[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Herausschneiden einer
Scheibe.
[0002] Die Scheibe ist in einer Umrahmung mittels einer Kleberaupe fixiert, wobei die Umrahmung
insbesondere Bestandteil eines Kraftfahrzeugs ist.
[0003] Bekannte Vorrichtungen dieser Art verwenden als Mittel zum Durchtrennen der Kleberaupe
Schneiddrähte.
[0004] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
DE 297 11 291 U1 bekannt. Das dort beschriebene Scheibentrenngerät dient zum Heraustrennen kraftschlüssig
verklebter Scheiben von Kraftfahrzeugen, und umfasst ein Paar von Saugtellern, die
an die herauszutrennende Scheibe ansetzbar sind. Weiterhin ist eine mit den Saugtellern
über je einen Gelenkmechanismus schwenkbar verbundende Aufwickel-Vorrichtung zum Aufwickeln
eines Schneiddrahtes vorgesehen. Der Schneiddraht wird auf der dem Scheibentrenngerät
abgewandten Seite um die Außenkontur der Scheibe herumgelegt und mit wenigstens einem
Ende durch die Verklebung hindurch und zu der Aufwickel-Vorrichtung geführt.
[0005] Der Gelenkmechanismus dient dazu, auch bei gewölbten Scheiben ein Anlegen des Schneiddrahtes
so zu ermöglichen, dass dieser in einem geeigneten flachen Anstellwinkel zur Scheibenoberfläche
verläuft. Die Ausbildung eines derartigen Gelenkmechanismus ist jedoch relativ aufwändig.
[0006] Ein Nachteil bei derartigen Vorrichtungen besteht generell darin, dass es bei der
Verwendung von Schneiddrähten als Schneidmittel leicht zu Beschädigungen des Innenraums
des Kraftfahrzeugs kommen kann. Generell besteht auch die Gefahr von Verletzungen
der Bedienpersonen, die derartige Vorrichtungen nutzen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen,
um mit geringem konstruktivem Aufwand ein sicheres und schnelles Herausschneiden von
Scheiben zu ermöglichen.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale der unabhängigen Ansprüche vorgesehen.
Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zum Herausschneiden einer mittels einer Kleberaupe
in einer Umrahmung fixierten Scheibe und umfasst eine Werkzeugeinheit mit einen Vakuumsaugteller,
eine maschinell betätigbare Winde, auf welcher eine Trennschnur auf- und abrollbar
gelagert ist und eine Umlenkrolle zur Führung der Trennschnur. Die Werkzeugeinheit
ist mit dem Vakuumsaugteller auf einer Oberfläche der Scheibe fixiert. Weiterhin umfasst
die erfindungsgemäße Vorrichtung einen Anker-Sauger, welcher auf einer Oberfläche
der Scheibe fixiert ist, wobei die Trennschnur wenigstens an einer Einstichstelle
durch die Kleberaupe geführt ist. Das freie Ende der Trennschnur wird an dem Anker-Sauger
befestigt, wobei durch ein maschinelles Betätigen der Winde die Trennschnur an dieser
aufgewickelt wird und dadurch die Kleberaupe durchtrennt.
[0010] Weiter betrifft die Erfindung ein entsprechendes Verfahren.
[0011] Besonders vorteilhaft ist die Umrahmung Bestandteil eines Kraftfahrzeugs, wobei die
Scheibe eine Frontscheibe, Heckscheibe, Seitenscheibe oder Panoramascheibe im Dachbereich
eines Kraftfahrzeugs ist.
[0012] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass zum Durchtrennen der Kleberaupe
eine Trennschnur verwendet wird. Aufgrund der mittlerweile technisch realisierbaren
Eigenschaften wird mit der Trennschnur ebenso wie mit einem Schneiddraht ein sicheres
Durchtrennen der Kleberaupe ermöglicht. Im Vergleich zu Schneiddrähten bietet die
Verwendung einer Trennschnur als zusätzliche Vorteile, dass Beschädigungen der Umrahmung
oder generell des Innenraums eines Kraftfahrzeugs ausgeschlossen werden. Zudem besteht
keine Verletzungsfahr für das Bedienpersonal.
