[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Magnetventil mit einer Magnetbaugruppe, aufweisen
eine Ankerspule und einen Ankerkern bestehend aus einem Magnetkerninnenpol und einem
Magnetkernaußenpol, ferner aufweisen eine Ankerplatte sowie einen Ankerbolzen, einen
durch eine Restluftspaltscheibe gebildeten Anschlag im Bereich einer Stirnseite des
ankerplattenseitigen Magnetkerns, wobei weiterhin zwischen der Ankerplatte und dem
Magnetkern ein Restluftspalt besteht. Ferner betrifft die Erfindung ein Herstellungsverfahren
für ein derartiges Magnetventil.
Stand der Technik
[0002] Ein derartiges Magnetventil ist aus der
DE 10 2008 040 073 A1 bekannt. Mit diesem Magnetventil soll eine Stabilisierung, dass heißt eine erhebliche
Verbesserung der Reproduzierbarkeit der Schaltvorgänge eines Magnetventils zur Betätigung
eines Kraftstoffinjektors erreicht werden, ohne dass hierzu spezielle Prozessschritte
erforderlich sind und zusätzliche Kosten bewirkt werden. Dies wird dadurch erreicht,
dass die Stirnseite des Magnetkerns oder eine Stirnseite einer dem Magnetkern gegenüberliegenden
Ankerplattenfläche zumindest in einem bestimmten Bereich eine von einer planen Fläche
abweichende geneigte und/oder kurvenförmig verlaufende Fläche aufweist.
[0003] Ein weiteres Magnetventil ist aus der
DE 10 2009 003 213 A1 bekannt. Dieses Magnetventil weist eine Restluftspaltscheibe auf, die durch Kraftschluss
an Einklemmstellen an der der Ankerplatte zuweisenden Stirnseite des Magnetkerns anliegend
an einer Magnethülse fixiert ist. Die Restluftspaltscheibe ist aus einem ferromagnetischen
oder nicht-magnetischen Material, beispielsweise einer metallischen Folie, mit einer
einfachen Geometrie hergestellt. Durch die Fixierung der Restluftspaltscheibe an Einklemmstellen
durch Kraftschluss wird die Restluftspaltscheibe nach der Montage der Magnetbaugruppe
und vor der Injektormontage eingebaut, wodurch der gesamte Montageablauf nicht gestört
wird und demnach vereinfacht ist. Zur Befestigung weist die Restluftspaltscheibe vorstehende
Zungen auf, die bei dem Einbauvorgang an den Einklemmstellen aufgebogen werden. Neben
den Zungen und am äußeren Umfang des Restluftspalts verbleibt ein Spalt zur Magnethülse.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Magnetventil bereitzustellen, das hinsichtlich
seiner Haltbarkeit verbessert ist. Weiterhin soll ein entsprechendes Herstellungsverfahren
für ein derartiges Magnetventil angegeben werden.
Offenbarung der Erfindung
Vorteile der Erfindung
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zumindest ein Teilbereich zumindest eines
Bauteils aus der in dem Bereich des Restluftspalts zusammenwirkenden Bauteilgruppe
Magnetkerninnenpol, Magnetkernaußenpol, Restluftspaltscheibe, Ankerscheibe, aus einem
nicht-kristallinen Material gefertigt ist. Das entsprechende Herstellungsverfahren
für ein Magnetventil sieht vor, zumindest einen Teilbereich zumindest eines Bauteils
aus der in dem Bereich des Restluftspalts zusammenwirkenden Bauteilgruppe Magnetkerninnenpol,
Magnetkernaußenpol, Restluftspaltscheibe, Ankerplatte, aus einem nicht-kristallinen
Material zu fertigen. Dabei ist das nicht-kristalline Material in bevorzugter Weiterbildung
ein amorphes Metall. Ein amorphes Metall, oder auch metallisches Glas genannt, ist
eine Legierung, die auf atomarer Ebene keine kristalline, sondern eine amorphe Struktur
aufweist. Diese für ein Metall sehr ungewöhnliche Atomanordnung hat eine einzigartige
Kombination physikalischer Eigenschaften zur Folge. Insbesondere ist ein amorphes
Metall oder metallisches Glas härter, korrosionsbeständiger und fester als ein gewöhnliches
Metall. Diese Eigenschaften gewährleisten, dass ein Magnetventil in dem durch abwechselndes
Aufeinanderschlagen und wieder Lösen der Bauteile hochbelasteten Bereich hinsichtlich
seiner Haltbarkeit deutlich verbessert ist.
