[0001] Die Erfindung betrifft einen Planenaufbau eines Nutzfahrzeugs mit einem Dach und
einer Seitenwand, wobei die Seitenwand eine Seitenplane und wenigstens eine mit der
Seitenplane verbundene Runge aufweist, wobei die Runge einen Rungenkörper und einen
gegenüber dem Rungenkörper zur Verlängerung der Runge nach oben ausziehbaren Rungenschiebling
aufweist, wobei sich im Verbindungsbereich zwischen dem Dach und der Seitenwand ein
Holm längs zum Planenaufbau erstreckt und wobei der Rungenkörper über den Rungenschiebling
am Holm gehalten ist.
[0002] Planenaufbauten von Nutzfahrzeugen, insbesondere Lastkraftwagen, Anhängern und Aufliegern,
sind in unterschiedlichen Ausführungen bekannt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass
wenigstens eine Seitenwand des Planenaufbaus durch eine Seitenplane verschlossen ist.
Auf feste Seitenwände, wie bei sogenannten Kofferaufbauten, kann daher verzichtet
werden. Das Dach wird bei Planenaufbauten wenigstens teilweise von sogenannten Rungen
getragen, die sich in vertikaler Richtung vom Boden des Planenaufbaus bis zum Dach
erstrecken. Man unterscheidet dabei sogenannte Eckrungen und Mittelrungen. Eckrungen
sind in den Verbindungsbereichen zwischen den Seitenwänden und der Stirnwand bzw.
der Rückwand, mithin an den vier Ecken (Kanten) des Planenaufbaus, vorgesehen, während
Mittelrungen im Bereich der Seitenwand zwischen zwei Eckrungen vorgesehen sind. Die
Mittelrungen tragen nicht nur das Dach, sondern können auch die Seitenwand stabilisieren.
Dazu kann die Seitenplane mit einer oder weiteren Mittelrungen verbunden sein.
[0003] Eine besondere Bauform von Planenaufbauten sind die sogenannten Curtainsider, bei
denen die Seitenplane in Längsrichtung des Nutzfahrzeugs aufgefahren werden kann.
Dabei sind die Mittelrungen jedenfalls teilweise mit der Seitenplane verbunden. Beim
Auffahren der Seitenplane beginnend von einem Längsende der Seitenwand werden die
Mittelrungen in Längsrichtung des Planenaufbaus verschoben und die Seitenplane ziehharmonikaartig
zusammengelegt. Dazu sind die Mittelrungen im Dach und im Boden des Planenaufbaus
längsverschieblich gelagert.
[0004] Einige der bekannten Planenaufbauten, insbesondere der Curtainsider, sind höhenverstellbar
ausgebildet. Dies bedeutet, dass das Dach von einer unteren Stellung in eine obere
Stellung jeweils relativ zum Ladeboden des Planenaufbaus gebracht werden kann. Hierzu
sind die Rungen längenveränderlich ausgebildet, um sich der Höhenverstellung des Dachs
anzupassen. Die Höhenverstellung kann einer einfacheren Beladung des Nutzfahrzeugs
dienen, wobei ein offener Spalt zwischen dem Dach und einer angrenzenden Seitenwand
des Planenaufbaus toleriert werden kann. In anderen Fällen dient die Höhenverstellung
dazu, das Nutzfahrzeug in zwei unterschiedlichen Höhen, den sogenannten Fahrstellungen,
zu bewegen. Es sollte sich dabei kein Spalt zwischen dem Dach und der Seitenwand öffnen,
wenn sich das Dach in der oberen Fahrstellung befindet, da dies aerodynamisch ungünstig
ist und Feuchtigkeit in den Laderaum eindringen kann. Es reicht dann also nicht aus,
die Rungen längenverschieblich auszubilden. Es müssen zusätzliche Maßnahmen getroffen
werden, um den Planenaufbau in beiden Fahrstellungen geschlossen zu halten.
[0005] In der
WO 2010/112467 Al ist ein Planenaufbau beschrieben, bei dem die Seitenplane zum Zwecke der Höhenverstellung
auf- und wieder abgerollt bzw. in Falten gelegt werden kann. Diese Lösungen sind jedoch
entweder aufwändig und kostenintensiv oder aber aerodynamisch ungünstig.
