[0001] Die Erfindung betrifft einen Aufzug mit einer Aufzugskabine und einem Gegengewicht,
die in einem Aufzugsschacht mittels Tragmitteln gegenläufig auf und ab bewegbar sind,
und mit Ausgleichsmitteln, die die Aufzugskabine und das Gegengewicht verbinden und
die ein sich änderndes Gewicht der Tragmittel auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite
ausgleichen, wobei eine Führungseinrichtung vorgesehen ist, die die Ausgleichsmittel
führt und stabilisiert.
[0002] Aus der Schrift
US 2003/0075389 ist ein Aufzug mit Tragmitteln und Ausgleichsmitteln bekannt geworden. Die über eine
Treibscheibe und über eine Ablenkrolle geführten Tragmittel haben zum Zweck, eine
Aufzugskabine und ein Gegengewicht in einem Aufzugsschacht gegenläufig auf und ab
zu bewegen. Die Ausgleichsmittel haben zum Zweck, das sich ändernde Gewicht der Tragmittel
auf der Kabinenseite oder auf der Gegengewichtsseite auszugleichen. Je nach Lage der
Aufzugskabine und des Gegengewichts im Aufzugsschacht sind mehr Meter der Tragmittel
auf der Kabinenseite oder auf der Gegengewichtsseite. Die einenends unter der Aufzugskabine
und anderenends unter dem Gegengewicht angeordneten Ausgleichsmittel wirken in Sachen
Länge bzw. Gewicht auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite gegenläufig
zur Länge bzw. zum Gewicht der Tragmittel auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite.
Bei wenig Tragmittellänge auf der Kabinenseite ergibt sich viel Ausgleichsmittellänge
auf der Kabinenseite und umgekehrt. Die an der Aufzugskabine und am Gegengewicht aufgehängten
Ausgleichsmittel bilden in der Schachtgrube eine Schlaufe und können insbesondere
bei grosser Förderhöhe in Schwingungen versetzt werden. Als Abhilfe ist eine Führungseinrichtung
vorgesehen, die die Ausgleichsmittel umfasst, führt und stabilisiert.
[0003] Nachteilig bei der bekannten Einrichtung ist, dass bei sprunghaften Bewegungen der
Ausgleichsmittel die Führungseinrichtung beschädigt werden kann.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet
ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine
Einrichtung zu schaffen, die die Ausgleichsmittel führt ohne Schaden zu nehmen.
[0005] Die durch die vorgeschlagene Einrichtung erreichten Vorteile sind im Wesentlichen
darin zu sehen, dass weniger tiefe Schachtgruben möglich sind als bei herkömmlichen
Führungseinrichtungen der Ausgleichsmittel. Eine Schachtgrubentiefe von etwas mehr
als der Radius der Ausgleichsmittelschlaufe genügt. Die Einrichtung ist einfach im
Aufbau, kostengünstig und kann nachgerüstet werden unabhängig von der Schachtgrubentiefe.
Ausserdem passt die Einrichtung auf unterschiedlich aufgebaute Ausgleichsmittel.
[0006] Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung näher erläutert.
[0007] Es zeigen:
Fig. 1
eine schematische Darstellung eines Aufzugs mit Ausgleichsmitteln,
Fig. 2
einen Grundriss des Aufzugs mit einer Führungseinrichtung,
Fig. 3
die Wirkungsweise der Führungseinrichtung und
Fig. 4
Einzelheiten der Führungseinrichtung.
[0008] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Aufzugs 1 bestehend aus einem Aufzugsschacht
2, in dem eine Aufzugskabine 3 und ein Gegengewicht 4 gegenläufig auf und ab bewegbar
sind. Ein über eine Treibscheibe 5 und eine Ablenkrolle 6 geführtes Tragmittel 7,
beispielsweise mindestens ein Riemen oder mindestens ein Seil, verbindet die Aufzugskabine
3 mit dem Gegengewicht 4. Ein nicht dargestellter Aufzugsantrieb treibt die Treibscheibe
5 an und bewegt die Aufzugskabine 3 bzw. das Gegengewicht 4 im Aufzugsschacht 2. In
Fig. 1 steht die Aufzugskabine 3 auf dem obersten Stockwerk, das Gegengewicht 4 befindet
sich entsprechend ganz unten.
[0009] Der Aufzug 1 weist auch Ausgleichsmittel 8 auf, die zum Zweck haben, das sich ändernde
Gewicht der Tragmittel 7 auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite auszugleichen.
Tragmittel 7 und Ausgleichsmittel 8 spannen eine vertikale Ebene E auf. Als Ausgleichsmittel
8 sind beispielsweise mindestens ein Seil oder eine Kette oder eine ummantelte Kette
vorgesehen.
[0010] Je nach Lage der Aufzugskabine 3 und des Gegengewichts 4 im Aufzugsschacht 2 sind
mehr Meter der Tragmittel 7 auf der Kabinenseite oder auf der Gegengewichtsseite.