[0006] In Weiterbildung der Erfindung weist das amorphe Metall eine hohe magnetische Permeabilität
auf. Hierzu wird das amorphe Metall gezielt aus der Gruppe der magnetischen Metalle
ausgewählt.
[0007] In weiterer Ausgestaltung weist das amorphe Metall eine geringe magnetische Hysterese
auf.
[0008] Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung bzw. Auswahl werden zusammenfassend folgende
nicht zu erwartende Vorteile erreicht:
- es wird eine gegenüber einem aus einem kristallinen Metall gefertigten Bauteil eines
Magnetventils deutlich verbesserte Haltbarkeit der belasteten Teile, insbesondere
der periodisch zueinander bewegten Bauteile erreicht,
- es wird ein Magnetventil mit optimalen magnetischen Eigenschaften ohne Hysterese-Einfluss
und mit zumindest stark reduzierten Wirbelstromverlusten beim Bestromen des Magnetkreises
dargestellt,
- durch die höhere Festigkeit der Bauteile kann bei gleichbleibender Belastung mit reduzierter
Masse konstruiert werden, wodurch kürzere Schaltzeiten des Magnetventils ermöglicht
werden.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung weist die Restluftspaltscheibe eine Dicke von 0,01
mm bis 0,05 mm, insbesondere von 0,02 mm bis 0,04 mm auf. Zusätzlich oder alternativ
weist der Magnetkerninnenpol und/oder der Magnetkernaußenpol auf der Restluftspaltseite
eine Beschichtung mit einer Dicke von 0,01 mm bis 0,05 mm, insbesondere von 0,02 mm
bis 0,04 mm auf.
[0010] Schließlich weist in alternativer oder weiterer Ausgestaltung die Ankerplatte auf
der Restluftspaltscheibenseite eine Beschichtung mit einer Dicke von 0,01 mm bis 0,05
mm, insbesondere von 0,02 mm bis 0,04 mm auf. Allen diesen Ausgestaltungen, die ausdrücklich
als Einzelausgestaltungen oder beliebige Kombinationen darstellbar sind, gewährleisten
die zuvor genannten Vorteile hinsichtlich der Haltbarkeit und auch der magnetischen
Eigenschaften. Insbesondere ist es durch diese Ausgestaltungen - ohne die Haltbarkeit
des Magnetventils zu beeinträchtigen - möglich, den Restluftspalt bis auf ein Maß
von circa 0,02 mm zu reduzieren. Dies erfolgt entweder durch eine Restluftspaltscheibe
mit einer Dicke von 0,02 mm bei einer ebenen Ankerplatte oder Magnetbaugruppe im Bereich
des Restluftspalts oder aber durch eine Restluftspaltscheibe mit einer Dicke von 0,05
mm bei einer um 0,03 mm gestuften Ankerplatte oder Magnetbaugruppe im Bereich des
Restluftspalts. Im Rahmen der Erfindung sind aber auch beliebige andere Kombinationen
in dem angegebenen Maßbereich denkbar.
[0011] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung wird das erfindungsgemäß ausgestaltete
bzw. hergestellte Magnetventil bei einem Injektor eines Common-Rail-Einspritzsystems
einer Brennkraftmaschine eingesetzt, mit dem aus einem Vorratsspeicher entnommener
Kraftstoff mit einem Druck ab vorzugsweise mehr als 1600 bar in einen Brennraum einer
Brennkraftmaschine eingespritzt wird.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind der Zeichnungsbeschreibung zu entnehmen,
in der ein in der Figur dargestelltes Ausführungsbeispiel näher beschrieben ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0013] Die Figur zeigt einen Schnitt durch ein erfindungsgemäß ausgestaltetes Magnetventil.
Ausführungsform der Erfindung
[0014] Die einzige Figur zeigt einen Schnitt durch ein Magnetventil 1, mit dem insbesondere
ein Kraftstoffinjektor eines Common-Rail-Einspritzsystems für eine insbesondere mit
Dieselkraftstoff betriebene Brennkraftmaschine betätigt wird. Der Kraftstoff (Dieselkraftstoff)
wird einem Hochdruckspeicher unter einem Druck ab 1600 bar entnommen und von dem Kraftstoffinjektor
in einen zugeordneten Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt. Das Magnetventil
1 weist eine Magnetbaugruppe 2 auf, die aus einem Magnetkerninnenpol 3 und aus einem
Magnetkernaußenpol 4 besteht. Zwischen dem Magnetkerninnenpol 3 und dem Magnetkernaußenpol
4 ist eine Magnetspule 5 angeordnet. Deren elektrische Anschlüsse 6a, 6b sind flüssigkeitsdicht
durch ein Gehäuse 7, in dem die Magnetbaugruppe 2 und die weiteren Bauteile des Magnetventils
1 angeordnet sind, geführt.
