[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugvorrichtung zur Beförderung von Personen und/oder
Gegenständen innerhalb eines Aufzugsschachtes eines Gebäudes oder dergleichen nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Gebäude nach dem Oberbegriff des Anspruchs
12, ferner eine Positionsbestimmungsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
15.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Aufzüge bzw. Aufzugssysteme für Gebäude bekannt, bei
denen die Position der Aufzugkabine des Aufzugkorbes anhand eines Magnetbandes detektiert
wird. Dieses Magnetband ist dabei regelmäßig am Fahrgerüst bzw. an einer Führungsschiene
des Fahrgerüstes befestigt. Dieses Fahrgerüst dient der Führung bzw. Lagerung des
Aufzugkorbes, d. h. dass Fahrgerüst stellt für den Aufzugkorb eine Führung zur Verfügung,
in welcher der Aufzugkorb bewegt wird bzw. bewegt werden kann.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Aufzugvorrichtung, eine Positionsbestimmungsvorrichtung
bzw. ein Gebäude zur Verfügung zu stellen, bei der/bei dem eine verbesserte Positionsbestimmung
des Aufzugkorbes ermöglicht wird.
[0004] Die Aufgabe wird, ausgehend von einer Aufzugvorrichtung bzw. einem Gebäude der eingangs
genannten Art, durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs
12 sowie des Anspruchs 15 gelöst.
[0005] Durch die in den abhängigen Ansprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Ausführungen der Erfindung möglich.
[0006] Dementsprechend zeichnet sich eine erfindungsgemäße Aufzugvorrichtung dadurch aus,
dass die Markierungseinheit als Träger eines Barcodes, insbesondere eines 2-D-Codes
und die Detektionseinheit als Bildsensor, insbesondere als Kamera, ausgebildet sind.
[0007] Die erfindungsgemäße Aufzugvorrichtung dient der Beförderung von Personen und/oder
Gegenständen innerhalb eines Aufzugsschachtes eines Raumgebildes oder dergleichen.
Es kann sich bei einem solchen Raumgebilde beispielsweise um ein Gebäude handeln.
Unter einem Gebäude im Sinne der Erfindung ist jegliche Art von Bauwerk zu verstehen,
beispielsweise ein Haus, ein Hochhaus, ein Turm, eine Halle, ein Stadion mit einer
Tribüne, einem Lager, einer Transport- bzw. Verladestation oder dergleichen. Es kann
sich aber auch um ein anderes, wenigstens zwei Etagen umfassendes Raumgebilde handeln.
Grundsätzlich kann es sich bei einem derartigen Raumgebilde beispielsweise auch um
ein Fahrzeug handeln, welches einen gebäudeartigen Aufbau besitzt, beispielsweise
ein Schiff. Denkbar sind beispielsweise auch Aufzugvorrichtungen in fahrbaren Transport-
oder Hebevorrichtungen. Eine derartige Aufzugvorrichtung besitzt einen Aufzugskorb,
in welchem die zu befördernden Personen und/oder Gegenstände unterbringbar sind. Der
Aufzugskorb wird innerhalb eines Fahrgerüstes zur Lagerung bzw. Führung des Aufzugskorbs
bewegt. Das Fahrgerüst ist dabei innerhalb eines Aufzugsschachtes installiert.
[0008] Um die Position des Aufzugskorbs innerhalb des Aufzugsschachtes bzw. in Bezug auf
das Fahrgerüst zu bestimmen, ist eine Positionsbestimmungsvorrichtung vorhanden. Diese
umfasst wenigstens eine Markierungseinheit zur Markierung der Position, ferner eine
Detektionseinheit zum Erkennen bzw. Auslesen der Markierungseinheit sowie eine Auswerteeinheit
zum Auswerten der Messwerte der Detektionseinheit. Diese Auswerteeinheit kann beispielsweise
als Elektronikeinheit ausgebildet sein, welche Ausgangsmesswerte der Detektionseinheit
ausließt und diese dazu verwendet, daraus eine Positionsangabe über die Position des
Aufzugskorbs in Bezug auf das Fahrgerüst bzw. die Position innerhalb des Aufzugsschachtes
zu bestimmen.
