GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschichtung für Bauteile einer Gasturbine
oder eines Flugtriebwerks mit einer Mehrlagenschicht aus mehreren Teilschichten unterschiedlicher
Härte sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Beschichtung und damit
ausgestattete Bauteile einer Gasturbine oder eines Flugtriebwerks, wie insbesondere
Leit- und Laufschaufeln.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aufgrund der hohen Belastungen bei Gasturbinen und Flugtriebwerken durch hindurch
strömende Fluide und in den Fluiden enthaltene Feststoffpartikel ist es bekannt, an
entsprechenden Bauteilen, wie insbesondere Leitschaufeln und Laufschaufeln eine Schutzbeschichtung
gegen Verschleiß vorzusehen. Hierfür haben sich beispielsweise Mehrlagenbeschichtungen
mit einer Vielzahl von Teilschichten bewährt, bei denen die Teilschichten durch eine
Abfolge von weichen und harten Schichten gebildet sind, die beispielsweise durch physikalische
Gasphasenabscheidung (Physical Vapor Deposition PVD) abgeschieden werden können. Beispiele
hierfür sind in der
DE 10 2006 001 864 A1,
DE 10 2008 019 891 A1 oder der
DE 10 2008 023 590 A1 mit weiteren Verweisen auf entsprechenden Stand der Technik beschrieben.
[0003] Weitere Verschleißschutzschichten sind in der
US 2010/0304181 A1 und der
US 2010/0304084 A1 beschrieben. Diese Schichten weisen ein Zweischichtsystem auf, bei dem eine dispersionsgehärte
erste Schicht aus einer Nickel-Chrom-Matrix oder MCrAIX-Matrix mit M = Fe, Co, Ni
und X = Seltenerdelement mit Metallkarbiden unterhalb einer abschließenden Metall-Nitrid-Schicht
angeordnet ist. Der hohe Anteil an Karbiden, insbesondere Chromkarbiden führt jedoch
zu einer negativen Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der
Schwingfestigkeitseigenschaften.
[0004] Allerdings unterliegen die Bauteile von Gasturbinen oder Flugtriebwerken nicht nur
einer Beanspruchung durch Verschleiß aufgrund von Erosion, sondern durch die dort
herrschenden hohen Temperaturen hat insbesondere auch die Heißgaskorrosion einen wichtigen
Einfluss auf die Lebensdauer der entsprechenden Bauteile. Um diesem Problem zu begegnen,
sind Heißgaskorrosionsschutzschichten bekannt, wie sie beispielsweise in der
DE 10 2005 060 243 A1 oder der
EP 0 587 341 A1 beschrieben sind. Ein weiteres Beispiel ist in der
WO 2010/138096 gegeben. Diese Oxidationsschutzschichten basieren im Wesentlichen auf MCrAlY-Beschichtungen,
bei denen M durch Eisen, Kobalt oder Nickel gebildet ist. Hierbei kommt es insbesondere
auf einen entsprechenden Chromgehalt der Beschichtung an, der durch eine Chromanreicherung
noch erhöht werden kann. Der Chromanteil sorgt dafür, dass sich eine langsam wachsende,
dichte Chromoxidschicht ausbildet, die weitere Oxidation verhindert. Allerdings sind
derartige Schichten nicht für den Einsatz in Bereichen mit hoher Verschleiß- oder
Erosionsbelastung geeignet.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0005] Obwohl mit den oben beschriebenen Schichtsystemen bereits gute Erfolge erzielt werden,
ist es ersichtlich, dass aufgrund der Komplexität des Eigenschaftsprofils und der
zum Teil divergierenden Ziele und Maßnahmen eine weitere Verbesserung von Verschleißschutzbeschichtungen
hinsichtlich einer besseren Heißgaskorrosionsbeständigkeit oder umgekehrt eine Verbesserung
von Heißgaskorrosionsschutzschichten hinsichtlich einer besseren Verschleißbeständigkeit
wünschenswert ist. Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Verschleißschutz-
bzw. Erosionsschutzschicht sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung bereitzustellen,
welche eine Verbesserung der Hochtemperaturoxidationsbeständigkeit ermöglicht. Gleichzeitig
soll die Erosionsschutzwirkung beibehalten oder verbessert werden. Zudem soll die
Aufbringung der Schicht einfach und zuverlässig durchführbar sein.