[0015] Der Stirnseite 8 des Magnetkerninnenpols 3 und des Magnetkernaußenpols 4 gegenüberliegend
befindet sich eine Ankerplatte 9, in die eine zentrale Durchgangsöffnung 10 eingelassen
ist und die ein Ankerbolzen 11 eingesetzt ist. Ein Ankersitz 12 der Ankerplatte 9
verschließt einen unter Kraftstoffsystemdruck stehenden Steuerraum oder entlastet
den Steuerraum in einen Ventilraum 17. Der Ventilraum 17 ist über eine Verbindungsleitung
18 mit dem Steuerraum verschaltet. Durch die Schaltstellungen des Magnetventils 1
ist der Steuerraum druckbeaufschlagt oder druckentlastet. Der Steuerraum wirkt weiter
mit einer Ventilnadel des Kraftstoffinjektors zusammen, die in Folge der unterschiedlichen
Drucke in dem Steuerraum axial verschoben wird und in einer geöffneten Position Einspritzöffnungen
in dem Kraftstoffinjektor freigibt, durch die unter Systemdruck stehender Kraftstoff
in den zugehörigen Brennraum der Brennkraftmaschine einströmt.
[0016] Der Ankerbolzen 11 ragt durch eine zentrale Öffnung 13 des Magnetkerninnenpols 3
hindurch und ist in diesem Bereich von einer Ventilfeder 14 umgeben. Die Ventilfeder
14 ist an einer beispielsweise abnehmbaren Deckelwand des Gehäuses 7 abgestützt und
übt eine Druckkraft auf die Ankerplatte 9 aus, die somit von der Magnetbaugruppe 2
wegbewegt wird und mit dem Ankersitz 12 auf einen Sitz 19 gepresst wird.
[0017] Wird die Magnetspule 5 bestromt, wird die Ankerplatte 9 gegen die Kraft der Ventilfeder
14 auf die Magnetbaugruppe 2 zubewegt. Dabei kann die Ankerplatte 9 nur soweit in
Richtung auf die Magnetbaugruppe 2 bewegt werden, bis sie an einer zwischen der Magnetbaugruppe
2 und der Ankerplatte 7 angeordneten Restluftspaltscheibe 15 anliegt. Die Restluftspaltscheibe
15 liegt dichtend an dem Magnetkernaußenpol 4 an und verhindert unter Anderem ein
Nachströmen von Kraftstoff durch den zwischen der Ankerplatte 9 und dem Gehäuse 7
bestehenden Spalt in einen Restluftspalt 16. Durch diese Ausgestaltung wird ein Sitzprellen
der auf die Magnetbaugruppe 2 zubewegten Ankerplatte 9 vermieden. Hierbei ist zu berücksichtigen,
dass die zum Teil sehr großen Druckunterschiede zwischen der der Magnetbaugruppe 2
zugewandten Ankerplattenoberseite und Ankerplattenunterseite dazu führen können, dass
beim Schließvorgang der Ankerplatte 9 der von außen nachströmende Kraftstoff große
Kräfte und Beschleunigungen auf die Ankerplatte 9 ausübt, die beispielsweise zu einem
Sitzprellen der Ankerplatte 9 führen können.
[0018] Im Rahmen der Erfindung ist nun die Restluftspaltscheibe 15 vorzugsweise vollständig
aus einem amorphen Material gefertigt. Alternativ oder zusätzlich sind die Ankerplatte
9 auf der dem Restluftspalt 16 zugewandten Seite ebenso wie der der Restluftspaltscheibe
15 zugewandte Außenbereich des Magnetkerninnenpols 3 und/oder des Magnetkernaußenpols
4 mit einem amorphen Material beschichtet. Die Beschichtungsdicke bzw. die Dicke der
gesamten Restluftspaltscheibe 15 liegt in einem Bereich von 0,01 mm bis 0,05 mm, insbesondere
im Bereich von 0,02 mm bis 0,04 mm. Dadurch wird die Haltbarkeit der genannten Bauteile
in dem zusammenwirkenden Bereich deutlich verbessert und auch werden die magnetischen
Eigenschaften des Magnetventils 1 insgesamt verbessert.
