[0001] Die Erfindung betrifft gemäß Patentanspruch 1 ein Luftfederschlagwerk, das beispielsweise
in einem Aufbruch-, Schlag- und/oder Bohrhammer Verwendung finden kann.
[0002] Die Verwendung von Luftfederschlagwerken in Aufbruch-, Schlag- und/oder Bohrhämmern
ist allgemein bekannt. Bekanntermaßen wird bei einem derartigen Luftfederschlagwerk
ein Antriebskolben von einem geeigneten Antrieb, z.B. von einem durch einen Elektromotor
betriebenen Kurbeltrieb, in eine oszillierende Axialbewegung versetzt. Die oszillierende
Axialbewegung kann dann in eine Stoßbewegung eines Werkzeugs, beispielsweise eines
Meißels, umgesetzt werden. Um eine verbesserte Schlagwirkung am Werkzeug zu erreichen
und den Antrieb nicht übermäßig starken und verschleißenden Belastungen auszusetzen,
wird zwischen dem Antriebskolben und dem Werkzeug ein Schlagkolben angeordnet. Der
Antriebskolben und der Schlagkolben können mit Hilfe von Dichtungen, beispielsweise
mit Spaltdichtungen, gegeneinander und gegen ein Schlagwerksgehäuse abgedichtet sein,
so dass sich bei hohen Relativgeschwindigkeiten zwischen dem Antriebskolben und dem
Schlagkolben durch das eingeschlossene Luftvolumen eine Luftfeder ausbilden kann.
Die oszillierende Axialbewegung des Antriebskolbens kann durch die Luftfeder auf den
Schlagkolben übertragen werden, so dass der Schlagkolben eine beispielsweise am Werkzeug
vorgesehene Aufschlagvorrichtung beaufschlagen kann.
[0003] Grundsätzlich unterscheiden sich Luftfederschlagwerke durch die Gestaltung und Anordnung
des Antriebs- und des Schlagkolbens. Unterschieden werden:
- Rohrschlagwerke mit beispielsweise durchmessergleichen, in einem Schlagwerksgehäuse
(Schlagwerkrohr) geführten Antriebs- und Schlagkolben;
- Hohlkolbenschlagwerke mit hohlem, einseitig offenem Antriebskolben und darin geführtem
Schlagkolben;
- Hohlschlägerschlagwerke mit hohlem, einseitig offenem Schlagkolben und darin geführtem
Antriebskolben; und
- zweiseitige Luftfederschlagwerke mit hohlem, den Schlagkolben umschließenden Antriebskolben.
[0004] Bei den zweiseitigen Luftfederschlagwerken wird die Bewegungsenergie des Antriebskolbens
durch zwei getrennte Luftfedern auf den Schlagkolben übertragen, wobei eine Kompression
der einen Luftfeder immer eine Dekomprimierung der zweiten Luftfeder bedingt und umgekehrt.
Die Funktionsweise zweiseitiger Luftfederschlagwerke unterscheidet sich daher insoweit
von der der einseitigen Luftfederschlagwerke. Zweiseitige Luftfederschlagwerke werden
daher im Folgenden nicht weiter betrachtet.
[0005] Bei Rohrschlagwerken, Hohlkolbenschlagwerken und Hohlschlägerschlagwerken wird die
durch den Antrieb eingeleitete oszillierende Axialbewegung durch eine einzige, sich
zwischen Antriebskolben und Schlagkolben ausbildende Luftfeder übertragen, wie die
folgende Beschreibung eines Schlagzyklusses zeigt.
[0006] Wird der Antriebskolben durch den Antrieb beispielsweise aus einer extremen, vom
Schlagkolben abgewandten Position (oberer Totpunkt des Antriebskolbens) in Richtung
des Schlagkolbens beschleunigt, so kann das zwischen Antriebskolben und Schlagkolben
eingeschlossene Luftvolumen komprimiert und eine Luftfeder ausgebildet werden. Über
die komprimierte Luftfeder wird ein Schub des Antriebskolbens auf den Schlagkolben
übertragen, so dass dieser beispielsweise die am Werkzeug angeordnete Aufschlagvorrichtung
oder einen Döpper beaufschlagen kann und den Impuls auf das Werkzeug überträgt.
[0007] Durch den Aufschlag des Werkzeugs auf das bearbeitete Material prallt der Schläger
zurück. Durch diesen Rückstoß, der abhängig von der Energie des Aufschlags und vom
Härtegrad des bearbeiteten Werkstücks ist, kann der Schlagkolben in eine Rückbewegung
in Richtung des Antriebskolbens versetzt werden.
[0008] Die Rückbewegung des Schlagkolbens kann zusätzlich durch eine Rückbewegung des Antriebskolbens
verstärkt werden, wenn der Antriebskolben durch den Antrieb aus einer extremen, dem
Schlagkolben zugewandten Position (unterer Totpunkt des Antriebskolbens) in Richtung
seines oberen Totpunkts bewegt wird. Durch die Rückbewegung des Antriebskolbens kann
ein Unterdruck in dem zwischen Antriebskolben und Schlagkolben eingeschlossenen Luftvolumen
entstehen und sich dadurch eine gedehnte Luftfeder ausbilden, die eine Saugwirkung
auf den Schlagkolben ausüben und dessen Rückbewegung verstärken kann. Die Geschwindigkeit,
mit der der Schlagkolben in Richtung des Antriebskolbens bewegt wird, und auch die
Distanz, die er dabei zurücklegt, hängen dabei einerseits vom Rückstoß und andererseits
von der Saugwirkung der Luftfeder ab.
