[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft neuartige quaternisierte Stickstoffverbindungen,
deren Herstellung und Verwendung als Kraft- und Schmierstoffadditiv, wie insbesondere
als Detergensadditiv Additivpakete, welche diese Verbindungen enthalten; sowie damit
additivierte Kraft- und Schmierstoffe. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung
die Verwendung dieser quaternisierten Stickstoffverbindungen als Kraftstoffzusatz
zur Verringerung oder Verhinderung von Ablagerungen in den Einspritzsystemen von direkteinspritzenden
Dieselmotoren, insbesondere in Common-Rail-Einspritzsystemen, zur Verringerung des
Kraftstoffverbrauches von direkteinspritzenden Dieselmotoren, insbesondere von Dieselmotoren
mit Common-Rail-Einspritzsystemen, und zur Minimierung des Leistungsverlustes (powerloss)
in direkteinspritzenden Dieselmotoren, insbesondere in Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzsystemen.
Stand der Technik:
[0002] Bei direkteinspritzenden Dieselmotoren wird der Kraftstoff durch eine direkt in den
Brennraum des Motors reichende Mehrloch-Einspritzdüse eingespritzt und feinst verteilt
(vernebelt), anstatt wie beim klassischen (Kammer-) Dieselmotor in eine Vor- oder
Wirbelkammer eingeführt zu werden. Der Vorteil der direkteinspritzenden Dieselmotoren
liegt in ihrer für Dieselmotoren hohen Leistung und einem dennoch geringen Verbrauch.
Außerdem erreichen diese Motoren ein sehr hohes Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen.
[0003] Zur Zeit werden im Wesentlichen drei Verfahren eingesetzt, um den Kraftstoff direkt
in den Brennraum des Dieselmotors einzuspritzen: die konventionelle Verteilereinspritzpumpe,
das Pumpe-Düse-System (Unit-Injector-System bzw. Unit-Pump-System) und das Common-Rail-System.
[0004] Beim Common-Rail-System wird der Dieselkraftstoff von einer Pumpe mit Drücken bis
zu 2000 bar in eine Hochdruckleitung, die Common-Rail gefördert. Ausgehend von der
Common-Rail laufen Stichleitungen zu den verschiedenen Injektoren, die den Kraftstoff
direkt in den Brennraum injizieren. Dabei liegt auf der Common-Rail stets der volle
[0005] Druck an, was eine Mehrfacheinspritzung oder eine spezielle Einspritzform ermöglicht.
Bei den anderen Injektionssystemen ist dagegen nur eine geringere Variation der Einspritzung
möglich. Die Einspritzung beim Common-Rail wird im Wesentlichen in drei Gruppen unterteilt:
(1.) Voreinspritzung, durch die im Wesentlichen eine weichere Verbrennung erreicht
wird, so dass harte Verbrennungsgeräusche (" Nageln" ) vermindert werden und der Motorlauf
ruhig erscheint; (2.) Haupteinspritzung, die insbesondere für einen guten Drehmomentverlauf
verantwortlich ist; und (3.) Nacheinspritzung, die insbesondere für einen geringen
NO
x-Wert sorgt. Bei dieser Nacheinspritzung wird der Kraftstoff in der Regel nicht verbrannt,
sondern durch Restwärme im Zylinder verdampft. Das dabei gebildete Abgas-/Kraftstoffgemisch
wird zur Abgasanlage transportiert, wo der Kraftstoff in Gegenwart geeigneter Katalysatoren
als Reduktionsmittel für die Stickoxide NO
x wirkt.
[0006] Durch die variable, zylinderindividuelle Einspritzung kann beim Common-Rail-Einspritzsystem
der Schadstoffausstoß des Motors, z.B. der Ausstoß von Stickoxiden (NO
x), Kohlenmonoxid (CO) und insbesondere von Partikeln (Ruß), positiv beeinflusst werden.
Dies ermöglicht beispielsweise, dass mit Common-Rail-Einspritzsystemen ausgerüstete
Motoren der Euro 4-Norm theoretisch auch ohne zusätzlichen Partikelfilter genügen
können.
[0007] In modernen Common-Rail-Dieselmotoren können sich unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise
bei Verwendung von biodieselhaltigen Kraftstoffen oder von Kraftstoffen mit Metall-Verunreinigungen
wie Zink-Verbindungen, Kupfer-Verbindungen, Bleiverbindungen und weiteren Metallverbindungen,
an den Injektoröffnungen Ablagerungen bilden, die das Einspritzverhalten des Kraftstoffs
negativ beeinflussen und dadurch die Performance des Motors beeinträchtigen, d.h.
insbesondere die Leistung verringern, aber zum Teil auch die Verbrennung verschlechtern.
Die Bildung von Ablagerungen wird durch bauliche Weiterentwicklungen der Injektoren,
insbesondere durch die Veränderung der Geometrie der Düsen (engere, konische Öffnungen
mit abgerundetem Auslass) noch verstärkt. Für eine dauerhaft optimale Funktionsweise
von Motor und Injektoren müssen solche Ablagerungen in den Düsenöffnungen durch geeignete
Kraftstoffadditive verhindert oder reduziert werden
[0008] In den Einspritzsystemen modernen Dieselmotoren verursachen Ablagerungen signifikante
Performance-Probleme. Weit verbreitet ist die Erkenntnis, dass derartige Ablagerungen
in den Sprühkanälen zu einer Verringerung des Kraftstoffflusses und damit zu Leistungsverlusten
(power loss) führen können. Ablagerungen an der Injektorspitze beeinträchtigen dagegen
die optimale Ausbildung von Kraftstoff-Sprühnebel und bedingen dadurch eine verschlechterte
Verbrennung und damit verbunden höhere Emissionen und vermehrten Kraftstoffverbrauch.
Im Gegensatz zu diesen herkömmlichen, " äußeren" Ablagerungsphänomenen bereiten auch
" interne" Ablagerungen (zusammengefasst als innere Diesel-Injektor-Ablagerungen (IDID))
in bestimmten Teilen der Injektoren, wie an der Düsennadel, am Steuerkolben, am Ventilkolben,
am Ventilsitz, an der Ansteuereinheit und an den Führungen dieser Komponenten zunehmend
Performance-Probleme. Herkömmliche Additive zeigen eine unzureichende Wirkung gegen
diese IDIDs.
[0009] Aus der
US 4,248,719 sind quaternisierte Ammoniumsalze beschrieben, welche durch Umsetzung eines Alkenylsuccinimids
mit einem Monocarbonsäureester hergestellt werden und als Dispergiermittel in Schmierölen
zur Verhinderung von Schlammbildung Anwendung finden. Insbesondere ist beispielsweise
die Umsetzung von Polyisobutylbernsteinsäureanhydrid (PIBSA) mit N,N-Dimethylaminopropylamin
(DMAPA) und Quaternisierung mit Methylsalicylat beschrieben. Eine Anwendung in Kraftstoffen,
insbesondere Dieselkraftstoffen, wird darin jedoch nicht vorgeschlagen. Die Verwendung
von PIBSA mit niedrigen Bismaleinierungsgraden < 20 % wird darin nicht beschrieben.
[0010] Aus der
US 4,171,959 sind quaternisierte Ammoniumsalze von hydrocarbylsubstituierten Succinimiden beschrieben,
welche als Detergensadditive für Ottokraftstoffzusammensetzungen geeignet sind. Zur
Quaternisierung werden bevorzugt Alkylhalogenide eingesetzt. Erwähnt sind außerdem
organische C
2-C
8-Hydrocarbyl-Carboxylate und - Sulfonate. Folglich weisen die gemäß dortiger Lehre
bereitgestellten quaternisierten Ammoniumsalze als Gegenion entweder ein Halogenid
oder ein C
2-C
8-Hydrocarbyl-Carboxylat oder ein C
2-C
8-Hydrocarbyl-Sulfonat-Gruppe auf. Die Verwendung von PIBSA mit niedrigen Bismaleinierungsgraden
<20 % wird darin ebenfalls nicht beschrieben.
[0011] Aus der
EP-A-2 033 945 sind Kaltfließverbesserer bekannt, welche durch Quaternisierung spezieller tertiärer
Monoamine, die wenigstens einen C
8-C
40-Alkylrest tragen, mit einem C
1-C
4-Alkylester spezieller Carbonsäuren hergestellt werden. Beispiele solcher Carbonsäureester
sind Dimethyloxalat, Dimethylmaleat, Dimethylphthalat und Dimethylfumarat. Andere
Anwendungen als zur Verbesserung des CFPP Werts von Mitteldestillaten sind in der
EP-A-2 033 945 nicht belegt.
[0012] Die
WO 2006/135881 beschreibt quaternisierte Ammoniumsalze, hergestellt durch Kondensation eines Hydrocarbyl-substituierten
Acylierungsmittels und einer Sauerstoff-oder Stickstoffatom-haltigen Verbindung mit
tertiärer Aminogruppe, und anschließender Quaternisierung mittels Hydrocarbylepoxid
in Kombination mit stöchiometrischen Mengen einer Säure, wie insbesondere Essigsäure.
Weitere in der
WO 2006/135881 beanspruchte Quaternisierungsmittel sind Dialkylsulfate, Benzylhalogenide und hydrocarbylsubstituierte
Carbonate, wobei Dimethylsulfat, Benzylchlorid und Dimethylcarbonat experimentell
untersucht wurden.
[0013] Die in der
WO 2006/135881 bevorzugt verwendeten Quaternisierungsmittel weisen jedoch gravierende Nachteile
auf, wie: Toxizität bzw. Carcinogenität (z.B. bei Dimethylsulfat und Alkylenoxiden
und Benzylhalogeniden), keine rückstandsfreie Verbrennung (z.B. bei Dimethylsulfat
und Alkylhalogeniden), sowie unzureichende Reaktivität, welche zu unvollständiger
Quaternierung oder nicht-ökonomischen Reaktionsbedingungen (lange Reaktionszeiten,
hohe Reaktionstemperaturen, Überschuss an Quaternierungsmittel; z.B. bei Dimethylcarbonat)
führt.
[0014] Es bestand daher die Aufgabe, verbesserte quaternisierte Kraftstoffadditive, insbesondere
auf der Basis von Hydrocarbyl-substituierten Polycarbonsäureverbindungen, bereitzustellen,
welche die genannten Nachteile des Standes der Technik nicht mehr aufweisen.
Kurze Beschreibung der Erfindung:
[0015] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass obige Aufgabe durch Bereitstellung
spezieller quaternisierter Stickstoffverbindungen bzw. damit additivierter Kraft-
und Schmierstoffzusammensetzungen gelöst wird.
[0016] Überraschenderweise sind die so hergestellten erfindungsgemäßen Additive den in konventioneller
Weise hergestellten Additive gemäß Stand der Technik in mehrfacher Hinsicht überlegen:
Sie besitzen geringe Toxizität (bedingt durch die gezielte Wahl des des Quaternierungsmittels,
verbrennen rückstandsfrei (ashless), zeigen einen hohen Gehalt an quaterniertem Produkt,
und erlauben eine ökonomische Reaktionsführung bei deren Herstellung und weisen überraschenderweise
verbesserte HandlingEigenschaften, wie insbesondere verbesserte Löslichkeit, wie insbesondere
in Diesel Performance Additiv-Paketen, auf. Gleichzeitig zeigen die erfindungsgemäßen
Additive eine verbesserte Wirkung bezüglich Vermeidung von Ablagerungen in Dieselmotoren,
wie insbesondere durch die beiliegenden Anwendungsbeispiele veranschaulicht.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung:
A1) Spezielle Ausführungsformen
[0017] Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere folgende spezielle Ausführungsformen:
- 1. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
enthaltend in einer Hauptmenge eines üblichen Kraft- oder Schmierstoffs einen Anteil
(insbesondere eine wirksame Menge) wenigstens eines eine quaternisierte Stickstoffverbindung
umfassenden Reaktionsprodukts (oder eine aus dem Reaktionsprodukt durch Aufreinigung
erhaltene, eine quaternisierte Stickstoffverbindung enthaltende Teilfraktion davon),
wobei das Reaktionsprodukt erhältlich ist durch
- a. Umsetzung einer mit hochmolekularem Hydrocarbyl substituierten Polycarbonsäureverbindung,
