[0001] Die Erfindung betrifft eine Seilführungsvorrichtung für eine Seilwinde mit einer
um eine Achse drehbaren Seiltrommel zum Auf- oder Abwickeln eines Seils, bei der ein
mit mehreren Seilführungsrollen versehenes Führungselement parallel zu der Achse der
Seiltrommel bewegbar ist.
[0002] Derartige Seilführungsvorrichtungen kommen insbesondere in Trommel-Förderanlagen
im Bergbau zum Einsatz, bei denen ein Seil in mehreren Seillagen auf eine Seiltrommel
auf- bzw. von dieser abgewickelt wird. Beim Auf- oder Abwickeln des Seils treten in
dem vor der Seiltrommel befindlichen Abschnitt des Seiles Schwingungen auf, die seine
Führung erschweren und die Betriebssicherheit beeinträchtigen können. Die Schwingungen
werden insbesondere von einem Spulsystem ausgelöst, mit dem Seiltrommeln zur Aufnahme
mehrerer Seillagen ausgestattet sind, um jede Seillage mit zueinander bündigen Seilwindungen
zu füllen und das Seil sauber in die nächste Seillage überzuleiten. Bei bekannten
Spulsystemen ist der Umfang der Seiltrommel in zwei Rillenbereiche mit parallelen
Seilrillen aufgeteilt, die eine halbe Steigung gegeneinander versetzt sind. Zwischen
den beiden Bereichen befinden sich die so genannten Kreuzungsgebiete, auf denen das
Seil um eine halbe Steigung in axialer Richtung der Seiltrommel zum nächsten Rillenbereich
verschoben wird.
[0003] Das auf- bzw. ablaufende Seil hat je nach Eigengewicht, Zuglast und Länge eine Eigenfrequenz.
Das ruckartige Verschieben des Seiles beim Drehen der Seiltrommel im Kreuzungsgebiet,
regt das Seil zu Schwingungen an. Liegt die anregende Frequenz in der Nähe der Eigenfrequenz
des Seiles, kann es zu heftigen Schwingungen des Seils kommen, die den sicheren Betrieb
der Trommel-Förderanlage beeinträchtigen. Insbesondere kann das Seil von der am Fördergerüst
des Schachtes befindlichen Seilscheibe abspringen oder Wickelfehler auf der Seiltrommel
verursachen. Bei außerordentlich starken Schwingungen können in der Nähe des Seils
befindliche Einrichtungen der Trommel-Förderanlage durch das schlagende Seil zerstört
werden.
[0004] Um derartige Schwingungen des Seils zu vermeiden, sind bereits Seilführungsvorrichtungen
für Seilwinden von Trommel-Förderanlagen bekannt geworden, bei denen ein Führungselement
synchron zum Drehwinkel der Seiltrommel über die Wickelbreite des Seils oszillierend
hin und her verschoben wird, um Schwingungen in dem vor der Seiltrommel befindlichen
Seilabschnitt zu unterbinden.
[0005] Aus der
DE 1 932 817 ist eine derartige Seilführungsvorrichtung für Seilwinden von Förderanlagen im Bergbau
bekannt. Um die Schwingungen in dem auf- bzw. ablaufendem Seil zu dämpfen, wird ein
als Führungsschlitten ausgestaltetes Führungselement für das Seil an einer Steuerspindel
gelenkig aufgehängt, wobei die Steuerspindel ein Teil eines verschwenkbaren Rahmens
bildet. Das zwischen vier horizontal angeordneten Rollen und zwei Vertikal-Rollen
mit Spiel laufende Seil wird durch die Gewichtskraft des Führungsschlittens und des
verschwenkbaren Rahmens belastet. Hierdurch soll eine sichere Führung des Seiles und
ein einwandfreies Aufwickeln desselben auf die Seiltrommel gewährleistet werden, während
andererseits den Wickelvorgang des Seils störende Schwingungen des vor der Seiltrommel
befindlichen Seilabschnitts teilweise gedämpft werden.