[0009] Nachdem der Antriebskolben seinen oberen Totpunkt erreicht hat, wird ein weiterer
Schlagzyklus eingeleitet, bei dem der Antriebskolben erneut in Richtung des Schlagkolbens
bewegt wird und den Schlagkolben über die Luftfeder in Richtung der Aufschlagvorrichtung
bzw. des Werkzeugs bewegt.
[0010] Die Schlagenergie, mit der der Schlagkolben in dem weiteren Schlagzyklus das Werkzeug
beaufschlagen kann, wird durch die Geschwindigkeit des Schlagkolbens beim Aufschlag
und durch seine Masse bestimmt. Die Geschwindigkeit des Schlagkolbens beim Aufschlag
hängt ihrerseits von der Geschwindigkeit des Schlagkolbens bei der Rückbewegung (Schlägerrückgeschwindigkeit)
und von dem Zeitpunkt der maximalen Luftfederkompression ab, da der Schlagkolben im
weiteren Schlagzyklus durch den Antriebskolben mittels der komprimierten Luftfeder
über die in der Rückbewegung zurückgelegte Distanz beschleunigt werden kann. Die Schlägerrückgeschwindigkeit
ist daher bestimmend für die erreichbare Schlagenergie.
[0011] Die Schlägerrückgeschwindigkeit hängt von der Energieaufnahmefähigkeit des zu bearbeitenden
Untergrunds bzw. Gesteins ab. Nimmt der zu bearbeitende Untergrund wenig Energie auf,
prallt der Schlagkolben mit einer hohen Rückgeschwindigkeit zurück. Derartige Untergründe
werden mit einer hohen Rückstoßziffer gekennzeichnet. Nimmt hingegen der Untergrund
viel Energie auf, prallt der Schlagkolben mit einer geringen Rückgeschwindigkeit zurück.
Derartige Untergründe werden mit einer niedrigen Rückstoßziffer gekennzeichnet. Im
Extremfall kann der Schlagkolben auf dem Werkzeug liegen bleiben, ohne zurückgestoßen
zu werden.
[0012] Weiterhin hängt die Schlägerrückgeschwindigkeit von dem Unterdruck der Luftfeder
beim Ansaugen des Schlägers ab. Dieser Unterdruck ist entscheidend bei einem schwachen
oder nicht vorhandenen Rückstoß beispielsweise auf einem Untergrund mit einer niedrigen
Rückstoßziffer. Der Unterdruck in der Luftfeder und damit die Rücksaugkraft hängen
dabei in hohem Maß von der Geometrie der Luftfeder ab, beispielsweise von dem Kolbenhub,
von der Fläche und von der Länge der Luftfeder.
[0013] Um ein ausreichendes Schlagverhalten bekannter einseitiger Luftfederschlagwerke zu
erreichen, muss daher eine Gestaltung der Luftfeder bzw. eine Luftfedergeometrie und
eine Gestaltung des Schlagkolbens auf die Rückstoßziffern der zu bearbeitenden Untergründe
angepasst werden.
[0014] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Luftfederschlagwerk anzugeben,
das eine verbesserte Schlagenergie für die Bearbeitung von Untergründen mit verschiedenen
Rückstoßziffern bereitstellt.
[0015] Diese Aufgabe wird durch ein Luftfederschlagwerk gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Weiterentwicklungen
der Erfindung sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0016] Ein Luftfederschlagwerk weist ein axial hin- und herbewegbares, von einem Antrieb
antreibbares Antriebselement, ein axial hin- und herbewegbares Schlagelement zum Aufschlagen
auf ein Werkzeug und eine zwischen dem Antriebselement und dem Schlagelement wirkende
bzw. angeordnete Luftfedereinrichtung auf, wobei eine Bewegung des Antriebselement
auf das Schlagelement durch die Luftfedereinrichtung übertragbar ist. Die Luftfedereinrichtung
weist eine an das Antriebselement angrenzende erste Luftkammer und eine an die erste
Luftkammer und das Schlagelement angrenzende zweite Luftkammer auf, wobei zwischen
der ersten und der zweiten Luftkammer ein axial hin- und herbewegbares Trennelement
angeordnet ist. Eine Bewegbarkeit des Trennelements relativ zum Antriebselement ist
durch eine Koppeleinrichtung derart einseitig begrenzt, dass ein vorgegebener Maximalabstand
zwischen dem Trennelement und dem Antriebselement nicht überschreitbar ist.
[0017] Der Antrieb kann einen Motor, wie beispielsweise einen Elektro- oder ein Verbrennungsmotor
aufweisen. Das durch den Antrieb erzeugte Antriebsmoment kann in bekannter Weise beispielsweise
über einen Kurbeltrieb oder ein Taumelgetriebe auf das Antriebselement übertragen
werden und dieses in eine axiale Oszillationsbewegung versetzen.
[0018] Die axiale Oszillationsbewegung des Antriebselements kann durch die Luftfedereinrichtung
auf das Schlagelement übertragen werden, so dass dieses ebenfalls in eine axiale Oszillationsbewegung
versetzt wird. Die axiale Oszillationsbewegung des Schlagelements kann zum Aufschlagen
des Schlagelements auf das Werkzeug, beispielsweise auf eine an einem Ende des Werkzeugs
vorgesehene Aufschlagvorrichtung oder einen Döpper, genutzt werden.
[0019] In einem Bewegungszyklus der axialen Hin- und Herbewegung ist der Antriebskolben
durch den Antrieb von einem oberen Totpunkt (Extremposition in Richtung des Antriebs
bzw. entgegengesetzt dem Schlagelement) in einen unteren Totpunkt (Extremposition
in Richtung des Schlagelements) und anschließend wieder in den oberen Totpunkt bewegbar.
