TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verhinderung unkontrollierter
Fahrkorbbewegung, um die Betriebssicherheit eines Hebezeugs, zum Beispiel eines Fahrstuhls,
zu erhöhen. Die hierfür erfundene Auslösevorrichtung ist so ausgeführt, dass sie eine
Bewegung eines Fahrkorbs über das Auslösen einer Haltevorrichtung verhindert.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei Hebezeugen besteht die Gefahr, dass unkontrollierte Fahrkorbbewegungen auftreten.
Solche unkontrollierten Fahrkorbbewegungen sind zum Beispiel eine erhöhte Geschwindigkeit,
ungewünscht hohe Beschleunigungen oder auch eine unbeabsichtigte Bewegung des Fahrkorbs
während eines Halts. Derartige möglicherweise plötzlich auftretende Bewegungen können
bei Mitfahrern lediglich Unwohlsein hervorrufen, aber auch schwerere Folgen für Passagiere,
Sachgegenstände oder auch das Hebezeug selbst haben. Weiterhin ist es wichtig, Personen,
die Arbeiten an dem Hebezeug, z. B. im Schachtkopf oder in der Schachtgrube, durchführen,
ebenfalls vor unbeabsichtigten Bewegungen des Fahrkorbs zu schützen.
[0003] Aus diesen Gründen finden in Hebezeugen eine Vielzahl von Sicherheitssystemen Anwendung.
Dabei sind die Notwendigkeit sowie die Rahmenbedingungen für den Einsatz derartiger
Sicherheitssysteme durch Vorschriften und Verordnungen festgelegt. Jedoch wird nicht
nur durch Vorschriften der Anspruch an die Sicherheitssysteme erhöht, sondern ebenso
durch den hohen Kostendruck in diesem Wirtschaftszweig. Zwar müssen diese Sicherheitsvorrichtungen
primär den gesetzten Sicherheitsansprüchen genügen, sollen jedoch gleichzeitig kostengünstig
in der Anschaffung und wartungsarm im Betrieb sein.
[0004] Zudem ist in den letzten Jahren zunehmend ein ästhetischer Aspekt dieser Einrichtung
mit in den Vordergrund getreten, so durch den vermehrten Einsatz transparenter Materialien
wie zum Beispiel Glas. Blieb das "Innenleben" der Hubvorrichtung zuvor versteckt,
so präsentiert es sich mittlerweile oft für den Benutzer nahezu komplett sichtbar.
Somit kann es durchaus vorteilhaft sein, diese Art der Vorrichtungen durch eine kompaktere
Bauweise vor dem Benutzer zu kaschieren.
[0005] Eine kompaktere Bauweise ist zudem erstrebenswert, da der zur Verfügung stehende
Bauraum immer geringer wird. Somit ist nicht nur eine Verkleinerung der sicherheitsrelevanten
Vorrichtungen erstrebenswert, sondern auch die Integration mehrerer Vorrichtungen
in einem einzigen Gerät. Diesen Herausforderungen wird vor allem durch einen stärkeren
Einsatz von Elektronik Rechnung getragen. Hierbei bietet vor allem der synergetische
Einsatz von Mechanik und Elektronik neue Ansatzpunkte, die Wirkprinzipien der Sicherheitseinrichtungen
unter Berücksichtigung der oben genannten Anforderungen zu überarbeiten oder neu zu
gestalten.
[0006] So offenbart die
DE 10 2009 040 109 A1 einen Geschwindigkeitsbegrenzer für ein Aufzugsystem. Der hier vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzer
weist ein Begrenzerrad auf, in dem ein Seil des Aufzugsystems geführt wird. Die Geschwindigkeitsbegrenzung
selbst findet durch ein Arretierungselement statt, das in Abhängigkeit von der Rotationsgeschwindigkeit
des Begrenzerrads in einen von einem mit dem Begrenzerrad verbundenen Arretierungsmittel
ausgebildeten Hinterschnitt einrückbar ist. Das Arretierungselement ist durch einen
Fangnockenkranz mit mehreren Fangnocken gebildet, in die das aktivierte Arretierungselement
in Eingriff gebracht wird. Je nach Ausgestaltung der Arretierung kann die Rotation
des Begrenzerrads zumindest in einer Drehrichtung blockiert werden. Das Einrücken
des Arretierungselements, beispielsweise bei zu hoher Geschwindigkeit erfolgt auf
elektromechanischem Weg. Die Aktivierung selbst findet durch das Abschalten eines
Hubmagneten statt, wodurch ein Fanghebel relativ zu den Fangnocken durch Gewichtskräfte
in eine Eingriffsposition fällt. Auch wenn dies nicht vorgesehen ist, wäre es theoretisch
möglich, den Geschwindigkeitsbegrenzer auch bei einem Halt des Fahrkorbs auszulösen,
um so eine unbeabsichtigte Bewegung des Fahrkorbs während des Halts zu vermeiden.
[0007] Auch wenn sich der Einsatz von Fangnocken in der Praxis durchaus bewehrt hat, ist
durch sie immer nur eine stufenförmige Einrastfunktion zu gewährleisten. Mit anderen
Worten muss ein Fangarm zwischen zwei Nocken fallen, damit er in diese Nocken eingreifen
kann. Fällt der Fangarm hingegen auf eine Fangnocke, so gleitet er zwar über diese
hinweg und fällt anschließend zwischen zwei Fangnocken, jedoch verlängert dies den
Fangweg bis der Fangarm mit der Fangnocke in Eingriff steht.
[0008] Durch das verwendete Konstruktionsprinzip ist der Zeitpunkt, zu dem die Haltevorrichtung
wirkt und den Aufzug blockiert, von dem Einfallpunkt des Fangarms abhängig. Diese
Eigenschaft kann gerade bei einer unbeabsichtigten Bewegung des Aufzugs an einer Haltestelle
ein unangenehmes Gefühl bei den Benutzern hervorrufen, wenn z.B. die Auslösespanne
durch einen ungünstigen Einfallpunkt des Fangarms zu einer deutlich spürbaren Bewegung
des Fahrkorbs führt. Des Weiteren werden durch diese Funktionsweise hohe Anforderungen
an die mechanische Festigkeit der zu dem Geschwindigkeitsbegrenzer gehörenden Bauteile
gestellt, insbesondere an den Fangarm und die Fangnocken, da diese die kinetischen
Kräfte des Fahrkorbs abfangen. Hohe Ansprüche an die Bauteilfestigkeit stehen jedoch
im Regelfall dem Ziel einer kompakteren Bauweise entgegen.
[0009] Ziel der vorliegenden Erfindung war es somit, die oben genannten Probleme zumindest
weitgehend zu lösen. Genauer gesagt war es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung
zur Verhinderung unkontrollierte Fahrkorbbewegung bereitzustellen, die ein stufenloses
Auslösen einer Haltevorrichtung ermöglicht. Des Weiteren sollte das verwendete Wirkprinzip
eine kompaktere Bauweise der Sicherheitseinrichtung ermöglichen sowie kostengünstig
herstellbar und wartungsarm sein.
[0010] Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Erfindung war zudem die Möglichkeit, die erfindungsgemäße
Sicherheitsvorrichtung fernauslösbar zu gestalten, damit zum Beispiel die bei einer
Sicherheitsüberprüfung vorgeschriebene willkürliche Auslösbarkeit der Sicherheitsvorrichtung
gewährleistet werden kann. Die Fernauslösung sollte unabhängig von dem Installationsort
der Sicherheitsvorrichtung durchgeführt werden können, dass heißt auch, wenn die Vorrichtung
in Bereichen des Hebezeugs montiert ist, die nur schwer zugänglich sind.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0011] Eine erfindungsgemäße Sicherheitsvorrichtung, welche die oben genannten Herausforderungen
erfindungsgemäß löst, ist im unabhängigen Patentanspruch 1 definiert. Weiterhin stellen
die abhängigen Ansprüche mögliche Modifizierungen und weitere Ausführungsformen einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung bereit.
