[0001] Die Erfindung betrifft ein Biegewerkzeug sowie eine daraus gebildete Biegewerkzeuganordnung
zum Erzeugen einer stufenförmigen Z-Biegung an einem Werkstück gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1 bzw. dem Oberbegriff des Anspruches 17.
[0002] Die Herstellung von Stufen in flächigen Werkstücken mittels eines Umformverfahrens
erfolgt zumeist indem eine Abkantung in einer Richtung mit einer dazu benachbarten
parallelen Abkantung in der entgegengesetzten Richtung kombiniert wird. Zur Herstellung
solcher auch Z-Biegung genannter Umformungen an einem Werkstück werden an Biegepressen
spezielle Biegewerkzeuge eingesetzt, mit denen zwei solche gegensinnige Abkantungen
mit einem einzigen Umformvorgang durchgeführt werden können. Um Werkstücke mit unterschiedlichen
Stufenhöhen, also unterschiedlichen Abständen zwischen den benachbarten Biegekanten
am fertigen Werkstück herstellen zu können, sind dafür spezielle verstellbare Biegewerkzeuge
entwickelt worden.
[0003] Ein verstellbares Biegewerkzeug ist beispielsweise aus
EP 2 292 342 A1 bekannt und besitzt eine feststehende Umformkante sowie eine verstellbare Umformkante.
Durch Zusammenwirken mit einem dazu passenden zweiten derartigen Biegewerkzeug können
unterschiedliche Stufenhöhen an Werkstücken mit ein und derselben Biegewerkzeuganordnung
hergestellt werden.
[0004] Der unterschiedliche Abstand zwischen erster Umformkante und zweiter Umformkante
wird bei diesem bekannten Biegewerkzeug dadurch ermöglicht, dass gegen einen ersten
feststehenden Umformkörper mittels einer Schraube ein zweiter Umformkörper gespannt
wird und zwischen dem ersten Umformkörper und dem verstellbaren zweiten Umformkörper
vor dem Spannen der Schrauben geeignete, unterschiedliche Abstandelemente eingesetzt
werden. Ein derartiges Biegewerkzeug ist durch die Verwendung solcher Abstandelemente
baulich aufwendig und ist auch die Durchführung einer Verstellung der Stufenhöhe umständlich
und zeitaufwändig.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein verstellbares Biegewerkzeug für Z-Biegungen
bereitzustellen, das einfach aufgebaut ist und bei dem der Verstellvorgang zur Veränderung
der Stufenhöhe einfach ausführbar ist.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein gattungsgemäßes Biegewerkzeug mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Dadurch, dass der zweite Umformkörper an seiner der zweiten Umformkante gegenüberliegenden
Basisfläche eine erste Formschlussstruktur aufweist, mit der er an einer an der Stützfläche
des Werkzeuggrundkörpers ausgebildeten zweiten Formschlussstruktur an verschiedenen
Eingriffspositionen festsetzbar ist und die unterschiedlichen Eingriffspositionen
verschiedene Abstände der zweiten Umformkante zur ersten Umformkante bewirken, entfallen
gegenüber einem Biegewerkzeug gemäß dem Stand der Technik sowohl die Abstandhalterelemente,
die die Stufenhöhe definieren, als auch die Befestigungsschrauben, die den verstellbaren,
zweiten Umformkörper relativ zum ersten feststehenden Umformkörper fixieren. Ein erfindungsgemäßes
Biegewerkzeug erfordert, dass das damit zusammenwirkende zweite Biegewerkzeug eine
dazu passende Geometrie, insbesondere der Umformkanten aufweist und es ist möglich,
ein erfindungsgemäßes, verstellbares Biegewerkzeug mit einem passenden, nicht verstellbaren
Biegewerkzeug zu kombinieren. Vorteilhafterweise werden jedoch zwei verstellbare erfindungsgemäße
Biegewerkzeuge eine Biegewerkzeuganordnung zum Umformen eines Werkstückes bilden.
[0008] Der formschlüssige Eingriff zwischen zweitem Umformkörper und Grundkörper dient somit
gleichzeitig der exakten Positionierung des verstellbaren Umformkörpers als auch der
Kraftübertragung zwischen diesen Bauteilen während eines Umformvorganges.
[0009] Die Formschlussstruktur ist derart ausgebildet, dass die in Eingriff befindlichen
Formschlusselemente bei einem Biegevorgang die auftretenden Kräfte zwischen zweitem
Umformkörper und Grundkörper übertragen können und sind insbesondere so dimensioniert,
dass die auftretenden Scherbelastungen beschädigungsfrei ertragen werden.
[0010] Die Feinheit der Verstellung des zweiten Umformkörpers relativ zum ersten Umformkörper
und somit die Anzahl der möglichen Eingriffspositionen ist durch die Ausführung der
Formschlussstrukturen vorgegeben. Für die meisten Anwendungsfälle ist jedoch eine
sehr feine Abstufung oder eine stufenlose Verstellbarkeit, wie sie durch ein aus dem
Stand der Technik bekanntes Biegewerkzeug gegeben ist, nicht erforderlich.
[0011] Zur Durchführung einer Verstellung werden die Formschlussstrukturen außer Eingriff
gebracht, indem der zweite Umformkörper vom Grundkörper abgehoben wird und anschließend
in einer anderen Eingriffsposition wieder in Eingriff mit dem Grundkörper gebracht
wird. Dies kann auf einfache Weise und vorzugsweise auch werkzeuglos erfolgen.
[0012] Damit die eingestellte Position des zweiten Umformkörpers bei der Durchführung von
Umformvorgängen zuverlässig beibehalten wird, ist es von Vorteil, wenn am Grundkörper
oder am ersten Umformkörper eine deaktivierbare Fixieranordnung ausgebildet ist, die
die Formschlussstruktur des zweiten Umformkörpers in Eingriff mit der zweiten Formschlussstruktur
hält. Diese Fixieranordnung sorgt dafür, dass der zweite Umformkörper auch in Eingriff
mit der Formschlussstruktur am Grundkörper verbleibt, falls beim Öffnen der Biegewerkzeuganordnung
Zugkräfte auftreten, durch die der zweite Umformkörper gelöst werden könnte. Zum Verstellen
des zweiten Umformkörpers kann die Fixieranordnung deaktiviert bzw. gelöst werden.