[0020] Bei einer Bewegung des Antriebselements vom oberen Totpunkt in Richtung des unteren
Totpunkts kann sich beispielsweise dann, wenn das Schlagelement stillsteht, sich langsamer
als das Antriebselement bewegt oder sich auf das Antriebselement zu bewegt, in der
Luftfedereinrichtung und insbesondere in der ersten und zweiten Luftkammer ein Druck
aufbauen, durch den das eingeschlossene Luftvolumen komprimiert wird. Eine weitgehend
gleichmäßige Kompression des eingeschlossenen Luftvolumens der ersten und zweiten
Luftkammer wird dabei durch das axial hin- und herbewegbare Trennelement ermöglicht,
das in diesem Teilabschnitt des Bewegungszyklusses axial sowohl relativ zum Antriebselement
als auch relativ zum Schlagelement bewegbar ist. Die in der ersten und zweiten Luftkammer
eingeschlossenen Luftvolumina können so gemeinsam als eine kombinierte, einheitliche
Luftfeder wirken und einen Schub des Antriebselements auf das Schlagelement übertragen.
Das Schlagelement kann hierdurch in Richtung des Werkzeugs und insbesondere in Richtung
eines Aufschlagpunktes am Werkzeug bzw. der Aufschlagvorrichtung bewegt werden.
[0021] Durch das Zusammenwirken der in der ersten und zweiten Luftkammer eingeschlossen
Luftvolumina als kombinierte Luftfeder kann eine weiche und damit Rückstoß-tolerante
Übertragung des Schubs des Antriebselements auch bei einer hohen Geschwindigkeit des
Antriebselements auf das Schlagelement erreicht werden. Das Schlagelement kann daher
mit hoher Schlagenergie auf das Werkzeug aufschlagen.
[0022] Nach dem Aufschlag kann das Schlagelement durch einen Rückstoß des Werkzeugs zurückgestoßen
und in eine Bewegung vom Aufschlagpunkt in Richtung des Antriebselements versetzt
werden. Das Antriebselement kann in diesem Moment noch in einer Bewegung in Richtung
seines unteren Totpunkts sein, diesen erreicht haben oder durch den Antrieb bereits
in eine Bewegung zu seinem oberen Totpunkt gezwungen worden sein.
[0023] Nach einer Umkehr der Bewegungsrichtung des Antriebselements und/oder durch eine
Abschwächung des Rückstoßes des Schlagelements kann sich der Abstand zwischen einer
an die erste Luftkammer angrenzenden Stirnfläche des Antriebselements und einer an
die zweite Luftkammer angrenzenden Stirnfläche des Schlagelements zunehmend vergrößern,
wobei die in der ersten und der zweiten Luftkammer befindliche, beim Aufschlag noch
komprimierte Luft zunehmend entspannt wird.
[0024] Solange in der ersten Luftkammer Überdruck herrscht, kann sich die erste Luftkammer
wegen des relativ zum Antriebs- und zum Schlagelement (noch) frei bewegbaren Trennelements
ausdehnen. Durch die Ausdehnung kann der vorgegebene Maximalabstand zwischen dem Antriebselement
und dem Trennelement erreicht werden.
[0025] Bei Erreichen des Maximalabstands kann die Koppeleinrichtung das Trennelement mit
dem Antriebselement koppeln. Hierdurch kann die Bewegbarkeit des Trennelements relativ
zum Antriebselement einseitig begrenzt und eine weitere Ausdehnung des in der ersten
Luftkammer befindlichen Luftvolumens verhindert werden. In diesem Moment kann in der
ersten Luftkammer im Wesentlichen Umgebungsdruck herrschen. Durch das Koppeln des
Antriebselements mit dem Trennelement kann die Bewegung des Antriebskolbens auf das
Trennelement übertragen werden.
[0026] Da das in der zweiten Luftkammer befindliche Luftvolumen nicht begrenzt ist, kann
sich durch die Rückbewegung des Trennelements in der zweiten Luftkammer eine saugende
Luftfeder ausbilden, wobei durch den Sog die Bewegung des Trennelements auf das Schlagelement
übertragen werden kann. Das Schlagelement wird daher durch die in der zweiten Luftkammer
ausgebildete Luftfeder in Richtung seines oberen Totpunkts zurückgesaugt.
[0027] Durch die alleinige Sogwirkung der im Vergleich zur kombinierten Luftfeder kurzen,
in der zweiten Luftkammer ausgebildeten Luftfeder kann ein effektives Zurücksaugen
auch dann erreicht werden, wenn beispielsweise der Rückstoß des Schlagelements auf
einem Untergrund mit niedriger Rückstoßziffer gering ausfällt.
[0028] Es ist möglich, dass bei einer Komprimierung der Luftvolumina in der ersten und zweiten
Luftkammer Luft durch Leckage entweicht. Hierdurch kann im Moment des Koppelns der
Koppeleinrichtung beispielsweise anstelle des Umgebungsdrucks ein leichter Unterdruck
in der ersten Luftkammer vorliegen. Eine derartige Leckage kann durch einen Luftausgleich
ausgeglichen werden. Ein Luftausgleich kann beispielsweise mittels geeignet angeordneter
Spaltöffnungen z.B. dann geschehen, wenn sich Antriebselement und/oder das Schlagelement
in der unteren Stellung, z.B. in oder nahe ihrem unteren Totpunkt, befinden.