[0013] Die erfindungsgemäß eingesetzte Trennschnur weist bei einem geringen Querschnitt
eine hohe Stabilität und Festigkeit, insbesondere Reißfestigkeit auf, wodurch diese
als Schneidmittel geeignet ist. Unter dem Begriff Schnur wird im Sinne der Erfindung
jegliche strangartige, insbesondere faserstrangartige Struktur verstanden. Die Trennschnur
besteht dabei bevorzugt aus einem reißfesten Kunststoff-Material, wie beispielsweise
Polyethylen. Geeignete handelsübliche Materialien sind Spectra, Dyneema, Nylon.
[0014] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht in deren einfachen
Bedienbarkeit, wobei besonders vorteilhaft ist, dass diese von nur einer Person betätigt
werden kann.
[0015] Hierzu muss die Bedienperson lediglich die Werkzeugeinheit und den Anker-Sauger in
geeigneten Positionen auf eine Oberfläche der Scheibe aufsetzen. Je nachdem, ob die
Werkzeugeinheit und der Anker-Sauger auf verschiedenen Oberflächen oder derselben
Oberfläche der Scheibe befestigt werden, wird die Trennschnur an einer oder zwei Einstichstellen
durch die Kleberaupe geführt. Die Einstichstellen können einfach und schnell mit mechanischen
Durchstechwerkzeugen erzeugt werden.
[0016] Zum Durchtrennen der Kleberaupe muss dann lediglich die Trennschnur auf der Winde
aufgewickelt werden. Dies erfolgt erfindungsgemäß maschinell derart, dass die Aufwicklung
mit der erforderlichen Drehzahl erfolgt, so dass ein sicherer, einwandfreier Schneidvorgang
mit der Trennschnur erzielt wird. Diese Drehzahl liegt vorteilhaft im Bereich von
0-500 U/min.
[0017] Besonders vorteilhaft ist an der Winde ein Anschlussmittel für einen mit einem Akkumulator
betriebenen Bohrer oder Schrauber vorgesehen.
[0018] Mit derartigen sogenannten Akku-Bohrern oder Akku-Schraubern lässt sich der gewünschte
Drehzahlbereich für ein Auf- und Abwickeln der Trennschnur realisieren.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Werkzeugeinheit ein
auf dem Vakuumsaugteller angeordnetes Oberteil auf, welches ein über den Vakuumsaugteller
hervorstehendes, dicht oberhalb der Unterkante des Vakuumsaugtellers verlaufendes
Kopfteil aufweist, an dessen Vorderende die Umlenkrolle drehbar gelagert ist. Das
Kopfteil weist zwei in spitzem Winkel auf das Vorderende zulaufende Seitenkanten auf,
wobei eine der Seitenkanten eine Ausrichtkante zur Ausrichtung der Werkzeugeinheit
auf der Oberfläche der Scheibe ausbildet.
[0020] Das Oberteil besteht dabei bevorzugt aus einem Kunststoff-Spritzgussteil, welches
kostengünstig herstellbar ist.
[0021] Durch die Anbringung der Umlenkrolle an dem Vorderende des Kopfteils wird eine Führung
der Trennschnur derart erreicht, dass mit dieser ein einwandfreier, optimierter Schneidvorgang
durchgeführt werden kann. Wesentlich hierbei ist zum einen, dass das Kopfteil dicht
oberhalb der Unterkante des Vakuumsaugtellers positioniert ist. Damit wird unabhängig
von der Scheibengeometrie bei Aufsetzen der Werkzeugeinheit mit dem Vakuumsaugteller
auf der Scheibe ein flacher Anstellwinkel der Trennschnur zur Scheibe erreicht, was
eine wesentliche Voraussetzung für einen einwandfreien Schneidvorgang ist. Weiterhin
ist wesentlich, dass die Schneidkanten des Kopfteils in einem spitzen Winkel auf das
Vorderende des Kopfteils zulaufen. Die Umlenkung der Trennschnur aus der Umlenkrolle
im Bereich des Vorderendes des Kopfteils kann damit so erfolgen, dass beliebige Winkelstellungen
der zum Anker-Sauger geführten Trennschnur erhalten werden, so dass eine geeignete
Ausrichtung der Werkzeugeinheit zum Anker-Sauger zur Erzielung eines optimalen Schneidvorgangs
ermöglicht wird.