[0009] Durch die Maßnahme, dass die Markierungseinheit als Träger eines Barcodes, insbesondere
eines 2-D-Codes, und die Detektionseinheit als Bildsensor, insbesondere als Kamera,
ausgebildet sind, kann die Positionsbestimmung verbessert werden. Zum einen wird durch
die Verwendung eines Barcodes bzw. eines 2-D-Codes ermöglicht, eine einfache und kostengünstige
Markierung vorzunehmen. Eine derartige Markierung kann beispielsweise einfach und
kostengünstig aufgedruckt werden. Auch kann eine solche Markierung mit Standardscannern
bzw. sonstigen dafür vorgesehenen Bildsensoren ausgelesen werden. Zudem wird dadurch
ein besonders fehlerfreies Auslesen ermöglicht. Da die entsprechenden Barcodes bzw.
2-D-Codes sehr scharf abgebildet werden können und auch zudem sehr genau in Bezug
auf das Fahrgerüst bzw. den Aufzugsschacht platziert werden können und auf eine sehr
präzise bildsensorische Erfassung möglich ist, kann die Position auch sehr präzise
bestimmt werden.
[0010] Da derartige Barcodes bzw. 2-D-Codes einen entsprechend hohen Schwarz-Weiß-Kontrast
aufweisen, sind diese Markierungen regelmäßig wenig anfällig gegenüber Verschmutzungen
wie z. B. durch Staub. Umgekehrt ist es ferner auch möglich, über den Bildsensor optisch
den Kontrast der erfassten Markierungseinheiten zu bestimmen und gegebenenfalls ein
entsprechendes Fehler- oder warnsignal bzw. ein Wartungssignal auszugeben, welches
darauf hindeutet, dass die entsprechende Markierungseinheiten gereinigt oder erneuter
werden müssen. Ein derartiges Wartungs- oder Fehlersignal kann beispielsweise von
der Auswerteeinheit ausgegeben werden, in der auch der Kontrast bestimmt werden kann.
Im Übrigen kann ein Barcode bzw. 2-D-Code vorteilhafterweise berührungslos ausgelesen
werden und ist zudem auch praktisch verschleißfrei.
[0011] Eine entsprechend genaue Erfassung wird durch Bildsensoren, die eine entsprechende
Optik wie z.B. telezentrische Linsen aufweisen, ermöglicht. Ferner wird ermöglicht,
möglichst kompakte und kleine Bildsensoren zur Verfügung zu stellen.
[0012] Aufgrund der einfachen und kompakten Ausführung wird ermöglicht, dass nur geringe
Kosten für die Positionsbestimmung anfallen. Zudem ermöglicht eine derartige Positionsbestimmung
einen geringen Stromverbrauch, da regelmäßig für die entsprechenden Elektronik meist
nur eine geringe Leistung benötigt wird.
[0013] Bei einer bevorzugen Ausführungsform der Erfindung ist die Markierungseinheit ferner
als Band ausgebildet, diese Maßnahme, ermöglicht eine fortlaufende Markierung der
Position auf der Fahrstrecke des Aufzugskorbs. Jede einzelne Markierung kann durch
eine entsprechende Symbolik, beispielsweise einen Trennsteifen von der nächsten Markierung
getrennt werden, sodass auch eine feine Rasterung ermöglicht wird.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Markierungseinheit am
Fahrgerüst, insbesondere an einer Führungsschiene des Fahrgerüstes angebracht. Bei
einer derartigen Ausführung wird ermöglicht, dass die Markierung nicht beispielsweise
von Streben oder Ähnlichem verdeckt wird, wenn der Aufzugskorb vorbeifährt. Zudem
kann dadurch erreicht werden, dass eine bestimmte, genau definierte Distanz zwischen
dem Sensor/Bildsensor und der Markierungseinheit stets eingehalten wird. Dadurch kann
zum einen die Genauigkeit der Messung erhöht werden, zum anderen ermöglicht diese
Maßnahme auch eine vereinfachte Installation bzw. Wartung. Insbesondere muss bei der
Positionsbestimmung kein Einfluss hinsichtlich einer Messung berücksichtigt werden,
der durch eine Änderung der Distanz zwischen Markierungsstreifen und Sensor hervorgerufen
werden könnte. Zumeist wird durch eine kleine Distanz zwischen Markierungsstreifen
und Sensor ermöglicht, dass die Positionsbestimmung präzise erfolgen kann.
[0015] Gebäudestrukturen nach ihrem Bau mit der Zeit auch "setzen" können, d. h., dass beispielweise
Wände ihre Position verändern und sich leicht verschieben können. Solche Änderungen
sind in der Bautechnik und Bauphysik bekannt und beispielsweise durch Alterungen bzw.