mit einer Verbindung umfassend wenigstens eine mit der Polycarbonsäure reaktiven (insbesondere
addierbaren oder kondensierbaren) Sauerstoff-oder Stickstoffgruppe sowie enthaltend
wenigstens eine quaternisierbare Aminogruppe, wobei man eine quaternisierbaren hydrocarbyl-substituierten
Polycarbonsäureverbindung (durch Addition oder Kondensation) erhält, und
- b. deren anschließende Umsetzung mit einem Quaternisierungsmittel, das die wenigstens
eine tertiäre Aminogruppe in eine quaternäre Ammoniumgruppe überführt, wobei das Quaternisierungsmittel
der Alkylester einer cycloaromatischen oder cycloaliphatischen Mono- oder Polycarbonsäure
(insbesondere einer Mono- oder Dicarbonsäure) oder einer aliphatischen Polycarbonsäure
(insbesondere Dicarbonsäure) ist.
- 2. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
enthaltend in einer Hauptmenge eines üblichen Kraft- oder Schmierstoffs einen Anteil
(insbesondere eine wirksame Menge) wenigstens eines eine quaternisierte Stickstoffverbindung
umfassenden Reaktionsprodukts (oder eine aus dem Reaktionsprodukt durch Aufreinigung
erhaltene, eine quaternisierte Stickstoffverbindung enthaltende Teilfraktion davon),
wobei das Reaktionsprodukt erhältlich ist durch
Umsetzung einer quaternisierbaren mit hochmolekularem Hydrocarbyl substituierten Polycarbonsäureverbindung,
enthaltend wenigstens eine quaternisierbare Aminogruppe mit einem Quaternisierungsmittel,
das die wenigstens eine tertiäre Aminogruppe in eine quaternäre Ammoniumgruppe überführt,
wobei das Quaternisierungsmittel der Alkylester einer cycloaromatischen oder cycloaliphatischen
Mono- oder Polycarbonsäure (insbesondere einer Mono- oder Dicarbonsäure) oder einer
aliphatischen Polycarbonsäure (insbesondere Dicarbonsäure) ist.
- 3. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei das Quaternisierungsmittel
eine Verbindung der allgemeinen Formel 1 ist
R1OC(O)R2 (1)
worin
R1 für einen niedermolekularen Hydrocarbylrest, wie Alkyl- oder Alkenylrest, insbesondere
einen Niedrigalkylrest, wie insbesondere Methyl oder Ethyl, steht und
R2 für einen gegebenenfalls substituierten einkernigen cyclischen Hydrocarbylrest, insbesondere
einen Aryl- oder Cycloalkyl- oder Cycloalkenylrest , insbesondere Aryl, wie Phenyl,
steht, wobei der Substituent ausgewählt ist unter OH, NH2, NO2, C(O)OR3, und R1OC(O)-, worin R1 die oben angegebenen Bedeutungen besitzt und R3 für H oder R1 steht, wobei der Substituent insbesondere OH ist. Insbesondere ist das Quaternisierungsmittel
ein Phthalat oder ein Salicylat, wie Dimethyl-Phthalat, oder Methylsalicylat.
- 4. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach einer der Ausführungsformen 1 und 2, wobei das Quaternisierungsmittel eine Verbindung
der allgemeinen Formel 2 ist
R1OC(O)-A-C(O)OR1a (2)
worin
R1 und R1a unabhängig voneinander für einen niedermolekularen Hydrocarbylrest, wie einen Alkyl-
oder Alkenylrest, insbesondere einen Niedrigalkylrest steht und
A für Hydrocarbylen (wie insbesondere C1-C7-Alkylen oder C2-C7-Alkenylen) steht.
- 5. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei die quaternisierte Stickstoffverbindung
ein zahlenmittleres Molekulargewicht im Bereich von 400 bis 5000 insbesondere 800
bis 3000 oder 900 bis 1500 aufweist.
- 6. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei das Quaternisierungsmittel
ausgewählt ist unter Alkylsalicylaten, Dialkylphthalaten und Dialkyloxalaten; wobei
Alkylsalicylate, insbesondere Niedrigalkylsalicylate , wie Methyl-, Ethyl- und n-Propylsalicylate
besonders zu nennen sind.
- 7. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach Ausführungsform 1, wobei die mit der Polycarbonsäure reaktive (addierbare oder
kondensierbare), eine Sauerstoff- oder Stickstoffgruppe sowie wenigstens eine quaternisierbare
Aminogruppe enthaltende Verbindung ausgewählt ist unter
- a. Hydroxyalkyl-substituierten Mono- oder Polyaminen mit wenigstens einer quaternisierbaren,
primären, sekundären oder tertiären Aminogruppe
- b. geradkettigen oder verzweigtem, cyclischen, heterocyclischen, aromatischen oder
nichtaromatischen Polyaminen mit wenigstens einer primären oder sekundären Aminogruppe
und mit wenigstens einer quaternisierbaren, primären, sekundären oder tertiären Aminogruppe;
- c. Piperazinen,
wobei Gruppe a. besonders zu nennen ist
- 8. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung nach Ausführungsform 7, wobei die
mit Verbindung ausgewählt ist unter
- a. Hydroxyalkyl-substituierten primären, sekundären oder tertiären Monoaminen und
Hydroxyalkyl-substituierten primären, sekundären oder tertiären Diaminen.
- b. geradkettigen oder verzweigten aliphatischen Diaminen mit zwei primären Aminogruppen;
Di- oder Polyaminen mit wenigstens einer primären und wenigstens einer sekundären
Aminogruppe; Di- oder Polyaminen mit wenigstens einer primären und wenigstens einer
tertiären Aminogruppe; aromatischen carbo-cyclischen Diaminen mit zwei primären Aminogruppen;
aromatischen heterocyclischen Polyaminen mit zwei primären Aminogruppen; aromatischen
oder nichtaromatischen Heterozyklen mit einer primären und einer tertiären Aminogruppe;
wobei Gruppe a. besonders zu nennen ist
- 9. Kraftstoffstoffzusammensetzung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
ausgewählt unter Dieselkraftstoffen, Biodieselkraftstoffen, Ottokraftstoffen, und
Alkanol-haltigen Ottokraftstoffen.
- 10. Kraftstoff- oder Schmierstoffzusammensetzung, insbesondere Kraftstoffzusammensetzung,
nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei die hydrocarbyl-substituierte
Polycarbonsäureverbindung eine Polyisobutenylbersteinsäure oder ein Anhydrid (PIBSA)
davon ist, wobei diese einen niedrigen Bismaleinierungsgrad, insbesondere von gleich
oder weniger als 20%, wie z.B. 15, 13, 12 oder 11 % , insbesondere 10% oder weniger
als 10% , wie z.B. 2 bis 9, oder 3 bis 7 %, aufweist. Insbesondere sind derartige
PIBSAs von HR-PIB mit einem Mn im Bereich von etwa 400 bis 3000 abgeleitet.
Insbesondere sind obige Zusammensetzungen Kraftstoffzusammensetzungen, wie vor allem
Dieselkraftstoffe.
- 11. Quaternisierte Stickstoffverbindung gemäß der Definition in einer der vorhergehenden
Ausführungsformen, insbesondere gemäß Ausführungsform 3, 4 und vor allem Ausführungsform
6, 7 oder8.
- 12. Verfahren zur Herstellung einer quaternisierter Stickstoffverbindung nach Ausführungsform
11,
umfassend die Umsetzung einer quaternisierbaren hydrocarbyl-substituierten Polycarbonsäureverbindung,
enthaltend wenigstens eine tertiäre, quaternisierbare Aminogruppe mit einem Quaternisierungsmittel,
das die wenigstens eine tertiäre Aminogruppe in eine quaternäre Ammoniumgruppe überführt,
wobei das Quaternisierungsmittel der Alkylester einer cycloaromatischen oder cycloaliphatischen
Mono- oder Polycarbonsäure (insbesondere einer Mono- oder Dicarbonsäure) oder einer
aliphatischen Polycarbonsäure (insbesondere Dicarbonsäure) ist.
- 13. Verwendung einer quaternisierten Stickstoffverbindung nach Ausführungsform 11
oder hergestellt nach Ausführungsform 12 als Kraftstoffadditiv oder Schmierstoffadditiv
insbesondere Kraftstoffadditiv, insbesondere Dieselkraftstoffadditiv,.
- 14. Verwendung nach Ausführungsform 13 als Additiv zur Verringerung des Kraftstoffverbrauches
von direkteinspritzenden Dieselmotoren, insbesondere von Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzsystemen,
und/oder zur Minimierung des Leistungsverlustes (powerloss) in direkteinspritzenden
Dieselmotoren, insbesondere in Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzsystemen.
- 15. Verwendung nach Ausführungsform 13 als Ottokraftstoffadditiv zur Verringerung
von Ablagerungen im Einlasssystem eines Ottomotors, wie insbesondere DISI und PFI
(Port Fuel Injector) -Motoren.
- 16. Verwendung nach Ausführungsform 13 als Dieselkraftstoffadditiv, insbesondere als
Kaltfließverbesserer, als Wachs-Anti-Settling Additiv (WASA) oder als Additiv zur
Verringerung und/oder Vermeidung von Ablagerungen in den Einspritzsystemen, wie insbesondere
der Internal Diesel Injector Deposits (IDID) und / oder von Ventilkleben in direkteinspritzenden
Dieselmotoren, insbesondere in Common-Rail-Einspritzsystemen.
- 17. Additivkonzentrat, enthaltend in Kombination mit weiteren Diesel- oder Ottokraftstoffadditiven,
insbesondere Dieselkraftstoffadditiven, wenigstens eine quaternisierte Stickstoffverbindung
gemäß der Definition in Ausführungsform 11 oder hergestellt nach Ausführungsform 12.
A2) Allgemeine Definitionen
[0018] Eine " Kondensation" oder " Kondensationsreaktion" im Sinne der vorliegenden Erfindung
beschreibt die Umsetzung von zwei Molekülen unter Abspaltung eines kleineren Moleküls,
insbesondere eines Wasser-Moleküls. Ist eine derartige Abspaltung analytisch nicht
nachweisbar, insbesondere in stöchiometrischen Mengen nicht nachweisbar, und die beiden
Moleküle reagieren trotzdem, z.B. unter Addition, so erfolgt die betreffende Umsetzung
der beiden Moleküle " ohne Kondensation" .
[0019] Werden keine gegenteiligen Angaben gemacht, so gelten folgende allgemeine Bedeutungen:
" Hydrocarbyl" ist breit auszulegen und umfasst sowohl langkettige als auch kurzkettige,
gerade oder verzweigte Kohlenwasserstoffreste, welche ggf. zusätzlich Heteroatome,
wie z.B. O, N, NH,S, in ihrer Kette enthalten können.
" Langkettige" oder "hochmolekulare" Hydrocarbylreste haben ein zahlengemitteltes
Molekulargewicht (Mn) von 85 bis 20.000, wie z.B. 113 bis 10.000, oder 200 bis 10.000 oder 350 bis 5.000,
wie z.B. 350 bis 3.000, 500 bis 2.500, 700 bis 2.500, oder 800 bis 1.500. Sie sind
insbesondere im Wesentlichen aus C2-6-, insbesondere C2-4-Monomerbausteinen, wie Ethylen, Propylen, n- oder iso-Butylen oder Mischungen davon
aufgebaut, wobei die verschiedenen Monomere statistisch verteilt oder als Blöcke einpolymerisiert
enthalten sein können. Derartige langkettige Hydrocarbylreste werden auch als Polyalkylenreste
oder Poly-C2-6- oder Poly-C2-4-alkylenreste bezeichnet. Geeignete langkettige Hydrocarbylreste und deren Herstellung
sind beispielsweise auch beschreiben in der WO2006/135881 und der dort zitierten Literatur.
[0020] Beispiele für besonders brauchbare Polyalkylen-Reste sind Polyisobutenyl-Reste, abgeleitet
von sogenannten "hochreaktiven" Polyisobutenen (HR-PIB), die sich durch einen hohen
Gehalt an terminal angeordneten Doppelbindungen auszeichnen (vgl. z.B. auch
Rath et al, Lubrication Science (1999), 11-2, 175-185). Terminal angeordnete Doppelbindungen sind dabei alpha-olefinische Doppelbindungen
des Typs

