[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Mehl und/oder
Griess sowie eine Gutbettwalzenmühle und deren Verwendung gemäss den Oberbegriffen
der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen zum Herstellen von Mehl und/oder Griess sind an sich
bekannt. Beispielsweise ist aus der
EP 0 335 925 B1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Getreidemahlprodukten wie
z. B. Mehl, Griess oder Dunst nach dem Prinzip der Hochmüllerei bekannt. Das Mahlgut
wird hier vielfach walzenvermahlen und wiederholt gesiebt. Dabei wird ein Mahlgut
über Doppelwalzen-Mahlstufen geführt, wobei das Mahlgut zumindest über zwei derartige
Mahlstufen geführt wird und ohne Siebung zwischen den einzelnen Stufen geführt wird
und anschliessend an die Doppelvermahlung jeweils gesichtet wird.
[0003] Derartige Vorrichtungen haben jedoch den Nachteil, dass der apparative Aufwand sehr
gross ist durch die Notwendigkeit mehrerer Mahlstufen, was kostspielig ist. Zudem
führt die Verwendung von mehreren Mahlwerken dazu, dass grosse Gebäude für die Mühle
notwendig sind, was die Kosten für die Errichtung einer Mühle weiter erhöht.
[0004] Aus der
WO 2010/000811 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung vom Mehl und/oder Griess bekannt, bei dem eine
Gutbettwalzenmühle mit einem variablen Spalt verwendet wird. Der Walzenspalt stellt
sich dabei in Abhängigkeit von der Menge und der Art des zu mahlenden Getreides sowie
dem eingestellten Druck, der auf die Walzen in Richtung des Walzenspalts ausgeübt
wird, ein.
[0005] Dieses vorbekannte Verfahren sowie die entsprechende Vorrichtung weisen dabei jedoch
den Nachteil auf, dass grössere Partikel im Mahlgut nicht zuverlässig vermahlen werden
und es aufgrund des zu verarbeitenden Mahlguts, welches oft auch Partikel in etwa
der Grösse des Walzenspalts umfasst, zu Schwingungen der Walzen kommen kann. Zudem
wird bei derartigen Gutbettwalzenmühlen kaum Wärme in das Mahlgut eingetragen, was
bei der Herstellung gewisser Mehlsorten jedoch gewünscht ist.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten
zu vermeiden, insbesondere also ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen,
mit denen Mehl aus einem Mahlgut enthaltend feineres und gröberes Mahlgut zuverlässig
herstellbar ist. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist zudem die Bereitstellung
einer Vorrichtung und eines Verfahrens, mit denen Mehl aus Gut kostengünstig und energetisch
günstig herstellbar ist, wobei während der Vermahlung insbesondere auch genügend Wärme
in das Mehl zugeführt wird.
[0007] Diese Aufgaben werden durch ein Verfahren sowie eine Vorrichtung gemäss den unabhängigen
Ansprüchen gelöst.
[0008] Das erfindungsgemässe Verfahren zum Herstellen von Mehl und/oder Griess aus Gut,
insbesondere Getreide, Kakao, Sonnenblumenkernen und Reis oder beliebige Kombinationen
daraus, umfasst dabei die folgenden Schritte: Gut wird aus einer Schüttung in eine
Zufuhröffnung einer Gutbettwalzenmühle zugeführt. Die Gutbettwalzenmühle umfasst eine
erste Walze und eine zweite Walze, wobei zumindest eine der zwei Walzen in einer Richtung
im Wesentlichen senkrecht zur Rotationsrichtung einer der zwei Walzen beweglich gelagert
ist zur Einstellung eines Mahlspalts zwischen den beiden Walzen. Zudem ist eine Dämpfung
einstellbar bezüglich einer Auslenkung in der Richtung, in der die Walze beweglich
gelagert ist, und/oder der Mahlspalt ist fest einstellbar. Die Schüttung besteht aus
Partikeln mit einer Grössenverteilung und umfasst insbesondere einen der folgenden
Typen oder Mischungen daraus: Gut, Griess, Schalenteile. In einem weiteren Schritt,
der auch vor dem obigen Schritt durchgeführt werden kann, wird der Mahlspalt insbesondere
fest eingestellt und/oder wird die Dämpfung eingestellt, so dass eine erste Teilmenge
der Schüttung enthaltend feineres Mahlgut eine gepackte Partikelschüttung im Mahlspalt
bildet. Zudem wird die Einstellung derart vorgenommen, dass einzelne Partikel einer
zweiten Teilmenge der Schüttung enthaltend gröberes Mahlgut in Kontakt mit der ersten
Walze und der zweiten Walze der Gutbettwalzenmühle stehen. Anschliessend erfolgt ein
Vermahlen des Schüttguts in der Gutbettwalzenmühle in Mahlprodukt. Anschliessend an
das Vermahlen erfolgt ein Abführen des Mahlprodukts durch eine Abfuhröffnung.
[0009] Als Gut wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung Getreide, Kakao, Sonnenblumenkernen
und Reis oder beliebige Kombinationen daraus verstanden.
[0010] Als Getreide wird in dem erfindungsgemässen Verfahren bevorzugt Brotweizen, Durumweizen,
Mais und Buchweizen oder beliebige Kombinationen daraus verwendet.
[0011] Insbesondere ist ein Druck in Richtung des Mahlspalts auf die Walzen voreingestellt
und/oder einstellbar, beispielsweise in Verbindung mit der Dämpfung.
[0012] Unter einer Gutbettwalzenmühle wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung eine derartige
Walzenmühle verstanden, bei der im Einzugsbereich zwischen den Walzen ein Gutbett
entsteht, wenn die Gutbettwalzenmühle aus einem Überangebot an Gut, z. B. mittels
eines gefüllten Materialschachtes oder Trichters, dieses einziehen kann. Die Gutbettzerkleinerung
basiert dabei für das feinere Mahlgut auf einer gepackten Partikelschüttung im Mahlspalt.