[0013] Die Fixieranordnung kann eine formschlüssige oder eine kraftschlüssige Positionssicherung
des zweiten Umformkörpers bewirken und kann weiters vorzugsweise werkzeuglos aktiviert
bzw. deaktiviert werden. Als formschlüssige Fixieranordnung kann beispielsweise ein
Steckelement, das den zweiten Umformkörper und den Grundkörper oder den zweiten Umformkörper
und den ersten Umformkörper gleichzeitig durchsetzt, vorgesehen sein. Weiters kann
eine Bewegungsführung des zweiten Umformkörpers am ersten Umformkörper oder am Grundkörper
vorgesehen sein, z.B. eine Schwalbenschwanzführung oder T-Nut-Führung, die durch ein
Sperrelement blockiert wird und dadurch eine Bewegung des zweiten Umformkörpers in
der Bewegungsführung und das Lösen der Formschlussstrukturen unterbunden wird.
[0014] Bei einer kraftschlüssigen Fixieranordnung kann die Verwendung eines Federelements
vorgesehen sein, das die Formschlussstruktur des zweiten Umformkörpers mit einer bestimmten
Mindestkraft gegen die Formschlussstruktur am Grundkörper bzw. am ersten Umformkörper
presst.
[0015] Eine bauliche Ausführung der Formschlussstrukturen mit guter Kraftübertragung und
der Möglichkeit, exakte Stufenhöhen auf einfache Weise einstellen zu können, wird
erzielt, wenn die erste und zweite Formschlussstruktur durch zumindest einen Steckvorsprung
und mit diesem korrespondierende Steckausnehmungen oder durch Verzahnungen mit konstanter
Teilung an der Basisfläche des zweiten Umformkörpers und an der Stützfläche am Werkzeuggrundkörper
gebildet sind. Die Ausführung mit zusammenwirkenden Steckvorsprüngen und Steckausnehmungen
am Grundkörper und am verstellbaren, zweiten Umformkörper entspricht einer punktuellen
Fixierung des zweiten Umformkörpers, während eine zu den Umformkanten parallel verlaufende
Verzahnung eine linienartige Fixierung und Berührung zwischen zweitem Umformkörper
und Grundkörper darstellt.
[0016] Bei Formschlussstrukturen in Form von Verzahnungen ist es von Vorteil, wenn die Verzahnung
Zahnflanken aufweist, die etwa parallel zu der den Zwischenraum zwischen erster und
zweiter Umformkante begrenzenden, an die zweite Umformkante anschließende Umformfläche
am zweiten Umformkörper verlaufen. Die vom zweiten Biegewerkzeug und dem umzuformenden
Werkstück auf den zweiten Umformkörper einwirkende Umformkraft wird dadurch von etwa
rechtwinkelig dazu stehenden Flächen zwischen Umformkörper und Grundkörper übertragen.
Die keilartigen Zahnflanken sorgen dabei für einen weitgehend spielfreien Sitz des
zweiten Umformkörpers am Grundkörper auch bei großen Umformkräften.
[0017] Wenn der Zahnflankenwinkel der zusammenwirkenden Verzahnungen etwa 90° beträgt, ergibt
sich ein optimaler Kompromiss aus Formschlusswirkung parallel zur Stützfläche und
mechanischer Belastbarkeit. Weiters können derartige Zahnflankenwinkel mit Standardwerkzeugen
wirtschaftlich vorteilhaft hergestellt werden.
[0018] Wenn die Stützfläche im Wesentlichen rechtwinkelig zur Arbeitsrichtung verläuft,
ist sichergestellt, dass sich die zweite Umformkante bei allen Eingriffspositionen
in Arbeitsrichtung betrachtet auf gleicher Höhe befindet und vorteilhafterweise die
zweite Umformkante in allen Eingriffspositionen des zweiten Umformkörpers gleichzeitig
mit der ersten Umformkante in Kontakt mit dem Werkstück kommt.
[0019] Eine Erleichterung beim Positionieren des zu biegenden Werkstückes am Biegewerkzeug
ist weiters gegeben, wenn am ersten Umformkörper eine an die erste Umformkante anschließende,
zur Arbeitsrichtung rechtwinkelige Anlagefläche ausgebildet ist. Es ergibt sich dadurch
eine Auflagefläche rechtwinkelig zur Arbeitsrichtung und somit in den meisten Fälle
eine horizontale Anlagefläche.
[0020] Wie bereits zuvor erwähnt, ist es von Vorteil, wenn die erste Umformkante und die
zweite Umformkante in Arbeitsrichtung betrachtet auf gleicher Höhe angeordnet sind.
Dadurch ist zum einen das Auflegen eines zu biegenden Werkstücks auf dem Biegewerkzeug
erleichtert und zum anderen das Werkstück ab dem ersten Werkzeugkontakt durch die
mehrfache Kontaktierung zuverlässig in seiner Position für den nachfolgenden Umformvorgang
gesichert.
[0021] Eine für die Praxis vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, dass die Rasterteilung
oder Zahnteilung so gewählt ist, dass eine Verstellung auf die nächste Eingriffsposition
bzw. um einen Zahn eine Veränderung der Stufenhöhe am gebogenen Werkstück um bevorzugte
Maßschritte, z.B. 1 mm bewirkt, da eine feinere Abstufung der Stufenhöhe im Allgemeinen
nicht erforderlich ist. Die Beziehung zwischen Rasterteilung bzw. Zahnteilung und
Veränderung der Stufenhöhe ergibt sich aus dem Winkel zwischen der Stützfläche und
der den Zwischenraum begrenzenden, an die zweite Umformkante anschließenden Umformfläche
am zweiten Umformkörper.