[0012] In einer ersten Ausführungsform der Erfindung weist die Auslösevorrichtung zur Auslösung
einer die Bewegung des Fahrkorbs verhindernden Haltevorrichtung eine proportional
zur Bewegung des Fahrkorbs und relativ zu einem Auslöseelement drehbare Scheibe auf.
Weiterhin ist ein Kopplungsmechanismus, der zwischen der Scheibe und dem Auslöseelement
angeordnet ist, ein Bestandteil der erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung. Ein weitere
Bestandteil ist eine Auslöseverzögerungsvorrichtung, die zwischen dem Kopplungsmechanismus
und dem Auslöseelement angeordnet ist. Die Scheibe und der Kopplungsmechanismus sind
unabhängig von ihrer relativen Stellung zueinander koppelbar, so dass im gekoppelten
Zustand der Vorrichtung eine Drehung der Scheibe auf das Auslöseelement übertragbar
ist.
[0013] Der Fahrkorb ist Bestandteil eines Hebezeugs, wie zum Beispiel eines Fahrstuhls oder
eines Lastenaufzugs. Dementsprechend können in dem Fahrkorb Lasten und/oder Passagiere
befördert werden. Als Haltevorrichtung kann eine beliebige aus dem Stand der Technik
bekannte Haltevorrichtung verwendet werden. Derartige Haltevorrichtungen wirken beispielsweise
reibschlüssig (z. B. Bremse) oder auch kraftschlüssig (z. B. Blockiervorrichtung mit
einem Stift oder einer Nocke). Bevorzugt wird im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung eine auf dem reibschlüssigen Wirkprinzip basierende Haltevorrichtung eingesetzt.
Eine solche Haltevorrichtung ist zum Beispiel aus der
EP 1 209 117 A1 bekannt.
[0014] Die proportional zur Bewegung des Fahrkorbs drehbare Scheibe kann im Wirkzusammenhang
mit einem biegeschlaffen Element stehen, wie zum Beispiel einem Seil, einem Keilriemen,
einem Zahnriemen etc. Dabei steht die Scheibe bevorzugt direkt mit dem biegeschlaffen
Element in Kontakt, kann allerdings auch indirekt, wie zum Beispiel über eine Rotationsachse,
mit diesem verbunden sein. Eine solche Ausführung wird bevorzugt bei einer fest installierten
Auslösevorrichtung eingesetzt. Handelt es sich um eine mitfahrende Auslösevorrichtung,
so rollt die Scheibe vorzugsweise an einer feststehenden Fläche ab beziehungsweise
entlang. Letzteres wird bevorzugt bei einer Führung des Fahrkorbs über eine Rollenführung,
dass heißt einer Führung mit Rolle und Schiene verwendet. Liegt hingegen eine Gleitführung
vor, so wird bevorzugt ein biegeschlaffes Element über die Scheibe geführt.
[0015] Weiterhin ist das relativ zu der drehbaren Scheibe befindliche Auslöseelement bevorzugt
fluchtend mit der Rotationsachse der Scheibe angeordnet. Es ist jedoch auch möglich,
dass Auslöseelement drehbar nach dem Prinzip eines Zahnrad- oder Reibradgetriebes
relativ zur Scheibe zu positionieren. Weiterhin kann es zum Beispiel aufgrund des
Bauraums auch über einen Ketten- oder Riementrieb relativ zur Scheibe drehbar sein.
[0016] Bevorzugt ist der zwischen der Scheibe und dem Auslöseelement angeordnete Kopplungsmechanismus
elektrisch/elektronisch beziehungsweise elektromechanisch aktivierbar beziehungsweise
deaktivierbar. Bei der Aktivierung stellt der Kopplungsmechanismus eine mechanische
Verbindung zwischen der Scheibe und dem Auslöseelement her, die nachfolgend auch als
gekoppelter Zustand bezeichnet wird. Dementsprechend bezeichnet der ungekoppelte Zustand
eine Situation, in der der Kopplungsmechanismus keine Wirkverbindung zwischen der
Scheibe und dem Auslöseelement herstellt. Eine Beispiel Steuerungs- und Regelungseinrichtung,
die die Aktivierung und Deaktivierung des Kopplungsmechanismus leisten kann und zwar
zusätzlich in Verbindung mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer offenbart die
DE 103 43 193.
[0017] Im Ausgangszustand, dass heißt, wenn der Fahrkorb stillsteht, befindet sich der Kopplungsmechanismus
im gekoppelten Zustand. Dabei ist hervorzuheben, dass die Kopplung des Auslöseelements
mit der drehbaren Scheibe unabhängig von der relativen Stellung zwischen Auslöseelement
und drehbarer Scheibe durchgeführt werden kann. Dadurch wird eine stufenlose Kopplung
ermöglicht. Ist der gekoppelte Zustand hergestellt, ist es möglich, eine Bewegung
des Fahrkorbs, die proportional auf die drehbare Scheibe übertragen wird, zu dem Auslöseelement
weiterzuleiten. Das Auslöseelement löst anschließend vorzugsweise durch Rotation die
Bewegung des Fahrkorbs verhindernde Haltevorrichtung aus. Es ist jedoch auch möglich,
die Auslösung der Haltevorrichtung über eine Längsbewegung oder eine Kombination einer
Längs- und Rotationsbewegung vorzunehmen.
[0018] Dabei ermöglicht die Auslöseverzögerungsvorrichtung, dass nach erfolgter Kopplung
eine festgelegte Relativbewegung beziehungsweise ein festgelegter Bewegungsfreiraum
besteht, der durchlaufen wird, bevor eine Drehung der Scheibe auf das Auslöseelement
übertragen wird.
[0019] Weiterhin ist es möglich, den Wirkzusammenhang zwischen dem Auslöseelement und der
drehbaren Scheibe, wie zum Beispiel durch den Durchmesser einer dieser Elemente, zu
beeinflussen. Eine Beeinflussung basiert dabei hauptsächlich auf einer Veränderung
des Hebelarms beziehungsweise der Auslösestrecke, die beim Auslösen der Haltevorrichtung
durchlaufen werden kann.
[0020] Die erfindungsgemäße Auslösevorrichtung mit den genannten Merkmalen kann vorteilhaft
in bestehende Einrichtungen integriert werden. Auch bietet sie eine stufenlose Kopplung
sowie eine kompakte Bauweise. Weiterhin ist es möglich, durch Wahl des Durchmessers
der drehbaren Scheibe beziehungsweise des Angriffspunkts des Kopplungsmechanismus
an der drehbaren Scheibe, den Auslöseweg an die Auslöseeigenschaften der Haltevorrichtung
anzupassen. Basiert das Wirkprinzip der Haltevorrichtung zum Beispiel auf einer reibschlüssigen
Verbindung, so ist es möglich, diese über eine entsprechend lange beziehungsweise
kurze Ausgestaltung des Auslösewegs schnell beziehungsweise langsam zu aktivieren.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Auslösevorrichtung in zwei
entgegen gesetzten Richtungen auslösbar.
