[0001] Die Erfindung betrifft eine Sensoranordnung für ein Rollstuhlrad, welches ein Laufrad
mit einer Nabe und einen Greifreifen umfasst, wobei die Sensoranordnung eine am Laufrad
befestigbare Laufradbefestigungsanordnung und eine an dem Greifreifen befestigbare
Greifreifenbefestigungsanordnung sowie zumindest einen eine Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung
relativ zur Laufradbefestigungsanordnung detektierenden Sensor umfasst.
[0002] Es ist bekannt, eine Sensoranordnung zwischen dem Greifreifen und dem Laufrad eines
Rollstuhlrades vorzusehen. Durch die Sensoranordnung kann eine Verschiebung der am
Greifreifen befestigten Greifreifenbefestigungsanordnung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
durch einen Benutzer des Rollstuhls detektiert werden. Betätigt der Benutzer durch
eine tangentiale Krafteinwirkung den Greifreifen des Rolistuhlrades, um vorwärts oder
rückwärts zu fahren, kann dies von der Sensoranordnung registriert werden. Die Sensoranordnung
kann ein der Betätigung entsprechendes Signal an einen Antrieb des Rollstuhls senden.
Der Antrieb unterstützt dann die Bewegung des Rolistuhlrades.
[0003] Eine eingangs genannte Sensoranordnung ist beispielsweise aus der
DE 20 2009 009 929 U1 bekannt geworden. Bei einer Betätigung des Greifreifens, der mit der bekannten Sensoranordnung
verbunden ist, wird eine Greifreifenbefestigungsanordnung gegenüber einer Laufradbefestigungsanordnung
ausgelenkt. Die Greifreifenbefestigungsanordnung ist dabei über zumindest zwei parallel
angeordnete Biegeplättchen mit der Laufradbefestigungsanordnung verbunden. Nach einem
Loslassen des Greifreifens stellen die beiden Biegeplättchen die Greifreifenbefestigungsanordnung
gegenüber der Laufradbefestigungsanordnung in eine Nullstellung zurück. Je nachdem,
wie weit der Greifreifen aus seiner Nullstellung bewegt wird, kann es beim Zurückstellen
der Greifreifenbefestigungsanordnung zu einem Überschwingen kommen. Eine exakte Nullstellung
der Greifreifenbefestigungsanordnung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung ist
daher schwer erreichbar.
[0004] Weiterhin ist es möglich, dass im Falle einer sehr alten bekannten Sensoranordnung
durch stark ermüdete Biegeplättchen eine Nullstellung nach dem Loslassen des Greifreifens
nicht ganz erreicht werden kann.
[0005] Schließlich wird die bekannte Sensoranordnung zwischen der Felge des Laufrades und
dem Greifreifen angeordnet. Sowohl die Felge als auch der Greifreifen weisen in der
Regel Ungenauigkeiten und Toleranzen auf, die die Befestigung der bekannten Sensoranordnung
stark erschweren. Die Befestigungsmöglichkeiten der bekannten Sensoranordnung sind
ferner durch die Anordnung der Speichen des Laufrades beschränkt.
[0006] Aus der
DE 198 48 530 C1 ist eine Ansteuervorrichtung für Hilfsantriebsvorrichtungen von Selbstfahrer-Rollstühlen
bekannt, die ebenfalls eine Sensoranordnung aufweist. Die Sensoranordnung umfasst
einen begrenzt verschwenkbar gelagerten Anker, durch den eine Auslenkung des Greifreifens
relativ zum Laufrad detektiert wird. Zwei seitliche Arme des Ankers werden jeweils
von einem Federelement beaufschlagt, die den Anker nach Beendigung einer Krafteinleitung
auf den Greifreifen in eine Nullstellung zurückbewegen. Je nach Auslegung und Ermüdung
der Federelemente ist es auch mit dieser Sensoranordnung schwierig, die Nullstellung
der Sensoranordnung definiert und verlässlich zu erreichen. Schließlich wird auch
diese bekannte Sensoranordnung zwischen der Felge des Laufrades und dem Greifreifen
angeordnet, wobei Ungenauigkeiten und Toleranzen des Greifreifens und der Felge die
Befestigung der bekannten Sensoranordnung erschweren.
[0007] Ferner ist aus der
DE 20 2008 017 258 U1 eine Sensoranordnung bekannt geworden, bei der durch eine Betätigung eines Greifreifens
ein Magnet im Bereich eines Hall-Sensors bewegt wird. Zwischen Greifreifen und Hall-Sensor
sind zwei Federelemente angeordnet, die den Greifreifen nach einer Betätigung wieder
in eine Nullstellung zurückbewegen. Auch hier ergibt sich die Problematik, dass im
Falle einer Ermüdung der Federelemente, bzw. je nach Betätigung des Greifreifens,
die Nullstellung nicht definiert und reproduzierbar erreicht werden kann.
[0008] Ein weiteres Beispiel einer Sensoranordnung zwischen einem Greifreifen und einem
Laufrad ist in der
EP 0 832 632 B1 offenbart. Die bekannte Sensoranordnung ist in der Nabe des Laufrades integriert.
Eine Betätigung des Greifreifens, der einen wesentlich größeren Durchmesser aufweist
als die Nabe, resultiert daher nur in einer kleinen Bewegung der in der Nabe integrierten
Sensoranordnung. Das von der Sensoranordnung detektierte Signal ist somit im Verhältnis
zur Auslenkung des Greifreifens relativ klein. Die Rückstellung der Sensoranordnung
nach einer Betätigung des Greifreifens erfolgt durch zwei ineinander angeordnete Schraubenfedern.
Eine Nullstellung der Sensoranordnung wird dabei dadurch erreicht, dass die beiden
Endseiten einer zweigeteilten Innenhülse, in der die Schraubenfedern angeordnet sind
an zwei Anschlägen einer Außenhülse, in der wiederum die Innenhülse angeordnet ist,
anliegen. Die Konstruktion der bekannten Sensoranordnung mit Außenhülse, darin angeordneter
zweigeteilter Innenhülse und darin angeordneten Schraubenfedern ist nur aufwändig
fertigbar und montierbar.
[0009] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv einfache
Sensoranordnung für ein Rollstuhlrad bereitzustellen, mittels der eine Nullstellung
der Sensoranordnung zuverlässig und reproduzierbar über die gesamte Einsatzzeit der
Sensoranordnung erreicht werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Sensoranordnung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Insbesondere weist die Sensoranordnung zwei an einer ersten Befestigungsanordnung
angeordnete und zumindest in der Nullstellung an einer zweiten Befestigungsanordnung
unter Vorspannung anliegende Rückstellelemente auf, die beide in der Nullstellung
der Sensoranordnung an zumindest einem Anschlag der ersten Befestigungsanordnung anliegen.