[0029] In einer Ausführungsform weist die Koppeleinrichtung ein mit dem Trennelement gekoppeltes
Sperrelement auf. Beispielsweise kann das Sperrelement einen Vorsprung, eine Nase,
einen Sperrkörper, eine Sperrscheibe oder ähnliches aufweisen und beispielsweise durch
eine Koppelstange oder durch ein Drahtseil mit dem Trennelement gekoppelt sein.
[0030] Die Bewegbarkeit des Trennelements relativ zum Antriebselement kann in dieser Ausführungsform
durch einen einseitig wirkenden Formschluss des Sperrelements mit dem Antriebselement
begrenzt werden. Dieser Formschluss kann beispielsweise durch ein Aufsetzen der Aufsetzplatte
bzw. des Aufsetzklotzes auf dem Antriebselement erreicht werden, wenn der vorbestimmte
Maximalabstand zwischen Trennelement und Antriebselement erreicht ist. Das Aufsetzen
kann bewirken, dass auch bei einem weiteren, auf das Trennelement und/oder das Antriebselement
jeweils entgegengesetzt wirkenden Zug eine weitere Auseinanderbewegung des Trennelements
und des Antriebselements und damit eine Vergrößerung der ersten Luftkammer verhindert
wird. Der Formschluss wirkt nur einseitig, da beispielsweise ein Aufeinanderzubewegen
des Trennelements und des Antriebselements durch den Formschluss nicht bewirkt wird
bzw. werden muss.
[0031] Das Antriebselement und/oder das Sperrelement können in dieser Ausführungsform derart
gestaltet sein, dass der einseitig wirkende Formschluss begünstigt wird. Beispielsweise
kann das Antriebselement eine Fläche aufweisen, auf der das als Aufsetzplatte gestaltete
Sperrelement aufsetzen kann, oder eine Ausnehmung, die der Gestalt des Sperrelements
entspricht.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform kann in einem Ruhezustand des Luftfederschlagwerks,
beispielsweise bei stillstehendem Antrieb, das Volumen der zweiten Luftkammer im Wesentlichen
geringer als das Volumen der ersten Luftkammer sein. Da sich die Luftvolumina der
ersten und der zweiten Luftkammer während eines Schlagzyklusses wegen der Relativbewegungen
zwischen Antriebselement, Schlagelement und Trennelement ändern, kann das Volumen
im Ruhezustand betrachtet werden. Beispielsweise kann in dem Ruhezustand das Schlagelement
sich im theoretischen Schlagpunkt, beispielsweise mit Auflage auf der Aufschlagvorrichtung,
und der Schläger sich im unteren Totpunkt befinden. Weiterhin kann im Ruhezustand
in der ersten und zweiten Luftkammer im Wesentlichen Umgebungsdruck herrschen.
[0033] Beispielsweise kann das Volumen der ersten Luftkammer im Wesentlichen zwei- oder
dreimal so groß sein wie das der zweiten Luftkammer. Diese Größenordnung ist jedoch
beispielhaft zu verstehen, andere Ausgestaltungen können je nach Geometrie der Luftkammern,
Masse des Antriebs- und des Schlagkolbens, Beschaffenheit des Werkzeugs und Beschaffenheit
der zu bearbeitenden Untergründe möglich sein.
[0034] Weist die zweite Luftkammer ein geringes Volumen auf, kann sie in der oben beschriebenen
zweiten Phase mit Kopplung des Trennelements an das Antriebselement besonders effektiv
wirken. Insbesondere kann sich bei einem kleinen Luftvolumen in der zweiten Luftkammer
ein starker Sog ausbilden, so dass eine hohe Schlägerrückgeschwindigkeit erreicht
und damit ein Schlag mit hoher Schlagenergie vorbereitet werden kann.
[0035] Bei einer derartigen Ausgestaltung der ersten und zweiten Luftkammer können die Vorteile
einer kurzen Luftfeder beim Rücksaugen des Schlagelements mit denen einer langen Luftfeder
bei der Schlagvorbereitung und bei einem starken Rückstoß kombiniert werden. So ist
bei Dekompression der Luftfedern beispielsweise in der oben beschriebenen zweiten
Phase ein kraftvolles Rücksaugen möglich, wohingegen bei Kompression der Luftfedern
eine effektive Übertragung des Schubs und damit eine höhere Einzelschlagenergie sowie
eine hohe Toleranz gegenüber verschieden starken Rückstößen und damit eine Schonung
des Bedieners und eines das Luftfederschlagwerk aufweisenden Arbeitsgeräts erreicht
wird. Weiterhin werden durch die gemeinsame Wirkung der Luftfedern in der ersten und
der zweiten Luftkammer geringere Vibrationen erreicht. Zudem herrscht in den beiden
Luftkammern ein geringerer Maximaldruck bei der Luftfederkompression, der geringere
Betriebstemperaturen bedingt und die Dichtungen weniger belastet. Folglich treten
geringere Luftverluste beispielsweise bei einer Undichtigkeit einer der Luftkammern
auf.
[0036] In einer Ausführungsform ist das Sperrelement auf der dem Trennelement entgegengesetzten
Seite des Antriebselements angeordnet. Hierdurch kann bei einer Ausdehnung der ersten
Luftkammer und bei einem Erreichen des vorgegebenen Maximalabstands zwischen Trennelement
und Antriebselement das Sperrelement auf dem Antriebselement aufsetzen und mit diesem
einen einseitig wirkenden Formschluss bilden. Die Bewegung des Antriebselements kann
nun über den einseitig wirkenden Formschluss durch die Koppeleinrichtung auf das Trennelement
übertragen werden.
[0037] In einer weiteren Ausführungsform kann das Trennelement beispielsweise in einem Führungszylinder
zum axialen Führen des Antriebselements und/oder des Schlagelements geführt werden.