welche zusammen auch als Vinyliden-Doppelbindungen bezeichnet werden. Geeignete hochreaktive
Polyisobutene sind beispielsweise Polyisobutene, die einen Anteil an Vinyliden-Doppelbindungen
von größer 70 Mol-%, insbesondere größer 80 Mol-% oder größer 85 Mol-% aufweisen.
Bevorzugt sind insbesondere Polyisobutene, die einheitliche Polymergerüste aufweisen.
Einheitliche Polymergerüste weisen insbesondere solche Polyisobutene auf, die zu wenigstens
85 Gew.-%, vorzugsweise zu wenigstens 90 Gew.-% und besonders bevorzugt zu wenigstens
95 Gew.-% aus Isobuteneinheiten aufgebaut sind. Vorzugsweise weisen solche hochreaktiven
Polyisobutene ein zahlenmittleres Molekulargewicht in dem oben genannten Bereich auf.
Darüber hinaus können die hochreaktiven Polyisobutene eine Polydispersität im Bereich
von 1,05 bis 7, insbesondere von etwa 1,1 bis 2,5, wie z.B. von kleiner 1,9 oder kleiner
1,5, aufweisen. Unter Polydispersität versteht man den Quotienten aus gewichtsmittlerem
Molekulargewicht Mw geteilt durch das zahlenmittlere Molekulargewicht Mn.
[0021] Besonders geeignete hochreaktive Polyisobutene sind z.B. die Glissopal-Marken der
BASF SE, insbesondere Glissopal
® 1000 (Mn = 1000), Glissopal
® V 33 (Mn = 550), Glissopal
® 1300 (Mn = 1300) und Glissopal
® 2300 (Mn = 2300) und deren Mischungen. Andere zahlenmittlere Molekulargewichte können
nach im Prinzip bekannter Weise durch Mischen von Polyisobutenen unterschiedlicher
zahlenmittlerer Molekulargewichte oder durch extraktive Anreicherung von Polyisobutenen
bestimmter Molekulargewichtsbereiche eingestellt werden.
[0022] PIBSA wird in prinzipiell bekannter Weise durch Umsetzung von PIB mit Maleinsäureanhydrid
(MSA) hergestellt, wobei prinzipiell ein Gemisch von PIBSA und bismaleiniertem PIBSA
(BM PIBSA, vgl. Schema 1, unten) entsteht, das in der Regel nicht getrennt, sondern
als solches in Folgereaktionen eingesetzt wird. Das Verhältnis der beiden Komponenten
zueinander kann durch den " Bismaleinierungsgrad" (BMG) angegeben werden. Der BMG
ist an sich bekannt (Siehe auch
US 5,883,196). Der BMG kann auch nach folgender Formel bestimmt werden:

wobei wt-%(X) für den Gewichtsanteil der Komponente X (X = PIBSA oder BM PIBSA) im
Umsetzungsprodukt von PIB mit MSA steht