[0022] Bei einer derartigen Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung ist
somit beispielsweise eine Auslösung der Haltevorrichtung unabhängig von der Bewegungsrichtung
des Fahrkorbs möglich. Dies hat den Vorteil, dass nicht nur eine unkontrollierte Fahrbewegung
in einer Abwärtsrichtung verhindert werden kann, sondern ebenso eine unkontrollierte
Fahrbewegung in Aufwärtsrichtung.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Kopplung zwischen der
Scheibe und dem Kopplungsmechanismus kraftschlüssig. Dabei ist jedoch hervorzuheben,
dass die Kopplung sowohl primär kraftschlüssig als auch ausschließlich kraftschlüssig
erfolgen kann. Mit anderen Worten kann es durchaus im Sinne der Erfindung liegen,
den Kopplungsmechanismus kraftschlüssig mit einer formschlüssigen Komponente auszuführen.
[0024] Hierbei ist hervorzuheben, dass insbesondere eine kraftschlüssige beziehungsweise
reibschlüssige Verbindung eine stufenlose Kopplung des Auslöseelements mit der drehbaren
Scheibe ermöglicht.
[0025] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Kopplungsmechanismus
ein Magnet. Dabei wird vorzugsweise ein Elektropermanenthaftmagnet eingesetzt.
[0026] Der Magnet wird so zur Scheibe angeordnet, dass er mit dieser in Wirkverbindung treten
kann. Anders gesagt haftet der Magnet im Ausgangszustand an der Scheibe und verursacht
damit eine kinematische Verbindung zwischen der Scheibe und dem Auslöseelement. Besonders
vorteilhaft ist es hierbei, den Magneten als Elektropermanenthaftmagneten auszuführen,
da ein solcher Magnet im stromlosen Zustand haftende Eigenschaften aufweist und im
Gegensatz dazu bei einer anliegenden Spannung keine oder nur eine sehr geringe Magnetkraft
ausübt. Es ist zu erwähnen, dass die Scheibe für diese Ausführungsform zumindest abschnittsweise
aus einem magnetischen Material bestehen oder aufgebaut ist. Weiterhin ist ein Teil
des Magneten und/oder die Lagerung des Magneten so gestaltet, dass dieser sich entlang
der Längsachse bzw. in etwa senkrecht zur Scheibe bewegen kann.
[0027] Das Herstellen einer kinematischen Verbindung zwischen dem Auslöseelement und der
Scheibe über einen Magneten bildet eine besonders bevorzugte Form der stufenlosen
Kopplung zwischen dem Auslöseelement und der Scheibe. Zudem ist die Auslösung in diese
Ausführungsform nicht nur stufenlos, sondern auch unabhängig von der relativen Stellung
zwischen Scheibe und Kopplungsmechanismus möglich, dass heißt nach erfolgter Kopplung
ist der Auslöseweg der die Haltevorrichtung aktiviert immer gleich. Durch diese vorteilhafte
Ausführung der vorliegenden Sicherheitsvorrichtung ist es möglich, eine Vielzahl von
unterschiedlichen am Markt erhältlichen Haltevorrichtung an die Sicherheitsvorrichtung
zu koppeln. Allerdings ist es auch möglich, wenn gefordert, den Auslöseweg zum Beispiel
über den Angriffspunkt des Kopplungsmechanismus beziehungsweise des Magneten an der
Scheibe einstellbar zu gestalten.
[0028] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist mit der
Auslöseverzögerungsvorrichtung ein Bewegungsintervall, das eine festgelegte Relativbewegung
der Scheibe zu dem Auslöseelement im gekoppelten Zustand definiert, einstellbar.
[0029] Wie bereits erwähnt, ermöglicht die Auslöseverzögerungsvorrichtung , dass nach erfolgter
Kopplung eine festgelegte Relativbewegung beziehungsweise ein festgelegter Bewegungsfreiraum
besteht, der durchlaufen wird, bevor eine Drehung der Scheibe auf das Auslöseelement
übertragen wird. Dadurch ist es möglich, ein vorzeitiges oder verfrühtes Auslösen
der Auslösevorrichtung zu vermeiden, zum Beispiel, wenn bei auslösebereiter Auslösevorrichtung,
das heißt im eingekoppelten Zustand, eine leichte Bewegung des Fahrkorbs durch Zu-
oder Entladung beziehungsweise den Ein- und Ausstieg von Passagieren stattfindet.
Weiterhin ist es möglich, falls vorhanden, eine verfrühte Nachregulierung der Fahrkorbposition
seitens der Hebezeugsteuerung zu vermeiden.
[0030] Die Auslöseverzögerungsvorrichtung ist bevorzugt fluchtend zu einer Rotationsachse
beziehungsweise zu einem Bewegungspfad des Auslöseelements angeordnet. Allerdings
ist es auch möglich, die Auslöseverzögerungsvorrichtung mit einem der oben für die
bereits für das Auslöseelement ausgeführten indirekten Verbindungsmöglichkeiten in
einen Wirkzusammenhang mit dem Auslöseelement und der Scheibe zu bringen. Die Auslöseverzögerungsvorrichtung
kann zwischen der Scheibe und dem Kopplungsmechanismus und/oder zwischen dem Auslöselement
und/oder der Haltevorrichtung angeordnet sein.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Auslöseverzögerungsvorrichtung
durch einen Freilauf gebildet. Freiläufe sind aus dem Stand der Technik bekannt und
können aus einem neutralen ungekoppelten Zustand in einen gekoppelten Kraft übertragenden
Zustand versetzt werden. Je nach Anforderung und Ausführung der Auslösevorrichtung
kann der Freilauf in eine oder in mehrere Richtungen, vorzugsweise zwei Richtungen
wirken.
[0032] Freiläufe bieten eine zuverlässige und ermöglichen eine hohe Kraft- beziehungsweise
Drehmomentübertragung. Dabei kann der Stellweg bis zur vollständigen kinematischen
Kopplung aus einer neutralen Position in eine Kraft- beziehungsweise Drehmoment übertragende
Position konstruktiv festgelegt sein.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Freilauf einen Käfig mit
Klemmkörpern auf, die zwischen der Scheibe und dem Auslöseelement wirken. Dabei ist
der Käfig mit dem Kopplungsmechanismus verbunden. Im gekoppelten Zustand ist die Scheibe
über die Klemmkörper mit dem Auslöseelement verbindbar und im entkoppelten Zustand
relativ zum Auslöseelement drehbar.
[0034] Bevorzugt liegt der Käfig mit den Klemmkörpern an der Außenseite des Auslöseelements
an. Er kann aber auch an einem anderen dazwischen angeordneten Bauteil angeordnet
sein. Die Außenseite des Auslöseelements beziehungsweise des dazwischen liegenden
Teils ist als Vieleck ausgebildet, z. B. ähnlich der Außenseite einer Sechskantmunter.
Die Anzahl der Außenkanten des Auslöseelements ist beliebig wählbar, liegt jedoch
bevorzugt zwischen 5 und 16. Zudem können die Außenkanten flach oder gewölbt, bevorzugt
nach außen gewölbt sein. Die Wölbung kann dabei aus einer schrägen und/oder bogenförmigen
Fläche ausgebildet sein. Im Allgemeinen entspricht die Anzahl der Klemmkörper der
Anzahl der Außenflächen des vieleckigen Auslöseelements. An dem äußeren Durchmesser
des Käfigs mit den Klemmkörpern befindet sich eine zylinderförmige Innenwand, die
Teil der Scheibe ist, oder mit dieser in Verbindung steht.
