(19)
(11) EP 2 533 257 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.2012  Patentblatt  2012/50

(21) Anmeldenummer: 11004703.2

(22) Anmeldetag:  09.06.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01F 27/32(2006.01)
H01F 27/28(2006.01)
H01F 41/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: ABB Technology AG
8050 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Weber, Benjamin
    59955 Winterberg (DE)
  • Esenlik, Burak
    33102 Paderborn (DE)
  • Cornelius, Frank
    59936 Olsberg (DE)
  • Tepper, Jens
    59929 Brilon (DE)
  • Tamzart, Abdelbahl
    34127 Kassel (DE)
  • Hoffmann, Roland
    59929 Brilon (DE)

(74) Vertreter: Partner, Lothar et al
ABB AG GF IP Wallstadter Straße 59
68526 Ladenburg
68526 Ladenburg (DE)

   


(54) Transformatorwicklung


(57) Die Erfindung betrifft eine Transformatorwicklung (10, 50, 80), umfassend einen Bandleiter (12, 14, 70) mit rechteckähnlichem Querschnitt und Außenisolation (74), welcher in einer Vielzahl an sowohl mehrlagig (16, 18, 20) radial übereinander als auch axial benachbart angeordneten Windungen (84, 86, 88) um eine Wickelachse (38, 82) gewickelten ist, so dass ein hohlzylindrischer Wicklungskörper gebildet ist. Durch radial übereinander angeordnete Windungen (84, 86, 88) sind jeweilige bündige radiale Spalten (22, 24, 26) gebildet und der gewickelte Bandleiter (12, 14, 70) ist zumindest bei der Mehrzahl der Windungen (84, 86, 88) bei einem Wechsel zu einer benachbarten Spalte (22, 24, 26) auch in eine benachbarte Wickellage (16, 18, 20) geführt und umgekehrt, so dass parallele schräg verlaufende Wicklungsscheiben (30, 52, 54, 56) gebildet sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Transformatorwicklung, umfassend einen Bandleiter mit rechteckähnlichem Querschnitt und Außenisolation, welcher in einer Vielzahl an sowohl mehrlagig radial übereinander als auch axial benachbart angeordneten Windungen um eine Wickelachse gewickelt ist, so dass ein hohlzylindrischer Wicklungskörper gebildet ist.

[0002] Es ist allgemein bekannt, dass in Energieversorgungsnetzen Leistungstransformatoren eingesetzt werden, beispielsweise um eine Spannungsebene von 30kV mit einer Spannungsebene von 6kV zu koppeln. Die genannten Spannungsebenen sind für Energieversorgungsnetze, welche auch Spannungsebenen von 380kV und höher aufweisen können, verhältnismäßig gering. Häufig werden dort Trockentransformatoren eingesetzt, deren Nennleistung beispielsweise einige 100kVA bis 10MVA und höher betragen kann. Aufgrund der relativ niedrigen Nennspannung, insbesondere auf der Unterspannungsseite, ist je nach Nennleistung des Transformators mit entsprechend hohen Strömen zu rechnen, beispielsweise auch mit mehreren hundert Ampere.

[0003] Um diese hohen Ströme elektrisch leiten zu können, ist der Querschnitt des Wicklungsleiters entsprechend hoch zu wählen. In diesem Zusammenhang hat sich die Verwendung eines Wicklungsleiters mit rechteckigem Querschnitt als vorteilhaft erwiesen, weil so der Füllfaktor des zur Verfügung stehenden Wickelfensters eines Transformatorkerns, auf welchem die Transformatorwicklung angeordnet ist, gegenüber einem Wicklungsleiter mit rundem Querschnitt in verbesserter Weise ausgenutzt wird. Der Füllfaktor ist bestimmt durch das Verhältnis von mit Leitermaterial gefüllten und dem zur Verfügung stehendem Raum für die Transformatorwicklung. Idealerweise ist der zur Verfügung stehende Raum möglichst mit Leitermaterial gefüllt. Somit lässt sich die Leistung eines Transformators bei gegebener Außenabmessung vorteilhaft steigern. Ein derartiger Wicklungsleiter mit rechteckförmigem Querschnitt, welcher auch Bandleiter genannt wird, kann beispielsweise eine Dicke von 7mm und eine Breite von 16mm aufweisen. Der Leiter als solcher ist zumeist aus Kupfer oder Aluminium ausgeführt und von einer Isolationsschicht umgeben, beispielsweise aus einem Isolationslack. Diese Isolationsschicht ist derart bemessen, dass eine Spannungsbeanspruchung, wie sie im Betrieb der Wicklung zum Beispiel zwischen zwei benachbarten Windungen auftritt, beispielsweise 100V, gehalten wird, wohingegen bei aneinandergrenzenden Wicklungslagen die Spannungsbeanspruchung so groß ist, dass noch in nachteiliger Weise eine zusätzliche Isolationsschicht zwischen benachbarten Wickellagen einzubringen ist.