Die einenends unter der Aufzugskabine 3 an einem ersten Punkt 9 und anderenends unter
dem Gegengewicht 4 an einem zweiten Punkt 10 angeordneten Ausgleichsmittel 8 wirken
in Sachen Länge bzw. Gewicht auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite gegenläufig
zur Länge bzw. zum Gewicht der Tragmittel auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite.
Bei wenig Tragmittellänge auf der Kabinenseite ergibt sich viel Ausgleichsmittellänge
auf der Kabinenseite und umgekehrt. Die an der Aufzugskabine 3 und am Gegengewicht
4 aufgehängten Ausgleichsmittel 8 bilden in einer Schachtgrube 11 eine Schlaufe 12
und können insbesondere bei grosser Förderhöhe in Schwingungen versetzt werden. Als
Abhilfe ist eine Führungseinrichtung vorgesehen, die die Ausgleichsmittel 8 in der
Ebene E führt und stabilisiert.
[0011] Die Ausgleichsmittel 8 bestehen auf der Kabinenseite aus einem lotrechten, ersten
Strang 13 und auf der Gegengewichtsseite aus einem lotrechten, zweiten Strang 14 und
in der Schachtgrube 11 aus der Schlaufe 12. Die sich unterhalb einer Linie 1 bildende
Schlaufe 12 weist einen Radius r auf, der halb so gross ist wie der Abstand a zwischen
den beiden lotrechten Strängen 13, 14.
[0012] Die oben genannte Führungseinrichtung besteht aus mindestens einem ersten Leitelement
15 und aus mindestens einem zweiten Leitelement 16, wobei die Leitelemente 15, 16
entlang der Ausgleichsmittel 8 angeordnet sind, senkrecht zur Ebene E und aus der
Zeichnungsebene heraus stehen. Das erste Leitelement 15 ist zwischen den Ausgleichsmitteln
8 und einer Schachtwand 17 und das zweite Leitelement 16 ist zwischen den beiden lotrechten
Strängen 13, 14 bzw. innerhalb der Schlaufe 12 angeordnet. Üblicherweise ist das erste
Leitelement 15 entlang des Weges der Ausgleichsmittel 8 auf der Gegengewichtsseite
angeordnet so dass das Gegengewicht 4 vorbeifahren kann. Mindestens ein erstes Leitelement
15 kann insbesondere bei grossen Förderhöhen auch auf der Kabinenseite vorgesehen
sein. In diesem Fall ist das Leitelement wegschwenkbar, damit die Aufzugskabine 3
vorbeifahren kann. In Fig. 1 ist auf der Gegengewichtsseite ein Paar bildendes erstes
Leitelement 15 und ein zweites Leitelement 16 vorgesehen, wobei das erste Leitelement
15 oberhalb der Linie 1 und zwischen den Ausgleichsmitteln 8 und der Schachtwand 17
und das zweite Leitelement 16 unterhalb der Linie 1 und innerhalb der Schlaufe 12
angeordnet sind. Optional kann auch, wie mit unterbrochener Linie dargestellt, auf
der Kabinenseite ein solches Paar vorgesehen sein. In Fig. 1 sind auf der Gegengewichtsseite
drei erste Leitelemente 15 gezeigt. Es können auch mehr oder weniger als drei erste
Leitelemente 15 sein.
[0013] Fig. 2 zeigt einen Grundriss des Aufzugs 1 mit der aus Leitelementen 15, 16 bestehenden
Führungseinrichtung. Die beispielsweise stabförmigen Leitelemente 15, 16 stehen senkrecht
zur Ebene E und stehen aus der Zeichnungsebene heraus und weisen einen linearen Abschnitt
22 auf. Im Querschnitt können die Leitelemente 15, 16 beispielsweise kreisrund, halbkreisförmig,
oval, etc. sein. Ein erstes Leitelement 15 ist zwischen den Ausgleichsmitteln 8 und
der Schachtwand 17 und ein zweites Leitelement 16 ist zwischen den beiden lotrechten
Strängen 13, 14 bzw. innerhalb der Schlaufe 12 angeordnet. Die Aufzugskabine 3 ist
an im Aufzugsschacht 2 angeordneten, ersten Führungsschienen 18 und das Gegengewicht
4 ist an im Aufzugsschacht 2 angeordneten, zweiten Führungsschienen 19 geführt. Die
Leitelemente 15, 16 sind beispielsweise an der Schachtwand 17 oder an den Führungsschienen
18, 19 angeordnet. Das erste Leitelement 15 kann beispielsweise auch an beiden Enden
mit der Schachtwand verbunden sein.
[0014] Fig. 3 zeigt die Wirkungsweise der Führungseinrichtung, falls die Ausgleichsmittel
8 in Bewegung versetzt werden. Ein mit P1 bezeichneter erster Pfeil symbolisiert die
Bewegung der Ausgleichsmittel 8 in Richtung Schachtwand 17. Die Ausgleichsmittel 8
können, insbesondere bei vielen Metern Ausgleichsmitteln 8 auf der Gegengewichtsseite,
gegen die Schachtwand 17 schlagen und dabei die eigene Seitwärtsbewegung verstärken.