Belastungen bedingt. Denkbar sind auch Veränderungen durch seismische Aktivitäten
oder sonstige Veränderungen des Untergrundes (etwa bedingt durch Erdsenkungen, durch
Grundwasser usw.). Allerdings sind diese Verschiebungen nicht immer linear oder gleichmäßig.
Wenn eine derartige Verschiebung eintritt, kann dies bedeuten, dass das Gebäude in
einer anderen Weise verschoben wird als zum Beispiel das Fahrgestell, in welchem der
Aufzugskorb geführt wird. Ein weiterer Vorteil der Anbringung der Markiersngseinheit
am Fahrgerüst kann folglich darin bestehen, dass eine wenigstens teilweise Entkopplung
der Position der Markierungseinheit von Verschiebungen des Gebäudes ermöglicht wird.
Ist also eine entsprechende Markierungseinheit unmittelbar am Gebäude, beispielsweise
an einer Wand des Gebäudes befestigt, kann diese ihre relative Position in Bezug auf
die Erfassung durch ein Bildsensor eines im Fahrgerüst verfahrbaren Aufzugskorbs sich
verändern, Würde dieser Effekt nicht berücksichtigt, könnte dies dazu führen, dass
die Positionsbestimmung nach einer bestimmten Zeit, in der sich das Gebäude oder einzelne
Wände verschieben, ungenauer wäre als beim Einbau des Aufzugs; entsprechend könnte
dann die Schachtöffnung gegebenenfalls nicht mehr von der Aufzugskabine präzise angefahren
werden.
[0016] Die Markierungseinheit kann grundsätzlich aber auch am Aufzugsschacht bzw. an einem
sonstigen Teil, beispielsweise einer Wand des Gebäudes angebracht sein.
[0017] Ferner sind bei einer Weiterbildung der Erfindung wenigstens eine erste und eine
zweite Markierungseinheit vorgesehen. Dies kann mehrere Vorteile mit sich bringen:
Zum einen kann eine zweite Markierungseinheit als Referenzmarkierung zum Abglaich
der Genauigkeit der ersten Markierungseinheit genutzt werden. Beispielsweise kann
die Auswerteeinheit einen derartigen Abgleich vornehmen, gegebenenfalls automatisch
in gewissen Zeitintervallen. Somit kann die Aufzugvorrichtung feststellen, ob mit
der Zeit zwischen der ersten Markierungseinheit und der zweiten Markierungseinheit
eine Änderung in Bezug auf die relative Position zueinander erfolgt ist. Dies kann
zum einen zu Wartungszwecken genutzt werden, aber auch grundsätzlich für die Gebäudesicherheit.
Zudem kann dadurch eine Kalibrierung der Positionsbestimmungsvorrichtung vorgenommen
werden, sodass eine noch präzisere Positionsbestimmung ermöglicht wird. Eine derartige
Kalibrierung kann in der Auswerteeinheit vorgenommen werden. Die zweite Markierungseinheit
kann beispielsweise in der Nähe der Schachtöffnung, zum Beispiel jeweils pro Stockwerk
angebracht sein.
[0018] Eine zweite Markierungseinheit kann aber auch dazu genutzt werden, eine weitere Information
zu übermitteln. Beispielsweise kann die zweite Markierungseinheit dazu genutzt werden,
eine bestimmte Zone auf der Fahrstrecke innerhalb des Aufzugsschachtes zu markieren.
[0019] Zudem kann die Auswerteeinheit wiederum dazu ausgebildet sein, zu bestimmen, ob sich
der Fahrkorb bzw. der Aufzugskorb innerhalb dieser Zone befindet oder nicht. Eine
derarsige Zone kann beispielsweise der Bereich um eine Schachtöffnung herum sein,
in welcher ein Ausstieg von sich im Aufzugekorb befindenden Personen möglich ist.
Typischerweise ist in jedem Stockwerk eine Schachtöffnung vorhanden, gegebenenfalls
auch zwei Schachtöffnungen, falls beispielsweise ein Ausstieg zu gegenüberliegenden
Seiten möglich ist.