[0022] Um die Beweglichkeit des zweiten Umformkörpers relativ zum Grundkörper auf das für
Verstellbewegungen erforderliche Maß begrenzen zu können, ist es von Vorteil, wenn
der zweite Umformkörper zumindest einen parallel zur Verstellrichtung ausgerichteten
Führungsfortsatz aufweist, der in eine Führungsausnehmung des ersten Umformkörpers
oder des Grundkörpers eingreift. Die Führungsausnehmung ist dazu derart gestaltet,
dass sie für den Führungsfortsatz die für einen Verstellvorgang erforderlichen Bewegungen
zulässt, ein Trennen des zweiten Umformkörpers vom Grundkörper jedoch hemmt oder unterbindet,
wodurch der zweite Umformkörper und der Grundkörper auch baulich eine zusammengehörige
Einheit bilden.
[0023] Um einen Verstellvorgang einfach ausführen zu können, ist es hierbei weiters vorteilhaft,
wenn die Führungsausnehmung ein Spiel quer zur Verstellrichtung des zweiten Umformkörpers
aufweist, das zumindest der Eingriffshöhe der ersten Formschlussstruktur in der zweiten
Formschlussstruktur entspricht, und dadurch ein Anheben des zweiten Umformkörpers
und damit ein Lösen der ersten Formschlussstruktur aus der zweiten Formschlussstruktur
zulässt. Die Eingriffshöhe entspricht z.B. der Zahnhöhe einer Verzahnung mit keilförmigen
oder rechteckigen Zahnprofilquerschnitten.
[0024] Durch mehrere entlang der Werkzeuglänge - entsprechend der Richtung der Umformkanten
- angeordnete Führungsfortsätze greift der zweite Umformkörper gewissermaßen punktuell,
vorzugsweise in regelmäßigen Abständen in den Grundkörper bzw. den ersten Umformkörper
ein.
[0025] Bei Vorhandensein solcher Führungsfortsätze am zweiten Umformkörper kann es von Vorteil
sein, wenn die Fixieranordnung auf diese einwirkt. Die Basisfläche bzw. die Stützfläche
mit der jeweiligen Formschlussstruktur kann dadurch eine größere Fläche aufweisen,
da sie nicht für die Zwecke der Fixierung unterbrochen werden muss.
[0026] Wie bereits zuvor erwähnt, kann die Fixieranordnung auf kraftschlüssiger Basis funktionieren,
wozu die Fixieranordnung ein elastisches Federelement umfasst, das eine Vorspannung
der ersten Formschlussstruktur in Richtung der zweiten Formschlussstruktur bewirkt.
Zur Durchführung einer Verstellung der Stufenhöhe wird der zweite Umformkörper entgegen
der Vorspannkraft außer Eingriff mit der Formschlussstruktur am Grundkörper gebracht
und anschließend in einer neuen Position wieder in Eingriff gebracht. Dieser Verstellvorgang
kann vorteilhafterweise ohne Verwendung von Werkzeugen erfolgen, wodurch der Verstellvorgang
äußerst einfach vorzunehmen ist.
[0027] Eine einfache Möglichkeit der Fixierung mittels eines Federelements besteht darin,
dass das Federelement als am Grundkörper angeordnetes Zugfederelement ausgebildet
ist. Eine derartige Zugfeder kann in einer Ausnehmung, beispielsweise in einem parallel
zur Arbeitsrichtung verlaufenden Schacht, innerhalb des Grundkörpers angeordnet sein
und am unteren Ende dieses Schachtes sowie an der Unterseite des zweiten Umformkörpers
befestigt sein, wodurch eine Vorspannkraft in Eingriffsrichtung der Formschlussstrukturen
bewirkt wird.
[0028] Eine vorteilhafte alternative Ausführung mit einem Federelement besteht darin, dass
das Federelement als am Grundkörper angeordnetes Druckfederelement ausgebildet ist,
das den Führungsfortsatz in der Führungsausnehmung so fixiert, dass die erste Formschlussstruktur
in Richtung der zweiten Formschlussstruktur gedrückt wird. Federelemente in Form von
Druckfedern sind leicht zu montieren, da deren Enden nicht eingehängt werden müssen
und ist daher die Montage solcher Ausführungsformen sehr einfach. Das Druckfederelement
kann beispielsweise in Eingriffsrichtung der Formschlussstrukturen wirken, indem es
in Eingriffsrichtung auf den Führungsfortsatz drückt. Alternativ kann es auch entgegen
der Eingriffsrichtung auf den Führungsfortsatz drücken, und der zweite Umformkörper
um einen zwischen Führungsfortsatz und seiner Formschlussstruktur angeordneten Schwenkpunkt
beweglich sein und der Führungsfortsatz gewissermaßen als Hebel für die Schwenkbewegung
des zweiten Umformkörpers dienen.
[0029] Eine baulich ebenfalls einfache Ausführungsform für eine formschlüssige Fixierung
des zweiten Umformkörpers kann darin bestehen, dass die Fixieranordnung ein am Grundkörper
gelagertes, auf den zweiten Umformkörper bzw. einen an diesem angeordneten Führungsfortsatz
wirkendes Exzenterelement umfasst.
[0030] Die Erfindung betrifft weiters eine Biegewerkzeuganordnung aus zwei zusammenwirkenden
Biegewerkzeugen, wobei zumindest eines der Biegewerkzeuge, vorteilhafterweise jedoch
beide Biegewerkzeuge erfindungsgemäß ausgeführt sind.
[0031] Eine geringe mechanische Belastung für die Formschlussstrukturen ist gegeben, wenn
die Biegewerkzeuge so zueinander angeordnet sind, dass die zweite Umformkante des
verstellbaren zweiten Umformkörpers des ersten Biegewerkzeuges mittig zwischen dritter
Umformkante und vierter Umformkante des zweiten Biegewerkzeuges eingreift, da in diesem
Fall ein verstellbarer Umformkörper am Ende des Umformvorganges in den Zwischenraum
des anderen Biegewerkzeuges eingetaucht ist und dadurch beidseits seiner Umformkante
belastet bzw. gestützt wird.