[0004] Zur Vermeidung oder zumindest Reduktion derartiger Isolationslagen ist es bei Wicklungsleitern mit rundem Querschnitt weiterhin bekannt, Wicklungen im sogenannten Pilgerschrittverfahren herzustellen, wie beispielsweise in der Patentschrift DE 829334 beschrieben, dort allerdings für Wicklungen von weit geringeren Dimensionen als Transformatorwicklungen für die genannten Leistungsklassen, sondern vielmehr für NF-Übertrager oder Zündspulen. Hierbei wird nicht - wie sonst üblich - eine komplette Wickellage längs der gesamten axialen Erstreckung der Spule gewickelt und dann auf die nächste Lage übergegangen. Vielmehr wird beim Wickelvorgang durch eine Überlagerung einer axialen Hin- und Herbewegung einer Wicklungsleiterführungsvorrichtung mit einer linearen Bewegung längs der Wickelachse eine zumindest abschnittsweise schräge Anordnung von Wicklungsbereichen beziehungsweise Wickellagen zur Wickelachse erreicht. Dies hat den Vorteil, dass die effektive Länge der jeweiligen Wickellagen verkürzt ist und die Spannungsbeanspruchung zwischen den Wickellagen damit entsprechend reduziert ist. Hierdurch können in vorteilhafter Weise zusätzliche Isolationsschichten zwischen den jeweiligen Wickellagen entfallen, weil typischerweise die Isolation des Wicklungsleiters hierfür ausreichend ist. Als nachteilig erweist es sich jedoch, dass bedingt durch das Wickelverfahren an den axialen Enden der Wicklung ein lagenweiser Abfall der Wicklungsdicke unvermeidbar ist, so dass in den Stirnbereichen ungenutzte Bereiche gebildet sind und der Füllfaktor entsprechend nachteilig reduziert ist.

[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine Transformatorwicklung bereitzustellen, welche die oben angegebenen Nachteile vermeidet und insbesondere einen hohen Füllfaktor aufweist.

[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Transformatorwicklung der eingangs genannten Art. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass durch radial übereinander angeordnete Windungen jeweilige bündige radiale Spalten gebildet sind und der gewickelte Bandleiter zumindest bei der Mehrzahl der Windungen bei einem Wechsel zu einer benachbarten Spalte auch in eine benachbarte Wickellage geführt ist und umgekehrt, so dass parallele schräg verlaufende Wicklungsscheiben gebildet sind.

[0007] Die Grundidee der Erfindung besteht darin, einen Wicklungsleiter mit rechteckigem Querschnitt zu verwenden und derart anzuordnen beziehungsweise zu wickeln, dass sowohl zusätzliche Isolationslagen vermieden sind als auch in den Stirnbereichen der Wicklung ein hoher Füllfaktor gewährleistet ist. Zur Erreichung eines hohen Füllfaktors auch in den Stirnbereichen der Transformatorwicklung ist eine matrixähnliche Anordnung der Windungen des Wicklungsleiters um die Wickelachse vorgesehen, nämlich in bündigen radialen Spalten des jeweiligen Leiterquerschnittes, wobei mehrere radiale Spalten nebeneinander angeordnet sind. Hierdurch ist der zur Verfügung stehende Wicklungsraum maximal ausgenutzt, also ein hoher Füllfaktor erreicht. Eine derartige Anordnung ist lediglich mit einem Wicklungsleiter mit rechteckigem Querschnitt möglich, nicht jedoch mit einem Rundleiter.