[0020] Je nach Art des Aufzugs kann entweder der Aufzugskorb eine Tür bzw. Ausstiegsluke
aufweisen. Denkbar ist aber auch, dass der Aufzugsschacht selbst eine entsprechende
Tür oder Ausstiegsluke besitzt. Dementsprechend kann bei einer Weiterbildung der Erfindung
eine Entriegelungsvorrichtung zur Entriegelung einer Tür bzw. einer Ausstiegsluke
des Aufzugskorbs, welche mittels der Auswertevorrichtung kontrollierbar ist, verhanden
sein. Zweck einer solchen Entriegelungsvorrichtung ist es, einen Notausstieg bei einem
Defekt des Aufzugs zu ermöglichen, dies jedoch nur dann, wenn der Aufzugskorb im Bereich
einer Schachtöffnung sich befindet. Denkbar ist ebenfalls, dass die Entriegelungsvorrichtung
eine Tür einer Schachtöffnung des Aufzugsschachtes entsperrt, also eine Tür, die nicht
unmittelbar am Aufzugskorb angebracht ist. Eine Kontrolle im Sinne der Erfindung bedeutet
eine Regelung und/oder Steuerung. Beispielsweise kann, je nach dem, ob sich der Aufzugskorb
innerhalb der Zone befindet, die Entriegelungsvorrichtung aktiviert werden oder nicht.
[0021] Die Detektionseinheit kann bei einer Ausführungsvariante auf und/oder unter dem Fahrkorb
angeordnet sein. Denkbar ist auch, dass die Detektionseinheit an einer sonstigen Position
am Fahrkorb angebracht ist. Dies bedeutet, dass die Markierungseinheit fest angebracht
ist, beispielsweise an der Fahrschiene bzw. am Gebäude selbst, während der Fahrkorb,
der eine Bewegung relativ zu dieser Markierungseinheit ausführen kann, die entsprechende
Detektionseinheit besitzt, die dann in Abhängigkeit von ihrer Position in Bezug auf
die Markierungseinheit entsprechende Positionsangaben anhand der Auswertevorrichtung
liefern kann. Grundsätzlich ist es jedoch denkbar, dass die Detektionseinheit auch
beispielsweise seitlich am Aufzugskorb angebracht ist. In der Regel ist die Position
der Detektionseinheit relativ zum Fahrkorb unter anderem bei der Auswertung der Position
des Fahrkorbs durch die Auswertevorrichtung zu berücksichtigen, d. h. diese muss dementsprechend
konfiguriert bzw. vorprogrammiert sein.
[0022] Dementsprechend zeichnet sich ein erfindungsgemäßes Gebäude mit wenigstens zwei Etagen
dadurch aus, dass eine Aufzugsvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche vorgesehen
ist.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die zweite Markierungseinheit am Gebäude
angebracht. Hierdurch wird in Vorteilhafterweise insbesondere eine Relation zwischen
dem Fahrgerüst bzw. der Schiene des Fahrgerüsts und dem Gebäude ermöglicht. Wie bereits
erörtert wurde, kann sich mit der Zeit durch Alterung, Belastung usw. eine ungleichmäßige
Lageveränderung zwischen Gebäude und Fahrgerüst einstellen. Durch die Maßnahme, eine
zweite Markierungseinheit am Gebäude anzubringen, kann diese relative Lage zwischen
Gebäude und Fahrgerüst, auch bei einer ungleichmäßigen Änderung jederzeit neu bestimmt
und eine erneute Kalibration vorgenommen werden. Grundsätzlich ist es auch denkbar,
dass eine entsprechende Warnfunktion, beispielsweise von der Auswerteeinheit, aktiviert
wird, wenn diese Lageänderung zu stark ist. Diese zweite Markierungseinheit kann beispielsweise
auch Stockwerkinformationen und Positionsinformationen tragen. Beispielsweise kann
sie die Nummer des einzeinen Stockwerks in kodierter Form enthalten.
[0024] Die Positionsinformation kann in verschiedener Art und Weise dargestellt sein: Zum
einen besteht die Möglichkeit einer Punktinformation, welche grundsätzlich zur Kalibrierung
des Codebandes verwendet werden kann, aber auch zur Berechnung einer Position, beispielsweise
der Zone, in welcher eine Entriegelung stattfinden soll. Ferner kann eine Bereichsinformation
kodiert sein, welche z. B. eine direkte Detektion der Entriegelungszone ermöglicht.