[0006] Die bekannten Seilführungsvorrichtungen sind kompliziert und teuer. Der Synchronantrieb
des Führungsschlittens über ein flexibles Antriebsglied, beispielsweise eine Kette,
mit der Welle, die auch die Seiltrommel antreibt, ist aufwendig. Eine Nachjustierung
der Synchronisation zwischen Führungsschlitten und Antrieb der Seiltrommel wird erforderlich,
wenn sich nach einem Kürzen des gelängten Seils der Übergang des Seils von einer in
die andere Seillage in Bezug auf den Drehwinkel der Welle und damit die Seiltrommel
verändert.
[0007] Eine weitere Seilführungsvorrichtung mit Synchronantrieb des Schlittens ist aus der
DE 38 27 078 A1 und
US 2 453 184 A1 bekannt. Die Seilführungsvorrichtung umfasst einen mehrere Seilführungsrollen umfassenden
Schlitten, der parallel zur Achse der Seiltrommel bewegbar ist. Der Schlitten wird
über eine Gewindespindel mit einer zugeordneten Gewindehülse angetrieben und über
Führungsstangen gehalten. Der Antrieb des Schlittens wird über ein Steuerorgan entsprechend
eines zur Trommelachse sich einstellenden Auflaufwinkels des Seils zur Nachführung
des Schlittens gesteuert.
[0008] Schließlich offenabrt die
DE 20 54 357 A eine Seilführungsvorrichtung für einen Seiltrieb mit einer um eine Achse drehbaren
Seiltrommel zum Auf- und Abwickeln eines Seils, bei der ein mit mehreren Seilführungsrollen
versehener Schlitten parallel zu der Achse der Seiltrommel bewegbar ist. An dem Schlitten
sind zwei mittels Federdruck gegen das auf der Seiltrommel aufgewickelte Seil andrückbare
Tastrollen übereinander und verschwenkbar angeordnet. Die Tastrollen umfassen einen
Teilbereich des Mantels des Seils. Die sich durch das aufwickelnde Seil bildenden
Seilwindungen, bestimmen die Verschiebebewegung des Schlittens, da die das Seil formschlüssig
umgreifenden Tastrollen den Schlitten in Richtung der Achse der Trommel verschieben;
die schraubenförmige Seilwicklung wird in eine gradlinige Verschiebebewegung des Schlittens
mit Hilfe der Tastrollen übersetzt.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde,
eine Seilführungsvorrichtung vorzuschlagen, die einfacher und robust aufgebaut ist,
bei mehrlagigen Seilwinden nachrüstbar ist, keine Justagearbeiten erfordert und gleichwohl
die Schwingungen in dem Seil wirksam dämpft.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe beruht unter anderem auf dem Gedanken, in den vor der Seiltrommel
befindlichen Seilabschnitt radial zum Seil spielfrei eine zusätzliche Masse einzukoppeln,
um Schwingungen des Seiles im Bereich von dessen Eigenfrequenz wirksam zu unterbinden.
Bei der eingekoppelten Masse handelt es sich insbesondere um die Masse des schwimmend
geführten Führungselementes selbst, die je nach Betriebsbedingungen durch lösbar an
dem Führungselement zu befestigende Zusatzgewichte verändert werden kann.
[0011] Im Einzelnen wird die Aufgabe bei einer Seilführungsvorrichtung der eingangs erwähnten
Art dadurch gelöst, dass
- die Seilführungsrollen in dem Führungselement derart angeordnet sind, dass das Seil
zwischen den Seilführungsrollen zumindest in Richtung der Achse der Seiltrommel spielfrei
läuft und
- das Führungselement parallel zu der Achse der Seiltrommel schwimmend geführt ist,
so dass ausschließlich die von dem Seil auf die Führungsrollen übertragenen Kräfte
eine Bewegung des Führungselementes parallel zu der Achse der Seiltrommel hervorrufen.
[0012] Die spielfreie Führung des Seils zwischen den Rollen bewirkt, dass Seilausschläge
direkt auf die Masse des Führungselementes wirken. Die zusätzliche Masse des Führungselementes
verschiebt die Eigenfrequenz des Seils derart, dass keine Resonanz mehr auftreten
kann. Die Entstehung von Schwingungen in dem Seil wird dadurch wirksam unterbunden,
die insbesondere durch das ruckartige Verschieben des Seiles in Richtung der Achse
der Seiltrommel durch die Kreuzungsgebiete des Seilspulsystems hervorgerufen werden.
[0013] Die schwimmende Führung des Führungselementes parallel zu der Achse der Seiltrommel
unter Verzicht auf einen mit der Seiltrommel synchronisierten Antrieb für das Führungselement
bewirkt, das ausschließlich die von dem Seil auf die Führungsrollen übertragenen Kräfte
eine Bewegung des Führungselementes parallel zu der Achse der Seiltrommel über dessen
Wickelbreite hervorrufen. Bei dieser Betrachtung wird davon ausgegangen, das die Achse
der Seiltrommel sowie die Führung des Führungselementes im Betreib horizontal ausgerichtet
sind und daher auf das Führungselement keine Hangabtriebskräfte wirken. Das schwimmend
geführte Führungselement ist vom Seil in axialer Richtung der Seiltrommel leicht verschiebbar,
so dass ein gleichmäßiges Auf- bzw. Abwickeln des Seiles gewährleistet ist.
[0014] Die Seilführungsrollen sind in dem entsprechend schweren Führungselement gelagert,
das von dem Seil selbst in horizontaler Richtung über die gesamte Wickelbreite der
Seiltrommel verschoben wird. Eine Synchronisierung des Seilführungselementes mit dem
Drehwinkel der Antriebswelle der Seiltrommel entfällt, da das die Schwingungen in
dem Seil dämpfende Führungselement auf Grund der spielfreien Führung zwischen den
Seilführungsrollen sich immer dort befindet, wo das Seil auf die Trommel auf- bzw.
von dieser abläuft.
[0015] Eine besonders wirksame spielfreie Führung des Seiles zwischen den Seilführungsrollen
in Richtung der Achse der Seiltrommel wird dadurch erreicht, dass das Führungselement
mindestens drei Seilführungsrollen mit parallelen Rollenachsen aufweißt, wobei zwischen
zwei äußeren Seilführungsrollen mit in Seilrichtung versetzten Rollenachsen eine weitere
Seilführungsrolle angeordnet ist, die das Seil zwischen den beiden äußeren Seilführungsrollen
einspannt. Sämtliche Rollenachsen verlaufen dabei senkrecht zu der Achse der Seiltrommel,
jedoch windschief zu dieser.
[0016] Die Einspannung des Seils zwischen den beiden äußeren Seilführungsrollen und der
weiteren Seilführungsrolle kann an unterschiedliche Betriebsbedingungen, insbesondere
unterschiedliche Seildurchmesser angepasst werden, wenn der Abstand zwischen der Rollenachse
mindestens einer der beiden äußeren Seilführungsrollen und der Rollenachse der weiteren
Rolle einstellbar ist. Vorzugsweise ist die weitere Rolle an einem schenkbeweglichen
Schwenkarm gelagert und daher gegenüber den beiden fest gelagerten äußeren Rollen
einstellbar.
[0017] Das die Führungsrollen aufweisende Führungselement ist insbesondere als Rollengehäuse
mit zwei im Abstand zueinander angeordneten Wänden ausgeführt, zwischen denen sich
die Rollenachsen der Seilführungsrollen erstrecken. Die Wände dienen zugleich als
Lageraufnahme. Über die Dicke der Wände des Rollengehäuses lässt sich die Masse bestimmen,
die in das Seil spielfrei eingekoppelt werden soll.
[0018] Die schwimmende Führung des Führungselementes parallel zu der Achse der Seiltrommel
erfolgt insbesondere mittels einer Linearführung, die eine Translation des Führungselementes
parallel zu der Achse der Seiltrommel zumindest über deren Wickelbreite ermöglicht.
[0019] Eine für den Bergbaubetrieb besonders robuste und langlebige Ausführung einer Linearführung
ist eine Schienenführung für einen Führungswagen, der fest mit dem Führungselement
verbunden ist. Die Schienenführung führt den Führungswagen, auch als Fahrschemel bezeichnet,
parallel zu der Achse der Seiltrommel zumindest über deren Wickelbreite.
[0020] Um über das Führungselement unter den gegebenen räumlichen Bedingungen eine hinreichende
Masse in das Seil einzukoppeln sowie aus Stabilitätsgründen, besteht das Führungselement
vorzugsweise aus Schwermetall, insbesondere aus Eisen. Unter dem Begriff "Schwermetall"
fallen nicht nur verschiedene Metalle, sondern auch deren Legierungen mit einer Dichte
von mehr als 5 g/cm
3. Selbstverständlich kann das Führungselement jedoch auch aus anderen Werkstoffen
mit einer hohen Dichte von insbesondere mehr als 5 g/cm
3 bestehen. Kommen Werkstoffe mit geringerer Dichte zum Einsatz, was grundsätzlich
auch möglich ist, wird mehr Bauraum benötigt, der unter Umständen jedoch nicht zur
Verfügung steht.
[0021] Sofern die theoretischen Berechnungen der Eigenfrequenz des Seiles der Seilwinde
von der in der Praxis auftretenden Eigenfrequenz abweichen, kann die Masse des als
Schwingungsdämpfer wirkenden Führungselementes durch mindestens ein lösbar an dem
Führungselement befestigbares Zusatzgewicht verändert werden. Derartige Veränderungen
sind auch dann wichtig, wenn sich die Betriebsbedingungen der Seilwinde beispielsweise
durch eine höhere Anhängelast an dem Seil oder ein schwereres Seil verändern.
[0022] Um einen stets senkrechten Lauf des vor der Seiltrommel liegenden Seilabschnitts
zu den Rollenachsen der Seilführungsrollen von einem mehrlagigen Seilwickel zu ermöglichen,
ist die Länge der Seilführungsrollen in Richtung der Rollenachsen größer oder gleich
der Differenz des Radius des Seilwickels bei auf der Seiltrommel aufgewickeltem und
abgewickeltem Seil. Die Ausrichtung der Achsen der achsparallel angeordneten Seilführungsrollen
ist stets senkrecht zu der Achse der Seiltrommel und der Längsachse des von der Trommel
ablaufenden Seils.
[0023] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1a
- eine Vorderansicht einer Seiltrommel einer Seilwinde,
- Figur 1b
- eine Seitenansicht einer zur Seiltrommel ausgerichteten Seilführungsrolle
- Figur 1c
- einen Schnitt längs der Linie X-X nach Figur 1a,
- Figur 2
- einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Seilführungsvorrichtung,
- Figur 3
- einen Schnitt längs der Linie X-X nach Figur 2 in Blickrichtung A,
- Figur 4
- eine geschnittene Seitenansicht der Seilführungsvorrichtung nach Figur 2,
- Figur 5
- eine Ansicht entsprechend Figur 3 jedoch mit einer verstellbaren Seilführungsrolle.
[0024] Figur 1 a zeigt eine Seiltrommel (1) einer Trommel-Fördermaschine, die im Bergbau
zum Antrieb der Förderkörbe oder Fördergefäße dient. Das dargestellte Ausführungsbeispiel
bezieht sich auf eine Seiltrommel (1) mit einem zylindrischen Trommelkern (2), der
seitlich von Flanschen (3) begrenzt wird. Ein mit dem Förderkorb bzw. Fördergefäß
verbundenes Seil (4) wird vom dem Trommelkern (2) beim Ablaufen des Seils abgewickelt
und beim Auflaufen des Seil in mehreren Seillagen aufgewickelt.
[0025] Der Trommelkern (2) ist mit einem Spulsystem ausgestattet, um das Seil (4) in mehreren
Seillagen mit zueinander bündigen Seilwindungen über die gesamte Wickelbreite (6)
aufzuwickeln und sauber in die nächste Lage (5a - 5d)) überzuleiten. Durch das Spulsystem
wird der Umfang des Trommelkerns (2) in zwei Bereiche (7a, 7b) mit parallelen Rillen
aufgeteilt, die um eine halbe Steigung gegeneinander versetzt sind. Zwischen den Bereichen
(7a, 7b) mit parallelen Rillen befinden sich die so genannten Kreuzungsgebiete (8a,
8b), auf denen das Seil (4) um eine halbe Steigung in Richtung der Achse (9) der Seiltrommel
(1) zum nächsten Rillenbereich (7a bzw. 7b) verschoben wird, während sich die Seiltrommel
(1) dreht. Das ruckartige Verschieben des Seils (4) beim Drehen der Seiltrommel (1)
von einem Rillenbereich (7a bzw. 7b) in den nächsten, regt Schwingungen in dem vor
der Seiltrommel (1) befindlichen Seilabschnitt des Seiles an. Liegt die anregende
Frequenz im Bereich der Eigenfrequenz des Seiles (4), kann es zu heftigen Ausschlägen
des Seiles (4) kommen, die die Betriebssicherheit der Trommel-Förderanlage erheblich
beeinträchtigen können.