[0022] Besonders vorteilhaft ist weiterhin, dass eine Seitenkante des Kopfteils eine Ausrichtkante
bildet. Diese Ausrichtkante dient als Ausrichthilfe, mittels derer die Werkzeugeinheit
auf einfache Weise in einer bestimmten Sollposition auf der Scheibe platziert und
fixiert werden kann.
[0023] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist an dem Kopfteil ein Führungsstift
zur Führung der Trennschnur vorgesehen.
[0024] Dadurch wird ein unerwünschtes Führen der Trennschnur an Elementen des Oberteils,
was zu unerwünschten Reibungskräften oder sogar einem Verkanten der Trennschnur führen
kann, vermieden.
[0025] Weiterhin ist vorteilhaft, dass die Winde eine Welle aufweist, die in zwei in Abstand
zueinander angeordneten Armen des Oberteils der Werkzeugeinheit gelagert ist. In Aufnahmen
der Arme sind Lagerbuchsen zur Lagerung der Winde vorgesehen.
[0026] Die Lagerung der Winde ist somit platz- und kostensparend integriert. Zudem wird
ein unerwünschtes Einklemmen der Trennschnur an den Längsenden der Winde vermieden.
[0027] Besonders vorteilhaft ist Welle gegen die Federkraft in einer Federscheibe an einem
Arm des Oberteils gelagert.
[0028] Dadurch wird eine gewisse Reibungskraft, die auf die Winde wirkt, generiert, wodurch
ein unkontrolliertes Auf- oder Abrollen der Trennschnur auf der Winde vermieden wird.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorteilhaft derart durchgeführt, dass zum Durchtrennen
der gesamten Kleberaupe die Werkzeugeinheit und/oder der Anker-Sauger nacheinander
in unterschiedlichen Positionen an der Scheibe befestigt werden. Für die einzelnen
Positionen ist jeweils die Trennschnur wenigstens an einer Einstichstelle durch die
Kleberaupe geführt und das freie Ende der Trennschnur an dem Anker-Sauger befestigt.
Durch ein maschinelles Betätigen der Winde und ein dadurch bedingtes Aufwickeln der
Trennschnur wird an der Winde ein durch die Positionen der Werkzeugeinheit und des
Anker-Saugers vorgegebener Abschnitt der Klebraupe durchtrennt.
[0030] Besonders vorteilhaft wird das erfindungsgemäße Verfahren zum Heraustrennen von Scheiben
in Kraftfahrzeugen eingesetzt.
[0031] Insbesondere beim Heraustrennen einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs wird
bei unveränderter Position des Anker-Saugers die Werkzeugeinheit nacheinander in den
Eckbereichen der Windschutzscheibe fixiert, wobei die Ausrichtung der Werkzeugeinheit
mittels der Ausrichtkante der Werkzeugeinheit kontrolliert wird.
[0032] Bei einem Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens im Kraftfahrzeug-Bereich hat es
sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Werkzeugeinheit auf die Oberfläche an der
Innenseite des Kraftfahrzeugs aufgesetzt wird. Der Anker-Sauger wird auf der Oberfläche
an der Außenseite des Kraftfahrzeugs aufgesetzt. Die Trennschnur wird an nur einer
Einstichstelle durch die Kleberaupe geführt.