Beispielsweise kann das Trennelement durch eine im Wesentlichen dicht in den Führungszylinder
eingepasste Trennscheibe, welche zwischen dem Antriebselement und dem Schlagelement
angeordnet ist, gebildet sein. Durch die Trennscheibe werden die erste und die zweite
Luftkammer im Wesentlichen dicht voneinander getrennt.
[0038] In einer weiteren Ausführungsform kann das Antriebselement innerhalb eines Hohlzylinders
angeordnet sein. In dieser Ausführungsform kann das Trennelement durch einen Boden
des Hohlzylinders gebildet sein und das Sperrelement einen im Innenraum des Hohlzylinders
angeordneten Vorsprung aufweisen. Dabei kann die Kopplung des Trennelements, also
des Bodens des Hohlzylinders, mit dem im Innenraum des Hohlzylinders angeordneten
Sperrelement durch eine Umwandung des Hohlzylinders gebildet sein. Dies ermöglicht
eine robuste Verbindung des Sperrelements mit dem Trennelement.
[0039] In dieser Ausführungsform findet eine Bewegung des Antriebselements vollständig im
Innenraum des Hohlzylinders statt. Der Hohlzylinder selbst ist axial relativ zum Antriebselement
beweglich. Die Bewegbarkeit des Hohlzylinders relativ zum Antriebselement ist einseitig
durch das Sperrelement begrenzt. Beispielsweise kann der Vorsprung ein Auseinanderbewegen
des Antriebselements und des Hohlzylinders durch einen einseitig wirkenden Formschluss
verhindern.
[0040] In einer Ausführungsform kann in einer Schubphase, in der das Antriebselement durch
den Antrieb in Richtung des Schlagelements bewegt wird, in der ersten Luftkammer eine
erste Luftfeder und in der zweiten Luftkammer eine zweite Luftfeder ausgebildet sein.
Dabei wird ein Schub des Antriebselements über die erste Luftfeder auf das Trennelement
und von dem Trennelement über die zweite Luftfeder auf das Schlagelement übertragen.
Ein Schub des Antriebselements in Richtung des Schlagelements wird hierbei durch die
gemeinsame Wirkung der beiden Luftfedern auf das Schlagelement übertragen.
[0041] In einer Ausführungsform kann in einer Zugphase, in der das Antriebselement durch
den Antrieb von dem Schlagelement wegbewegt wird, ein Zug des Antriebselements über
die Koppeleinrichtung auf das Trennelement und von dem Trennelement über die zweite
Luftfeder auf das Schlagelement übertragbar sein. Sobald der vorgegebene Maximalabstand
zwischen dem Trennelement und dem Antriebselement erreicht ist, wirkt die Koppeleinrichtung,
die das Trennelement mit dem Antriebselement einseitig koppelt. Die Bewegung des Antriebselements
kann daher über die vergleichsweise kurze zweite Luftfeder effektiv auf das Schlagelement
übertragen werden.
[0042] In einer weiteren Ausführungsform weist ein Arbeitsgerät ein Rohrschlagwerk, ein
Hohlkolbenschlagwerk oder ein Hohlschlägerschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche
auf. Auch hier wirken bei einer Kompression die in der ersten und zweiten Luftkammer
gebildeten Luftfedern gemeinsam, während bei einer Dekompression die Ausdehnung der
in der ersten Luftkammer gebildeten Luftfeder durch die einseitige Kopplung des Trennelements
mit dem Antriebselement begrenzt ist.
[0043] Diese und weitere Merkmale der Erfindung werden nachfolgend anhand von Beispielen
unter Zuhilfenahme der begleitenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Luftfederschlagwerk mit einer durch eine Trennscheibe in eine erste Luftkammer
und eine zweite Luftkammer getrennten Luftfedereinrichtung in einer Zugphase;
- Fig. 2
- das Luftfederschlagwerk aus Fig. 1 in einer Schubphase;
- Fig. 3
- ein Luftfederschlagwerk mit Anordnung eines Antriebskolbens in einem eine erste und
eine zweite Luftkammer trennenden Hohlzylinder;
- Fig. 4
- das Luftfederschlagwerk aus Fig. 1, wobei die Trennscheibe durch ein Zugelement mit
einem Antriebskolben gekoppelt ist;
- Fig. 5
- ein Hohlschlägerschlagwerk mit einem in einen Schlagkolben eingepassten Antriebskolben
und einer durch eine Trennscheibe in eine erste und eine zweite Luftkammer getrennten
Luftfedereinrichtung; und
- Fig. 6
- ein Hohlkolbenschlagwerk mit einem in einen Antriebskolben eingepasst Schlagkolben
und einer durch eine Trennscheibe in eine erste und eine zweite Luftkammer getrennten
Luftfedereinrichtung.
[0044] Im Folgenden beziehen sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche Komponenten,
die eine entsprechende Funktion in den gezeigten Luftfederschlagwerken erfüllen.