[0023] Hydrocarbyl-substituierte Polycarbonsäureverbindung mit einen "niedrigen Bismaleinierungsgrad",
insbesondere entsprechende Polyisobutenylbersteinsäuren oder Anhydride davon (insgesamt
auch bezeichnet als PIBSA) sind aus dem Stand der Technik bekannt. Vorteilhaft sind
insbesondere Bismaleinierungsgrade von 20 % oder weniger, oder 15% oder weniger, wie
z.B. 14, 13, 12, oder 10%; oder 10% oder weniger, wie z.B. 2-9, 3-8, 4-7, 5 oder 6
%. Deren gezielte Herstellung ist z.B. beschrieben in der
US 5,883,196. Zu deren Herstellung eignen sich insbesondere obige hochreaktive Polyisobutene,
mit einem Mn im Bereich von etwa 500 bis 2500, wie z.B. 550 bis 3000, 1000 bis 2000
oder 1000 bis 1500.
[0024] Als nichtlimitierendes Beispiel für ein entsprechendes PIBSA kann Glissopal
® SA, abgeleitet von HR-PIB (Mn=1000), mit einem Bismaleinierungsgrad von 9% genannt
werden.
[0025] " Kurzkettiges Hydrocarbyl" oder "niedermolekulares Hydrocarbyl" steht insbesondere
für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkenyl, gegebenenfalls unterbrochen
durch eine oder mehrere, wie z.B. 2, 3 oder 4 Heteroatomgruppen, wie -O-oder - NH-.
oder gegebenenfalls ein- oder mehrfach, wie z.B. 2, 3 oder 4-fach substituiert.
[0026] " Alkyl" oder " Niedrigalkyl" steht insbesondere für gesättigte, geradkettige oder
verzweigte Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 4, 1 bis 6, 1 bis 8, oder 1 bis 10 oder
1 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Methyl, Ethyl, n-Propyl, 1-Methylethyl, n-Butyl,
1-Methyl-propyl, 2-Methylpropyl, 1,1-Dimethylethyl, n-Pentyl, 1-Methylbutyl, 2-Methylbutyl,
3-Methylbutyl, 2,2-Di-methylpropyl, 1-Ethylpropyl, n-Hexyl, 1,1-Dimethylpropyl, 1,2-Dimethylpropyl,
1-Methylpentyl, 2-Methylpentyl, 3-Methylpentyl, 4-Methylpentyl, 1,1-Dimethylbutyl,
1,2-Dimethylbutyl, 1,3-Dimethylbutyl, 2,2-Dimethylbutyl, 2,3-Dimethylbutyl, 3,3-Dimethylbutyl,
1-Ethylbutyl, 2-Ethylbutyl, 1,1,2-Trimethylpropyl, 1,2,2-Trimethylpropyl, 1-Ethyl-1-methylpropyl
und 1-Ethyl-2-methylpropyl; sowie n-Heptyl, n-Octyl, n-Nonyl und n-Decyl, sowie die
ein- oder mehrfach verzweigten Analoga davon.
[0027] " Hydroxyalkyl" steht insbesondere für die ein- oder mehrfach, insbesondere einfach
hydroxylierten Analoga obiger Alkylreste, wie z.B. die monohydroxylierten Analoga
obiger geradkettiger oder verzweigter Alkylreste, wie z.B. die linearen Hydroxyalkylgruppen
mit primärer Hydroxylgruppe, wie Hydroxymethyl, 2-Hydroxyethyl, 3-Hydroxypropyl, 4-Hydroxybutyl.
[0028] " Alkenyl" steht für ein- oder mehrfach, insbesondere einfach ungesättigte, geradkettige
oder verzweigte Kohlenwasserstoffreste mit 2 bis 4, 2 bis 6, 2 bis 8 2 bis 10 oder
2 oder bis 20 Kohlenstoffatomen und einer Doppelbindung in einer beliebigen Position,
z. B. C
2-C
6-Alkenyl wie Ethenyl, 1-Propenyl, 2-Propenyl, 1-Methylethenyl, 1-Butenyl, 2-Butenyl,
3-Butenyl, 1-Methyl-1-propenyl, 2-Methyl-1-propenyl, 1-Methyl-2-propenyl, 2-Methyl-2-propenyl,
1-Pentenyl, 2-Pentenyl, 3-Pentenyl, 4-Pentenyl, 1-Methyl-1-butenyl, 2-Methyl-1-butenyl,
3-Methyl-1-butenyl, 1-Methyl-2-butenyl, 2-Methyl-2-butenyl, 3-Methyl-2-butenyl, 1-Methyl-3-butenyl,
2-Methyl-3-butenyl, 3-Methyl-3-butenyl, 1,1-Dimethyl-2-propenyl, 1,2-Dimethyl-1-propenyl,
1,2-Dimethyl-2-propenyl, 1-Ethyl-1-propenyl, 1-Ethyl-2-propenyl, 1-Hexenyl, 2-Hexenyl,
3-Hexenyl, 4-Hexenyl, 5-Hexenyl, 1-Methyl-1-pentenyl, 2-Methyl-1-pentenyl, 3-Methyl-1-pentenyl,
4-Methyl-1-pentenyl, 1-Methyl-2-pentenyl, 2-Methyl-2-pentenyl, 3-Methyl-2-pentenyl,
4-Methyl-2-pentenyl, 1-Methyl-3-pentenyl, 2-Methyl-3pentenyl, 3-Methyl-3-pentenyl,
4-Methyl-3-pentenyl, 1-Methyl-4-pentenyl, 2-Methyl-4-pentenyl, 3-Methyl-4-pentenyl,
4-Methyl-4-pentenyl, 1,1-Dimethyl-2-butenyl, 1,1-Dimethyl-3-butenyl, 1,2-Dimethyl-1-butenyl,
1,2-Dimethyl-2-butenyl, 1,2-Dimethyl-3-butenyl, 1,3-Dimethyl-1-butenyl, 1,3-Dimethyl-2-butenyl,
1,3-Dimethyl-3-butenyl, 2,2-Dimethyl-3-butenyl, 2,3-Dimethyl-1-butenyl, 2,3-Dimethyl-2-butenyl,
2,3-Dimethyl-3-butenyl, 3,3-Dimethyl-1-butenyl, 3,3-Dimethyl-2-butenyl, 1-Ethyl-1-butenyl,
1-Ethyl-2-butenyl, 1-Ethyl-3-butenyl, 2-Ethyl-1-butenyl, 2-Ethyl-2-butenyl, 2-Ethyl-3-butenyl,
1,1,2-Trimethyl-2-propenyl, 1-Ethyl-1-methyl-2-propenyl, 1-Ethyl-2-methyl-1-propenyl
und 1-Ethyl-2-methyl-2-propenyl.
[0029] " Alkylen" steht für geradkettige oder ein- oder mehrfach verzweigte Kohlenwasserstoff-Brückengruppen
mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie z.B. C
1-C
7-Alkylengruppen ausgewählt unter -CH
2-, -(CH
2)
2-, -(CH
2)
3-, -CH
2-CH(CH
3)-, -CH(CH
3)-CH
2-, -(CH
2)
4-, - (CH
2)
2-CH(CH
3)-, -CH
2-CH(CH
3)-CH
2- , (CH
2)
4-, -(CH
2)
5-, -(CH
2)
6, -(CH
2)
7-, -CH(CH
3)-CH
2-CH
2-CH(CH
3)- oder - CH(CH
3)-CH
2-CH
2-CH
2-CH(CH
3)-oder C
1-C
4-Alkylengruppen ausgewählt unter -CH
2-, -(CH
2)
2-, -(CH
2)
3-, -CH
2-CH(CH
3)-, -CH(CH
3)-CH
2-, -(CH
2)
4-, -(CH
2)
2-CH(CH
3)-, -CH
2-CH(CH
3)-CH
2-.
[0030] " Alkenylen" steht für die ein- oder mehrfach, insbesondere einfach ungesättigten
Analoga obiger Alkylengruppen mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, insbesondere für C
2-C
7-Alkenylene oder C
2-C
4-Alkenylen, wie -CH=CH-, -CH=CH-CH
2-, - CH
2-CH=CH-, -CH=CH-CH
2-CH
2-, -CH
2-CH=CH-CH
2-, -CH
2-CH
2-CH=CH-, -CH(CH
3)-CH=CH-, -CH
2-C(CH
3)=CH-.
[0031] " Zyklische Hydrocarbylreste" umfassen insbesondere:
- Cycloalkyl: carbocyclische Reste mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie z.B. C3-C12-Cycloalkyl, wie Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl,
Cyclononyl, Cyclodecyl, Cycloundecyl und Cyclododecyl; bevorzugt sind Cyclopentyl,
Cyclohexyl, Cycloheptyl, sowie Cyclopropyl-methyl, Cyclopropyl-ethyl, Cyclobutyl-methyl,
Cyclobutyl-ethyl, Cyclopentyl-methyl, Cyclopentyl-ethyl, Cyclohexyl-methyl oder C3-C7-Cycloalkyl, wie Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclopropyl-methyl,
Cyclopropyl-ethyl, Cyclobutyl-methyl, Cyclopentyl-ethyl, Cyclohexyl-methyl, wobei
die Anbindung an den Rest des Moleküls über jegliches geeignetes C-Atom erfolgen kann.
- Cycloalkenyl: monocyclische, einfach ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppen mit 5 bis
8, vorzugsweise bis 6 Kohlenstoffringgliedern, wie Cyclopenten-1-yl, Cyclopenten-3-yl,
Cyclohexen-1-yl, Cyclohexen-3-yl und Cyclohexen-4-yl;
- Aryl: ein- oder mehrkernige, vorzugsweise ein- oder zweikernige, gegebenenfalls substituierte
aromatische Reste mit 6 bis 20 wie z.B. 6 bis 10 Ring-Kohlenstoffatomen, wie z.B.
Phenyl, Biphenyl, Naphthyl wie 1- oder 2-Naphthyl, Tetrahydronaphthyl, Fluorenyl,
Indenyl und Phenanthrenyl. Diese Arylreste können gegebenenfalls 1, 2, 3, 4, 5 oder
6 gleiche oder verschiedene Substituenten tragen.
[0032] " Substituenten" für hierin angegebene Reste, sind insbesondere, wenn keine anderen
Angaben gemacht werde, ausgewählt sind unter Ketogruppen, - COOH, -COO-Alkyl, - OH,
-SH, -CN, Amino, -NO
2, Alkyl, oder Alkenylgruppen.
A3) Polycarbonsäure-Verbindungen, und Hydrocarbyl-substituierte Polycarbonsäure-Verbindungen:
[0033] Die eingesetzten Polycarbonsäure-Verbindungen ist aliphatische zwei- oder mehrwertige
(wie z.B. 3- oder 4-wertig), insbesondere von Di-, Tri- oder Tetracarbonsäuren, sowie
Analoga davon, wie Anhydride oder Niedrigalkylester (teilweise oder vollständig verestert),
und gegebenenfalls durch einen oder mehrere (wie z.B. 2 oder 3), insbesondere einem
langkettigen Alkylrest und/oder einem hochmolekularen Hydrocarbylrest, insbesondere
einem Polyalkylenrest substituiert. Beispiele sind C
3 - C
10 Polycarbonsäuren, wie die Dicarbonsäuren Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Pimelinsäure, Suberinsäure, Azelainsäure und Sebacinsäure, und deren
verzweigte Analoga; sowie die Tricarbonsäure Citronensäure; sowie Anhydride oder Niedrigalkylester
davon von. Die Polycarbonsäure-Verbindungen können auch aus den entsprechenden einfach
ungesättigten Säuren und Addition wenigstens eines langkettigen Alkylrests und/oder
hochmolekularen Hydrocarbylrests erzeugt werden. Beispiele geeigneter einfach ungesättigter
Säuren sind Fumarsäure, Maleinsäure, Itaconsäure.
[0034] Der hydrophobe " langkettige" oder hochmolekulare" Hydrocarbylrest, welcher für die
ausreichende Löslichkeit des quaternisierten Produkts im Kraftstoff sorgt, hat ein
zahlengemitteltes Molekulargewicht (M
n) von 85 bis 20.000, wie z.B. 113 bis 10.000, oder 200 bis 10.000 oder 350 bis 5.000,
wie z.B. 350 bis 3.000, 500 bis 2.500, 700 bis 2.500, oder 800 bis 1.500. Als typische
hydrophobe Hydrocarbylreste sind zu nennen Polypropenyl-, Polybutenyl- und Polyisobutenylreste,
z.B. mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht M
n von 3.500 bis 5.000, 350 bis 3.000, 500 bis 2.500, 700 bis 2.500 und 800 bis 1.500.
[0036] Geeignete Hydrocarbyl-substituierte Polycarbonsäure-Verbindungen umfassen auch polymere,
insbesondere dimere Formen solcher Hydrocarbyl-substituierten Polycarbonsäure-Verbindungen.
Dimere Formen enthalten z.B. zwei Säureanhydridgruppen welche unabhängig voneinander
im erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren mit der quaternisierbaren Stickstoffverbindung
umgesetzt werden können.
A4) Quaternisierungsmittel:
[0037] Als Quaternisierungsmittel kommen im Prinzip alle als solche geeigneten Alkylester
einer cycloaromatischen oder cycloaliphatischen Mono- oder Polycarbonsäure (insbesondere
einer Mono- oder Dicarbonsäure) oder einer aliphatischen Polycarbonsäure (insbesondere
Dicarbonsäure) in Betracht.
[0038] In einer besonderen Ausführungsform erfolgt die Quaternisierung des mindestens einen
quaternisierbaren tertiären Stickstoffatoms jedoch mit mindestens einem Quaternisierungsmittel
ausgewählt unter
- a) Verbindungen der allgemeinen Formel 1 ist
R1OC(O)R2 (1)
worin
R1 für einen Niedrigalkylrest steht und
R2 für einen gegebenenfalls substituierten einkernigen Aryl- oder Cycloalkylrest steht,
wobei der Substituent ausgewählt ist unter OH, NH2, NO2, C(O)OR3; R1aOC(O)-, worin R1a die oben für R1 angegebenen Bedeutungen besitzt, und R3 für H oder R1 steht;
oder
- b) Verbindungen der allgemeinen Formel 2
R1OC(O)-A-C(O)OR1a (2)
worin
R1 und R1a unabhängig voneinander für einen Niedrigalkylrest steht und
A für Hydrocarbylen (wie Alkylen oder Alkenylen) steht
[0039] Besonders geeignet sind Verbindungen der Formel 1, worin
R
1 für einen C
1-, C
2- oder C
3-Alkylrest steht und
R
2 für einen substituierten Phenylrest steht, wobei der Substituent für HO- oder einen
Esterrest der Formel R
1aOC(O)- steht der sich in para-, meta- oder insbesondere ortho-Stellung zum Rest R
1OC(O)- am aromatischen Ring befindet.
[0040] Als insbesondere geeignete Quaternisierungsmittel sind die Niedrigalkylester der
Salicylsäure zu nennen sich, wie Methylsalicylat, Ethylsalicylat, n- und i-Propylsalicylat,
und n-, i- oder tert-Butylsalicylat.
A5) Quarternisierte oder Quaternisierbare Stickstoff-Verbindungen
[0041] Die mit der Polycarbonsäure-Verbindung reaktiven, quaternisierbaren Stickstoff-Verbindungen
sind ausgewählt unter
- a. Hydroxyalkyl-substituierten Mono- oder Polyaminen mit wenigstens einer quarternisierten
(z.B. Cholin) oder quaternisierbaren, primären, sekundären oder tertiären Aminogruppe,
- b. geradkettigen oder verzweigtem, cyclischen, heterocyclischen, aromatischen oder
nichtaromatischen Polyaminen mit wenigstens einer primären oder sekundären (anhydridreaktiven)
Aminogruppe und mit wenigstens einer quarternisierten oder quaternisierbaren, primären,
sekundären oder tertiären Aminogruppe;
- c. Piperazinen.
[0042] Insbesondere ausgewählt sind die quaternisierbaren Stickstoff-Verbindungen unter
d. Hydroxyalkyl-substituierten primären, sekundären, tertiären oder quartären Monoaminen
und Hydroxyalkyl-substituierten primären, sekundären, tertiären oder quartären Diaminen.
e. geradkettigen oder verzweigten aliphatischen Diaminen mit zwei primären Aminogruppen;
Di- oder Polyaminen mit wenigstens einer primären und wenigstens einer sekundären
Aminogruppe; Di- oder Polyaminen mit wenigstens einer primären und wenigstens einer
tertiären Aminogruppe; Di- oder Polyaminen mit wenigstens einer primären und wenigstens
einer quartären Aminogruppe; aromatischen carbo-cyclischen Diaminen mit zwei primären
Aminogruppen; aromatischen heterocyclischen Polyaminen mit zwei primären Aminogruppen;
aromatischen oder nichtaromatischen Heterozyklen mit einer primären und einer tertiären
Aminogruppe;
[0043] Beispiele für geeignete "hydroxyalkyl-substituierte Mono- oder Polyamine" sind solche
die mit wenigstens einem, wie z.B. 1, 2, 3, 4, 5 oder 6, Hydroxyalkyl-Substituierten
ausgestattet sind.
[0044] Als Beispiele für " Hydroxyalkyl-substituierte Monoamine" können genannt werden:
N-Hydroxyalkyl-monoamine, N,N-Dihydroxyalkyl-monoamine und N,N,N-Trihydroxyalkyl-monoamine,
wobei die Hydroxyalkylgruppen gleich oder verschieden sind und außerdem wie oben definiert
sind. Hydroxyalkyl steht dabei insbesondere für 2-Hydroxyethyl, 3-Hydroxypropyl oder
4-Hydroxybutyl.
[0045] Beispielsweise können folgende " Hydroxyalkyl-substituierte Polyamine" und insbesondere
" Hydroxyalkyl-substituierte Diamine" genannt werden: (N-Hydroxyalkyl)-alkylendiamine,
N,N-Dihydroxyalkyl-alkylendiamine, wobei die Hydroxyalkylgruppen gleich oder verschieden
sind und außerdem wie oben definiert sind. Hydroxyalkyl steht dabei insbesondere für
2-Hydroxyethyl, 3-Hydroxypropyl oder 4-Hydroxybutyl; Alkylen steht dabei insbesondere
für Ethylen, Propylen oder Butylen.
[0046] Geeignete "Diamine" sind Alkylendiamine, sowie die N-alkylsubstituierten Analoga
davon, wie N-monoalkylierten Alkylendiamine und die N,N- oder N, N' -dialkylierten
Alkylendiamine. Alkylen steht insbesondere für geradkettiges oder verzweigtes C
1-7 oder C
1-4-Alkylen, wie oben definiert. Alkyl steht insbesondere für C
1-4-Alkyl gemäß obiger Definition. Beispiele sind insbesondere Ethylendiamin, 1,2-Propylendiamin,
1,3-Propylendiamin, 1,4-Butylendiamin und Isomere davon, Pentandiamin und Isomere
davon, Hexandiamin und Isomere davon, Heptandiamin und Isomere davon, sowie ein-oder
mehrfach, wie z.B. ein - oder zweifach C
1-C
4-alkylierte, wie z.B. methylierte, Derivate der vorher genannten Diamin-Verbindungen,
wie 3-Dimethylamino-1-propylamin (DMAPA), N,N-Diethylaminopropylamin, und N,N-Dimethylaminoethylamin.
[0047] Geeignete geradkettige "Polyamine" sind beispielsweise Dialkylentriamin, Trialkylentetramin,
Tetraalkylenpentamin, Pentaalkylenhexamin, sowie die N-alkylsubstituierten Analoga
davon, wie N-monoalkylierten und die N,N- oder N, N' - dialkylierten Alkylenpolyamine.
Alkylen steht insbesondere für geradkettiges oder verzweigtes C
1-7 oder C
1-4-Alkylen, wie oben definiert. Alkyl steht insbesondere für C
1-4-Alkyl gemäß obiger Definition.
[0048] Beispiele sind insbesondere Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin,
Pentaethylenhexamin, Dipropylentriamin, Tripropylenetetramin, Tetrapropylenpentamin,
Pentapropylenhexamin, Dibutylentriamin, Tributylentetramin, Tetrabutylenpentamin,
Pentabutylenhexamin; sowie die N,N-Dialkylderivate davon, insbesondere die N,N-Di-C
1-4-alkylderivate davon. Als Beispiele können genannt werden: N,N-Dimethyldimethylentriamin,
N,N-Diethyldimethylentriamin, N,N-Dipropyldimethylentriamin, N,N-Dimethyldiethylen-1,2-triamin,
N,N-Diethyldiethylen-1,2-triamin, N,N-Dipropyldiethylen-1,2-triamin, N,N-Dimethyldipropylen-1,3-triamin
(i.e. DMAPAPA), N,N-Diethyldipropylen-1,3-triamin, N,N-Dipropyldipropylen-1,3-triamin,
N,N-Dimethyldibutylen-1,4-triamin, N,N-Diethyldibutylen-1,4-triamin, N,N-Dipropyldibutylen-1,4-triamin,
N,N-Dimethyldipentylen-1,5-triamin, N,N-Diethyldipentylen-1,5-triamin, N,N-Dipropyldipentylen-1,5-triamin,
N,N-Dimethyldihexylen-1,6-triamin, N,N-Diethyldihexylen-1,6-triamin und N,N-Dipropyldihexylen-1,6-triamin,
[0049] " Aromatische carbocyclischen Diamine" mit zwei primären Aminogruppen sind die di-aminosubstituierten
Derivate von Benzol, Biphenyl, Naphthalin, Tetrahydronaphthalin, Fluoren, Inden und
Phenanthren.
[0050] " Aromatische oder nicht-aromatische heterocyclische Polyamine" mit zwei primären
Aminogruppen sind die mit zwei Aminogruppen substituierten Derivate von folgenden
Heterocyclen:
- 5- oder 6-gliedriges gesättigtes oder einfach ungesättigtes Heterocyclen, enthaltend
ein bis zwei Stickstoffatome und/oder ein Sauerstoff- oder Schwefelatom oder ein oder
zwei Sauerstoff- und/oder Schwefelatome als Ringglieder, z. B. Tetrahydrofuran, Pyrrolidin,
Isoxazolidin, Isothiazolidin, Pyrazolidin, Oxazolidin, Thiazolidin, Imidazolidin,
Pyrrolin, Piperidin, Piperidinyl, 1,3-Dioxan, Tetrahydropyran, Hexahydropyridazin,
Hexahydropyrimidin, Piperazin;
- 5-gliedrige aromatische Heterocyclen, enthaltend neben Kohlenstoffatomen ein, zwei
oder drei Stickstoffatome oder ein oder zwei Stickstoffatome und ein Schwefel-oder
Sauerstoffatom als Ringglieder, z. B. Furan, Thian, Pyrrol, Pyrazol, Oxazol, Thiazol,
Imidazol und 1,3,4-Triazol; Isoxazol, Isothiazol, Thiadiazol, Oxadiazol
- 6-gliedrige Heterocyclen enthaltend neben Kohlenstoffatomen ein oder zwei bzw. ein,
zwei oder drei Stickstoffatome als Ringglieder, z. B. Pyridinyl, Pyridazin, Pyrimidin,
Pyrazinyl, 1,2,4-Triazin , 1,3,5-Triazin-2-yl;
[0051] " Aromatische oder nichtaromatische Heterozyklen mit einer primären und einer tertiären
Aminogruppe" sind beispielsweise die oben genannten N-Heterocyclen, welche an wenigstens
einem Ring-N-Atom aminoalkyliert sind, und insbesondere eine Amino-C
1-4-alkylgruppe tragen.
[0052] " Aromatischen oder nichtaromatischen Heterozyklen mit einer tertiären Aminogruppe
und einer Hydroxyalkylgruppe" sind beispielsweise die oben genannten N-Heterocyclen,
welche an wenigstens einem Ring-N-Atom hydroxyalkyliert sind, und insbesondere eine
Hydroxy-C
1-4-alkylgruppe tragen.
[0053] Folgende Gruppen einzelner Verbindungsklassen quaternisierbarer Stickstoffverbindungen
seien insbesondere genannt:
Gruppe 1:
[0054]
| NAME |
FORMEL |
| Diamine mit primärem zweiten N-Atom |
| Ethylendiamin |

|
| 1,2-Propylendiamin |

|
| 1,3-Propylendiamin |

|
| Isomere Butylendiamine, wie z.B. |

|
| 1,5-Pentylendiamin |

|
| Isomere Pentandiamine, wie z.B. |

|
| Isomere Hexandiamine, wie z.B. |

|
| Isomere Heptandiamine, wie z.B. |

|
| Di-und Polyamine mit sekundärem zweiten N-Atom |
| Diethylentriamin (DETA) |

|
| Dipropylentriamin (DPTA), 3,3'-lminobis(N,N-dimethylpropylamin) |

|
| Triethylentetramin (TETA) |

|
| Tetraethylenpentamin (TEPA) |

|
| Pentaethylenhexamin |

|
| N-Methyl-3-amino-1-propylamin |

|
| Bishexamethylentriamin |

|
| Aromaten |
| Diaminobenzole, wie z.B. |

|
| Diaminopyridine, wie z.B. |

|
Gruppe 2:
[0055]
| NAME |
FORMEL |
| Heterozyklen |
| 1-(3-Aminopropyl)imidazol |

|
| 4-(3-Aminopropyl)-morpholin |

|
| 1-(2-Aminoethylpiperidin) |

|
| 2-(1-Piperazinyl)ethylamin (AEP) |

|
| N-Methylpiperazin |

|
| Amine mit tertiärem zweiten N-Atom |
| 3,3-Diamino-N-methyldipropylamin |

|
| 3-Dimethylamino-1-propylamin (DMAPA) |

|
| N,N-Diethylaminopropylamin |

|
| N,N-Dimethylaminoethylamin |

|
Gruppe 3:
[0056]
| NAME |
FORMEL |
| Alkohole mit primärem und sekundärem Amin |
| Ethanolamin |

|
| 3-Hyd roxy-1-propylam in |

|
| Diethanolamin |

|
| Diisopropanolamin |

|
| N-(2-Hydroxyethyl)ethylendiamin |

|
| Alkohole mit tertiärem Amin |
| Triethanolamin, (2,2I,2II-Nitrilotriethanol) |

|
| 1-(3-Hydroxypropyl)imidazol |

|
| Tris(hydroxymethyl)amin |

|
| 3-Dimethylamino-1-propanol |

|
| 3-Diethylamino-1-propanol |

|
| 2-Dimethylamino-1-ethanol |

|
| 4-Diethylamino-1-butanol |

|
A6) Herstellung erfindungsgemäßer Additive:
a) Reaktion mit Sauerstoff oder Stickstoffgruppe:
[0057] Die Umsetzung der Hydrocarbyl-substituierten Polycarbonsäure-Verbindung mit der quaternisierbaren
Stickstoffverbindung gemäß der vorliegenden Erfindung kann unter thermisch kontrollierten
Bedingungen erfolgen, so dass im wesentlichen keine Kondensationsreaktion erfolgt.
Insbesondere ist dann keine Bildung von Reaktionswasser zu beobachten. Insbesondere
erfolgt eine derartige Reaktion bei einer Temperatur im Bereich von 10 bis 80, insbesondere
20 bis 60 oder 30 bis 50 °C. Die Reaktionsdauer kann dabei im Bereich von wenigen
Minuten oder einigen Stunden, wie z.B. etwa 1 Minute bis zu etwa 10 Stunden liegen.
Der Umsetzung kann dabei bei etwa 0,1 bis 2 atm Druck, insbesondere aber etwa bei
Normaldruck erfolgen.Beispielsweise ist eine Inertgas-Atmosphäre, wie z.B. Stickstoff,
zweckmäßig
[0058] Insbesondere kann die Reaktion auch unter erhöhten, eine Kondensation begünstigenden
Temperaturen, z. B. im Bereich von oder 90 bis 100 °C oder 100 bis 170 °C erfolgen.
Die Reaktionsdauer kann dabei im Bereich von wenigen Minuten oder einigen Stunden,
wie z.B. etwa 1 Minute bis zu etwa 10 Stunden liegen. Der Umsetzung kann dabei bei
etwa 0,1 bis 2 atm Druck, insbesondere aber etwa bei Normaldruck erfolgen.
[0059] Die Reaktanden werden insbesondere in etwa äquimolaren Mengen vorgelegt, gegebenenfalls
ist ein geringer, z. B. 0,05 bis 0,5-facher, wie z.B. 0,1 bis 0,3 facher, molarer
Überschuss der Polycarbonsäureverbindung wünschenswert. Falls erforderlich können
die Reaktanden in einem geeigneten inerten organischen aliphatischen oder aromatischen
Lösungsmittel oder einem Gemisch davon, vorgelegt werden. Typischen Beispiele sind
z.B. Lösungsmittel der Solvesso Serie, Toluol oder Xylol. Das Lösungsmittel kann beispielsweise
auch dazu dienen, Kondensationswasser azeotrop aus dem Reaktionsgemisch zu entfernen.
Insbesondere werden die Reaktionen aber ohne Lösungsmittel durchgeführt.
[0060] Das so gebildete Reaktionsprodukt kann theoretisch weiter aufgereinigt oder das Lösungsmittel
entfernt werden. Gewöhnlich ist dies aber nicht zwingend notwendig, so dass das Reaktionsprodukt
ohne weitere Aufreinigung in den nächsten Syntheseschritt, der Quaternisierung, überführt
werden kann.
b) Quaternisierung
[0061] Die Quaternisierung gemäß Reaktionsschritt (b) wird nun in an sich bekannter Weise
durchgeführt
[0062] Zur Durchführung der Quaternisierung versetzt man das Reaktionsprodukt oder Reaktionsgemisch
aus Stufe a) mit wenigstens einer Verbindung obiger Formel 1 oder 2, insbesondere
in den erforderlichen stöchiometrischen Mengen, um die gewünschte Quaternisierung
zu erreichen. Pro Äquivalent an quaternisierbarem tertiären Stickstoffatom kann man
z.B. 0,1 bis 2,0 , 0,2 bis 1,5, oder 0,5 bis 1,25 Äquivalente, an Quaternisierungsmittel
einsetzen. Insbesondere werden aber etwa annähernd äquimolare Anteile der Verbindung
eingesetzt, um eine tertiäre Amingruppe zu quaternisieren. Entsprechend höhere Einsatzmengen
sind erforderlich, um eine sekundäre oder primäre Amingruppe zu quaternisieren.
[0063] Man arbeitet hierbei typischerweise bei Temperaturen im Bereich von 50 bis 180°C,
wie z.B. 90 bis 160 °C oder 100 bis 140 °C. Die Reaktionsdauer kann dabei im Bereich
von wenigen Minuten oder einigen Stunden, wie z.B. etwa 10 Minuten bis zu etwa 24
Stunden liegen. Der Umsetzung kann dabei bei etwa 0,1 bis 20 bar, wie z.B. 1 bis 10
oder 1,5 bis 3 bar Druck, insbesondere aber etwa bei Normaldruck erfolgen.
[0064] Falls erforderlich können die Reaktanden in einem geeigneten inerten organischen
aliphatischen oder aromatischen Lösungsmittel oder einem Gemisch davon, für die Quaternisierung
vorgelegt werden, oder es ist noch eine ausreichender Anteil an Lösungsmittel aus
Reaktionsschritt a) vorhanden. Typischen Beispiele sind z.B. Lösungsmittel der Solvesso
Serie, Toluol oder Xylol. Die Quaternisierung kann aber auch in Abwesenheit eines
Lösungsmittels durchgeführt werden
[0065] Zur Durchführung der Quaternisierung kann die Zugabe katalytisch wirksamer Mengen
einer Säure zweckmäßig sein. Bevorzugt sind dabei aliphatische Monocarbonsäuren, wie
z.B. C
1-C
18- Monocarbonsäuren wie insbesondere Laurinsäure, Isononansäure oder Neodecansäure.
Die Quaternisierung kann auch in Anwesenheit einer LewisSäure durchgeführt werden.
Die Quaternisierung kann aber auch in Abwesenheit jeglicher Säure durchgeführt werden.
c) Aufarbeitung des Reaktionsgemisches
[0066] Das so gebildete Reaktionsendprodukt kann theoretisch weiter aufgereinigt oder das
Lösungsmittel kann entfernt werden. Um die weitere Prozessierbarkeit der Produkte
zu verbessern kann aber auch nach der Reaktion Lösungsmittel zugesetzt werden, wie
z.B. Lösungsmittel der Solvesso Reihe, 2-Ethylhexanol, oder im wesentlichen aliphatische
Lösungsmittel. Gewöhnlich ist dies aber nicht zwingend notwendig, so dass das Reaktionsprodukt
ohne weitere Aufreinigung als Additiv, gegebenenfalls nach Abmischung mit weiteren
Additivkomponenten (s. unten) einsetzbar ist.
B) Weitere Additivkomponenten
[0067] Der mit dem erfindungsgemäßen quaternisierten Additiv additivierte Kraftstoff ist
ein Ottokraftstoff oder insbesondere ein Mitteldestillat-Kraftstoff, vor allem ein
Dieselkraftstoff.
[0068] Der Kraftstoff kann weitere übliche Additive zur Wirksamkeitsverbesserung und/oder
Verschleißunterdrückung enthalten.
[0069] Im Falle von Dieselkraftstoffen sind dies in erster Linie übliche Detergens-Additive,
Trägeröle, Kaltfließverbesserer, Schmierfähigkeitsverbesserer (Lubricity Improver),
Korrosionsinhibitoren, Demulgatoren, Dehazer, Antischaummittel, Cetanzahlverbesserer,
Verbrennungsverbesserer, Antioxidantien oder Stabilisatoren, Antistatika, Metallocene,
Metalldeaktivatoren, Farbstoffe und/oder Lösungsmittel.
[0070] Im Falle von Ottokraftstoffen sind dies vor allem Schmierfähigkeitsverbesserer (Friction
Modifier), Korrosionsinhibitoren, Demulgatoren, Dehazer, Antischaummittel, Verbrennungsverbesserer,
Antioxidantien oder Stabilisatoren, Antistatika, Metallocene, Metalldeaktivatoren,
Farbstoffe und/oder Lösungsmittel.
[0071] Typische Beispiele geeigneter Co-Additive sind im folgenden Abschnitt aufgeführt:
B1) Detergens-Additive
[0072] Vorzugsweise handelt es sich bei den üblichen Detergens-Additiven um amphiphile Substanzen,
die mindestens einen hydrophoben Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten
Molekulargewicht (M
n) von 85 bis 20.000 und mindestens eine polare Gruppierung besitzen, die ausgewählt
ist unter:
(Da) Mono- oder Polyaminogruppen mit bis zu 6 Stickstoffatomen, wobei mindestens ein
Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(Db) Nitrogruppen, gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen;
(Dc) Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen, wobei mindestens
ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(Dd) Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(De) Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(Df) Polyoxy-C2- bis C4-alkylengruppierungen, die durch Hydroxylgruppen, Mono-oder Polyaminogruppen, wobei
mindestens ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat, oder durch Carbamatgruppen
terminiert sind;
(Dg) Carbonsäureestergruppen;
(Dh) aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleiteten Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen; und/oder
(Di) durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugten Gruppierungen.
[0073] Der hydrophobe Kohlenwasserstoffrest in den obigen Detergens-Additiven, welcher für
die ausreichende Löslichkeit im Kraftstoff sorgt, hat ein zahlengemitteltes Molekulargewicht
(M
n) von 85 bis 20.000, vorzugsweise von 113 bis 10.000, besonders bevorzugt von 300
bis 5.000, stärker bevorzugt von 300 bis 3.000, noch stärker bevorzugt von 500 bis
2.500 und insbesondere von 700 bis 2.500, vor allem von 800 bis 1500. Als typischer
hydrophober Kohlenwasserstoffrest, insbesondere in Verbindung mit den polaren insbesondere
Polypropenyl-, Polybutenyl- und Polyisobutenylreste mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht
M
n von vorzugsweise jeweils 300 bis 5.000, besonders bevorzugt 300 bis 3.000, stärker
bevorzugt 500 bis 2.500 noch stärker bevorzugt 700 bis 2.500 und insbesondere 800
bis 1.500 in Betracht.
[0074] Als Beispiele für obige Gruppen von Detergens-Additiven seien die folgenden genannt:
Mono- oder Polyaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyalkenmono-
oder Polyalkenpolyamine auf Basis von Polypropen oder von hochreaktivem (d.h. mit
überwiegend endständigen Doppelbindungen) oder konventionellem (d.h. mit überwiegend
mittenständigen Doppelbindungen) Polybuten oder Polyisobuten mit Mn = 300 bis 5000, besonders bevorzugt 500 bis 2500 und insbesondere 700 bis 2500. Derartige
Additive auf Basis von hochreaktivem Polyisobuten, welche aus dem Polyisobuten, das
bis zu 20 Gew.-% n-Buten-Einheiten enthalten kann, durch Hydroformylierung und reduktive
Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen wie Dimethylaminopropylamin, Ethylendiamin,
Diethylentriamin, Triethylentetramin oder Tetraethylenpentamin hergestellt werden
können, sind insbesondere aus der EP-A 244 616 bekannt. Geht man bei der Herstellung der Additive von Polybuten oder Polyisobuten
mit überwiegend mittenständigen Doppelbindungen (meist in der β- und γ-Position) aus,
bietet sich der Herstellweg durch Chlorierung und anschließende Aminierung oder durch
Oxidation der Doppelbindung mit Luft oder Ozon zur Carbonyl- oder Carboxylverbindung
und anschließende Aminierung unter reduktiven (hydrierenden) Bedingungen an. Zur Aminierung
können hier Amine, wie z. B. Ammoniak, Monoamine oder die oben genannten Polyamine,
eingesetzt werden. Entsprechende Additive auf Basis von Polypropen sind insbesondere
in der WO-A 94/24231 beschrieben.
[0075] Weitere besondere Monoaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind die Hydrierungsprodukte
der Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen mit einem mittleren Polymerisationsgrad
P = 5 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff, wie sie
insbesondere in der
WO-A 97/03946 beschrieben sind.
[0076] Weitere besondere Monoaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind die aus Polyisobutenepoxiden
durch Umsetzung mit Aminen und nachfolgender Dehydratisierung und Reduktion der Aminoalkohole
erhältlichen Verbindungen, wie sie insbesondere in der
DE-A 196 20 262 beschrieben sind.
[0077] Nitrogruppen (Db), gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen, enthaltende
Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen des mittleren Polymerisationsgrades
P = 5 bis 100 oder 10 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff,
wie sie insbesondere in der
WO-A96/03367 und in der
WO-A 96/03479 beschrieben sind. Diese Umsetzungsprodukte stellen in der Regel Mischungen aus reinen
Nitropolyisobutenen (z. B. α ,β -Dinitropolyisobuten) und gemischten Hydroxynitropolyisobutenen
(z. B. α -Nitro-β -hydroxypolyisobuten) dar.
[0078] Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen (Dc) enthaltende Additive
sind insbesondere Umsetzungsprodukte von Polyisobutenepoxiden, erhältlich aus vorzugsweise
überwiegend endständige Doppelbindungen aufweisendem Polyisobuten mit M
n = 300 bis 5000 mit Ammoniak, Mono- oder Polyaminen, wie sie insbesondere in der
EP-A 476 485 beschrieben sind.
[0079] Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (Dd) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Copolymere von C
2- bis C
40-Olefinen mit Maleinsäureanhydrid mit einer Gesamt-Molmasse von 500 bis 20.000, deren
Carboxylgruppen ganz oder teilweise zu den Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen
und ein verbleibender Rest der Carboxylgruppen mit Alkoholen oder Aminen umgesetzt
sind. Solche Additive sind insbesondere aus der
EP-A 307 815 bekannt. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können, wie in der
WO-A 87/01126 beschrieben, mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)-butenaminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0080] Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (De) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze eines Sulfobernsteinsäurealkylesters,
wie er insbesondere in der
EP-A 639 632 beschrieben ist. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)buten-aminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0081] Polyoxy-C
2-C
4-alkylengruppierungen (Df) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyether oder Polyetheramine,
welche durch Umsetzung von C
2- bis C
60-Alkanolen, C
6-bis C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2- bis C
30-alkylaminen, C
1- bis C
30-Alkylcyclo-hexanolen oder C
1- bis C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in der
EP-A 310 875,
EP-A 356 725,
EP-A 700 985 und
US-A 4 877 416 beschrieben. Im Falle von Polyethern erfüllen solche Produkte auch Trägeröleigenschaften.
Typische Beispiele hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate
sowie Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0082] Carbonsäureestergruppen (Dg) enthaltende Additive sind vorzugsweise Ester aus Mono-,
Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, insbesondere solche
mit einer Mindestviskosität von 2 mm
2/s bei 100 °C, wie sie insbesondere in der
DE-A 38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 C-Atomen. Typische Vertreter der Ester sind
Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des iso-Octanols,
iso-Nonanols, iso-Decanols und des iso-Tridecanols. Derartige Produkte erfüllen auch
Trägeröleigenschaften.
[0083] Aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-und/oder
Amido- und/oder insbesondere Imidogruppen (Dh) enthaltende Additive sind vorzugsweise
entsprechende Derivate von Alkyl- oder Alkenyl-substituiertem Bernsteinsäureanhydrid
und insbesondere die entsprechenden Derivate von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydrid,
welche durch Umsetzung von konventionellem oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
n = vorzugsweise 300 bis 5000, besonders bevorzugt 300 bis 3000, stärker bevorzugt
500 bis 2500, noch stärker bevorzugt 700 bis 2500 und insbesondere 800 bis 1500, mit
Maleinsäureanhydrid auf thermischem Weg in einer En-Reaktion oder über das chlorierte
Polyisobuten erhältlich sind. Bei den Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino- und/oder
Amido- und/oder Imidogruppen handelt es sich beispielsweise um Carbonsäuregruppen,
Säureamide von Monoaminen, Säure-amide von Di- oder Polyaminen, die neben der Amidfunktion
noch freie Amingruppen aufweisen, Bernsteinsäurederivate mit einer Säure- und einer
Amidfunktion, Carbonsäureimide mit Monoaminen, Carbonsäureimide mit Di- oder Polyaminen,
die neben der Imidfunktion noch freie Amingruppen aufweisen, oder Diimide, die durch
die Umsetzung von Di- oder Polyaminen mit zwei Bernsteinsäurederivaten gebildet werden.
Beim Vorliegen von Imidogruppierungen D(h) wird das weitere DetergensAdditiv im Sinne
der vorliegenden Erfindung jedoch nur bis maximal 100 % der Gewichtsmenge an Verbindungen
mit Betainstruktur eingesetzt. Derartige Kraftstoffadditive sind allgemein bekannt
und beispielsweise in den Dokumenten (1) und (2) beschrieben. Bevorzugt handelt es
sich um die Umsetzungsprodukte von Alkyl- oder Alkenyl-substituierten Bernsteinsäuren
oder Derivaten davon mit Aminen und besonders bevorzugt um die Umsetzungsprodukte
von Polyisobutenyl-substituierten Bernsteinsäuren oder Derivaten davon mit Aminen.
Von besonderem Interesse sind hierbei Umsetzungsprodukte mit aliphatischen Polyaminen
(Polyalkylenimine) wie insbesondere Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin,
Tetraethylenpentamin, Pentaethylenhexamin und Hexaethylenheptamin, welche eine Imidstruktur
aufweisen.
[0084] Durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugte Gruppierungen (Di) enthaltende Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte
von Polyisobuten-substituierten Phenolen mit Formaldehyd und Mono- oder Polyaminen
wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin oder
Dimethylaminopropylamin. Die Polyisobutenyl-substituierten Phenole können aus konventionellem
oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
n = 300 bis 5000 stammen. Derartige "Polyisobuten-Mannichbasen" sind insbesondere in
der
EP-A 831 141 beschrieben.
[0085] Dem Kraftstoff können ein oder mehrere der genannten Detergens-Additive in solch
einer Menge zugegeben werden, dass die Dosierrate an diesen Detergens-Additiven vozugsweise
25 bis 2500 Gew.-ppm, insbesondere 75 bis 1500 Gew.-ppm, vor allem 150 bis 1000 Gew.-ppm,
beträgt.
B2) Trägeröle
[0086] Mitverwendete Trägeröle können mineralischer oder synthetischer Natur sein. Geeignete
mineralische Trägeröle sind bei der Erdölverarbeitung anfallende Fraktionen, wie Brightstock
oder Grundöle mit Viskositäten wie beispielsweise aus der Klasse SN 500 bis 2000,
aber auch aromatische Kohlenwasserstoffe, paraffinische Kohlenwasserstoffe und Alkoxyalkanole.
Brauchbar ist ebenfalls eine als "hydrocrack oil" bekannte und bei der Raffination
von Mineralöl anfallende Fraktion (Vakuumdestillatschnitt mit einem Siedebereich von
etwa 360 bis 500 °C, erhältlich aus unter Hochdruck katalytisch hydriertem und isomerisiertem
sowie entparaffiniertem natürlichen Mineralöl). Ebenfalls geeignet sind Mischungen
oben genannter mineralischer Trägeröle.
[0087] Beispiele für geeignete synthetische Trägeröle sind Polyolefine (Polyalphaolefine
oder Polyinternalolefine), (Poly)ester, Poly)alkoxylate, Polyether, aliphatische Polyetheramine,
alkylphenolgestartete Polyether, alkylphenolgestartete Polyetheramine und Carbonsäureester
langkettiger Alkanole.
[0088] Beispiele für geeignete Polyolefine sind Olefinpolymerisate mit M
n = 400 bis 1800, vor allem auf Polybuten- oder Polyisobuten-Basis (hydriert oder nicht
hydriert).
[0089] Beispiele für geeignete Polyether oder Polyetheramine sind vorzugsweise Polyoxy-C
2-bis C
4-alkylengruppierungen enthaltende Verbindungen, welche durch Umsetzung von C
2- bis C
60-Alkanolen, C
6-bis C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2- bis C
30-alkylaminen, C
1- bis C
30-Alkyl-cyclohexanolen oder C
1- bis C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/ oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in der
EP-A 310 875,
EP-A 356 725,
EP-A 700 985 und der
US-A 4,877,416 beschrieben. Beispielsweise können als Polyetheramine Poly-C
2- bis C
6-Alkylenoxidamine oder funktionelle Derivate davon verwendet werden. Typische Beispiele
hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate sowie
Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0090] Beispiele für Carbonsäureester langkettiger Alkanole sind insbesondere Ester aus
Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, wie sie
insbesondere in der
DE-A 38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 Kohlenstoffatomen. Typische Vertreter der Ester
sind Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des Isooctanols,
Isononanols, Isodecanols und des Iso-tridecanols, z. B. Di-(n- oder Isotridecyl)phthalat.
[0092] Beispiele für besonders geeignete synthetische Trägeröle sind alkoholgestartete Polyether
mit etwa 5 bis 35, vorzugsweise etwa 5 bis 30, besonders bevorzugt 10 bis 30 und insbesondere
15 bis 30 C
3- bis C
6-Alkylenoxideinheiten, z. B. Propylenoxid-, n-Butylenoxid- und Isobutylenoxid-Einheiten
oder Gemischen davon, pro Alkoholmolekül. Nichtlimitierende Beispiele für geeignete
Starteralkohole sind langkettige Alkanole oder mit langkettigem Alkyl-substituierte
Phenole, wobei der langkettige Alkylrest insbesondere für einen geradkettigen oder
verzweigten C
6- bis C
18-Alkylrest steht. Als besondere Beispiele sind zu nennen Tridecanol und Nonylphenol.
Besonders bevorzugte alkoholgestartete Polyether sind die Umsetzungsprodukte (Polyveretherungsprodukte)
von einwertigen aliphatischen C
6- bis C
18-Alkoholen mit C
3- bis C
6-Alkylenoxiden. Beispiele für einwertige aliphatische C
6-C
18-Alkohole sind Hexanol, Heptanol, Octanol, 2-Ethylhexanol, Nonylalkohol, Decanol,
3-Propylheptanol, Undecanol, Dodecanol, Tridecanol, Tetradecanol, Pentadecanol, Hexadecanol,
Octadecanol und deren Konstitutions- und Stellungsisomere. Die Alkohole können sowohl
in Form der reinen Isomere als auch in Form technischer Gemische eingesetzt werden.
Ein besonders bevorzugter Alkohol ist Tridecanol. Beispiele für C
3- bis C
6-Alkylenoxide sind Propylenoxid, wie 1,2-Propylenoxid, Butylenoxid, wie 1,2-Butylenoxid,
2,3-Butylenoxid, Isobutylenoxid oder Tetrahydrofuran, Pentylenoxid und Hexylenoxid.
Besonders bevorzugt sind hierunter C
3- bis C
4-Alkylenoxide, d.h. Propylenoxid wie 1,2-Propylenoxid und Butylenoxid wie 1,2-Butylenoxid,
2,3-Butylenoxid und Isobutylenoxid. Speziell verwendet man Butylenoxid.
[0093] Weitere geeignete synthetische Trägeröle sind alkoxylierte Alkylphenole, wie sie
in der
DE-A 10 102 913 beschrieben sind.
[0094] Besondere Trägeröle sind synthetische Trägeröle, wobei die zuvor beschriebenen alkoholgestarteten
Polyether besonders bevorzugt sind.
[0095] Das Trägeröl bzw. das Gemisch verschiedener Trägeröle wird dem Kraftstoff in einer
Menge von vorzugsweise 1 bis 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von 10 bis 500 Gew.-ppm
und insbesondere von 20 bis 100 Gew.-ppm zugesetzt.
B3) Kaltfließverbesserer
[0096] Geeignete Kaltfließverbesserer sind im Prinzip alle organischen Verbindungen, welche
in der Lage sind, das Fließverhalten von Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw. Dieselkraftstoffen
in der Kälte zu verbessern. Zweckmäßigerweise müssen sie eine ausreichende Öllöslichkeit
aufweisen. Insbesondere kommen hierfür die üblicherweise bei Mitteldestillaten aus
fossilem Ursprung, also bei üblichen mineralischen Dieselkraftstoffen, eingesetzten
Kaltfließverbesserer (" middle distillate flow improvers" , " MDFI" ) in Betracht.
Jedoch können auch organische Verbindungen verwendet werden, die beim Einsatz in üblichen
Dieselkraftstoffen zum Teil oder überwiegend die Eigenschaften eines Wax Anti-Settling
Additivs (" WASA" ) aufweisen. Auch können sie zum Teil oder überwiegend als Nukleatoren
wirken. Es können aber auch Mischungen aus als MDFI wirksamen und/oder als WASA wirksamen
und/oder als Nukleatoren wirksamen organischen Verbindungen eingesetzt werden.
[0097] Typischerweise wird der Kaltfließverbesserer ausgewählt aus:
(K1) Copolymeren eines C2- bis C40-Olefins mit wenigstens einem weiteren ethylenisch ungesättigten Monomer;
(K2) Kammpolymeren;
(K3) Polyoxyalkylenen;
(K4) polaren Stickstoffverbindungen;
(K5) Sulfocarbonsäuren oder Sulfonsäuren oder deren Derivaten; und
(K6) Poly(meth)acrylsäureestern.
[0098] Es können sowohl Mischungen verschiedener Vertreter aus einer der jeweiligen Klassen
(K1) bis (K6) als auch Mischungen von Vertretern aus verschiedenen Klassen (K1) bis
(K6) eingesetzt werden.
[0099] Geeignete C
2- bis C
40-Olefin-Monomere für die Copolymeren der Klasse (K1) sind beispielsweise solche mit
2 bis 20, insbesondere 2 bis10 Kohlenstoffatomen sowie mit 1 bis 3, vorzugsweise mit
1 oder 2, insbesondere mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung. Im zuletzt
genannten Fall kann die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung sowohl terminal (α -Olefine)
als auch intern angeordnet sein kann. Bevorzugt sind jedoch α -Olefine, besonders
bevorzugt α -Olefine mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Propen, 1-Buten,
1-Penten, 1-Hexen und vor allem Ethylen.
[0100] Bei den Copolymeren der Klasse (K1) ist das wenigstens eine weitere ethylenisch ungesättigte
Monomer vorzugsweise ausgewählt unter Carbonsäurealkenylestern, (Meth)Acrylsäureestern
und weiteren Olefinen.
[0101] Werden weitere Olefine mit einpolymerisiert, sind dies vorzugsweise höhermolekulare
als das oben genannte C
2- bis C
40-Olefin-Basismonomere. Setzt man beispielsweise als Olefin-Basismonomer Ethylen oder
Propen ein, eignen sich als weitere Olefine insbesondere C
10- bis C
40-α -Olefine. Weitere Olefine werden in den meisten Fällen nur dann mit einpolymerisiert,
wenn auch Monomere mit Carbonsäureester-Funktionen eingesetzt werden.
[0102] Geeignete (Meth)Acrylsäureester sind beispielsweise Ester der (Meth)Acrylsäure mit
C
1- bis C
20-Alkanolen, insbesondere C
1- bis C
10-Alkanolen, vor allem mit Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, n-Butanol, sec.-Butanol,
Isobutanol, tert.-Butanol, Pentanol, Hexanol, Heptanol, Octanol, 2-Ethylhexanol, Nonanol
und Decanol sowie Strukturisomeren hiervon.
[0103] Geeignete Carbonsäurealkenylester sind beispielsweise C
2- bis C
14-Alkenylester, z.B. die Vinyl- und Propenylester, von Carbonsäuren mit 2 bis 21 Kohlenstoffatomen,
deren Kohlenwasserstoffrest linear oder verzweigt sein kann. Bevorzugt sind hierunter
die Vinylester. Unter den Carbonsäuren mit verzweigtem Kohlenwasserstoffrest sind
solche bevorzugt, deren Verzweigung sich in der α-Position zur Carboxylgruppe befindet,
wobei das α-Kohlenstoffatom besonders bevorzugt tertiär ist, d. h. die Carbonsäure
eine sogenannte Neocarbonsäure ist. Vorzugsweise ist der Kohlenwasserstoffrest der
Carbonsäure jedoch linear.
[0104] Beispiele für geeignete Carbonsäurealkenylester sind Vinylacetat, Vinylpropionat,
Vinylbutyrat, Vinyl-2-ethylhexanoat, Neopentansäurevinylester, Hexansäurevinylester,
Neononansäurevinylester, Neodecansäurevinylester und die entsprechenden Propenyl-ester,
wobei die Vinylester bevorzugt sind. Ein besonders bevorzugter Carbonsäurealkenylester
ist Vinylacetat; typische hieraus resultierende Copolymere der Gruppe (K1) sind die
mit am häufigsten eingesetzten Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (" EVA" ).
[0105] Besonders vorteilhaft einsetzbare Ethylen-Vinylacetat-Copolymere und ihre Herstellung
sind in der
WO 99/29748 beschrieben.
[0106] Als Copolymere der Klasse (K1) sind auch solche geeignet, die zwei oder mehrere voneinander
verschiedene Carbonsäurealkenylester einpolymerisiert enthalten, wobei diese sich
in der Alkenylfunktion und/oder in der Carbonsäuregruppe unterscheiden. Ebenfalls
geeignet sind Copolymere, die neben dem/den Carbonsäurealkenylester(n) wenigstens
ein Olefin und/oder wenigstens ein (Meth)Acrylsäureester einpolymerisiert enthalten.
[0107] Auch Terpolymere aus einem C
2- bis C
40-α -Olefin, einem C
1- bis C
20-Alkylester einer ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäure mit 3 bis 15 Kohlenstoffatomen
und einem C
2- bis C
14-Alkenylester einer gesättigten Monocarbonsäure mit 2 bis 21 Kohlenstoffatomen sind
als Copolymere der Klasse (K1) geeignet. Derartige Terpolymere sind in der
WO 2005/054314 beschrieben. Ein typisches derartiges Terpolymer ist aus Ethylen, Acrylsäure-2-ethylhexylester
und Vinylacetat aufgebaut.
[0108] Das wenigstens eine oder die weiteren ethylenisch ungesättigten Monomeren sind in
den Copolymeren der Klasse (K1) in einer Menge von vorzugsweise 1 bis 50 Gew.-%, insbesondere
von 10 bis 45 Gew.-% und vor allem von 20 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtcopolymer,
einpolymerisiert. Der gewichtsmäßige Hauptanteil der Monomereinheiten in den Copolymeren
der Klasse (K1) stammt somit in der Regel aus den C
2- bis C
40-Basis-Olefinen.
[0109] Die Copolymere der Klasse (K1) weisen vorzugsweise ein zahlenmittleres Molekulargewicht
M
n von 1000 bis 20.000, besonders bevorzugt von 1000 bis 10.000 und insbesondere von
1000 bis 8000 auf.
[0110] Typische Kammpolymere der Komponente (K2) sind beispielsweise durch die Copolymerisation
von Maleinsäureanhydrid oder Fumarsäure mit einem anderen ethylenisch ungesättigten
Monomer, beispielsweise mit einem α -Olefin oder einem ungesättigten Ester wie Vinylacetat,
und anschließende Veresterung der Anhydrid- bzw. Säurefunktion mit einem Alkohol mit
wenigstens 10 Kohlenstoffatomen erhältlich. Weitere geeignete Kammpolymere sind Copolymere
von α -Olefinen und veresterten Comonomeren, beispielsweise veresterte Copolymere
von Styrol und Maleinsäureanhydrid oder veresterte Copolymere von Styrol und Fumarsäure.
Geeignete Kammpolymere können auch Polyfumarate oder Polymaleinate sein. Außerdem
sind Homo- und Copolymere von Vinylethern geeignete Kammpolymere. Als Komponente der
Klasse (K2) geeignete Kammpolymere sind beispielsweise auch solche, die in der
WO 2004/035715 und in "
Comb-Like Polymers. Structure and Properties" , N. A. Platé und V. P. Shibaev, J.
Poly. Sci. Macromolecular Revs. 8, Seiten 117 bis 253 (1974)" beschrieben sind. Auch Gemische von Kammpolymeren sind geeignet.
[0111] Als Komponente der Klasse (K3) geeignete Polyoxyalkylene sind beispielsweise Polyoxyalkylenester,
Polyoxyalkylenether, gemischte Polyoxyalkylenesterether und Gemische davon. Bevorzugt
enthalten diese Polyoxyalkylenverbindungen wenigstens eine, vorzugsweise wenigstens
zwei lineare Alkylgruppen mit jeweils 10 bis 30 Kohlenstoffatomen und eine Polyoxyalkylengruppe
mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von bis zu 5000. Derartige Polyoxyalkylenverbindungen
sind beispielsweise in der
EP-A 061 895 sowie in der
US 4 491 455 beschrieben. Besondere Polyoxyalkylenverbindungen basieren auf Polyethylenglykolen
und Polypropylenglykolen mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von 100 bis 5000.
Weiterhin sind Polyoxyalkylenmono- und -diester von Fettsäuren mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen
wie Stearinsäure oder Behensäure geeignet.
[0112] Als Komponente der Klasse (K4) geeignete polare Stickstoffverbindungen können sowohl
ionischer als auch nicht ionischer Natur sein und besitzen vorzugsweise wenigstens
einen, insbesondere wenigstens zwei Substituenten in Form eines tertiären Stickstoffatoms
der allgemeinen Formel >NR
7, worin R
7 für einen C
8- bis C
40-Kohlenwasserstoffrest steht. Die Stickstoffsubstituenten können auch quaternisiert,
das heißt in kationischer Form, vorliegen. Beispiele für solche Stickstoffverbindungen
sind Ammoniumsalze und/oder Amide, die durch die Umsetzung wenigstens eines mit wenigstens
einem Kohlenwasserstoffrest substituierten Amins mit einer Carbonsäure mit 1 bis 4
Carboxylgruppen bzw. mit einem geeignetem Derivat davon erhältlich sind. Vorzugsweise
enthalten die Amine wenigstens einen linearen C
8- bis C
40-Alkylrest. Zur Herstellung der genannten polaren Stickstoffverbindungen geeignete
primäre Amine sind bei-spielsweise Octylamin, Nonylamin, Decylamin, Undecylamin, Dodecylamin,
Tetradecylamin und die höheren linearen Homologen, hierzu geeignete sekundäre Amine
sind beispielsweise Dioctadecylamin und Methylbehenylamin. Geeignet sind hierzu auch
Amingemische, insbesondere großtechnisch zugängliche Amingemische wie Fettamine oder
hydrierte Tallamine, wie sie beispielsweise in Ullmanns Encyclopedia of Industrial
Chemistry, 6. Auflage, im Kapitel " Amines, aliphatic" beschrieben werden. Für die
Umsetzung geeignete Säuren sind beispielsweise Cyclohexan-1,2-dicarbonsäure, Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure,
Cyclopentan-1,2-dicarbonsäure, Naphthalindicarbonsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure und mit langkettigen Kohlenwasserstoffresten substituierte Bernsteinsäuren.
[0113] Insbesondere ist die Komponente der Klasse (K4) ein öllösliches Umsetzungsprodukt
aus mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis .C
20-Carbon-säuren) mit primären oder sekundären Aminen. Die diesem Umsetzungsprodukt
zugrundeliegenden mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis C
20-Carbonsäuren) enthalten vorzugsweise mindestens 3 Carboxylgruppen, insbesondere 3
bis 12, vor allem 3 bis 5 Carboxylgruppen. Die Carbonsäure-Einheiten in den Polycarbonsäuren
weisen vorzugsweise 2 bis 10 Kohlenstoffatome auf, insbesondere sind es Essigsäure-Einheiten.
Die Carbonsäure-Einheiten sind in geeigneter Weise zu den Polycarbonsäuren verknüpft,
meist über ein oder mehrere Kohlenstoff- und/oder Stickstoffatome. Vorzugsweise sind
sie an tertiäre Stickstoffatome angebunden, die im Falle mehrerer Stickstoffatome
über Kohlenwasserstoffketten verbunden sind.
[0114] Vorzugsweise ist die Komponente der Klasse (K4) ein öllösliches Umsetzungsprodukt
auf Basis von mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis C
20-Carbonsäuren) der allgemeinen Formel IIa oder IIb