Ein solcher Bereich kann durch einen Beginn und ein Ende definiert sein, beispielsweise
im Fall einer Entriegelungszone ein Bereich von etwa 20 cm unterhalb einer Schachtöffnung
bis 20 cm oberhalb einer Schachtöffnung. Grundsätzlich ist zum Beispiel denkbar, den
Beginn bzw. das Ende einer Entriegelungszone direkt anhand einer Codierung auf der
Markierungseinheit zu detektieren.
[0025] Ferner kann auch eine Längeninformation übertragen werden, die zum einen zur Kalibrierung
des Codebandes eingesetzt werden kann, aber auch zu einer erhöhten Genauigkeit führen
kann, sofern das Noniusprinzip ausgenutzt wird. Demnach ist grundsätzlich sowohl eine
indirekte als auch eine direkte Detektion der Entriegelungszone denkbar. Schließlich
können Stockwerksinformatlonen ebenfalls mitcodiert werden. Bildsensoren können grundsätzlich
dafür eingesetzt werden, die erste und auch die zweite Markierungseinheit auszulesen.
Die Markierungseinheiten können ebenfalls zur Definition eines Haltepunktes des Aufzugskorbs
verwendet werden. Die Stockwerkinformation kann grundsätzlich entfallen, wenn vom
Speicher der Auswerteeinheit eine Position dem von der Markierungseinheit ausgelesenen
Code zugeordnet werden kann. Die entsprechende Information bzw. Zuordnungstabelle
ist dann entsprechend z.B. im Speicher der Auswerteeinheit vorher zu hinterlegen.
Die Stockwerksinformation kann auch dadurch gewonnen werden, dass eine ausgelesene
Haltepunkt-Information erfasst wird und Markierungen von einer Extremposition aus
während einer Lernphase beim Fahren mitgelesen werden. Diese Maßnahme ermöglicht eine
gute technische Realisierbarkeit und eine kostengünstige Umsetzung.
[0026] Denkbar ist es, dass die zweite Markierungseinheit so angeordnet ist, dass die durch
sie markierte Zone einen Bereich um wenigstens eine der Schachtöffnungen des Aufzugsschachtes
herum bildet. Diese Zone kann beispielsweise als Entriegelungszone dienen, d. h. in
diesem Bereich kann eine Notentriegelung erfolgen, wenn der Aufzug beispielsweise
durch einen technischen Defekt oder ein sonstiges unvorhergesehenes Ereignis stehen
bleibt. Mit Hilfe der Notentriegelung können dann die Türen in einem für die Personen
bzw. die transportierenden Gegenstände sicheren Bereich durch eine Schachtöffnung
aus dem Fahrkorb geholt werden. Durch diese Maßnahme kann auch die Sicherheit der
Aufzugvorrichtung erhöht werden.
Ausführungsbeispiel:
[0027] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wind nachstehend
unter Angabe weiterer Vorteile und weiterer Einzelheiten näher erläutert. Im Einzelnen
zeigt
- Fig. 1 :
- eine schematische Darstellung eines Gebäudes mit einem Aufzug gemäß der Erfindung,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung eines Codebandes,
- Fig. 3 :
- eine schematische Darstellung eines Codebandes.
[0028] Figur 1 zeigt eine Aufzugvorrichtung 1 mit einen Fahrgerüst 2 und einem Aufzugskorb
3. Der Aufzugskorb 3 trägt an seiner Unterseite eine Kamera 4. Am Fahrgerüst 2 ist
eine ersta Markierungseinheit 5 angebracht. Die Aufzugvorricrtung 1 wiederum befindet
sich in einem Gebäude 6, das Gebäude 6 wiederum umfasst einen Aufzugsschacht 7, in
welchem wiederum die Aufzugvorrichtung 1 angeordnet ist. In einer Wand des Gebäudes
6, welche an den Aufzugschacht 7 angrenzt, befindet sich wiederum eine Schachtöffnung
8. Am unteren Rand der Schachtöffnung 8 ist an der Wand des Gebäudes 6 eine zweite
Markierungseinheit 9 angebracht.
[0029] Bei diesem Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsvariante.
[0030] Die Kamera 4 ist als Bildsensor dazu ausgebildet, grundsätzlich beide, sowohl die
erste als auch die zweite Markierungseinheit zu erfassen und auszulesen. Personen
können durch eine Schachtöffnung 8 in den Fahrkorb 3 gelangen, wenn dieser sich auf
der entsprechenden Höhe, genauer gesagt an der entsprechenden Position in Höhe der
Schachtöffnung 8 befindet. In dem Fahrkorb 3 können die Personen in vertikaler Richtung
befördert werden. Der Aufzugskorb 3 wiederum ist durch das Fahrgestell 2 gelagert
und geführt. Ferner umfasst der Fahrkorb 3 Türen, die sich automatisch öffnen und
schließen, wenn der Fahrkorb eine entsprechende Position erreicht hat, beispielsweise
in Höhe der Schachtöffnung 8.