[0019] Insbesondere ist es durch diese Ausgestaltungen - ohne die Haltbarkeit des Magnetventils
zu beeinträchtigen - möglich, den Restluftspalt 16 bis auf ein Maß von circa 0,02
mm zu reduzieren. Dies erfolgt entweder durch eine Restluftspaltscheibe 15 mit einer
Dicke von 0,02 mm bei einer ebenen Ankerplatte 9 oder Magnetbaugruppe 2 im Bereich
des Restluftspalts 16. Diese Ausführung ist auf der linken Seite der Figur 1 dargestellt.
[0020] Auf der rechten Seite der Figur 1 wird ebenfalls ein Restluftspalt 16 mit einer Dicke
von circa 0,02 mm realisiert. Dies wird hier durch eine Restluftspaltscheibe 15 mit
einer Dicke von 0,05 mm bei einer um 0,03 mm gestuften Ankerplatte 9 (oder Magnetbaugruppe2)
im Bereich des Restluftspalts 16 erreicht. Wegen der geringeren Bearbeitungskosten
ist die erste Variante normalerweise vorteilhafter. Es wird abschließend darauf hingewiesen,
dass die Darstellung der Dicke des Restluftspalts 16 auf der linken und der rechten
Seite der Zeichnung nicht maßstäblich zueinander dargestellt ist.
1. Magnetventil (1) mit einer Magnetbaugruppe (2), aufweisend eine Magnetspule (5) und
einen Magnetkern bestehend aus einem Magnetkerninnenpol (3) und einem Magnetkernaußenpol
(4), ferner aufweisend eine Ankerplatte (9) sowie einen Ankerbolzen (11), einen durch
eine Restluftspaltscheibe (15) gebildeten Anschlag im Bereich einer Stirnseite (8)
des ankerplattenseitigen Magnetkerns, wobei weiterhin zwischen der Ankerplatte (9)
und dem Magnetkern ein Restluftspalt (16) besteht,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teilbereich zumindest eines Bauteils aus der in dem Bereich des Restluftspalts
(16) zusammenwirkenden Bauteilgruppe Magnetkerninnenpol (3), Magnetkernaußenpol (4),
Restluftspaltscheibe (15) und/oder Ankerplatte (9) aus einem nicht-kristallinen Material
gefertigt ist.
2. Magnetventil (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material ein amorphes Metall ist.
3. Magnetventil (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das amorphe Metall eine hohe magnetische Permeabilität aufweist.
4. Magnetventil (1) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das amorphe Metall eine geringe Hysterese aufweist.
5. Magnetventil (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Restluftspaltscheibe (15) eine Dicke von 0,01 mm bis 0,05 mm, insbesondere von
0,02 mm bis 0,04 mm aufweist.
6. Magnetventil (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetkerninnenpol (3) und der Magnetkernaußenpol (4) auf der Restluftspaltseite
eine Beschichtung mit einer Dicke von 0,01 mm bis 0,05 mm, insbesondere von 0,02 mm
bis 0,04 mm aufweisen.
7. Magnetventil (1) nach einem der vorherigen Ansprüche für einen Injektor eines Common-Rail-Einspritzsystems.
8. Herstellungsverfahren für ein Magnetventil (1) mit einer Magnetbaugruppe (2), aufweisend
eine Magnetspule (5) und einen Magnetkern bestehend aus einem Magnetkerninnenpol (3)
und einem Magnetkernaußenpol (4), ferner aufweisend eine Ankerplatte (9) sowie einen
Ankerbolzen (11), einen durch eine Restluftspaltscheibe (15) gebildeten Anschlag im
Bereich einer Stirnseite (8) des ankerplattenseitigen Magnetkerns, wobei weiterhin
zwischen der Ankerplatte (9) und dem Magnetkern ein Restluftspalt (16) besteht, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teilbereich zumindest eines Bauteils aus der in dem Bereich des Restluftspalts
(16) zusammenwirkenden Bauteilgruppe Magnetkerninnenpol (3), Magnetkernaußenpol (4),
Restluftspaltscheibe (15) und/oder Ankerplatte (9) aus einem nicht-kristallinen Material
gefertigt wird.