[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine zweiflüglige Schwenktür mit einem Standflügel,
einem Gehflügel und einer Einrichtung zur Regelung der Öffnungs- und gewünschtenfalls
Schließreihenfolge, umfassend einen dem Standflügel zugeordneten Mitnehmer und einen
dem Gehflügel zugeordneten Anschlag.
[0002] Auch wenn der Anwendungsbereich der vorliegenden Erfindung nicht hierauf beschränkt
ist, eignen sich die hier beschriebenen Türen vor allem für solche, die einen Sicherheitsanspruch
zu erfüllen haben. Dies sind vor allem Brandschutztüren/Rauchschutztüren mit sogenannter
Panik- und Fluchtfunktion.
[0003] Das Charakteristikum einer Brandschutztür/Rauchschutztür besteht darin, über eine
bestimmte Dauer den Durchtritt von Feuer und Rauch aus einem Raum in einen anderen
zu verhindern. Unabhängig von ihrer Bauweise ist diese Voraussetzung natürlich nur
dann zu erfüllen, wenn die Tür im Brandfall ordnungsgemäß geschlossen ist. Zweiflügelige
Brandschutztüren/Rauchschutztüren weisen in aller Regel einen ersten Flügel mit einem
dem zweiten Flügel zugewandten Falz auf, welcher sich als Vorsprung des Türblattes
an der, der Drehachse dieses Flügels abgewandeten Seite in den Flächenbereich des
zweiten Türblattes erstreckt. Im ordnungsgemäß geschlossenen Zustand liegt demnach
der zweite Türflügel an der richtigen Seite dieses Falzes mit einem zur Flügelebene
parallel liegenden Randbereich an.
[0004] Zwar wird bei normaler Benutzung der Tür in der Regel immer nur der Gehflügel geöffnet
und geschlossen, jedoch können zweiflüglige Brandschutztüren/Rauchschutztüren mit
einer Panikfunktion ausgestattet sein, die das Öffnen des zweiten Türflügels erlaubt,
um im Notfall einen breiteren Fluchtkorridor zu schaffen. Eine solche Panikfunktion
wird beispielsweise über einen am Standflügel angebrachten Drehhebel realisiert, der
bei einer Drehung um 180° den Standflügel entriegelt, so dass sich dieser in dieselbe
Richtung wie der Standflügel öffnen lässt.
[0005] Damit die Schutzwirkung einer zweiflügligen Brandschutztür/Rauchschutztür auch nach
einem Öffnen insbesondere auch des Standflügels wiederherstellbar ist, sind derartige
Türen mit einer Einrichtung zur Selbstschließung mit Schließfolgeregelung versehen.
Allerdings ist aufgrund der oben erörterten asymmetrischen Gestaltung des Türfalzes
eine korrekte Schließreihenfolge der Türflügel unbedingt einzuhalten. Denn wenn die
Türflügel einer solchen zweiflügligen Brandschutztür in der falschen Reihenfolge geschlossen
werden, liegt der Türflügel, welcher nicht mit einem dem anderen Türflügel zugewandten
Falz versehen ist, an der falschen Seite dieses Falzes am anderen Türflügel an. Hierdurch
bilden sich nicht nur im Bereich der Falz, sondern auch zwischen der Türblattoberkante
und der Türzarge Spalten aus, durch welche Feuer und Rauch ungehindert hindurch treten
können. Die Tür hat folglich nicht die geforderte schützende Wirkung. Mit anderen
Worten ist es also für die ordnungsgemäße Funktionsweise einer zweiflügeligen Brandschutztür/Rauchschutztür
unerlässlich, dass diese richtig geschlossen werden: Dazu ist zuerst der Standflügel
in die geschlossene Stellung zu bringen, und danach der Gehflügel.