[0033] Diese Anordnung ist besonders vorteilhaft für ein Heraustrennen einer Windschutzscheibe
eines Kraftfahrzeugs.
[0034] Prinzipiell ist auch eine umgekehrte Anordnung, das heißt die Befestigung der Werkzeugeinheit
an der Außenseite und des Anker-Saugers an der Innenseite der Scheibe möglich.
[0035] Generell sind auch Anwendungen denkbar, bei denen sowohl die Werkzeugeinheit als
auch der Anker-Sauger an der Innen- oder Außenseite der Scheibe angebracht werden.
Dann muss die Trennschnur zweimal durch die Kleberaupe geführt werden.
[0036] Das erfindungsgemäße Verfahren kann vorteilhaft dahingehend modifiziert beziehungsweise
erweitert sein, dass mit diesem anstelle einer Scheibe ein anderes Teil, insbesondere
eine Leiste, ein Emblem oder ein Spoiler eines Kraftfahrzeugs, herausgelöst wird.
[0037] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer Werkzeugeinheit als Bestandteil einer
Vorrichtung zum Heraustrennen einer Scheibe.
- Figur 1a:
- Variante der Anordnung von Figur 1.
- Figur 2:
- Ansicht der Anordnung gemäß Figur 1 in der dort mit 2 bezeichneten Richtung.
- Figur 3:
- Ansicht der Anordnung gemäß Figur 1 in der dort mit 3 bezeichneten Richtung.
- Figur 4:
- Einzeldarstellung der Komponenten der Werkzeugeinheit gemäß Figur 1.
- Figur 5 - 8:
- Darstellungen aller Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung in unterschiedlichen
Phasen bei einem Heraustrennen einer Windschutzscheibe aus einem Kraftfahrzeug.
- Figur 9:
- Detaildarstellung zu den Darstellungen gemäß Figuren 5 bis 8.
[0038] Die Figuren 1, 2, 3 und 4 zeigen eine Ausführungsform einer Werkzeugeinheit 1 als
Bestandteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Herausschneiden einer Scheibe aus
einer Umrahmung, die insbesondere Bestandteil eines Kraftfahrzeugs ist.
[0039] Die Werkzeugeinheit 1 umfasst einen Vakuumsaugteller 2 und ein auf dessen Oberseite
aufgebrachtes Oberteil 3, welches in Form eines Kunststoff-Spritzgußteils ausgebildet
ist. Das Oberteil 3 ist, wie Figur 4 zeigt, mit Schrauben 4 am Vakuumsaugteller 2
befestigt. Dem Vakuumsaugteller 2 sind ein Vakuum-Kolben 5 und eine Vakuum-Pumpe 6
zugeordnet. Der Vakuumsaugteller 2 dient zur Befestigung der Werkzeugeinheit 1 auf
der Scheibe, wobei hierzu nach Aufsetzen des Vakuumsaugtellers 2 auf die Scheibe in
dem so gebildeten Hohlraum zwischen dem Vakuumsaugteller 2 und der Scheibe mittels
des Vakuum-Kolbens 5 und der Vakuum-Pumpe 6 ein Vakuum erzeugt wird. An der Oberseite
des Vakuumsaugtellers 2 in dessen Randbereich befinden sich Laschen 7 zum Lösen des
Vakuums, das heißt durch Ziehen an den Laschen 7 kann der Rand des Vakuumsaugtellers
2 etwas angehoben werden, das Vakuum wird dadurch aufgehoben und die Werkzeugeinheit
1 mit dem Vakuumsaugteller 2 kann von der Scheibe wieder abgehoben werden.