[0045] Fig. 1 zeigt schematisch ein Luftfederschlagwerk, in welchem ein Antriebsmoment eines
Antriebsmotors (nicht gezeigt) über einen Kurbeltrieb 1 auf einen in einem Führungszylinder
2 geführten, axial hin- und herbewegbaren Antriebskolben 3 übertragbar ist. Der Kurbeltrieb
1 kann beispielsweise eine durch eine Motorwelle antreibbare Exzenterscheibe mit daran
befestigtem Pleuel aufweisen. Durch die Übertragung des Antriebsmoments kann der Antriebskolben
3 in eine axiale Oszillationsbewegung zwischen einem in Richtung des Kurbeltriebs
1 befindlichen oberen Totpunkt und einen in entgegengesetzter Richtung befindlichen
unteren Totpunkt des Antriebskolbens 3 versetzt werden. Die axiale Oszillationsbewegung
des Antriebskolbens 3 kann durch eine Luftfedereinrichtung auf einen ebenfalls in
dem Führungszylinder 2 geführten Schlagkolben 4 übertragen werden, so dass dieser
ebenfalls eine axiale Oszillationsbewegung ausführt. Durch den Schlagkolben 4 kann
ein Werkzeug 5 wie z.B. ein Meißel oder ein Bohrer beaufschlagt werden, welches beispielsweise
zur Bearbeitung eines Untergrundes eingesetzt werden kann.
[0046] Die Luftfedereinrichtung weist in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform eine erste
Luftkammer 6a und eine zweite Luftkammer 6b auf. Die erste Luftkammer 6a grenzt an
eine vorderseitige Stirnseite des Antriebskolbens 3, während die zweite Luftkammer
an eine rückseitige Stirnseite des Schlagkolbens 4 angrenzt. Beide Luftkammern 6a,
6b sind angrenzend zueinander durch eine in dem Führungszylinder axial bewegbare Trennscheibe
7 getrennt.
[0047] Die Trennscheibe 7, die ebenfalls im Führungszylinder 2 geführt ist und in diesem
die erste Luftkammer 6a im Wesentlichen dicht von der zweiten Luftkammer 6b trennt,
ist mit einer Koppelstange 8 und einem daran befestigten Sperrkörper 9 mit dem Antriebskolben
3 gekoppelt. Hierdurch wird ein vorgegebener Maximalabstand M zwischen dem Antriebskolben
3 und der Trennscheibe 7 begrenzt. Eine Bewegbarkeit der Trennscheibe 7 relativ zum
Antriebskolben 3 ist folglich einseitig begrenzt, da die Trennscheibe 7 in der in
Fig. 1 gezeigten Position nicht weiter vom Antriebskolben 3 wegbewegt werden kann.
[0048] Fig. 1 zeigt die Ausführungsform in einer Zugphase, in der der Antriebskolben 3 durch
den Kurbeltrieb 1 von dem Schlagkolben 4 wegbewegt, also nach oben bewegt wird. Im
dargestellten Teilabschnitt des Bewegungszyklusses wird ein durch den Kurbeltrieb
1 auf den Antriebskolben 3 übertragener Zug über den mit dem Antriebskolben 3 einen
einseitigen Formschluss bildenden Sperrkörper 9 und die damit verbundene Koppelstange
8 auf die Trennscheibe 7 übertragen. Das in der ersten Luftkammer 6a eingeschlossene
Luftvolumen wirkt daher dann nicht mehr als Luftfeder. Der auf die Trennscheibe 7
übertragene Zug kann zu einer Ausdehnung des in der zweiten Luftkammer 6b befindlichen
Luftvolumens führen, wodurch sich in der zweiten Luftkammer 6b ein Sog und damit eine
Luftfeder ausbildet. Über die in der zweiten Luftkammer 6b gebildete Luftfeder kann
der Zug auf den Schlagkolben 4 übertragen werden und diesen in Richtung des Antriebskolbens
3 nach oben bewegen.
[0049] Durch das im Vergleich zu einem Gesamtvolumen der Luftkammern 6a und 6b geringe Volumen
der zweiten Luftkammer 6b kann der Zug effektiv auf den Schlagkolben 4 übertragen
werden. Es bildet sich der Unterdruck auch bei geringem Kolbenhub schnell aus. Folglich
kann auch bei einem geringen von dem Werkzeug 5 auf den Schlagkolben 4 übertragenen
Rückstoß der Schlagkolben 4 effektiv in Richtung des Antriebskolbens 3 bewegt werden.
[0050] Fig. 2 zeigt das Luftfederschlagwerk aus Fig. 1 in einer Schubphase, in der der Antriebskolben
3 durch den Kurbeltrieb 1 in Richtung des Schlagkolbens geschoben wird. Der einseitige
Formschluss des Sperrelements 9 mit dem Antriebskolben 3 wirkt hierbei nicht bzw.
wird gelöst, so dass der Antriebskolben 3 ungehindert in Richtung der Trennscheibe
7 und des Schlagkolbens 4 bewegt werden kann. Hierdurch wird das in den beiden Luftkammern
6a, 6b befindliche Luftvolumen komprimiert und der Schub auf den Schlagkolben 4 übertragen.
[0051] In dem in Fig. 2 gezeigten weiteren Teilabschnitt des Bewegungszyklusses ist daher
die Trennscheibe 7 nicht durch den Sperrkörper 9 und die Koppelstange 8 mit dem Antriebskolben
gekoppelt. Die in der ersten und der zweiten Luftkammer 6a, 6b ausgebildeten Luftfedern
werden komprimiert und wirken zusammen, wodurch eine effektive Übertragung des Schubs
auf den Schlagkolben 4 und damit die Vorbereitung eines kraftvollen Aufschlags des
Schlagkolbens 4 auf das Werkzeug 5 erreicht wird.
[0052] Durch das im Vergleich zum Volumen der zweiten Luftkammer 6b hohe Gesamtvolumen der
Luftkammern 6a und 6b kann ein Rückstoß wirksam abgefangen und der Schub des Antriebskolbens
3 effektiv auf den Schlagkolben 4 übertragen werden. Folglich kann beispielsweise
ein starker, von dem Werkzeug 5 auf den Schlagkolben 4 übertragener Rückstoß effektiv
gedämpft und zur Schlagvorbereitung genutzt werden.