Ein erster Abschnitt des ersten Rückstellelements ist durch eine Relativbewegung der
zweiten Befestigungsanordnung in eine erste Richtung relativ zur ersten Befestigungsanordnung
von dem Anschlag abhebbar und entgegen der Rückstellkraft des ersten Rückstellelements
in die erste Richtung verlagerbar, und ein zweiter Abschnitt des zweiten Rückstellelements
ist durch eine Relativbewegung der zweiten Befestigungsanordnung in eine zweite Richtung
relativ zur ersten Befestigungsanordnung von dem Anschlag abhebbar und entgegen der
Rückstellkraft des zweiten Rückstellelements in die zweite Richtung verlagerbar angeordnet.
[0011] Die beiden Rückstellelemente sind auf einfache Art und Weise in der Sensoranordnung
montierbar. Die Nullstellung erfolgt daher denkbar einfach durch die Anordnung der
beiden in der Nullstellung an dem Anschlag anliegenden Rückstellelemente. Die Sensoranordnung
kann dadurch weiterhin kostengünstig gefertigt werden.
[0012] Die Sensoranordnung wird, wie zuvor beschrieben, unter Vorspannung, d. h. von zwei
durch Druck oder Zug beaufschlagten Rückstellelementen, in der Nullstellung gehalten.
Auch bei einer zunehmenden Ermüdung der Rückstellelemente liegen diese lediglich weniger
stark an dem Anschlag an, wodurch immer noch eine zuverlässig definierte Nullstellung
erreicht wird. Mittels der erfindungsgemäßen Sensoranordnung kann eine Betätigung
des Greifreifens in zwei Richtungen, insbesondere eine Betätigung zum Fahren in eine
Vorwärts- und eine Rückwärtsrichtung, detektiert werden.
[0013] Die Rückstellelemente sind vorzugsweise an der Laufradbefestigungsanordnung angeordnet,
die auch den Anschlag umfasst. Bei einer Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung
relativ zur Laufradbefestigungsanordnung wird das jeweilige Rückstellelement in diesem
Fall durch die Greifreifenbefestigungsanordnung ausgelenkt. Als erste Befestigungsanordnung
wird daher vorzugsweise die Laufradbefestigungsanordnung, als zweite Befestigungsanordnung
die Greifreifenbefestigungsanordnung bezeichnet.
[0014] Es versteht sich, dass die Rückstellelemente statt an der Laufradbefestigungsanordnung
an der Greifreifenbefestigungsanordnung befestigt sein können, wobei die Rückstellelemente
vorgespannt an einem Anschlag der Greifreifenbefestigungsanordnung anliegen und ein
Abschnitt der Rückstellelemente bei einer Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung
relativ zur Laufradbefestigungsanordnung durch die Laufradbefestigungsanordnung gegen
die Rückstellkraft des jeweiligen Rückstellelements von dem Anschlag abhebbar und
verlagerbar ausgebildet sein können. In diesem Fall ist die erste Befestigungsanordnung
die Greifreifenbefestigungsanordnung und die zweite Befestigungsanordnung die Laufradbefestigungsanordnung.
Eine derartige Ausgestaltung der Sensoranordnung stellt eine alternative Ausführungsform
der Erfindung dar.
[0015] Die nachfolgende Beschreibung der Erfindung ist aus Gründen der Klarheit lediglich
für den Fall dargestellt, dass die erste Befestigungsanordnung die Laufradbefestigungsanordnung
und die zweite Befestigungsanordnung die Greifreifenbefestigungsanordnung ist. Es
versteht sich jedoch, dass die Erfindung jeweils auch den äquivalenten Fall, nämlich
dass die Rückstellelemente an der Greifreifenbefestigungsanordnung ausgebildet sind
und diese auch den zumindest einen Anschlag umfasst, einschließt.
[0016] Die Sensoranordnung ist vorzugsweise radial an der Nabe des Laufrades anordenbar.
Da die Nabe in der Regel als Drehteil ausgebildet ist, müssen deren Toleranzen nicht
ausgeglichen werden. Die Sensoranordnung ist dadurch einfach befestigbar. Die Sensoranordnung
kann dabei an ihrer der Nabe zugewandten Seite eine Rundung aufweisen, wobei die Sensoranordnung
an dieser Seite durch Befestigungsmittel, beispielsweise durch Schrauben, an der Nabe
befestigbar ist. Gleichzeitig weist die radial an der Nabe angeordnete Sensoranordnung
eine hohe Empfindlichkeit auf, da die Bewegung des Greifreifens nicht im Bereich der
Nabe sondern radial von der Nabe beabstandet im Bereich des Greifreifens detektierbar
ist. Bereits eine geringe Auslenkung des Greifreifens resultiert daher in einem hohen
Signal.
[0017] Anstelle eines gemeinsamen Anschlags für beide Rückstellelemente können in einer
Nullstellung der Sensoranordnung das erste Rückstellelement an einem ersten Anschlag
und das zweite Rückstellelement an einem zweiten Anschlag der Laufradbefestigungsanordnung
anliegen. Unter einem Anschlag wird hierbei die Anlagefläche verstanden, an der das
jeweilige Rückstellelement in der Nullstellung der Sensoranordnung anliegt. Die beiden
Anschläge können an jeweils eigenen Körpern ausgebildet sein, zwischen denen weitere
Teile der Sensoranordnung vorgesehen werden. Die beiden Anschläge können auch an einem
einzigen Körper ausgebildet sein. Hierdurch wird eine besonders stabile Ausbildung
der Anschläge erzielt. Die Rückstellelemente weisen vorzugsweise gleiche Federkonstanten
auf. Bei einer Betätigung des Greifreifens zum Vorwärts- bzw. zum Rückwärtsfahren
des Rollstuhls wirkt dadurch eine gleiche Rückstellkraft auf die Greifreifenbefestigungsanordnung.
[0018] Die Rückstellelemente sind weiterhin vorzugsweise symmetrisch zu der Greifreifenbefestigungsanordnung
angeordnet. Die Greifreifenbefestigungsanordnung kann dadurch in der Mitte zwischen
zwei symmetrisch angeordneten Rückstellelementen in der Nullstellung gehalten werden.
