(19)
(11) EP 2 535 309 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.12.2012  Patentblatt  2012/51

(21) Anmeldenummer: 12172173.2

(22) Anmeldetag:  15.06.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B68C 1/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 15.06.2011 DE 202011050448 U

(71) Anmelder:
  • Thoma, Patrick
    92342 Freystadt (DE)
  • Thoma, Hans
    92342 Freystadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Thoma, Patrick
    92342 Freystadt (DE)
  • Thoma, Hans
    92342 Freystadt (DE)

(74) Vertreter: Lösch, Christoph Ludwig Klaus 
Patentanwaltkanzlei LÖSCH Äussere Bayreuther Strasse 230
90411 Nürnberg
90411 Nürnberg (DE)

   


(54) Sattelbaum mit Kopfeisen und Sattel damit


(57) Die Erfindung betrifft einen Sattelbaum (1) mit einem Kopfeisen (3), wobei der Sattelbaum (1) ein Grundelement (2) aus einer Kunststoffmasse aufweist; das Kopfeisen (3) in die Kunststoffmasse integriert ist; und das Kopfeisen (3) aus einem Titanwerkstoff besteht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Sattelbaum mit Kopfeisen und einen Sattel damit.

[0002] Es ist bekannt Sattelbäume aus Kunststoff zu fertigen. Diese Sattelbäume aus Kunststoff können ein sogenanntes Kopfeisen aufweisen. Mit Hilfe des Kopfeisens lässt sich die Kammerweite des Sattels verbreitern bzw. verjüngen. Klassischerweise werden der Sattelbaum und das Kopfeisen separat gefertigt und anschließend mit Hilfe von Befestigungsmitteln (z.B. Nieten, Schrauben) miteinander verbunden, wobei das Kopfeisen auf der dem Pferderücken zugewandten Seite des Sattelbaums positioniert ist.

[0003] Um eine gewisse Stabilität zu gewährleisten, muss das Kopfeisen eine bestimmte Mindestdicke aufweisen. Diese Mindestdicke führt dazu, dass auf der dem Pferderücken zugewandten Seite des Sattelbaums eine Erhöhung entsteht. Diese Erhöhung kann das Pferd in seiner Bewegungsfreiheit einschränken und/oder zu Schädigungen, beispielsweise an der Wirbelsäule oder am Fell des Pferdes, führen.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sattelbaum mit einem Kopfeisen anzubieten, welcher die oben genannten Nachteile vermeidet. Insbesondere soll ein Sattelbaum mit hohem Tragekomfort für das Pferd angeboten werden.

[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Schutzanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen beschrieben. Erfindungsgemäß besitzt der Sattelbaum ein Kopfeisen und weist ein Grundelement aus einer Kunststoffmasse auf. Das Kopfeisen ist in die Kunststoffmasse integriert und das Kopfeisen besteht aus einem Titanwerkstoff.

[0006] Durch die Integration des Kopfeisens in die Kunststoffmasse des Sattelbaum-Grundelements entstehen keine Übergänge oder Kanten zwischen dem Kopfeisen und dem Sattelbaum. Insbesondere entsteht keine Erhöhung auf der dem Pferderücken zugewandten Seite des Sattelbaums. Auf diese Weise wird der Tragekomfort des Sattelbaums erhöht.

[0007] Durch die Verwendung von Titan für das sogenannte Kopfeisen anstelle des gebräuchlichen Werkstoffs Eisen bzw. Stahl kann der Querschnitt des sogenannten Kopfeisens deutlich reduziert werden. Gleichzeitig bleibt die Stabilität erhalten. Außerdem ist ein mehrmaliges Verstellen des Kopfeisens (d.h. Verbreitern bzw. Verjüngen der Kammerweite) ohne sichtbare Materialermüdung möglich. Da der Querschnitt des Kopfeisens bei Verwendung von Titan im Vergleich zur Verwendung von Eisen bzw. Stahl verringert werden kann, verringert sich auch die Dicke des gesamten Sattelbaums entsprechend, was den Tragekomfort des Sattelbaums weiter erhöht.

