[0001] Die Erfindung betrifft einen Orthomodenkoppler für ein Antennensystem, insbesondere
für eine Multifeed-Antenne. Der Orthomodenkoppler umfasst einen ersten Signalhohlleiter
für ein erstes RF-Signal, welches sich in dem ersten Signalhohlleiter längs einer
ersten Achse ausbreiten kann. Er umfasst einen zweiten Signalhohlleiter für ein zweites
RF-Signal, welches sich in dem zweiten Signalhohlleiter längs einer zweiten Achse
ausbreiten kann, wobei die zweite Achse parallel zu der ersten Achse angeordnet ist.
In einen Septumpolarisator münden der erste und der zweite Signalhohlleiter. Längs
einer dritten Achse eines gemeinsamen Signalhohlleiters des Orthomodenkopplers kann
sich ein Sende- und Empfangssignal ausbreiten, wobei die dritte Achse parallel zu
der ersten und der zweiten Achse verläuft, wobei der gemeinsame Signalhohlleiter mit
dem Septumpolarisator gekoppelt ist.
[0002] Orthomodenkoppler trennen bzw. kombinieren zwei orthogonal, linear polarisierte Wellen.
Der erste und der zweite Signalhohlleiter, welche auch als Speisehohlleiter bezeichnet
werden, stehen dabei üblicherweise senkrecht aufeinander. Die orthogonale Anordnung
der Speisehohlleiter, welche üblicherweise als Rechteckhohlleiter ausgebildet sind,
ist durch die Zuordnung zu zueinander orthogonalen Polarisationen am gemeinsamen Tor
(dem gemeinsamen Signalhohlleiter) begründet.
[0003] Wird der Orthomodenkoppler in einem Multifeed-Antennensystem eingesetzt, ist eine
hohe Packungsdichte des Orthomodenkopplers erforderlich, wodurch eine parallele Anordnung
seiner Speisehohlleiter von Vorteil oder sogar zwingend ist. Problematisch bei der
parallelen Führung der Speisehohlleiter ist jedoch, die Polarisationsreinheit über
eine möglichst große Bandbreite sicherzustellen.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Orthomodenkoppler anzugeben,
bei dem eine hohe Bandbreite und eine hohe Polarisationsreinheit im Vergleich zu den
aus dem Stand der Technik bekannten Varianten erzielbar ist.
[0006] Die Erfindung schafft einen Orthomodenkoppler für ein Antennensystem, insbesondere
für eine Multifeed-Antenne. Der Orthomodenkoppler umfasst: einen ersten Signalhohlleiter
für ein erstes RF-Signal, welches sich in dem ersten Signalhohlleiter längs einer
ersten Achse ausbreiten kann; einen zweiten Signalhohlleiter für ein zweites RF-Signal,
welches sich in dem zweiten Signalhohlleiter längs einer zweiten Achse ausbreiten
kann, wobei die zweite Achse parallel zu der ersten Achse angeordnet ist; einen Septumpolarisator,
in den der erste und der zweite Signalhohlleiter münden; und einen gemeinsamen Signalhohlleiter
mit einer dritten Achse längs der sich ein Sende- und Empfangssignal ausbreiten kann,
wobei die dritte Achse parallel zu der ersten und der zweiten Achse verläuft, und
wobei der gemeinsame Signalhohlleiter mit dem Septumpolarisator gekoppelt ist. Erfindungsgemäß
umfasst der gemeinsame Signalhohlleiter einen weiteren Polarisator.
[0007] Der erfindungsgemäße Orthomodenkoppler kombiniert somit einen Septumpolarisator mit
einem weiteren Polarisator. Im Sendefall wird durch den Septumpolarisator zunächst
eine zirkular polarisierte Welle erzeugt. Diese wird durch den Polarisator in eine
linear polarisierte Welle überführt. Im Empfangsfall erzeugt der Polarisator aus einer
linear polarisierten Welle eine zirkular polarisierte Welle. Der Septumpolarisator
erzeugt aus der zirkular polarisierten Welle eine linear polarisierte Welle. Hierdurch
ist es möglich, die Richtung des Polarisationsvektors beliebig einzustellen. Darüber
hinaus wird durch die Kombination eine hohe Kreuzpolarisationsunterdrückung über eine
hohe Bandbreite erzielt. Ebenso stellt der erfindungsgemäße Orthomodenkoppler eine
hohe Polarisationsreinheit zur Verfügung.