[0006] Die Schließfolgeeinrichtung bewirkt das Schließen der beiden Türflügel in der richtigen
Reihenfolge. Führt bei geöffnetem Standflügel der ebenfalls geöffnete Gehflügel, beispielsweise
angetrieben durch eine Schließfeder, eine dem Standflügel vorauseilende Schließbewegung
aus, so wird diese Schließbewegung durch die Wirkung der Schließfolgeregelung bei
Erreichen eines bestimmten minimalen Öffnungswinkels so lange gestoppt, bis der Standflügel
in seiner Schließbewegung dem Gehflügel genügend weit voraus eilt und damit die richtige
Schließfolge sicher gewährleistet ist. Der minimale Öffnungswinkel ist dadurch definiert,
dass der Standflügel den Gehflügel bei diesem Winkel noch gerade eben passieren kann.
[0007] Es ist zudem erforderlich, dass Schließfolgeregelungen nicht nur dann funktionieren,
wenn beide Türflügel aus verhältnismäßig großen Öffnungswinkeln geschlossen werden,
sondern es muss ebenfalls gewährleistet sein, dass die korrekte Schließreihenfolge
auch dann eingehalten wird, wenn nur der Standflügel geöffnet wurde. In diesem Fall
kann der oben erörterte Mechanismus nicht eingreifen, da dieser einen minimalen Öffnungswinkel
des Gehflügels erfordert. Da die Schließfolgeregelung aufgrund ihrer Geometrie und
Konstruktion einen Mindestöffnungswinkel der Türe benötigt, bis diese funktioniert,
werden sogenannte öffnungsfolgeregelungen verwendet, die sicherstellen, dass der Gehflügel
bei alleiniger Öffnungsbewegung des Standflügels mittels eines Mitnehmers zumindest
über den Mindestöffnungswinkei hinaus mitbewegt wird, so dass beim folgenden Schließvorgang
die oben genannte Schließreihenfolgeregelung eingreifen kann.
[0008] In der
DE 10 2004 031 937 A1 ist eine bekannte Öffnungsfolgeregelung offenbart. Diese außen auf der Tür montierte
Offnungsfolgeregelung weist einen Mitnehmerfinger auf, der am Standflügel einer zweiflügligen
Tür in einer Teleskopaufnahme linear beweglich geführt ist und der bei geschlossener
Tür mit einem Endbereich an die bei der Öffnungsbewegung hinten liegende Fläche des
Gehflügels ragt. Bei einer Öffnung des Standflügels sorgt der Mitnehmerfinger zwangsweise
dafür, dass sich der Gehflügel ebenfalls ein Stück weit öffnet, wobei der Mitnehmerfinger
bis zu einem bestimmten Öffnungswinkel des Gehflügels ausgezogen und dann freigegeben
wird. Der Mitnehmerfinger wird anschließend durch die Kraft einer Feder in die Teleskopaufnahme
eingezogen, um den Überstand des Mitnehmerfingers über den Standflügel in den Türöffnungsbereich
hinein zu verringern.
[0009] Nachteilig ist dabei, dass der Mitnehmerfinger mit dem Stützelement zur Bewirkung
der Öffnung des Gehflügels gegen die Kraft der Teleskopaufnahmefeder quasi verhakt
ist, was die Sicherheit der gewünschten Mitnahmebewegung beeinträchtigt.
[0010] Weiter wird es bei einer solchen Lösung zum Teil als nachteilig empfunden, dass der
Mitnehmerfinger auch dann, wenn er nicht mit dem Gehflügel in Kontakt ist, relativ
weit über den Standflügel hinaus ragen muss was optisch störend ist und auch bei der
Schließfolgeregelung nachteilig sein kann. Dies wird verstärkt durch die Notwendigkeit,
am Ende des Mitnehmerfingers eine Rolle anzubringen, da bei reiner Gleitberührung
zwischen Mitnehmerfinger und schiefer Ebene als Stützelement am Gehflügel ansonsten
zu große verkantend wirkende Momente auf die Linearführung auftreten würden.
