[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines porösen Werkzeugs aus
gebundenem Schleifmittel.
[0002] Werkzeuge aus gebundenem Schleifmittel finden in der Technik umfangreich Verwendung
zur Oberflächenbearbeitung. Solche Werkzeuge sind beispielsweise Schleifscheiben,
Schleifsegmente, Schleifstäbe oder Honsteine.
[0003] Zur Herstellung eines solchen Werkzeugs wird ein Schleifmittel (beispielsweise Korund,
Siliciumcarbid, Diamant oder CBN einer gewünschten Körnung) mit einem Bindemittel
(insbesondere einem keramischen Bindemittel), ggf. Additiven und temporären Klebstoffen
zu einer Mischung verarbeitet. Diese wird zu einem Grünkörper der gewünschten Form
verpresst. Der Grünkörper wird anschließend bei geeigneten Temperaturen getrocknet,
ggf. von Porenbildnern befreit und schließlich keramisch gebrannt.
[0004] Abhängig vom Einsatzzweck soll ein solches Werkzeug eine bestimmte Porosität, meist
auch eine bestimmte Porenform und - größe aufweisen. Es ist daher bekannt, der Mischung
einen Porenbildner (meist Naphthalin) zuzusetzen, der im Grünkörper entsprechende
Raumanteile einnimmt. Der Porenbildner wird durch Verdampfen, Sublimieren oder auch
durch Verbrennen entfernt. Dies kann während des Sintervorgangs oder in einem zeitlich
vorgelagerten Verfahrensschritt bei niedrigeren Temperaturen erfolgen. Insbesondere
Naphthalin kann bereits bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen entfernt werden,
nämlich durch Sublimation bei ca. 80°C. Weitere wichtige Vorteile des Naphthalins
sind die gute Mischbarkeit mit anderen Rezepturkomponenten sowie die sehr geringe
Rückfederung nach dem Pressen, wodurch Risse im Grünkörper vermieden werden. Schließlich
wird das Entfernen bei einer relativ niedrigen Temperatur ermöglicht, bei der ohnehin
der Schleifkörper getrocknet wird und andere Bestandteile der Schleifscheibenmischung,
wie z. B. Bindungskomponenten, noch nicht aktiviert werden.
[0005] Nachteilig an Naphthalin als Porenbildner sind dessen toxische und umweltgefährdende
Eigenschaften. Durch einen intensiven und typischen Eigengeruch belastet es die Fertigungsstätten
sowie über die Abluft auch die nähere Umgebung. Die Aufwändungen für Arbeits- Gesundheits-
und Umweltschutz dominieren die entsprechenden Fertigungsschritte im Herstellungsprozess.
Weiterhin vermag Naphthalin zusammen mit Luft explosionsfähige Gemische zu bilden.
Dementsprechend sind aufwändige und kostenintensive Sicherheitsvorkehrungen erforderlich.
[0006] Im Sinne einer Nachhaltigkeit und Ressourceneinsparung wäre es prinzipiell möglich,
Naphthalin durch Resublimation aufzubereiten und erneut zu verwenden. Dieses Verfahren
ist jedoch unwirtschaftlich, so dass es üblicherweise einer Nachverbrennung zugeführt
wird.
[0007] Aufgrund der gravierenden Nachteile des Naphthalins wurden zahlreiche Versuche unternommen,
dieses durch alternative Porenbildner zu ersetzen. Zum Einsatz kamen dabei beispielsweise
Granulate von Nussschalen oder von Kunststoffen, Dextrin, Zellulose, Kohle (Petrolkoks
oder Aktivkohle), Kakaopulver oder auch Wachse. Abgesehen vom Para-Dichlorbenzol,
welches ähnliche - positive wie negative - Eigenschaften wie Naphthalin aufweist,
weisen diese Alternativen, bezogen auf die unterschiedlichen Fertigungsschritte, erhebliche,
zum Teil mehrere der nachfolgend aufgeführten Nachteile auf:
- Stoffe lassen sich nicht homogen mit der restlichen Schleifkörpermasse vermischen
- Poröse Porenbildner, z.B. Aktivkohle, entziehen der Masse Feuchtigkeit, so dass sich
selbst bei einer kurzen Lagerzeit der Mischungen deren Beschaffenheit verändert
- Stoffe enthalten Eisenpartikel, die rotbraune, harte Flecken im gebrannten Schleifkörper
hinterlassen
- Stoffe wirken als Trennmittel mit der Folge, dass die hiermit gefertigten Grünlinge
keine ausreichende Rohbruchfestigkeit besitzen
- Stoffe bewirken eine Rückfederung nach der Formgebung.
[0008] Die Grünlinge zeigen unmittelbar nach dem Ausstoßen aus dem Formwerkzeug oder nach
kurzer Zeit Risse
- Schmelzfähige Stoffe können zwar durch Verdampfung der flüssigen Phase (also nicht
durch Sublimation) entfernt werden, jedoch sind hierzu deutlich höhere Temperaturen
als 80°C erforderlich. Ähnlich wie beim Naphthalin können sich dadurch explosionsfähige
Gemische bilden
- Die Möglichkeit des Verdampfens von Stoffen im Brennofen erfordert meist eine verlängerte
Haltezeit, welche die Produktivität der Brennanlage deutlich senken kann. Weiterhin
können sich bei diesem Verfahren explosionsfähige Gemische bilden sowie Mischungskomponenten
vorzeitig aktiviert werden.
- Das Verbrennen oder Zersetzen von Porenbildnern im Brennofen kann zu einer derart
intensiven Gasentwicklung führen, dass der noch nicht ausreichend feste Grünling während
des Brandes gesprengt wird.
- Das Verbrennen von Porenbildnern bewirkt eine zusätzliche Wärmeentwicklung, welche
eine lokale Abweichung von der Soll-Temperatur verursachen kann.
- Insbesondere bei voluminösen Schleifkörpern kann lokal ein Mangel an Sauerstoff bestehen
mit dem Ergebnis einer unvollständigen Verbrennung. Dadurch verbleiben im Schleifkörper
schwarze, kohlenstoffhaltige Reste, welche u. a. die Reinheit und die Schleifleistungen
des Schleifkörpers beeinträchtigen.
- Unabhängig von den Bedingungen des Trocknens und Brennens kann die Verwendung von
unterschiedlichen Porenbildnern zu veränderten Eigenschaften des Endproduktes führen.
So wiesen mit Naphthalin-Ersatzstoffen hergestellte Schleifkörper zum Teil mangelhafte
Schleifleistungen und herabgesetzte mechanische Festigkeiten auf.
[0009] In
EP 2 251 143 A1 wird ein Verfahren offenbart, das Wachs als Porenbildner einsetzt und dieses nach
Verflüssigung vor dem Brennprozess mittels eines Absorptionsmittels entzieht. Damit
werden viele der oben genannten Nachteile überwunden, jedoch ist keine vollständige
Entfernung des Wachses aus dem Grünkörper möglich. Entsprechend reagieren die verbleibenden
Restmengen während des Brennvorgangs exotherm und können ohne entsprechende Vorkehrungen
den Schleifkörper schädigen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bestimmte Porosität von Schleifkörpern
durch ein Verfahren zu erzeugen, das die oben genannten Nachteile überwindet. Maßgeblich
ist dabei die weitgehende Vermeidung von toxischen und umweltgefährdenden Risiken
ebenso wie teure und komplexe verfahrenstechnische Lösungen. Zugleich soll das Verfahren
für ein breites Spektrum an Schleifkörpern einsetzbar sein, ohne dass ein Verlust
an schleiftechnischer Leistung ebenso wie an mechanischer Festigkeit in Kauf genommen
werden muss.
[0011] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs aus gebundenem
Schleifmittel, mit den Schritten:
- a) Herstellen eines Grünkörpers enthaltend Schleifmittel, Bindemittel und einen organischen
Porenbildner;
- b) Erwärmen des Grünkörpers auf eine Temperatur bei oder über der Zersetzungstemperatur
des Porenbildners;
- c) Brennen des Grünkörpers zu einem Werkzeug aus gebundenem Schleifmittel.
[0012] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der organische Porenbildner ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus Dicarbonsäuren sowie Mischungen und Hydraten der Dicarbonsäuren.
[0013] Die hier verwendeten Begriffe "Werkzeug aus gebundenem Schleifmittel", "Schleifmittel",
"Bindemittel" sowie "Grünkörper" werden in der vorliegenden Anmeldung so verwendet,
wie sie dem Fachmann aus dem Stand der Technik geläufig sind.
[0014] Der Kern der Erfindung liegt in der Verwendung des erfindungsgemäß definierten Porenbildners,
der ohne Beeinträchtigung der strukturellen Integrität des Grünkörpers die Herstellung
einer definierten Porosität erlaubt. Die erfindungsgemäß eingesetzten Dicarbonsäuren
zersetzen sich beim Erwärmen in Zerfallsprodukte (insbesondere Wasser und/oder Kohlenmonoxid/Kohlendioxid),
der Zersetzungsprozess ist vorzugsweise endotherm und kann daher kontrolliert geführt
werden, ohne dass es durch exotherme Reaktionen zu einer lokalen Überwärmung des Grünkörpers
mit einer möglichen Beeinträchtigung dessen struktureller Integrität kommen kann.
[0015] Der Porenbildner ist bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Oxalsäure,
Malonsäure sowie Mischungen und Hydraten dieser Säuren. Besonders bevorzugt ist Oxalsäure.
[0016] Die Zersetzungstemperatur des Porenbildners liegt bevorzugt zwischen 70 und 400 °C.
Das Zersetzen des Porenbildners sowie das Entfernen der bevorzugt vollständigen oder
im Wesentlichen gasförmigen Zersetzungsprodukte können daher vor Erreichen der eigentlichen
Sintertemperatur des Grünkörpers erfolgen.
[0017] Der Porenbildner ist im festen Zustand bevorzugt plastisch verformbar und weist keine
oder nur eine geringe Rückfederung auf. Auf diese Art und Weise wird vermieden, dass
durch eine Rückfederung und damit verbundene Volumenvergrößerung des Porenbildners
der Grünkörper beschädigt wird.
[0018] In der Regel sollen Poren in dem Werkzeug möglichst homogen verteilt sein. Zu diesem
Zweck ist es erforderlich, den Porenbildner gleichfalls homogen mit den übrigen Mischungsbestandteilen
des Grünkörpers zu vermischen. Um hier eine unerwünschte Endmischung weitgehend zu
vermeiden, ist es bevorzugt, dass die Dichte des Porenbildners ähnlich der Dichte
der übrigen Bestandteile des Grünkörpers ist. Bevorzugt kann die Dichte des Porenbildners
zwischen 1,5 und 2 g/cm
3 liegen.
[0019] Der Anteil des Porenbildners am Gesamtgewicht des Grünkörpers kann erfindungsgemäß
bevorzugt zwischen 2 und 35 Gew.-%, weiter vorzugsweise 2 und 25 Gew.-%, weiter vorzugsweise
10 und 25 Gew.-% liegen.
[0020] Bei der endothermen Zersetzung von Dicarbonsäuren können signifikante Gasvolumina
frei werden. Um diese kontrolliert und ohne Beeinträchtigung des Grünkörpers freizusetzen,
kann es bevorzugt sein, das Erwärmen auf oder über die Zersetzungstemperatur des Porenbildners
mit einer definierten Temperaturführung vorzunehmen. Bevorzugt ist hier eine Aufheizrate
von 2 bis 40°C/h, weiter vorzugsweise 15 bis 25°C/h. Eine Aufheizrate im unteren Bereich
kann bevorzugt sein, wenn hohe Porenanteile wie beispielsweise > 55 Vol.-% vorliegen
sollen.
[0021] Erfindungsgemäß kann es vorgesehen sein, dass vor dem Erwärmen auf oder über die
Zersetzungstemperatur des Porenbildners zusätzlich ein Erwärmen auf eine Temperatur
unterhalb der Zersetzungstemperatur des Porenbildners, vorzugsweise 30 bis 50°C, erfolgt
und der Grünkörper bei dieser Temperatur für einen Zeitraum gehalten wird, der insbesondere
das Verdunsten flüchtiger Bestandteile wie Wasser oder Lösungsmittel erlaubt. Bevorzugt
liegt dieser Zeitraum zwischen 24 und 48 h.
[0022] Eine weitere Erläuterung der Erfindung erfolgt nachfolgend an Ausführungsbeispielen,
bei denen Oxalsäure als Porenbildner verwendet wird.
[0023] Die Einzelkomponenten werden vorzugsweise in der Reihenfolge Schleifkorn, fakultativer
Verformungshilfsstoff, Bindemittel und Porenbildner zusammengeführt und zu einer homogenen
Mischung vereinigt. Maßgeblich für die Homogenität der Verteilung des Porenbildners
und damit der Poren im Endprodukt sind jedoch nicht ausschließlich die Art und die
Dauer des Mischvorgangs. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass auch die Dichte des
Porenbildners im Verhältnis zur Dichte der übrigen Mischungskomponenten maßgeblichen
Einfluss auf die Homogenität der Mischung hat.
[0024] So weist Oxalsäure-Dihydrat im Gegensatz zu Naphthalin (1,14 g/cm
3) oder zu Wachs (0,9 g/cm
3) mit 1,65 g/cm
3 eine Dichte in der Größenordnung von wesentlichen Mischungsbestandteilen auf. Entsprechend
wurde bei den mit Oxalsäure hergestellten erfindungsgemäßen Schleifkörpern eine sehr
gleichmäßige Porenverteilung festgestellt. Wird die Oxalsäure vor der Verwendung dehydratisiert,
beträgt die Dichte reiner Oxalsäure 1,90 g/cm
3. Beim Trocknen von Oxalsäuredihydrat zu Oxalsäure beträgt der Gewichtsverlust (entferntes
Kristallwasser) 28,6 %.
[0025] Die Oberfläche des entsprechend Beispiel 1 erhaltenen Schleifkörpers wurde in 6 unterschiedliche
Kreissegmente von jeweils 60° aufgeteilt. Innerhalb dieser Segmente wurde jeweils
eine Fläche von 7 x 7 mm in einem inneren und einem äußeren Bereich des Kreissegments
ausgewählt und Anzahl der Poren in diesen Flächen ausgezählt. Dabei wurde bei allen
12 Flächen eine Abweichung von < 10% festgestellt bezogen auf die jeweils höchste
bzw. niedrigste festgestellt Porenanzahl.
[0026] Oxalsäure-Dihydrat ist im festen Zustand plastisch verformbar. Die plastische Verformbarkeit
verhindert weitgehend eine Rückfederung nach der Formgebung des Grünkörpers durch
Verpressen. Übliche Pressdrücke bei dieser Verformung können im Bereich von etwa 30
bis 220 bar (bevorzugt bezogen auf die Seitenfläche des herzustellenden Grünkörpers
bzw. Schleifkörper) liegen.
[0027] Eine starke Rückfederung, die auch die Dichte des gebrannten Schleifkörpers beeinflusst,
kann beispielsweise durch Risse im Grünkörper zu einer Schwächung der Festigkeit nach
der Entnahme aus der Presse oder nach dem Brand führen
[0028] Oxalsäure spaltet Hydratwasser ab ca. 80°C ab und zersetzt sich bei Temperaturen
ab ca. 150°C. Entsprechend erfolgt die Entfernung aus dem Grünkörper in einen Temperaturbereich
zwischen 80°C und 230°C. Zersetzung bedeutet, dass der Porenbildner unter Temperatureinwirkung
eine chemische Reaktion vollzieht, wobei mindestens zwei unterschiedliche Reaktionsprodukte
entstehen und diese überwiegend in gasförmigem Zustand aus dem Grünkörper entweichen.
[0029] Abweichend von den Porenbildnern nach dem Stand der Technik zersetzt sich die Oxalsäure
im Verlauf einer endothermen Reaktion. Tabelle 2 verdeutlicht des mit den Messwerten
der Thermowaage bzw. der Differenzialthermoanalyse.
[0030] Während bei den teilweise oder in Gänze oxidierten Porenbildnern wie z. B. Wachs
Energie in Form von Wärme frei wird und damit insbesondere in Teilbereichen des Schleifkörpers
die prozessoptimierte Temperaturführung beeinträchtigt, erfolgt die Zersetzung der
Oxalsäure als endothermer Prozess. Entsprechend ist die Homogenität der Temperaturverteilung
im Brennprozess in allen Phasen gewährleistet.
[0031] Nachteilig bei der Zersetzung der Oxalsäure, beispielsweise im Vergleich zur Sublimation
des Naphthalins, ist das Freiwerden erheblicher Gasvolumina. Diese können den Grünkörper
mechanisch schädigen, beispielsweise durch Mikrorisse, aber auch durch großflächige
Rissbildung oder strukturelle Aufwerfungen. In der Folge weisen derart vorgeschädigte
Schleifkörper nach dem Brennen nicht die geforderte Festigkeit auf und sind nicht
verwendungsfähig.
[0032] Dieser Nachteil der Oxalsäure als Porenbildner kann durch eine angepasste Temperaturführung,
vorzugsweise in einem mehrstufigen Prozess, überwunden werden. Dabei werden die verpressten
Grünkörper zunächst über einen Zeitraum von vorzugsweise 24 - 48 h einer Temperatur
zwischen ca. 30 und 50° C ausgesetzt. Diese beispielhaft genannte Temperaturführung
kann Verwendung finden beim Einsatz eines temporären Binders basierend auf Phenolharz
wie beispielsweise dem im nachfolgenden Beispiel 1 genannten temporären Binder (Verformungshilfsstoff)
PF0436SW13 der Firma Momentive. Dabei erfährt der Grünkörper bereits einen Gewichtsverlust
zwischen 2% und 10% durch das Verdunsten von flüchtigen Bestandteilen wie Wasser oder
Lösungsmittel.
[0033] In einem nachfolgenden Prozessschritt mit höheren Temperaturen erfolgt die Zersetzung
der Oxalsäure. Dieser kann separat oder als Teil des Brennvorganges erfolgen. Dabei
wird der Grünkörper bis zu einer Temperatur von 400° C mit einer Aufheizrate von 2°
C/h bis 40° C/h, vorzugsweise von 20° C/h erhitzt. Das sogenannte Entbindern kann
sowohl in einem separaten Trockenofen als auch direkt im Brennofen vor dem Brand erfolgen.
Im Rahmen der Erfindung kann es weiter bevorzugt sein, wenn die Aufheizraten während
des Entbinderns im kritischen Temperaturbereich 140-160° C (Zersetzungsbereich der
Oxalsäure) ≤ 10° C/h, weiter vorzugsweise ≤ 2° C/h betragen.
[0034] Eine Aufheizrate von < 20°C ist vorzugsweise bei Schleifkörpern mit Porenvolumen
> 55% zu wählen. Als Reaktionsprodukte werden hauptsächlich Wasser, Kohlendioxid und
Kohlenmonoxid frei. Das toxische Kohlenmonoxid wird wie alle freiwerdenden Gase beim
Trocknungs- und Brennprozess einer Nachverbrennung zugeleitet und in Kohlendioxid
übergeführt. Gleiches gilt für weitere Zersetzungsprodukte, die unter veränderten
Bedingungen entstehen können.
[0035] Die Zersetzung erfolgt zu etwa 98% Gew.-%. Die verbleibenden Anteile sind auf Verunreinigungen
der technischen Oxalsäure zurückzuführen, sind aber unerheblich für die Eigenschaften
des Endproduktes. Wird eine Oxalsäure sehr hoher Reinheit verwendet, so erfolgt eine
praktisch vollständige, rückstandsfreie Zersetzung.
[0036] Die im Verlauf des Verfahrens entstehenden Zersetzungsprodukte verhalten sich inert
gegenüber allen üblichen Rezepturkomponenten wie Schleifmittel und keramischen Bindemitteln.
[0037] Das im Verfahrenschritt c) genannte Brennen des Grünkörpers zu einem Schleifkörper
erfolgt wie im Stand der Technik üblich. Etwaige Restmengen von Porenbildner in dem
Grünkörper werden bei diesem Brennvorgang in der Regel verflüchtigt oder zersetzt.
[0038] Der Anteil des Porenbildners am Gesamtgewicht des Grünkörpers (nach dem Verpressen
und vor dem Entfernen des Porenbildners aus dem Grünkörper) liegt erfindungsgemäß
vorzugsweise zwischen 2 und 35 Gew.-%, weiter vorzugsweise 2 und 25 Gew.-%, weiter
vorzugsweise 2 und 20 Gew.-%.
[0039] Das Porenvolumen des Schleifkörpers kann eingestellt werden in einem Bereich von
30% bis 80% Gesamtporosität, wobei die mittlere Porengröße variieren kann zwischen
0,1 mm und 2,0 mm.
[0040] Oxalsäure-Dihydrat kann in der industriellen Verwendung unter Umständen Probleme
bereiten. Bei der Verarbeitung können Abrieb und Stäube entstehen, die einerseits
auf Grund des Säuregehaltes stark korrosiv auf Fertigungsanlagen wie z. B. Mischer
oder Pressformen wirken können und andererseits als eingeatmeter Feinstaub eine Reizwirkung
auf Schleimhäute ausüben können. Ebenfalls problematisch kann bei der Verwendung von
Oxalsäure-Dihydrat die Tatsache sein, dass bei erwärmen bei einer Temperatur von 100°C
Kristallwasser frei wird (diese Temperatur liegt deutlich unter der Zersetzungstemperatur
der Oxalsäure von 150°C). Diese Freisetzung von Kristallwasser birgt die Gefahr einer
Volumenänderung oder Rissbildung des Grünkörpers. Der Einsatz von getrockneter und
damit kristallwasserfreier Oxalsäure wiederum ist problematisch, da zum einen getrocknete
Oxalsäure hygroskopisch ist und zum anderen die Problematik des Arbeitsschutzes (Einatmen
von Stäuben) noch verstärkt wird.
[0041] Es kann daher erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Oxalsäure verfestigt wird,
damit bei der Handhabung, insbesondere beim Mischen, die Bildung von Feinstaub reduziert
wird. Eine solche Verfestigung der Oxalsäure kann durch mechanische Einwirkung wie
beispielsweise Verpressen oder Granulieren mittels eines Extruders erfolgen. Oxalsäure
kann auf diese Art und Weise beispielsweise granuliert oder in geeignete definierte
Form und Größe gebracht werden.
[0042] Es ist ferner möglich, die Verfestigung der Oxalsäure durch ein geeignetes Bindemittel
zu unterstützen. Ein solches Bindemittel kann dazu beitragen, dass das Granulat eine
hinreichende Festigkeit gegen Zerbrechen durch Druck und Scherbelastung aufweist.
Wird das Granulat getrocknet und Kristallwasser der Oxalsäure ausgetrieben, trägt
ein solches Bindemittel ferner dazu bei, eine erneute Wasseraufnahme zu vermeiden
oder zu vermindern.
[0043] Geeignete Bindemittel beim Verfestigen der Oxalsäure können beispielsweise Polyethylenglykole,
Polyvinylpyrrolidon oder auch Wachse sein. Beispielhaft genannt seien PEG6000 als
40 %ige wässrige Lösung oder eine wässrige Lösung von PVP (Polyvinylpyrrolidon), beispielsweise
eingesetzt als 15 bis 25 %ige PVP-Lösung.
[0044] Erfindungsgemäß ist es möglich, die Oxalsäure insgesamt mit einem solchen Bindemittel
zu mischen und zu verfestigen. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, die Oberfläche
von hergestellten Formkörpern der Oxalsäure zu ummanteln und ihnen damit eine zusätzliche
Festigkeit gegenüber Abrieb oder Wasserzutritt zu verleihen.
[0045] Erfindungsgemäß können bei der Herstellung des Grünkörpers Bindemittel eingesetzt
werden, die als temporäre Bindemittel (auch als Verformungshilfstoff bezeichnet) die
Schleifkörpermasse handhabbar und verformbar machen und den Grünkörper nach der Trocknung
bis zur Herstellung des Werkzeugs durch brennen des Grünkörpers eine hinreichende
Festigkeit verleihen.
[0046] Als solche temporäre Bindemittel sind im Stand der Technik insbesondere wasserlösliche
Klebstoffe, Dextrinlösungen, flüssige Phenolharze oder Wasserglas in Verwendung.
[0047] Beispiel für einen solchen Formungshilfstoff ist PF0436SW13 der Firma Momentive (temporärer
Binder auf Phenolharzbasis).
[0048] Beim Einsatz von dehydratisierter Oxalsäure als Porenbildner kann der Einsatz solcher
Verformungshilfstoffe auf Grund der mikroskopischen Eigenschaften der Oxalsäure zu
Problemen führen. Es kann dann vorteilhaft sein, Wachse als Verformungshilfstoffe
einzusetzen. Wachse haben als unpolare Substanzen den Vorteil, dass sie keine Eigenschaftsveränderungen
durch Kontakt mit Wasser zeigen. Ihre Eigenschaften bleiben somit unbeeinflusst durch
die Vorgänge des Mischens, Pressens und der Trocknung.
[0049] Der Begriff Wachs wird im Rahmen der Erfindung so verwendet wie definiert in
Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 6. Auflage, Band A39, Seite 135 ff. Besonders geeignet sind im Rahmen der Erfindung Wachse, die auch bei der Zersetzungstemperatur
von Oxalsäure (etwa 150°C) (der sogenannten Entbinderung) noch eine hinreichende Verfestigung
des Grünkörpers bewirken, so dass dieser während der sogenannten Entbinderung die
vorgesehene Form und Gestalt beibehält.
[0050] Besonders geeignete Wachse sind beispielsweise Zusoplast WE52 (Zschimmer & Schwarz,
56108 Lahnstein), verschiedene Wachse der Firma DEUREX GmbH, 06729 Elsteraue (beispielsweise
WX9820 (Polyolefin-Wachsemulsion), MP2120 (Polypropylenwachs), MA7020 (Ethylen-Stearamid-Wachs)).
[0051] Weiter geeignete Mittel sind die vorstehend bereits beschrieben Polyglykole. Sie
können nicht nur zum Binden bzw. Inertisieren der Oxalsäure, sondern auch als temporärer
Binder im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet werden.
Beispiele
[0052] Folgende Rohstoffe wurden in den Beispielen eingesetzt
Bakelite PF0436SW13
Momentive Specialty Chemical GmbH, Iserlohn
Deurex MP2120
Deurex Micro Technologies GmbH, Elsteraue
Edelkorund-weiß F60, F80
Treibacher Schleifmittel,
Oxalsäuredihydrat
Mudanjiang Fengda Chemicals Corp., Heilongjiang
Polyethylenglycol 300
Merck Schuchardt OHG, Hohenbrunn
Polyethylenglycol 6000
AppliChem GmbH, Darmstadt
Polyvinylpyrrolidone
Sigma-Aldrich Chemie GmbH, Steinheim
Siliciumcarbid-grün F240
Elektroschmelzwerk, Kempten
Vedex KD85
SEPT amyl s.r.o, Ostrava-Muglinov
Zusoplast WE52
Zschimmer & Schwarz, Lahnstein
[0053] Nachfolgend werden 3 Beispiele zur Granulierung von Oxalsäure mit einem Bindemittel
beschrieben. Es wurden folgende Ansätze hergestellt:
Zur Granulierung der Oxalsäure wurden folgende Ansätze hergestellt:
[0054]
- I. 100 g Oxalsäure-Dihydrat
28,4 g Sasolwachs
- Entspricht 40 % Sasolwachs (Feststoff) bezogen auf wasserfreie Oxalsäure
- II. 100 g Oxalsäure-Dihydrat 14,2 g Zusoplast WE52
- Entspricht 10,0 % Zusoplast (Feststoff) bezogen auf wasserfreie Oxalsäure
- III. 100 g Oxalsäure-Dihydrat 14,2 g Polyvinylpyrrolidone-Lösung (25 %ig)
- Entspricht 5,0 % PVP (Feststoff) bezogen auf wasserfreie Oxalsäure
[0055] Die Ansätze wurden in einem verschlossenen Kunststoffbehälter ca. 1 h lang im Taumelmischer
vermischt und anschließend noch einmal per Hand verrührt.
[0056] Danach wurde die pastöse Masse auf Siebe der maschenweiten 500 µm und 1000 µm gegeben
und mit einer Bürste und einem weichen Kunststoffschaber durch die Maschen gedrückt.
[0057] Die so erhaltenen Granulate wurden entsprechend der Trockenkurve aus Diagramm 1 (mind,
24 h bei 85 °C) getrocknet.
[0058] Beim Einsatz von Sasolwachs wurde die Masse vorab über 4 h auf 100 °C erhitzt, um
mit dem dann flüssigen Wachs die gewünschte pastöse Konsistenz der Mischung zu erreichen.
[0059] Es zeigte sich, dass so verpresste Oxalsäure bei Einwirkung auf Pressformstahl sowie
auf 100 Cr6 binnen 10 Tage bei Raumtemperatur keinerlei korrosive Wirkung auffiel.
Hingegen zeigte ein entsprechender Formkörper lediglich aus Oxalsäure-Dihydrat bereits
nach 48 h auf beide Stähle korrosive Eigenschaften. Die Figuren 1 und 2 zeigen die
Ergebnisse der geschilderten Korrosionsversuche.
[0060] Es wurden 9 Schleifkörper hergestellt. Die verwendeten Komponenten, die volumetrische
Schleifkörperzusammensetzung und physikalische Prüfwerte sind in der Tabelle 1 angegeben.
Die Probekörper 1 und 3 wurden folgendermaßen gefertigt:
[0061] In einen Labormischer des Typs "Kenwood Major" werden die Rezepturkomponenten in
der Reihenfolge Schleifmittel, Befeuchtungsmittel (flüssiges Phenolharz), Porenbildner
und Bindemittel eingebracht. Nach Zugabe einer zusätzlichen Komponente wird jeweils
die Masse 2 - 5 min vermischt, bis optisch die Homogenität der Masse wahrnehmbar wird.
[0062] Nach Zugabe aller Komponenten wird die Masse 15 min gemischt, durch ein Sieb Maschenweite
2000 µm gestrichen und in eine gehärtete Stahlform gegeben. Die Verpressung zum Grünkörper
erfolgt mit einer hydraulischen Presse bis auf das gewünschte Breitenmaß formschlüssig.
Dazu waren Drücke erforderlich von ca. 50 bar (Beispiel 2) bis ca. 80 bar (Beispiele
3).
[0063] Anschließend wurden die Schleifkörper getempert. Die Temperung erfolgte 24 h bei
30°C und weiteren 48 h bei 50°C. Unmittelbar danach (innerhalb von 12 h) wurden die
Probekörper im Brennofen aufgebaut und bei einer Maximaltemperatur von 950°C (Probekörper
1) bzw. 1250°C (Probekörper 3) gebrannt. Zu Beginn des keramischen Brandes, also während
der Phase des Austreibens der Oxalsäure wurde die Temperatur von Raumtemperatur bis
165 Grad C mit einer Aufheizrate von 3 K /h erhöht, Haltezeit 4 h. Anschließend Erhöhung
auf 400°C mit einer Aufheizrate von ca. 20°C/h erhöht.
[0064] Die Probekörper 2 und 5 wurden folgendermaßen gefertigt:
In einen Labormischer des Typs "Kenwood Major" werden die Rezepturkomponenten in der
Reihenfolge Schleifmittel, Befeuchtungsmittel (Wachsemulsion Zusoplast WE 58), Porenbildner
und Bindemittel eingebracht. Nach Zugabe einer zusätzlichen Komponente wird jeweils
die Masse 2 - 5 min vermischt, bis optisch die Homogenität der Masse wahrnehmbar wird.
[0065] Nach Zugabe aller Komponenten wird die Masse 15 min gemischt, durch ein Sieb Maschenweite
2000 µm gestrichen. Danach wird die Pressmasse 24 h bei 80°C getempert. Die so getrocknete
Pressmasse wird zum Grünkörper mit einer hydraulischen Presse bis auf das gewünschte
Breitenmaß formschlüssig gepresst. Dazu waren Drücke erforderlich von ca. 50 bar.
Anschließend wurden die Schleifkörper getempert. Die Temperung erfolgte in 2 Stufen.
Zuerst wurde der Grünkörper in 2 h auf 80°C erhitzt und dann mit 3°C/h bis auf 165°C
weiter erwärmt (Haltezeit 4 h). Bei dieser Temperung wird die Oxalsäure aus dem Grünling
entfernt. Danach wurden die Probekörper im Brennofen aufgebaut und bei einer Maximaltemperatur
von 950°C gebrannt.
[0066] Der Probekörper 4 (Vergleich nach dem Stand der Technik) wurde folgendermaßen gefertigt:
Eingabe und Mischen der Schleifkörperkomponenten erfolgen wie oben beschrieben. Die
dann erhaltene Masse wird durch ein Sieb der Maschenweite 2000 µm gestrichen. Die
Masse wird in eine Pressform gegeben und auf das gewünschte Breitenmaß gepresst. Der
Pressdruck liegt bei 15 bar.
[0067] Der Grünkörper wird auf eine Zelluloseunterlage aufgebracht und getempert bei 100
Grad C und über einen Zeitraum von 48 h. Dabei wird der das Wachs als Porenbildner
zu etwa 70% entzogen. Nach dem Abkühlen wird der Grünkörper bei ca. 1250 Grad C gebrannt.
[0068] Probekörper 6:
Verfahren wie bei Beispielen 2 und 5, jedoch ohne eine Temperung der Pressmasse.
[0069] Weiterhin wird abweichend der Grünkörper mit 4°C /h bis 90°C und weiter von 90°C
bis 165°C bei 2,5°C /h erwärmt. Die Haltezeit bei 165°C beträgt 4 h.
[0070] Probekörper 7, 8 und 9:
Verfahren wie bei Beispielen 2 und 5, jedoch ohne eine Temperung der Pressmasse.
[0071] Weiterhin wird abweichend der Grünkörper mit 20°C /h bis 140°C und weiter von 140°C
bis 165°C bei 2,5°C /h erwärmt. Die Haltezeit bei 165°C beträgt 4 h.
[0072] Unmittelbar danach wurden die Probekörper im Brennofen aufgebaut und bei einer Maximaltemperatur
von 950°C gebrannt. Zu Beginn des keramischen Brandes, also während der Phase des
Austreibens der Oxalsäure wurde die Temperatur von Raumtemperatur bis 400°C mit einer
Aufheizrate von ca. 20°C/h erhöht.

Durchführung von Schleifversuchen
[0073] Die Testschleifkörper entsprechen den Beispielen 3 und 4, wobei es sich bei Beispiel
3 um einen erfindungsgemäßen Schleifkörper und bei Beispiel 4 um einen Schleifkörper
nach dem Stand der Technik entsprechend
EP 2 251143 A1 handelt.
[0074] Der E-Modul und die Dichte unterscheiden sich nur geringfügig. Die Unterschiede liegen
aber innerhalb der üblichen Fertigungstoleranzen. Die Schleifkörper wurden einen Schleiftest
mit folgenden Versuchsparametern unterzogen:
| Schleifmaschine |
Blohm HSF 6 mit integrierter Kraftmesseinheit |
| Werkstückfläche (Breite x Länge) ]mm] |
10 x 100 |
| Werkstückstoff |
100Cr6 |
| Werkstückhärte [HRC] |
60 +/- 1 |
| Schleifgeschwindigkeit [m/s] |
33 |
| Werkstückgeschwindigkeit [m/min] |
20 |
| Zustellung pro Hub [µm] |
20 |
| Kühlschmierstoff |
Unimet AS 220 R5 % |
| Abrichtwerkzeug |
CVD-Blattabrichter |
| Messung der Tangential- und Normalkräfte |
kontinuierlich |
[0075] Diagramm 1 zeigt den Verlauf der Schleifnormalkräfte. Die erfindungsgemäß hergestellte
Schleifscheibe zeichnet im Vergleich zur Scheibe nach dem Stand der Technik durch
deutliche niedrigere Normalschleifkräfte aus.

1. Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs aus gebundenem Schleifmittel, mit den Schritten:
a) Herstellen eines Grünkörpers enthaltend Schleifmittel, Bindemittel und einen organischen
Porenbildner;
b) Erwärmen des Grünkörpers auf eine Temperatur bei oder über der Zersetzungstemperatur
des Porenbildners;
c) Brennen des Grünkörpers zu einem Werkzeug aus gebundenem Schleifmittel;
dadurch gekennzeichnet, dass der organische Porenbildner ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Dicarbonsäuren
sowie Mischungen und Hydraten der Dicarbonsäuren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Porenbildner ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Oxalsäure, Malonsäure
sowie Mischungen und Hydraten dieser Säuren.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung des Porenbildners in einer endothermen Reaktion erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Porenbildner eine Zersetzungstemperatur zwischen 70 und 400°C aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzungsprodukte des Porenbildners vollständig oder im Wesentlichen gasförmig
sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Porenbildner im festen Zustand plastisch verformbar ist und keine oder nur eine
geringe Rückfederung aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichte des Porenbildners ähnlich der Dichte der übrigen Bestandteile des Grünkörpers
ist, vorzugsweise zwischen 1,5 und 2 g/cm3 liegt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Porenbildners am Gesamtgewicht des Grünkörpers in Schritt a) des Anspruchs
1 zwischen 2 und 35 Gew.-%, vorzugsweise 2 und 25 Gew.-%, weiter vorzugsweise 10 und
25 Gew.-% liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Erwärmen in Schritt b) des Anspruchs 1 mit einer Aufheizrate von 2 bis 40°C/h,
vorzugsweise 15 bis 25°C/h erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Erwärmen in Schritt b) des Anspruchs 1 zusätzlich ein Erwärmen auf eine Temperatur
unterhalb der Zersetzungstemperatur des Porenbildners, vorzugsweise 30 bis 50°C, erfolgt
und der Grünkörper bei dieser Temperatur vorzugsweise für 24 bis 48 h gehalten wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Herstellen des Grünkörpers ein zusätzlicher Verformungshilfsstoff eingesetzt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungshilfsstoff ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Polyglykolen
und Wachsen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicarbonsäuren in einem dem Schritt a) des Anspruchs 1 vorgelagerten Schritt
verfestigt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfestigen durch Verpressen oder Granulieren erfolgt, bevorzugt unter Einsatz
eines Bindemittels, das weiter bevorzugt ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
Polyglykolen, Polyvinylpyrrolidonen und Wachsen.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfestigen durch Verpressen oder Granulieren erfolgt unter Einsatz eines Bindemittels,
das auch als zusätzlicher Verformungshilfsstoff eingesetzt wird.