[0040] Der zentrale Bereich des Oberteils 3 bildet einen Griff aus, an dem eine Bedienperson
die Werkzeugeinheit 1 aufnehmen kann. An einem Rand des Oberteils 3 sind zwei in Abstand
zueinander parallel verlaufende und identisch ausgebildete Arme 8 vorgesehen. Zwischen
diesen Armen 8 ist eine Winde 9 gelagert, deren Einzelteile in Figur 4 dargestellt
sind. Die Winde 9 umfasst eine Welle 10, an deren längsseitigen Enden zwei Kreisscheiben
11 und zwei Anschlussstücke 12 anschließen. An ein Anschlussstück 12 schließt ein
Anschlussmittel in Form eines hexagonalen Anschlusskopfs 13 an, wobei dieser vorwiegend
ein 1/4 - Zoll Hexagonal-Kopf ist und somit ein standardisiertes Anschlussmittel ausbildet.
Die Arme 8 weisen Aussparungen auf, in welche Lagerbuchsen 14 eingesetzt werden. Zur
Ausbildung einer Drehlagerung werden die Anschlussstücke 12 in die Lagerbuchsen 14
eingesetzt. Weiterhin ist eine Federscheibe 15 vorgesehen, die zwischen einer Kreisscheibe
11 und einem Arm 8 eingesetzt wird. Mit der Federscheibe 15 wird eine Federkraft erzeugt,
die ein unkontrolliertes Drehen der Winde 9 vermeidet. Bei der in den Armen 8 des
Oberteils 3 gelagerten Winde 9 steht der Anschlusskopf 13 über die Außenseite des
Arms 8 hervor. Somit kann dort eine motorisch getriebene Antriebseinheit angeschlossen
werden, um die Winde maschinell zu betätigen, das heißt zu drehen.
[0041] Auf der Winde 9 ist eine Trennschnur 16 gelagert, die aus einem reißfesten Kunststoff-Material
besteht. Ein freies Ende ist in einem Loch 10a im Zentrum der Welle 10 gelagert.
[0042] Das Oberteil 3 der Werkzeugeinheit 1 weist weiterhin ein Kopfteil 17 auf, das mit
seinem Vorderende, an welchem eine Umlenkrolle 18 drehbar gelagert ist, über den Vakuumsaugteller
2 hervorsteht. Die Umlenkrolle 18 dient zur Umlenkung und Führung der Trennschnur
16.
[0043] Wie insbesondere aus Figur 2 ersichtlich, liegt das Kopfteil 17 tiefer als das restliche
Oberteil 3, wobei das Kopfteil 17 im Höhenbereich des Vakuumsaugtellers 2 verläuft.
Die horizontale Ebene der Umlenkrolle 18, innerhalb derer die Trennschnur 16 am Kopfteil
17 geführt ist, liegt somit dicht oberhalb dem unteren Rand des Vakuumsaugtellers
2 und damit dicht oberhalb der Oberfläche der Scheibe, auf welcher der Vakuumsaugteller
2 befestigt wird.
[0044] Das Kopfteil 17 weist zwei in spitzem Winkel auf dessen Vorderende zulaufende Seitenkanten
auf. Eine Seitenkante bildet eine Ausrichtkante 19, die als Ausrichthilfe zur Ausrichtung
der Werkzeugeinheit 1 in einer Sollposition auf der Scheibe dient. An der anderen
Seitenkante befindet sich eine Schnurklemme 20, in welcher das nicht an der Winde
9 befestigte freie Ende der Trennschnur 16 eingeklemmt werden kann.
[0045] Figur 1a zeigt eine Variante der Werkzeugeinheit 1 gemäß Figur 1. Diese Variante
unterscheidet sich von der Ausführungsform dadurch, dass am Oberteil 3 ein Führungsstift
21 als weiteres Mittel zur Führung der Trennschnur 16 vorgesehen ist. Weiterhin sind
die Kreisscheiben 11 der Winde 9 vollständig in den Aussparungen der Arme 8 integriert.