[0008] Durch die erfindungsgemäße Wickelleiterführung, nämlich den vorzugsweise gleichzeitigen Wechsel einer Zeile und einer Spalte nach Umlauf einer jeweiligen Windung in der jeweiligen Wickelanordnung, sind schräg verlaufende parallele Wicklungsscheiben gebildet, deren Länge kürzer ist als die Länge einer über die gesamte axiale Länge der Transformatorwicklung durchgewickelten Wickellage. Zwischen benachbarten Wicklungsscheiben ist bei gleichzeitig optimiertem Füllfaktor des Wickelfensters eine geringere Spannungsbeanspruchung gegeben als zwischen benachbarten Wickellagen. Die Spannungsbeanspruchung zwischen benachbarten Wicklungsleitern von verschiedenen Wicklungsscheiben oder Wickellagen entspricht dem Spannungszuwachs pro Windung bei Betrieb der Wicklung multipliziert mit der Anzahl der Windungen zur elektrischen Verbindungsstelle dazwischen. Je weiter die Windungen von der Verbindungsstelle entfernt sind, desto höher ist die Spannungsbeanspruchung aufgrund der dann erhöhten Windungsanzahl zur Verbindungsstelle. Schräge Wickellagen sind aus geometrischen Gründen kürzer als die gesamte axiale Länge einer Transformatorwicklung und begünstigen daher eine geringere Spannungsbeanspruchung. Eine zusätzliche Isolationsschicht kann damit typischerweise entfallen oder zumindest dünner ausgeführt werden, was sich wiederum positiv auf den Füllfaktor auswirkt, da der gewonnene Raum für die Anordnung weiterer Windungen nutzbar oder die Wicklung auch entsprechend kleiner ausführbar ist.

[0009] Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen Transformatorwicklung ist der hohlzylindrische Wicklungskörper demgemäß an wenigstens einem seiner beiden axialen Enden durch eine von bündig radial übereinander angeordneten Windungen gebildeten Stirnfläche begrenzt um so den Füllfaktor, also das Verhältnis von mit Leitermaterial gefüllten und zur Verfügung stehendem Raum, zu optimieren.

[0010] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Transformatorwicklung sind an den axialen Enden des hohlzylindrischen Wickelkörpers verkürzte schräg verlaufende Wicklungsscheiben gebildet, welche nicht über alle Wickellagen geführt sind. Dies ist insbesondere in den Stirnbereichen des hohlzylindrischen Wickelkörpers vorteilhaft, um so auch die Eckbereiche auszufüllen und damit den Füllfaktor weiter zu erhöhen beziehungsweise eine durch eine von bündig radial übereinander angeordneten Windungen gebildete Stirnfläche zu ermöglichen.

[0011] Einer weiteren Variante der erfindungsgemäßen Transformatorwicklung folgend weist diese auch Windungen auf, bei denen der gewickelte Bandleiter bei einem Wechsel in eine benachbarte Spalte in derselben Wickellage verbleibt, so dass ein axial verlaufender Wickelbereich gebildet ist, dessen axiale Länge jedoch kürzer ist als die axiale Länge des Wickelkörpers, wobei gemäß einer weiteren Erfindungsvariante wenigstens zwei axial verlaufende Wickelbereiche radial übereinander angeordnet sind. Durch die Verkürzung der Länge der axialen Wicklungsbereiche ist nämlich die Spannungsbeanspruchung zwischen den jeweiligen Wicklungsbereichen vorteilhaft reduziert, so dass auch in diesem Fall typischerweise auf eine zusätzliche Isolationsschicht verzichtet werden kann. Die Mehrzahl der Windungen ist jedoch erfindungsgemäß in parallelen schräg verlaufenden Wicklungsscheiben angeordnet. Der Hintergrund hierfür ist, dass die Dicke einer Transformatorwicklung beziehungsweise eines durch den gewickelten Wicklungsleiter gebildeten Wicklungsquerschnitts normalerweise deutlich geringer ist als die axiale Länge einer Transformatorwicklung. Deshalb lässt sich in der schrägen Anordnung mit radialer Komponente relativ einfach eine geringe Zahl an Windungen pro Wicklungsscheibe erzielen, welche zumindest im axial mittleren Bereich der Transformatorwicklung üblicherweise der Anzahl der Wickellagen entspricht. Dies wirkt sich vorteilhaft auf eine reduzierte Spannungsbelastung aus.