[0019] In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung entspricht der Abstand der Anschläge
einem Abstand zwischen den Seitenflächen eines Stellmittels der Greifreifenbefestigungsanordnung,
an denen die Rückstellelemente in der Nullstellung der Sensoranordnung anliegen. Die
Abschnitte der Rückstelielemente, die in der Nullstellung der Sensoranordnung gleichzeitig
an den Seitenflächen des Stellmittels und den Anschlägen der Laufradbefestigungsanordnung
anliegen, können dadurch eben ausgebildet werden.
[0020] Das Stellmittel ist ferner vorzugsweise derart angeordnet, dass die Seitenflächen
des Stellmittels, an denen die Rückstellelemente in der Nullstellung der Sensoranordnung
anliegen, in der Nullstellung der Sensoranordnung mit den Anschlägen fluchten. Eine
erste Seitenfläche des Stellmittels fluchtet dabei mit dem ersten Anschlag der Laufradbefestigungsanordnung
und eine zweite Seitenfläche mit dem zweiten Anschlag. Hierdurch wird eine besonders
präzise spielfreie Anordnung des Stellmittels relativ zu den Rückstellmitteln ermöglicht.
Das Stellmittel kann zumindest abschnittsweise über den Anschlägen angeordnet sein,
wodurch ein platzsparender Aufbau der Sensoranordnung erfolgen kann.
[0021] Die Greifreifenbefestigungsanordnung kann ein Gelenkelement aufweisen, das schwenkbar
mit der Laufradbefestigungsanordnung verbunden ist. Durch die Schwenkbarkeit des Gelenkelements
wird eine leichtgängige Betätigung der Sensoranordnung erzielt. Das Gelenkelement
ist dabei vorzugsweise im Wesentlichen stabförmig ausgebildet und durch einen Bolzen
an der Laufradbefestigungsanordnung schwenkbar gelagert.
[0022] In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist das Gelenkelement in Form
des Stellmittels ausgebildet. Hierdurch kann die Anzahl der verwendeten Bauteile reduziert
und die Sensoranordnung besonders einfach und kostengünstig hergestellt werden.
[0023] Ferner kann zumindest ein Federelement vorgesehen sein, wobei die Laufradbefestigungsanordnung
mit der Greifreifenbefestigungsanordnung über das Federelement verbunden ist. Das
Federelement ist dabei vorzugsweise stabiler und steifer ausgebildet als das zumindest
eine Rückstellelement. Das Federelement trägt dadurch den Hauptteil der Rückstellkraft
der Sensoranordnung bei einer Betätigung des Greifreifens bei. Das Federelement kann
beispielsweise in Form einer Schraubenfeder, eines Gummipuffers oder dergleichen ausgebildet
sein.
[0024] Das Federelement und/oder Gelenkelement kann, insbesondere symmetrisch, zwischen
zwei Rückstellelementen angeordnet sein. Der Benutzer erfährt dadurch bei einer Betätigung
des Greifreifens in eine Vorwärts- und eine Rückwärtsrichtung eine gleiche Rückstellkraft.
[0025] Eine besonders stabile Ausführungsform der Sensoranordnung kann dadurch erreicht
werden, dass das Federelement und/oder Gelenkelement formschlüssig und/oder kraftschlüssig
mit der Laufradbefestigungsanordnung und/oder der Greifreifenbefestigungsanordnung
verbunden ist.
[0026] Zumindest ein Rückstellelement und/oder das Federelement können in Form zumindest
eines Biegeplättchens ausgebildet sein. Biegeplättchen können auf einfache Art und
Weise in der Sensoranordnung angeordnet werden. Weiterhin kann die Rückstellkraft
der Sensoranordnung dadurch eingestellt werden, dass mehr oder weniger Biegeplättchen
zur Ausbildung des zumindest einen Rückstellelements und/oder des Federelements eingesetzt
werden.
[0027] Die Laufradbefestigungsanordnung kann ein Gehäuse aufweisen, in dem zumindest ein
Rückstellelement, zumindest ein Federelement und/oder ein Gelenkelement angeordnet
sind. Durch das Gehäuse können empfindliche Teile der Sensoranordnung wetterfest geschützt
werden. Das Gehäuse kann hierzu aus Kunststoff ausgebildet sein. Es versteht sich,
dass anstelle der Laufreifenbefestigungsanordnung die Greifreifenbefestigungsanordnung
ein Gehäuse aufweisen kann.
[0028] Das Gehäuse kann verwindungssteif ausgebildet sein, um Kräfte aufzunehmen, die zwangsläufig
entstehen, wenn der Benutzer den Greifreifen an einer einzelnen Stelle betätigt. Besonders
hohe Kräfte entstehen dabei beim "Zugreifen" des Benutzers auf den Greifreifen oder
im Falle eines Schlages auf eine einzelne Stelle des Greifreifens.
[0029] An dem Gehäuse kann ein Endanschlag für die Bewegung der Greifreifenbefestigungsanordnung
vorgesehen sein. Vorzugsweise ist die Innenwand des Gehäuses als Endanschlag für die
Bewegung der Greifreifenbefestigungsanordnung ausgebildet. Eine plastische Verformung
der Sensoranordnung durch eine sehr starke Betätigung des Greifreifens durch den Benutzer
kann hierdurch vermieden werden.
[0030] Das Gehäuse weist vorzugsweise an dessen Unterseite eine Rundung auf. Hierdurch kann
das Gehäuse optimal an der Nabe des Laufrades angeordnet werden. Die Rundung des Gehäuses
kann zumindest eine Bohrung aufweisen, um Schrauben, die zur Befestigung des Gehäuses
an der Nabe vorgesehen sind, durch das Gehäuse hindurchzuführen.
[0031] Weiterhin kann die Greifreifenbefestigungsanordnung zumindest teilweise an einer
dem Greifreifen zugewandten Seite des Gehäuses anliegen. Hierdurch können axiale Schläge
auf den Greifreifen durch das Gehäuse aufgenommen werden.
[0032] Der Sensor kann beispielsweise als Drucksensor oder Kraftsensor ausgebildet sein.
Eine besonders präzise Messung der Betätigung des Greifreifens kann dadurch erzielt
werden, dass der Sensor in Form eines Hall-Sensors ausgebildet und zumindest ein Magnet
zur berührungslosen Stimulation des Hall-Sensors vorgesehen ist. Der Hall-Sensor ist
dabei vorzugsweise an der Laufradbefestigungsanordnung und zumindest ein Magnet an
der Greifreifenbefestigungsanordnung, insbesondere an dem Gelenkelement, angeordnet.