[0046] Die Trennschnur 16 kann an der Umlenkrolle 18 so eingefädelt werden, dass die Trennschnur
16 bei Abrollen von der Winde 9 im oder entgegen dem Uhrzeigersinn geführt ist. Figur
1 zeigt eine Führung der Trennschnur 16 im Uhrzeigersinn. Figur 1a zeigt eine Führung
der Trennschnur 16 entgegen dem Uhrzeigersinn. Bei dieser Anordnung verhindert der
Führungsstift 21 einen direkten Kontakt der Trennschnur 16 mit Wandelementen des Oberteils
3.
[0047] Die Figuren 5 bis 8 zeigen die komplette erfindungsgemäße Vorrichtung bei Heraustrennen
einer Scheibe in Form einer Windschutzscheibe 22 aus einer von Rahmenteilen der Karosserie
eines Kraftfahrzeugs gebildeten Umrahmung. Dabei ist die Windschutzscheibe 22 mittels
einer Kleberaupe 24 in der Umrahmung befestigt.
[0048] In Figur 5 ist der erste Verfahrensschritt zum Herausschneiden der Windschutzscheibe
22 aus der Umrahmung dargestellt. Die Werkzeugeinheit 1 gemäß den Figuren 1 bis 4
ist mit dem Vakuumsaugteller 2 an der Innenseite der Windschutzscheibe 22 befestigt,
und zwar im Bereich der linken unteren Ecke der Windschutzscheibe 22. Die Ausrichtung
der Werkzeugeinheit 1 erfolgt dadurch, dass die Ausrichtkante 19 der Werkzeugeinheit
1 relativ zur Umrahmung ausgerichtet wird.
[0049] Als weiterer Bestandteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird auf der Außenseite
der Windschutzscheibe 22 ein Anker-Sauger 25 befestigt. Dieser Anker-Sauger 25 weist
einen umklappbaren Hebel 26 auf, wobei durch Umklappen des Hebels 26 in bekannter
Weise ein Unterdruck generiert wird, mittels dessen der Anker-Sauger 25 an der Windschutzscheibe
22 befestigt wird. Weiterhin weist der Anker-Sauger 25 eine Befestigungsvorrichtung
27 auf, an welcher das freie Ende der Trennschnur 16 befestigt, insbesondere festgeklemmt
werden kann.
[0050] Nach Befestigen der Werkzeugeinheit 1 an der Innenseite der Windschutzscheibe 22
und des Anker-Saugers 25 an der Außenseite der Windschutzscheibe 22 wird mit einem
Durchstehwerkzeug 28 von einer Bedienperson eine Einstichstelle 29 in der Kleberaupe
24 erzeugt, die sich im Bereich der unteren rechten Ecke der Windschutzscheibe 22
befindet. Dann wird das freie Ende von der Bedienperson durch diese Einstichstelle
29 gefädelt und dann an der Befestigungsvorrichtung 27 des Anker-Saugers 25 befestigt.
Diese Situation ist in Figur 5 dargestellt.
[0051] Danach erfolgt ein Schneidvorgang, das heißt ein Durchtrennen der Kleberaupe 24 im
unteren Bereich der Windschutzscheibe 22 durch ein maschinelles Betätigen der Winde
9 und ein dadurch bedingtes Aufrollen der Trennschnur 16 auf der Winde 9. Hierzu wird,
wie besonders deutlich die Detaildarstellung von Figur 9 zeigt, ein Akku-Bohrer 30,
das heißt eine mittels Akkumulator betriebene Bohrmaschine, über einen Bohrspitzenhalter
31 an den Anschlusskopf der Winde 9 angeschlossen. Die Drehbewegung des Akku-Bohrers
30 wird so auf die Winde 9 übertragen, dass die Winde 9 mit einer Drehzahl von maximal
500 U/min gedreht und die Trennschnur 16 auf dieser aufgewickelt wird. Dadurch wird
die Trennschnur 16 durch die Kleberaupe 24 gezogen, so dass die Kleberaupe 24 im Bereich
des unteren Randes der Windschutzscheibe 22 durchtrennt wird.