[0006] Daher liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, den eingangs genannten
und zuvor näher beschriebenen Planenaufbau derart auszugestalten und weiterzubilden,
dass eine einfachere, kostengünstigere und aerodynamisch günstigere Höhenverstellung
zwischen einer oberen und einer unteren Fahrstellung erreicht wird.
[0007] Diese Aufgabe ist bei einem Planenaufbau mit den Oberbegriffsmerkmalen des Anspruchs
1 dadurch gelöst, dass die Runge einen Planenhalter zur Fixierung der Seitenplane
in einer Position oberhalb des Rungenkörpers aufweist.
[0008] Die Erfindung hat erkannt, dass auf eine vertikale Längenveränderung der Seitenplane
verzichtet werden kann, solange sichergestellt ist, dass die Seitenplane durch die
Runge an ihrem oberen Ende in einer ausreichenden Höhe fixiert wird. Ausreichend ist
die Höhe, wenn sich beim Verstellen des Dachs in die obere Fahrstellung kein Spalt
bildet. Um dies auf einfache Art zu erreichen, wird die Runge mit einem entsprechenden
Planenhalter versehen, der die Seitenplane derart fixiert, dass das obere Ende der
Seitenplane auf einer Höhe oberhalb des Rungenkörpers gehalten ist.
[0009] In der oberen Fahrstellung des Dachs ist der Rungenschiebling gegenüber dem Rungenkörper
ausgezogen. Wenn die Seitenplane auf der Höhe des Rungenkörpers enden würde, könnte
darüber leicht ein Spalt zwischen dem Dach und der Seitenplane entstehen. Dies wird
bei dem vorgeschlagenen Planenaufbau vermieden.
[0010] Der Planenhalter hält die Seitenplane in einer Höhe, die für den Betrieb des Planenaufbaus
in der unteren Fahrstellung und in der oberen Fahrstellung ausreicht. Dadurch muss
die Seitenplane beim Verstellen des Dachs von der unteren Fahrstellung in die obere
Fahrstellung weder verkürzt noch verlängert werden. Weder in der unteren noch in der
oberen Fahrstellung des Dachs tritt ein Spalt zwischen dem Dach und der Seitenplane
auf. Es wird also weder die Lage des oberen Endes noch des unteren Endes der Seitenplane
an die Höhe des Dachs angepasst, sondern die Verbindung zwischen dem Dach und der
Seitenwand derart ausgebildet, dass das Dach und die Seitenwand in der oberen und
der unteren Fahrstellung gegeneinander abgedichtet sind, um den Planenaufbau stets
zu verschließen.
[0011] Wie hoch die Seitenplane durch den Planenhalter oberhalb des Rungenkörpers gehalten
wird, ist davon abhängig, wie weit das Dach in der Höhe zwischen der unteren und der
oberen Fahrstellung verstellt werden soll. Je weiter das Dach in der Höhe verstellt
werden soll, desto höher über dem Rungenkörper sollte der Planenhalter die Seitenplane
fixieren. Gleichzeitig müssen das Dach und die Seitenwand in ihrem Verbindungsbereich
so aufeinander abgestimmt sein, dass der über den Rungenkörper überstehende Teil der
Seitenplane die Stellung des Dachs auch in der unteren Fahrstellung nicht beeinträchtigt.
Der dann in vertikaler Richtung "überschüssige" oder "überstehende" obere Teil der
Seitenplane muss im Verbindungsbereich zwischen Dach und Seitenwand aufgenommen werden.
Aus aerodynamischen Gründen soll nämlich vorzugsweise verhindert werden, dass die
obere Kante der Seitenplane gegenüber der Oberseite des Dachs nach oben übersteht.
Zudem soll das Verstellen des Dachs in die untere Fahrstellung nicht durch ein Absenken
der Seitenplane insgesamt erreicht werden, die dann ggf. über den Boden des Planenaufbaus
nach unten überstehen würde.
[0012] Der Planenhalter kann als eigenständiges Bauteil der Runge oder einstückig mit einem
weiteren Bauteil der Runge, etwa dem Rungenschiebling oder Rungenkörper ausgebildet
sein. Durch einen einstückigen Planenhalter kann die Montage der Runge vereinfacht
werden. Durch einen separaten Planenhalter kann die Fertigung der einzelnen Rungenbauteile
vereinfacht werden.