[0035] Der Freilauf kann zwei verschiedene Betriebszustände einnehmen. Im ungeklemmten Zustand
befinden sich die Klemmrollen bevorzugt in der Mitte der zwischen zwei Ecken des vieleckigen
Auslöseelements ausgebildeten Flächen. Im geklemmten Zustand ist der Käfig im Verhältnis
zum ungeklemmten Zustand relativ zum Auslöseelements verdreht, so dass sich die Klemmrollen
nicht mehr in der Mitte einer Außenfläche, sondern ausgelenkt außerhalb der Mitte
in Richtung einer der Ecken beziehungsweise Kanten des vieleckigen Auslöseelements
befinden. Dadurch kommen die Klemmrollen sowohl mit den Außenflächen des Auslöseelements
als auch mit der zylindrischen Innenfläche des Außenrings in Kontakt und üben eine
im Wesentlichen radial ausgerichtete Klemmkraft zwischen der Rotationsachse des Freilaufs
und der Rotationsachse der Scheibe beziehungsweise der dort befindlichen Lager aus.
Somit kommt es zu einer kinematischen Kopplung des Auslöseelements mit der Scheibe,
so dass die Scheibe eine Drehbewegung in Richtung der Auslenkposition der Klemmkörper
auf das Auslöseelement übertragen kann. Die übertragene Bewegung wird dann von dem
Auslöseelement an die Haltevorrichtung weitergeleitet.
[0036] Je nach geforderter Auslöseverzögerung ist der Klemmfreilauf entsprechend ausgelegt.
Ist beispielsweise eine hohe Auslöseverzögerung gewünscht, so wird der Freilauf so
ausgelegt, dass die Klemmkörper möglichst weit ausgelenkt werden, bevor sie das Auslöseelement
relativ zum Außenring verklemmen. Dies kann durch eine geringere Anzahl von Ecken
beziehungsweise Kanten bei dem vieleckigen Auslöseelement erreicht werden und/oder
durch eine Wahl des Außendurchmessers des Auslöseelements im Verhältnis zum Innendurchmesser
des Außenrings beziehungsweise der Scheibe, so dass die Klemmkörper ihre Klemmposition
mehr in Richtung der Längskanten der Außenflächen des vieleckigen Auslöseelements
erreichen. Dabei ist der Einrollwinkel bevorzugt so gewählt, dass er nicht zu groß
ist und somit keine sichere Klemmwirkung bereitstellt oder zu klein ist und dadurch
eine Selbsthemmung hervorruft.
[0037] Auch wenn bevorzugt das hier beschriebene Konstruktionsprinzip eines Klemmrollenfreilaufs
verwendet wird, so ist es durchaus im Sinne der Erfindung, alternative Konstruktionsformen
zu dem hier beschriebenen Freilauf zu wählen. Beispiele hierfür sind Sperrklinkenfreiläufe,
Zahnscheibenfreiläufe, Schlingfederfreiläufe etc. Weiterhin ist es möglich, dass sich
bei dem Freilauf eine zylindrische Nabe innerhalb eines Innenvielecks dreht.
[0038] Die Verwendung von Freiläufen als Auslöseverzögerungsvorrichtung hat den Vorteil,
dass diese je nach Anforderung in einer oder zwei Richtungen wirken können. Weiterhin
stellen sie eine effiziente Übertragungsmöglichkeit einer Drehbewegung von der Scheibe
auf das Auslöseelement dar. Dabei ermöglichen sie dies bei sehr geringen Platzanforderungen
an den Bauraum. Durch entsprechende Auslegung des Freilaufs ist es möglich, ein nahezu
beliebiges Auslösespiel zwischen zwischen 0° +/- 60° festzulegen, bevorzugt jedoch
zwischen 0° +/- 20°.
[0039] Durch Verbindung des Kopplungsmechanismus mit dem Käfig des Freilaufs ist es möglich,
den Käfig mit den Klemmkörpern relativ zum Auslöseelement zu verdrehen. Ist der Kopplungsmechanismus
im eingekoppelten Zustand, so führt eine Drehung der Scheibe zu einer Mitnahme des
Käfigs und damit zu einer Mitnahme der in dem Käfig befindlichen Klemmkörper. Diese
Mitnahme beziehungsweise Auslenkung der Klemmkörper erfolgt relativ zu dem Auslöseelement,
so dass die Klemmkörper dadurch in die Klemmposition bewegt werden und somit die Scheibe
das Auslöseelement mitnehmen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einer
Rückbewegung des Käfigs aus der ausgelenkten Position der Freilauf wieder freigegeben
wird, so dass sich die Scheibe relativ zum Auslöseelement drehen kann, ohne dass eine
Drehmomentübertragung stattfindet.
[0040] Alternativ ist es auch möglich, den Kopplungsmechanismus mit dem Auslöseelement zu
verbinden und die Haltevorrichtung mit dem Käfig. Im eingekoppelten Zustand würde
dann der Kopplungsmechanismus bei Drehung der Scheibe das Auslöseelement verdrehen
und anschließend den Klemmkäfig mitnehmen. Die Auslösung der Haltevorrichtung würde
dann über den Klemmkäfig erfolgen.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Auslösevorrichtung in einer
beliebigen Position, vorzugsweise an einer oberen und/oder unteren Endposition des
Fahrkorbweges angeordnet. Die Auslösevorrichtungen und der Fahrkorb sind durch ein
biegeschlaffes umlaufendes Übertragungselement verbunden, über das eine relative Bewegung
des Fahrkorbs zur Auslösevorrichtung auf die Scheibe übertragbar ist. Dabei ist das
Auslöseelement bevorzugt unbeweglich gelagert.
[0042] Bei einem solchen Aufbau kommt es im eingekoppelten Zustand zu einer Blockierung
der Scheibe, wenn sich der Fahrkorb relativ zur Auslösevorrichtung bewegt. Anders
ausgedrückt nimmt das biegeschlaffe Übertragungselement im ungekoppelten Zustand der
Auslösevorrichtung die Scheibe mit beziehungsweise wird die Relativbewegung des Fahrkorbs
in Form einer Drehbewegung auf die Scheibe übertragen. Wird nun der Kopplungsmechanismus
aktiviert, so dass die Scheibe und das Auslöseelement in Wirkverbindung stehen, so
kommt es zu einer Mitnahme des Auslöseelements durch die Scheibe. Bei einer feststehenden
Position des Auslöseelements kommt es somit zu einer Blockierung. Setzt der Fahrkorb
nun seine Relativbewegung fort, so kann die Blockierung der Scheibe über das biegeschlaffe
Übertragungselement auf den Fahrkorb übertragen werden.
[0043] Eine derartige Anordnung der Auslösevorrichtung hat insbesondere den Vorteil, dass
diese ergänzend an ein bestehendes Hebezeug montiert werden kann. Beispielsweise ist
sie durch einen Austausch einer Seilrolle in ein bestehendes oder auch neues Aufzugsystem
einbaubar. Die Integration in bestehende Hebezeugsysteme durch Austausch von Umlenkelementen
durch eine erfindungsgemäße Auslösevorrichtung hat zudem den Vorteil, dass kein zusätzlicher
Bauraum benötigt wird. Wird eine derartige Vorrichtung an beiden Endpositionen des
Fahrweges des Fahrkorbs installiert, so kann auf einfache Weise ein redundantes System
zur Verfügung gestellt werden, das die Betriebssicherheit des Fahrkorbs weiter erhöht.
[0044] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Haltevorrichtung zusammen
mit der Auslösevorrichtung angeordnet.
[0045] In dieser Ausführungsform löst das Auslöseelement die Haltevorrichtung aus, die eine
Bewegung des Fahrkorbs verhindert. Dies kann über beliebige aus dem Stand der Technik
bekannte Bremssysteme, die sich vorzugsweise am oberen und/oder unteren Fahrwegende
des Fahrkorbs befinden, ermöglicht werden. Beispiele hierfür sind das Abbremsen einer
tragenden Seilscheibe, des Seils, des Hebezeugantriebs etc.