[0052] Danach wird bei gleichbleibender Position des Anker-Saugers 25 die Werkzeugeinheit
1 in der in Figur 6 gezeigten Position an der Windschutzscheibe 22 befestigt, so dass
dann in entsprechender Weise die Kleberaupe 24 im Bereich des linken Randes der Windschutzscheibe
22 durchtrennt wird.
[0053] Danach wird bei gleichbleibender Position des Anker-Saugers 25 die Werkzeugeinheit
1 in der in Figur 7 gezeigten Position an der Windschutzscheibe 22 befestigt, so dass
dann in entsprechender Weise die Kleberaupe 24 im Bereich des oberen Randes der Windschutzscheibe
22 durchtrennt wird.
[0054] Schließlich wird bei gleichbleibender Position des Anker-Saugers 25 die Werkzeugeinheit
1 in der in Figur 6 gezeigten Position an der Windschutzscheibe 22 befestigt, so dass
dann in entsprechender Weise der restliche Bereich der Kleberaupe 24 durchtrennt wird.
Bezugszeichenliste
[0055]
- (1)
- Werkzeugeinheit
- (2)
- Vakuumsaugteller
- (3)
- Oberteil
- (4)
- Schraube
- (5)
- Vakuum-Kolben
- (6)
- Vakuum-Pumpe
- (7)
- Lasche
- (8)
- Arm
- (9)
- Winde
- (10)
- Welle
- (10a)
- Loch
- (11)
- Kreisscheibe
- (12)
- Anschlussstück
- (13)
- Anschlusskopf
- (14)
- Lagerbuchse
- (15)
- Federscheibe
- (16)
- Trennschnur
- (17)
- Kopfteil
- (18)
- Umlenkrolle
- (19)
- Ausrichtkante
- (20)
- Schnurklemme
- (21)
- Führungsstift
- (22)
- Windschutzscheibe
- (24)
- Kleberaupe
- (25)
- Anker-Sauger
- (26)
- Hebel
- (27)
- Befestigungsvorrichtung
- (28)
- Durchstechwerkzeug
- (29)
- Einstichstelle
- (30)
- Akku-Bohrer
- (31)
- Bohrspitzenhalter
1. Vorrichtung zum Herausschneiden einer mittels einer Kleberaupe (24) in einer Umrahmung
fixierten Scheibe, mit einer Werkzeugeinheit (1) umfassend einen Vakuumsaugteller
(2), einer maschinell betätigbaren Winde (9), auf welcher eine Trennschnur (16) auf-
und abrollbar gelagert ist und einer Umlenkrolle (18) zur Führung der Trennschnur
(16), wobei die Werkzeugeinheit (1) mit dem Vakuumsaugteller (2) auf einer Oberfläche
der Scheibe fixiert ist, und mit einem Anker-Sauger (25), welcher auf einer Oberfläche
der Scheibe fixiert ist, wobei die Trennschnur (16) wenigstens an einer Einstichstelle
(29) durch die Kleberaupe (24) geführt ist und das freie Ende der Trennschnur (16)
an dem Anker-Sauger (25) befestigt wird, und wobei durch ein maschinelles Betätigen
der Winde (9) die Trennschnur (16) an dieser aufgewickelt wird und dadurch die Kleberaupe
(24) durchtrennt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschnur (16) aus einem reißfesten Kunststoff-Material besteht.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugeinheit (1) ein auf dem Vakuumsaugteller (2) angeordnetes Oberteil (3)
aufweist, welches ein über den Vakuumsaugteller (2) hervorstehendes, dicht oberhalb
der Unterkante des Vakuumsaugtellers (2) verlaufendes Kopfteil (17) aufweist, an dessen
Vorderende die Umlenkrolle (18) drehbar gelagert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (17) zwei in spitzem Winkel auf das Vorderende zulaufende Seitenkanten
aufweist, wobei eine der Seitenkanten eine Ausrichtkante (19) zur Ausrichtung der
Werkzeugeinheit (1) auf der Oberfläche der Scheibe ausbildet.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Kopfteil (17) ein Führungsstift (21) zur Führung der Trennschnur (16) vorgesehen
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Winde (9) eine Welle (10) aufweist, die in zwei in Abstand zueinander angeordneten
Armen (8) des Oberteils (3) der Werkzeugeinheit (1) gelagert ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (10) gegen die Federkraft einer Federscheibe (15) an einem Arm (8) des
Oberteils (3) gelagert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Aufnahmen der Arme (8) Lagerbuchsen zur Lagerung der Winde (9) vorgesehen sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an der Winde (9) ein Anschlussmittel für einen mit einem Akkumulator betriebenen
Bohrer oder Schrauber vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Bohrers oder Schraubers die Winde (9) mit einer Drehzahl von 0 bis 500
U/min gedreht wird.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Umrahmung Bestandteil eines Kraftfahrzeugs ist, wobei die Scheibe eine Frontscheibe,
Heckscheibe, Seitenscheibe oder Panoramascheibe im Dachbereich eines Kraftfahrzeugs
ist.