[0013] Für den Fall, dass die Runge teleskopierbar ausgebildet ist, kann ggf. schwer zwischen
dem Rungenkörper und dem Rungenschiebling unterschieden werden. Der Rungenkörper wird
dann als sich bis zu der Höhe erstreckend angesehen, in der die Mittel zum Befestigung
der Runge am Holm vorgesehen sind, wenn sich das Dach in der unteren Fahrstellung
befindet. Das obere Ende des Rungenkörpers kann alternativ maximal auf Höhe des unteren
Endes des Holms angenommen werden, während sich das Dach in der unteren Fahrstellung
befindet.
[0014] Bei einer ersten bevorzugten Ausgestaltung des Planenaufbaus ist der Planenhalter
so an der Runge festgelegt, dass er bei Verlängerung der Runge, also beim Anheben
des Dachs, ortsfest relativ zum Rungenkörper angeordnet bleibt. So kann die obere
Positionierung der Seitenplane unabhängig davon vorgegeben werden, ob und inwieweit
der Rungenschiebling gegenüber dem Rungenkörper ausgezogen ist. Grundsätzlich könnte
der Planenhalter auch am Rungenschiebling vorgesehen sein. Dann müsste jedoch in aufwändigerer
Weise dafür gesorgt werden, dass sich die vertikale Breite der Seitenplane zwischen
der unteren Fahrstellung und der oberen Fahrstellung nicht oder nur unwesentlich verändert.
[0015] In diesem Zusammenhang oder auch alternativ kann es zweckmäßig sein, den Planenhalter
mit dem Rungenkörper zu verbinden. Der Planenhalter und damit das obere Ende der Seitenplane
können so problemlos in einer Höhe vorgesehen werden, die bezogen auf den Ladeboden
des Planenaufbaus unabhängig vom Grad des Auszugs des Rungenschieblings gegenüber
dem Rungenkörper bzw. davon ist, ob das Dach in der unteren Fahrstellung oder der
oberen Fahrstellung angeordnet ist. Bedarfsweise kann es weiter bevorzugt sein, den
Planenhalter einstückig mit dem Rungenkörper oder einem Teil des Rungenkörpers auszubilden,
um die Anzahl der Rungeneinzelteile zu verringern und/oder deren Montage zu vereinfachen.
[0016] Konstruktiv einfach und dauerhaft kann die Fixierung der Seitenplane durch den Planenhalter
in der gewünschten Höhe erfolgen, wenn der Planenhalter von unten in eine Tasche der
Seitenplane eingreift. Auf diese Weise kann die Seitenplane am Planenhalter nicht
nur in Schwerkraftrichtung, sondern bedarfsweise auch in horizontaler Richtung festgelegt
werden. Außerdem kann der Planenhalter dann einfach als vom Rungenkörper nach oben
vorstehendes Paddel ausgebildet werden. Alternativ kann die Seitenplane zur Fixierung
in der gewünschten Höhe mit dem Planenhalter verklebt, verschraubt oder vernietet
sein.
[0017] Zusätzlich oder alternativ kann der Planenhalter so ausgebildet sein, dass er eine
im Wesentlichen vertikale Anlagefläche für die Seitenplane bereitstellt. Dies kann
ebenfalls recht einfach erreicht werden, wenn der Planenhalter als Paddel ausgebildet
ist. Die Anlagefläche für die Seitenplane kann dazu dienen, deren Lage zu definieren
und so ein Eindringen von Feuchtigkeit über die obere Kante der Seitenplane in den
Laderaum des Planenaufbaus zu vermeiden.
[0018] Zur Abdichtung des Laderaums gegen Feuchtigkeit und bedarfsweise zusätzlich gegen
Fahrtwind, kann eine sich in Längsrichtung der Seitenwand erstreckende, vorzugsweise
als Dichtlippe ausgebildete, Dichtung im oberen Bereich der Seitenplane vorgesehen
sein. Da sowohl in der unteren Fahrstellung als auch in der oberen Fahrstellung eine
solche Abdichtung gewünscht ist, kann die Dichtung in der oberen und der unteren Fahrstellung
in entsprechender Weise vorgesehen sein. Auf eine Mehrzahl von Dichtungen kann so
verzichtet werden. Bedarfsweise kann die Dichtlippe die obere Kante der Seitenplane
übergreifen und/oder umgreifen.
[0019] Konstruktiv einfach und wirkungsvoll ist es, wenn die, vorzugsweise als Dichtlippe
ausgebildete, Dichtung seitlich des Planenhalters dichtend an der Seitenplane anliegt.