[0032] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0033] Es zeigen jeweils in stark schematisch vereinfachter Darstellung:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Biegewerkzeuganordnung zum Erzeugen von Z-Biegungen an einem
Werkstück;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Biegewerkzeugs für Z-Biegungen;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Biegewerkzeuges für Z-Biegungen;
- Fig. 4
- ein Biegewerkzeug gemäß Fig. 3 während des Verstellvorganges;
- Fig. 5
- eine Teilansicht eines Biegewerkzeuges gemäß Fig. 3 in Richtung V;
- Fig. 6
- eine Teilansicht eines Biegewerkzeuges mit einer formschlüssig wirkenden Fixieranordnung;
- Fig. 7
- einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Biegewerkzeuges mit einer formschlüssigen
Fixieranordnung;
- Fig. 8
- einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Biegewerkzeuges mit formschlüssiger
Fixieranordnung.
[0034] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiters
können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder
erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0035] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mit umfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mitumfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereich beginnen mit
einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10 oder
weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1 oder 5,5 bis 10.
[0036] Fig. 1 zeigt in einer Schnittdarstellung eine Biegewerkzeuganordnung 1, mit der an
einem Werkstück 2 eine stufenförmige Z-Biegung 3 hergestellt werden kann. Dabei wird
ein ursprünglich ebener Werkstückabschnitt durch zwei zueinander benachbarte parallele
und gegensinnige Abkantvorgänge in zwei ebene Werkstückabschnitte umgeformt, die um
eine Stufenhöhe 4 zueinander versetzt sind. Der Kantwinkel der beiden benachbarten
Abkantungen beträgt vorzugsweise und in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen 90°,
wobei jedoch auch davon abweichende Kantwinkel möglich sind.
[0037] Die Biegewerkzeuganordnung 1 ist an einer Biegepresse, insbesondere einer Abkantpresse,
montiert und umfasst zumindest ein erfindungsgemäßes Biegewerkzeug 5 zur Herstellung
von Z-Biegungen, das mit einem zweiten Biegewerkzeug 6 zur Herstellung von Z-Biegungen
zusammenwirkt. Das zweite Biegewerkzeug 6 kann dabei erfindungsgemäß ausgeführt sein,
oder aber auch durch ein anderes Biegewerkzeug passender Geometrie gebildet sein.
Zur Erzeugung der zwei gegensinnigen Kantungen am Werkstück 2 besitzt das Biegewerkzeug
5 eine erste geradlinige Umformkante 7 und eine zu dieser parallele, geradlinige zweite
Umformkante 8 und wirken diese mit einer ebenfalls dazu parallelen dritten Umformkante
9 und einer vierten Umformkante 10 am zweiten Biegewerkzeug 6 zusammen. Die beiden
Biegewerkzeuge 5 und 6 sind an der Biegepresse zueinander so positioniert, dass ein
Werkstück 2 beim Zusammenpressen der Biegewerkzeuge 5 und 6 von der dritten Umformkante
9 in einen Zwischenraum 11 zwischen der ersten Umformkante 7 und der zweiten Umformkante
8 verformt wird und gleichzeitig von der zweiten Umformkante 8 in einen zweiten Zwischenraum
12 zwischen der dritten Umformkante 9 und der vierten Umformkante 10 verformt wird.
Ein derartiges Biegewerkzeug 5, 6 wirkt somit gleichzeitig als Biegegesenk und Biegestempel
und erfolgen dadurch zwei benachbarte, gegensinnige Abkantvorgänge am Werkstück 2.
Die Relativbewegung zwischen den Biegewerkzeugen 5 und 6 bestimmt die Arbeitsrichtung
13 der Biegewerkzeuganordnung 1 und ist im dargestellten Ausführungsbeispiel wie bei
den meisten Abkantpressen vertikal.
[0038] Das Biegewerkzeug 5 umfasst einen Grundkörper 14, mit dem ein erster Umformkörper
15 fest verbunden ist, der die erste Umformkante 7 aufweist. Der erste Umformkörper
15 kann insbesondere einstückig am Grundkörper 14 angeformt sein, jedoch auch als
getrennter und mit dem Grundkörper 14 fest verbundener Bauteil vorgesehen sein. Die
zweite Umformkante 8 ist an einem verstellbaren zweiten Umformkörper 16 angeordnet
und kann in ihrem Abstand 17 zur ersten Umformkante 7 verändert werden, wodurch sich
auch die Stufenhöhe 4 einer Z-Biegung 3 verändert.
[0039] Der zweite Umformkörper 16 stützt sich mit einer Basisfläche 18, die der zweiten
Umformkante 8 etwa gegenüber liegt, an einer Stützfläche 19 am Grundkörper 14 ab und
werden hier die bei einem Umformvorgang auftretenden Kräfte zwischen dem zweiten Umformkörper
16 und dem Grundkörper 14 übertragen. Damit die zweite Umformkante 8 und der zweite
Umformkörper 16 bei einem Umformvorgang ihre Position zum Grundkörper 14 beibehalten,
weist der zweite Umformkörper 16 an seiner Basisfläche 18 eine erste Formschlussstruktur
20 auf, die in eine zweite Formschlussstruktur 21 an der Stützfläche 19 des Grundkörpers
14 eingreift. Die Formschlussstrukturen 20 und 21 sind in Fig. 1 der Einfachheit halber
durch zwei Rechtecke dargestellt, besitzen tatsächlich jedoch zusammenwirkende Formschlussflächen,
die einer Relativverschiebung des zweiten Umformkörpers 16 entlang der Stützfläche
19 entgegenwirken. Die Formschlussstrukturen 20 und 21 weisen dazu aus dem Stand der
Technik bekannte Kombinationen von korrespondierenden Vorsprüngen und Ausnehmungen
auf, mit denen der zweite Umformkörper 16 an zumindest zwei verschiedenen Positionen
am Grundkörper 14 in Eingriff gebracht werden kann. In Fig. 1 ist der zweite Umformkörper
16 in Volllinien in einer ersten Eingriffsposition 22 dargestellt und in strichlierten
Linien in einer zweiten Eingriffsposition 23 dargestellt. Selbstverständlich können
auch mehr als zwei Eingriffspositionen 22, 23, ... vorgesehen sein, die durch die
Ausführung der Formschlussstrukturen 20 und 21 ermöglicht sind.