[0012] Eine weitere erfindungsgemäße Erfindungsvariante ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Wicklungsscheiben und/oder radial übereinander angeordneten axialen Wickelbereichen eine jeweilige Isolationsschicht vorgesehen ist. Dies ist insoweit eine optionale Zusatzlösung für den Fall, dass die Isolation des Wicklungsleiters nicht ausreichend ist für die Isolation zwischen benachbarten Wickellagen beziehungsweise Wicklungsscheiben, beispielsweise aufgrund einer sehr hohen Nennspannung. Für den Fall, dass eine derartige Isolationslage notwendig sein sollte, ist diese jedoch entsprechend dünner auszuführen. Als Isolationsmaterial eignet sich beispielsweise ein gewickeltes harzgetränktes (Glas-) Faserroving, welches dann im weiteren Fertigungsprozess der Transformatorwicklung ausgebacken wird.

[0013] Gemäß einer weiteren Erfindungsvariante umfasst der hohlzylindrische Wickelkörper eine weitere, galvanisch getrennte hohlzylindrische Wicklung, welche sich radial außen oder auch radial innen anschließt. Dies ist beispielsweise eine Oberspannungswicklung, welche mit der darunterliegenden und dann als Unterspannungswicklung genutzten Transformatorwicklung bei Betrieb des Transformators zusammenwirkt.

[0014] Bevorzugter Weise ist hohlzylindrisch ausgestalteter Kühlkanal zwischen den beiden Wicklungen vorgesehen, welcher bei Betrieb der Transformatorwicklung die entstehende Verlustwärme abführt. Dieser kann selbstverständlich auch in Form von mehreren ringförmig angeordneten segmentähnlichen Einzelkanälen erfolgen. Insbesondere bei Trockentransformatoren, für die die erfindungsgemäße Wicklung typischerweise vorgesehen ist, stellt sich im Gegensatz zu Öltransformatoren verstärkt die Aufgabe, die im Betrieb entstehende Verlustwärme abzuführen. Bei Öltransformatoren fungiert das Isolationsmedium Öl gleichzeitig auch als Kühlmedium.

[0015] Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Transformatorwicklung erschließen sich auch für einen Transformator, umfassend wenigstens einen Transformatorkern und eine erfindungsgemäße Transformatorwicklung. Vorzugsweise ist ein Transformator jedoch dreiphasig ausgeführt, um in typischen Energieverteilungsnetzen eingesetzt werden zu können.

[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten sind den weiteren abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.

[0017] Anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung, weitere Ausführungsformen und weitere Vorteile näher beschrieben werden.

[0018] Es zeigen:
Fig. 1
einen Schnitt durch eine exemplarische erste Transformatorwicklung,
Fig. 2
einen Teilschnitt durch eine exemplarische zweite Transformatorwick-lung,
Fig. 3
einen Bandleiter mit rechteckähnlichem Querschnitt sowie
Fig. 4
Seitenansicht auf Teil von einer dritten Transformatorwicklung.