Der in Fig. 3 durchgestrichene erste Pfeil P1 bedeutet, dass die Bewegung der Ausgleichsmittel
8 vorwiegend in der Ebene E bzw. gegen die Schachtwand 17 mittels der ersten Leitelemente
15 vermindert bzw. begrenzt wird. Ein mit P2 bezeichneter zweiter Pfeil symbolisiert
die Bewegung der Schlaufe 12. Der in Fig. 3 durchgestrichene zweite Pfeil P2 bedeutet,
dass die Bewegung der Schlaufe 12 vorwiegend in der Ebene E mittels des zweiten Leitelementes
16 vermindert bzw. begrenzt wird. In der Längsrichtung der Leitelemente 15, 16 bzw.
senkrecht zur Ebene E werden die Bewegungen der Ausgleichsmittel 8 durch die Leitelemente
15, 16 nicht vermindert bzw. nicht begrenzt.
[0015] Fig. 4 zeigt Einzelheiten der Führungseinrichtung, insbesondere des zweiten Leitelementes
16. Ein mit P3 bezeichneter dritter Pfeil symbolisiert eine Sprungbewegung der Schlaufe
12. Solche Bewegungen entstehen beispielsweise bei einer Fahrt der Aufzugskabine 3
oder des Gegengewichtes 4 auf einen Puffer. Die Schlaufe 12 springt nach oben und
lenkt das zweite Leitelement 16 aus. Das zweite Leitelement 16 weist eine definierte
Knickstelle 20 auf und ist dank der Knickstelle auslenkbar ohne Schaden zu nehmen.
Sobald die Schlaufe 12 wieder ihre ursprüngliche Lage einnimmt, bewegt sich das zweite
Leitelement 16 wieder in seine ursprüngliche, horizontale und rechtwinklig zur Ebene
E stehende Lage. Der in Fig. 4 durchgestrichene dritte Pfeil P3 bedeutet, dass die
Sprungbewegung der Schlaufe 12 mittels des zweiten Leitelementes 16 vermindert bzw.
begrenzt wird. Die definierte Knickstelle 20 kann beispielsweise ein Federelement
oder ein hydraulisches Element aufweisen. Wie in Fig. 2 angedeutet, kann das zweite
Federelement 16 mittels einer Befestigungseinrichtung 21 an der zweiten Führungsschiene
19 angeordnet sein.
[0016] Die Oberflächen der stabförmigen Leitelemente 15, 16 weisen besonders gute Gleiteigenschaften
für die Ausgleichsmittel 8 auf. Als Alternative können anstelle der stabförmigen Leitelemente
15, 16 auch stabförmige Walzen vorgesehen sein, die durch die Ausgleichsmittel 8 antreibbar
sind.
1. Aufzug mit einer Aufzugskabine (3) und einem Gegengewicht (4), die in einem Aufzugsschacht
(2) mittels Tragmitteln (7) gegenläufig auf und ab bewegbar sind, und mit Ausgleichsmitteln
(8), die die Aufzugskabine (3) und das Gegengewicht (4) verbinden und die ein sich
änderndes Gewicht der Tragmittel (7) auf der Kabinenseite und auf der Gegengewichtsseite
ausgleichen, wobei eine Führungseinrichtung (15,16) vorgesehen ist, die die Ausgleichsmittel
(8) führt und stabilisiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungseinrichtung Leitelemente (15,16) mit linearen Abschnitten (22) aufweist,
die Bewegungen in einer durch die Tragmittel (7) und Ausgleichsmittel (8) aufgespannten
Ebene (E) vermindern bzw. begrenzen.
2. Aufzug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leitelemente (15,16) senkrecht zur Ebene (E) angeordnet sind.
3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Leitelement (15) und ein zweites Leitelement (16) ein Paar bilden, das
mindestens am einen Ende einer durch die Ausgleichsmittel (8) unterhalb einer Linie
(1) gebildeten Schlaufe (12) vorgesehen ist.
4. Aufzug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Linie (1) durch die Enden der Schlaufe (12) geht und das erste Leitelement (15)
oberhalb der Linie (1) zwischen den Ausgleichsmitteln (8) und einer Schachtwand (17)
und das zweite Leitelemente (16) unterhalb der Linie (1) und innerhalb der Schlaufe
(12) angeordnet sind.
5. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass entlang der Ausgleichsmittel (8) und zwischen einer Schachtwand (17) mindestens ein
erstes Leitelement (15) angeordnet ist.
6. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Leitelement (15) stabförmig ist mit Gleiteigenschaften für die Ausgleichsmittel
(8).
7. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Leitelement (15) eine stabförmige Walze ist, die durch die Ausgleichsmittel
(8) antreibbar ist.
8. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Leitelement (16) stabförmig ist mit Gleiteigenschaften für die Ausgleichsmittel
(8).
9. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Leitelement (16) eine stabförmige Walze ist, die durch die Ausgleichsmittel
(8) antreibbar ist.
10. Aufzug nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Leitelement (16) eine definierte Knickstelle (20) aufweist und dank der
Knickstelle auslenkbar ist ohne Schaden zu nehmen.
11. Aufzug nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Knickstelle (20) ein Federelement oder ein hydraulisches Element ist.