TECHNISCHE LÖSUNG
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Beschichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren zur Herstellung der Beschichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
14. Weiterhin betrifft die Erfindung ein entsprechendes Bauteil für eine Gasturbine
oder ein Flugtriebwerk nach dem Anspruch 11. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0007] Bei der vorliegenden Erfindung werden zwei unterschiedliche Arten von Verschleißschutz-
oder Erosionsschutzschichten miteinander kombiniert, um durch die Kombination eine
Verbesserung des Eigenschaftsprofils sowohl hinsichtlich der Verschleißbeständigkeit
als auch hinsichtlich einer Heißgaskorrosionsbeständigkeit zu erzielen.
[0008] Entsprechend ist vorgesehen, dass die Beschichtung eine Schicht hoher Härte sowie
eine Mehrlagenschicht mit mehreren Teilschichten unterschiedlicher Härte umfasst.
Die Angaben zur Härte sind hierbei zunächst relativ zu sehen und zwar einerseits im
Verhältnis zum Grundwerkstoff des zu beschichtenden Bauteils als auch innerhalb der
Schichten bzw. Teilschichten in der Beschichtung. So ist klar, dass bei einem Mehrlagenschichtsystem
mit Teilschichten unterschiedlicher Härte die Angabe der Härte relativ der einzelnen
Teilschichten zueinander erfolgt, während die Angabe einer Schicht hoher Härte beschreibt,
dass die Schicht gegenüber dem Grundwerkstoff des zu beschichtenden Bauteils eine
höhere Härte aufweist.
[0009] Gleichwohl lässt sich beispielsweise für die Schicht hoher Härte ein Richtwert angeben,
der beispielsweise im Bereich einer Härte von ≥ 20 HRC, insbesondere ≥40 HRC und darüber
liegt. Die Härte der Schicht hoher Härte kann für viele Anwendungen gleich oder höher
diesen genannten Werten sein. Allerdings ist klar, dass je nach Grundwerkstoff des
zu beschichtenden Bauteils die einzustellende Härte auf diesen Grundwerkstoff abgestimmt
werden kann, so dass im Einzelfall auch geringere Härtewerte möglich sind. Gleiches
gilt für das Mehrlagenschichtsystem und die darin befindlichen Teilschichten.
[0010] Durch die Kombination eines ersten Teilverschleißschutzsystems mit einer Schicht
hoher Härte und eines zweiten Teilverschleißschutzsystems mit einer Mehrlagenschicht
kann beispielsweise erreicht werden, dass die erfindungsgemäße Beschichtung für alle
Auftreffwinkel von auftreffenden Teilchen einen Schutz bietet, da die Mehrlagenschicht
für kleine Auftreffwinkel im Bereich von 0° bis 30° gute Eigenschaften aufweist, während
die Schicht hoher Härte bei großen Auftreffwinkeln von 60° bis 90° am wirksamsten
ist.
[0011] Die Mehrlagenschicht kann insbesondere eine Vielzahl von harten und weichen Teilschichten
umfassen, die abwechselnd angeordnet sind, sodass sich eine weiche und eine harte
Teilschicht übereinander befinden und diese Abfolge mehrmals wiederholt wird. Derartige
Verschleißschichten sind für sich alleine aus dem Stand der Technik bekannt (siehe
oben) und bedürfen deshalb keiner näheren Erläuterung.
[0012] Die weichen Schichten können beispielsweise durch weiche metallische Teilschichten
oder weiche keramische Teilschichten realisiert werden, während die harten Teilschichten
üblicherweise durch keramische Teilschichten erzeugt werden. Die Dicke einer einzelnen
Teilschicht der Mehrlagenschicht, die wiederum selbst aus mehreren Teilschichten bestehen
kann, kann im Bereich von wenigen Nanometern bis zu 20 Mikrometern, vorzugsweise bis
zu 10 Mikrometern liegen.