Es versteht sich jedoch, dass durch eine umgekehrte Anordnung eine äquivalente erfindungsgemäße
Ausführungsform erzielt werden kann. Der Hall-Sensor ist dabei in der Lage, je nach
Größe der tangentialen und/oder zeitlichen Krafteinwirkung auf den Greifreifen ein
größeres oder kleineres Signal auszugeben.
[0033] Die an Rollstuhlrädern verwendeten Greifreifen sind fertigungsbedingt relativ grob
in der Maßgenauigkeit gefertigt. Die eingesetzten Greifreifen weisen daher in der
Regel hohe Fertigungstoleranzen auf. Die Sensoranordnung sollte jedoch möglichst spannungsfrei
zwischen dem Greifreifen und dem Laufrad montierbar sein. Zum Ausgleich der Fertigungstoleranzen
kann die Sensoranordnung daher eine Ausgleichsanordnung aufweisen. Die Ausgleichsanordnung
ist dabei vorzugsweise zur Verbindung der Greifreifenbefestigungsanordnung mit dem
Greifreifen vorgesehen. Die Ausgleichsanordnung kann formschlüssig und/oder stoffschlüssig
mit der Greifreifenbefestigungsanordnung und/oder dem Greifreifen verbunden sein.
Alternativ oder zusätzlich dazu kann die Ausgleichsanordnung an der Laufradbefestigungsanordnung
vorgesehen sein. Die Ausgleichsanordnung kann innerhalb gewisser Grenzen in drei Raumrichtungen
verstellbar sein und so Fertigungstoleranzen in sämtliche Richtungen kompensieren.
Die Ausgleichsanordnung ermöglicht somit eine "schwimmende", bzw. "labile" Lagerung
des Greifreifens an der Sensoranordnung.
[0034] Die Ausgleichsanordnung weist vorzugsweise eine Ausgleichshülse auf. Die Ausgleichshülse
kann dabei um ihre Längsachse, mit einer Durchgangsöffnung, die einen konstanten Innendurchmesser
aufweist, ausgebildet sein. Im am Laufrad befestigten Zustand der Sensoranordnung
ist die Längsachse dabei vorzugsweise parallel zur Achse des Laufrades ausgerichtet.
[0035] Die Durchgangsöffnung kann rotationssymmetrisch oder exzentrisch zur Außenfläche
der Ausgleichshülse ausgebildet sein. Die Durchgangsöffnung kann beispielsweise um
wenige Zehntel Millimeter versetzt zur Außenfläche der Ausgleichshülse ausgebildet
sein, sodass die Ausgleichshülse die Toleranzen des Greifreifens ausgleicht. Die Erfindung
umfasst daher auch ein Set aus einer Sensoranordnung und mehreren Ausgleichshülsen,
deren Durchgangsöffnungen unterschiedlich exzentrisch versetzt zur Außenfläche der
Ausgleichshülsen ausgebildet sind. Je nach Toleranz des Greifreifens kann in diesem
Fall bei der Montage der Sensoranordnung am Laufrad die entsprechend passende Ausgleichshülse
gewählt werden.
[0036] Die Ausgleichshülse weist vorzugsweise eine ballige bzw. kugelige Außenfläche auf.
Die ballige Außenfläche liegt dabei vorzugsweise teilweise an der Innenfläche einer
Ausnehmung der Greifreifenbefestigungsanordnung an und ermöglicht so den Ausgleich
von Fertigungstoleranzen des Greifreifens in einer Ebene senkrecht zur Längsrichtung
der Ausgleichshülse.
[0037] Die Ausgleichshülse ist ferner vorzugsweise in ihrer Längsrichtung, d. h. in axialer
Richtung des Laufrades verschiebbar in der Greifreifenbefestigungsanordnung angeordnet,
um Toleranzen des Greifreifens in Längsrichtung des Laufrades ausgleichen zu können.
Die Verschiebbarkeit beträgt dabei vorzugsweise einige Zehntel Millimeter.
[0038] Abhängig von den Toleranzen des Greifreifens können weiterhin Ausgleichshülsen zum
Einsatz kommen, die unterschiedlich ausgebildete Außenflächen aufweisen, um die Toleranzen
des Greifreifens optimal ausgleichen zu können.
[0039] Um ein nachträgliches Verdrehen der Ausgleichshülse zu verhindern, kann die Außenfläche
dieses Bauteils entsprechend ausgeformt sein. Dazu können in der Außenfläche beispielsweise
eine oder mehrere Nuten oder Zähne vorgesehen sein.
[0040] Um das zumindest eine Rückstellelement nur in seinem elastischen Bereich zu beanspruchen,
kann an der Laufradbefestigungsanordnung zumindest ein Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschlag
zur Begrenzung der Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
vorgesehen sein. Alternativ oder zusätzlich dazu kann an der Greifreifenbefestigungsanordnung
zumindest ein Laufradbefestigungsanordnungs-Anschlag zur Begrenzung der Bewegung der
Relativbewegung der Laufradbefestigungsanordnung zur Greifreifenbefestigungsanordnung
vorgesehen sein.
[0041] Zwei Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschläge werden vorzugsweise durch eine in
der Laufradbefestigungsanordnung vorgesehene Ausnehmung in Form eines Langlochs ausgebildet.
Das Langloch kann von der Greifreifenbefestigungsanordnung durchdrungen werden, wodurch
die Bewegung der Greifreifenbefestigungsanordnung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
durch die Ausmaße des Langlochs begrenzt wird.
[0042] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Rollstuhlrad mit einem Laufrad und einem Greifreifen,
wobei das Laufrad und der Greifreifen durch zumindest eine erfindungsgemäße Sensoranordnung
verbunden sind.
[0043] Für die Steuerung eines Antriebs des Rollstuhlrades ist es nur notwendig, eine Sensoranordnung
am Rollstuhlrad vorzusehen. Allerdings sollte der Greifreifen noch an weiteren Stellen
mit dem Laufrad verbunden sein. Die Verbindung sollte dabei eine ähnliche Mimik aufweisen
wie die Sensoranordnung. Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann daher vorgesehen
sein, dass das Laufrad und der Greifreifen durch eine oder mehrere Verbindungsanordnungen
verbunden sind, wobei die Verbindungsanordnung einer Sensoranordnung ohne Sensor entspricht.