[0008] Insbesondere ist vorgesehen, dass das erste RF-Signal in dem ersten Signalhohlleiter
und das zweite RF-Signal in dem zweiten Signalhohlleiter orthogonal zueinander polarisiert
sind. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass den Eingängen des Septumpolarisators
zueinander orthogonale Polarisationen zugeordnet sind.
[0009] Der weitere Polarisator kann wahlweise als Rillenpolarisator, als Stegpolarisator
oder als Pfostenpolarisator ausgebildet sein. Der Querschnitt des weiteren Polarisators
kann wahlweise rund oder rechteckig ausgebildet sein.
[0010] Insbesondere ist es zweckmäßig, wenn der Septumpolarisator und der weitere Polarisator
über ein Koppelelement miteinander verbunden sind. Besonders bevorzugt ist es in diesem
Zusammenhang, wenn das Koppelelement einen runden Querschnitt aufweist, so dass der
Septumpolarisator und der weitere Polarisator um seine Mittelachse gegeneinander verdrehbar
sind. Durch eine Drehung des weiteren Polarisators um seine Mittelachse kann die Richtung
des Polarisationsvektors auf einfache Weise beliebig eingestellt werden.
[0011] Der erfindungsgemäße Orthomodenkoppler ist durch die Kombination des Septumpolarisators
mit einem weiteren Polarisator derart ausgebildet, dass der Frequenzgang des Septumpolarisators
durch den Frequenzgang des weiteren Polarisators teilweise kompensiert ist. Durch
die gegenseitige Kompensation des Frequenzgangs von Septumpolarisator und dem weiteren
Polarisator werden die Bandbreite und die Polarisationsreinheit gegenüber den aus
dem Stand der Technik bekannten Lösungen erheblich verbessert.
[0012] Die Erfindung und deren Vorteile werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
in der Zeichnung weiter erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische, perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers,
- Fig. 2
- eine geschnittene, perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers
aus Fig. 1, und
- Fig. 3
- ein Diagramm, welches die Leistungsdaten des erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers
illustriert.
[0013] Fig. 1 zeigt eine schematische, perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Orthomodenkopplers 100 für ein Antennensystem. Insbesondere kann aufgrund der kompakten
Bauweise des erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers 100 der Orthomodenkoppler in einem
Multifeed-Antennensystem eingesetzt werden.
[0014] In bekannter Weise weist der Orthomodenkoppler zwei Signalhohlleiter 1, 2 mit zueinander
parallel ausgerichteten Achsen und mit jeweils rechteckigem Querschnitt auf, längs
denen sich jeweilige, orthogonal zueinander polarisierte RF-Signale ausbreiten können.
Die Signalhohlleiter 1, 2 münden in einen Septumpolarisator 30 mit ebenfalls rechteckigem
Querschnitt. Aus der geschnittenen Darstellung in Fig. 2 geht hervor, dass ein Septum
31 des Septumpolarisators 30 gestuft ausgebildet ist. Das Septum 31 trennt das Gehäuse
des Septumpolarisators 30 in zwei gleich große Kammern. Der Septumpolarisator 30 ist
über ein Koppelelement 20, das eine im Wesentlichen rechteckige Querschnittsform aufweist,
in erfindungsgemäßer Weise mit einem weiteren Polarisator 10 mit rundem Querschnitt,
welcher in einen gemeinsamen Signalhohlleiter mündet oder diesen ausbildet, gekoppelt.
Der weitere Polarisator 10 ist im Querschnitt rund und in diesem Ausführungsbeispiel
als Rillenpolarisator ausgebildet. Ebenso könnte der weitere Polarisator 10 als Stegpolarisator
oder Pfostenpolarisator oder sonstiger Polarisator ausgeführt sein, der die unten
stehenden Eigenschaften aufweist.
[0015] In einer ebenfalls figürlich nicht dargestellten Ausführungsvariante könnte der Querschnitt
des Koppelelements 20 auch rund sein. Hierdurch können der Septumpolarisator und der
weitere Polarisator auf einfache Weise gegeneinander verdreht werden, wobei eine Verdrehung
um die Mittelachse des weiteren Polarisators 10 erfolgt. Hierdurch kann ein Polarisationsvektor
beliebig eingestellt werden.