Unter einer Rotationsrichtung wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung der auf der
Rotationsebene senkrecht stehende Vektor im mathematischen Sinne verstanden.
[0013] Unter einer Dämpfung bezüglich einer Auslenkung in der Richtung, in der die Walze
beweglich gelagert ist, wird im Sinne der vorliegenden Annmeldung eine Dämpfung zur
Unterdrückung von Schwingungen verstanden, wie dies beispielsweise mit Stossdämpfern
oder regelbaren hydraulischen und / oder pneumatischen Dämpfungen möglich ist, wobei
vorzugsweise hydraulische Dämpfungen eingesetzt werden.
[0014] Die Verwendung einer derartigen einstellbaren Dämpfung bezüglich der Auslenkung ist
insbesondere dann vorteilhaft, wenn eine kraftgesteuerte Walzenmühle verwendet wird,
bei der beispielsweise mechanisch vorgespannte Federn oder hydraulisch gekoppelte
Gasdruckspeicher zur Krafterzeugung verwendet werden und ein Druck auf die Walzen
in Richtung des Mahlspalts ausgeübt wird. Bei einer derartigen Ausgestaltung bildet
sich ja ein Mahlspalt zwischen diesen Walzen in Abhängigkeit von der Menge und der
Art des zu mahlenden Guts im Mahlspalt sowie dem eingestellten Druck. Durch Schwankungen
in der Zusammensetzung des Mahlguts oder auch durch einen gewissen Anteil gröberen
Mahlguts, welches in Kontakt mit beiden Walzen steht, kann die Gutbettwalzenmühle
beispielsweise in Schwingung versetzt werden. Diese Schwingungen können nun mit der
einstellbaren Dämpfung verringert oder sogar ganz unterdrückt werden.
[0015] Bei Verwendung eines fest eingestellten Mahlspalts wird bevorzugt auf eine Dämpfung
verzichtet, da hier ja die Walzen zueinander arretiert sind und somit nicht in Schwingungen
versetzt werden können.
[0016] Im Sinne der vorliegenden Anmeldung wird unter einer Grössenverteilung von Partikeln,
insbesondere Mahlgut, die Verteilung der grössten Dimension der Partikel des Mahlguts
verstanden.
[0017] Unter einem Mahlspalt wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung der Spalt zwischen
den beiden Walzen verstanden und insbesondere der kleinste Walzenabstand im Betrieb
der Gutbettwalzenmühle, wobei hierfür lediglich der Bereich der Walzen berücksichtigt
wird, der bei bestimmungsgemässen Gebrauch im Betrieb in Kontakt mit dem Mahlgut steht.
[0018] Das erfindungsgemässe Verfahren hat nun den Vorteil, dass das feinere Mahlgut in
einer Gutbettsituation vermahlen wird und zudem das gröbere Mahlgut ebenfalls zerkleinert
wird und insbesondere stark beansprucht wird, so dass das gröbere Mahlgut bereits
mittels eines Durchlaufs schon stark zerkleinert wird. Dadurch wird die Verwendung
mehrerer Mahlstufen weitestgehend vermieden, wobei insbesondere auch eine möglichst
hohe Energieeffizienz der Vermahlung erreicht wird.
[0019] Bevorzugt rotieren die erste Walze und die zweite Walze mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Insbesondere ist das Geschwindigkeitsverhältnis grösser als 1.1
: 1 und weiter insbesondere grösser als 2 : 1.
[0020] Dies weist den Vorteil auf, dass das Mahlgut effizienter vermahlen wird, da insbesondere
grössere Scherkräfte in dem Mahlgut auftreten beim Betrieb mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
[0021] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Einstellungsgrösse des Geschwindigkeitsverhältnisses,
d.h. des Drehzahlverhältnisses, der Walzen ein zusätzlicher Parameter zur Optimierung
des Vermahlungsprozesses zum Herstellen von Mehl ist und damit der Prozess besser
optimiert werden kann. Zudem kann dadurch ein kleinerer Druck im Mahlspalt verwendet
werden, da die Vermahlung durch die insbesondere grösseren Scherkräfte aufgrund der
unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Walzen unterstützt wird. Dies führt zu kleineren
Pressungen und damit zu einer besseren Auflösbarkeit zur weiteren Trennung des Mahlprodukts
nach der Vermahlung.
[0022] Unter der Geschwindigkeit, mit der eine Walze rotiert, wird im Sinne der vorliegenden
Anmeldung die Geschwindigkeit der Walzenoberfläche in tangentialer Richtung verstanden.
[0023] Besonders bevorzugt ist zumindest eine der zwei Walzen als Profilwalze ausgebildet.
Die Profilwalze weist insbesondere eine abschnittsweise Vertiefung in der Walzenoberfläche
auf, insbesondere im Wesentlichen parallel zur Längsachse der jeweiligen Walze.
[0024] Als Walzenoberfläche wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung die Oberfläche verstanden,
die radial am weitesten beabstandet von der Längsachse liegt, wobei hierfür lediglich
der im Betrieb mit dem Mahlgut in Kontakt stehende Teil bei bestimmungsgemässen Gebrauch
berücksichtigt wird.
[0025] Dies hat den Vorteil, dass ein kleiner Mahlspalt einstellbar ist zur zuverlässigen
Vermahlung des gröberen Mahlguts, welches dadurch stärker beansprucht und daher stärker
vermahlen wird. Zumindest in den abschnittsweisen Vertiefungen bildet sich zwischen
den Walzen eine Gutbettsituation, in der auch die kleineren Partikel zuverlässig in
einer gepackten Partikelschüttung vermahlen werden.