Die Verbindungsanordnungen und die Sensoranordnung sind daher im Wesentlichen identisch
aufgebaut mit dem Unterschied, dass die Verbindungsanordnungen keine Sensoren aufweisen.
[0044] Die Steuerung kann eine Auswerteeinheit umfassen, die dazu eingerichtet ist, sowohl
eine auf den Greifreifen ausgeübte Kraft als auch die Geschwindigkeit der Betätigung
des Greifreifens zu erfassen. Hierdurch kann der Antrieb zur Unterstützung des Benutzers
optimal angesteuert werden.
[0045] Auch ein Rollstuhl mit einem erfindungsgemäßen Rollstuhlrad fällt in den Rahmen der
Erfindung.
[0046] In der Zeichnung ist ein nicht maßstäblich dargestelltes Ausführungsbeispiel der
Erfindung gezeigt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0047] Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine Draufsicht auf die Vorderseite einer ersten erfindungsgemäßen Sensoranordnung
ohne Gehäusedeckel;
- Fig. 1b
- eine Schnittdarstellung gemäß der Linie B-B der Fig. 1a;
- Fig. 1c
- eine Schnittdarstellung der Sensoranordnung der Fig. 1a gemäß der Linie C-C;
- Fig. 2a
- eine Draufsicht auf die Hinterseite der Sensoranordnung aus Fig. 1 mit Gehäusedeckel;
- Fig. 2b
- eine Schnittdarstellung gemäß der Linie B-B der Fig. 2a;
- Fig. 2c
- eine vergrößerte Darstellung des durch einen Kreis markierten Bereichs in Fig. 2b;
- Fig. 3a
- eine Schnittdarstellung einer zweiten erfindungsgemäßen Sensoranordnung;
- Fig. 3b
- eine Schnittdarstellung gemäß der Linie B-B der Fig. 3a; und
- Fig. 3c
- eine Schnittdarstellung gemäß der Linie C-C der Fig. 3a.
[0048] Die Sensoranordnung wird nachfolgend zunächst in einer Zusammenschau der Fig. 1 a-c
erläutert.
[0049] Fig. 1a zeigt eine Draufsicht auf eine erste Sensoranordnung 10, wobei die Sensoranordnung
10 eine erste Befestigungsanordnung 12 und eine zweite Befestigungsanordnung 14 aufweist.
Die erste Befestigungsanordnung 12 ist eine Laufradbefestigungsanordnung 12. Die zweite
Befestigungsanordnung 14 ist eine Greifreifenbefestigungsanordnung 14. Aus Gründen
der Klarheit und Verständlichkeit wird die erste Befestigungsanordnung 12 nachfolgend
als Laufradbefestigungsanordnung 12 und die zweite Befestigungsanordnung 14 als Greifreifenbefestigungsanordnung
14 bezeichnet.
[0050] Die Laufradbefestigungsanordnung 12 umfasst ein aus Polykarbonat ausgebildetes Gehäuse
13. Das Gehäuse 13 der Laufradbefestigungsanordnung 12 weist einen Gehäusedeckel auf.
Dieser Gehäusedeckel ist in Fig. 1a nicht dargestellt, um den Blick ins Innere des
Gehäuses 13 freizugeben. Der Gehäusedeckel kann durch nicht dargestellte Schrauben
an mit Bohrungen versehenen Vorsprüngen 16a-d am Gehäuse 13 befestigt werden.
[0051] Die Laufradbefestigungsanordnung 12 ist an ihrer Unterseite 17 an der Nabe eines
Laufrads (nicht gezeigt) befestigbar. Die Greifreifenbefestigungsanordnung 14 ist
an einem Greifreifen (nicht gezeigt) befestigbar. Zur Befestigung der Greifreifenbefestigungsanordnung
14 an dem Greifreifen ist ein insbesondere in Fig. 1b dargestellter Verbindungszapfen
18 vorgesehen. Der Verbindungszapfen 18 weist eine Bohrung 19 auf, in die eine nicht
dargestellte Schraube eingedreht werden kann. Der Verbindungszapfen 18 ist über eine
Ausgleichsanordnung 20, die eine Ausgleichshülse 21 aufweist, mit einem Stellmittel
22 der Greifreifenbefestigungsanordnung 14 verbunden. Die Längsrichtung der Ausgleichshülse
21 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel identisch mit der Längsrichtung der Bohrung
19 und bei an der Nabe montierter Sensoranordnung 10 parallel zur Achse des Laufrades
ausgerichtet.
[0052] Der Verbindungszapfen 18 ist, wie aus Fig. 1a ersichtlich, in einem Langloch 23 geführt.
Die endseitigen Begrenzungen des Langlochs 23 bilden zwei Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschläge
24a, 24b aus. Bei einer Betätigung des Greifreifens, durch die der Verbindungszapfen
18 verschoben wird, kann sich der Verbindungszapfen 18 daher maximal bis zu den Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschlägen
24a, 24b bewegen. Dann schlägt der Verbindungszapfen 18 an dem jeweiligen Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschlag
24a, 24b an. Die Bewegung des Verbindungszapfens 18 bewirkt auch eine Bewegung des
Stellmittels 22. Alternativ oder zusätzlich zur Wirkung der Greifreifenbefestigungsanordnungs-Anschläge
24a, 24b kann daher ein Teil des Stellmittels 22 an einer Innenseite des Gehäuses
13 anschlagen und so die maximale Bewegung der Greifreifenbefestigungsanordnung im
Gehäuse 13 begrenzen.
[0053] An dem Stellmittel 22 ist ein Magnet 26 angeordnet, der, wie aus Fig. 1b ersichtlich
ist, bei einer Bewegung des Stellmittels 22 über einen Sensor 28 in Form eines Hall-Sensors
bewegt wird. Der Sensor 28 ist an einer rückseitigen Wand des Gehäuses 13 der Laufradbefestigungsanordnung
12 angeordnet. Der Sensor 28 ist dabei in der Lage, eine Bewegung des Stellmittels
22 relativ zur Laufradbefestigungsanordnung 12 zu detektieren.
[0054] Eine auf das Stellmittel 22 wirkende Rückstellkraft wird im Wesentlichen durch die
Elastizität eines Federelements 30 bestimmt. Das Federelement 30 ist an beiden Enden
formschlüssig und/oder kraftschlüssig mit dem Stellmittel 22 bzw. der Laufradbefestigungsanordnung
12 verbunden.