Dabei kann die Dichtung seitlich der Anlagefläche des Planenhalters an der Seitenplane
dichtend anliegen. So kann die Seitenplane dichtend zwischen der Anlagefläche des
Planenhalters und der Dichtung aufgenommen sein.
[0020] Um die Dichtwirkung der, vorzugsweise als Dichtlippe ausgebildeten oder eine Dichtlippe
aufweisenden, Dichtung zu erhöhen, kann die Dichtung gegen den Planenhalter vorgespannt
sein. So kann sichergestellt werden, dass die Dichtung die Seitenplane gegen die Anlagefläche
des Planenhalters drückt. Feuchtigkeit und bedarfsweise auch Fahrtwind können so nicht
in den Planenaufbau gelangen.
[0021] Die Dichtung, die vorzugsweise als Dichtlippe ausgebildet ist, kann konstruktiv einfach
am Holm festgelegt sein. So wird erreicht, dass die Dichtung den Verbindungsbereich
zwischen dem Dach und der Seitenwand des Planenaufbaus abdichten kann, egal ob das
Dach in der oberen oder der unteren Fahrstellung positioniert ist. Die Dichtung kann
so nämlich im Wesentlichen ortsfest relativ zum Dach vorgesehen sein.
[0022] Um die obere Kante der Seitenplane problemlos hinter der Dichtung, vorzugsweise der
Dichtlippe, aufnehmen und die Dichtlippe alternativ oder zusätzlich einfach vorspannen
zu können, kann die Dichtung um eine Achse parallel zum Holm schwenkbar gelagert sein.
Zum Zwecke der Vorspannung kann die Dichtung federbelastet oder einfach entsprechend
elastisch verformt sein. Die Dichtung besteht unter anderem deswegen vorzugsweise
aus einem Kunststoff, insbesondere Gummi.
[0023] Der Planenhalter kann so ausgebildet sein, dass er in einer unteren Fahrstellung
des Dachs in den Bereich seitlich des Holms eingreift. Die überschüssige vertikale
Breite der Seitenplane kann so im Bereich des Holms aufgenommen werden, ohne dass
die Seitenplane gegenüber dem Dach nach oben vorsteht bzw. gekürzt oder gestaucht
werden muss. Besonders zweckmäßig kann der Planenhalter teilweise zwischen dem Holm
und der Dichtung vorgesehen sein und den oberen Bereich der Seitenplane dort fixieren.
So kann gleichzeitig die Aufnahme der in der unteren Fahrstellung überschüssigen vertikalen
Breite der Seitenplane dichtend aufgenommen werden.
[0024] Besonders zweckmäßig ist es, wenn die wenigstens eine Runge eine Mittelrunge ist
oder durch mehrere Mittelrungen gebildet wird. So kann problemlos ein höhenverstellbarer
Planenaufbau in Form eines Curtainsiders bereitgestellt werden. In diesem Zusammenhang
ist es für das Handhaben der Seitenwand bevorzugt, wenn die Rungen in Form von Mittelrungen
längsverschiebbar im Holm gehalten sind. Alternativ kann auch nur eine Mittelrunge
vorgesehen sein und/oder kann ein anderer Planenaufbau als ein Curtainsider vorgesehen
sein. Zudem kann auf die beschriebene Art neben der wenigstens einen Mittelrunge auch
wenigstens eine Eckrunge ausgebildet sein.
[0025] Dabei ist es grundsätzlich bevorzugt, wenn der Rungenkörper längsverschiebbar am
Boden des Planenaufbaus gehalten ist. Der Rungenkörper kann dann beispielsweise beim
Öffnen des Planenaufbaus beiseite geschoben werden.
[0026] Vorteilhafte Wirkungen, wie die Vergrößerung des Ladevolumens oder die Verringerung
des Luftwiderstands, werden bereits durch eine geringe Höhenverstellung des Dachs
des Planenaufbaus erreicht. Je ausgeprägter die Höhenverstellung ist, desto aufwändiger
ist die Sicherstellung eines stets geschlossenen Verbindungsbereichs zwischen dem
Dach und der Seitenwand des Planenaufbaus. Im Ergebnis ist es daher bevorzugt, wenn
der Rungenschiebling gegenüber dem Rungenkörper bei geschlossener Seitenwand um wenigstens
50 mm, vorzugsweise um wenigstens 100 mm, insbesondere um wenigstens 150 mm, ausgezogen
werden kann bzw. höhenverstellbar ausgebildet ist.