[0046] Eine derartige Ausführungsform hat insbesondere bei von außen sichtbaren Hebezeugen
den Vorteil, durch die Anbringung des Fahrkorbs den Fahrkorb selbst homogener und
weniger wuchtig erscheinen zu lassen.
[0047] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Haltevorrichtung getrennt
von der Auslösevorrichtung angeordnet, wobei die Haltevorrichtung über eine Relativbewegung
zwischen Haltevorrichtung und Übertragungselement ausgelöst wird.
[0048] Hierbei ist die Haltevorrichtung bevorzugt direkt am Fahrkorb angeordnet, so dass
bei einer Blockierung der von dem biegeschlaffen Umlaufelement umlaufende Scheibe
diese bei einer Fortsetzung der Relativbewegung des Fahrkorbs auf den Fahrkorb übertragen
werden kann. Da bei Blockierung der Scheibe das biegeschlaffe Übertragungselement
zum Stillstand kommt, kann die dadurch entstehende Relativbewegung zwischen Fahrkorb
und stillstehendem Übertragungselement genutzt werden, um die Haltevorrichtung auszulösen.
[0049] Auch bei dieser Ausführungsform ergibt sich der Vorteil, dass das erfindungsgemäße
Auslöseelement in eine bestehende Einrichtung auf einfache Weise integriert werden
kann und dabei bevorzugt bereits bestehende Haltevorrichtungen des jeweiligen Hebezeugs
verwendet.
[0050] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Auslösevorrichtung
an dem Fahrkorb angeordnet. Dabei ist die Scheibe relativ zu einem biegeschlaffen
Übertragungselement oder einer Führungsschiene bewegbar angeordnet, so dass eine Bewegung
des Fahrkorbs auf die Scheibe übertragen wird.
[0051] Anders gesagt rollt in dieser Ausführungsform die Scheibe an einem feststehenden
Element ab. Dabei umläuft entweder das biegeschlaffe Übertragungselement die Scheibe
oder die Scheibe läuft direkt an einer Schiene entlang. Kommt es zu einer Auslösung
der Auslösevorrichtung beziehungsweise zum eingekoppelten Zustand, so wird eine Relativbewegung
zwischen dem Fahrkorb und dem biegeschlaffen Übertragungselement beziehungsweise der
Führungsschiene auf das Auslöseelement übertragen, welches wiederum eine Haltevorrichtung
auslöst.
[0052] Diese Ausführungsform verhindert insbesondere eine ungewünschte Bewegung des Fahrkorbs
direkt am Fahrkorb selbst, da dieser durch eigene Haltevorrichtungen vor einem Fortlauf
einer Relativbewegung geschützt wird. Die Sicherheit wird in dieser Ausführungsform
vor allem auch dadurch erhöht, dass, wenn eine ungewollte Bewegung durch Versagen
des Seils oder anderer Bestandteile des Hebezeugs verursacht wird, die Verhinderung
einer Bewegung des Fahrkorbs getrennt von den defekten Teilen möglich ist.
[0053] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an der Auslösevorrichtung
eine Rückstellvorrichtung angeordnet, die bevorzugt zwischen dem Auslöseelement und
dem Kopplungsmechanismus wirkt, so dass der Kopplungsmechanismus nach dem Entkoppeln
selbstständig in eine Ausgangsposition rückführbar ist.
[0054] Die Rückstellvorrichtung ist so ausgeführt, dass sie sich in dem entkoppelten Zustand
im Gleichgewicht befindet und im gekoppelten Zustand aus diesem Gleichgewichtszustand
in einen Ungleichgewichtszustand ausgelenkt wird. Wird der Kopplungsmechanismus also
deaktiviert, kommt es zu einer Rückstellung der Rückstellvorrichtung in eine Ausgangsposition
des Kopplungsmechanismus relativ zur Scheibe.
[0055] Durch die Rückstellvorrichtung wird auf vorteilhafte Weise erreicht, dass der Kopplungsmechanismus
immer aus der gleichen Position ausgelöst wird. Dadurch wird zum Einen ein immer gleicher
Auslöseweg sichergestellt und zum Anderen ist der Kopplungsmechanismus konstruktiv
leichter ausführbar, da er nicht mit der Scheibe zusammen vollständig drehbar ausgeführt
werden muss.
[0056] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Rückstellvorrichtung
zwei entgegengesetzt wirkende Federelemente zwischen dem Auslöseelement und dem Kopplungsmechanismus
auf. Dabei üben die zwei entgegengesetzt wirkenden Federelemente im gekoppelten Zustand
eine voneinander abweichende und im entkoppelten Zustand die gleiche Federkraft aus.
[0057] Federelemente stellen ein besonders zuverlässiges und wartungsarmes Maschinenelement
dar. Somit kann durch Verwendung entgegengesetzt agierender Federelemente für eine
einfache und zuverlässig funktionierende Rückstellvorrichtung gesorgt werden.
[0058] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist an einer Fläche der Scheibe mit
der der Kopplungsmechanismus zusammenwirkt eine Säuberungsvorrichtung angeordnet,
die vorzugsweise mindestens eine relativ zur Scheibe feststehende Bürste aufweist.
[0059] In der Umgebung von Hebezeugen kann es zu Verschmutzungen durch Staub etc. kommen.
Durch die in vorteilhafter Weise die Fläche der Scheibe säubernde Säuberungsvorrichtung
stellt somit eine einwandfreie Funktion des Kopplungsmechanismus sicher. Durch diese
Säuberungsvorrichtung wird die Gefahr vermieden, dass eine unsaubere Fläche der Scheibe
zu einer mangelhaften Kopplung der Scheibe mit dem Auslöseelement führt.
[0060] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Auslösevorrichtung
weiterhin einen Geschwindigkeitsbegrenzer auf, über den die Haltevorrichtung bei einer
festgelegten erhöhten Geschwindigkeit auslösbar ist, wobei die Haltevorrichtung vorzugsweise
parallel zu dem Auslöseelement wirkt.
[0061] In dieser Ausführungsform der Erfindung werden somit zwei Sicherheitsvorrichtungen
zusammen integriert und können so zu einer kompakteren Bauweise führen. Dabei sorgt
die Auslösevorrichtung in diesem Fall dafür, dass bei einer unbeabsichtigten Bewegung
des Fahrkorbs an einer Haltestelle die Haltevorrichtung ausgelöst wird, während der
Geschwindigkeitsbegrenzer die Haltevorrichtung auslöst, sobald mindestens eine festgelegte
Grenzgeschwindigkeit oder Grenzbeschleunigung übertreten wird.
[0062] Eine weitere Möglichkeit ist es, die Auslösevorrichtung selbst als Auslöseelement
eines Geschwindigkeitsbegrenzers zu verwenden. Wird mithilfe eines Sensors die Übertretung
einer Geschwindigkeit oder die Übertretung einer zulässigen Beschleunigung registriert,
wird die Auslösevorrichtung durch den aktivierten Kopplungsmechanismus ausgelöst.
Dies führt in oben beschriebener Weise dazu, dass der Fahrkorb durch die über das
Auslöseelement ausgelöste Haltevorrichtung zum Stehen gebracht wird.
[0063] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die Auslösevorrichtung
eine Steuerung, die ausgelegt ist, die Auslösevorrichtung bei Stillstand des Fahrkorbs
oder willkürlich durch eine Zwangsauslösung zu aktivieren, wobei die Auslösevorrichtung
sich in ihrer Ausgangsposition im gekoppelten Zustand befindet und auslösebereit ist.