[0040] Durch diese unterschiedlichen Eingriffspositionen 22, 23, ... ergeben sich dementsprechend
verschiedene Abstände 17 zwischen erster Umformkante 7 und zweiter Umformkante 8 und
ist es in diesem Zusammenhang für den Fachmann klar erkennbar, dass das zweite Biegewerkzeug
6 an diese geänderte Geometrie des ersten Biegewerkzeuges 5 anzupassen ist und weiters
eine Werkzeugverschiebung 24 quer zur Arbeitsrichtung 13 erforderlich werden kann.
An der Biegepresse sind dazu entsprechende Verstellmöglichkeiten für die Werkzeugverschiebung
24 vorzusehen. Die Anpassung des zweiten Biegewerkzeuges 6 kann durch Austausch gegen
ein anderes zweites Biegewerkzeug 6 mit geänderter Stufenhöhe 4 erfolgen oder aber
auch dadurch, dass das zweite Biegewerkzeug 6 dem verstellbaren Biegewerkzeug 5 entspricht
und ebenfalls auf den passenden Abstand zwischen dritter Umformkante 9 und vierter
Umformkante 10 verstellt wird.
[0041] In Fig. 1 ist durch einen Doppelpfeil die Verstellbewegung 25 des zweiten Umformkörpers
16 angedeutet, die die verschiedenen Eingriffspositionen 22, 23, ... verbindet. Durch
die Formschlussstrukturen 20 und 21 ist jedoch eine Relativverschiebung der Basisfläche
18 auf der Stützfläche 19 verhindert und besteht die eigentliche Verstellbewegung
26 wie mit einem zweifach abgewinkelten Doppelpfeil angedeutet z.B. aus einem Anheben
des zweiten Umformkörpers 16, wodurch der Formschluss gelöst wird, einem Verschieben
des zweiten Umformkörpers 16 und einem Absenken des zweiten Umformkörpers 16, wodurch
der Formschluss an einer anderen Eingriffsposition wieder hergestellt wird.
[0042] Fig. 1 zeigt weiters, dass am Grundkörper 14 oder am ersten Umformkörper 15 eine
deaktivierbare Fixieranordnung 27 vorgesehen sein kann, die die Formschlussstruktur
20 des zweiten Umformkörpers 16 in Eingriff mit der zweiten Formschlussstruktur 21
hält. Die Fixieranordnung ist in Fig. 1 durch ein Rechteck vereinfacht angedeutet,
und wirkt zwischen erstem Umformkörper 15 und dem zweiten Umformkörper 16 wodurch
ein unerwünschtes Lösen der beiden Formschlussstrukturen 20, 21 während der Verwendung
des Biegewerkzeuges 5 verhindert wird. Dadurch ist sichergestellt, dass bei der Verwendung
des Biegewerkzeuges 5 der zweite Umformkörper 16 an seiner Eingriffsposition verbleibt,
auch wenn gegebenenfalls auf ihn Zugkräfte in Arbeitsrichtung 13 einwirken. Die Fixieranordnung
27 kann formschlüssig wirken, und beispielsweise ein Steckelement umfassen, und zusätzlich
oder alternativ kraftschlüssig wirken, beispielsweise durch ein elastisches Federelement.
In weiteren Ausführungsbeispielen sind verschiedene Möglichkeiten der Fixieranordnung
27 dargestellt.
[0043] Der erste Umformkörper 15 weist in Fig. 1 eine an die erste Umformkante 7 anschließende,
zur Arbeitsrichtung rechtwinkelige Anlagefläche 28 auf, die durch ihre horizontale
Orientierung hilfreich beim Vorpositionieren eines zu biegenden Werkstückes 2 ist.
[0044] In Fig. 2 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform
einer Biegewerkzeuganordnung 1 mit einem erfindungsgemäßen Biegewerkzeug 5 gezeigt,
wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie
in der vorangegangenen Fig. 1 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden,
wird auf die detaillierte Beschreibung in der vorangegangenen Fig. 1 hingewiesen bzw.
Bezug genommen und werden in Folge hauptsächlich gegenüber der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 abweichende oder zusätzliche Merkmale beschrieben.
[0045] Die erste Formschlussstruktur 20 an der Basisfläche 18 des zweiten Umformkörpers
16 umfasst im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 einen Steckvorsprung 29, der gegenüber
der Basisfläche 18 in Arbeitsrichtung 13 nach unten vorragt und in einen von zumindest
zwei Steckausnehmungen 30 eingesetzt werden kann, die zusammen die zweite Formschlussstruktur
21 an der Stützfläche 19 des Grundkörpers 14 bilden. Der Einfachheit halber sind in
Fig. 2 nur drei Steckausnehmungen 30 dargestellt, in der Praxis können jedoch auch
nur zwei oder mehr als drei derartige Steckausnehmungen 30 vorgesehen sein, beispielsweise
indem sie zueinander einen geringeren oder größeren Abstand aufweisen, und sich dadurch
verschiedene Abstufungen des Abstandes 17 zwischen erster Umformkante 7 und zweiter
Umformkante 8 ergeben können. Steckvorsprünge 29 und Steckausnehmungen 30 sind entsprechend
der zu erwartenden Belastung durch Umformkräfte in ihren Querschnitten und in ihrer
Anzahl zu bemessen, wobei diese Auslegung rechnerisch oder anhand weniger Versuche
passend erfolgen kann.
[0046] Steckvorsprünge 29 und Steckausnehmungen 30 können auch als Steckraster 31 bezeichnet
werden, insbesondere wenn diese konstante Teilungen bzw. Abstände zwischen den einzelnen
Formschlusselementen aufweisen.
[0047] Das Ausführungsbeispiel in Fig. 2 zeigt eine Fixieranordnung 27, die die Formschlussstrukturen
20 und 21 mittels eines Federelements 32 kraftschlüssig in Eingriff hält und weist
dazu ein Zugfederelement 33 auf, das den zweiten Umformkörper 16 mit dem Grundkörper
14 verbindet und in einer Ausnehmung 34 im Grundkörper 14 angeordnet ist. Zum Verstellen
der Stufenhöhe 4 des Biegewerkzeuges 5, beispielsweise zum Verstellen des zweiten
Umformkörpers 16 von der ersten Eingriffsposition 22 in die strichliert angedeutete
zweite Eingriffsposition 23 wird der zweite Umformkörper 16 entgegen der Federkraft
des Zugfederelements 33 angehoben, wodurch die erste Formschlussstruktur 20 außer
Eingriff mit der zweiten Formschlussstruktur 21 gebracht wird und anschließend in
der gewünschten Eingriffsposition 23 wieder abgesenkt und in dieser Position durch
das Zugfederelement 33 gesichert.
