. Beide Fahrstreifen sind jedoch
mit Sensoren 2 und Induktivschleifen 1 ausgestattet. Die Anordnung gilt für die Gegenfahrbahn
entsprechend (180° gedreht um M1).
[0042] Bei diesem Beispiel sind die Verbindungsleitungen 1.1 2.1 und 3.1 der Sensoren 2
und Induktivschleifen 1 eines Fahrstreifens und die des Standstreifens zu der einen
Fahrbahnseite geführt und die Verbindungsleitungen 1.1, 2.1 und 3.1 der Sensoren 2
und Induktivschleifen 1 des anderen Fahrstreifens sind zu der anderen Fahrbahnseite,
in diesem Fall zum Mittelstreifen zum Punkt M1 und von dort, wie beim Beispiel nach
Figur 1 zur elektronischen Auswerteeinheit 4 geführt.
[0043] Die Figur 3 zeigt ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung bei zwei Fahrstreifen
(einbahnige Straße mit Gegenverkehr) für beide Fahrtrichtungen. Jede Fahrtrichtung
weist eine symmetrische Anordnung von Sensoren 2, Induktivschleifen 1 und in diesem
Fall auch jeweils eine Transponderschleife 3 auf. Die Führung der Verbindungsleitungen
1.1, 2.1 und 3.1 erfolgt analog, wie bei den beiden anderen Beispielen von den beiden
Fahrstreifen erst einmal zum Fahrbahnrand und dann wieder von einer Seite direkt zur
elektronischen Auswerteeinheit 4 und von der anderen Seite über den Punkt M1 durch
ein Rohr (nicht dargestellt) unterhalb der Fahrbahn zur elektronischen Auswerteeinheit
4.
[0044] Die Figur 4 zeigt ein Beispiel einer Sensoranordnung in einer zweispurigen Fahrbahn
mit zusätzlichem Standstreifen. Dabei sind die Sensoren 2 in einem Fahrstreifen (Hauptfahrstreifen)
mit zwei Induktivschleifen 1 angeordnet. Im zweiten Fahrstreifen (Überholstreifen)
und in einem Standstreifen sind lediglich zwei Induktivschleifen 1 angeordnet. Der
Fahrstreifen mit den Sensoren 2 ist zusätzlich mit einer Transponderschleife 3 ausgestattet.
[0045] Alle Verbindungsleitungen 1.1, 2.1 und 3.1 sind zu einer Fahrbahnseite zu der elektronischen
Auswerteeinheit 4 geführt.
1. Sensoranordnung zur Erfassung, Klassifikation und Verwiegung von Kraftfahrzeugen auf
Straßen im fließenden Verkehr, bei der Sensoren zur Bestimmung der Masse von Fahrzeugen
und Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen für mindestens eine Fahrspur vorhanden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
in einer Fahrspur zwei Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen zwischen mindestens zwei
einzelnen Sensoren (2) zur Bestimmung der Masse und zwischen den zwei Sensoren zur
Erfassung von Fahrzeugen mindestens ein weiterer Sensor (2) zur Bestimmung der Masse
in Fahrtrichtung von Fahrzeugen angeordnet ist.
2. Sensoranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend
aus Induktivschleifen und/oder alternativen Sensoren vergleichbarer Funktion.
3. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (2) und die Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen symmetrisch und/oder
mit gleichen Abständen zueinander in Fahrtrichtung angeordnet sind.
4. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren (2) und Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen oder mehrere in Reihe angeordnete
Sensoren vergleichbarer Funktion symmetrisch senkrecht zur Fahrtrichtung angeordnet
sind.
5. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren (2) und Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen in zwei nebeneinander angeordneten
Fahrspuren jeweils gleich angeordnet sind.
6. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Fahrspur eine zusätzliche Transponderschleife (3) zur Kalibrierung mit Kalibrierfahrzeugen
vorhanden ist.
7. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verbindungsleitungen (1.1, 2.1) von Sensoren (2) und Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen
einer Fahrspur zu einer Seite einer Fahrbahn und Verbindungsleitungen (1.1, 2.1) von
Sensoren (2) und Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen vergleichbarer Funktion einer
neben dieser Fahrspur angeordneten Fahrspur zur gegenüberliegenden Seite der Fahrbahn
geführt sind und die Verbindungsleitungen (1.1, 2.1) von Sensoren (2) und Sensoren
zur Erfassung von Fahrzeugen einer der beiden Fahrspuren unterhalb der Fahrbahn in
gesicherter Form zur anderen Seite der Fahrbahn und von dort zu einer gemeinsamen
elektronischen Auswerte- bzw. Speichereinheit (4) für alle Sensoren (2) und Sensoren
zur Erfassung von Fahrzeugen geführt sind.
8. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Fahrspur mindestens zwei Sensoren (2), die bevorzugt senkrecht zur Fahrtrichtung
der jeweiligen Fahrspur ausgerichtet sind, vorhanden und dabei jeweils mindestens
zwei Sensoren (2) in Fahrtrichtung vor einem Sensor zur Erfassung von Fahrzeugenzwischen
zwei Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen und/oder nach einem Sensor zur Erfassung
von Fahrzeugen angeordnet sind.
9. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem neben einer Fahrspur angeordneten Standstreifen mindestens ein Sensor zur
Erfassung von Fahrzeugen angeordnet ist.
10. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer mehr als zweispurigen Fahrbahn, der am weitesten außen liegenden Überholspur
der Fahrbahn lediglich mindesten ein Sensor zur Erfassung von Fahrzeugen zugeordnet
ist.
11. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Verbindungsleitungen (1.1, 2.1) in einer Fuge gemeinsam durch den Fahrbahnbelag
zu der elektronischen Auswerteeinheit (4) geführt sind.
12. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Fahrspur mehrere Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen in einer Reihenanordnung
vorhanden sind, wobei die Ausrichtung der Reihenanordnung bevorzugt senkrecht zur
Fahrtrichtung ist.
13. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen alternativen Sensoren vergleichbarer Funktion
sind und baulich so ausgestaltet sind, dass sie unterhalb des Fahrbahnbelags einer
Straße in einem Kanal oder einer Durchführung, der/die mindestens bis an einen Fahrbahnrand
geführt ist, angeordnet sind.
14. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Fahrspur in Fahrtrichtung in Abständen zueinander mehrere Sensoren zur Erfassung
von Fahrzeugen und dazwischen Sensoren (2) zur Bestimmung der Masse angeordnet sind
und die Anzahl von Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen, die in einem bestimmten
Abstand angeordnet sind zu Sensoren zur Erfassung von Fahrzeugen, die in einem anderen
Abstand angeordnet sind, voneinander abweicht.