[0011] Weiterhin ist es nachteilig, dass die vorgeschlagene Anordnung in einem Gehäuse untergebracht
ist, welches auf die Außenseite des Standflügels aufgeschraubt werden muss. Schon
alleine aus diesem Grund ist es praktisch nicht möglich, eine derartige Anordnung
optisch unauffällig zu gestalten, was insbesondere bei attraktiven Holzrahmentüren
wünschenswert ist.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine zweiflüglige Schwenktür der eingangs
genannten Art in der Weise zu konstruieren, dass das optische Erscheinungsbild der
Tür möglichst wenig durch die Regelungseinrichtung der Offnungs- und Schließreihenfolge
beeinträchtigt wird und die Tür dennoch zuverlässig eine korrekte Offnungs- und Schließreihenfolge
einhält.
[0013] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Mitnehmer an der oberen
Stirnfläche des Standflügels angebracht ist und ein bogenförmiges Hakenelement aufweist,
welches mit dem Standflügel fluchtend ausgerichtet ist und sich im geschlossenen Zustand
der Schwenktür über einen Teil der oberen Stirnfläche des Gehflügels erstreckt, wobei
der Anschlag auf der oberen Stirnfläche des Gehflügels in Öffnungsrichtung vor dem
Hakenelement angebracht ist.
[0014] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch Anbringung eines ein bogenförmiges
Hakenelement aufweisenden Mitnehmers auf der Oberkante des Standflügels, das heißt
zwischen dem Flügel und der Türzarge, die Offnungsreihenfolgeregelung optisch vollständig
verdeckt angebracht werden kann. Sofern nur der Gehflügel benutzt wird, fällt der
Mitnehmer selbst bei geöffnetem Gehflügel kaum auf, da sich dieser unmittelbar unterhalb
der Türzarge befindet.
[0015] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Schwenktür kann das Hakenelement beim Öffnen
des Standflügels mit dem Anschlag in Eingriff gebracht werden, so dass der Gehflügel
in Öffnungsrichtung mit verschwenkt wird. Es ist demnach also möglich, dass das Hakenelement
im geschlossenen Zustand der Schwenktür nicht mit dem Anschlag in Kontakt steht sondern
dieser Zustand erst beim Öffnen des Standflügels eintritt. Dies ist von Vorteil, da
hierdurch der Verschleiß des Hakenelements und des Anschlags möglichst gering gehalten
wird.
[0016] Bei der erfindungsgemäßen Konstruktion ist es vorteilhaft, wenn das Hakenelement
im geschlossenen Zustand der Schwenktür die Hauptflächen des Standflügels und des
Gehflügels nicht überragt. Damit ist das Hakenelement bei geschlossener Schwenktür
von außen praktisch nicht sichtbar.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umfasst der Mitnehmer ein Befestigungselement,
mit welchem der Mitnehmer an der oberen Stirnfläche des Standflügels angebracht ist.
Besonders zweckmäßig ist es hierbei, wenn der Standflügel in der oberen Stirnfläche
eine Aussparung in mindestens den Dimensionen des Befestigungselements aufweist und
das Befestigungselement in dieser Aussparung fixiert ist. Damit kann der Mitnehmer
versenkt im Profil des Standflügels befestigt werden und erfordert damit keine weiteren
Anpassungen an dem Profil der Zarge in diesem Bereich. Zudem kann durch diese Maßnahme
für eine an der Zarge vorgesehene Dichtlippe eine gleichmäßige Dichtfläche geschaffen
werden. Dies ist für Brandschutztüren wegen der erforderlichen Rauchabdichtung besonders
bedeutsam.
[0018] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verläuft die Bogenrichtung des
Hakenelements zur Öffnungsseite des Standflügels. Diese Ausgestaltung ist besonders
vorteilhaft, weil auf diese Weise beim Öffnen des Standflügels der Gehflügel mit einer
höheren Winkelgeschwindigkeit vorauseilt. Auf diese Weise zum einen die Zwängung zwischen
dem Stand- und dem Gehflügel beim Öffnen erheblich reduziert oder gar eliminiert werden.
Zum anderen wird hierdurch beim Öffnen des Standflügels erreicht, dass der Gehflügel
möglichst schnell den Mindestwinkel der Schließfolgeregelung erreicht.
[0019] Die Bogenform des Hakenelements kann prinzipiell alle denkbaren Ausgestaltungen annehmen.
So hat diese beispielsweise eine kreissegmentartige, elliptische, logarithmische,
parabolische oder hyperbolische Form.
[0020] Das Hakenelement kann des Weiteren einen gebogenen und einen linearen Teilabschnitt
aufweisen. Dabei ist in vorteilhafter Weise der gebogene Teilabschnitt an dem der
Befestigungseinrichtung gegenüberliegenden Endbereich vorgesehen. Der lineare Teilabschnitt
schließt sich folglich an die Befestigungseinrichtung des Mitnehmers an.
[0021] Der Mitnehmer kann im Prinzip jedes denkbare Querschnittsprofil aufweisen. Von besonderem
Vorteil ist es jedoch, wenn der Mitnehmer speziell im Bereich des Hakenelements einen
plattenförmigen Querschnitt aufweist. Hierdurch lässt sich der Mitnehmer flach ausgestalten
und damit platzsparender im oberen Bereich zwischen den Schwenkflügeln und der Türzarge
verbergen.
[0022] Dabei ist es besonders zweckmäßig, wenn der Mitnehmer insbesondere im Bereich des
Hakenelements durch ein flaches Blech oder ein flaches Kunststoffelement gebildet
ist. Das Blech kann beispielsweise ein Stahlblech sein, das wahlweise mit einer Kunststoffschicht
ummantelt sein kann. Das Kunststoffelement kann beispielsweise aus PVC, einem Polyolefin
wie PE oder PP, aus Polycarbonat, einem Polyester, PTFE oder einem Polyamid bestehen.
[0023] Die Dicke des Mitnehmers kann insbesondere im Bereich des Hakenelements 1 bis 10
mm betragen, vorzugsweise 2 bis 5 mm. Die Länge des Mitnehmers kann beispielsweise
5 bis 30 cm betragen und richtet sich in erster Linie danach, dass beim Öffnen des
Standflügels der Gehflügel zumindest bis zum Erreichen des Aktivierungswinkels der
Schließfolgenregelung geöffnet werden kann, bevor der Standflügel weiter geöffnet
werden kann als der Gehflügel.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung kann der Mitnehmer zumindest im Bereich des bogenförmigen
Hakenelements eine weitestgehend gleiche Farbe und/ oder Textur aufweisen wie die
Oberfläche des Zargenmaterials. Hierdurch wird der Mitnehmer optisch camoufliert.
[0025] Wie bereits eingangs erörtert weist der Gehflügel der erfindungsgemäßen Schwenktür
einen Anschlag für den Mitnehmer auf. Dieser Anschlag dient beim Öffnen des Standflügels
dazu, über den Mitnehmer den Gehflügel gemeinsam mit dem Standflügel zu öffnen. In
vorteilhafter Weise ist der Anschlag als Gleit- oder Wälzeinrichtung ausgestaltet.
Die Wälzeinrichtung kann zum Beispiel durch eine Kugel oder eine Rolle gebildet sein,
insbesondere eine kugelgelagerte Rolle, deren Drehachse weitestgehend parallel zur
Drehachse des Gehflügels verläuft. Beim Öffnen des Standflügels rollt dann die Rolle
über die Seitenkante des Mitnehmers ab, wodurch ein leichtgängiges und geräuscharmes
Mitbetätigen des Gehflügels ermöglicht wird. Die Rollen können beispielsweise eine
Dicke von 2 bis 10 mm aufweisen, vorzugsweise 3 bis 5 mm.
[0026] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schwenktür
weist der Gehflügel im Erstreckungsbereich des Hakenelements eine Aussparung auf,
die sich bis zur Öffnungsseite des Gehflügels erstreckt. Auch diese konstruktive Maßnahme
sorgt dafür, dass der Mitnehmer optisch verdeckt wird und zudem keine Modifikationen
an der Türzarge beim Einbau einer solchen Schwenktür erforderlich werden.
[0027] Zum Öffnen des Standflügels ist dieser mit einer Betätigungseinrichtung ausgestattet,
vorzugsweise mit einer Panikentriegelung, die im Notfall eine schnelle Entriegelung
des Standflügels ermöglicht.
[0028] Aufgrund seiner verdeckten Anordnung lässt sich der erfindungsgemäße Mitnehmer in
besonders vorteilhafter Weise bei optisch hochwertigen zweiflügligen Türen einsetzen,
vor allem bei solchen, bei denen der Standflügel und der Gehflügel eine umlaufende
Holzrahmenkonstruktion aufweisen.
[0029] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Standflügel und/oder der Gehflügel als Brandschutztür
ausgebildet sind und insbesondere eine Brandschutzverglasung aufweisen, mit anderen
Worten, wenn die zweiflüglige Tür als Brandschutzglastür ausgebildet ist, vorzugsweise
mit einer umlaufenden Holzrahmenkonstruktion.
[0030] Da sämtliche Elemente des Mitnehmers im Türrahmen integriert sind, werden diese gleichzeitig
auch vor der unmittelbaren Hitzeeinwirkung von außen geschützt und zwar unabhängig
davon, von welcher Seite der Brand einwirkt. Dadurch kann die störungsfreie Funktionalität
des Mitnehmers im Brandfall über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden, als
dies bei von außen aufgesetzten Metallgehäusen möglich ist.
[0031] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand von zwei Figuren näher erläutert.
Dabei zeigt
- Fig. 1
- eine ausschnittweise Schnittansicht von oben einer erfindungsgemäßen zweiflügligen
Tür im geschlossenen Zustand und
- Fig. 2
- eine collagenartige Darstellung eines Öffnungsvorgangs der in Fig. 1 dargestellten
Tür,
[0032] Fig. 1 zeigt eine ausschnittweise Schnittansicht einer erfindungsgemäßen zweiflügligen
Tür 1 im geschlossenen Zustand in der Draufsicht auf die obere Stirnkante. Die Tür
1 setzt sich aus einem Standflügel 2 und einem Gehflügel 3 zusammen, die in vorliegend
nicht dargestellten Scharnieren in der durch Pfeile angedeuteten Richtung verschwenkbar
gehalten sind. Die Tür 1 ist zudem mit einer ebenfalls nicht dargestellten Schließfolgeregelung
ausgestattet.
[0033] Der Standflügel 2 und der Gehflügel 3 bestehen jeweils aus einer Holzrahmenkonstruktion
aus Hartholz, wie Eiche oder Buche, wobei das Türblatt jeweils eine Brandschutzscheibe
aufweist, die in die Holzrahmenkonstruktion eingesetzt ist. Da die vorliegende die
oberen Stirnkanten des Standflügels 2 und des Gehflügels 3 zeigt, ist die Brandschutzscheibe
nicht sichtbar.
[0034] Der Gehflügel 3 verfügt über eine Schließeinrichtung, die über eine Türklinke 4 entriegelt
werden kann, so dass sich der Gehflügel 3 unabhängig vom Standflügel 2 öffnen lässt.
Der Standflügel 2 ist mit einer Verriegelung 5 ausgerüstet, die mittels einer ca.
45° bis 90°-Drehung eines Entriegelungshebels 6 entsperrt werden kann, so dass der
Standflügel 2 verschwenkt werden kann.
[0035] Dem Standflügel 2 ist ein Mitnehmer 7 aus einem 3 mm starken Stahlblech zugeordnet,
der auf der oberen Stirnfläche des Standflügels 2 mittels einer Befestigungseinrichtung
8 des Mitnehmers 7 aufgeschraubt ist. Der Mitnehmer 7 weist ein bogenförmiges Hakenelement
9 auf, welches mit dem Standflügel 2 fluchtend ausgerichtet ist und sich im geschlossenen
Zustand der Schwenktür 1 über einen Teil der oberen Stirnfläche des Gehflügels 3 erstreckt.
Die Bogenrichtung des Hakenelements 9 weist zur Öffnungsseite des Standflügels 2 hin.
Das Hakenelement 9 besitzt einen linearen und einen gebogenen Teilabschnitt, wobei
der gebogene Teilabschnitt an dem der Befestigungseinrichtung 8 gegenüberliegenden
Endbereich vorgesehen ist.
[0036] Auf der oberen Stirnfläche des Gehflügels 3 ist ein Anschlag in Form einer kugelgelagerten
Rolle 10 angebracht, deren Drehachse weitestgehend parallel zur Drehachse des Gehflügels
3 verläuft. Die Rolle 10 besitzt eine Dicke von etwa 4 mm und ist in Öffnungsrichtung
vor dem Hakenelement 9 auf Kontakt zwischen dessen linearem und gebogenem Teilabschnitt
arrangiert.
[0037] In Fig. 2 ist eine collagenartige Darstellung eines Öffnungsvorgangs der in Fig.
1 dargestellten Tür abgebildet. Durch Entriegeln der Verriegelung 5 mittels einer
Drehung des Entriegelungshebels 6 kann der Standflügel 2 in Pfeilrichtung verschwenkt
werden. Durch diese Schwenkbewegung des Standflügels 2 drückt das Hakenelement 9 gegen
die Rolle 10, wodurch der Gehflügel 3 in Öffnungsrichtung mit verschwenkt wird. Dabei
rollt die Rolle 10 über die in Öffnungsrichtung vordere Seitenkante des Hakenelements
9 ab, zu der die Rolle 10 in Kontakt steht.
[0038] Durch die Biegung des Hakenelements 9 zur Öffnungsseite des Standflügels 2 wird erreicht,
dass der Gehflügel 3 mit einer höheren Winkelgeschwindigkeit geöffnet wird als der
Standflügel 2. Mit anderen Worten eilt der Gehflügel 3 dem Standflügel 2 durch die
bogenförmige Ausgestaltung des Hakenelements 9 voraus. Hierdurch wird die Zwängung
zwischen dem Standflügel 2 und dem Gehflügel 3 beim Öffnen erheblich reduziert oder
gar eliminiert.
[0039] Die Differenz der Öffnungswinkel von Standflügel 2 und Gehflügel 3 wird, wie in Fig.
2 deutlich zu erkennen ist, mit fortschreitender Öffnung des Standflügels 2 größer,
bis die Rolle 10 das Ende des Hakenelements 9 erreicht und hierüber abrollt. Bei diesem
Öffnungswinkel ist der Mindestwinkel der Schließfolgeregelung erreicht, von der der
Gehflügel 3 nun so lange auf diesem Mindestöffnungswinkel gehalten wird, bis dieser
vom Standflügel passiert wird und die Schließfolgeregelung den Gehflügel 3 für den
finalen Schließvorgang freigibt.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Schwenktür
- 2
- Standflügel
- 3
- Gehflügel
- 4
- Türklinke
- 5
- Verriegelung
- 6
- Entriegelungshebel
- 7
- Mitnehmer
- 8
- Befestigungseinrichtung
- 9
- bogenförmiges Hakenelement
- 10
- kugelgelagerte Rolle
1. Zweiflüglige Schwenktür (1), insbesondere in Form einer Dicht-, Rauchdicht- und Brandschutztür,
mit einem Standflügel (2), einem Gehflügel (3) und einer Einrichtung zur Regelung
der Öffnungs- und gewünschtenfalls Schließreihenfolge, umfassend einen dem Standflügel
(2) zugeordneten Mitnehmer (7) und einen dem Gehflügel (3) zugeordneten Anschlag (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mitnehmer (7) an der oberen Stirnfläche des Standflügels (2) angebracht ist und
ein bogenförmiges Hakenelement (9) aufweist, welches mit dem Standflügel (2) fluchtend
ausgerichtet ist und sich im geschlossenen Zustand der Schwenktür (1) über einen Teil
der oberen Stirnfläche des Gehflügels (3) erstreckt, wobei der Anschlag (10) auf der
oberen Stirnfläche des Gehflügels (3) in Öffnungsrichtung vor dem Hakenelement (9)
angebracht ist.