[0027] Um ein Eindringen von Feuchtigkeit zuverlässig zu vermeiden, und zwar auch bei schneller
Fahrt des Nutzfahrzeugs und zwischen zwei Rungen, kann die Seitenplane seitlich des
Planenhalters einen sich in Längsrichtung der Seitenplane erstreckenden Planenstreifen
aufweisen. Der Planenstreifen ist dann im oberen Bereich dicht mit der Seitenplane
verbunden und weist im unteren Bereich ein nach unten weisendes freies Ende bzw. loses
Ende auf. Von unten zwischen der Dichtung und der Seitenplane eindringende Feuchtigkeit
gelangt so lediglich in den nach oben geschlossenen Zwischenraum zwischen der Seitenplane
und dem Planenstreifen. Es versteht sich dabei, dass der Planenstreifen vorzugsweise
aus Planenmaterial gefertigt sein kann, aber nicht muss.
[0028] Vorliegend kann das Dach des Planenaufbaus auch in eine Position oberhalb der oberen
Fahrstellung verstellt werden. Es handelt sich dann um eine Beladestellung, die den
Zugang zum Laderaum des Planenaufbaus erleichtert. Das Verfahren des Planenaufbaus
ist bei dieser Position des Dachs jedoch nicht vorgesehen, so dass in dieser Beladestellung
ein Zwischenraum oder Spalt zwischen der Seitenwand und dem Dach auftreten kann. Das
Eindringen von Feuchtigkeit ist in diesem Fall unkritisch, da beim Beladen auch auf
andere Weise Feuchtigkeit eindringen kann. Ferner können zwischen der unteren und
der oberen Fahrstellung noch weitere mittlere Fahrstellungen des Dachs vorgesehen
sein. Die Ausführungen zur oberen und unteren Fahrstellung bleiben davon aber vorzugsweise
unberührt.
[0029] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
[0030] In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- ein Nutzfahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Planenaufbau in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 2
- den Planenaufbau aus Fig. 1 mit der Seitenwand in einer geöffneten Stellung in einer
Seitenansicht,
- Fig. 3
- die Seitenwand aus Fig. 2 in einer unteren Fahrposition des Dachs in einem vertikalen
Schnitt,
- Fig. 4
- die Seitenwand aus Fig. 2 in einer oberen Fahrposition des Dachs in einem vertikalen
Schnitt,
- Fig. 5
- ein Detail einer Runge in perspektivischer Ansicht und
- Fig. 6
- ein Detail der Seitenwand aus Fig. 2 im Bereich des Holms.
[0031] In der Fig. 1 ist ein Nutzfahrzeug N in Form eines von einer Zugmaschine Z gezogenen
Aufliegers dargestellt, der einen als Curtainsider ausgebildeten Planenaufbau 1 trägt.
Der dargestellte und insoweit bevorzugte Planenaufbau 1 weist ein Dach 2 und zwei
Seitenwände 3 auf. Ferner sind noch eine Rückwand 4 und eine Stirnwand 5 vorgesehen.
Das Dach 2 wird durch eine Gerüststruktur gebildet und mittels einer Dachplane verschlossen.
Die Seitenwände 3 sind durch Seitenplanen 6 verschlossen, die durch eine Reihe von
Rungen 7 gestützt werden, welche ihrerseits das Dach 2 stützen. Die Rückwand 4 wird
beim dargestellten und insoweit bevorzugten Planenaufbau 1 im Wesentlichen durch zwei
Rückwandtüren gebildet. Auch die Stirnwand 5 ist massiv, jedoch ohne Türen ausgebildet.
Nach unten wird der Planenaufbau 1 von einem Boden 8 abgeschlossen, dessen Oberseite
den Ladeboden 9 des innerhalb des Planenaufbaus 1 befindlichen Laderaums bildet.
[0032] In der Fig. 2 ist der Planenaufbau 1 der Fig. 1 in einer Seitenwand 3 in einer geöffneten
Stellung dargestellt. Zum Öffnen der Seitenwand 3 wird die Seitenplane 6 in Richtung
einer der beiden Längsenden der Seitenwand 3 verschoben. Die Seitenplane 6 ist dazu
mit einer Mehrzahl von in regelmäßigen Abständen angeordneten Rungen 7 verbunden.