[0064] Bevorzugterweise ist die Auslösevorrichtung als Ausgangszustand auslösebereit. In
diesem gekoppelten Zustand liegt seitens einer Steuerung kein elektrisches Signal
an. Somit wird auch bei einem Ausfall der Steuerung beziehungsweise der Stromversorgung
sichergestellt, dass die Betriebssicherheit des Fahrkorbs gewährleistet ist.
[0065] Weiterhin ermöglicht die willkürliche Abschaltung eines Steuersignals auch eine Zwangsauslösung
der Auslösevorrichtung, so dass zum Beispiel im Fall einer Sicherheitsüberprüfung
die Haltevorrichtung des Fahrkorbs oder des Hebezeugs überprüft werden kann. Im Umkehrschluss
bedeutet dies, dass immer nur dann ein Steuersignal bereitgestellt wird, wenn die
Bewegung des Fahrkorbs beabsichtigt ist. Sobald jedoch vorgesehen ist, den Fahrkorb
stillstehen zu lassen, entfällt das Steuersignal, so dass bei einer dann auftretenden
ungewollten Bewegung des Fahrkorbs der Kopplungsmechanismus sich bereits im eingekoppelten
Zustand befindet. Dies hat zur Folge, dass eine Relativbewegung des Fahrkorbs entweder
direkt beziehungsweise geplant verzögert auf das Auslöseelement und somit auf die
Haltevorrichtung übertragen wird.
[0066] Eine solche Steuerung ermöglicht somit die Verwendung der erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung
auch bei anderen Sicherheitsrisiken, wie zum Beispiel das Überschreiten einer festgelegten
Geschwindigkeit oder Beschleunigung. Auch kann durch sie im Fall einer Wartung zum
Schutz des Wartungspersonals eine entsprechende Zwangsauslösung zur Verhinderung einer
Bewegung des Fahrkorbs erwirkt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0067] Die nachfolgenden exemplarischen Ausführungsbeispiele werden unter Bezug auf die
folgenden Figuren erläutert:
Figur 1 zeigt eine isometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung,
bei der ein Teil der Auslösevorrichtung zum Zwecke einer besseren Veranschaulichung
ausgeschnitten ist.
Figur 2 ist eine Seitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung.
Figur 3 veranschaulicht schematisch zwei mögliche Anordnungen der Auslösevorrichtung
bei einem Aufzugssystem.
Figur 4 veranschaulicht die Funktionsweise einer beispielhaften Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung anhand von drei Betriebszuständen.
Figur 5 ist eine isometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung,
die zusammen mit einer Haltevorrichtung angeordnet ist.
[0068] Gleiche Bezugszeichen in den Figuren bezeichnen körperlich gleiche und/oder funktionell
gleiche Merkmale.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0069] Die in Figur 1 gezeigte Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung ist um eine
gemeinsame Rotationsachse 2 aufgebaut. Auf dieser Rotationsachse ist eine Scheibe
11 drehbar gelagert. Über ein biegeschlaffes Element 22 wird eine Bewegung des Fahrkorbs
20 auf die Scheibe 11 übertragen (siehe Figur 3). Bei dem Ausführungsbeispiel der
Figur 1 ist das biegeschlaffe Element 22 ein Zahnriemen. Es liegt jedoch auch im Sinne
der Erfindung, andere Übertragungselemente zu verwenden, wie zum Beispiel Keilriemen,
Seile, Ketten, etc. Genauso ist es möglich, die Bewegung nicht über ein biegeschlaffes
Element, sondern über die Verwendung von Maschinenelementen, wie zum Beispiel Zahnrädern
oder Reibrädern zu verwenden. An einer Seite der Scheibe 11 befindet sich der Kopplungsmechanismus
60. Der in Figur 1 gezeigte Kopplungsmechanismus 60 weist einen Elektropermanentmagneten
64 auf, der über einen Schwenkarm 62 drehbar um die Rotationsachse 2 gelagert ist.
Anstatt des Elektropermanentmagneten 64 lässt sich der Kopplungsmechanismus 60 alternativ
auch als Andruckmechanismus ausführen, der zum Beispiel über Federkraft an die Scheibe
11 andrückbar ist und so eine Verbindung zwischen Scheibe und einem Auslöseelement
14 herstellbar ist.
[0070] Über Stifte und/oder Schrauben 45 ist ein Außenring 46 fest mit der Scheibe 11 verbunden.
Zusätzlich kann hier eine Dämpfung in Form von Gummielementen zwischen den Schrauben
und dem Außenring vorgesehen werden, um Bauteilbelastungen beim Auslösen, z.B. bei
Nenngeschwindigkeit des Fahrzeugkorbs, zu reduzieren. Selbstverständlich kann der
Außenring 46 auch in die Scheibe 11 integriert sein. Im Zentrum der Vorrichtung befindet
sich das Auslöseelement 14, mit dem zum Beispiel eine Auslösestange 14' (siehe Figur
5) verbunden ist. Die in Figur 5 gezeigte Auslösestange 14' überträgt die Bewegung
des Auslöseelements 14 hier auf eine Haltevorrichtung 30. Das Auslöselement 14 in
Figur 1 ist auf seiner Außenseite als Vieleck beziehungsweise Mehrkant ausgeführt.
In dem gezeigten speziellen Fall ist das Auslöseelement 14 ein Achtkant. Sowohl die
Außenfläche des Achtkants als auch die zylindrische Innenfläche des Außenrings 46
bilden Laufflächen für die dazwischen liegenden Klemmkörper 44 der Verzögerungsvorrichtung
40. Die Klemmkörper 44 sind in einem Käfig 42 aufgenommen. Auf jeder Außenfläche des
Achtkants befindet sich ein Klemmkörper 44.
[0071] Folglich sind in dieser Ausführungsform in dem Käfig 42 insgesamt acht Klemmkörper
angeordnet. Der Käfig 42 ist über den Schwenkarm 62 mit dem Kopplungsmechanismus 60
beziehungsweise den Permanenthaftmagneten 64 verbunden.
[0072] Der Kopplungsmechanismus 60 in der Figur 1 kann zwei Betriebszustände einnehmen.
In dem ersten Betriebszustand ist der Kopplungsmechanismus 60 mit der Scheibe 11 in
Wirkverbindung. In dem hier gezeigten konkreten Fall bedeutet dies, dass der Elektropermanentmagnet
64 stromlos ist, so dass dieser aufgrund der so vorhandenen Magnetkraft an der Scheibe
11 anhaftet und somit die Scheibe 11 über den Kopplungsmechanismus 60 mit dem Verzögerungselement
40 beziehungsweise dem Käfig 42 koppelt.
[0073] Wird an den Elektropermanentmagneten 64 ein Strom angelegt, so kommt es zu einer
Neutralisation der Magnetkraft des Permanentmagneten 64, so dass der Permanentmagnet
64 von der Scheibe 11 beabstandet ist. Eine solche Beabstandung kann z. B. mit Hilfe
einer Feder erreicht werden. In diesem entkoppelten Zustand existiert somit keine
Wirkverbindung zwischen der Scheibe 11 und der Verzögerungsvorrichtung 40. Mit anderen
Worten überträgt in diesem Betriebszustand das biegeschlaffe Element 22 eine Bewegung
des Fahrkorbs 20 lediglich auf die über das Lager 15 auf der Rotationsachse 2 gelagerte
Scheibe 11, ohne jedoch die Drehbewegung über den Schwenkarm 62 auf den Käfig 42 zu
übertragen.