[0026] Ganz besonders bevorzugt ist das Profil der Profilwalze im Wesentlichen selbstreinigend
ausgebildet, insbesondere zumindest während der Rotation der Profilwalze.
[0027] Unter "selbstreinigend" wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung verstanden, dass
zumindest während der Rotation, d. h. im Betrieb der Walzen Mahlgut nicht in den abschnittsweisen
Vertiefungen verbleibt, sondern zuverlässig aus diesen herausfällt und in den nachgeschalteten
Vorrichtungen weiterverarbeitet werden kann.
[0028] Diese selbstreinigende Ausgestaltung der abschnittsweisen Vertiefungen hat den Vorteil,
dass der Einzug von Mahlgut in die Gutbettwalzenmühle im Betrieb dauerhaft zuverlässig
erfolgen kann, was bei nicht selbstreinigenden abschnittsweisen Vertiefungen häufig
nicht der Fall ist.
[0029] Die selbstreinigende Ausgestaltung der abschnittsweisen Vertiefungen kann durch die
Wahl der Geometrie der abschnittsweisen Vertiefungen und/oder durch Wahl der entsprechenden
Oberflächenrauheit erreicht werden.
[0030] Bevorzugt wird anschliessend an die Vermahlung des Mahlguts das Mahlprodukt in eine
Trennstufe gefördert zur Trennung in feineres Mahlprodukt und gröberes Mahlprodukt.
Insbesondere wird das gröbere Mahlprodukt in die Zufuhröffnung zurückgefördert.
[0031] Derartige Trennstufen wie beispielsweise Zick-Zack-Sichter, Griessputzmaschinen,
Plansichter, Turbosichter, Streutellersichter oder auch Querstromsichter sind aus
dem Stand der Technik bekannt, wie beispielsweise in der
WO 2010/000811 A2 beschrieben.
[0032] Zick-Zack-Sichter separieren beispielsweise zu separierendes Produkt in feineres
Produkt und gröberes Produkt aufgrund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts
und / oder der Grösse der Partikel im Produkt.
[0033] Plansichter separieren beispielsweise zu separierendes Produkt in feineres Produkt
und gröberes Produkt mittels Siebung im Wesentlichen aufgrund der Grösse der Partikel
im Produkt.
[0034] Diese Trennung des Mahlprodukts in feineres und gröberes Mahlprodukt hat den Vorteil,
dass die jeweiligen Fraktionen verschiedenen Verwendungszwecken zuführbar sind. Die
Zurückförderung des gröberen Mahlguts in die Zufuhröffnung der Gutbettwalzenmühle
hat den Vorteil, dass die Anlage im Kreislaufbetrieb betrieben werden und somit die
Anzahl von Gutbettwalzenmühlen oder auch anderen Mahlstufen verringert werden kann,
was zu Kosteneinsparungen und auch Energieeinsparungen führt.
[0035] Besonders bevorzugt ist der Trennstufe eine weitere Gutbettwalzenmühle nachgeschaltet
zum weiteren Vermahlen des feineren Mahlprodukts.
[0036] Dies hat den Vorteil, dass die weitere Gutbettwalzenmühle zur optimalen Vermahlung
des feineren Mahlprodukts andere Prozessparameter wie beispielsweise der Geschwindigkeit
der Walzen oder auch des Mahlspalts aufweisen kann.
[0037] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist gerichtet auf eine Gutbettwalzenmühle,
insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens wie oben beschrieben. Diese Gutbettwalzenmühle
umfasst eine erste Walze und eine zweite Walze, wobei zumindest eine der zwei Walzen
als Profilwalze ausgebildet ist mit zumindest einer abschnittsweisen Vertiefung in
der Walzenoberfläche. Diese abschnittsweise Vertiefung ist insbesondere im Wesentlichen
parallel zur Längsachse der Profilwalze ausgebildet. Die abschnittsweise Vertiefung
ist zumindest bei Rotation der Profilwalze selbstreinigend.
[0038] Wie bereits obenstehend erläutert, wird die selbstreinigende Eigenschaft der abschnittsweisen
Vertiefung durch die geometrische Ausgestaltung und/oder durch die Oberflächeneigenschaften
der abschnittsweisen Vertiefung erreicht.
[0039] Dies hat wie obenstehend erläutert den Vorteil, dass auch bei Verwendung einer Profilwalze
der Einzug von Mahlgut in den Mahlspalt im Betrieb dauerhaft zuverlässig erfolgt.
[0040] Vorzugsweise erstreckt sich die abschnittsweise Vertiefung zumindest über die gesamte
Länge der Profilwalze, die bei bestimmungsgemässen Gebrauch mit dem Mahlgut in Kontakt
steht. Mit anderen Worten ist die abschnittsweise Vertiefung in Umfangsrichtung als
abschnittsweise Vertiefung ausgebildet.
[0041] Bevorzugt ist zur Einstellung eines Mahlspalts zwischen den beiden Walzen im Betrieb
zumindest eine der zwei Walzen in einer Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Rotationsrichtung
einer der zwei Walzen beweglich gelagert. Eine Dämpfung bezüglich einer Auslenkung
in der Richtung, in der die Walze beweglich gelagert ist, ist einstellbar und/oder
der Mahlspalt ist fest einstellbar.
[0042] Im Sinne der vorliegenden Anmeldung bedeutet eine feste Einstellung des Mahlspalts
eine unendliche Dämpfung, da bei fest eingestelltem Mahlspalt bei bestimmungsgemässen
Gebrauch im Wesentlichen keine Schwingungen der Walzen zueinander möglich sind.
[0043] Besonders bevorzugt weist zumindest eine abschnittsweise Vertiefung in Umfangsrichtung
der Profilwalze im Mittel eine Breite im Bereich von 0.5 mm bis 20 mm auf. Insbesondere
ist diese Breite im Mittel im Bereich von 2 mm bis 10 mm und weiter insbesondere im
Bereich von 4 mm bis 6 mm.
[0044] Unter dem Mittel der Breite wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung der Mittelwert
der Breite entlang der Längsrichtung, d. h. der längsten Ausdehnung der abschnittsweisen
Vertiefung, verstanden.
[0045] Ganz besonders bevorzugt weist die zumindest eine abschnittsweise Vertiefung der
Profilwalze in radialer Richtung der Walze im Mittel eine Tiefe im Bereich von 0,3
mm bis 10 mm auf. Bevorzugt liegt die Tiefe im Bereich von 0,5 mm bis 5 mm und besonders
bevorzugt von 0,7 mm bis 1,8 mm.
[0046] Im Sinne der vorliegenden Anmeldung wird unter dem Mittel einer Tiefe der abschnittsweisen
Vertiefung der Mittelwert der tiefsten Stelle entlang der grössten Ausdehnung der
abschnittsweisen Vertiefung verstanden.
[0047] Bevorzugt weist die Walzenoberfläche mit der zumindest einen abschnittsweisen Vertiefung
der Profilwalze in einem Schnitt zwischen Walzenoberfläche und der Fläche der Vertiefung,
die die Walzenoberfläche schneidet, im Mittel einen Innenwinkel von 100° bis 170°
auf. Bevorzugt schliesst die Walzenoberfläche mit der zumindest einen abschnittsweisen
Vertiefung einen Winkel von 120° bis 150° und besonders bevorzugt von 130° bis 140°
ein.
[0048] Unter einem Innenwinkel wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung ein der Längsachse
der Profilwalze zugewendeter Winkel auf der Innenseite der Walzenoberfläche verstanden
in einer Schnittebene senkrecht zur Längsachse.
[0049] Unter einem Mittel eines Innenwinkels wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung ein
Mittelwert entlang eines Abschnitts zwischen der Walzenoberfläche und der abschnittsweisen
Vertiefung verstanden.
[0050] Diese Ausgestaltung wie oben beschrieben im Hinblick auf einen der Parameter Breite,
Tiefe und Innenwinkel oder Kombinationen daraus hat den Vorteil, dass die abschnittsweise
Vertiefung zumindest bei Rotation der Profilwalze selbstreinigend ist, wodurch der
Betrieb langfristig zuverlässig erfolgen kann und zudem aufwändige Reinigungsvorrichtungen,
die kostspielig sind, nicht benötigt werden.
[0051] Besonders bevorzugt weist die Profilwalze zumindest zwei in Umfangsrichtung voneinander
beabstandete, abschnittsweise Vertiefungen auf. Diese in Umfangrichtung voneinander
beabstandeten abschnittsweisen Vertiefungen weisen einen mittleren Abstand im Bereich
von 0,15 mm bis 10 mm, bevorzugt von 0,15 mm bis 5 mm und besonders bevorzugt von
0,15 mm bis 0,5 mm auf.
[0052] Unter dem mittleren Abstand zwischen den abschnittsweisen Vertiefungen wird der mittlere
Abstand entlang der längsten Ausdehnung der abschnittsweisen Vertiefung verstanden,
wobei der Abstand zwischen den beiden einander zugewandten Seiten der abschnittsweisen
Vertiefungen bestimmt wird.
[0053] Diese Ausgestaltung mit zumindest zwei abschnittsweisen Vertiefungen weist den Vorteil
auf, dass die Vermahlung des gröberen Mahlguts an der Walzenoberfläche zuverlässig
erfolgen und eine Gutbettsituation in den Vertiefungen entstehen kann zur Vermahlung
des feineren Mahlguts.
[0054] Ganz besonders bevorzugt weist die abschnittsweise Vertiefung der Profilwalze einen
ebenen Flächenabschnitt auf. Bevorzugt ist dieser Flächenabschnitt im Wesentlichen
senkrecht zum Radius der Profilwalze angeordnet.
[0055] Unter einem ebenen Flächenabschnitt werden im Sinne der vorliegenden Anmeldung keine
gekrümmten bzw. gebogenen Flächenabschnitte verstanden, wobei jedoch auch ein derartiger
Flächenabschnitt mit einer üblichen Oberflächenrauheit und / oder im Betrieb üblicherweise
auftretenden Beschädigungen wie beispielsweise Kratzer als eben gilt.
[0056] Diese hat den Vorteil der weiteren Verbesserung der Selbstreinigung der abschnittsweisen
Vertiefung.
[0057] Bevorzugt weist die erste Walze und/oder die zweite Walze der Gutbettwalzenmühle
einen Durchmesser im Bereich von 400 mm bis 1000 mm und bevorzugt von 600 mm bis 800
mm auf.
[0058] Dieser im Gegensatz zu konventionellen Walzenstühlen grosse Durchmesser hat den Vorteil,
dass der Produkteinzug verbessert wird.
[0059] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist gerichtet auf die Verwendung einer
Gutbettwalzenmühle wie oben beschrieben zur Herstellung von Mehlen und/oder Griessen
aus Getreide, Kakao, Sonnenblumenkernen und Reis oder beliebigen Kombinationen daraus,
insbesondere gemäss dem oben beschriebenen Verfahren.
[0060] Diese Verwendung hat die oben beschriebenen Vorteile.
[0061] Ein zusätzlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist gerichtet auf eine Gutbettwalzenmühle
mit einer ersten Walze und einer zweiten Walze, wobei zumindest eine der zwei Walzen
in einer Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Rotationsrichtung einer der zwei Walzen
beweglich gelagert ist zur Einstellung eines Mahlspalts zwischen den zwei Walzen,
und wobei eine Dämpfung bezüglich einer Auslenkung in der Richtung, in der die Walze
beweglich gelagert ist, einstellbar ist und/oder der Mahlspalt fest einstellbar ist.
[0062] Die alternative Gutbettwalzenmühle kann insbesondere mit den zu dieser Gutbettwalzenmühle
offenbarten Ausführungsformen kombiniert werden.
[0063] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden zum besseren Verständnis nachfolgend
anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, ohne dass die Erfindung auf die
Ausführungsbeispiele zu beschränken ist. Es zeigen:
- Figur 1:
- Schematische Seitenansicht einer erfindungsgemässen Gutbettwalzenmühle mit Schüttgut;
- Figur 2:
- schematische Draufsicht auf eine alternative erfin-dungsgemässe Gutbettwalzenmühle
mit Schüttgut;
- Figur 3:
- schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Profils einer Profilwalze;
- Figur 4:
- alternatives Profil einer erfindungsgemässen Profil-walze in schematischer Darstellung;
- Figur 5:
- schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Gutbettwalzenmühle mit einer Trennstufe
und Produkt-zuführung;
- Figur 6:
- alternative Anordnung einer erfindungsgemässen Gut-bettwalzenmühle mit Auflöser, Trennstufe
sowie Pro-duktrückführung;
- Figur 7:
- Flussdiagramm eines erfindungsgemässen Verfahrens un-ter Verwendung von zwei Gutbettwalzenmühlen;
- Figur 8:
- schematische Darstellung eines vergrösserten Aus-schnitts einer erfindungsgemässen
Gutbettwalzenmühle mit zwei Profilwalzen und Schüttgut;
- Figur 9:
- schematische Seitenansicht einer alternativen erfin-dungsgemässen Gutbettwalzenmühle
mit Niveausensor im Zufuhrtrichter;
- Figur 10:
- Anordnung einer erfindungsgemässen Gutbettwalzenmühle mit mehreren Trennstufen.
[0064] In Figur 1 ist in einer schematischen Seitenansicht eine Gutbettwalzenmühle 9 dargestellt.
Eine Schüttung 6 umfasst feineres Mahlgut 5 sowie gröberes Mahlgut 7, welches durch
die Rotation in Richtung r der zwei Walzen 10 und 11 in den Mahlspalt d eingezogen
wird.
[0065] Die Walze 10 ist beweglich gelagert in Richtung s, d. h. senkrecht zur Rotationsrichtung,
wodurch ein Mahlspalt d einstellbar ist. Die Walzen 10 und 11 weisen beide einen Durchmesser
w von 600 mm auf und sind zur Rotation in Richtung r mittels der Lager 20 gelagert.
Die Walzen weisen eine glatte Walzenoberfläche 19 auf. Das Lager 20 weist zur Vermeidung
von Schwingungen eine Dämpfungseinrichtung 26 auf, welche als pneumatische Dämpfung
ausgebildet ist.
[0066] Der Mahlspalt d ist im vorliegenden Fall variabel in Abhängigkeit vom eingezogenen
Schüttgut 6, wobei ein in Richtung des Mahlspalts d wirkender Druck durch die Walzen
10 und 11 so eingestellt ist, dass das feinere Mahlgut 5 mittels einer gepackten Partikelschüttung
im Mahlspalt d vermahlen wird und das gröbere Mahlgut 7 im Mahlspalt d durch direkten
Kontakt mit den Walzen 10 und 11 zerkleinert wird. Die Gutbettwalzenmühle 9 weist
dabei die dem Fachmann an sich bekannte Dämpfungseinrichtung 26 auf, um das Entstehen
von Schwingungen der Walzen zueinander zu vermeiden.
[0067] Die Walze 10 weist eine Umfangsgeschwindigkeit von 1 m/s auf und die Walze 11 eine
Umfangsgeschwindigkeit von 1,5 m/s. Das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen den Walzen
10 und 11 liegt daher bei 1,5 : 1.
[0068] Im Betrieb wird nun durch Rotation der Walzen in Richtung r Schüttgut 6 umfassend
feineres Mahlgut 5 und gröberes Mahlgut 7 in die Gutbettwalzenmühle 9 eingezogen.
Zwischen den beiden Walzen im Mahlspalt d, der hier auf einen Wert von 1 mm eingestellt
ist, bildet sich bezüglich des feineren Mahlguts eine gepackte Partikelschüttung,
wodurch das feinere Mahlgut vermahlen wird.
[0069] Das gröbere Mahlgut 7 berührt zumindest im Bereich des Mahlspalts d die erste Walze
10 und die zweite Walze 11, so dass dieses gröbere Mahlgut stark zerkleinert wird.
[0070] Nach der Vermahlung wird nun das Mahlprodukt 17, bei dem es sich beispielsweise um
Mehl handeln kann, aus der Gutbettwalzenmühle abgeführt.
[0071] In Figur 2 ist in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf eine Gutbettwalzenmühle
9 im Wesentlichen gemäss Figur 1 dargestellt.
[0072] Von hier an und im Folgenden bedeuten gleiche Referenzzeichen gleiche Komponenten
in den Figuren.
[0073] Im Unterschied zur Gutbettwalzenmühle 9 gemäss Figur 1 sind hier beide Walzen beweglich
gelagert in Richtung s. Im Betrieb zur Vermahlung sind die Walzen drehbar um die Längsachse
21 mittels der hier nicht gezeigten Lager, welche beide eine als Stossdämpfer ausgebildete,
hier nicht gezeigte Dämpfungseinrichtung umfassen.
[0074] Im Unterschied zur Figur 1 ist hier der Mahlspalt d im Betrieb fest eingestellt auf
einen Wert von 1 mm. Im vorliegenden Fall wird Getreide 1 als gröberes Mahlgut vermahlen
und Griess 3 als feineres Mahlgut.
[0075] Die Walze 10 hat im vorliegenden Fall eine Umfangsgeschwindigkeit von 0,8 m/s und
die Walze 11 eine Umfangsgeschwindigkeit von 2,4 m/s. Somit liegt ein Geschwindigkeitsverhältnis
von 3 : 1 vor.
[0076] Ein weiterer Unterschied zur Figur 1 ist, dass die Walze 10 im vorliegenden Fall
als Profilwalze mit einem hier nicht gezeigten Profil ausgebildet ist.
[0077] In Figur 3 ist ein Ausschnitt eines Profils einer Walze in schematischer Darstellung
gezeigt.
[0078] Das Profil weist zwei vollständig dargestellte, abschnittsweise Vertiefungen 18 mit
einer mittleren Tiefe t von 1,2 mm auf, wobei die abschnittsweisen Vertiefungen 18
einen ebenen Flächenabschnitt 27 senkrecht zum Radius der Profilwalze aufweisen. Der
ebene Flächenabschnitt 27 schliesst also einen Winkel p = 90° mit dem als gestrichelte
Linie angedeuteten Radius der Walze ein. Eine Breite b der Vertiefung 18 beträgt 4,3
mm und ein Abstand k zwischen den abschnittsweisen Vertiefungen auf der Walzenoberfläche
19 beträgt 0,2 mm. Der Innenwinkel a beträgt 135°.
[0079] Beidseitig der abschnittsweisen Vertiefungen 18 bezogen auf Figur 3 weist die Walze
hier nicht dargestellte weitere abschnittsweise Vertiefungen auf.
[0080] In Figur 4 ist ein alternatives Profil einer Profilwalze als Ausschnitt dargestellt.
Die Profilwalze weist eine Vertiefung 18 mit einer Breite b von 7 mm und einer Tiefe
t von 1,8 mm auf. Die abschnittsweise Vertiefung 18 ist im Gegensatz zu Figur 3 nicht
symmetrisch ausgebildet und weist auf der in Umfangsrichtung einen Seite einen Winkel
a von 120° und auf der in Umfangsrichtung anderen Seite einen Winkel a' von 140° auf.
[0081] In Figur 5 ist schematisch eine Anlage 24 umfassend eine Gutbettwalzenmühle 9 mit
zwei Walzen 10 und 11 dargestellt. Die Walzen 10 und 11, welche beide als Profilwalzen
mit einem Profil gemäss Figur 3 ausgestaltet sind, sind auf einen festen Mahlspalt
d von 0,1 mm eingestellt. Die Gutbettwalzenmühle 9 weist eine Zufuhröffnung 15 für
das Schüttgut 6, hier Reis, und eine Abfuhröffnung 16 für das Mahlprodukt 17 auf.
Das Mahlprodukt 17 wird mittels einer Förderanordnung 25 in eine Trennstufe 14, die
hier als Zickzack-Sichter ausgebildet ist, gefördert. Im Zick-zack-Sichter wird das
Mahlprodukt 17 in feineres Mahlprodukt 12 und gröberes Mahlprodukt 13 getrennt. Diese
Trennung erfolgt im Wesentlichen aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Partikel
wie beispielsweise der Grösse, der Schwebeeigenschaften und dem spezifischen Gewicht
oder Kombinationen aus diesen Eigenschaften. Mittels einer Rückführungsanordnung 23
wird das gröbere Mahlprodukt 13 wieder in die Zufuhröffnung 15 der Gutbettwalzenmühle
9 gefördert. Feineres Mahlprodukt 12 wird aus der Anordnung 24 hier als Mehl abgeführt.
[0082] In Figur 6 ist eine weitere erfindungsgemässe Anordnung 24 dargestellt, die als Trennstufe
14 einen Plansichter aufweist und zusätzlich zwischen Gutbettwalzenmühle 9 und Trennstufe
14 einen Auflöser 22. Der Auflöser 22 ist als Prallauflöser ausgebildet, wie er dem
Fachmann beispielsweise aus der
WO 2010/000811 A1 bekannt ist. Als Schüttgut 6 wird hier Kakao verwendet.
[0083] In Figur 7 ist ein Flussdiagramm eines erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt.
Schüttgut 6, hier Sonneblumenkerne, wird einer Gutbettwalzenmühle 9 zugeführt und
in dieser vermahlen. Das Mahlprodukt wird einer Trennstufe 14 zugeführt, in der das
Mahlprodukt in feineres Mahlprodukt 12 und gröberes Mahlprodukt 13 getrennt wird.
Das gröbere Mahlprodukt 13 wird in die Gutbettwalzenmühle 9 zurückgefördert.
[0084] Das feinere Mahlprodukt 12 wird im vorliegenden Fall einer weiteren Gutbettwalzenmühle
9 zugeführt, wobei dieser weiteren Gutbettwalzenmühle eine weitere Trennstufe 14 nachgeschaltet
ist. In dieser wird das Mahlprodukt aus der weiteren Gutbettwalzenmühle 9 erneut in
feineres Mahlprodukt 12 und gröberes Mahlprodukt 13 getrennt, wobei das gröbere Mahlprodukt
13 wieder in die weitere Gutbettwalzenmühle 9 zurückgefördert wird. Das feinere Mahlprodukt
12 kann nun als Mehl weiterverarbeitet werden.
[0085] In Figur 8 ist in schematischer Darstellung ausschnittsweise eine Gutbettwalzenmühle
9 dargestellt. Die erste Walze 10 und die zweite Walze 11 sind jeweils mit Profilen
gemäss Figur 3 ausgebildet. Die Walzen rotieren in Rotationsrichtung r, wobei die
Walze 10 eine Umfangsgeschwindigkeit von 3 m/s aufweist und die Walze 11 eine Umfangsgeschwindigkeit
von 0,5 m/s, d.h. die Walzen weisen ein Geschwindigkeitsverhältnis von 6 : 1 auf.
[0086] Ein Mahlspalt d ist fest eingestellt auf einen Wert von 0,8 mm, wobei keine Dämpfungseinrichtung
vorgesehen ist. Der Abstand k beträgt 0,3 mm.
[0087] Das Schüttgut 6 umfasst Griess als feineres Mahlgut und Schalenteile 4 sowie hier
nicht gezeigtes Getreide als gröberes Mahlgut, welches wie zu Figur 1 beschrieben
vermahlen wird.
[0088] In Figur 9 ist eine Gutbettwalzenmühle 9 gemäss Figur 1 dargestellt. In einem Zufuhrtrichter
31 befindet sich Mahlgut 8, welches eine Schüttung bildet. Eine Zufuhr von Mahlgut
8 in den Zufuhrtrichter 31 ist hier nicht gezeigt.
[0089] Der Zufuhrtrichter 31 umfasst einen Niveausensor 30 zur Messung des Niveaus an Mahlgut
8 im Zufuhrtrichter 31. Aufgrund des gemessenen Niveaus an Mahlgut 8 im Zufuhrtrichter
31 kann beispielsweise die Umfangsgeschwindigkeit zumindest einer der Walzen 10 oder
11 eingestellt werden.
[0090] Fällt das Niveau an Mahlgut 8 beispielsweise unter einen vorbestimmten Wert, so kann
durch Reduzierung der Umfangsgeschwindigkeit zumindest einer der Walzen 10 oder 11
das Niveau an Mahlgut 8 im Zufuhrtrichter 31 erhöht werden, da durch diese Massnahme
der Durchsatz durch die Gutbettwalzenmühle 9 verringert wird, während Mahlgut 8 weiterhin
in den Zufuhrtrichter 31 zugeführt wird.
[0091] Durch eine Erhöhung der Umfangsgeschwindigkeit zumindest einer der Walzen 10 oder
11 kann das Niveau an Mahlgut 8 im Zufuhrtrichter 31 verringert werden, da durch diese
Massnahme der Durchsatz durch die Gutbettwalzenmühle 9 erhöht wird, während Mahlgut
8 weiterhin in den Zufuhrtrichter 31 zugeführt wird.
[0092] Es ist auch möglich, aufgrund der Messung mit dem Niveausensor 30 die Zufuhr von
Mahlgut 8 in den Zufuhrtrichter 31 zu steuern, um das Niveau im Zufuhrtrichter 31
zu erhöhen oder zu verringern bei konstantem Durchsatz durch die Gutbettwalzenmühle
9.
[0093] Ein Unterschied zur Figur 1 ist, dass die Walzen 10 und 11 als Profilwalzen mit einem
hier nicht gezeigten Profil ausgebildet sind.
[0094] In Figur 10 ist eine weitere alternative erfindungsgemässe Anordnung 24 dargestellt,
die als Trennstufen 14 einen Plansichter und einen Zick-Zack-Sichter aufweist.
[0095] Über einer Gutbettwalzenmühle 9 befindet sich eine Schüttung 6, hier eine Mischung
aus Reis und Getreide, aus Mahlgut. Das Mahlgut wird in der Gutbettwalzenmühle 9 in
Mahlprodukt vermahlen, welches anschliessend in den Plansichter gefördert wird.
[0096] In dem Plansichter wird das Mahlprodukt in ein feineres Mahlprodukt 12, mittleres
Mahlprodukt 29 und gröberes Mahlprodukt 13 getrennt. Zudem wird eine weitere Fraktion
aus dem Plansichter als Mehl 2 abgeführt. Das mittlere Mahlprodukt 29 wird in eine
weitere Trennstufe 14 gefördert, die hier als Zick-Zack-Sichter ausgebildet ist. Das
mittlere Mahlprodukt 29 wird in dem Zick-Zack-Sichter in feineres Mahlprodukt und
gröberes Mahlprodukt 13 getrennt, wobei der Zick-Zack-Sichter so eingestellt wird,
dass das feinere Mahlprodukt im Wesentlichen Kleie 28 enthält. Der Massenanteil an
Kleie 28 am Mahlgut liegt im Bereich von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-% und insbesondere im
Bereich von 3 Gew.-% bis 5 Gew.-% bezogen auf das Mahlgut.
[0097] Das feinere Mahlprodukt 12 und das gröbere Mahlprodukt 13 aus dem Plansichter sowie
das gröbere Mahlprodukt 13 aus dem Zick-Zack-Sichter werden mittels der Rückführungsanordnung
23 in die Gutbettwalzenmühle 9 zurück gefördert.