Die Rungen 7 sind einerseits mit einem im Verbindungsbereich zwischen Dach 2 und Seitenwand
3 vorgesehenen Holm 10 und andererseits mit dem Boden 8 des Planenaufbaus 1 verbunden,
und zwar jeweils in Längsrichtung verschiebbar. So kann die Seitenwand 3 durch Aufschieben
der Rungen 7 geöffnet und der Laderaum für eine Be- oder Entladung zugänglich gemacht
werden. Die Rungen 7 sind sowohl im Holm 10 als auch am Boden 8 in entsprechenden
Laufschienen 11,12 gehalten, in denen die Rungen 7 in Längsrichtung des Planenaufbaus
1 verschoben werden können. Im aufgeschobenen Zustand der Seitenplane 6 ist diese
zumindest bereichsweise ziehharmonikaartig zusammengefaltet.
[0033] In der Fig. 3 ist ein vertikaler Schnitt durch die Seitenwand 3 des Planenaufbaus
1 dargestellt. Der Einfachheit halber ist vom Verbindungsbereich zwischen dem Dach
2 und der Seitenwand 3 lediglich der längs zur Seitenwand 3 verlaufende Holm 10 dargestellt.
Insbesondere die Dachplane und deren Befestigung sind nicht dargestellt. Der Holm
10 ist als Hohlprofil mit einer Laufschiene 11 am unteren Ende vorgesehen. In die
Laufschiene 11 greift von unten ein Schlitten 13 einer Runge 7 ein, der Laufrollen
aufweist, die entlang der Laufschiene 11 abrollen. An der Außenseite des Bodens 8
ist ebenfalls eine Laufschiene 12 vorgesehen, in die ein weiterer Schlitten 14 der
Runge 7 eingreift. Auch dieser Schlitten 14 weist Laufrollen auf, die entlang der
Laufschiene 14 des Bodens 8 abrollen. Auf diese Weise kann die Runge 7 längs des Holms
10 verschoben werden, um die Seitenwand 3 zu öffnen und den Laderaum zum Be- oder
Entladen freizugeben.
[0034] Die Runge 7 ist zwischen den beiden Schlitten 13,14 am Holm 10 und am Boden 8 des
Planenaufbaus 1 in einen unteren Rungenkörper 15 und einen Rungenschiebling 16 unterteilt.
Der Rungenkörper 15 ist fest mit dem unteren Schlitten 14 verbunden. Der Rungenschiebling
16 ist fest mit dem oberen Schlitten 13 verbunden. Zudem ist der Rungenschiebling
16 so mit dem Rungenkörper 15 verbunden, dass der Rungenschiebling 16 gegenüber dem
Rungenkörper 15 ausgezogen werden kann. Auf diese Weise ergibt sich eine längenverstellbare
Runge 7.
[0035] Bei der dargestellten und insoweit bevorzugten Runge 7 ist der Rungenschiebling 16
in den Rungenkörper 15 eingeschoben. Der Rungenschiebling 16 ist dabei relativ zum
Rungenkörper 15 in diesem in zwei unterschiedlichen Positionen arretierbar. Es ergeben
sich somit je nach Arretierung des Rungenschieblings 16 im Rungenkörper 15 zwei unterschiedliche
Längen der Runge 7 insgesamt. Die geringere Rungenlänge entspricht der Rungenlänge
in der in der Fig. 3 dargestellten, unteren Fahrstellung des Dachs 2 und die größere
Rungenlänge entspricht der Rungenlänge in der in der Fig. 4 dargestellten, oberen
Fahrstellung des Dachs 2. Bei der dargestellten Runge 7 wird der Rungenschiebling
16 über einen Steckbolzen 17 in der gewünschten Höhe im Rungenkörper 15 gesichert.
Es kommen aber auch andere Arretiermöglichkeiten in Betracht.