[0074] Das Wirkprinzip der Auslösevorrichtung 10 wird in der Figur 4 näher erläutert. In
der Figur 4 steht der Kopplungsmechanismus 60 mit der Scheibe 11 (nicht gezeigt) in
Verbindung, das heißt er befindet sich im gekoppelten Zustand. Kommt es zu einer Drehbewegung
der Scheibe 11, zum Beispiel aufgrund einer ungewollten Bewegung des Fahrkorbs 20,
so folgt der Elektropermanentmagnet 64 dieser Bewegung zusammen mit dem Schwenkarm
62 und dem Käfig 42. Die Drehbewegung des Käfigs 42 wird ebenso auf die Klemmkörper
44 übertragen, so dass diese in Richtung einer Längskante 18 des Achtkants ausgelenkt
werden. Bedingt durch die vielkantige Ausführung des Auslöseelements 14 vergrößert
sich beziehungsweise verkleinert sich der Durchmesser des Auslöseelements 14 in regelmäßigen
aufeinander folgenden Winkelabständen. Da im Gegensatz dazu die innere Rotationsfläche
48 des Außenrings 46 zylinderförmig ist, kommt es zu einer periodischen Verengung
beziehungsweise Aufweitung des Zwischenraumes zwischen dem Auslöseelement 14 und dem
Außenring 46.
[0075] Werden die Klemmkörper 44 durch den Käfig 42 in Richtung der Verengung, das heißt
in Richtung der Längskanten 18 des mehrkantigen Auslöseelements 14 ausgelenkt, so
verklemmen sich die Klemmkörper 44 zwischen dem Außenring 46 und dem Auslöseelement
14. Dabei steigt die durch die Klemmkörper 44 verursachte Klemmkraft mit ansteigender
Auslenkung an. Daraus folgt, dass bis zu einer vollständigen Entfaltung der Klemmwirkung
ein Freispiel Δα existiert, währenddessen der Käfig 42 die Drehbewegung der Scheibe
11 bereits auf die Klemmkörper überträgt, so dass eine Auslenkung der Klemmkörper
stattfindet. Jedoch kommt es zumindest am Anfang dieser Auslenkung noch zu keiner
Mitnahme des Auslöseelements 14. Dabei kann die Auslenkung Δα des Auslöseelements
14 durch den Fachmann so konstruktiv gestaltet werden, dass die Übertragung der Drehbewegung
der Scheibe 11 erst nach einem festgelegten Freispiel Δα erfolgt. Hierzu wird der
alternierende Freiraum zwischen der Außenfläche 16 des Auslöseelements 14 und der
inneren zylindrischen Rotationsfläche 48 des Außenrings 46 entsprechend gestaltet.
[0076] Ohne Auslenkung befinden sich die Klemmkörper in einer Ausgangsstellung, die in etwa
vom Querschnitt des Auslöseelements 14 aus gesehen auf halber Kantenlänge einer Außenfläche
16 liegt. Es sei darauf hingewiesen, dass eine Verklemmung in der in Figur 4 gezeigten
Ausführungsform in beide Drehrichtungen möglich ist. Dadurch lässt sich bei der vorliegenden
Ausführungsform eine Drehbewegung in beide Richtungen auf das Auslöseelement übertragen.
Je nach Ausgestaltung der Verzögerungsvorrichtung 40 ist jedoch auch eine Mitnahme
in nur einer Richtung durchaus möglich.
[0077] Überschreitet die Drehbewegung das Freispiel Δα, so kommt es zu einer Übertragung
der Drehbewegung von der Scheibe 11 auf das Auslöseelement 14 (siehe Figur 4c). Diese
Drehbewegung kann zum Beispiel auf eine Haltevorrichtung 30 des Fahrkorbs 20 übertragen
werden. Weiterhin ist es möglich, das Auslöseelement 14 feststehend zu gestalten,
so dass keine Mitnahme des Auslöseelements 14 stattfinden kann, sondern stattdessen
die Drehscheibe 11 blockiert wird. Ein solches Ausführungsbeispiel wird in Figur 3
veranschaulicht. Kommt es hier zu einer Blockierung der Scheibe 11, so wird eine umlaufende
Bewegung des biegeschlaffen Elements 22 verhindert. Bewegt sich nun der Fahrkorb 20
weiter, so geschieht dies mit einer Relativbewegung gegenüber des biegeschlaffen Elements
22. Diese Relativbewegung kann wiederum genutzt werden, um eine an dem Fahrkorb befindliche
Haltevorrichtung 30 auszulösen.
[0078] Weiterhin ist in Figur 3a eine Ausführung als redundantes System veranschaulicht,
d. h. die erfindungsgemäße Auslösevorrichtung befindet sich an beiden Endseiten des
Hebezeugs. Hingegen ist in Figur 3b die Ausführung als fest installierte Auslösevorrichtung
an nur einer Seite des Fahrweges des Hebezeugs dargestellt. Dabei wird der Umschlingungswinkel
der Scheibe 1 durch zusätzlich angebrachte Rollen 24 vergrößert. Dies kann sowohl
bei der stationären als auch bei der mitfahrenden Ausführungsform die Übertragung
der relativen Bewegung zwischen der Scheibe 11 und dem biegeschlaffen Element 22 optimal
gestalten.
[0079] Wie in Figur 5 gezeigt, ist es jedoch genauso möglich, die Auslösevorrichtung 10
direkt am Fahrkorb anzubringen. In dem in Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel ist
das Auslöseelement 14 formschlüssig mit einem Vierkantstab 14' verbunden. Das in dieser
Ausführungsform zur Auslösevorrichtung 10 und damit zur Scheibe 11 feststehende biegeschlaffe
Element 22 überträgt im eingekoppelten Zustand bei einer Relativbewegung des Fahrkorbs
20 eine Drehbewegung auf den Vierkantstab 14'. Wie zuvor ausgeführt, kann dies erst
nach einem Freispiel Δα stattfinden, wenn zwischen der Scheibe 11 und dem Auslöseelement
14 und/oder zwischen dem Auslöseelement 14 und dem hier beispielhaft als Vierkantstab
ausgeführten Auslöseübertragungselement 14' ein Verzögerungsmechanismus installiert
ist. Ansonsten findet eine Übertragung der Drehbewegung der Scheibe 11 auf das Auslöseelement
und damit auf den Auslösevierkant 14' direkt statt. Durch die Drehung des Auslöseelements
14' kommt es zu einer Aktivierung der Haltevorrichtung 30, die eine weitere Bewegung
des Fahrkorbs 20 gegenüber der Führungsschiene 23 verhindert. Eine weitere Ausführungsform
einer Rollenführung ist beispielsweise der
DE 103 43 193 zu entnehmen.
[0080] Weiterhin ist es möglich, einen in der Figur 4 gezeigten Rückstellmechanismus 50
in die Auslösevorrichtung 10 zu integrieren. Der in Figur 4 gezeigte Rückstellmechanismus
ist zwischen dem Schwenkarm 62 und dem Auslöseelement 14 angeordnet. Entsprechend
der doppeltwirkenden Eigenschaft der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform der Auslösevorrichtung
sind zwischen dem Auslöseelement 14 und dem Schwenkarm 62 zwei in entgegen gesetzte
Richtungen wirkende Rückstellfedern 52 montiert.