[0048] In Fig. 2 ist am ersten Umformkörper 15 keine Anlagefläche 28 vorgesehen, das Positionieren
eines Werkstückes 2 ist dennoch relativ einfach, da die erste Umformkante 7 und die
zweite Umformkante 8 in Arbeitsrichtung 13 betrachtet wieder auf gleicher Höhe angeordnet
sind. Dadurch, dass die Stützfläche 19 rechtwinkelig zur Arbeitsrichtung 13 verläuft,
ist in allen Eingriffspositionen 22, 23, ... ein horizontales Aufliegen eines zu biegenden
Werkstückes 2 möglich.
[0049] Der Steckvorsprung 29 kann stiftförmig ausgebildet sein und die Steckausnehmungen
30 durch Bohrungen in der Stützfläche 19, wodurch eine punktuell wirkende Formschlusssicherung
des zweiten Umformkörpers 16 bewirkt wird. Alternativ dazu kann der Steckvorsprung
29 als Steckleiste ausgeführt sein, die sich parallel zu den Umformkanten 7, 8 erstreckt
und sind die Steckausnehmungen 30 in diesem Fall durch Stecknuten gebildet. Dadurch
ergibt sich eine linienförmige Lastabtragung zwischen zweitem Umformkörper 16 und
dem Grundkörper 14, was trotz baulich einfach herstellbarer Ausführung eine stabile
Positionssicherung des zweiten Umformkörpers 16 bewirkt.
[0050] In Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 5 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige
Ausführungsform des Biegewerkzeuges 5 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche
Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1 und 2 verwendet
werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung
in den vorangegangenen Fig. 1 und 2 hingewiesen bzw. Bezug genommen und werden nachfolgend
hauptsächlich nur davon abweichende oder zusätzliche Merkmale beschrieben.
[0051] Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform eines Biegewerkzeuges 5 ist die erste
Formschlussstruktur 20 durch eine an der Basisfläche 18 ausgebildete Verzahnung 35
gebildet, die in eine dazu korrespondierende Verzahnung 36 an der Stützfläche 19 eingreift,
die die zweite Formschlussstruktur 21 darstellt. Die Verzahnungen 35, 36 besitzen
eine übereinstimmende Zahnteilung 37 und kann dadurch der zweite Umformkörper 16 wieder
an zumindest zwei, vorzugsweise mehreren Eingriffspositionen 22, 23, ... am Grundkörper
14 positioniert werden. Der Zahnflankenwinkel 38 beträgt vorzugsweise 90°, kann jedoch
auch kleinere oder größere Winkel einnehmen.
[0052] Die Verzahnungen 35, 36 weisen im dargestellten Ausführungsbeispiel Zahnflanken 39
auf, die parallel zu einer an die zweite Umformkante 8 anschließenden und den Zwischenraum
11 begrenzenden Umformfläche 40 sind, wodurch eine optimale Abstützung des zweiten
Umformkörpers 16 am Grundkörper 14 gegeben ist. Dadurch, dass die Verstellrichtung
25 im dargestellten Ausführungsbeispiel zur Richtung der Stufenhöhe 4 einen Winkel
von 45° einschließt, ergibt eine Teilung 37 von ca. 1,41 mm eine Abstufung für die
Stufenhöhe 4 von jeweils ca. 1 mm pro Verstellung um einen Zahn.
[0053] In Fig. 3 weist der verstellbare, zweite Umformkörper 16 einen quaderförmigen Führungsfortsatz
41 auf, der parallel zur Verstellrichtung 25 ausgerichtet ist und in eine Führungsausnehmung
42 im ersten Umformkörper 15 hineinragt. Zwischen dem Führungsfortsatz 41 und der
Führungsausnehmung 42 ist eine Abstützung 43 gegeben, die ein Abheben des zweiten
Umformkörpers 16 in Arbeitsrichtung 13 verhindert. Um trotzdem die Eingriffsposition
22, 23 des zweiten Umformkörpers 16 verändern zu können, ist die Führungsausnehmung
42 nach unten erweitert, wodurch die Unterseite 44 des Führungsfortsatzes 41 einen
Bewegungsspielraum nach unten besitzt.
[0054] Wie in Fig. 4 erkennbar ist, kann der zweite Umformkörper 16 durch diese Ausbildung
der Führungsausnehmung 42 gegenüber dem Grundkörper 14 aufgeschwenkt werden, da der
Führungsfortsatz 41 einen Spielraum nach unten besitzt. Durch dieses Aufschwenken
wird der Eingriff zwischen den Verzahnungen 35 und 36 aufgehoben und kann der zweite
Umformkörper 16 in unterschiedliche Eingriffspositionen 22, 23, ... verstellt werden.
Zwischen der Unterseite 44 des Führungsfortsatzes 41 und dem Grundkörper 14 ist ein
Federelement 32 in Form einer Druckfeder 45 vorgesehen, die in einer Ausnehmung 34
im Grundkörper gelagert ist und bewirkt, dass der Führungsfortsatz 41 innerhalb der
Führungsausnehmung 42 bei der normalen Benutzung des Biegewerkzeuges 5 nach oben gedrückt
wird, wodurch der Eingriff der Verzahnungen 35 und 36 aufrechterhalten wird. Der zweite
Umformkörper 16 mit dem Führungsfortsatz 41 kann durch diese Ausführung der Führungsausnehmung
42 um einen Schwenkpunkt 46 am linken oberen Ende der Führungsausnehmung 42 verschwenkt
werden und dadurch der Eingriff der Formschlussstrukturen 20, 21 hergestellt bzw.
aufgehoben werden. Die Verstellbewegung 26 umfasst bei dieser Ausführungsform somit
zwei Schwenkbewegungen.