[0053] Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform eines Luftfederschlagwerks ist der Antriebskolben
3 innerhalb eines Hohlzylinders 10 axial beweglich angeordnet. Der Hohlzylinder 10
ist seinerseits ebenfalls axial beweglich in dem Führungszylinder 2 angeordnet. Der
Antriebskolben 3 ist daher zum Hohlzylinder 10 relativ bewegbar. Diese relative Bewegbarkeit
ist jedoch einseitig begrenzt durch als Anschläge dienende Vorsprünge 11a, 11b, welche
innerhalb des Hohlzylinders 10 angeordnet sind. Die Vorsprünge 11a, 11b können auch
einheitlich als Ring ausgebildet sein.
[0054] Innerhalb des Hohlzylinders 10, zwischen einem Boden des Hohlzylinders 10 und dem
Antriebskolben 3 befindet sich die erste Luftkammer 6a, welche durch den Boden des
Hohlzylinders 10 von der zwischen dem Boden des Hohlzylinders 10 und dem Schlagkolben
4 befindlichen zweiten Luftkammer 6b getrennt ist. Der Boden des Hohlzylinders 10
bildet somit ein Trennelement zwischen der ersten Luftkammer 6a und der zweiten Luftkammer
6b.
[0055] Die Vorsprünge 11a, 11b begrenzen die Bewegbarkeit des Bodens des Hohlzylinders 10
zum Antriebskolben 3 in der Art, dass auch hier ein vorgegebener Maximalabstand zwischen
dem Boden des Hohlzylinders 10 und dem Antriebskolben 3 nicht überschritten werden
kann.
[0056] Im dargestellten Moment des Bewegungsablaufs, in dem der Antriebskolben 3 durch den
Kurbeltrieb 1 vom Schlagkolben 4 weg bewegt wird, ist der maximale Abstand zwischen
dem Antriebskolben 3 und dem Boden des Hohlzylinders 10 noch nicht erreicht. In den
Luftkammern 6a und 6b kann noch Überdruck herrschen. Sobald der Maximalabstand erreicht
wird, kann in der ersten und zweiten Luftkammer 6a, 6b im Wesentlichen Umgebungsdruck
herrschen. Die Vorsprünge 11a, 11b können dann mit dem Antriebskolben 3 einseitig
wirkende Formschlüsse bilden, durch die die Bewegung des Antriebskolbens 3 auf den
Hohlzylinder 10 übertragen werden kann. In der zweiten Luftkammer 6b kann dann durch
Dekomprimierung des eingeschlossenen Luftvolumens eine kurze Luftfeder ausgebildet
werden, durch die die Bewegung des Antriebskolbens 3 effektiv auf den Schlagkolben
4 übertragbar ist.
[0057] Die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform entspricht in weiten Teilen der in Fig. 1
gezeigten. Allerdings ist hier die Trennscheibe 7 durch ein Zugelement 12 wie beispielsweise
ein Drahtseil mit dem Antriebskolben 3 gekoppelt. Das Zugelement 12 begrenzt in dieser
Ausführungsform einseitig die Bewegbarkeit der Trennscheibe 7 relativ zum Antriebskolben
3, wodurch in dem gezeigten Teilabschnitt des Bewegungszyklusses der Antriebskolben
3 mit der Trennscheibe 7 gekoppelt ist. In einem weiteren Teilabschnitt des Bewegungszyklusses,
beispielsweise einer Schubphase des Antriebskolbens 3 in Richtung des Schlagkolbens
4, besteht diese Kopplung nicht, so dass die Trennscheibe 7 relativ und beidseitig
zum Antriebskolben 3 bewegbar ist.
[0058] In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform in Form eines Hohlschlägerschlagwerks
gezeigt. Der Schlagkolben 4 ist in dieser Ausführungsform als Hohlkolben ausgebildet,
in dem der Antriebskolben 3 und die mit dem Antriebskolben 3 beispielsweise durch
das Zugelement 12 gekoppelte Trennscheibe 7 eingelassen sind. Auch hier ist in dem
dargestellten Teilabschnitt des Bewegungszyklusses die Trennscheibe 7 einseitig durch
das Zugelement 12 mit dem Antriebskolben 3 derart gekoppelt, dass der durch den Kurbeltrieb
1 auf den Antriebskolben 3 übertragene Zug durch das Zugelement 12 auf die Trennscheibe
7 übertragen wird. Der Zug kann dann durch die sich in der zweiten Luftkammer 6b durch
Dekompression ausbildende zweite Luftfeder auf den Schlagkolben 4 übertragen werden.
In einem anderen, nicht dargestellten Teilabschnitt des Bewegungszyklusses kann die
Kopplung gelöst sein. Die Trennscheibe 7 kann dann relativ und beidseitig zum Antriebskolben
bewegt werden und die in den beiden Luftkammern 6a und 6b gebildeten Luftfedern können
zusammenwirken.
[0059] Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform in Form eines Hohlschlägerschlagwerks.
Der Antriebskolben 3 ist als Hohlkolben ausgebildet, in dem die Trennscheibe 7 und
der Schlagkolben 4 eingelassen sind. Auch in dieser Ausführungsform ist die Trennscheibe
7 mit dem Antriebskolben 3 durch das Zugelement 12 derartig gekoppelt, dass eine Bewegbarkeit
der Trennscheibe 7 relativ zu dem Antriebskolben 3 einseitig begrenzt ist.