[0031] Bei der Fahrt des Aufzugkorbes 3 in vertikaler Richtung empfängt die Kamera 4 entsprechende
Bilder der ersten Messeinheit. Diese von der ersten Messeinheit empfangenen Bildinformationen
werden in der (nicht dargestellten) Auswerteeinheit verarbeitet und resultieren schließlich
in einer Positionsangabe des Fahrkorbes 3 innerhalb des Fahrgestells 2. Sowohl die
zweite Markierungseinheit als auch die erste Markierungseinheit enthalten einen auszulesenden
Barcode bzw. 2-D-Code. Der Bildbereich, den die Kamera 4 erfasst, ermöglicht allerdings
auch ein Auslesen der zweiten Markierungseinheit, sofern diese von der Kamera 4 erfasst
werden kann, was wiederum von der Position des Aufzugkorbes 3 abhängt. Wie in Figur
1 dargestellt, kann die Kamera 4 dann die zweite Markierungseinheit erfassen, wenn
sich der Fahrkorb 3 im Bereich der Schachtöffnung 8 befindet. Sowohl die zweite Markierungseinheit
als auch die Kamera 4 am Aufzugskorb 3 sind so montiert, dass die zweite Markierungseinheit
an der Schachtöffnung 8 dann ausgelesen werden kann, wenn sich der Aufzugskorb 3 circa
20 Zentimeter oberhalb oder unterhalb der Normalposition in Höhe der Schachtöffnung
6 befindet, in der üblicherweise ein Aussteigen aus dem Fahrkorb erfolgt. Dies ist
dann der Fall, wenn der Boden des Fahrkorbs auf einer Höhe mit dem Boden an der Schachtöffnung
liegt. Diese Zone 20 Zentimeter über bis 20 Zentimeter unter der normalen Halteposition
in Höhe der Schachtöffnung 8 bildet wiederum eine Entriegelungszcne. Im Bereich dieser
Entriegelungszone kann in zulässigerweise eine Notentriegelung stattfinden. Eine solche
Notentriegelung ist dann notwendig, wenn der Fahrkorb 3 beispielsweise durch ein unvorhergesehenes
Ereignis, ein Stromausfall, ein Blockieren des Fahrstuhls oder ähnliches plötzlich
stehen bleibt. In einem solchen Fall können die Personen dann ohne besondere Gefahr
aus dem Auszugskorb 3 befreit werden, wenn dieser sich in einer entsprechende Zone
befindet, die nahe genug an der Schachtöffnung 8 gelegen ist. In diesem Fall befindet
sich diese Zone, die Entriegelungszone, etwa 20 Zentimeter oberhalb bzw. unterhalb
der Schachtöffnung 8.
[0032] Die erste Markierungseinheit ist als Band ausgebildet, welches den Barcode trägt;
währenddessen ist die zweite Markierungseinheit als 2-D-Code ausgebildet, wobei die
Markierungseinheit durch ein Markierungsstück ausgebildet ist. Insbesondere können
diese Markierungseinheiten durch einen Klebestreifen ausgebildet sein, der die entsprechende
Markierung bzw. den entsprechenden Bar- bzw. 2-D-Code trägt.
[0033] Figur 3 zeigt ein Beispiel für eine entsprechende Markierungseinheit, nämlich ein
Codeband 10. Ist das Codeband für eine Anbringung als zweite Markierungseinheit direkt
an einem Gebäude vorgesehen, kann beispielsweise der Bereich 11 als Stockwerkscodierung,
der Bereich 12 als Positionscodierung und der Bereich 13 als Entriegelungscodierung
dienen. Zusätzlich können auch Markierungslinien 14 vorhanden sein. Ein Codierungsmuster
im 2-D-Code ist beispielhaft in Figur 4 gezeigt. Die Markerlinien 14 können in periodischen
Abständen auftreten. Das Codeband 10, 11 selbst besteht aus einer reflektierenden
Folie, wobei entsprechende schwarzen Linien, Bereiche oder Punkte zur Codierung darauf
abgedruckt sind. Die Folie wird z. B. auf ein Blech bzw. Metallstück geklebt und zum
Schutz versiegelt.