[0055] Durch das Federelement 30 wird so das Stellmittel 22 relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
12 geführt. Das Federelement 30 ist in Form mehrerer paralleler Blattfedern aufgebaut.
Je elastischer das Federelement 30 ausgebildet ist, umso weiter wird das Stellmittel
22 gegenüber der Laufradbefestigungsanordnung 12 bei einer Betätigung des Greifreifens
bei gleicher Kraft ausgelenkt.
[0056] Wie aus Fig. 1a ersichtlich, ist das Federelement 30 symmetrisch in der Mitte zwischen
zwei Rückstellelementen 32a, 32b angeordnet. Die Rückstellelemente 32a, 32b sind in
Form von Biegeplättchen ausgebildet, die an ihren unteren Enden 34a, 34b formschlüssig
und/oder kraftschlüssig mit der Laufradbefestigungsanordnung 12 verbunden sind. Die
Rückstellelemente 32a, 32b ermöglichen eine zuverlässig reproduzierbare Nullstellung
des Stellmittels 22. Hierzu sind die Rückstellelemente 32a, 32b an einem Abschnitt
36a, 36b vorgespannt am Stellmittel 22 anliegend. Darüber hinaus liegen die Rückstellelemente
32a, 32b vorgespannt an Anschlägen 38a, 38b der Laufradbefestigungsanordnung 12 an.
Die Anschläge 38a, 38b sind aus Fig. 1c ersichtlich. Der Abstand d
A der Außenflächen der Anschläge 38a, 38b entspricht dem aus Fig. 1a ersichtlichen
Abstand d
S der Flächen des Stellmittels 22, an denen die Abschnitte 36a, 36b der Rückstellelemente
32a, 32b anliegen. Das Stellmittel 22 ist, wie in Fig. 1c gezeigt, über den Anschlägen
38a, 38b angeordnet. Die Abschnitte 36a, 36b der Rückstellelemente 32a, 32b liegen
dadurch spielfrei gleichzeitig an den Anschlägen 38a, 38b sowie an dem Stellmittel
22 an.
[0057] Die in Fig. 1a gezeigte Stellung der Sensoranordnung 10 entspricht einer Nullstellung.
Wird nun der Greifreifen betätigt und die Greifreifenbefestigungsanordnung 14 hierdurch
relativ zur Laufradbefestigungsanordnung 12, beispielsweise in eine durch einen Pfeil
39 dargestellte Richtung verschoben, so wird das erste Rückstellelement 32a durch
das Stellmittel 22 von seinem ersten Anschlag 38a abgehoben und in Richtung des Pfeils
39 ausgelenkt. Das zweite Rückstellelement 32b verbleibt anliegend am zweiten Anschlag
38b und ist damit vom Stellmittel 22 entkoppelt. Beendet der Benutzer die Betätigung
des Greifreifens, wird das Stellmittel 22 durch das erste Rückstellelement 32a und
das Federelement 30 in seine Nullstellung zurück verschoben. Das erste Rückstellelement
32a stellt durch seine auch in der Nullstellung vorhandene Vorspannung sicher, dass
das Stellmittel 22 in jedem Fall in die Nullstellung, d. h. bis das erste Rückstellelement
32a am ersten Anschlag 38a anliegt, bewegt wird.
[0058] Das Federelement 30 ist zur Sicherstellung der Nullstellung der Sensoranordnung 10
nicht notwendig. Anstelle der Federanordnung 30 kann die im Langloch 23 geführte Greifreifenbefestigungsanordnung
14 beispielsweise lediglich durch die Rückstellelemente 32a, 32b in die Nullstellung
zurückgeführt werden. Die Rückstellelemente 32a, 32b sind in diesem Fall vorzugsweise
weniger elastisch ausgebildet, beispielsweise indem diese mehrere parallele Blattfedern
aufweisen. Weiterhin ist es möglich, die Rückstellelemente 32a, 32b statt in Form
von Blattfedern in Form von Schraubenfedern oder dergleichen auszubilden.
[0059] Weist nun eines der Rückstellelemente 32a, 32b eine höhere Vorspannung auf als das
jeweils andere Rückstellelement 32a, 32b, wird hierdurch die Nullstellung des Stellmittels
22 nicht beeinflusst, da die Rückstellelemente 32a, 32b nicht, wie aus Fig. 1c ersichtlich,
über die Anschläge 38a, 38b hinaus bewegt werden können. Eines der Rückstellelemente
32a, 32b kann sogar wesentlich elastischer ausgebildet sein als das andere Rückstellelement
32a, 32b, ohne dass die Nullstellung des Stellmittels 22 verschoben wird.
[0060] In Fig. 2a ist eine Draufsicht auf die Hinterseite der Sensoranordnung 10 dargestellt.
Um Gewicht zu sparen, ist das Gehäuse 13 aus Kunststoff ausgebildet. Gleichzeitig
weist das Gehäuse 13 eine hohe Festigkeit auf. Das Gehäuse 13 der Sensoranordnung
10 weist ferner ein Verstärkungsprofil 40 auf. Hierdurch wird das Gehäuse 13 besonders
verwindungssteif und stabil ausgebildet.
[0061] Fig. 2b zeigt die Sensoranordnung 10 aus Fig. 2a in einer Seitenansicht. In Fig.
2b ist ein Gehäusedeckel 42 der Sensoranordnung 10 sichtbar. Der Verbindungszapfen
18 ist mit einer Schraube 44 axial gesichert.
[0062] Fig. 2c zeigt eine vergrößerte Darstellung des in Fig. 2b eingekreisten Bereichs.
Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, dass ein Schraubenkopf 46 der Schraube 44
nicht an dem Stellmittel 22 anliegt. Zwischen dem Schraubenkopf 46 und dem Stellmittel
22 verbleibt eine Distanz von einigen Zehntel Millimetern. Der Verbindungszapfen 18
ist dadurch in Richtung eines Doppelpfeils 48, d. h. in axialer Richtung eines nicht
dargestellten, mit der Sensoranordnung verbundenen Laufrades bewegbar. Toleranzen
eines mit dem Verbindungszapfen 18 verbundenen Greifreifens in axialer Richtung können
hierdurch ausgeglichen werden.
[0063] Weitere Toleranzen des Greifreifens können mittels der Ausgleichshülse 21 ausgeglichen
werden. Die Ausgleichshülse 21 ist zumindest im Wesentlichen rotationssymmetrisch
zu ihrer Längsachse ausgebildet und kann an ihrer Außenseite mindestens eine Nut oder
einen Zapfen als Verdrehsicherung aufweisen (nicht gezeigt). Die Ausgleichshülse 21
weist eine Durchgangsöffnung 48 mit einem konstanten Innendurchmesser auf. Der Verbindungszapfen
18 liegt im Bereich dieser Durchgangsöffnung 48 am Innenbereich der Durchgangsöffnung
48 an. Eine Außenfläche 50 der Ausgleichshülse 21 ist demgegenüber ballig, d. h. mit
einer Rundung versehen, ausgebildet. Die Ausgleichshülse liegt daher nur in einem
ringförmigen Bereich 52 an dem Stellmittel 22 an. Der Verbindungszapfen 18 ist aufgrund
der Distanz zwischen dem Schraubenkopf 46 und dem Stellmittel 22 sowie der balligen
Ausbildung der Außenfläche 50 der Ausgleichshülse 21 in Richtung eines Doppelpfeils
54 begrenzt bewegbar. Hierdurch können Toleranzen des Greifreifens bei der Montage
der Sensoranordnung 10 ausgeglichen werden.
[0064] Ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sensoranordnung 10' ist in
Fig. 3a dargestellt. Die Sensoranordnung 10' weist eine Laufradbefestigungsanordnung
12', die an einer Nabe 56 eines Laufrades befestigt ist, sowie eine Greifreifenbefestigungsanordnung
14', die an einem Greifreifen 58 befestigt ist, auf. Die Laufradbefestigungsanordnung
12' weist einen Gehäusedeckel 42' auf. Die Nabe 56 und der Greifreifen 58 sind ausschnittsweise
dargestellt.
[0065] Im Gegensatz zu der in Fig. 1 und 2 dargestellten Sensoranordnung 10 weist die Greifreifenbefestigungsanordnung
14' ein Gelenkelement 60 auf, das schwenkbar mit der Laufradbefestigungsanordnung
12' verbunden ist. Das Gelenkelement 60 ist einteilig ausgebildet. Es weist eine Durchgangsausnehmung
62 auf, in die ein Bolzen 64 eingeführt ist. Das Gelenkelement 60 ist auf diese Art
und Weise um die Achse der Durchgangsausnehmung 62 schwenkbar.
[0066] Wie aus Fig. 3b ersichtlich, ist das Gelenkelement 60 mittig zwischen zwei Rückstellelementen
32a', 32b' angeordnet, die jeweils in Form mehrerer Blattfedern ausgebildet sind.
Die Anzahl der Blattfedern bestimmt dabei die von dem Benutzer bei einer Betätigung
des in Fig. 3b nicht sichtbaren Greifreifens zu überwindende Rückstellkraft der Sensoranordnung
10'. Das Gelenkelement 60 wird bei einer Betätigung des Greifreifens nicht gebogen,
sondern um die Achse der Durchgangsausnehmung 64 verschwenkt. Das Gelenkelement 60
ist dabei in Form eines Stellmittels ausgebildet und weist zwei Gelenkelementvorsprünge
66a, 66b auf, an denen die Rückstellelemente 32a', 32b' in unbetätigtem Zustand der
Sensoranordnung 10' anliegen.
[0067] Der an der Laufradbefestigungsanordnung 12' angeordnete Sensor 28' ist in Form eines
Hall-Sensors ausgebildet und geschnitten dargestellt. Die Auslenkung des Gelenkelements
60 wird durch die Magnetfeldänderung im Bereich des Sensors 28' detektiert, die aus
der Verschiebung zweier Magnete 26a, 26b resultiert, die an dem Gelenkelement 60 angeordnet
sind.
[0068] Wie aus Fig. 3c ersichtlich ist, weist die Laufradbefestigungsanordnung 12' ein Gehäuse
13' auf, an dem zwei Befestigungsanordnungs-Anschläge 24a', 24b' in Form von Vorsprüngen
ausgebildet sind. Bei einer maximalen Betätigung des Greifreifens 58 stößt das Gelenkelement
60 mit einer ersten Gelenkelementausnehmung 68a bzw. einer zweiten Gelenkelementausnehmung
68b an den Befestigungsanordnungs-Anschlägen 24a', 24b' an. Die Gelenkelementausnehmungen
68a, 68b sind symmetrisch zur Längsachse des Gelenkelements 60 ausgebildet und bilden
dadurch einen Halsabschnitt des Gelenkelements 60. Bei maximaler Auslenkung des Gelenkelements
60 kommt der jeweilige Befestigungsanordnungsanschlag 24a', 24b' hierdurch zumindest
teilweise formschlüssig zur Anlage an die jeweilige Gelenkelementausnehmung 68a, 68b.
Die weiter von dem Benutzer auf den Greifreifen 58 ausgeübte Kraft kann dadurch vollständig,
d.h. ohne Verbiegung von Bauteilen der Sensorordnung 10', auf die Nabe 56 übertragen
werden.
[0069] Die Sensoranordnung 10' ist mittels nicht dargestellter Schrauben mit der Nabe 56
verbunden, die durch Durchgangsausnehmungen 70a, 70b der Laufradbefestigungsanordnung
12' geführt sind.
[0070] Die Rückstellelemente 32a', 32b' liegen in der Nullstellung, d.h. in unbetätigtem
Zustand der Sensoranordnung 10', an Anschlägen 38a', 38b' der Laufradbefestigungsanordnung
12' an. Als Anschläge 38a', 38b' sind dabei die Seitenflächen eines rechteckförmigen
Vorsprungs 72 vorgesehen, der materialschlüssig an einem in Fig. 3a sichtbaren Gehäusedeckel
42' der Laufradbefestigungsanordnung 12' ausgebildet ist. Der Abstand der Anschläge
38a', 38b' entspricht dem Abstand der den Rückstellelementen 32a', 32b' zugewandten
Gelenkelementvorsprünge 66a, 66b des in Form eines Stellmittels ausgebildeten Gelenkelements
60.