[0036] Am Rungenkörper 15 festgelegt ist ein Planenhalter 18, der von unten in eine Tasche
19 der Seitenplane 6 eingreift. Der Planenhalter 18 erstreckt sich über das obere
Ende des Rungenkörpers 15 hinaus nach oben und fixiert das obere Ende der Seitenplane
6 in einer Position, die höher angeordnet ist als das obere Ende des Rungenkörpers
15. Da die Tasche 19 mit ihrem oberen Ende auf dem Planenhalter 18 aufsitzt, kann
die Seitenplane 6 nicht weiter nach unten gelangen. Nicht im Einzelnen dargestellt
ist, dass die Taschenbreite in etwa der Breite des Planenhalters 18 in horizontaler
Längsrichtung der Seitenwand 3 entspricht. Demnach ist die Seitenplane 6 auch in den
entsprechenden horizontalen Richtungen gegenüber der Runge 7 festgelegt und die Seitenplane
6 kann einfach durch Verschieben der Rungen 7 geöffnet werden. Der Planenhalter 18
ist in Fig. 5 perspektivisch dargestellt. Der Planenhalter 18 ist im Wesentlichen
flach und etwa so breit wie die Runge 7 ausgebildet.
[0037] Bei der dargestellten und insoweit bevorzugten Runge 7 erstreckt sich der Planenhalter
18 bis in den Verbindungsbereich zwischen dem oberen Schlitten 13 und dem Rungenschiebling
16. Ferner ist bei dieser Runge 7 der Planenhalter 18 als Blechteil ausgebildet. Der
Planenhalter 18 weist am unteren Ende einen Montageabschnitt 20 zur Montage mit dem
Rungenkörper 15 auf. Darüber bildet der Planenhalter 18 eine im Wesentlichen vertikale
Anlagefläche 21 für die Seitenplane 6.
[0038] Am Holm 10 ist neben der Runge 7 auch eine Dichtlippe 22 gehalten, die um die obere
Kante der Seitenplane 6 herum greift und an der Außenseite der Seitenplane 6 anliegt.
Die Dichtlippe 22 ist in der dargestellten unteren Fahrstellung gegen den Rungenkörper
15 vorgespannt, und zwar durch eine leichte elastische Deformierung der Dichtlippe
22 im Bereich der Verbindung mit dem Holm 10. Die Dichtlippe 22 drückt also mit ihrem
unteren Ende gegen die Seitenplane 6 und diese gegen den Rungenkörper 15.
[0039] Der Planenhalter 18 greift mitsamt eines von ihm gehaltenen oberen Bereichs der Seitenplane
6 in einen Bereich seitlich des Holms 10 und zwischen dem Holm 10 einerseits und der
Dichtlippe 22 andererseits ein. Der in der unteren Fahrstellung "überschüssige" obere
Teil der Seitenplane 6 wird also in diesem Bereich aufgenommen, ohne dass dies den
Verbindungsbereich zwischen dem Dach 2 und der Seitenwand 3 beeinträchtigt.
[0040] Der vom Planenhalter 18 in einer Höhe oberhalb des Rungenkörpers 15 gehaltene Teil
der vertikalen Breite der Seitenplane 6 ist für die obere Fahrstellung des Dachs 2
erforderlich, damit zwischen dem Dach 2 und der Seitenwand 3 bzw. im Verbindungsbereich
zwischen dem Dach 2 und der Seitenwand 3 kein Spalt entsteht, über den Feuchtigkeit
oder Fahrtwind eindringen könnten. Wird der Rungenschiebling 16 gegenüber dem Rungenkörper
15 ausgefahren, bis die Runge 7 die für die obere Fahrstellung benötigte Länge aufweist,
gelangt der von dem Planenhalter 18 gegenüber dem Rungenkörper 15 hochgehaltene Teil
der Seitenplane 6 in einen Bereich neben den Rungenschiebling 16. Dieser Teil der
Seitenplane 6 verschließt einerseits den vertikalen Versatz zwischen der Dichtlippe
22 und dem oberen Ende des Rungenkörpers 15. Zudem ist ein Teil der Seitenplane 6
zwischen dem Rungenschiebling 16 und der Dichtlippe 22 vorgesehen. Die Dichtlippe
22 drückt dabei wiederum unter Vorspannung gegen die Seitenplane 6 in diesem Bereich
und so die Seitenplane 6 letztlich gegen die Anlagefläche 21 des Planhalters 18 für
die Seitenplane 6. Das Eindringen von Feuchtigkeit und Fahrtwind wird so vermieden.