[0019] Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine exemplarische erste Transformatorwicklung 10. Um eine Wickelachse 38 herum angeordnet ist eine hohlzylindrische Transformatorwicklung, welche aus einer Vielzahl Windungen eines Wicklungsleiters gebildet ist, wobei der Anfang des Wicklungsleiters mit der Bezugsziffer 12 und das Ende des Wickelleiters mit der Bezugsziffer 14 gekennzeichnet ist. Der Wickelleiter ist in der Schnittdarstellung matrixähnlich radial um die Wickelachse 38 angeordnet, also in jeweils bündigen radialen Spalten 22, 24, 26 und jeweiligen benachbarten Wickellagen 16, 18, 20. Der Wickelsinn des Wickelleiters - also nicht der Leiterverlauf an sich - ist mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnet, welche sich mäanderförmig zwischen Anfang 12 und Ende 14 des Wickelleiters erstreckt. Die erste Windung beginnt in der Schnittansicht unten links mit der Bezugsziffer 12 und geht an ihrem Ende, also nach 360°, über in die zweite Windung, welche in derselben Wicklungslage 16 in der zweiten radialen Spalte 24 beginnt. Im weiteren Wickelverlauf sind durch den jeweiligen Spalten- und Lagenversatz bedingt parallele schräg verlaufende Wicklungsscheiben gebildet, von denen eine exemplarische Wicklungsscheibe mit der Bezugsnummer 30 gekennzeichnet ist. Am Ende einer jeweiligen Wicklungsscheibe erfolgt ein Wechsel zur jeweils benachbarten Wicklungsscheibe, wie mit den Bezugsziffern 32, 34 und 36 angedeutet ist. In der Figur ist in radialer und axialer Richtung ein Abstand zwischen benachbarten Windungen angedeutet, welcher in der Realität aber nur wenn überhaupt dann nur marginal vorhanden ist. Der Wickelleiter ist beispielsweise mit einer Schicht aus Isolationslack überzogen, so dass benachbarte Windungen gegeneinander isoliert sind.

[0020] Im unteren Bereich der Figur ist die auf der anderen Seite der Rotationsachse 38 zwangsläufig vorhandene nahezu identische Querschnittskontur vereinfacht mit einem Rechteck mit der Bezugsziffer 46 dargestellt. Der durch den Wicklungsleiter gebildete hohlzylindrische Wicklungskörper ist in einen in der Form darauf angepassten hohlzylindrischen Spulenkörper 40 eingepasst. Der innerhalb des Spulenkörpers 38 vorhandene Raum ist durch die gewählte Wicklungsleiteranordnung in hohem Maße ausgenutzt, so dass auch ein entsprechend hoher Füllfaktor gegeben ist. Die senkrecht zur Wickelachse verlaufenden Stirnseiten sind an der Querschnittskontur mit den Bezugsziffern 42 und 44 angedeutet.

[0021] Fig. 2 zeigt einen Teilschnitt durch eine exemplarische zweite Transformatorwicklung 50. Diese entspricht im Wesentlichen der Transformatorwicklung aus der vorherigen Figur, weist aber einen geänderten Wickelsinn auf. Im linken Bereich sind innerhalb der ersten drei linken bündigen radialen Spalten axial verlaufende Wicklungsbereiche gebildet, wie mit den Bezugsziffern 58 und 60 angedeutet. Diese gehen an ihrer der ersten Stirnfläche 64 der Transformatorwicklung abgewandten Seite über in schräg verlaufende Wicklungsscheiben, welche mit den Bezugsziffern 52, 54, 56 angedeutet sind. Die Wicklungsscheibe mit der Bezugsziffer 56 ist verkürzt, um so auch den in der Figur rechts oben dargestellten Bereich der Transformatorwicklung auszufüllen und damit den Füllfaktor zu erhöhen. Die zweite Stirnfläche der Transformatorwicklung ist mit der Bezugsziffer 62 angedeutet.

[0022] Fig. 3 zeigt einen Bandleiter 70 mit rechteckähnlichem Querschnitt, welcher einen inneren Leiter 72 aus Kupfer beziehungsweise Aluminium aufweist und welcher von einer Isolationsschicht 74 umgeben ist. Die Höhe eines derartigen Bandleiters beträgt beispielsweise 2mm bis 10mm und die Breite beispielsweise 7mm bis 30mm. Die Dicke der Isolationsschicht beträgt - je nach Anforderungen - beispielsweise 50µm bis 200µm.

[0023] Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht auf einen Teil einer schematisch sehr vereinfacht dargestellten dritten Transformatorwicklung 80. Um eine Wickelachse 82 angeordnet sind in einem radialen Abstand und benachbart zueinander eine erste 84, eine zweite 86 und eine dritte 88 Windung eines Wicklungsleiters. Ein Lagenwechsel zwischen den verschiedenen Windungen ist schematisch mit den Bezugsziffern 90 und 92 angedeutet.