[0016] Der erfindungsgemäße Orthomodenkoppler 100 basiert somit auf der Kombination eines
Septumpolarisators 30 und eines weiteren Polarisators 10. Durch diese Kombination
wird im Sendefall durch den Septumpolarisator 30 zunächst eine zirkular polarisierte
Welle erzeugt. Diese wird durch den Polarisator 10 in eine linear polarisierte Welle
überführt. Im Empfangsfall erzeugt der Polarisator 10 aus einer linear polarisierten
Welle eine zirkular polarisierte Welle, wobei der Septumpolarisator 30 aus der zirkular
polarisierten Welle wiederum eine linear polarisierte Welle erzeugt.
[0017] Ein Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass zum einen die Richtung des
Polarisationsvektors beliebig eingestellt werden kann. Darüber hinaus wird durch die
gegenseitige Kompensation des Frequenzgangs des Septumpolarisators 30 und des weiteren
Polarisators 10 die Bandbreite und die Polarisationsreinheit erheblich gegenüber aus
dem Stand der Technik bekannten Orthomodenkopplern erhöht.
[0018] Ein weiterer Effekt des erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers besteht darin, dass
der Frequenzgang des Septumpolarisators durch den Frequenzgang des weiteren Polarisators
teilweise kompensiert wird. Hierdurch wird eine hohe Kreuzpolarisationsunterdrückung
über einer deutlich höheren Bandbreite erreicht, als dies bei Orthomodenkopplem mit
parallelen Signalhohlleitem anderer Bauart der Fall ist.
[0019] Fig. 3 zeigt ein Diagramm, in dem die Leistungsdaten des erfindungsgemäßen Orthomodenkopplers
100 dargestellt sind. Auf der Abszisse ist ein Frequenzverhältnis f/fc dargestellt.
Auf der Ordinate sind die Streuparameter in dB dargestellt. K1 bezeichnet die Kreuzpolarisation.
K2 kennzeichnet die Isolation. K3 illustriert die Rückstreuung.
[0020] Die gegenüber bekannten Lösungen verbesserten Eigenschaften des Orthomodenkopplers
bei gleichzeitig geringem Bauraum resultieren daraus, dass der Frequenzgang des Septumpolarisators
durch den Frequenzgang des weiteren Polarisators teilweise kompensiert wird. Hierdurch
wird eine hohe Kreuzpolarisationsunterdrückung über einer höheren Bandbreite im Vergleich
zu dem Orthomodenkoppler nach Sarasa et al. erzielt.
1. Orthomodenkoppler für ein Antennensystem, insbesondere eine Multifeed-Antenne, umfassend
- einen ersten Signalhohlleiter (1) für ein erstes RF-Signal, welches sich in dem
ersten Signalhohlleiter längs einer ersten Achse ausbreiten kann;
- einen zweiten Signalhohlleiter (2) für ein zweites RF-Signal, welches sich in dem
zweiten Signalhohlleiter längs einer zweiten Achse ausbreiten kann, wobei die zweite
Achse parallel zu der ersten Achse angeordnet ist;
- einen Septumpolarisator (30), in den der erste und der zweite Signalhohlleiter(1,
2) münden;
- einen gemeinsamen Signalhohleiter (3) mit einer dritten Achse längs der sich ein
Sende- und Empfangssignal ausbreiten kann, wobei die dritte Achse parallel zu der
ersten und der zweiten Achse verläuft, und wobei der gemeinsame Signalhohlleiter (3)
mit dem Septumpolarisator (30) gekoppelt ist;
dadurch gekennzeichnet, dass
der gemeinsame Signalhohlleiter (3) einen weiteren Polarisator (10) umfasst.
2. Orthomodenkoppler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste RF-Signal in dem ersten Signalhohlleiter (1) und das zweite RF-Signal in
dem zweiten Signalhohlleiter (1) orthogonal zueinander polarisiert sind.
3. Orthomodenkoppler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Polarisator (10) als Rillenpolarisator, als Stegpolarisator oder als
Pfostenpolarisator ausgeführt ist.
4. Orthomodenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des weiteren Polarisators (10) rund oder rechteckig ist.
5. Orthomodenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Septumpolarisator (30) und der weitere Polarisator (10) über ein Koppelelement
(20) miteinander verbunden sind.
6. Orthomodenkoppler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelelement (20) einen runden Querschnitt aufweist, so dass der Septumpolarisator
(30) und der weitere Polarisator (10) um seine Mittelachse gegeneinander verdrehbar
sind.
7. Orthomodenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieser derart ausgebildet ist, dass der Frequenzgang des Septumpolarisators (30)
durch den Frequenzgang des weiteren Polarisators (10) teilweise kompensiert ist.