[0008] Insgesamt kann damit die Gesamtdicke der Sattelbaum-Kopfeisen-Konstruktion im Vergleich zu herkömmlichen Sattelbäumen signifikant reduziert werden. Dennoch ist weiterhin eine stufenlose Einstellung der Kammerweite möglich. Auch entstehen durch die Integration des Kopfeisens in den Sattelbaum keine Druckpunkte am Pferderücke mehr, da der Sattelbaum ganzheitlich aufliegt. Zusätzlich wird der freie Platz der Wirbelsäule des Pferdes in Kurvenbewegungen vergrößert und damit die Bewegungsfreiheit des Pferdes erhöht.

[0009] Der Titanwerkstoff, aus dem das Kopfeisen besteht, kann vorteilhafterweise eine Titanlegierung oder Reintitan (reines Titan) sein.

[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Kopfeisen vollständig von der Kunststoffmasse umschlossen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Kopfeisen an keiner Stelle direkt mit dem Pferderücken in Kontakt treten kann.

[0011] In bevorzugter Weise ist das Kopfeisen in die Kunststoffmasse eingegossen. Auf diese Weise ist zum einen eine sichere Verbindung zwischen Kopfeisen und Kunststoffmasse möglich und zum anderen kann der Sattelbaum durch ein relativ einfaches Herstellverfahren erzeugt werden.

[0012] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten Merkmale und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

[0013] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnungsfigur weiter erläutert.

[0014] Die Figur zeigt einen Sattelbaum 1. Der Sattelbaum 1 besteht im Wesentlichen aus einem Grundelement 2 und einem Kopfeisen 3. Das Grundelement 2 besteht aus einer Kunststoffmasse und bildet die Grundform des Sattelbaums 1.

[0015] In die Kunststoffmasse des Grundelements 2 ist das Kopfeisen 3 derart eingegossen, dass die Kunststoffmasse das Kopfeisen 3 vollständig umschließt. Das Kopfeisen 3 besteht aus einem Titanwerkstoff und erstreckt sich von der Vorderzwiesel 4 in Richtung der Ortspitzen 5.

[0016] Das Grundelement 2 des Sattelbaums 1 ist derart geformt, dass sich zwischen der Vorderzwiesel 4 und der Hinterzwiesel 6 eine Sitzmulde für den Reiter befindet.

[0017] Durch das Eingießen des Kopfeisens 3 in die Kunststoffmasse des Grundelements 2 entstehen keine Übergänge oder Kanten zwischen dem Kopfeisen 3 und dem übrigen Sattelbaum 1. Durch die Verwendung von Titan als Werkstoff für das Kopfeisen 3 kann der benötigte Querschnitt reduziert werden. Insgesamt ist somit der Tragekomfort des Sattelbaums 1 erhöht.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0018] 
1
Sattelbaum
2
Grundelement
3
Kopfeisen
4
Vorderzwiesel
5
Ortspitze
6
Hinterzwiesel



Ansprüche

1. Sattelbaum (1) mit einem Kopfeisen (3), wobei:

- der Sattelbaum (1) ein Grundelement (2) aus einer Kunststoffmasse aufweist;

- das Kopfeisen (3) in die Kunststoffmasse integriert ist; und

- das Kopfeisen (3) aus einem Titanwerkstoff besteht.


 
2. Sattelbaum nach Anspruch 1, wobei das Kopfeisen (3) vollständig von der Kunststoffmasse umschlossen ist.
 
3. Sattelbaum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kopfeisen (3) in die Kunststoffmasse eingegossen ist.
 
4. Sattelbaum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Titanwerkstoff eine Titanlegierung oder Reintitan ist.
 
5. Sattel mit einem Sattelbaum nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht