[0001] Die Erfindung betrifft ein Meißelwerkzeug gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Meißelwerkzeuge der in Rede stehenden Art sind mit einem Meißelkopf, einem Meißelschaft
und einem Einsteckende ausgestattet, die entlang einer Meißellängsachse hintereinander
angeordnet sind. Der Meißelkopf weist an seinem freien axialen Ende eine Meißelschneide
auf, die für den Materialabtrag verantwortlich ist. Derartige Meißelwerkzeuge finden
in erster Linie als Gesteinsmeißel Anwendung.
[0003] Üblicherweise ist das Einsteckende des Meißelwerkzeugs dafür ausgelegt, in das Futter
eines Bohrhammers, eines Meißelhammers o. dgl. eingesetzt zu werden. Hierfür ist das
Einsteckende dann mit einer SDS-Plus-Schnittstelle, einer SDS-Max-Schnittstelle o.
dgl. ausgestattet.
[0004] Das bekannte Meißelwerkzeug (
DE 100 57 124 A1), von dem die Erfindung ausgeht, weist den obigen grundsätzlichen Aufbau auf. Das
bekannte Meißelwerkzeug lässt sich als Spitzmeißel mit einer spitz zulaufenden Schneide
oder als Flach- bzw. Spatmeißelwerkzeug mit entsprechend flacher Meißelschneide ausbilden.
[0005] Jedes Meißelwerkzeug ist einem gewissen Werkzeugverschleiß unterworfen, der auf den
Meißeleingriff zwischen der Meißelschneide und dem zu meißelnden Material zurückgeht.
Der Werkzeugverschleiß äußert sich in einer plastischen Verformung der Meißelschneide,
vor allem aber in einem Abtrag von Werkzeugmaterial im Bereich der Meißelschneide.
Mit dem Meißelbetrieb geht entsprechend eine fortlaufende Verkürzung des Meißelwerkzeugs
einher.
[0006] Um zu gewährleisten, dass trotz des obigen Werkzeugverschleißes gute Abtragsleistungen
erzielt werden, kann bei dem bekannten Meißelwerkzeug auf ein regelmäßiges Nachschleifen
nicht verzichtet werden. Dies ist mit einem erheblichen Zeit- und Personaleinsatz
verbunden, was letztlich zu erheblichen, dem Meißelwerkzeug zuzurechnenden Betriebskosten
führt.
[0007] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das bekannte Meißelwerkzeug derart auszugestalten
und weiterzubilden, dass die dem Meißelwerkzeug zuzurechnenden Betriebskosten reduziert
werden.
[0008] Das obige Problem wird bei einem Meißelwerkzeug gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0009] Der vorschlagsgemäßen Lösung liegt die grundsätzliche Überlegung zugrunde, den Meißelkopf
mit mindestens einer Ersatzschneide auszustatten, die nach einem gewissen Werkzeugverschleiß
die Funktion der Meißelschneide zumindest zum Teil ersetzt.
[0010] Im Einzelnen bildet der Meißelkopf axial versetzt zu der Meißelschneide mindestens
eine Ersatzschneide aus, die durch den auf den Werkzeugverschleiß zurückgehenden Abtrag
von Werkzeugmaterial freigelegt wird und dann zumindest einen Teil der Meißelschneide
ersetzt. Der Begriff "axial" ist vorliegend stets auf die Meißellängsachse bezogen.
[0011] Mit "Freilegen" der Ersatzschneide ist hier ganz allgemein gemeint, dass die Ersatzschneide
im freigelegten Zustand zumindest einen Teil der Kontaktfläche des Meißelwerkzeugs
zu dem zu meißelnden Material bildet.
[0012] Mit der vorschlagsgemäßen Lösung lässt sich erreichen, dass mit dem Werkzeugverschleiß
der Ersatz der originären Meißelschneide durch die mindestens eine Ersatzschneide
automatisch einhergeht, so dass dann die Ersatzschneide zumindest einen Teil der Meißelschneide,
vorzugsweise die gesamte Meißelschneide, bereitstellt.
[0013] Der die Ersatzschneide freilegende Werkzeugverschleiß kann grundsätzlich ausschließlich
auf einen Abriebvorgang am Meißelkpof zurückgehen. Vorzugsweise geht der die Ersatzschneide
freilegende Werkzeugverschleiß aber teilweise auf einen Abriebvorgang und teilweise
auf einen Bruchvorgang am Meißelkopf zurück (Anspruch 2). Durch eine geeignete Auslegung
der mechanischen Struktur des Meißelkopfes läßt sich das Freilegen der Ersatzschneiden
dann besonders genau einstellen.
[0014] Im einfachsten Fall schließen sich an die originäre Meißelschneide eine Reihe von
Ersatzschneiden an, wobei die originäre Meißelschneide und die Ersatzschneiden entlang
der Meißellängsachse hintereinander angeordnet sind. Vorzugsweise sind die originäre
Meißelschneide und die Ersatzschneiden entlang der Meißellängsachse unmittelbar hintereinander
angeordnet. Dabei bildet jede Ersatzschneide in einem Querschnitt parallel zur Meißellängsachse
eine Verjüngung aus, die nach dem Freilegen der entsprechenden Ersatzschneide zumindest
einen Teil der Meißelschneide bildet.
[0015] Die obigen Verjüngungen führen aber auch zu einer mechanischen Schwächung des Meißelwerkzeugs,
so dass bei der besonders bevorzugten Ausgestaltung gemäß Anspruch 3 eine Verstärkungsstruktur
zur Verstärkung des Meißelwerkzeugs, hier und vorzugsweise eines Übergangsbereichs
zwischen den jeweiligen Schneiden, vorgesehen ist.
[0016] Bei den weiter bevorzugten Ausgestaltungen gemäß Anspruch 10 handelt es sich bei
dem in Rede stehenden Meißelwerkzeug um einen Flachmeißel oder einen Spatmeißel. Diese
Variante lässt sich leicht herstellen und gewährleistet gleichzeitig eine besonders
hohe mechanische Stabilität.
[0017] Bei der ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung gemäß Anspruch 13 ist es vorgesehen,
dass das Meißelwerkzeug als Spitzmeißel ausgestaltet ist. Bei einer weiter bevorzugten
Ausgestaltung gemäß Anspruch 13 fassen die Verstärkungsteile die hier und vorzugsweise
pyramidenförmigen Ersatzschneiden an den Seitenkanten der jeweiligen Pyramidenform
ein. Mit dieser Struktur lassen sich mit besonders geringem Einsatz von Werkzeugmaterial
überraschend gute Ergebnisse hinsichtlich der mechanischen Stabilität erreichen.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform eines vorschlagsgemäßen Meißelwerkzeugs in einer perspektivischen
Ansicht,
- Fig. 2
- das Meißelwerkzeug gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht und in diversen Schnittansichten,
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform eines vorschlagsgemäßen Meißelwerkzeugs in einer perspektivischen
Ansicht,
- Fig. 4
- das Meißelwerkzeug gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht und in diversen Schnittansichten,
- Fig. 5
- verschiedene Varianten für die Auslegung von Ersatzschneiden, die auf die Meißelwerkzeuge
gemäß Fig. 1 bis 4 Anwendung finden können,
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform eines vorschlagsgemäßen Meißelwerkzeugs in einer perspektivischen
Ansicht,
- Fig. 7
- das Meißelwerkzeug gemäß Fig. 6 in einer Seitenansicht und in diversen Schnittansichten,
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsform eines vorschlagsgemäßen Gesteinswerkzeugs in einer perspektivischen
Ansicht und
- Fig. 9
- das Gesteinswerkzeug gemäß Fig. 8 in einer Seitenansicht und in diversen Schnittansichten.
[0019] Es darf vorausgeschickt werden, dass die vorschlagsgemäße Lösung auf alle denkbaren
Arten von Meißelwerkzeugen anwendbar ist. Die Zeichnungen zeigen bevorzugte Varianten
für einen Spatmeißel (Fig. 1 bis 5) einerseits und bevorzugte Varianten für einen
Spitzmeißel (Fig. 6 bis 9) andererseits. Dies ist jedoch nicht beschränkend zu verstehen.
[0020] Die dargestellten Meißelwerkzeuge weisen einen Meißelkopf 1, einen Meißelschaft 2
und ein Einsteckende 3 auf, die entlang einer Meißellängsachse 4 hintereinander angeordnet
sind. Der Meißelkopf 1 ist an seinem freien axialen Ende mit einer Meißelschneide
5 ausgestattet, die den Meißeleingriff mit dem zu meißelnden Material bestimmt.
[0021] Der weiter oben angesprochene Werkzeugverschleiß führt unter anderem zu einem Abtrag
von Werkzeugmaterial, üblicherweise des Werkzeugstahls, so dass die Position der Meißelschneide
5 stetig entgegen der Meißelrichtung 6 "wandert", das Meißelwerkzeug also gekürzt
wird.
[0022] Vorschlagsgemäß wird das obige "Wandern" der Meißelschneide 5 ausgenutzt, um einen
selbsttätigen und kontinuierlichen Ersatz einer stumpfen Meißelschneide 5 gegen eine
noch zu erläuternde Ersatzschneide 7 zu bewerkstelligen. Hierfür bildet der Meißelkopf
1 axial versetzt zu der Meißelschneide 5 mindestens eine Ersatzschneide 7, in Fig.
2 insgesamt sechs Ersatzschneiden 7a-f, aus, wobei die Ersatzschneiden 7 bei noch
unbenutztem Meißelwerkzeug, also im originären Zustand, nicht freigelegt sind und
sich innerhalb des Meißelkopfes 1 befinden. Die Ersatzschneiden 7 sind hier und vorzugsweise
in einem parallel zu der Meißellängsachse 4 verlaufenden Querschnitt im Wesentlichen
keilförmig ausgestaltet.
[0023] Erst durch den auf den Werkzeugverschleiß zurückgehenden Abtrag von Werkzeugmaterial
werden die Ersatzschneiden 7 nacheinander freigelegt, wobei jeweils die gerade freigelegte
Ersatzschneide 7 die originäre Meißelschneide 5 jedenfalls zum Teil ersetzt. Die Form
der originären Meißelschneide 5 ist der Ansicht A in den Fig. 2 und 4 zu entnehmen.
[0024] Es lässt sich den Darstellungen in den Fig. 1 bis 5 entnehmen, dass die Ersatzschneiden
7 die originäre Meißelschneide 5 hier jeweils nur zum Teil ersetzen, nämlich in einem
mittleren Bereich des Meißelwerkzeugs.
[0025] Im Einzelnen bewirkt der Meißelbetrieb durch die Beaufschlagung des Meißelwerkzeugs
in Meißelrichtung 6 zunächst den verschleißbedingten Abtrag von Werkzeugmaterial im
Bereich der originären Meißelschneide 5, die in den Darstellungen gemäß den Fig. 2,
4, 7 und 9 jeweils gut zu erkennen ist.
[0026] Der obige Werkzeugverschleiß führt zunächst dazu, dass sich die Kontaktfläche der
Meißelschneide 5 vergrößert, die Meißelschneide 5 wird stumpfer.
[0027] Bei fortschreitendem Werkzeugverschleiß setzt sich der Abtrag von Werkzeugmaterial
fort, bis die Ersatzschneide 7a freigelegt wird. Die Kontaktfläche zwischen Meißelwerkzeug
und dem zu meißelnden Material wird damit reduziert, das Meißelwerkzeug wird entsprechend
schärfer.
[0028] Im weiteren Meißelbetrieb wirkt die Ersatzschneide 7a dann selbst als Meißelschneide
5, die wie oben verschleißt, bis die zweite Ersatzschneide 7b freigelegt wird. Dies
geht wiederum mit einer entsprechenden Schärfung des Meißelwerkzeugs einher.
[0029] Die obige Betriebsweise des vorschlagsgemäßen Meißelwerkzeugs setzt sich nacheinander
für alle Ersatzschneiden 7 entsprechend fort.
[0030] Der das Freilegen der jeweiligen Ersatzschneide 7 verursachende Werkzeugverschleiß
kann grundsätzlich ausschließlich auf einen Abriebvorgang am Meißelkopf 1 zurückgehen,
was eine hohe Kontinuität beim Freilegen gewährleistet. In besonders bevorzugter Ausgestaltung
ist es allerdings vorgesehen, dass der das Freilegen der Ersatzschneide 7 verursachende
Werkzeugverschleiß nur teilweise auf einen Abriebvorgang und teilweise auch auf einen
Bruchvorgang am Meißelkopf 1 zurückgeht. Wie oben angedeutet, lässt sich das Freilegen
dann durch eine entsprechende konstruktive Auslegung genau steuern.
[0031] Um den obigen Effekt der Selbstschärfung zu verstärken, ist es wünschenswert, die
Ersatzschneiden 7 jeweils so scharf wie möglich auszugestalten. Dies bedeutet, dass
die Verbindungsstelle der Ersatzschneiden 7 zu der jeweils vorgelagerten Schneide
5, 7 mechanisch entsprechend schwach ausgebildet ist. Die Schwächung des Meißelkopfs
1 im Bereich der Ersatzschneiden 7 lässt sich am besten den Schnittdarstellungen B-B
in den Fig. 2 und 4 entnehmen. Vor diesem Hintergrund ist eine Verstärkungsstruktur
8 zur Verstärkung des Meißelkopfes 1, hier und vorzugsweise jeweils des axialen Übergangsbereichs
zwischen zwei Schneiden 5, 7, vorgesehen. Entsprechend verläuft die Verstärkungsstruktur
8 vorzugsweise im Wesentlichen axial und vorzugsweise benachbart zu einem Bereich
zwischen zwei Schneiden 5, 7. Hier und vorzugsweise verläuft die Verstärkungsstruktur
8 im Wesentlichen über den gesamten Meißelkopf 1 entlang der Meißellängsachse 4.
[0032] Bei den dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispielen weist die Verstärkungsstruktur
8 mindestens zwei axial verlaufende Verstärkungsteile 9a-d auf, die die mindestens
eine Ersatzschneide 7 seitlich einfassen. Wesentlich ist bei allen dargestellten Ausführungsformen,
dass zumindest ein Teil der Verstärkungsteile 9a-d länglich ausgestaltet sind.
[0033] Im Sinne einer besonders kompakten Struktur ist es bei allen Ausführungsbeispielen
vorgesehen, dass sich zumindest ein Teil der Verstärkungsteile 9 axial bis hin zu
der originären Meißelschneide 5 erstrecken. Um zu vermeiden, dass die Verstärkungsteile
9 den Meißelbetrieb behindern, ist es weiter vorzugsweise so, dass sich die Verstärkungsteile
9a, 9b zumindest abschnittsweise zu der originären Meißelschneide 5 hin verjüngen.
Dies ist bei dem in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils durch
einen Verjüngungsbereich 10 umgesetzt worden. Denkbar ist aber auch, dass sich die
Verstärkungsteile 9a-d zumindest abschnittsweise zu dem Einsteckende 3 hin verjüngen,
wie in den noch zu erläuternden Fig. 6 und 7 gezeigt ist.
[0034] Bei dem in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind mehrere Verjürigungsbereiche
10 vorgesehen. Ein Vergleich der Schnittansichten B-B in den Fig. 2 und 4 zeigt, dass
die Behinderung des Meißelfortschritts durch die in Fig. 2 gezeigten Verstärkungsteile
9 bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform weitgehend wegfällt.
[0035] Es lässt sich am besten der Schnittdarstellung D-D in Fig. 2 entnehmen, dass die
Verstärkungsteile 9a, 9b hier und vorzugsweise im Wesentlichen stangenartig, insbesondere
zylinderförmig ausgestaltet sind. Denkbar ist aber auch, dass die Verstärkungsteile
9a, 9b hiervon abweichend, insbesondere quaderförmig, ausgestaltet sind. Denkbar ist
aber auch die Realisierung rippenförmiger Verstärkungsteile 9e-h, wie in den noch
zu erläuternden Fig. 6 bis 9 gezeigt ist.
[0036] Bei der Ausgestaltung des Meißelwerkzeugs als Spat- oder Flachmeißel kann es je nach
Anwendungsfall vorgesehen sein, dass die Verstärkungteile 9a, 9b senkrecht zur Flachseite
des Meißelwerkzeugs eine Breite aufweisen, die kleiner, gleich oder größer als die
entsprechende Breite der dazwischenliegenden Ersatzschneiden 7 ist.
[0037] Bei geeigneter Auslegung der Verstärkungsstruktur 8 ist es sogar möglich, im Bereich
zwischen zwei Schneiden 5, 7 eine nicht dargestellte Ausnehmung vorzusehen, so dass
die Ersatzschneide 7 auf einfache Weise besonders scharf ausgebildet sein kann. Vor
dem Hintergrund einer der jeweiligen Ersatzschneide 7 axial vorgelagerten Ausnehmung
ist die obige Formulierung "Freilegen der Erdsatzschneide" entsprechend weit auszulegen.
[0038] Interessant bei dem in den Fig. 3 und 4 dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist die Tatsache, dass die Verstärkungsteile 9a, 9b selbst zusätzliche Ersatzschneiden
11 a-f bilden, die wie die oben erläuterten Ersatzschneiden 7a-f nacheinander freigelegt
werden und dann einen Teil der originären Meißelschneide 5 ersetzen. Besonders vorteilhaft
ist dabei die Tatsache, dass die Behinderung des Meißelbetriebs durch die Verstärkungsteile
9 wie oben angesprochen ganz erheblich reduziert werden kann.
[0039] Eine weiter bevorzugte und hier nicht dargestellte Variante sieht vor, dass die zusätzlichen
Ersatzschneiden 11 zu den von den Verstärkungsteilen 9 eingefassten Ersatzschneiden
7 axial versetzt angeordnet sind. Damit lässt sich einerseits ein guter Meißelfortschritt
und andererseits eine hohe mechanische Stabilität erreichen.
[0040] Um eine Änderung der Meißelcharakteristik auch im Zuge einer obigen Selbstschärfung
weitestmöglich zu verhindern, entspricht die Formgebung der mindestens einen Ersatzschneide
7 zumindest teilweise im Wesentlichen der Formgebung der originären Meißelschneide
5. Dies ist bei allen dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispielen
umgesetzt worden.
[0041] Die Meißelschneide 5 und die mindestens eine Ersatzschneide 7 laufen bei allen dargestellten
Ausführungsformen zu dem freien Ende des Meißelkopfes 1 hin im Wesentlichen spitz
zu, wobei hier und vorzugsweise die Meißelschneide 5 und die mindestens eine Ersatzschneide
7 in einem dem freien Ende des Meißelkopfes 1 zugewandten, axialen Bereich der Meißelschneide
5 spitzer zulaufen als in dem übrigen axialen Bereich der Meißelschneide 5. Die Meißelschneide
5 und die mindestens eine Ersatzschneide 7 sind gewissermaßen angespitzt.
[0042] Es lässt sich der Zeichnung ferner entnehmen, dass bei den dargestellten Ausführungsbeispielen
mehrere Ersatzschneiden 7 vorgesehen sind, die axial hintereinander angeordnet sind,
wobei weiter vorzugsweise der Meißelkopf 1 im Bereich der Ersatzschneiden 7 in einem
Querschnitt parallel zu der Meißellängsachse 4 im Wesentlichen sägezahnartig ausgestaltet
ist. Damit ist sichergestellt, dass einer Schneide 5, 7 unmittelbar eine Ersatzschneide
7 folgt, ohne dass irgendwelche "stumpfen" Zwischenabschnitte zwischengeschaltet sind.
Die sägezahnartige Ausgestaltung kann einseitig oder, wie dargestellt, beidseitig
vorgesehen sein.
[0043] Fig. 4 zeigt weiter, dass dort die Verstärkungsteile 9 im Querschnitt parallel zu
der Meißellängsachse 4 ebenfalls sägezahnartig ausgestaltet sind, was letztlich auf
die Realisierung der zusätzlichen Ersatzschneiden 11 zurückgeht. Dabei zeigt sich
die Sägezahnstruktur an den flachen Vorder- und Rückseiten des Meißelwerkzeugs. Denkbar
ist aber auch, dass die freien Seitenflächen der Verstärkungsteile 9 mit einer Sägezahnstruktur
ausgestattet sind.
[0044] Bei allen obigen Sägezahnstrukturen kann es grundsätzlich vorgesehen sein, dass die
Sägezahnstrukturen kantig oder jedenfalls zum Teil abgerundet ausgestaltet sind. So
kann eine Optimierung im Hinblick auf mögliche Keilwirkungen vorgenommen werden.
[0045] Bei den in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispielen ist das Meißelwerkzeug
als Spatmeißel ausgestaltet. Dabei ist es vorzugsweise so, dass die originäre Meißelschneide
5 im Wesentlichen quer zu der Meißellängsachse 4, hier und vorzugsweise sogar geradlinig,
verläuft.
[0046] Entsprechend verlaufen auch die Ersatzschneiden 7 im Wesentlichen quer zu der Meißellängsachse
4, hier und vorzugsweise ist auch ein im Wesentlichen geradliniger Verlauf der Ersatzschneiden
7 vorgesehen. Dies entspricht dem obigen Vorschlag, die Formgebung der Ersatzschneiden
7 an die Formgebung der originären Meißelschneide 5 anzupassen.
[0047] Für die Formgebung der Ersatzschneiden 7 sind zahlreiche vorteilhafte Varianten denkbar.
Für die Ausgestaltung des Meißelwerkzeugs als Spatmeißel ist dies in Fig. 5a-e gezeigt.
[0048] Fig. 5a zeigt beispielsweise, dass die Ersatzschneiden 7 in Meißelrichtung 6 konvex
verlaufen. Mit der Formulierung "in Meißelrichtung konvex" ist gemeint, dass die konvexe
Auswölbung in Meißelrichtung 6 vorgesehen ist. Es kann aber auch umgekehrt vorgesehen
sein, dass die Ersatzschneiden 7 entgegen der Meißelrichtung 6 konvex verlaufen. Dies
ist in Fig. 5b gezeigt.
[0049] Bei der weiter bevorzugten Ausgestaltung gemäß Fig. 5c sind die Ersatzschneiden 7
gegenüber einer quer zu der Meißellängsachse 4 verlaufenden Referenzachse angestellt.
Der Anstellwinkel ϕ liegt hier und vorzugsweise in einem Bereich zwischen 25° und
55°, insbesondere bei etwa 40°. Die hierdurch entstehende Asymmetrie kann eine besonders
vorteilhafte Wirkung im Hinblick auf eine Schwingungsreduzierung mit sich bringen.
[0050] Denkbar ist auch, dass die Ersatzschneiden 7 in Meißelrichtung 6 (Fig. 5d) oder entgegen
der Meißelrichtung 6 (Fig. 5e) pfeilförmig ausgestaltet sind. Je nach zu meißelndem
Material lässt sich hiermit der Meißelfortschritt optimieren.
[0051] Es darf darauf hingewiesen werden, dass die in Fig. 5 gezeigten Varianten für die
Formgebung der Ersatzschneiden 7 jeweils auch nur auf einen Teil der jeweiligen Ersatzschneiden
7 Anwendung finden können.
[0052] Bei den in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispielen sind jeweils Verstärkungsstrukturen
8 dargestellt, die sich in Versuchen als besonders vorteilhaft herausgestellt haben.
Dabei ist es so, dass die beiden axial verlaufenden Verstärkungsteile 9a, 9b die Ersatzschneiden
7 jeweils endseitig einfassen. Die beiden Verstärkungsteile 9a, 9b verlaufen hier
und vorzugsweise parallel zueinander und parallel zu der Meißellängsachse 4.
[0053] Grundsätzlich kann die Breite des Meißelkopfes 1 senkrecht zu der Flachseite des
Meißelkopfes 1 entlang der Meißellängsachse 1 im Wesentlichen konstant vorgesehen
sein. Hier und vorzugsweise ist es allerdings so, dass die Breite des Meißelkopfes
1, insbesondere der Ersatzschneiden 7 und/oder der Verstärkungsteile 9, entgegen der
Meißelrichtung 6 ansteigt, was zu einer hohen mechanischen Stabilität in Meißelrichtung
6 führt.
[0054] Bei den in den Fig. 6 bis 9 dargestellten, weiter bevorzugten Ausgestaltungen ist
das vorschlagsgemäße Meißelwerkzeug als Spitzmeißel ausgestaltet. Dabei ist in besonders
bevorzugter Ausgestaltung die originäre Meißelschneide 5 im Wesentlichen kegelförmig,
hier und vorzugsweise pyramidenförmig ausgestaltet. Bei den dargestellten und insoweit
bevorzugten Ausgestaltungen folgt die in den Fig. 6 und 7 dargestellte, originäre
Meißelschneide 5 einer Pyramidenform mit im Wesentlichen viereckiger Grundfläche.
Denkbar sind Pyramidenformen mit einer weitgehend beliebigen Anzahl von Ecken in der
Grundfläche.
[0055] Bei beiden in den Fig. 6, 7 und 8, 9 dargestellten Fällen handelt es sich jeweils
nicht um eine ideale Pyramidenform, sondern um eine angenäherte Pyramidenform. Insoweit
ist der Begriff "Pyramidenform" weit zu verstehen. Beispielsweise können die Seitenflächen
der Pyramidenform auch im Wesentlichen konkav ausgestaltetet sein.
[0056] Interessant ist nun, dass im Sinne der einheitlichen Formgebung von originärer Meißelschneide
5 und Ersatzschneiden 7 die Ersatzschneiden 7 ebenfalls im Wesentlichen kegelförmig,
hier und vorzugsweise pyramidenförmig, ausgestaltet sind. Dabei zeigt sich auch hier
in einem Querschnitt parallel zu der Meißellängsachse 4 eine im Wesentlichen sägezahnartige
Struktur, wie in den Schnittdarstellungen B-B in den Fig. 7 und 9 gezeigt ist.
[0057] Bei einer grundsätzlich wünschenswerten, ideal spitz zulaufenden Ausgestaltung der
Ersatzschneiden 7 würde lediglich eine punktförmige Verbindung zwischen zwei Schneiden
5, 7 bestehen. Entsprechend ist auch bei dem in den Fig. 6 bis 9 dargestellten Ausführungsbeispielen
vorzugsweise eine Verstärkungsstruktur 8 vorgesehen. Hier ist es so, dass die Verstärkungsteile
9a-d bzw. 9e-h die pyramidenförmigen Ersatzschneiden 7 an den Seitenkanten der jeweiligen
Pyramidenform einfassen.
[0058] Bei den in den Fig. 6 bis 9 dargestellten Ausführungsbeispielen sind rippenartige
Verstärkungsteile 9e-h vorgesehen, die die im Wesentlichen kegelförmigen Ersatzschneiden
7 seitlich einfassen, wobei die die rippenartigen Verstärkungsteile 9e-h bezogen auf
die Meißellängsachse 4 im Wesentlichen radial ausgerichtet sind und sich axial zwischen
zwei Ersatzschneiden 7, hier und vorzugsweise auch zwischen der ersten Ersatzschneide
7a und der originären Meißelschneide 5, erstrecken. Die rippenartigen Verstärkungsteile
9e-h bilden Wandabschnitte, die jedenfalls mit den Ersatzschneiden 7 in Eingriff stehen.
Dadurch, dass die Verstärkungsteile 9e-h im Meißelbetrieb in erster Linie auf Druck
belastet werden, ergibt sich eine mechanische Struktur mit einem hohen mechanischen
Widerstandsmoment. Bei geeigneter Auslegung lässt sich erreichen, dass diese ursprünglich
starke Struktur im Laufe des Meißelbetriebs gezielt geschwächt wird, wenn sie durch
den auf den Werkzeugverschleiß zurückgehenden Abtrag von Werkzeugmaterial verletzt
wird. Diese Schwächung kann zu einer gesteuerten Beschleunigung des Freilegens der
nächsten Ersatzschneide 7 führen.
[0059] Die oben angesprochene, gezielte Schwächung lässt sich beispielsweise durch eine
geeignete Auslegung der rippenartigen Verstärkungsteile 9e-h steuern. Es lässt sich
den Darstellungen gemäß den Fig. 6 bis 9 beispielsweise entnehmen, dass die Höhe der
Rippen 9e-h, hier also die radiale Erstreckung der Rippen 9e-h, in den axialen Bereichen
der Spitzen der Ersatzschneiden 7 am geringsten ist. Die damit einhergehende Schwächung
der Rippen 9e-h lässt sich gewissermaßen als Sollbruchstelle nutzen. Alternativ oder
zusätzlich können die Rippen jeweils in dem Bereich, der als Sollbruchstelle dienen
soll, dünner ausgelegt sein als in den übrigen Bereichen der Rippen.