12. Verfahren zum Herauslösen einer mittels einer Kleberaupe (24) in einer Umrahmung fixierten
Scheibe, mittels einer Vorrichtung, mit einer Werkzeugeinheit (1), umfassend einen
Vakuumsaugteller (2), eine maschinell betätigbare Winde (9), auf welcher eine Trennschnur
(16) auf- und abrollbar gelagert ist und eine Umlenkrolle (18) zur Führung der Trennschnur
(16), und mit einem Anker-Sauger (25), umfassend folgende Verfahrensschritte:
● Fixieren der Werkzeugeinheit (1) mittels des Vakuumsaugtellers (2) auf einer Oberfläche
der Scheibe
● Fixieren des Anker-Saugers (25) auf einer Oberfläche der Scheibe
● Führen der Trennschnur (16) an wenigstens einer Einstichstelle (29) durch die Kleberaupe
(24) und Befestigen des freien Endes der Trennschnur (16) an dem Anker-Sauger (25)
● Maschinelles Betätigen der Winde (9) und damit Aufrollen der Trennschnur (16) auf
der Winde (9), wodurch die Trennschnur (16) die Kleberaupe (24) durchtrennt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zum Durchtrennen der gesamten Kleberaupe (24) die Werkzeugeinheit (1) und/oder der
Anker-Sauger (25) nacheinander in unterschiedlichen Positionen an der Scheibe befestigt
werden, und dass für die einzelnen Positionen jeweils die Trennschnur (16) wenigstens
an einer Einstichstelle (29) durch die Kleberaupe (24) geführt ist und das freie Ende
der Trennschnur (16) an dem Anker-Sauger (25) befestigt wird und dann durch ein maschinelles
Betätigen der Winde (9) und ein dadurch bedingtes Aufwickeln der Trennschnur (16)
an der Winde (9) ein durch die Positionen der Werkzeugeinheit (1) und des Anker-Saugers
(25) vorgegebener Abschnitt der Klebraupe durchtrennt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugeinheit (1) auf die Oberfläche an der Innenseite des Kraftfahrzeugs aufgesetzt
wird, dass der Anker-Sauger (25) auf der Oberfläche an der Außenseite des Kraftfahrzeugs
aufgesetzt wird, und dass die Trennschnur (16) an nur einer Einstichstelle (29) durch
die Kleberaupe (24) geführt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei unveränderter Position des Anker-Saugers (25) die Werkzeugeinheit (1) nacheinander
in den Eckbereichen der Windschutzscheibe (22) fixiert wird, wobei die Ausrichtung
der Werkzeugeinheit (1) mittels der Ausrichtkante (19) der Werkzeugeinheit (1) kontrolliert
wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass mit diesem anstelle eine Scheibe ein anderes Teil, insbesondere ein Spoiler, ein
Emblem oder eine Leiste eines Kraftfahrzeugs, herausgelöst wird.