[0055] In Fig. 5 ist eine Ansicht gemäß Pfeil V in Fig. 3 dargestellt, wobei über die Länge
der Umformkanten 7, 8 verteilt mehrere solcher Führungsfortsätze 41, die in Führungsausnehmungen
42 eingreifen, vorgesehen sein können.
[0056] Fig. 6 zeigt eine Ansicht einer weiteren Ausführungsform eines Biegewerkzeuges, bei
der die Fixieranordnung 27 auf Formschluss basierend ausgeführt ist und Führungsfortsatz
41 sowie Führungsausnehmung 42 im Wesentlichen der Ausführung gemäß Fig. 3 bis 5 entsprechen.
Im Gegensatz zur Ausführung gemäß Fig. 5 wird hier der Führungsfortsatz 41 durch ein
Formschlusselement 47 in der Führungsausnehmung 42 fixiert, indem der Führungsfortsatz
41 in der Führungsausnehmung 42 nach oben gedrückt wird und dadurch ebenfalls, wie
in der Ausführung gemäß Fig. 5 der Eingriff der Formschlussstrukturen 20, 21 sichergestellt
wird, da ein Verschwenken des zweiten Umformkörpers 16 mit dem Führungsfortsatz 41
blockiert ist. Das Formschlusselement 47 ist in Fig. 6 beispielhaft durch ein Exzenterelement
48 gebildet, das am Grundkörper 14 drehbar gelagert ist. Durch ein Verdrehen des Exzenterelements
48 kann für die Unterseite 44 des Führungsfortsatzes 41 der nötige Freiraum zur Durchführung
der Verstellbewegung des zweiten Umformkörpers 16 geschaffen werden.
[0057] Fig. 7 zeigt eine weitere, mögliche Ausführungsform eines Biegewerkzeuges 5, bei
der die Formschlussstrukturen 20 und 21 jenen bereits anhand von Fig. 1 bis Fig. 3
beschriebenen entsprechen können. Die Fixieranordnung 27 zur Sicherung des Eingriffs
der Formschlussstrukturen 20, 21 ist in diesem Ausführungsbeispiel baulich einfach
durch einen Fixierstift 49 gebildet, der in eine Bohrung 50 im ersten Umformkörper
15 und eine damit fluchtende Bohrung 51 im verstellbaren, zweiten Umformkörper 16
eingesetzt wird. In diesem Ausführungsbeispiel stellt der Fixierstift 49 das zwischen
erstem Umformkörper 15 und zweitem Umformkörper 16 wirksame Formschlusselement 47
dar, das eine Relativbewegung zwischen den Umformkörpern 15, 16 in Arbeitsrichtung
13 verhindert und dadurch den Eingriff der Formschlussstrukturen 20, 21 im Betrieb
sicherstellt.
[0058] Fig. 8 zeigt ein weiteres mögliches Ausführungsbeispiel eines Biegewerkzeuges 5,
bei dem die Formschlussstrukturen 20, 21 ähnlich der Ausführung der Fig. 3 in Form
von Verzahnungen 35, 36 ausgeführt sind. Selbstverständlich können auch hier andere
bereits beschriebene Ausführungen der Formschlussstrukturen 20, 21 ausgeführt werden.
Die Fixieranordnung 47 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel ein in die Führungsausnehmung
42 einsetzbares bzw. entfernbares Formschlusselement 47, das den Führungsfortsatz
41 in der Führungsausnehmung 42 des Grundkörpers 14 bzw. des ersten Umformkörpers
15 nach unten drückt und dadurch ebenfalls ein Eingriff der Verzahnungen 35, 36 sichergestellt
ist.
[0059] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten des Biegewerkzeuges
5, wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten
Ausführungsvarianten desselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen
der einzelnen Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit
aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können
des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt. Es können also auch sämtliche
denkbaren Ausführungsvarianten, die durch Kombinationen einzelner Details der dargestellten
und beschriebenen Ausführungsvariante möglich sind, in gesonderter Patentanmeldungen
beansprucht werden.
[0060] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus des Biegewerkzeuges 5 dieses bzw. dessen Bestandteile teilweise unmaßstäblich
und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
[0061] Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der
Beschreibung entnommen werden.
[0062] Vor allem können die einzelnen in den Fig. 1; 2; 3, 4, 5; 6; 7; 8 gezeigten Ausführungen
den Gegenstand von eigenständigen, erfindungsgemäßen Lösungen bilden. Die diesbezüglichen,
erfindungsgemäßen Aufgaben und Lösungen sind den Detailbeschreibungen dieser Figuren
zu entnehmen.