Bezugszeichenliste:
[0034]
- 1
- Aufzugvorrichtung
- 2
- Fahrgerüst
- 3
- Aufzugskorb
- 4
- Kamera
- 5
- erste Markierungseinheit
- 6
- Gebäude
- 7
- Aufzugsschacht
- 8
- Schachtöffnung
- 9
- zweite Markierungseinheit
- 10
- Codeband
- 11
- Stockwerk-Codierung
- 12
- Positionscodierung
- 13
- Entriegelungszone
- 14
- Codeband
1. Aufzugvorrichtung (1) zur Beförderung von Personen und/oder Gegenständen innerhalb
eines Aufzugsschachtes (7) eines wenigstens zwei Etagen umfassenden Raumgebildes (6),
insbesondere eines Gebäudes oder dergleichen, umfassend:
- einen Aufzugskorb (3), in welchem die zu befördernden Personen und/oder Gegenstände
unterbringbar sind,
- ein Fahrgerüst (2) zur Lagerung und Führung des Aufzugskorbs,
- eine Positionsbestimmungsvorrichtung zur Bestimmung der Position des Aufzugskorbs
innerhalb des Aufzugsschachts und/oder in Bezug auf das Fahrgerüst, welche eine Markierungseinheit
zur Markierung der Position, eine Detektionseinheit (4) zum Erkennen und/oder Auslesen
der Markierungseinheit sowie eine Auswerteeinheit zum Auswerten der Messwerte der
Detektionseinheit umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Markierungseinheit (5, 9, 10, 14) als Träger eines Barcodes, insbesondere eines
2-D-Codes, und die Detektionseinheit (4) als Bildsensor, insbesondere als Kamera,
ausgebildet sind.
2. Aufzugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierungseinheit (5, 9, 10, 14) als Band ausgebildet ist.
3. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierungseinheit (5) am Fahrgerüst, insbesondere an einer Führungsschiene des
Fahrgerüstes, angebracht ist.
4. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierurgseinheit (9) am Aufzugsschacht anbringbar ist.
5. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste und eine zweite Markierungseinheit vorgesehen sind.
6. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Markierungseinheit (9) als Referenzmarkierung zum Abgleich der Genauigkeit
der ersten Markierungseinheit ausgebildet ist.
7. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Markierungseinheit (9) dazu ausgebildet ist, eine bestimmte Zone auf der
Fahrstrecke innerhalb des Aufzugsschachtes zu markieren.
8. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit dazu ausgebildet ist, zu erkennen, ob sich der Aufzugskorb in
der Zone befindet.
9. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit dazu ausgebildet ist, einen Abgleich zwischen erster und zweiter
Markierungseinheit vorzunehmen.
10. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Entriegelungsvorrichtung zur Entriegelung einer Tür des Aufzugkorbs und/oder
eine Schachtöffnung des Aufzugsschachtes, welche mittels der Auswertevorrichtung kontrollierbar
ist, vorhanden ist.
11. Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinheit am Aufzugskorb, insbesondere auf und/oder unter dem Aufzugskorb,
angeordnet ist.
12. Gebäude (6) mit wenigstens zwei Etagen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufzugvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche vorgesehen ist.
13. Gebäude nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Markierungseinheit am Gebäude angebracht ist.
14. Gebäude nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Markierungseinheit so angeordnet ist, dass die durch sie markierte Zone
einen Bereich um wenigstens eine der Schachtöffnungen des Aufzugsschachtes herum bildet.
15. Positionsbestimmungsvorrichtung zur Bestimmung der Position des Aufzugskorbs innerhalb
des Aufzugsschachts und/oder in Bezug auf das Fahrgerüst, welche eine Markierungseinheit
zur Markierung der Position, eine Detektionseinheit (4) zum Erkennen und/oder Auslesen
der Markierungseinheit sowie eine Auswerteeinheiz zum Auswerten der Messwerte der
Detektionseinheit umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Markierungseinheit (5, 9) als Träger eines Barcodes, insbesondere eines 2-D-Codes,
und die Detektionseinheit (4) als Bildsensor, insbesondere als Kamera, ausgebildet
sind.
16. Positonsbestimmungsvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinheit dazu ausgebildet ist, wenigstens zwei Markierungseinheiten
zu erfassen.