[0060] Durch die in den Figuren 1 bis 6 gezeigten Gestaltungen der Luftfedereinrichtungen
kann eine effektive Sogwirkung einer kurzen Luftfeder (die in der zweiten Luftkammer
6b durch Dekompression gebildete zweite Luftfeder) mit einer guten Absorptionswirkung
und Schubübertragung einer langen Luftfeder (gemeinsame Wirkung der in der ersten
und der zweiten Luftkammer 6a, 6b ausgebildeten Luftfedern) kombiniert werden. Diese
Gestaltung ermöglicht ein kraftvolles Rücksaugen unabhängig von einer Rückstoßziffer
eines bearbeiteten Untergrunds. Folglich ist das resultierende Luftfederschlagwerk
toleranter gegenüber verschiedenen Untergründen und insbesondere auch bei Untergründen
mit einer niedrigen Rückstoßziffer einsetzbar. Durch die bei Kompression wirkende
lange Luftfeder kann ein Rückstoß gut abgefangen und ein Schub des Antriebskolbens
3 auf den Schlagkolben 4 effektiv übertragen werden, wodurch eine hohe Einzelschlagenergie
erreicht werden kann. Zudem werden von der langen Luftfeder Vibrationen gut absorbiert
und es ergibt sich ein geringerer Maximaldruck, was zu einer geringeren Betriebstemperatur
und einer geringeren Belastung der Dichtungen führt. Dies ermöglicht es, das Luftfederschlagwerk
beispielsweise mit einer erhöhten Kurbelwellendrehzahl oder einer vergrößerten Schlägermasse
zu gestalten. Alternativ kann auch ein leichteres Luftfederschlagwerk angegeben werden,
das eine vorgegebene Einzelschlagenergie erreicht.
1. Luftfederschlagwerk mit
einem axial hin- und herbewegbaren, von einem Antrieb antreibbaren Antriebselement
(3);
einem axial hin- und herbewegbaren Schlagelement (4) zum Aufschlagen auf ein Werkzeug
(5); und mit
einer zwischen dem Antriebselement (3) und dem Schlagelement (4) wirkenden Luftfedereinrichtung
(6a, 6b), wobei durch die Luftfedereinrichtung (6a, 6b) eine Bewegung des Antriebselements
(3) auf das Schlagelement (4) übertragbar ist;
wobei
die Luftfedereinrichtung eine an das Antriebselement (3) angrenzende erste Luftkammer
(6a) und eine an die erste Luftkammer (6a) und das Schlagelement (4) angrenzende zweite
Luftkammer (6b) aufweist;
zwischen der ersten Luftkammer (6a) und der zweiten Luftkammer (6b) ein axial hin-
und herbewegbares Trennelement (7) angeordnet ist; und wobei
eine Bewegbarkeit des Trennelements (7) relativ zu dem Antriebselement (3) durch eine
Koppeleinrichtung (8) derart einseitig begrenzt ist, dass ein vorgegebener Maximalabstand
(M) zwischen dem Trennelement (7) und dem Antriebselement (3) nicht überschreitbar
ist.
2. Luftfederschlagwerk nach Anspruch 1, wobei
während eines Teilabschnitts eines Bewegungszyklusses des Antriebselements (3) das
Trennelement (7) durch die Koppeleinrichtung (8) mit dem Antriebselement (3) gekoppelt
ist, und während eines weiteren Teilabschnitts des Bewegungszyklusses das Trennelement
(7) nicht durch die Koppeleinrichtung (8) mit dem Antriebselement (3) gekoppelt ist.
3. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
die Koppeleinrichtung (8) ein mit dem Trennelement (7) gekoppeltes Sperrelement (9)
aufweist; und
die Bewegbarkeit des Trennelements (7) durch einen einseitig wirkenden Formschluss
des Sperrelements (9) mit dem Antriebselement (3) begrenzt wird.
4. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
in einem Ruhezustand ein Volumen der zweiten Luftkammer (6b) geringer ist als ein
Volumen der ersten Luftkammer (6a).
5. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
das Sperrelement (9) auf der dem Trennelement (7) entgegengesetzten Seite des Antriebselements
(3) angeordnet ist.
6. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
das Trennelement (7) in einem Führungszylinder (2) zum axialen Führen des Antriebselements
(3) und/oder des Schlagelements (4) geführt wird.
7. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
das Antriebselement (3) innerhalb eines Hohlzylinders (10) angeordnet ist,
das Trennelement (7) durch einen Boden des Hohlzylinders (10) gebildet ist, und
das Sperrelement (11a, 11b) einen im Innenraum des Hohlzylinders (10) angeordneten
Vorsprung aufweist.
8. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
in einer Schubphase, in der das Antriebselement (3) durch den Antrieb in Richtung
des Schlagelements (4) bewegt wird, in der ersten Luftkammer (6a) eine erste Luftfeder
und in der zweiten Luftkammer (6b) eine zweite Luftfeder ausgebildet ist, und ein
Schub des Antriebselements (3) über die erste Luftfeder auf das Trennelement (7) und
von dem Trennelement (7) über die zweite Luftfeder auf das Schlagelement (4) übertragbar
ist.
9. Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei
in einer Zugphase, in der das Antriebselement (3) durch den Antrieb von dem Schlagelement
(4) weg bewegt wird, ein Zug des Antriebselements (3) über die Koppeleinrichtung (8,
9) auf das Trennelement (7) und von dem Trennelement (7) über die zweite Luftfeder
auf das Schlagelement (4) übertragbar ist.
10. Arbeitsgerät mit einem Luftfederschlagwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Luftfederschlagwerk als ein Rohrschlagwerk, ein Hohlkolbenschlagwerk oder
ein Hohlschlägerschlagwerk ausgebildet ist.