Bezugszeichenaufstellung
[0063]
- 1
- Biegewerkzeuganordnung
- 2
- Werkstück
- 3
- Z-Biegung
- 4
- Stufenhöhe
- 5
- Biegewerkzeug
- 6
- Biegewerkzeug
- 7
- erste Umformkante
- 8
- zweite Umformkante
- 9
- dritte Umformkante
- 10
- vierte Umformkante
- 11
- erster Zwischenraum
- 12
- zweiter Zwischenraum
- 13
- Arbeitsrichtung
- 14
- Grundkörper
- 15
- erster Umformkörper
- 16
- zweiter Umformkörper
- 17
- Abstand
- 18
- Basisfläche
- 19
- Stützfläche
- 20
- erste Formschlussstruktur
- 21
- zweite Formschlussstruktur
- 22
- erste Eingriffsposition
- 23
- zweite Eingriffsposition
- 24
- Werkzeugverschiebung
- 25
- Verstellrichtung
- 26
- Verstellbewegung
- 27
- Fixieranordnung
- 28
- Anlagefläche
- 29
- Steckvorsprung
- 30
- Steckausnehmung
- 31
- Steckraster
- 32
- Federelement
- 33
- Zugfederelement
- 34
- Ausnehmung
- 35
- Verzahnung
- 36
- Verzahnung
- 37
- Teilung
- 38
- Zahnflankenwinkel
- 39
- Zahnflanke
- 40
- Umformfläche
- 41
- Führungsfortsatz
- 42
- Führungsausnehmung
- 43
- Abstützung
- 44
- Unterseite
- 45
- Druckfeder
- 46
- Schwenkpunkt
- 47
- Formschlusselement
- 48
- Exzenterelement
- 49
- Fixierstift
- 50
- Bohrung
- 51
- Bohrung
1. Biegewerkzeug (5) zum Erzeugen einer stufenförmigen Z-Biegung (3) an einem Werkstück
(2) durch Zusammenwirken mit einem zweiten Biegewerkzeug (6) für Z-Biegungen an einer
Biegepresse, umfassend einen Grundkörper (14), einen mit dem Grundkörper (14) fest
verbundenen ersten Umformkörper (15), der eine geradlinige erste Umformkante (7) bildet,
und einen an einer Stützfläche (19) am Grundkörper (14) abgestützten und quer zur
Arbeitsrichtung (13) des Biegewerkzeugs (5) verstellbar angeordneten zweiten Umformkörper
(16), der eine zur ersten Umformkante (7) parallele, geradlinige zweite Umformkante
(8) bildet, und einen zwischen den Umformkanten (7, 8) der Umformkörper (15, 16) ausgebildeten,
veränderbaren Zwischenraum (11) zur Aufnahme einer von einer dritten Umformkante (9)
am zweiten Biegewerkzeug (6) geformten Kante des Werkstücks (2), dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Umformkörper (16) an seiner der zweiten Umformkante (8) gegenüberliegenden
Basisfläche (18) eine erste Formschlussstruktur (20) aufweist, mit der er an einer
an der Stützfläche (19) des Grundkörpers (14) ausgebildeten zweiten Formschlussstruktur
(21) an verschiedenen Eingriffspositionen (22, 23, ...) festsetzbar ist, wobei die
unterschiedlichen Eingriffspositionen (22, 23, ...) verschiedene Abstände (17) der
zweiten Umformkante (8) zur ersten Umformkante (7) bewirken.
2. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Grundkörper (14) oder am ersten Umformkörper (15) eine deaktivierbare Fixieranordnung
(27) ausgebildet ist, die die Formschlussstruktur (20) des zweiten Umformkörpers (16)
in Eingriff mit der zweiten Formschlussstruktur (21) hält.
3. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass erste Formschlussstruktur (20) und zweite Formschlussstruktur (21) durch zumindest
einen Steckvorsprung (29) und mit diesem korrespondierende Steckausnehmungen (30)
oder durch Verzahnungen (35, 36) mit konstanter Teilung (37) an der Basisfläche (18)
des zweiten Umformkörpers (16) und an der Stützfläche (19) am Grundkörper (14) gebildet
sind.
4. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzahnung (35, 36) Zahnflanken (39) aufweist, die etwa parallel zu der den Zwischenraum
(11) begrenzenden, an die zweite Umformkante (8) anschließende Umformfläche (40) am
zweiten Umformkörper (16) verlaufen.
5. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnflankenwinkel (38) etwa 90° beträgt
6. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützfläche (19) im Wesentlichen rechtwinkelig zur Arbeitsrichtung (13) verläuft
und die verschiedenen Eingriffspositionen (22, 23, ...) des zweiten Umformkörpers
(16) rechtwinkelig zur Arbeitsrichtung (13) liegen.
7. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Umformkörper (15) eine an die erste Umformkante (7) anschließende, zur
Arbeitsrichtung (13) rechtwinkelige Anlagefläche (28) ausgebildet ist.
8. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Umformkante (7) und die zweite Umformkante (8) in Arbeitsrichtung (13)
betrachtet auf gleicher Höhe angeordnet sind.
9. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilung (37) der Verzahnung (35, 36) bzw. des Steckrasters (31) so gewählt ist,
dass eine Verstellung auf die nächste Eingriffsposition bzw. um einen Zahn eine Veränderung
der Stufenhöhe (4) am gebogenen Werkstück (2) um bevorzugte Maßschritte bewirkt.
10. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Umformkörper (16) zumindest einen parallel zur Verstellrichtung (25) ausgerichteten
Führungsfortsatz (41) aufweist, der in eine Führungsausnehmung (42) des ersten Umformkörpers
(15) oder des Grundkörpers (14) eingreift.
11. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsausnehmung (42) ein Spiel quer zur Verstellrichtung (25) des zweiten
Umformkörpers (16) aufweist, das zumindest der Eingriffshöhe der ersten Formschlussstruktur
(20) in der zweiten Formschlussstruktur (21) entspricht, und dadurch ein Anheben des
zweiten Umformkörpers (16) und dadurch ein Lösen der ersten Formschlussstruktur (20)
aus der zweiten Formschlussstruktur (21) zulässt
12. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (27) auf den Führungsfortsatz (41) wirkt.
13. Biegewerkzeug (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (27) ein elastisches Federelement (32) umfasst, das eine Vorspannung
der ersten Formschlussstruktur (20) in Richtung der zweiten Formschlussstruktur (21)
ausübt.
14. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (32) als am Grundkörper (14) befestigtes Zugfederelement (33) ausgebildet
ist.
15. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (32) als am Grundkörper (14) angeordnetes Druckfederelement (45)
ausgebildet ist, das den Führungsfortsatz (41) in der Führungsausnehmung (42) so fixiert,
dass die erste Formschlussstruktur (20) in Richtung der zweiten Formschlussstruktur
(21) gedrückt wird.
16. Biegewerkzeug (5) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (27) ein zwischen Grundkörper (14) bzw. erstem Umformkörper (15)
und zweitem Umformkörper (18) wirkendes, insbesondere werkzeuglos einsetzbares Formschlusselement
(47) umfasst
17. Biegewerkzeuganordnung (1) aus zwei zusammenwirkenden Biegewerkzeugen (5, 6) zum Erzeugen
einer stufenförmigen Z-Biegung (3) an einem Werkstück (2), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Biegewerkzeug (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 16 gebildet ist.
18. Biegewerkzeuganordnung (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegewerkzeuge (5, 6) so zueinander angeordnet sind, dass die zweite Umformkante
(8) des verstellbaren zweiten Umformkörpers (16) des ersten Biegewerkzeuges (5) mittig
zwischen dritter Umformkante (9) und vierter Umformkante (10) des zweiten Biegewerkzeuges
(6) eingreift.