[0071] Zusammenfassend gesagt betrifft die Erfindung eine Sensoranordnung für ein Rollstuhlrad,
welches ein Laufrad mit einer Nabe und einen Greifreifen umfasst, wobei die Sensoranordnung
eine am Laufrad befestigbare Laufradbefestigungsanordnung und eine an dem Greifreifen
befestigbare Greifreifenbefestigungsanordnung sowie zumindest einen eine Verschiebung
der Greifreifenbefestigungsanordnung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung detektierenden
Sensor umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass zwei an der Laufradbefestigungsanordnung
angeordnete und zumindest in der Nullstellung an der Greifreifenbefestigungsanordnung
unter Vorspannung anliegende Rückstellelemente vorgesehen sind und beide Rückstellelemente
in der Nullstellung der Sensoranordnung an zumindest einem Anschlag der Laufradbefestigungsanordnung
anliegen, wobei ein erster Abschnitt des ersten Rückstellelement durch eine Verschiebung
der Greifreifenbefestigungsanordnung in eine erste Richtung relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
von dem Anschlag abhebbar und entgegen der Rückstellkraft des ersten Rückstellelements
in die erste Richtung verlagerbar und ein zweiter Abschnitt des zweiten Rückstellelements
durch eine Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung in eine zweite Richtung
relativ zur Laufradbefestigungsanordnung von dem Anschlag abhebbar und entgegen der
Rückstellkraft des zweiten Rückstellelements in die zweite Richtung verlagerbar angeordnet
ist.
1. Sensoranordnung (10, 10') für ein Rollstuhlrad, welches ein Laufrad mit einer Nabe
(56) und einen Greifreifen (58) umfasst, wobei die Sensoranordnung (10, 10') eine
am Laufrad befestigbare Laufradbefestigungsanordnung (12, 12') und eine an dem Greifreifen
(58) befestigbare Greifreifenbefestigungsanordnung (14, 14') sowie zumindest einen
eine Verschiebung der Greifreifenbefestigungsanordnung (14, 14') relativ zur Laufradbefestigungsanordnung
(12, 12') detektierenden Sensor (28, 28') umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass zwei an einer ersten Befestigungsanordnung (12, 12') angeordnete und zumindest in
der Nullstellung an einer zweiten Befestigungsanordnung (14, 14') unter Vorspannung
anliegende Rückstellelemente (32a, 32a', 32b, 32b') vorgesehen sind und beide Rückstellelemente
(32a, 32a', 32b, 32b') in der Nullstellung der Sensoranordnung (10, 10') an zumindest
einem Anschlag (38a, 38a', 38b, 38b') der ersten Befestigungsanordnung (12, 12') anliegen,
wobei ein erster Abschnitt (36a) des ersten Rückstellelements (32a, 32a') durch eine
erste Relativbewegung von erster und zweiter Befestigungsanordnung (12, 12', 14, 14')
von dem Anschlag (38a, 38a', 38b, 38b') abhebbar und entgegen der Rückstellkraft des
ersten Rückstellelements (32a, 32a') verlagerbar und ein zweiter Abschnitt (36b) des
zweiten Rückstellelements (32b, 32b') durch eine zweite Relativbewegung der ersten
und zweiten Befestigungsanordnung (12, 12', 14, 14') von dem Anschlag (38a, 38a',
38b, 38b') abhebbar und entgegen der Rückstellkraft des zweiten Rückstellelements
(32b, 32b') verlagerbar angeordnet ist.
2. Sensoranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Befestigungsanordnung (12, 12') die Laufradbefestigungsanordnung (12, 12')
und die zweite Befestigungsanordnung (14, 14') die Greifreifenbefestigungsanordnung
(14, 14') ist.
3. Sensoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Nullstellung der Sensoranordnung (10, 10') das erste Rückstellelement (32a,
32a') an einem ersten Anschlag (38a, 38a') und das zweite Rückstellelement (32b, 32b')
an einem zweiten Anschlag (38b, 38b') der ersten Befestigungsanordnung (12, 12') anliegen.
4. Sensoranordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (dA) der Anschläge (38a, 38a', 38b, 38b') einem Abstand (dS) zwischen den Seitenflächen eines Stellmittels (22) der zweiten Befestigungsanordnung
(14, 14') entspricht, an denen die Rückstellelemente (32a, 32a', 32b, 32b') in der
Nullstellung der Sensoranordnung (10, 10') anliegen.
5. Sensoranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellmittel (22) derart angeordnet ist, dass die Seitenflächen des Stellmittels
(22), an denen die Rückstellelemente (32a, 32a', 32b, 32b') in der Nullstellung der
Sensoranordnung (10, 10') anliegen, in der Nullstellung der Sensoranordnung (10, 10')
mit den Anschlägen (38a, 38b) fluchten.
6. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Befestigungsanordnung zumindest ein Gelenkelement (60) aufweist, das an
der ersten Befestigungsanordnung (12') verschwenkbar angeordnet ist.
7. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Befestigungsanordnung (12, 12') ein Gehäuse (13, 13') aufweist, in dem
zumindest ein Rückstellelement (32a, 32a', 32b, 32b') und/oder zumindest ein Gelenkelement
(60) angeordnet sind.
8. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (28, 28') in Form eines Hall-Sensors ausgebildet und zumindest ein Magnet
(26, 26a, 26b) zur berührungslosen Stimulation des Hall-Sensors vorgesehen ist.
9. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (10, 10') eine Ausgleichsanordnung (20) zum Ausgleich von Toleranzen
des Greifreifens (58) aufweist.
10. Sensoranordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsanordnung (20) eine Ausgleichshülse (21) aufweist.
11. Sensoranordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichshülse (21) eine ballige Außenfläche (52) aufweist.
12. Sensoranordnung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenfläche der Ausgleichshülse (21) eine Verdrehsicherung aufweist.
13. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der ersten Befestigungsanordnung (12, 12') zumindest ein Befestigungsanordnungs-Anschlag
(24a, 24a', 24b, 24b') zur Begrenzung der Verschiebung der zweiten Befestigungsanordnung
(14, 14') relativ zur ersten Befestigungsanordnung (12, 12') vorgesehen ist.
14. Sensoranordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Befestigungsanordnung (12) eine Ausnehmung in Form eines Langlochs
(23) vorgesehen ist, durch die zwei Befestigungsanordnungs-Anschläge (24a, 24b) ausgebildet
werden.
15. Rollstuhlrad mit einem Laufrad und einem Greifreifen (58), dadurch gekennzeichnet, dass das Laufrad und der Greifreifen (58) durch zumindest eine Sensoranordnung (10, 10')
nach einem der Ansprüche 1 bis 13 verbunden sind.
16. Rollstuhlrad nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufrad und der Greifreifen (58) durch eine oder mehrere Verbindungsanordnungen
verbunden sind, wobei zumindest eine Verbindungsanordnung einer Sensoranordnung (10,
10') ohne Sensor (28, 28') entspricht.
17. Rollstuhl mit einem Rollstuhlrad nach Anspruch 14 oder 15.