[0081] Bei einem Gleichgewichtszustand, beziehungsweise bei einer Ausgangsposition, die
im Wesentlichen mit der Ausgangsposition der Klemmkörper 44 übereinstimmt, sind die
Rückstellfedern gleichstark ausgelenkt beziehungsweise üben die gleiche Federkraft
zwischen dem Auslöseelement 14 und dem Schwenkarm 62 aus. Befinden sich die Klemmkörper
44 jedoch in einem ausgelenkten Zustand, so kommt es zu einer Verkürzung der einen
Rückstellfeder 52 und der Ausdehnung der zweiten Rückstellfeder 52. Somit nimmt die
Federkraft der sich verkürzenden Feder 52 ab, während sie entsprechend des Federgesetzes
bei der zweiten Feder mit zunehmender Auslenkung zunimmt. Die Rückstellelemente, wie
zum Beispiel die Rückstellfedern in diesem Ausführungsbeispiel, können lineare und
nicht lineare Eigenschaften aufweisen. Damit ergibt sich ein Kräfteungleichgewicht,
das dadurch aufgehoben wird, dass die Klemmkörper in ihre Ausgangsposition zurückgeführt
werden. Dies hat den Vorteil, dass eine Verdrehung der Scheibe 11 in Bezug zum Auslöseelement
14 nahezu reibungsfrei erfolgen kann, da die Klemmkörper 44 in der Ausgangsposition
bevorzugt nur in Kontakt mit der Außenfläche 16 des Mehrkants beziehungsweise des
Auslöseelements 14 sind. So kann eine unbeabsichtigte relative Verdrehung des Käfigs
gegenüber dem Auslöseelement 14, zum Beispiel aufgrund von Vibrationen, vermieden
werden.
[0082] Die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung des Kopplungsmechanismus, die den gekoppelten
oder entkoppelten Zustand zwischen der Scheibe 11 und dem Auslöseelement 14 bewirkt,
kann verschieden motiviert sein. So ist es möglich, die Auslösevorrichtung in den
gekoppelten Zustand zu versetzen, sobald der Fahrkorb 20 an einer Haltestelle oder
an einer anderen vorgesehenen Position zum Stehen kommt. Im Normalfall ist in einer
solchen Position eine weitere Bewegung des Fahrkorbs 20 unerwünscht. Dementsprechend
kann die Auslösevorrichtung 10 durch Zusammenwirken mit einer Haltevorrichtung 30
eine solche unerwünschte Bewegung vermeiden.
[0083] Eine andere beziehungsweise zusätzliche Möglichkeit des Einsatzes der Auslösevorrichtung
10, ist diese aufgrund anderer Zustände auszulösen, wie zum Beispiel bei einer zu
hohen Beschleunigung oder einer zu hohen Geschwindigkeit. In einem solchen Fall könnte
die Auslösevorrichtung 10 über eine Steuerung (nicht gezeigt) elektronisch ausgelöst
werden und so über weitere Vorrichtungen, wie zum Beispiel eine Haltevorrichtung,
den unerwünschten Zustand beenden oder vermeiden. Auch ist es möglich, die Auslösevorrichtung
10 zwecks einer technischen Wartung oder technischen Überprüfung der Funktionsfähigkeit
des Fahrkorbs beziehungsweise des Hebezeugs zwangsauszulösen. Weiterhin kann das Auslöseelement
bei allen genannten Ausführungsformen oder Kombinationen davon alleinig oder zusätzlich
ein elektrisches Signal auslösen, das wiederum andere Eigenschaften des Hebezeugs
drahtgebunden oder drahtlos aktiviert, wie beispielsweise auch die Haltevorrichtung
30.
1. Auslösevorrichtung (10) zur Auslösung einer die Bewegung eines Fahrkorbs (20) verhindernden
Haltevorrichtung (30), die aufweist:
eine proportional zur Bewegung des Fahrkorbs (20) und relativ zu einem Auslöseelement
(14) drehbare Scheibe (11),
einen Kopplungsmechanismus (60), der zwischen der Scheibe (11) und dem Auslöselement
(14) angeordnet ist, und
eine Auslöseverzögerungsvorrichtung (40), die zwischen dem Kopplungsmechanismus (60)
und dem Auslöseelement (14) angeordnet ist,
wobei die Scheibe (11) und der Kopplungsmechanismus (60) unabhängig von ihrer relativen
Stellung zueinander koppelbar sind und eine Drehung der Scheibe (11) im gekoppelten
Zustand der Vorrichtung (10) auf das Auslöselement (14) übertragbar ist.
2. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung in zwei entgegen gesetzten Richtungen auslösbar ist.
3. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kopplung zwischen der Scheibe (11) und dem Kopplungsmechanismus (60) kraftschlüssig
ist.
4. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kopplungsmechanismus (60) einen Magneten (64), vorzugsweise einen Elektro-Permanent-Haftmagneten,
aufweist.
5. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
mit der Auslöseverzögerungsvorrichtung (40) ein Bewegungsintervall (Δα), welches eine
festgelegte Relativbewegung der Scheibe (11) zu dem Auslöseelement (14) im gekoppelten
Zustand definiert, einstellbar ist.
6. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslöseverzögerungsvorrichtung (40) durch einen Freilauf gebildet ist.
7. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
der Freilauf einen Käfig (42) mit Klemmkörpern (44) aufweist die zwischen der Scheibe
(11) und dem Auslöseelement (14) wirken, wobei der Käfig (42) mit dem Kopplungsmechanismus
(60) verbunden ist und die Scheibe (11) im gekoppelten Zustand über die Klemmkörper
mit dem Auslöseelement (14) verbindbar ist und im entkoppelten Zustand relativ zum
Auslöseelement (14) drehbar ist.
8. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (10) an einer beliebigen Position, vorzugsweise an einer oberen
und/oder unteren Endposition des Fahrkorbs (20), angeordnet ist, und über ein umlaufendes
biegeschlaffes Übertragungselement (22) mit dem Fahrkorb (20) verbunden ist, über
das eine relative Bewegung des Fahrkorbs (20) in Bezug zur Scheibe (11) übertragbar
ist.
9. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Haltevorrichtung (30) zusammen mit der Auslösevorrichtung (10) angeordnet ist.
10. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Haltevorrichtung (30) getrennt von der Auslösevorrichtung (10) angeordnet ist,
wobei die Haltevorrichtung (30) über eine Relativbewegung zwischen Haltevorrichtung
(30) und Übertragungselement (22) ausgelöst wird.
11. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (10) an dem Fahrkorb (20) angeordnet ist und die Scheibe (11)
relativ zu einem biegeschlaffen Übertragungselement (22) oder einer Führungsschiene
(23) bewegbar ist, so dass eine Bewegung des Fahrkorbs (20) auf die Scheibe (11) übertragen
wird.
12. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
an der Auslösevorrichtung (10) eine Rückstellvorrichtung (50) angeordnet ist, die
zwischen dem Auslöseelement (14) und dem Kopplungsmechanismus (60) wirkt, so dass
der Kopplungsmechanismus (60) nach dem Entkoppeln selbständig in eine Ausgangsposition
rückführbar ist.
13. Auslösevorrichtung gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass
die Rückstellvorrichtung (50) zwei entgegengesetzt wirkende Federelemente zwischen
dem Auslöseelement (14) und dem Kopplungsmechanismus (60) aufweist, die im gekoppelten
Zustand eine voneinander abweichende und im entkoppelten Zustand die gleiche Federkraft
ausüben.
14. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (10) weiterhin einen Geschwindigkeitsbegrenzer aufweist, über
den die Haltevorrichtung (30) bei einer festgelegten erhöhten Geschwindigkeit auslösbar
ist, wobei die Haltevorrichtung (30) vorzugsweise parallel zu dem Auslöselement (14)
wirkt.
15. Auslösevorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (10) eine Steuerung umfasst, die ausgelegt ist, die Auslösevorrichtung
(10) bei Stillstand des Fahrkorbs oder willkürlich durch eine Zwangsauslösung zu aktivieren,
wobei die Auslösevorrichtung (10) in ihrer Ausgangsposition im gekoppelten Zustand
und auslösebereit ist.