[0013] Insbesondere können die harten Teilschichten durch Nitride oder Stickstoffreiche
Schichten aus Chrom, Aluminium und/oder Titan gebildet sein. Die weichen Teilschichten
können auf Basis von Eisen, Kobalt, Nickel, Titan, Chrom oder Aluminium-Legierungen
oder entsprechenden keramischen Werkstoffen, wie beispielsweise CrN gebildet sein.
[0014] Die Mehrlagenschicht wird erfindungsgemäß durch PVD-Abscheidung (Physikalische Gasphasenabscheidung
Physical Vapor Deposition) abgeschieden, während die Schicht hoher Härte zwischen
der Mehrlagenschicht und dem zu beschichtenden Bauteil mittels eines Hochgeschwindigkeitsspritzverfahrens
aufgebracht wird, wie beispielsweise durch thermisches Spritzen oder Kaltgasspritzen.
[0015] Die Schicht hoher Härte ist durch eine Metalllegierungsschicht gebildet, die mittels
Dispersionshärtung, Ausscheidungshärtung oder Mischkristallverfestigung eine hohe
Härte aufweist, aber gleichzeitig eine gewisse Duktilität besitzt und insbesondere
die negativen mechanischen Eigenschaften von Materialien vermeidet, die mit hohen
Karbidanteilen gehärtet sind. Hier bieten sich insbesondere Legierungen auf Basis
von Kobalt, wie beispielsweise CoMoCrSi-Legierungen oder CoCrWSi-Legierungen an, wie
z. B. Stellite oder Triballoy (Markennamen der Fa. Deloro Stellite). Darüber hinaus
können auch MCrAlY-Legierungen mit Dispersionspartikeln aus Oxiden, Nitriden und/oder
Boriden vorgesehen werden, wobei M gleich Eisen, Kobalt oder Nickel ist. Diese Schichten
bieten nicht nur eine ausreichende Härte, sondern können zur Verbesserung der Heißgaskorrosionsbeständigkeit
auch einen entsprechenden Chrom-Gehalt zur Ausbildung einer langsam wachsenden und
dichten Chromoxidschicht aufweisen, insbesondere Chromgehalte von ≥ 18 Gew.-%, vorzugsweise
≥ 20 Gew.-%. Allerdings ist durch Abstimmung mit den übrigen Legierungsbestandteilen
die Ausbildung von Karbiden, insbesondere Chromkarbiden oder eines zu hohen Anteils
an Karbiden zu vermeiden. Insbesondere kann der Karbidgehalt durch Vermeidung von
Kohlenstoffanteilen bzw. geeignete Zusammensetzung der übrigen Legierungsbestandteile
auf den Bereich unvermeidbarer Verunreinigungen beschränkt sein.
[0016] Zwischen der Schicht mit hoher Härte und der Mehrlagenschicht kann eine Chrom-reiche
Schicht durch Inchromierung, also durch Eindiffundieren von Chrom erzeugt werden.
Der Chromanteil in der Chrom-reichen Schicht kann bis zu 30 Vol.-%, vorzugsweise bis
zu 20 Vol.-% betragen. Die Inchromierung kann insbesondere bei Beschichtungen auf
Bauteilen aus Stahl angewendet werden.
[0017] Vor dem Aufbringen der Chrom-reichen Schicht oder der weiteren Beschichtung mit der
Mehrlagenschicht kann die gespritzte Schicht hoher Härte durch Polieren oder Schleifen
oder sonstige geeignete Verfahren geglättet werden, sodass sich insbesondere bei einer
nachfolgenden direkten Aufbringung der PVD-Mehrlagenbeschichtung eine PVD-Beschichtung
hoher Qualität ergibt.
[0018] Zusätzlich kann zwischen dem zu beschichtenden Bauteil und der Schicht hoher Härte
eine poröse Schicht ausgebildet werden, um bei der Entstehung von Mikrorissen in äußeren
Lagen des Schutzsystems eine Schicht vorzusehen, die das Risswachstum durch eine Rissspitzenverbreiterung
in den Poren verhindert.
[0019] Die poröse Schicht kann insbesondere durch Kaltgasspritzen erzeugt werden.
[0020] Die Dicke der Schicht hoher Härte kann mit bis zu 150 Mikrometer, insbesondere bis
zu 100 Mikrometer gewählt werden, während die Schicht mit hohem Chrom-Anteil eine
Dicke von bis zu 20 Mikrometer, vorzugsweise bis zu 10 Mikrometer aufweisen kann.
[0021] Ein entsprechendes, beschichtetes Bauteil einer Gasturbine oder eines Flugtriebwerks
kann nur teilweise beschichtet sein und kann insbesondere in bestimmten Bereichen,
in denen bestimmte Anforderungen nicht gegeben sind, nur mit einem der Teilschichtsysteme
versehen sein, beispielsweise mit der Schicht hoher Härte, mit der Schicht hoher Härte
einschließlich einer Chrom-reichen Schicht oder lediglich mit einer Mehrlagenschicht
oder andersartigen Kombinationen der einzelnen Teilschichten des vorgestellten Beschichtungssystems.
[0022] Bei dem zu beschichtenden Bauteil kann es sich insbesondere um Bauteile auf Basis
von Eisen-, Nickel- oder Titanwerkstoffen handeln.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0023] Die beigefügten Zeichnungen zeigen in rein schematischer Weise in
- Fig. 1
- eine teilweise Querschnittsansicht durch ein erfindungsgemäß beschichtetes Bauteil
nach einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine teilweise Querschnittsansicht durch ein erfindungsgemäß beschichtetes Bauteil
nach einer zweiten Ausführungsform; und in
- Fig. 3
- eine teilweise Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Beschichtung nach einer
dritten Ausführungsform.
AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0024] Weitere Vorteile, Kennzeichen und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden bei
der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
beigefügten Zeichnungen deutlich. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern der Schutzbereich richtet sich alleine nach den beigefügten Ansprüchen.
[0025] Die Fig. 1 zeigt einen teilweisen Querschnitt durch eine erste erfindungsgemäße Beschichtung
auf einem Bauteil 1. Die Beschichtung umfasst eine Schicht 2 hoher Härte sowie eine
Mehrlagenbeschichtung 3. Sowohl die Schicht 2 hoher Härte als auch die Mehrlagenschicht
3 stellen für sich bereits eine Verschleißschutzbeschichtung dar, wobei jedoch der
Aufbau der einzelnen Teilverschleißschutzbeschichtung und ihre Wirkungsweise unterschiedlich
sind. Durch die Kombination der unterschiedlichen Teilverschleißschutzbeschichtungen
kann jedoch ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil der gesamten Verschleißschutzbeschichtung
erzielt werden. Die Schicht 2 hoher Härte, also die erste Teilverschleißschutzbeschichtung
wird durch eine Hartlegierung oder durch eine sonstige metallische Schicht mit hoher
Härte realisiert, die beispielsweise durch Dispersionshärtung, Ausscheidungshärtung
oder Mischkristallhärtung erzielt wird. Bei der Dispersionshärtung können insbesondere
keramische Partikel in die Legierung eingelagert werden, wie beispielsweise Oxide,
Nitride, Boride, beispielsweise Aluminiumoxid. Beispiele für entsprechende Werkstoffe,
die für die Schicht 2 hoher Härte eingesetzt werden können, sind Kobaltbasislegierungen,
wie beispielsweise CoMoCrSi- oder CoCrWSi-Legierungen, die unter den Handelsbezeichnungen
Tribaloy und Stellite vertrieben werden. Darüber hinaus können auch MCrAlY-Legierungen
mit M gleich Eisen, Kobalt oder Nickel zum Einsatz kommen, die insbesondere mit Dispersionspartikeln,
wie Aluminiumoxid, zur Erhöhung der Härte versehen sein können.
[0026] Die Schicht 2 hoher Härte wird erfindungsgemäß mittels Hochgeschwindigkeitsspritzverfahren,
wie thermisches Spritzen, auch High-Velocity-Oxyde-Fuel (HVOF) - Spritzen oder Flammspritzen
genannt, aufgebracht. Auch Kaltgasspritzen, bei welchem die aufzuspritzenden Partikel
nicht erwärmt werden sondern lediglich aufgrund ihrer hohen kinetischen Energie beim
Auftreffen auf das Bauteil eine Verbindung mit dem Bauteil und untereinander eingehen,
kann eingesetzt werden.
[0027] Nach dem Aufbringen der Schicht hoher Härte mit Kaltgasspritzen oder Flammspritzen
kann die Schicht 2 hoher Härte bei Bedarf geglättet werden, beispielsweise durch entsprechendes
Schleifen und Polieren.
[0028] Danach wird die Mehrlagenschicht mittels Gasphasenabscheidung (Physical Vapor Deposition
PVD) schichtweise aufgebracht. Die Mehrlagenschicht 3 umfasst eine Abfolge von weichen
und harten Teilschichten 4, 5, 6, 7, wobei weiche Teilschichten 4, 6 sich mit harten
Teilschichten 5, 7 abwechseln. Die äußere Schicht wird bevorzugt durch eine harte
Teilschicht 7 gebildet.
[0029] Die harten Teilschichten 5, 7 können durch keramische Werkstoffe, insbesondere Nitride
oder Stickstoff-reiche Schichten aus Aluminium, Titan oder Chrom mit Zusätzen von
Yttrium oder Kohlenstoff gebildet sein. Daneben sind jedoch auch andere keramische
Werkstoffe insbesondere auf Oxidbasis vorstellbar. Die weichen Teilschichten 4, 6
können ebenfalls aus keramischen Werkstoffen mit denselben chemischen Elementen gebildet
sein, wobei durch einen höheren Anteil der metallischen Elemente beispielsweise eine
geringere Härte einstellbar ist. Darüber hinaus können die weichen Teilschichten 4,
6 durch metallische Schichten auf der Basis von Eisen, Kobalt, Nickel, Titan, Chrom
oder Aluminium oder Kombinationen daraus gebildet sein. Ein Beispiel für eine Schichtabfolge
könnte beispielsweise durch die Ausbildung der weichen Teilschichten 4, 6 als CrN-Schichten
und der harten Teilschichten als CrAlN-Schichten gegeben sein. Die weichen Teilschichten
4, 6 und/oder die harten Teilschichten 5, 7 können wiederum selbst aus mehreren Schichten
aufgebaut sein.
[0030] Die Schichtdicke der Teilschichten 4 bis 7 der Mehrlagenschicht 3 kann im Bereich
von wenigen Nanometern bis zu einigen Mikrometern gewählt werden.
[0031] Die Schicht 2 hoher Härte kann ferner mit einer Schichtdicke von ca. 100 Mikrometern
abgeschieden werden.
[0032] Die Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Beschichtung,
bei welcher die identischen Komponenten mit Ausnahme des beschichteten Bauteils mit
den gleichen Bezugszeichen, lediglich um 10 erhöht, versehen sind. So ist auf dem
Bauteil 10 wiederum eine Schicht 12 hoher Härte sowie eine Mehrlagenschicht 13 mit
den Teilschichten 14 bis 17 vorgesehen. Die Schicht hoher Härte 12 und die Mehrlagenschicht
13 sind in gleicher Weise aufgebaut wie im Ausführungsbeispiel der Fig. 1, sodass
sich eine zusätzliche Beschreibung erübrigt. Zusätzlich ist zwischen der Schicht 12
hoher Härte und der Mehrlagenschicht 13 eine Chrom-reiche Schicht 11 vorgesehen, die
durch Inchromierung der Schicht 12 hoher Härte ausgebildet worden ist. Entsprechend
kann die Chrom-reiche Schicht 11 als Diffusionsschicht ausgebildet sein, die in die
vorher abgeschiedene Schicht 12 hoher Härte durch Eindiffundieren des Chroms entstanden
ist. Darüber hinaus ist es auch denkbar eine Chrom-reiche Auflageschicht oder eine
Kombination aus Diffusionsschicht und Auflageschicht zu bilden.
[0033] In der Chrom-reichen Schicht kann der Chromanteil insbesondere bis zu 30 Vol.%, vorzugsweise
bis zu 20 Vol.% Chrom betragen. Die Chrom-reiche Schicht bewirkt insbesondere eine
Verbesserung der Hochtemperaturkorrosionsbeständigkeit, da das Chrom eine dichte,
dünne Chromoxidschicht ausbildet, die eine weitere Heißgaskorrosion verhindert.
[0034] Die Fig. 3 zeigt in einem weiteren Ausführungsbeispiel eine erfindungsgemäße Beschichtung
auf einem Bauteil 100, welche zum großen Teil der Beschichtung aus der Fig. 2 entspricht.
Entsprechend werden wiederum mit Ausnahme der Bezeichnung des Bauteils die Bezugszeichen
für die Komponenten so gewählt, dass diese gegenüber dem Ausführungsbeispiel der Fig.
1 lediglich um 100 erhöht sind.
[0035] So zeigt die Fig. 3 eine Beschichtung mit einer Schicht 102 hoher Härte, der eine
Chrom-reichen Schicht 111 und eine Mehrlagenschicht 103 mit den Teilschichten 104
bis 107 folgen. Die Schicht 102 hoher Härte und die Mehrlagenschicht 103 entsprechen
den Schichten 12 bzw. 2 sowie 13 bzw. 3 der vorher beschriebenen Ausführungsbeispiele
und bedürfen keiner zusätzlichen Erläuterung. Die Chrom-reiche Schicht 111 entspricht
der Chrom-reichen Schicht 11 und ist von daher ebenfalls bekannt. Bei der Ausführungsform
der Fig. 3 ist lediglich eine zusätzliche poröse Schicht 101 zwischen der Schicht
102 hoher Härte und dem Bauteil 100 vorgesehen. Diese Schicht kann beispielsweise
durch Kaltgasspritzen aufgebracht werden. Mittels der porösen Schicht 101 wird durch
die definierte Einbringung von Porosität bewirkt, dass eventuell entstehende Mikrorisse
aus den äußeren Lagen des Schutzsystems beim Risswachstum nicht in den Grundwerkstoff
des Bauteils 100 eindringen können, sondern in den Poren aufgrund der Abstumpfung
der Rissspitze am weiteren Risswachstum gehindert werden. Die Zusammensetzung der
porösen Schicht 101 wird vorzugsweise ähnlich der des Grundwerkstoffs des Bauteils
100 gewählt.
[0036] Die Bauteile 1, 10, 100 können insbesondere durch Eisen-, Nickel- oder Titanbasislegierungen
gebildet werden, wobei die Bezeichnung Basislegierung hier angibt, dass die Komponente
mit dem größten Anteil durch Eisen, Nickel oder Titan gebildet wird.
[0037] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand des Ausführungsbeispiels detailliert beschrieben
worden ist, ist für den Fachmann selbstverständlich, dass die Erfindung nicht auf
diese Ausführungsbeispiele beschränkt ist, sondern das vielmehr Abwandlungen oder
Ergänzungen in der Weise möglich sind, dass einzelne Merkmale weggelassen oder andersartige
Kombinationen von Merkmalen vorgenommen werden können, ohne das der Schutzbereich
der beigefügten Ansprüche verlassen wird. Die vorliegende Erfindung offenbart insbesondere
sämtliche Kombinationen der vorgestellten Einzelmerkmale.
1. Beschichtung für Bauteile einer Gasturbine oder eines Flugtriebwerks mit einer Mehrlagenschicht
(3, 13, 103) aus mehreren Teilschichten (4,5,6,7; 14, 15, 16, 17; 104, 105, 106, 107)
unterschiedlicher Härte, wobei die Mehrlagenschicht (3, 13, 103) eine wiederholte
Abfolge von harten und weichen Teilschichten (4, 5, 6, 7; 14, 15, 16, 17; 104, 105,
106, 107) umfasst, wobei insbesondere die äußerste Teilschicht eine harte Schicht
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
unterhalb der Mehrlagenschicht zwischen dem Bauteil und der Mehrlagenschicht eine
Schicht (2, 12, 102) hoher Härte mit einer Zusammensetzung angeordnet ist, die sich
von der Zusammensetzung der Teilschichten der Mehrlagenschicht unterscheidet, wobei
die Schicht hoher Härte eine höhere Härte als das zu beschichtende Bauteil aufweist
und eine CoMoCrSi-Legierung, eine CoCrWSi-Legierung oder eine MCrAlY-Legierung mit
Dispersionspartikeln aus Oxiden, Nitriden und/oder Boriden ist, wobei M gleich Fe,
Co oder Ni ist.
2. Beschichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mehrlagenschicht (3, 13, 103) eine wiederholte Abfolge einer weichen metallischen
Teilschicht und einer harten keramischen Teilschicht oder einer weichen keramischen
Teilschicht und einer harten keramischen Teilschicht aufweist, wobei insbesondere
die Dicke der Teilschichten der Mehrlagenschicht im Bereich von einigen wenigen nm
bis zu 20 µm, vorzugsweise 10 µm liegt.
3. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die harten Teilschichten der Mehrlagenschicht Nitride oder stickstoffreiche Schichten
mit Chrom, Aluminium und/oder Titan umfassen, während die weichen Teilschichten der
Mehrlagenschicht durch Schichten auf Basis von Fe, Co, Ni, Ti, Cr, Al und Kombinationen
daraus gebildet sind.
4. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht (2, 12, 102) hoher Härte durch eine Metalllegierungsschicht gebildet ist,
die mittels Dispersionshärtung, Ausscheidungshärtung oder Mischkristallverfestigung
eine hohe Härte aufweist.
5. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht hoher Härte einen hohen Cr-Anteil von insbesondere ≥ 18 Gew.-%, vorzugsweise
≥ 20 Gew.-% aufweist, insbesondere bei gleichzeitig niedrigem Cr-Karbid-Anteil von
< 5 Vol.-%, insbesondere < 1 Vol.-%, bei welchem sichergestellt ist, dass sich eine
schützende Chromoxidschicht ausbildet.
6. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Schicht (2, 12, 102) hoher Härte und der Mehrlagenschicht eine Schicht
(11, 111) mit hohem Chrom-Anteil angeordnet ist, wobei der Chrom-Anteil bis zu 30
Vol.-%, vorzugsweise bis zu 20 Vol.-% beträgt.
7. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
unterhalb der Schicht (2, 12, 102) hoher Härte zwischen der Schicht hoher Härte und
dem Bauteil eine poröse Schicht (101) ausgebildet ist.
8. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht hoher Härte eine Dicke bis zu 150 µm, insbesondere bis zu 100 µm aufweist.
9. Beschichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht mit hohem Chrom-Anteil eine Dicke von bis zu 20 µm, vorzugsweise bi zu
10 µm aufweist.
10. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sie mit dem Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17 hergestellt ist.
11. Bauteil für eine Gasturbine oder ein Flugtriebwerk, insbesondere eine Leit- oder Laufschaufel
mit einer Beschichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Bauteil nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht mit hohem Chrom-Anteil (11, 111) und/oder die Mehrlagenschicht (3, 13,
103) über das Bauteil (1, 10, 100) verteilt nur in Teilbereichen abgeschieden wird.
13. Bauteil nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bauteil (1, 10, 100) aus einem Fe-, Ni- oder Ti-Basiswerkstoff gebildet ist.
14. Verfahren zur Herstellung einer Beschichtung für ein Bauteil einer Gasturbine oder
eines Flugtriebwerks, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei welchem
eine Schicht (2, 12, 102) hoher Härte mittels Kaltgasspritzen oder Heißgasspritzen
aufgebracht wird und anschließend eine Mehrlagenschicht (3, 13, 103) durch PVD-Abscheidung
abgeschieden wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht (11, 111) mit hohem Chrom-Anteil durch Inchromierung aufgebracht wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die poröse Schicht (101) durch Kaltgasspritzen aufgebracht wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht (2, 12, 102) hoher Härte nach dem Aufbringen und vor der weiteren Beschichtung
geglättet wird.