[0060] Die Verstärkungsstruktur 8 besteht bei dem in den Fig. 8, 9 dargestellten Ausführungsbeispiel
ausschließlich aus rippenartigen Verstärkungsteilen 9e-h, was die Herstellung des
Meißelwerkzeugs vereinfacht. Bei dem in den Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel
dagegen sind zusätzlich stangenartige Verstärkungsteile 9a-d vorgesehen, die zu einer
zusätzlichen Stabilisierung führen. Die stangenartigen Verstärkungsteile 9a-d verjüngen
sich zum Einsteckende 3 hin abschnittsweise, nämlich entlang einer Ersatzschneide
7, was zu einer Stufigkeit der stangenartigen Verstärkungsteile 9a-d führt. Durch
diese Stufigkeit ergeben sich wiederum Sollbruchstellen zwischen zwei Ersatzschneiden
7, was sich günstig auf das gesteuerte Freilegen der jeweiligen Ersatzschneide 7 auswirkt.
[0061] Hier und vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die rippenartigen Verstärkungsteile
9e-h einen radialen Bereich zwischen einer Ersatzschneide und einem stangenartigen
Verstärkungsteil 9a-d jedenfalls teilweise überbrücken. Damit lässt sich ein hohes
mechanisches Widerstandsmoment für den Meißelbetrieb einstellen.
[0062] Die Ansichten A in den Fig. 7 und 9 zeigen jeweils, dass die originäre Meißelschneide
5 in Draufsicht im Wesentlichen sternförmig ausgestaltet ist und gemäß Fig. 6 bis
9 vier sich sternförmig erstreckende Schneidenabschnitte 5a-d aufweist. Im Sinne der
obigen, formmäßigen Angleichung der Ersatzschneiden 7 an die originäre Meißelschneide
5 ist es weiter vorzugsweise so, dass die freigelegten Ersatzschneiden 7 in Draufsicht
ebenfalls sternförmig ausgestaltet sind, was sich der Ansicht D-D in den Fig. 7 und
9 jeweils entnehmen lässt.
[0063] Es ergibt sich aus den obigen Erläuterungen, dass dem gesteuerten Freilegen der Ersatzschneiden
7 hier besondere Bedeutung zukommt. Dies lässt sich durch eine geeignete konstruktive
Auslegung und Anordnung der Ersatzschneiden 7 einerseits und der Verstärkungsstruktur
8 andererseits bewerkstelligen. Dabei können neben den ohnehin auftretenden Abriebvorgängen
auch gezielte Bruchvorgänge vorgesehen sein. Dies betrifft insbesondere den regelmäßig
vorhandenen Verjüngungsbereich zwischen zwei Schneiden 5, 7, die stangenartigen Verstärkungsteile
9a-d und die rippenartigen Verstärkungsteile 9e-h. Durch eine gezielte Einbringung
oben angesprochener Sollbruchstellen lässt sich das gezielte Freilegen der Ersatzschneiden
7 in besonders einfacher Weise realisieren.
[0064] Das vorschlagsgemäße Meißelwerkzeug ist vorzugsweise einstückig ausgebildet. Es lässt
sich bei geeigneter Auslegung spanlos oder spanend, insbesondere im Schmiede-, Gieß-,
Roll-, Schleif- oder Fräsverfahren, erzeugen. Grundsätzlich denkbar ist aber auch,
dass das vorschlagsgemäße Meißelwerkzeug mehrteilig ausgestaltet ist. Dabei kann es
vorteilhaft sein, die Ersatzschneiden 7 als Einsatzelemente auszubilden. Schließlich
kann es vorteilhaft sein, den Meißelkopf, den Meißelschaft 2 und/oder das Einsteckende
3 als separate Teile auszugestalten, die miteinander verpresst o. dgl. sind.
[0065] Schließlich darf noch darauf hingewiesen werden, dass die Verstärkungsstruktur 8
vorzugsweise auf ein hohes resultierendes Widerstandsmoment des Meisselkopfs 5 im
Hinblick auf eine Torsions- und/oder Biegebeanspruchung hin optimiert ist. Eine Möglichkeit
hierfür besteht darin, die Verstärkungsteile 9 zum Einsteckende 3 hin stärker, insbesondere
die stangenartigen Verstärkungsteile 9a-d zum Einsteckende 3 hin mit größer werdendem
Querschnitt und/oder die rippenartigen Verstärkungsteile 9e-h mit größer werdender
Wandstärke auszulegen. Denkbar ist in diesem Zusammenhang auch, das Widerstandsmoment
durch strukturelle Maßnahmen zu erhöhen, insbesondere durch eine zum Einsteckende
3 hin größer werdende radiale Erstreckung der rippenartigen Verstärkungsteile 9e-h.
1. Meißelwerkzeug mit einem Meißelkopf (1), Meißelschaft (2) und Einsteckende (3), die
entlang einer Meißellängsachse (4) hintereinander angeordnet sind, wobei der Meißelkopf
(1) an seinem freien axialen Ende eine Meißelschneide (5) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Meißelkopf (1) axial versetzt zu der Meißelschneide (5) mindestens eine Ersatzschneide
(7) ausbildet, die durch den auf den Werkzeugverschleiß zurückgehenden Abtrag von
Werkzeugmaterial freigelegt wird und dann zumindest einen Teil der Meißelschneide
(5) ersetzt.
2. Meißelwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der das Freilegen der Ersatzschneide (7) verursachende Werkzeugverschleiß teilweise
auf einen Abriebvorgang und teilweise auf einen Bruchvorgang am Meißelkopf (1) zurückgeht.
3. Meißelwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verstärkungsstruktur (8) zur Verstärkung des Meißelkopfes (1), insbesondere
eines axialen Übergangsbereichs zwischen zwei Schneiden (5, 7), vorgesehen ist, vorzugsweise,
dass die Verstärkungsstruktur (8) im Wesentlichen axial und vorzugsweise benachbart
zu einem Übergangsbereich zwischen zwei Schneiden (5, 7) verläuft.
4. Meißelwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstruktur (8) mindestens zwei insbesondere axial verlaufende Verstärkungsteile
(9) aufweist, die die mindestens eine Ersatzschneide (7) seitlich einfassen, vorzugsweise,
dass sich die axial verlaufenden Verstärkungsteile (9) zumindest abschnittsweise zu
der Meißelschneide (5) hin oder zu dem Einsteckende (3) hin verjüngen.
5. Meißelwerkzeug nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsteile (9) zumindest teilweise stangenartig, vorzugsweise zumindest
teilweise im Wesentlichen zylinderförmig oder quaderförmig ausgestaltet sind, und/oder,
dass die Verstärkungsteile (9) zumindest teilweise rippenartig ausgestaltet sind.
6. Meißelwerkzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsteile (9) zusätzliche Ersatzschneiden (11) ausbilden, vorzugsweise,
dass die zusätzlichen Ersatzschneiden (11) zu den von den Verstärkungsteilen (9) eingefassten
Ersatzschneiden (7) axial versetzt angeordnet sind.
7. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Formgebung mindestens einer Ersatzschneide (7) zumindest teilweise im Wesentlichen
der Formgebung der originären Meißelschneide (5) entspricht.
8. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Meißelschneide (5) und/oder die mindestens eine Ersatzschneide (7) zu dem freien
Ende des Meißelkopfes (1) hin im Wesentlichen spitz zuläuft, vorzugsweise, dass die
Meißelschneide (5) und/oder die mindestens eine Ersatzschneide (7) in einem dem freien
Ende des Meißelkopfes (1) zugewandten, axialen Bereich der Meißelschneide (5) spitzer
zuläuft als in dem übrigen axialen Bereich der Meißelschneide (5).
9. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ersatzschneiden (7) vorgesehen sind, die axial hintereinander angeordnet
sind, vorzugsweise, dass der Meißelkopf (1) im Bereich der Ersatzschneiden (7) in
einem Querschnitt parallel zu der Meißellängsachse (4) im Wesentlichen sägezahnartig
ausgestaltet ist.
10. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Meißelwerkzeug als Flachmeißel oder Spatmeißel ausgestaltet ist.
11. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Meißelschneide (5) und/oder die Ersatzschneide (7) im Wesentlichen quer zu der
Meißellängsachse (4) verläuft.
12. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Ersatzschneide (7) zumindest abschnittsweise in Meißelrichtung (6)
oder entgegen der Meißelrichtung (6) konvex verläuft, und/oder, dass mindestens eine
Ersatzschneide (7) zumindest abschnittsweise gegenüber einer quer zu der Meißellängsachse
(4) verlaufenden Referenzachse angestellt verläuft, und/oder, dass mindestens eine
Ersatzschneide (7) in Meißelrichtung (6) oder entgegen der Meißelrichtung (6) pfeilförmig
verläuft.
13. Meißelwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Meißelwerkzeug als Spitzmeißel ausgestaltet ist, vorzugsweise, dass die Meißelschneide
(5) und/oder die mindestens eine Ersatzschneide (7) im Wesentlichen kegelförmig, insbesondere
pyramidenförmig, ausgestaltet ist, weiter vorzugsweise, dass die Verstärkungsteile
(9) die pyramidenförmigen Ersatzschneiden (7) an den Seitenkanten der Pyramidenform
einfassen.
14. Meißelwerkzeug nach den Ansprüchen 4 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass rippenartige Verstärkungsteile (9e-h) vorgesehen sind, die die im Wesentlichen kegelförmigen
Ersatzschneiden (7) seitlich einfassen, vorzugsweise, dass die rippenartigen Verstärkungsteile
(9e-h) bezogen auf die Meißellängsachse (4) im Wesentlichen radial ausgerichtet sind
und sich axial zwischen zwei Ersatzschneiden (7) erstrecken.
15. Meißelwerkzeug nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die rippenartigen Verstärkungsteile (9e-h) einen radialen Bereich zwischen einer
Ersatzschneide und einem stangenartigen Verstärkungsteil (9a-d) jedenfalls teilweise
überbrücken.