[0026] Die erfindungsgemäße Seilführungsvorrichtung (11) dient dem Zweck, Seilausschläge
aufgrund von Schwingungsanregungen zu unterbinden. Die schematisch in Figur 2 dargestellte
Seilführungsvorrichtung (11) zeigt das Seil (4), das unter einem Seilablaufwinkel
α von etwa 45 Grad zur Horizontalen von der Seiltrommel (1) nach Figur 1 zu einer
nicht dargestellten Seilscheibe läuft. Der Seilablaufwinkel α zur Horizontalen kann
jedoch auch andere Winkel zwischen -90 bis + 90 Grad aufweisen.
[0027] Die Seilführungsvorrichtung (11) umfasst ein Führungselement, das von einem Rollengehäuse
(12) und einem unter dem Rollengehäuse (12) angeordneten Führungswagen (13), auch
als Fahrschemel bezeichnet, gebildet wird. Das Rollengehäuse (12) ist auf der entsprechend
dem Seilablaufwinkel α von etwa 45 Grad geneigten Oberfläche (14) des Führungswagens
(13) befestigt, insbesondere verschweißt oder verschraubt. Das Rollengehäuse (12)
umfasst zwei im Abstand zu einander angeordnete, parallele Wände (15a, 15b) zwischen
denen sich drei Rollenachsen (16 a-c) zur Aufnahme von zwei äußeren Seilführungsrollen
(17a, b) sowie einer zwischen den beiden äußeren Seilführungsrollen angeordneten mittleren
Seilführungsrolle (17c) erstrecken.
[0028] Aus Figur 3 ist erkennbar, dass sämtliche Rollenachsen (16 a-c) parallel zueinander
verlaufen. Die Rollenachsen (16a, b) der beiden äußeren Seilführungsrollen (17a, b)
sind in Seilrichtung (18) des Seiles (4) versetzt zueinander angeordnet. Auf der gegenüberliegenden
Seite des Seiles (4) befindet sich achsparallel zu den Rollenachsen (16a, 16b) der
äußeren Seilführungsrollen (17a, 17b) die Rollenachse (16 c) der mittleren Seilführungsrolle
(17 c), die das Seil (4) zwischen den beiden äußeren Seilführungsrollen (17a, 17b)
geringfügig verklemmt und damit einspannt. In dem Einspannbereich wird das Seil (4)
durch die mittlere Seilführungsrolle (17 c) etwas aus der Seilrichtung (18) in Richtung
der beiden äußeren Seilführungsrollen (17a, b) ausgelenkt. Hierdurch wird das Seil
(4) spielfrei zwischen den Seilführungsrollen (17 a-c) geführt. Ausschläge des Seils
(4) in Richtung der Achse (9) der Seiltrommel (1) werden durch die spielfreie Seilführung
wirksam verhindert. In Richtung der Rollenachsen (16 a-c) wird das Seil (4) zwischen
den Seilführungsrollen aufgrund der Verklemmung in seiner Bewegung behindert, so dass
eventuell in dieser Richtung auftretende Seilausschläge durch das Führungselement
aus Rollengehäuse (12) und Führungswagen (13) wirksam gedämpft werden. Etwaige Seilausschläge
wirken direkt auf die Gesamtmasse von Rollengehäuse (12) und Führungswagen (13), die
insbesondere aus Eisen oder Eisenlegierungen bestehen.
[0029] Der das Rollengehäuse (12) tragende Führungswagen (13) wird von einer Schienenführung
(19) parallel zur Achse (9) der Seiltrommel (1) schwimmend geführt. Zur Reduktion
der Reibung ist der Führungswagen (13) in der Schienenführung (19) auf vier Rollen
(21) gelagert. Die Schienenführung (19) ist verschiebesicher fixiert. Schwimmende
Führung bedeutet, dass das den Führungswagen (13) und das Rollengehäuse (12) umfassende
Führungselement unter Verzicht auf einen eigenen Antrieb ausschließlich durch das
zwischen den Seilführungsrollen (17 a-c) spielfrei laufende Seil (4) entlang der Schienenführung
über die Wickelbreite (6) bewegt wird.
[0030] Etwaige Seilausschläge des Seiles (4) wirken daher direkt auf die Gesamtmasse des
Führungselementes, wobei die zusätzliche Masse des Führungselementes die Eigenfrequenz
des Seiles derart verschiebt, dass Resonanz nicht mehr auftreten kann. Das Führungselement
der Seilführungsvorrichtung befindet sich aufgrund der fehlenden Synchronisation mit
dem Drehwinkel der Seiltrommel (1) stets dort, wo das Seil gerade auf die Seiltrommel
auf bzw. von ihr abläuft.
[0031] Figur 5 zeigt eine Ausführungsform des Führungselementes, bei der in dem Rollengehäuse
(12) die mittlere Seilführungsrolle (17 c) einstellbar ist, um die Seilführungsvorrichtung
an unterschiedliche Betriebsbedingungen, insbesondere Seildurchmesser, anpassen zu
können. Die mittlere Seilführungsrolle (17 c) ist zu diesem Zweck nicht unmittelbar
in den beiden gegenüberliegenden Wänden (15a, 15b), sondern in einem um eine Achse
(22) verschwenkbaren Halterahmen (23) gelagert. Die Verstellung erfolgt mittels einer
Stellschraube (24), die den Halterahmen (23) in Richtung des Seiles (4) und damit
die mittlere Seilführungsrolle (17 c) in Richtung der beiden äußeren Seilführungsrollen
(17a, 17b) verlagert und damit das Seil einspannt. Als Widerlager dient der Stellschraube
(24) ein Innengewinde in einem Steg (25), der sich zwischen den Wänden (15a, 15b)
des Rollengehäuses (12) erstreckt.
Die Länge (25) der Seilführungsrollen (17 a-c) in Richtung der Rollenachsen (16 a-c)
ist vorzugsweise gleich der Differenz des Radius des Seilwickels bei auf der Seiltrommel
(1) vollständig aufgewickelten und vollständig abgewickeltem Seil (4), wie dies insbesondere
aus den Figuren 1b und 1c erkennbar ist.
[0032] Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Seilführungsvorrichtung (11) besteht
darin, dass eine komplexe Synchronkopplung des Führungselementes zur Antriebswelle
der Seiltrommel (1) entbehrlich ist. Die Seilführungsvorrichtung (11) lässt sich daher
bei jeder Trommel-Fördermaschine nachrüsten.
[0033] Die schwimmende Lagerung des Führungselementes verhindert Wickelfehler auch nach
einem etwaigen Einkürzen des Seils, da der Führungswagen mit dem Seilführungsgehäuse
automatisch der Bewegung des ablaufenden Seils in Achsrichtung der Trommel über die
Wickelbreite (9) folgt.
[0034] Der Aufbau der Seilführungsvorrichtung ist einfach, robust und daher langlebig. Die
Technik der Seilführungsvorrichtung ist auch für die Betreiber der Trommel-Fördermaschine
ohne weiteres überschaubar. Durch entsprechende Anpassung des Führungswagens, insbesondere
des Neigungswinkels von dessen Oberfläche (14) lässt sich das Führungselement problemlos
an unterschiedliche Seilablaufwinkel anpassen.
Bezugszeichenliste
[0035]
| Nr. |
Bezeichnung |
| 1 |
Seiltrommel |
| 2 |
Trommelkern |
| 3 |
Flanschen |
| 4 |
Seil |
| 5a-d |
Lagen |
| 6 |
Wickelbreite |
| 7a-b |
Bereich mit parallelen Rillen |
| 8a-b |
Kreuzungsgebiete |
| 9 |
Achse Seiltrommel |
| 10 |
- |
| 11 |
Seilführungsvorrichtung |
| 12 |
Rollengehäuse |
| 13 |
Führungswagen |
| 14 |
Oberfläche Führungswagen |
| 15a-b |
Wände |
| 16a-c |
Rollenachsen |
| 17a-b |
äußere Seilführungsrollen |
| 17c |
mittlere Seilführungsrolle |
| 18 |
Seilrichtung |
| 19 |
Schienenführung |
| 20 |
- |
| 21 |
Rollen |
| 22 |
Schwenkachse |
| 23 |
Halterahmen |
| 24 |
Stellschraube |
| 25 |
Länge |
| 26 |
Steg |
| 27 |
|
1. Seilführungsvorrichtung für eine Seilwinde mit einer um eine Achse drehbaren Seiltrommel
zum Auf- oder Abwickeln eines Seils, bei der ein mit mehreren Seilführungsrollen versehenes
Führungselement parallel zu der Achse der Seiltrommel bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Seilführungsrollen (17 a - c) in dem Führungselement (12,13) derart angeordnet
sind, dass das Seil (4) zwischen den Seilführungsrollen (17 a - c) zumindest in Richtung
der Achse der Seiltrommel spielfrei läuft und
- das Führungselement (12, 13) parallel zu der Achse (9) der Seiltrommel (1) schwimmend
geführt ist, so dass ausschließlich die von dem Seil (4) auf die Seilführungsrollen
(17 a - c) übertragenen Kräfte eine Bewegung des Führungselementes (12, 13) parallel
zu der Achse (9) der Seiltrommel (1) hervorrufen.
2. Seilführungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (12, 13) mindestens drei Seilführungsrollen (17 a - c) mit parallelen
Rollenachsen (16 a - c) aufweist, wobei zwischen zwei äußeren Seilführungsrollen (17
a, b) mit in Seilrichtung (18) versetzten Rollenachsen (16 a, b) eine weitere Seilführungsrolle
(17 c) angeordnet ist, die das Seil (4) zwischen den beiden äußeren Seilführungsrollen
(17 a, b) einspannt.
3. Seilführungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Rollenachse (16 a, b) mindestens einer der beiden äußeren
Seilführungsrollen (17 a, b) und der Rollenachse (16 c) der weiteren Rolle (17 c)
einstellbar ist.
4. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (12,13) ein Rollengehäuse (12) mit zwei im Abstand zueinander
angeordneten Wänden (15 a, b) aufweist, zwischen denen sich die Rollenachsen (16 a
- c) der Seilführungsrollen (17 a - c) erstrecken.
5. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (12, 13) mittels einer Linearführung(19) parallel zu der Achse
(9) der Seiltrommel (1) schwimmend geführt ist.
6. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (12, 13) einen Führungswagen (13) aufweist, der von einer Schienenführung
(19) parallel zu der Achse (9) der Seiltrommel (1) schwimmend geführt ist.
7. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (12, 13) aus Schwermetall besteht.
8. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Führungselement (12, 13) mindestens ein Zusatzgewicht lösbar befestigt ist.
9. Seilführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (25) der Seilführungsrollen (17 a - c) in Richtung der Rollenachsen (16
a - c) größer oder gleich der Differenz des Radius des Seilwickels (5 a - c) bei auf
der Seiltrommel (1) aufgewickeltem und abgewickeltem Seil (4) ist.
10. Seilwinde mit einer um eine Achse drehbaren Seiltrommel zum Auf- oder Abwickeln eines
Seils, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilwinde eine Seilführungsvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 aufweist.
1. A cable-guiding device for a cable winch having a cable drum which can be rotated
about an axis for winding or unwinding a cable, wherein a guide element provided with
a plurality of cable-guiding rollers can be moved parallel to the axis of the cable
drum
characterized in
- that the cable-guiding rollers (17a-c) are disposed in the guide element (12, 13) in such
a manner that the cable (4) runs between the cable-guiding rollers (17a-c) in a play-free
manner at least in the direction of the axis of the cable drum and
- the guide element (12, 13) is guided floatingly parallel to the axis (9) of the
cable drum (1) so that only the forces transmitted from the cable (4) to the cable-guiding
rollers (17a-c) bring about a movement of the guide element (12, 13) parallel to the
axis (9) of the cable drum (1).
2. The cable-guiding device according to claim 1, characterized in that the guide element (12, 13) has at least three cable-guiding rollers (17a-c) with
parallel roller axes (16a-c), wherein between two outer cable-guiding rollers (17a,
b) having roller axes (16a, b) which are offset in the cable direction (18), there
is provided another cable-guiding roller (17c) which clamps the cable (4) between
the two outer cable-guiding rollers (17a, b).
3. The cable-guiding device according to claim 2, characterized in that the distance between the roller axis (16a, b) of at least one of the two outer cable-guiding
rollers (17a, b) and the roller axis (16c) of the further roller (17c) is adjustable.
4. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the guide element (12, 13) has a roller housing (12) with two walls (15a, b) located
at a distance from one another, between which the roller axes (16a-c) of the cable-guiding
rollers (17a-c) extend.
5. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 4, characterized in that the guide element (12, 13) is guided floatingly by means of a linear guide (19) parallel
to the axis (9) of the cable drum (1).
6. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the guide element (12, 13) comprises a guide carriage (13) which is guided floatingly
by a rail guide (19) parallel to the axis (9) of the cable drum (1).
7. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 6, characterized in that the guide element (12, 13) consists of heavy metal.
8. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 7, characterized in that at least one additional weight is fastened detachably to the guide element (12, 13).
9. The cable-guiding device according to any one of claims 1 to 8, characterized in that the length (25) of the cable-guiding rollers (17a-c) in the direction of the roller
axes (16a-c) is greater than or equal to the difference of the radius of the cable
winding (5a-c) when the cable (4) is wound on and unwound from the cable drum (1).
10. Cable winch having a cable drum which can be rotated about an axis for winding or
unwinding a cable, characterized in that the cable winch comprises a cable-guiding device according to one or more of claims
1 to 9.
1. Dispositif de guidage de câble pour un treuil à câble avec un touret à câble rotatif
autour d'un axe pour enrouler et dérouler un câble, sur lequel un élément de guidage
muni de plusieurs galets de guidage de câble est mobile à la parallèle de l'axe du
touret à câble,
caractérisé en ce que
- les galets de guidage de câble (17 a à c) sont placés dans l'élément de guidage
(12, 13) de telle sorte que le câble (4) circule sans jeu entre les galets de guidage
de câble (17 a à c), au moins en direction de l'axe du touret à câble et
- l'élément de guidage (12, 13) est guidé de manière flottante à la parallèle de l'axe
(9) du touret à câble (1), de sorte qu'exclusivement les forces transmises sur les
galets de guidage de câble (17 a à c) provoquent un déplacement de l'élément de guidage
(12, 13) à la parallèle de l'axe (9) du touret à câble (1).
2. Dispositif de guidage de câble selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément de guidage (12, 13) comporte au moins trois galets de guidage de câble
(17 a à c) avec des axes de galets (16 a à c) parallèles, entre deux galets extérieurs
de guidage de câble (17 a, b) avec des axes de galets (16 a, b) déportés en direction
du câble (18) étant placé un galet de guidage de câble (17 c) supplémentaire, qui
enserre le câble (4) entre les deux galets de guidage de câble (17 a, b) extérieurs.
3. Dispositif de guidage de câble selon la revendication 2, caractérisé en ce que la distance entre l'axe de galet (16 a, b) de l'au moins l'un des deux galets de
guidage d'axe (17 a, b) extérieurs et l'axe du galet (16 c) du galet supplémentaire
(17 c) est réglable.
4. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'élément de guidage (12, 13) comporte un boîtier de galet (12) avec deux parois
(15 a, b) placées à distance l'une de l'autre entre lesquelles s'étendent les axes
de galets (16 a à c) des galets de guidage de câble (17 a à c).
5. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'élément de guidage (12, 13) est guidé de manière flottante au moyen d'un guidage
linéaire (19), à la parallèle de l'axe (9) du touret à câble (1).
6. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'élément de guidage (12, 13) comporte un chariot de guidage (13) qui est guidé de
manière flottante par un guidage sur rail (19) à la parallèle de l'axe (9) du touret
à câble (1).
7. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'élément de guidage (12, 13) est en métal lourd.
8. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que sur l'élément de guidage (12, 13), un poids supplémentaire est fixé de manière amovible.
9. Dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la longueur (25) des galets de guidage de câble (17 a à c) en direction des axes
des galets (16 a à c) est supérieure ou égale à la différence du rayon de l'enroulement
de câble (5 a à c) lorsque le câble (4) est enroulé sur et déroulé du touret à câble
(1).
10. Treuil à câble avec un touret à câble rotatif autour d'un axe pour enrouler et dérouler
un câble, caractérisé en ce que le treuil à câble comporte un dispositif de guidage de câble selon l'une quelconque
ou plusieurs des revendications 1 à 9.