1. Verfahren zum Herstellen von Mehl (2) und/oder Griess (3) aus Gut, insbesondere Getreide
(1), Kakao, Sonnenblumenkernen und Reis oder beliebigen Kombinationen daraus, umfassend
die folgenden Schritte:
- Zuführen von Gut aus einer Schüttung (6) in eine Zufuhröffnung (15) einer Gutbettwalzenmühle
(9) umfassend eine erste Walze (10) und eine zweite Walze (11), wobei zur Einstellung
eines Mahlspalts (d) zwischen den zwei Walzen (10, 11) zumindest eine der zwei Walzen
(10, 11) in einer Richtung (s) im Wesentlichen senkrecht zur Rotationsrichtung einer
der zwei Walzen (10, 11) beweglich gelagert ist, und wobei eine Dämpfung bezüglich
einer Auslenkung in Richtung (s) der Walze einstellbar ist und/oder der Mahlspalt
(d) fest einstellbar ist, wobei die Schüttung (6) aus Partikeln mit einer Grössenverteilung
besteht und insbesondere zumindest Mahlgut einer der folgenden Typen oder Mischungen
daraus enthält: Gut, Griess (3), Schalenteile (4);
gekennzeichnet durch
- Einstellen des insbesondere festen Mahlspaltes (d) und/oder der Dämpfung, derart,
dass eine erste Teilmenge der Schüttung (6) enthaltend feineres Mahlgut (5) eine gepackte
Partikelschüttung im Mahlspalt (d) bildet und einzelne Partikel einer zweiten Teilmenge
der Schüttung (6) enthaltend gröberes Mahlgut (7) in Kontakt mit der ersten Walze
(10) und der zweiten Walze (11) der Gutbettwalzenmühle (9) stehen;
- Vermahlen des Schüttguts (6) in der Gutbettwalzenmühle (9) in Mahlprodukt (17);
- Abführen des Mahlprodukts (17) durch eine Abfuhröffnung (16) .
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze (10) und die zweite Walze (11) mit unterschiedlicher Geschwindigkeit
rotieren, bevorzugt in einem Geschwindigkeitsverhältnis von grösser 1.1 : 1, besonders bevorzugt von grösser 2 : 1.
3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der zwei Walzen (10; 11) als Profilwalze ausgebildet ist, insbesondere
mit zumindest einer abschnittsweisen Vertiefung (18) in der Walzenoberfläche (19),
wobei die abschnittsweise Vertiefung (18) insbesondere im Wesentlichen parallel zur
Längsachse der Profilwalze ausgebildet ist.
4. Verfahren gemäss Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil der Profilwalze im Wesentlichen selbstreinigend ausgebildet ist, insbesondere
zumindest während der Rotation der Profilwalze.
5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass anschliessend an die Vermahlung des Schüttguts (2) das Mahlprodukt (17) in eine Trennstufe
(14) gefördert wird zur Trennung in feineres Mahlprodukt (12) und gröberes Mahlprodukt
(13), wobei insbesondere das gröbere Mahlprodukt (13) in die Zufuhröffnung (15) zurückgefördert
wird.
6. Verfahren gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trennstufe (14) eine weitere Gutbettwalzenmühle (9) nachgeschaltet ist zum weiteren
Vermahlen des feineren Mahlprodukts (12) .
7. Gutbettwalzenmühle (9), insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens gemäss einem
der vorstehenden Ansprüche, umfassend eine erste Walze (10) und eine zweite Walze
(11), wobei zumindest eine der zwei Walzen (10; 11) als Profilwalze ausgebildet ist
mit zumindest einer abschnittsweisen Vertiefung (18) in der Walzenoberfläche (19),
insbesondere im Wesentlichen parallel zur Längsachse der Profilwalze, dadurch gekennzeichnet, dass die abschnittsweise Vertiefung (18) zumindest bei Rotation der Profilwalze selbstreinigend
ist.
8. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der zwei Walzen (10; 11) in einer Richtung (s) im Wesentlichen senkrecht
zur Rotationsrichtung einer der zwei Walzen (10; 11) beweglich gelagert ist zur Einstellung
eines Mahlspalts (d) zwischen den zwei Walzen (10, 11), wobei eine Dämpfung mittels
einer Dämpfungseinrichtung (26) bezüglich einer Auslenkung in Richtung (s) der Walze
einstellbar ist und/oder der Mahlspalt (d) fest einstellbar ist.
9. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine abschnittsweise Vertiefung (18) in Umfangsrichtung der Profilwalze
im Mittel eine Breite (b) im Bereich von 0.5 mm bis 20 mm, bevorzugt 2 mm bis 10 mm
und besonders bevorzugt von 4 mm bis 6 mm aufweist.
10. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine abschnittsweise Vertiefung (18) der Profilwalze in radialer Richtung
im Mittel eine Tiefe (t) im Bereich von 0.3 mm bis 10 mm, bevorzugt von 0.5 mm bis
5 mm und besonders bevorzugt von 0.7 mm bis 1.8 mm aufweist.
11. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenoberfläche (19) mit der zumindest einen abschnittsweisen Vertiefung (18)
der Profilwalze entlang eines Schnitts zwischen Walzenoberfläche und der Fläche der
Vertiefung, die die Walzenoberfläche schneidet, im Mittel einen Innenwinkel (a) von
100° bis 170°, bevorzugt von 120° bis 150° und besonders bevorzugt von 130° bis 140°
einschliesst.
12. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilwalze zumindest zwei in Umfangsrichtung voneinander beabstandete, abschnittsweise
Vertiefungen (18) aufweist, die in Umfangsrichtung einen mittleren Abstand (k) im
Bereich von 0.15 mm bis 10 mm, bevorzugt von 0.15 mm bis 5 mm und besonders bevorzugt
von 0.15 mm bis 0.5 mm aufweisen.
13. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die abschnittsweise Vertiefung (18) der Profilwalze einen ebenen Flächenabschnitt
(27), insbesondere im Wesentlichen senkrecht zum Radius der Profilwalze, aufweist.
14. Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze (10) und/oder die zweite Walze (11) einen Durchmesser (w) im Bereich
von 400 mm bis 1000 mm und bevorzugt von 600 mm bis 800 mm aufweisen.
15. Verwendung einer Gutbettwalzenmühle (9) gemäss einem der Ansprüche 7 bis 14 zur Herstellung
von Mehlen und/oder Griessen aus Getreide, Kakao, Sonnenblumenkernen und Reis oder
beliebigen Kombinationen daraus, insbesondere gemäss einem Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 6.