Bezugszeichenliste



[0024] 
10
Schnitt durch exemplarische erste Transformatorwicklung
12
Anfang des Bandleiters
14
Ende des Bandleiters
16
erste Wickellage
18
zweite Wickellage
20
dritte Wickellage
22
erste radiale Spalte
24
zweite radiale Spalte
26
dritte radiale Spalte
30
schräg verlaufende Wickelscheibe
32
radial innen verlaufender Spaltenwechsel
34
radial außen verlaufender Spaltenwechsel
38
Wickelachse
40
Spulenkörper
42
erste Stirnfläche von erster Transformatorwicklung
44
zweite Stirnfläche von erster Transformatorwicklung
46
Querschnittskontur von erster Transformatorwicklung
50
Teilschnitt durch exemplarische zweite Transformatorwicklung
52
erste schräg verlaufende Wickelscheibe
54
zweite schräg verlaufende Wickelscheibe
56
dritte schräg verlaufende verkürzte Wickelscheibe
58
erster axial verlaufender Wickelbereich
60
zweiter axial verlaufender Wickelbereich
62
zweite Stirnfläche von zweiter Transformatorwicklung
64
erste Stirnfläche von zweiter Transformatorwicklung
70
Bandleiter mit rechteckähnlichem Querschnitt
72
metallischer Leiter
74
Isolationsschicht
80
Seitenansicht auf Teil von dritter Transformatorwicklung
82
Wickelachse
84
erste Windung
86
zweite Windung
88
dritte Windung
90
erster Lagenwechsel des Leiters
92
zweiter Lagenwechsel des Leiters



Ansprüche

1. Transformatorwicklung (10, 50, 80), umfassend einen Bandleiter (12, 14, 70) mit rechteckähnlichem Querschnitt und Außenisolation (74), welcher in einer Vielzahl an sowohl mehrlagig (16, 18, 20) radial übereinander als auch axial benachbart angeordneten Windungen (84, 86, 88) um eine Wickelachse (38, 82) gewickelt ist, so dass ein hohlzylindrischer Wicklungskörper gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
durch radial übereinander angeordnete Windungen (84, 86, 88) jeweilige bündige radiale Spalten (22, 24, 26) gebildet sind und der gewickelte Bandleiter (12, 14, 70) zumindest bei der Mehrzahl der Windungen (84, 86, 88) bei einem Wechsel zu einer benachbarten Spalte (22, 24, 26) auch in eine benachbarte Wickellage (16, 18, 20) geführt ist und umgekehrt, so dass parallele schräg verlaufende Wicklungsscheiben (30, 52, 54, 56) gebildet sind.
 
2. Transformatorwicklung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der hohlzylindrische Wicklungskörper an wenigstens einem seiner beiden axialen (38, 82) Enden durch eine von bündig radial übereinander angeordneten Windungen (84, 86, 88) gebildeten Stirnfläche (42, 44, 62, 64) begrenzt ist.
 
3. Transformatorwicklung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den axialen (38, 82) Enden des hohlzylindrischen Wickelkörpers verkürzte schräg verlaufende Wicklungsscheiben (56) gebildet sind, welche nicht über alle Wickellagen (16, 18, 20) geführt sind.
 
4. Transformatorwicklung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese auch Windungen (84, 86, 88) aufweist, bei denen der gewickelte Bandleiter (12, 14, 70) bei einem Wechsel in eine benachbarte Spalte in derselben Wickellage (16, 18, 20) verbleibt, so dass ein axial (38, 82) verlaufender Wickelbereich (58, 60) gebildet ist, dessen axiale (38, 82) Länge jedoch kürzer ist als die axiale Länge des Wickelkörpers.
 
5. Transformatorwicklung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei axial (38, 82) verlaufende Wickelbereiche (58, 60) radial übereinander angeordnet sind.
 
6. Transformatorwicklung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Wicklungsscheiben (30, 52, 54, 56) und/oder radial übereinander angeordneten axialen Wickelbereichen (58, 60) eine jeweilige Isolationsschicht vorgesehen ist.
 
7. Transformatorwicklung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der hohlzylindrische Wickelkörpern eine weitere, galvanisch getrennte hohlzylindrische Wicklung umfasst, welche sich radial anschließt.
 
8. Transformatorwicklung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein vorzugsweise hohlzylindrisch ausgestalteter Kühlkanal zwischen den beiden Wicklungen vorgesehen ist.
 
9. Transformator mit wenigstens einer Transformatorwicklung nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente