[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Transponderetikett und ein Herstellungsverfahren
für ein Transponderetikett. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Transponderetikett
zum Gebrauch auf einer metallischen Oberfläche sowie ein Verfahren, mit dem solche
Transponderetiketten effizient hergestellt werden können.
[0002] Zur Steuerung von Warenströmen kommt einer geeigneten Kennzeichnung der einzelnen
Waren eine immer größere Bedeutung zu. Da die Steuerung der Warenströme vermehrt halb-
oder vollautomatisch erfolgt, ist es erforderlich, dass die einzelnen Waren auch beim
Wareneingang oder beim Warenausgang automatisiert erfasst werden können. Nur so kann
eine moderne Logistik oder Lagerverwaltung automatisiert und computergestützt realisiert
werden.
[0003] Hierzu kommen unter anderem optische Kennzeichnung in Form von eindimensionalen Barcodes
oder zweidimensionalen Datamatrixcodes zum Einsatz. Diese können relativ schnell mittels
eines optischen Lesegeräts erfasst und elektronisch weiterverarbeitet werden. Allerdings
ist es erforderlich, dass sich die optische Kennzeichnung gut lesbar auf der Außenseite
jedes einzelnen Warenelements befindet. Außerdem kann auf diese Weise nur jeweils
ein Produkt nach dem anderen sequenziell erfasst werden. Dies führt gerade bei der
hohen Stückzahl zu einer relativ großen Zeitdauer für die Erfassung.
[0004] Als Alternative zur Kennzeichnung von Waren für eine automatische Erfassung kommt
in jüngster Zeit vermehrt so genannten RFID-Elementen (RFID = Radio Frequency IDentification)
Aufmerksamkeit zu. Solche Elemente (Transponder) besitzen einen integrierten Halbleiterchip
(IC) auf dem die elektronischen Informationen gespeichert werden können, sowie eine
Antenne, über die die gespeicherten Informationen drahtlos an ein Lese- und Schreibgerät
übertragen werden können.
[0005] Aufgrund der drahtlosen Übertragung zwischen Transponder und Lesegerät kann sich
ein solches Kennzeichnungselement auch im Inneren eines Produkts befinden, oder das
Produkt selbst kann mit einer blickdichten Verpackung umgeben sein. Außerdem bietet
dieses Verfahren auch die Möglichkeit eine sehr hohe Anzahl von Kennzeichnungen innerhalb
kürzester Zeit zu erfassen.
[0006] Da für den Datenaustausch zwischen Transponder und Lesegerät elektromagnetische Wellen
erforderlich sind, kann der Datenaustausch durch elektrisch leitfähige Bauteile negativ
beeinträchtigt werden. Insbesondere wenn der Transponder auf einer Metallfläche aufgebracht
werden muss, kann der Datenaustausch erschwert oder gar unmöglich gemacht werden.
[0007] Daher sind für Waren mit metallischen Bauteilen ganz besondere Transponderlösungen
erforderlich. Beispielsweise kann das Transponderelement auf einen Papier- oder Kunststoffträger
appliziert werden und der Träger kann dann als eine Art abstehende Fahne auf eine
Metalloberfläche aufgeklebt werden ("FIagTag"). Solche abstehenden Fahnen können jedoch
unter Umständen relativ leicht abgerissen oder beschädigt werden, was zu einem Verlust
der Kennzeichnung führen würde.
[0008] Alternativ kann ein konventionelles Transponderetikett auf einen Abstandshalter,
beispielsweise aus Kunststoff, appliziert werden. Der Verbund aus Abstandshalter und
Transponderetikett wird dann auf die Metalloberfläche aufgeklebt. Solche Lösungen
bringen jedoch in der Praxis oft nur relativ unbefriedigende Lesereichweiten und nehmen
vergleichsweise viel Platz ein.
[0009] Eine weitere Möglichkeit sind Transponderelemente, die mit einem elektrisch nicht
leitenden Material vollständig ummantelt sind ("Hard-Tag"). Ein solcher Mantel dient
dabei einerseits als Abstandshalter zwischen Metalloberfläche der Ware und RFID-Transponder
und andererseits als Schutz gegen mechanische Beanspruchung. Allerdings sind solche
Lösungen auch sehr teuer und daher für Anwendungen in großen Stückzahlen ungeeignet.
[0010] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Transponderetikett bereitzustellen,
das einerseits kostengünstig produziert werden kann und darüber hinaus auf einem metallischen
Gegenstand sehr gute Sende- und Empfangseigenschaften besitzt.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Transponderetikett gelöst, das ein dielektrisches Schaumstoffelement
mit einer Oberseite und einer Unterseite und ein Transponderinlay mit einem Chip und
einer Antenne umfasst. Das Transponderinlay ist derart auf das Schaumstoffelement
aufgebracht, dass sich ein erster Teil der Antenne auf der Oberseite des Schaumstoffelements
befindet und sich ein zweiter Teil der Antenne auf der Unterseite des Schaumstoffelements
befindet.
[0012] Ferner wird die Aufgabe durch ein Herstellungsverfahren für ein Transponderetikett
gelöst, das die folgenden Schritte umfasst: Bereitstellen einer dielektrischen Schaumstoffbahn
mit einer Oberseite und einer Unterseite; Bereitstellen eines Transponderinlays, umfassend
einen Chip und eine Antenne; Aufbringen des Transponderinlays auf der Schaumstoffbahn
derart, dass sich ein erster Teil der Antenne auf der Oberseite der Schaumstoffbahn
befindet; Umklappen des Transponderinlays um die Schaumstoffbahn derart, dass ein
zweiter Teil der Antenne auf der Unterseite der Schaumstoffbahn zu liegen kommt; und
Aufbringen eines Klebstoffs auf die Unterseite der Schaumstoffbahn und den zweiten
Teil der Antenne.
[0013] Es ist ein Ansatz der vorliegenden Erfindung ein konventionelles Transponderinlay
um einen Schaumstoffträger herum anzubringen, wobei der Schaumstoffträger sehr einfach
als Materialbahn von einer Rolle bereitgestellt werden kann, auf die das konventionelle
Transponderinlay aufgebracht und herumgeklappt wird. Nach Applikation eines Haftklebstoffs
und Abdecken des Haftklebstoffs mit einem Liner (Schutzfolie) können die so hergestellten
Transponderetiketten entweder unmittelbar vereinzelt werden, oder die komplette Materialbahn
kann erneut auf eine Rolle aufgewertet werden.
[0014] Das Bereitstellen von Schaumstoff und Liner von einer Rolle und die Verwendung von
konventionellen Transponderetiketten mit Antenne ermöglichen dabei eine sehr effiziente
und damit kostengünstige Herstellung der erfindungsgemäßen Transponderetiketten. Somit
können die Produktionskosten gegenüber Alternativprodukten deutlich gesenkt werden.
[0015] Durch die um den Schaumstoff herumgeklappte Antenne wird eine Streifenleiterantenne
gebildet. Dabei dient der Schaumstoff als Dielektrikum. Auf der Oberseite und der
Unterseite des Schaumstoffs ist jeweils ein Teil der Antenne angeordnet. Somit wird
ein Streifenleiter gebildet, der bei geeigneten Abmessungen einen dielektrischen Resonator
ausbildet. Die Abmessung der Antenne steht dabei in Relation zur verwendeten Frequenz
des Systems. Insbesondere handelt es sich bei der Antenne um eine in Lambda/4-Ausführung
Streifenleiterantenne.
[0016] Vorzugsweise besitzt das Schaumstoffelement eine Dicke von maximal 1,5 Millimeter.
Hierdurch können ganz besonders dünne Transponderetiketten hergestellt werden, die
dennoch eine ausgezeichnete Lesereichweite auf elektrisch leitenden Untergründen besitzen.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Transponderetikett ferner ein erstes
Folienelement, das mindestens einen Teilbereich des Transponderinlays überdeckt. Besonders
bevorzugt umfasst das Transponderetikett ein zweites Folienelement, das mindestens
einen Teilbereich des ersten Folienelements bedeckt. Diese Folienelemente bieten gute
Möglichkeiten zur visuellen Kennzeichnung des Transponderetiketts und stellen auch
einen Schutz gegen Verschmutzung und eventuelle Beschädigungen dar.
[0018] In einer speziellen Ausführungsform umfasst das Transponderetikett eine Klebstoffbeschichtung,
die mindestens einen Teilbereich der Unterseite des Schaumstoffelements und des zweiten
Teils der Antenne bedeckt. Somit kann das Etikett auf einfache Weise auf ein zu kennzeichnendes
Produkt aufgeklebt werden. Vorzugsweise umfasst ein solches Transponderetikett ferner
eine Klebstoffabdeckung, die die Klebstoffbeschichtung auf der Unterseite des Schaumstoffelements
und dem zweiten Teil der Antenne bedeckt. Besonders vorteilhaft ist hierbei eine Klebstoffabdeckung
aus einer Folienbahn.
[0019] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren umfasst vorzugsweise einen Schritt zum
Aufbringen eines ersten Folienelements auf mindestens einen Teilbereich des Transponderinlays.
Besonders bevorzugt umfasst das Verfahren ferner einen Schritt zum Aufbringen eines
weiteren Folienelements auf die Oberseite des ersten Folienelements mit dem ersten
Teil der Antenne.
[0020] In einer besonderen Ausführungsvariante umfasst das Verfahren ferner einen Schritt
zum Aufbringen einer Schutzfolie auf die Unterseite der Schaumstoffbahn und den zweiten
Teil der Antenne.
[0021] Vorzugsweise umfasst das Herstellungsverfahren ferner einen Schritt zum Ausstanzen
einzelner Transponderetiketten aus der Schaumstoffbahn mit mehreren aufgebrachten
und umgeklappten Transponderinlays.
[0022] Alternativ umfasst das Verfahren in einer speziellen Ausführungsform ferner einen
Schritt zum Aufwickeln einer Materialbahn aus der Schaumstoffbahn mit mehreren aufgebrachten
und umgeklappten Transponderinlays.
[0023] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispiel unter Verwendung der
beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigen:
Figur 1: einen schematischen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Transponderetikett;
Figuren 2a bis 2c: schematische Querschnitte durch erfindungsgemäße Transponderetiketten
mit unterschiedlichen Oberlaminatvarianten;
Figur 3: eine schematische Darstellung eines Herstellungsprozesses für ein erfindungsgemäßes
Transponderetikett; und
Figur 4: eine schematische Darstellung eines Verarbeitungsschrittes für die Herstellung
eines erfindungsgemäßen Transponderetiketts.
[0024] Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Transponder-Etikett 1.
In der Mitte des Etiketts 1 ist ein Schaumstoff 20 aus einem elektrisch isolierenden,
dielektrischen Material angeordnet. Dieser Schaumstoff 20 hat üblicherweise eine Materialdicke
von 2 mm oder weniger. Vorzugsweise besitzt der Schaumstoff 20 eine Dicke von maximal
1,5 mm, besonders bevorzugt eine Dicke von maximal 1,2 mm. Eine Ausführungsform eines
Schaumstoffs umfasst ein Polymermaterial, in dem eine Zellenstruktur ausgebildet ist.
Die Zellen können offene oder geschlossene Zellen sein. Der Schaumstoff ist daher
kompressibel.
[0025] Um den Schaumstoff 20 herum, d.h. auf der Oberseite, der Unterseite und einer Seitenkanten
des Schaumstoffs 20, ist ein Transponderinlay 10 angebracht. Dieses Transponderinlay
10 umfasst mindestens eine Antenne 11 und einen Chip 12.
[0026] Das Transponderinlay 10 ist dabei so auf dem Schaumstoff 20 angebracht, dass sich
der Chip 12 auf der Oberseite 21 des Schaumstoffs 20 befindet. Unter der Oberseite
21 versteht man dabei die Seite des Schaumstoffs 20, die bei einer Applikation des
vollständigen Etiketts auf einer Metalloberfläche von der Metalloberfläche abgewandt
ist. Dementsprechend wird die Seite des Schaumstoffs 20, die bei der Applikation des
Etiketts der Metalloberfläche zugewandt ist, als Unterseite 22 bezeichnet.
[0027] Das Transponderinlay 10 wird dabei bevorzugt so auf dem Schaumstoff 20 aufgebracht,
dass der Chip 12 vom Transponder 10 aus gesehen zum Schaumstoff 20 zeigt. Somit ist
der Chip 12 durch den Schaumstoff 20 besonders gut vor Beschädigungen geschützt. Alternativ
kann das Transponderinlay 10 auch so aufgebracht werden, dass der Chip 12 nach außen
zeigt. Somit kann eine noch bessere Performance (Lesereichweite) erzielt werden.
[0028] Ein Teil der Antenne 11 des Transponderinlays 10 ist auf der Oberseite 21 des Schaumstoffs
20 angebracht. Ein anderer Teil der Antenne 11 wird um den Schaumstoff 20 herum geschlagen
und kommt auf der Unterseite 22 des Schaumstoffs zu liegen.
[0029] Im applizierten Zustand verlaufen die beiden Teile der Antenne 11 auf der Oberseite
21 und der Unterseite 22 des Schaumstoffs 20 parallel zueinander. Zwischen den beiden
Teilen der Antenne ist der Chip 12 angeordnet. Durch diese Anordnung wird beispielsweise
eine Streifenantenne gebildet. Bei einer solchen Streifenantenne handelt es sich um
einen dielektrischen Resonator, der aus den beiden elektrisch leitfähigen Antennenteilen
11 und dem dazwischen angeordneten Schaumstoff 20 als Dielektrikum ausgebildet ist.
[0030] Die Ausdehnung der Antennenfläche in eine Richtung parallel zur Oberseite 21 und
Unterseite 22 des Schaumstoffs 20 beträgt dabei etwa ein Viertel der Wellenlänge der
Betriebsfrequenz. Dieser Antennentyp wird auch mit Lambda/4-Antenne bezeichnet.
[0031] Die Streifenleiterantenne 11 ist dabei mit dem Schaumstoff 20 durch einen Klebstoff
verbunden. Vorzugsweise ist der Klebstoff dabei bereits zuvor auf den Schaumstoff
20 aufgebracht worden. Man erhält somit einen selbst klebenden Schaumstoff 20. Dieser
selbstklebende Schaumstoff 20 wird dann auf ein nicht klebendes Transponderinlay 10
aufgebracht. Alternativ wäre es jedoch auch möglich den Klebstoff auf das Transponderinlay
10 aufzubringen und anschließend das selbstklebende Transponderinlay 10 auf einen
nicht klebenden Schaumstoff 20 aufzubringen.
[0032] Zum Schutz des Transponderinlays 10 und insbesondere des Chips 12 wird zumindest
über einen Teil des Transponderinlays 10, das sich auf der Oberseite des Schaumstoffs
20 befindet, ein Schutzlaminat 30 aufgebracht. Bei diesem Schutzlaminat 30 kann es
sich beispielsweise um eine aufgeklebte transparente Folie handeln. Dabei kann das
Schutzlaminat 30 entweder zuvor mit einem Klebstoff versehen werden, oder wird in
einem separaten Schritt aufgetragen und anschließend ein nicht klebendes Laminat appliziert.
[0033] Eine Alternative, bei der das Schutzlaminat nur auf der Oberseite des Transponderetiketts
aufgebracht ist, ist in Figur 2a dargestellt. Das Schutzlaminat 30 kann sich auch
noch weiter über eine Seite des Schaumstoffs 20 und einen Teil der Unterseite 22 erstrecken,
wie dies beispielsweise in Figur 2b dargestellt ist. Alternativ kann, wie in Figur
2c gezeigt, das Schutzlaminat 30 vollflächig die Unterseite 22 bedecken.
[0034] Zur Befestigung des so entstandenen Transponderetiketts 1 auf einem vorzugsweise
metallischen Untergrund wird die Unterseite des Etiketts 1 mit einem Klebstoff 40
versehen. Dieser Klebstoff erstreckt sich sowohl über die freien Bereiche der Unterseite
21 des Schaumstoffs 20, als auch über den auf der Unterseite befindlichen Bereich
der Streifenleiterantenne 11 und gegebenenfalls den auf der Unterseite befindlichen
Teil des Schutzlaminats 30.
[0035] In der Regel wird dieser Klebstoff 40 keine elektrisch leitenden Eigenschaften besitzen,
so dass zwischen Streifenleiterantenne 11 und einem metallischen, elektrisch leitfähigen
Untergrund eine galvanische Trennung besteht. In diesem Fall erfolgt eine kapazitive
Kopplung zwischen Streifenleiterantenne 11 und dem metallischen Untergrund.
[0036] Alternativ wäre es auch möglich, einen elektrisch leitfähigen Klebstoff 40 zu verwenden,
so dass die Streifenleiterantenne 11 und der metallische Untergrund elektrisch leitfähig
miteinander verbunden sind. Somit könnten diese Sende- und Empfangseigenschaften des
Transponderetiketts 1 zusätzlich verbessert werden.
[0037] Zum Schutz des Klebstoffes 40 wird der Klebstoff 40 mit einer Abdeckbahn 50, einem
so genannten Liner, überdeckt. Der Liner 50 kann dabei aus einer langgezogenen, streifenförmigen
Bahn bestehen, auf der sich mehrere Transponderetiketten 1 nebeneinander angeordnet
befinden. Der Liner 50 kann entweder aus einer Kunststofffolie, oder aber auch aus
einer Papierbahn bestehen, auf die bei Bedarf eine klebstoffabweisende Substanz aufgebracht
ist.
[0038] Für einen erhöhten Manipulationsschutz kann die Antenne 11 auf der Unterseite des
Etiketts mit geeigneten Einstanzungen, beispielsweise in Form einer Perforation, versehen
werden. Wenn dann zur Verbindung des Etiketts mit dem Untergrund ein stark haftender
Klebstoff 40 verwendet wird, so reißt bei einem Ablöseversuch eines aufgeklebten Etiketts
die Streifenleiterantenne 11 entlang der Einstanzungen ab und der Antennenaufbau wird
verstimmt.
[0039] Dabei ist es möglich, dass die Antenne 11 so stark verstimmt wird, dass ein weiteres
Auslesen des Transponderetiketts vollständig unmöglich gemacht wird und hierdurch
das Etikett funktionsunfähig wird. Es ist alternativ aber auch möglich, dass die Einstanzungen
so angebracht werden, dass die Antenne nur geringfügig verstimmt wird und damit ein
weiteres Auslesen des Transponders mit signifikant veränderter, vorzugsweise eingeschränkter,
Lesereichweite möglich ist. Somit kann ein Manipulationsversuch zuverlässig erkannt
werden, ohne dass die gespeicherten Daten unwiederbringlich verloren sind.
[0040] Zur optischen Kennzeichnung des Transponderetiketts 1 kann das Schutzlaminat 30 mit
einem Aufdruck versehen werden. Dabei ist sowohl ein einheitlicher Aufdruck für eine
komplette Charge von Transponderetiketten möglich als auch eine individuelle Kennzeichnung
für jedes einzelne Transponderetikett. Soll die Kennzeichnung eines Etiketts im Druckverfahren
erfolgen, so sind hierfür besonders opake Folien oder transparente Folie mit einer
opaken Grundierung geeignet, um einen guten Kontrast mit dem Aufdruck zu erhalten.
[0041] Um den Aufdruck der Kennzeichnung vor Verunreinigungen oder Beschädigungen zu schützen,
ist es möglich, ein zusätzliches, weiteres transparentes Schutzlaminat 60 über dem
Aufdruck anzubringen.
[0042] Zur Kennzeichnung der Transponderetiketten kann in diesem speziellen Aufbau auch
eine mittels Laser nachträglich beschriftbare Folie auf der Oberseite des Transponderetiketts
1 angebracht werden. Dabei handelt es sich um einen Folienaufbau, bei dem durch die
Bestrahlung mit Laserlicht ein Farbumschlag oder eine andere optische Veränderung
hervorgerufen werden kann.
[0043] Solche laserbeschriftbaren Folien besitzen in der Regel einen hohen Anteil an metallischen
Partikeln. Die elektrische Leitfähigkeit dieser metallischen Partikeln führt bei konventionellen
Transponderetiketten zu einer stark eingeschränkten Lesereichweite und macht in der
Regel ein Auslesen oder Beschreiben nahezu unmöglich. Bei dem besonderen Aufbau der
erfindungsgemäßen Transponderetiketten dagegen ist eine signifikante Verbesserung
dieser Leserreichweite zu beobachten. Hierdurch wird es erst möglich, einen laserbeschriftbaren
Folienaufbau mit einem Transponderetikett zu kombinieren.
[0044] Die laserbeschriftbare Kennzeichnungsfolie kann dabei oberhalb des Schutzlaminats
30 aufgebracht werden. Alternativ kann auch zunächst eine laserbeschriftbare Kennzeichnungsfolie
direkt auf die Antenne 11 aufgebracht werden und anschließende über den gemeinsamen
Aufbau ein transparentes Schutzlaminat 30 aufgebracht werden. Ferner ist es auch möglich,
dass die laserbeschriftbare Kennzeichnungsfolie gleichzeitig als Schutzlaminat dient.
[0045] Man erhält durch die Kombination eines oben beschriebenen Transponderetiketts mit
einer durch Laser beschriftbaren Kennzeichnungsfolie ein Transponderetikett, das auch
zu einem späteren Zeitpunkt individuell beschriftbar ist und dennoch eine gute Lesereichweite
besitzt, insbesondere bei Applikation des Transponderetiketts auf metallischem Untergrund.
[0046] Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften ist es ebenso möglich, für die Kennzeichnung
des Transponderetiketts Materialien mit einem Metallanteil zu verwenden, was ansonsten
bei Transponderetiketten nicht möglich war. Insbesondere können zum Beispiel auch
sogenannte Hologrammfolien verwendet werden. Diese Folien werden sehr häufig zum Fälschungsschutz
und Originalitätsnachweise eingesetzt. Da für das Hologramm üblicherweise eine metallische
Folie erforderlich ist, war es bisher nicht möglich, solche Hologrammfolien mit Transponderetiketten
auf engstem Raum und in einem solch flachen Aufbau zu kombinieren.
[0047] Figur 3 zeigt einen beispielhaften Produktionsprozess für ein erfindungsgemäßes Transponderetikett
1. Zunächst wird eine geeignete Schaumstoffbahn 120 bereitgestellt. Vorzugsweise wird
in Schritt A die Schaumstoffbahn 120 als Rollenware bereitgestellt und zur Produktion
die Schaumstoffbahn 120 von dieser Rolle abgerollt.
[0048] Als nächstes wird in Schritt B ein geeignetes Transponderinlay 110 bereitgestellt.
Wie bereits oben erwähnt, kann dieses Transponderinlay 110 zuvor mit einem Klebstoff
15 versehen sein. Wenn das Transponderinlay 110 dagegen nicht klebend ist, so muss
zunächst auf das Transponderinlay 110 oder auf Teile der Schaumstoffbahn 120 ein geeigneter
Klebstoff aufgebracht werden.
[0049] Anschließend wird in Schritt C das Transponderinlay 110 so auf die Schaumstoffbahn
120 aufgebracht, dass ein Teil der Antenne 11 und der Chip 12 des Transponderinlays
110 auf der Oberseite der Schaumstoffbahn 120 zu liegen kommt.
[0050] Wenn das Transponderetikett 1 eine optische Kennzeichnung erhalten soll, so kann
auf einen Teilbereich des Transponderinlays 110 ein geeignetes Kennzeichnungselement
auflaminiert werden (bei Schritt F, in Fig. 3 nicht dargestellt). Hierzu kann es sich
beispielsweise um ein bedrucktes Folienelement handeln oder auch um ein oben bereits
beschriebenes mittels Laser beschriftbares Folienelement. Alternative Kennzeichnungselemente
können in gleicher Weise aufgebracht werden.
[0051] Zum Schutz des Transponderetiketts kann in einem weiteren Schritt ein vorzugsweise
transparentes Schutzlaminat 130 auf das Transponderinlay 110 und gegebenenfalls auch
das oben beschriebene Kennzeichnungselement aufgebracht werden. Vorzugsweise handelt
es sich hierbei um eine transparente Stofffolie, die mittels Klebstoff mit dem Transponderetikett
verbunden wird.
[0052] In einem nächsten Schritt D wird der verbleibende Teil der Antenne 11, der über die
Schaumstoffbahn 120 hinausragt, um die Schaumstoffbahn 120 herum geklappt, so dass
dieser verbleibende Teil der Antenne 11 auf der Unterseite der Schaumstoffbahn liegen
kommt und somit eine Streifenleiterantenne bildet. Das Umklappen des Transponderinlays
um die Schaumstoffbahn ist in Figur 4 detailliert dargestellt.
[0053] Anschließend wird in Schritt E auf die Unterseite der Schaumstoffbahn 120 mit einem
Teil der Antenne 11 und eventuell auch einem Teil des Schutzlaminats 130 ein Klebstoff
140, vorzugsweise ein Haftklebstoff, aufgetragen. Dieser Auftrag kann entweder vollflächig
erfolgen, oder der Klebstoff 140 wird nur in vordefinierten Bereichen der Unterseite
aufgebracht. Beispielsweise kann der Klebstoffauftrag auch in einem Druckverfahren
aufgetragen werden.
[0054] Zum Schutz des Klebstoffes 140 wird dieser Klebstoff 140 in einem weiteren Schritt
G nach dem Auftragen mit einem Liner 150 abgedeckt. Hierzu wird dieser Liner 150 als
Folienbahn, vorzugsweise auf einer Rolle aufgewickelt, bereitgestellt. Dieser Liner
150 wird mit der mit Klebstoff versehenen Unterseite der Schaumstoffbahn 120 zusammengeführt.
[0055] Der Klebstoffauftrag E und das Aufbringen G des Liners 150 können dabei auch in einem
gemeinsamen Arbeitsgang erfolgen.
[0056] In einem weiteren Schritt H wird daraufhin aus der Schaumstoffbahn 120 mit dem Transponderinlay
110 ein einzelnes Transponderetikett 1 ausgestanzt. Dabei kann die Stanze, welche
das einzelne Transponderetikett ausstanzt, den Schaumstoff 120 und auch den Liner
150 vollständig durchstanzen, so dass ein unmittelbarer einzelnes Transponderetikett
1 entsteht.
[0057] Alternativ kann die Stanze jedoch auch nur durch den Schaumstoff 120 hindurch dringen
und den Liner 150 dabei unbeschädigt belassen. Somit erhält man eine kontinuierliche
Folienbahn des Liners 150, auf der sich das heraus gestanzte Transponderetikett 1
befindet. Der nicht benötigte Teil der Schaumstoffbahn 120 kann daraufhin entfernt
werden, was man als Entgittern bezeichnet.
[0058] Durch die hintereinander folgende Produktion mehrerer solcher Transponderetiketten
1 erhält man somit eine Folienbahn des Liners 150 auf der sich eine Mehrzahl von Transponderetiketten
1 hintereinander befinden. In einem weiteren Schritt I kann diese Folienbahn mit den
Transponderetiketten 1 aufgerollt werden und somit als Rollenware für die Weiterverarbeitung
komfortabel bereitgestellt werden.
[0059] Zusammenfassend betrifft die vorliegende Erfindung ein Transponderetikett für einen
metallischen Untergrund. Das Transponderetikett ist dabei dennoch relativ dünn und
auch flexibel. Die Erfindung betrifft ferner ein kostengünstiges Rolle zu Rolle Herstellungsverfahren
für solche Transponderetiketten.
1. Transponderetikett, umfassend
ein dielektrisches Schaumstoffelement (20) mit einer Oberseite (21) und einer Unterseite
(22);
ein Transponderinlay (10) mit einem Chip (12) und einer Antenne (11); wobei das Transponderinlay
(10) derart auf das Schaumstoffelement (20) aufgebracht ist, dass sich ein erster
Teil der Antenne (11) auf der Oberseite (21) des Schaumstoffelements (20) befindet
und sich ein zweiter Teil der Antenne (11) auf der Unterseite (22) des Schaumstoffelements
(20) befindet.
2. Transponderetikett nach Anspruch 1, wobei die Antenne (11) eine Streifenleiterantenne
ist.
3. Transponderetikett nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Schaumstoffelement (20) eine
Dicke von maximal 1,5 Millimeter besitzt.
4. Transponderetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, ferner umfassend ein erstes Folienelement
(30), das mindestens einen Teilbereich des Transponderinlays (10) überdeckt.
5. Transponderetikett nach Anspruch 4, ferner umfassend ein zweites Folienelement (60),
das mindestens einen Teilbereich des ersten Folienelements (30) bedeckt.
6. Transponderetikett nach Anspruch 5, wobei das erste (30) oder das zweite (60) Folienelement
ein mit einem Laser beschriftbares Folienelement ist.
7. Transponderetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, ferner umfassend eine Klebstoffbeschichtung
(40), die mindestens einen Teilbereich der Unterseite (22) des Schaumstoffelements
(20) und des zweiten Teils der Antenne (11) bedeckt.
8. Transponderetikett nach Anspruch 4, wobei das erste Folienelement (30) die Streifenleiterantenne
(11) auf der Unterseite (22) des Schaumstoffelements (20) vollständig bedeckt und
wobei ein Bereich des ersten Folienelements (30), der auf der Unterseite (22) zu liegen
kommt, vollflächig mit einer Klebstoffbeschichtung (40) versehen ist.
9. Transponderetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, ferner umfassend eine Klebstoffabdeckung
(50), die die Klebstoffbeschichtung (40) auf der Unterseite (22) des Schaumstoffelements
(20) und dem zweiten Teil der Antenne (11) bedeckt.
10. Herstellungsverfahren für ein Transponderetikett (1) umfassend:
- Bereitstellen einer dielektrischen Schaumstoffbahn mit einer Oberseite und einer
Unterseite;
- Bereitstellen eines Transponderinlays, umfassend einen Chip und eine Antenne;
- Aufbringen des Transponderinlays auf der Schaumstoffbahn derart, dass sich ein erster
Teil der Antenne auf der Oberseite der Schaumstoffbahn befindet;
- Umklappen des Transponderinlays um die Schaumstoffbahn derart, dass ein zweiter
Teil der Antenne auf der Unterseite der Schaumstoffbahn zu liegen kommt; und
- Aufbringen eines Klebstoffs auf die Unterseite der Schaumstoffbahn und den zweiten
Teil der Antenne.
11. Herstellungsverfahren nach Anspruch 10, das ferner einen Schritt zum Aufbringen eines
ersten Folienelements auf mindestens einen Teilbereich des Transponderinlays umfasst
und einen Schritt zum Aufbringen eines zweiten Folienelements auf die Oberseite des
Schaumstoffelements mit dem ersten Teil der Antenne umfasst.
12. Herstellungsverfahren nach Anspruch 11, wobei das erste Folienelement ein laserbeschriftbares
Folienelement ist und das zweite Folienelement ein laserbeschriftbares Folienelement
oder eine transparente Schutzfolie ist.
13. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, das ferner einen Schritt
zum Aufbringen einer Schutzfolie auf die Unterseite der Schaumstoffbahn und den zweiten
Teil der Antenne umfasst.
14. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, das ferner einen Schritt
zum Ausstanzen einzelner Transponderetiketten aus der Schaumstoffbahn mit mehreren
aufgebrachten und umgeklappten Transponderinlays umfasst.
15. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, das ferner einen Schritt
zum Aufwickeln einer Materialbahn aus der Schaumstoffbahn mit mehreren aufgebrachten
und umgeklappten Transponderinlays umfasst.