[0041] In der Fig. 6 ist ein Detail des oberen Randes der Seitenplane 6 dargestellt. Es
handelt sich dabei um einen Planenstreifen 23, der sich längs der Seitenplane 6 erstreckt
und in seinem oberen Ende 24 feuchtigkeitsundurchlässig mit der Seitenplane 6 verbunden
ist. Das freie untere Ende 25 des Planenstreifens 23 ist nicht mit der Seitenplane
6 verbunden. Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Planenstreifen 23 ist
vorgesehen, dass das untere Ende des Planenstreifens 23 etwas von der Seitenplane
6 nach außen absteht. Wenn also Feuchtigkeit zwischen der sich längs der gesamten
Seitenwand 3 erstreckenden Dichtlippe 22 und der Seitenplane 6 hindurch nach oben
gelangen kann, gelangt diese Feuchtigkeit in den Zwischenraum zwischen der Seitenplane
6 und dem Planenstreifen 23. Dadurch wird die Feuchtigkeit zuverlässig daran gehindert,
in den Laderaum des Planenaufbaus 1 einzudringen.
1. Planenaufbau (1) eines Nutzfahrzeugs (N) mit einem Dach (2) und einer Seitenwand (3),
wobei die Seitenwand (3) eine Seitenplane (6) und wenigstens eine mit der Seitenplane
(6) verbundene Runge (7) aufweist, wobei die Runge (7) einen Rungenkörper (15) und
einen gegenüber dem Rungenkörper (15) zur Verlängerung der Runge (7) nach oben ausziehbaren
Rungenschiebling (16) aufweist, wobei sich im Verbindungsbereich zwischen dem Dach
(2) und der Seitenwand (3) ein Holm (10) längs zum Planenaufbau (1) erstreckt und
wobei der Rungenkörper (15) über den Rungenschiebling (16) am Holm (10) gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Runge (7) einen Planenhalter (18) zur Fixierung der Seitenplane (6) in einer
Position oberhalb des Rungenkörpers (15) aufweist.
2. Planenaufbau nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Planenhalter (18) bei Verlängerung der Runge (7) ortsfest relativ zum Rungenkörper
(15) vorgesehen ist.
3. Planenaufbau nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Planenhalter (18) mit dem Rungenkörper (15) verbunden ist.
4. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Planenhalter (18) von unten in eine Tasche (19) der Seitenplane (6) eingreift.
5. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Planenhalter (18) eine im Wesentlichen vertikale Anlagefläche (21) für die Seitenplane
(6) aufweist.
6. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass eine sich in Längsrichtung der Seitenwand (3) erstreckende Dichtlippe (22) zum Abdichten
der Seitenwand (3) im oberen Bereich der Seitenplane (6) vorgesehen ist.
7. Planenaufbau nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtlippe (22), vorzugsweise in einer oberen Fahrstellung, seitlich des Planenhalters
(18), vorzugsweise seitlich der Anlagefläche (21) des Planenhalters (18), dichtend
an der Seitenplane (6) anliegt.
8. Planenaufbau nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtlippe (22) gegen die Runge und/oder den Planenhalter (18) vorgespannt ist.
9. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtlippe (22) am Holm (10) festgelegt ist.
10. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtlippe (22) um eine Achse parallel zum Holm (10) schwenkbar gelagert ist.
11. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Planenhalter (18) in einer unteren Fahrstellung des Dachs (2) in den Bereich
seitlich des Holms (10), vorzugsweise zwischen dem Holm (10) und der Dichtung (22),
eingreift und die Seitenplane (6) dort fixiert.
12. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rungenschiebling (16) längsverschiebbar im Holm (10) gehalten ist.
13. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rungenkörper (15) längsverschiebbar am Boden (8) des Planenaufbaus (1) gehalten
ist.
14. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das Dach (2) durch Ausziehen des Rungenschieblings (16) gegenüber dem Rungenkörper
(15) bei geschlossener Seitenwand (3) um wenigstens 50 mm, vorzugsweise wenigstens
100 mm, höhenverstellbar ist.
15. Planenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenplane (6) seitlich des Planenhalters (18), vorzugsweise zwischen dem Planenhalter
(18) und der Dichtlippe (22), einen sich in Längsrichtung der Seitenplane (6) erstreckenden
Planenstreifen (23) aufweist, dass der Planenstreifen (23) im oberen Bereich dichtend
mit der Seitenplane (6) verbunden ist und dass der Planenstreifen (23) im unteren
Bereich ein nach unten weisendes freies Ende (25) aufweist.