2. Schwenktür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hakenelement (9) beim Öffnen des Standflügels (2) mit dem Anschlag (10) in Eingriff
gebracht werden kann, so dass der Gehflügel (3) in Öffnungsrichtung mit verschwenkt
wird.
3. Schwenktür nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bogenrichtung des Hakenelements (9) zur Öffnungsseite des Standflügels (2) verläuft.
4. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mitnehmer (7) ein Befestigungselement (8) umfasst, mit welchem der Mitnehmer (7)
an der oberen Stirnfläche des Standflügels (2) angebracht ist.
5. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bogenform des Hakenelements (9) kreissegmentartig, elliptisch, logarithmisch,
parabolisch oder hyperbolisch ausgestaltet ist.
6. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hakenelement (9) einen gebogenen und einen linearen Teilabschnitt aufweist, wobei
der gebogene Teilabschnitt insbesondere an dem der Befestigungseinrichtung (8) gegenüberliegenden
Endbereich vorgesehen ist.
7. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hakenelement (9) im geschlossenen Zustand der Schwenktür (1) die Hauptflächen
des Standflügels (2) und des Gehflügels (3) nicht überragt.
8. Schwenktür nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Standflügel (2) in der oberen Stirnfläche eine Aussparung in mindestens den Dimensionen
des Befestigungselements (8) aufweist in der das Befestigungselement (8) fixiert ist.
9. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mitnehmer (7) insbesondere im Bereich des Hakenelements (9) einen flachen, plattenförmigen
Querschnitt aufweist.
10. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mitnehmer (7) insbesondere im Bereich des Hakenelements (9) durch ein flaches
Blech oder ein flaches Kunststoffelement gebildet ist.
11. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dicke des Mitnehmers (7) insbesondere im Bereich des Hakenelements (9) 1 bis 10
mm beträgt, vorzugsweise 2 bis 5 mm.
12. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mitnehmer (7) zumindest im Bereich des bogenförmigen Hakenelements (9) eine weitestgehend
gleiche Farbe und/ oder Textur aufweist wie die Oberfläche des Zargenmaterials der
Schwenktür (1).
13. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anschlag (10) als Gleit- oder Wälzeinrichtung ausgestaltet ist.
14. Schwenktür nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wälzeinrichtung eine Kugel oder eine Rolle ist, insbesondere eine kugelgelagerte
Rolle (10), deren Drehachse weitestgehend parallel zur Drehachse des Standflügels
(2) verläuft.
15. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Gehflügel (3) im Erstreckungsbereich des Hakenelements (9) eine Aussparung aufweist,
die sich bis zur Öffnungsseite des Gehflügels (3) erstreckt.
16. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Standflügel (2) mit einer Panikentriegelung (6) ausgestattet ist.
17. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Standflügel (2) und der Gehflügel (3) eine umlaufende Holzrahmenkonstruktion aufweisen.
18. Schwenktür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Standflügel (2) und/ oder der Gehflügel (3) eine Brandschutzverglasung aufweisen.