[0115] in denen die Variable A eine geradkettige oder verzweigte C
2- bis C
6-Alkylengruppe oder die Gruppierung der Formel III

darstellt und die Variable B eine C
1- bis C
19-Alkylengruppe bezeichnet. Die Verbindungen der allgemeinen Formel IIa und IIb weisen
insbesondere die Eigenschaften eines WASA auf.
[0116] Weiterhin ist das bevorzugte öllösliche Umsetzungsprodukt der Komponente (K4), insbesondere
das der allgemeinen Formel IIa oder IIb, ein Amid, ein Amidammoniumsalz oder ein Ammoniumsalz,
in dem keine, eine oder mehrere Carbonsäuregruppen in Amidgruppen übergeführt sind.
[0117] Geradkettige oder verzweigte C
2- bis C
6-Alkylengruppen der Variablen A sind bei-spielsweise 1,1-Ethylen, 1,2-Propylen, 1,3-Propylen,
1,2-Butylen, 1,3-Butylen, 1,4-Butylen, 2-Methyl-1,3-propylen, 1,5-Pentylen, 2-Methyl-1,4-butylen,
2,2-Dimethyl-1,3-propylen, 1,6-Hexylen (Hexamethylen) und insbesondere 1,2-Ethylen.
Vorzugsweise umfasst die Variable A 2 bis 4, insbesondere 2 oder 3 Kohlenstoffatome.
[0118] C
1- bis C
19-Alkylengruppen der Variablen B sind vor beispielsweise 1,2-Ethylen, 1,3-Propylen,
1,4-Butylen, Hexamethylen, Octamethylen, Decamethylen, Dodecamethylen, Tetradecamethylen,
Hexadecamethylen, Octadecamethylen, Nonadecamethylen und insbesondere Methylen. Vorzugsweise
umfasst die Variable B 1 bis 10, insbesondere 1 bis 4 Kohlenstoffatome.
[0119] Die primären und sekundären Amine als Umsetzungspartner für die Polycarbonsäuren
zur Bildung der Komponente (K4) sind üblicherweise Monoamine, insbesondere aliphatische
Monoamine. Diese primären und sekundären Amine können aus einer Vielzahl von Aminen
ausgewählt sein, die - gegebenenfalls miteinander verbundene - Kohlenwasserstoffreste
tragen.
[0120] Meist sind diese den öllöslichen Umsetzungsprodukten der Komponente (K4) zugrundeliegenden
Amine sekundären Amine und weisen die allgemeine Formel HN(R
8)
2 auf, in der die beiden Variablen R
8 unabhängig voneinander jeweils geradkettige oder verzweigte C
10- bis C
30-Alkylreste, insbesondere C
14- bis C
24-Alkylreste bedeuten. Diese längerkettigen Alkylreste sind vorzugsweise geradkettig
oder nur in geringem Grade verzweigt. In der Regel leiten sich die genannten sekundären
Amine hinsichtlich ihrer längerkettigen Alkylreste von natürlich vorkommenden Fettsäure
bzw. von deren Derivaten ab. Vorzugsweise sind die beiden Reste R
8 gleich.
[0121] Die genannten sekundären Amine können mittels Amidstrukturen oder in Form der Ammoniumsalze
an die Polycarbonsäuren gebunden sein, auch kann nur ein Teil als Amidstrukturen und
ein anderer Teil als Ammoniumsalze vorliegen. Vorzugsweise liegen nur wenige oder
keine freien Säuregruppen vor. Vorzugsweise liegen die öllöslichen Umsetzungsprodukte
der Komponente (K4) vollständig in Form der Amidstrukturen vor.
[0122] Typische Beispiele für derartige Komponenten (K4) sind Umsetzungsprodukte der Nitrilotriessigsäure,
der Ethylendiamintetraessigsäure oder der Propylen-1,2-diamintetraessigsäure mit jeweils
0,5 bis 1,5 Mol pro Carboxylgruppe, insbesondere 0,8 bis 1,2 Mol pro Carboxylgruppe,
Dioleylamin, Dipalmitinamin, Dikokosfettamin, Distearylamin, Dibehenylamin oder insbesondere
Ditalgfettamin. Eine besonders bevorzugte Komponente (K4) ist das Umsetzungsprodukt
aus 1 Mol Ethylendiamintetraessigsäure und 4 Mol hydriertem Ditalgfettamin.
[0123] Als weitere typische Beispiele für die Komponente (K4) seien die N,N-Dialkylammoniumsalze
von 2-N' 'N' -Dialkylamidobenzoaten, beispielsweise das Reaktionsprodukt aus 1 Mol
Phthalsäureanhydrid und 2 Mol Ditalgfettamin, wobei letzteres hydriert oder nicht
hydriert sein kann, und das Reaktionsprodukt von 1 Mol eines Alkenylspirobislactons
mit 2 Mol eines Dialkylamins, beispielsweise Ditalgfettamin und/oder Talgfettamin,
wobei die beiden letzteren hydriert oder nicht hydriert sein können, genannt.
[0124] Weitere typische Strukturtypen für die Komponente der Klasse (K4) sind cyclische
Verbindungen mit tertiären Aminogruppen oder Kondensate langkettiger primärer oder
sekundärer Amine mit carbonsäurehaltigen Polymeren, wie sie in der
WO 93/18115 beschrieben sind.
[0125] Als Kaltfließverbesserer der Komponente der Klasse (K5) geeignete Sulfocarbonsäuren,
Sulfonsäuren oder deren Derivate sind beispielsweise die öllöslichen Carbonsäureamide
und Carbonsäureester von ortho-Sulfobenzoesäure, in denen die Sulfonsäurefunktion
als Sulfonat mit alkylsubstituierten Ammoniumkationen vorliegt, wie sie in der
EP-A 261 957 beschrieben werden.
[0126] Als Kaltfließverbesserer der Komponente der Klasse (K6) geeignete Poly(meth)acrylsäureester
sind sowohl Homo- als auch Copolymere von Acryl- und Methacrylsäureestern. Bevorzugt
sind Copolymere von wenigstens zwei voneinander verschiedenen (Meth)Acrylsäureestern,
die sich bezüglich des einkondensierten Alkohols unterscheiden. Gegebenenfalls enthält
das Copolymer noch ein weiteres, davon verschiedenes olefinisch ungesättigtes Monomer
einpolymerisiert. Das gewichtsmittlere Molekulargewicht des Polymers beträgt vorzugsweise
50.000 bis 500.000. Ein besonders bevorzugtes Polymer ist ein Copolymer von Methacrylsäure
und Methacrylsäureestern von gesättigten C
14- und C
15-Alkoholen, wobei die Säuregruppen mit hydriertem Tallamin neutralisiert sind. Geeignete
Poly(meth)acrylsäureester sind beispielsweise in der
WO 00/44857 beschrieben.
[0127] Dem Mitteldestillat-Kraftstoff bzw. Dieselkraftstoff wird der Kaltfließverbesserer
bzw. das Gemisch verschiedener Kaltfließverbesserer in einer Gesamtmenge von vorzugsweise
10 bis 5000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von 20 bis 2000 Gew.-ppm, stärker bevorzugt
von 50 bis 1000 Gew.-ppm und insbesondere von 100 bis 700 Gew.-ppm, z.B. von 200 bis
500 Gew.-ppm, zugegeben.
B4) Schmierfähigkeitsverbesserer
[0128] Geeignete Schmierfähigkeitsverbesserer (Lubricity Improver bzw. Friction Modifier)
basieren üblicherweise auf Fettsäuren oder Fettsäureestern. Typische Beispiele sind
Tallölfettsäure, wie beispielsweise in der
WO 98/004656 beschrieben, und Glycerinmonooleat. Auch die in der
US 6 743 266 B2 beschriebenen Reaktionsprodukte aus natürlichen oder synthetischen Ölen, beispielsweise
Triglyceriden, und Alkanolaminen sind als solche Schmierfähigkeitsverbesserer geeignet.
B5) Korrosionsinhibitoren
[0129] Geeignete Korrosionsinhibitoren sind z.B. Bernsteinsäureester, vor allem mit Polyolen,
Fettsäurederivate, z.B. Ölsäureester, oligomerisierte Fettsäuren, substituierte Ethanolamine
und Produkte, die unter dem Handelsnamen RC 4801 (Rhein Chemie Mannheim, Deutschland)
oder HiTEC 536 (Ethyl Corporation) vertrieben werden.
B6) Demulgatoren
[0130] Geeignete Demulgatoren sind z.B. die Alkali- oder Erdalkalisalze von Alkyl-substituierten
Phenol- und Naphthalinsulfonaten und die Alkali- oder Erdalkalisalze von Fettsäuren,
außerdem neutrale Verbindungen wie Alkoholalkoxylate, z.B. Alkoholethoxylate, Phenolalkoxylate,
z.B. tert-Butylphenolethoxylat oder tert-Pentylphenolethoxylat, Fettsäuren, Alkylphenole,
Kondensationsprodunkte von Ethylenoxid (EO) und Propylenoxid (PO), z.B. auch in Form
von EO/PO-Blockcopolymeren, Polyethylenimine oder auch Polysiloxane.
B7) Dehazer
[0131] Geeignete Dehazer sind z.B. alkoxylierte Phenol-Formaldehyd-Kondensate, wie beispielsweise
die unter dem Handelsnamen erhältlichen Produkte NALCO 7D07 (Nalco) und TOLAD 2683
(Petrolite).
B8) Antischaummittel
[0132] Geeignete Antischaummittel sind z.B. Polyether-modifizierte Polysiloxane, wie beispielsweise
die unter dem Handelsnamen erhältlichen Produkte TEGOPREN 5851 (Goldschmidt), Q 25907
(Dow Corning) und RHODOSIL (Rhone Poulenc).
B9) Cetanzahlverbesserer
[0133] Geeignete Cetanzahlverbesserer sind z.B. aliphatische Nitrate wie 2-Ethylhexylnitrat
und Cyclohexylnitrat sowie Peroxide wie Di-tert-butylperoxid.
B10) Antioxidantien
[0134] Geeignete Antioxidantien sind z.B. substituierte Phenole, wie 2,6-Di-tert.-butylphenol
und 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol sowie Phenylendiamine wie N,N'-Di-sec.-butyl-p-phenylendiamin.
B11) Metalldeaktivatoren
[0135] Geeignete Metalldeaktivatoren sind z.B. Salicylsäurederivate wie N,N'-Disalicyliden-1,2-propandiamin.
B12) Lösungsmittel
[0136] Geeignete sind z.B. unpolare organische Lösungsmittel wie aromatische und aliphatische
Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Toluol, Xylole, "white spirit" und Produkte, die
unter dem Handelsnamen SHELLSOL (Royal Dutch/Shell Group) und EXXSOL (ExxonMobil)
vertrieben werden, sowie polare organische Lösungsmittel, bei-spielsweise Alkohole
wie 2-Ethylhexanol, Decanol und Isotridecanol. Derartige Lösungsmittel gelangen meist
zusammen mit den vorgenannten Additiven und Co-Additi-ven, die sie zur besseren Handhabung
lösen oder verdünnen sollen, in den Dieselkraftstoff.
C) Kraftstoffe
[0137] Das erfindungsgemäße Additiv eignet sich in hervorragender Weise als Kraftstoffzusatz
und kann im Prinzip in jeglichen Kraftstoffen eingesetzt werden. Es bewirkt eine ganze
Reihe von vorteilhaften Effekten beim Betrieb von Verbrennungsmotoren mit Kraftstoffen.
Bevorzugt wird das erfindungsgemäße quaternisierte Additiv in Mitteldestillat-Kraftstoffen,
insbesondere Dieselkraftstoffen, eingesetzt.
[0138] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher auch Kraftstoffe, insbesondere Mitteldestillat-Kraftstoffe,
mit einem als Zusatzstoff zur Erzielung von vorteilhaften Effekten beim Betrieb von
Verbrennungsmotoren, beispielsweise von Dieselmotoren, insbesondere von direkteinspritzenden
Dieselmotoren, vor allem von Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzsystemen, wirksamen
Gehalt an dem erfindungsgemäßen quaternisierten Additiv. Dieser wirksame Gehalt (Dosierrate)
liegt in der Regel bei 10 bis 5000 Gew.-ppm, vorzugsweise bei 20 bis 1500 Gew.-ppm,
insbesondere bei 25 bis 1000 Gew.-ppm, vor allem bei 30 bis 750 Gew.-ppm, jeweils
bezogen auf die Gesamtmenge an Kraftstoff.
[0139] Bei Mitteldestillat-Kraftstoffen wie Dieselkraftstoffen oder Heizölen handelt es
sich vorzugsweise um Erdölraffinate, die üblicherweise einen Siedebereich von 100
bis 400°C haben. Dies sind meist Destillate mit einem 95%-Punkt bis zu 360°C oder
auch darüber hinaus. Dies können aber auch so genannte "Ultra Low Sulfur Diesel" oder
"City Diesel" sein, gekennzeichnet durch einen 95%-Punkt von beispielsweise maximal
345°C und einem Schwefelgehalt von maximal 0,005 Gew.-% oder durch einen 95%-Punkt
von beispielsweise 285°C und einem Schwefelgehalt von maximal 0,001 Gew.-%. Neben
den durch Raffination erhältlichen mineralischen Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw.
Dieselkraftstoffen sind auch solche, die durch Kohlevergasung oder Gasverflüssigung
["gas to liquid" (GTL)-Kraftstoffe] oder durch Biomasse-Verflüssigung ["biomass to
liquid" (BTL)-Kraftstoffe] erhältlich sind, geeignet. Geeignet sind auch Mischungen
der vorstehend genannten Mitteldestillat-Kraftstoffe bzw. Dieselkraftstoffe mit regenerativen
Kraftstoffen, wie Biodiesel oder Bioethanol.
[0141] Das erfindungsgemäße quaternisierte Additiv kann neben seiner Verwendung in den oben
genannten Mitteldestillat-Kraftstoffen aus fossilem, pflanzlichem oder tierischem
Ursprung, die im wesentlichen Kohlenwasserstoffmischungen darstellen, auch in Mischungen
aus solchen Mitteldestillaten mit Biobrennstoffölen (Biodiesel) eingesetzt werden.
Derartige Mischungen werden im Sinne der vorliegenden Erfindung auch von dem Begriff
"Mitteldestillat-Kraftstoff" umfasst. Sie sind handelsüblich und enthalten meist die
Biobrennstofföle in untergeordneten Mengen, typischerweise in Mengen von 1 bis 30
Gew.-% insbesondere von 3 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge aus Mitteldestillat
fossilen, pflanzlichem oder tierischen Ursprungs und Biobrennstofföl.
[0142] Biobrennstofföle basieren in der Regel auf Fettsäureestern, vorzugsweise im wesentlichen
auf Alkylester von Fettsäuren, die sich von pflanzlichen und/oder tierischen Ölen
und/oder Fetten ableiten. Unter Alkylestern werden üblicherweise Niedrigalkylester,
insbesondere C
1- bis C
4-Alkylester, verstanden, die durch Umesterung der in pflanzlichen und/oder tierischen
Ölen und/oder Fetten vorkommenden Glyceride, insbesondere Triglyceride, mittels Niedrigalkoholen,
beispielsweise Ethanol oder vor allem Methanol (" FAME" ), erhältlich sind. Typische
Niedrigalkylester auf Basis von pflanzlichen und/oder tierischen Ölen und/oder Fetten,
die als Biobrennstofföl oder Komponenten hierfür Verwendung finden, sind beispielsweise
Sonnenblumenmethylester, Palmölmethylester (" PME" ), Sojaölmethylester (" SME" )
und insbesondere Rapsölmethylester (" RME" ).
[0143] Besonders bevorzugt handelt es sich bei den Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw. Dieselkraftstoffen
um solche mit niedrigem Schwefelgehalt, das heißt mit einem Schwefelgehalt von weniger
als 0,05 Gew.-%, vorzugsweise von weniger als 0,02 Gew.-%, insbesondere von weniger
als 0,005 Gew.-% und speziell von weniger als 0,001 Gew.-% Schwefel.
[0144] Als Ottokraftstoffe kommen alle handelsüblichen Ottokraftstoffzusammensetzungen in
Betracht. Als typischer Vertreter soll hier der marktübliche Eurosuper Grundkraftstoff
gemäß EN 228 genannt werden. Weiterhin sind auch Ottokraftstoffzusammensetzungen der
Spezifikation gemäß
WO 00/47698 mögliche Einsatzgebiete für die vorliegende Erfindung.
[0145] Das erfindungsgemäße quaternisierte Additiv eignet sich insbesondere als Kraftstoffzusatz
in Kraftstoffzusammensetzungen, insbesondere in Dieselkraftstoffen, zur Überwindung
der eingangs geschilderten Probleme bei direkteinspritzenden Dieselmotoren, vor allem
bei solchen mit Common-Rail-Einspritzsystemen.
[0146] Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Ausführungsbeispiele näher beschrieben:
Experimenteller Teil:
A. Allgemeine Testmethoden
Motorentest
b1) XUD9 Test - Bestimmung der Flow Restriction
[0147] Die Durchführung erfolgt nach den Standardbestimmungen gemäß CEC F-23-1-01.
b2) DW10 Test - Bestimmung des Leistungsverlusts durch Injektorablagerungen im Common
Rail Dieselmotor
[0148] Zur Untersuchung des Einflusses der Additive auf die Performance von direkteinspritzenden
Dieselmotoren wurde der Leistungsverlust (powerloss) in Anlehnung an die offizielle
Testmethode CEC F-098-08 bestimmt. Der Leistungsverlust ist ein direktes Maß für Bildung
von Ablagerungen in den Injektoren.
[0149] Verwendet wurde ein direkteinspritzender Dieselmotor mit Common-Rail-System gemäß
Testmethoden CEC F-098-08. Als Kraftstoff wurde ein handelsüblicher Dieselkraftstoff
der Fa. Haltermann (RF-06-03) eingesetzt. Diesem wurden zur künstlichen Anregung der
Bildung von Ablagerungen an den Injektoren 1 Gew.-ppm Zink in Form einer Zink-Didodecanoatlösung
zugesetzt.
B. Herstellungsbeispiele:
Verwendete Reaktanden:
[0150] PIBSA: Hergestellt aus Maleinsäureanhydrid und PIB 1000 in bekannter Weise. Für die
folgenden erfindungsgemäßen Herstellungsbeispiele und Vergleichsbeispiele wurden Qualitäten
mit Verseifungzahlen im Bereich von 84-95 mg KOH/g verwendet. Dabei wurde DMAPA mit
der jeweiligen PIBSA-Qualität im Molverhältnis 1:1 entsprechend der Verseifungszahl
eingesetzt. Die verwendeten PIBSA-Qualitäten hatten Bismaleinierungsgrade (BMG) von
kleiner 15 %.
| DMAPA: |
M = 102,18 |
| Methylsalicylat: |
M = 152,14 |
| Dimethylphthalat: |
M = 194,19 |
| Dimethyloxalat: |
M = 118,09 |
| Dimethylsulfat: |
M = 126,13 |
| Dimethylcarbonat |
M = 90,08 |
Herstellungsbeispiel 1: Synthese eines erfindungsgemäßen quaternisierten Succinimids (PIBSA/DMAPA/Dimethylphthalat)
[0151] Polyisobutylenbernsteinsäureanhydrid (1659 g) wird Solvent Naphta Heavy
(SNH, Exxon Mobil, CAS64742-95-5) (1220 g) gelöst und 3-Dimethylamino-1-propylamin (DMAPA; 153 g) wird zugegeben. Die
Reaktionslösung wird 8 h bei 170°C gerührt, wobei gebildetes Kondensationswasser kontinuierlich
abdestilliert wird. Man erhält das PIBSA-DMAPA-Succinimid als Lösung in Solvent Naphta
Heavy (TBN 0,557 mmol/g).
[0152] Ein Teil dieser Lösung des PIBSA-DMAPA-Succinimids (181 g) wird Phthalsäuredimethylester
(19,4 g) gegeben und die erhaltene Reaktionslösung wird für 11 h bei 120°C und anschliessend
für 24 h bei 150°C gerührt. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur erhält man als Produkt
das Ammoniumcarboxylat als Lösung in Solvent Naphta Heavy.
1H-NMR-Analyse bestätigt die Quaternierung.
Herstellungsbeispiel 2: Synthese eines erfindungsgemäßen quaternisierten Succinimids
(PIBSA/DMAPA/Methylsalycilat)
[0153] Polyisobutylenbernsteinsäureanhydrid (PIBSA; 2198 g) wird auf 110°C erhitzt und 3-Dimethylamino-1-propylamin
(DMAPA; 182 g) wird innerhalb von 40 min. zugegeben, wobei sich das Reaktionsgemisch
auf 140°C erwärmt. Das Reaktionsgemisch wird auf 170°C erwärmt und 3 h bei dieser
Temperatur gehalten, wobei 28 g Destillat aufgefangen werden. Man erhält das PIBSA-DMAPA-Succinimid
als zähes Öl (TBN 0,735 mmol/g).
[0154] Ein Gemisch dieses PIBSA-DMAPA-Succinimids (284,5 g), Methylsalicylat (65,5 g) und
3,3,5 Trimethylheptansäure (Fa. BASF) (0,75 g) wird auf 140-150°erhitzt und das Reaktionsgemisch
wird 6 h bei bei dieser Temperatur gerührt. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur erhält
man als Produkt das Ammoniumsalicylat als zähes Öl.
1H-NMR-Analyse bestätigt die Quaternierung. Durch Zugabe von Pilot 900 Öl ,Petrochem
Carless Ltd., wird der Wirkstoffgehalt der Löung auf 50 Gew. % eingestellt.
Herstellungsbeispiel 3: Synthese eines erfindungsgemäßen quaternisierten Succinimids
(PIBSA/DMAPA/Dimethyloxalat)
[0155] Polyisobutylenbernsteinsäureanhydrid (PIBSA; 2198 g) wird auf 110°C erhitzt und 3-Dimethylamino-1-propylamin
(DMAPA; 182 g) wird innerhalb von 40 min. zugegeben, wobei sich das Reaktionsgemisch
auf 140°C erwärmt. Das Reaktionsgemisch wird auf 170°C erwärmt und 3 h bei dieser
Temperatur gehalten, wobei 28 g Destillat aufgefangen werden. Man erhält das PIBSA-DMAPA-Succinimid
als zähes Öl (TBN 0,735 mmol/g).
[0156] Ein Gemisch dieses PIBSA-DMAPA-Succinimids (211 g), Dimethyloxalat (34,5 g) und Laurinsäure
(4,9 g) wird auf 120°C erhitzt und anschließend für 4 h bei dieser Temperatur gerührt.
Überschüssiges Dimethyloxalat wird am Rotationsverdampfer im Vakuum (p = 5 mbar) bei
120°C entfernt. Man erhält als Produkt das Ammoniummethyloxalat als zähes Öl.
1H-NMR-Analyse bestätigt die Quaternierung.
[0157] Zum Vergleich mit dem Stand der Technik wurden die Beispiele 2 und 4 aus der
WO 2006/135881 nachgearbeitet.
Herstellungsbeispiel 4: Synthese eines bekannten quaternisierten Succinimids (Vergleichsbeispiel) (Beispiel 2 aus der WO 2006/135881)
[0158] Eine Lösung von PIBSA (420,2 g) in Pilot 900 Öl 'Petrochem Carless Ltd. ,(51,3 g)
wird vorgelegt und auf 110°C erhitzt. Innerhalb von 50 Minuten wird DMAPA (31,4 g)
zudosiert, wobei eine leicht exotherme Reaktion beobachtet wird. Innerhalb von 80
Minuten wird das Reaktionsgemisch auf 150°C erwärmt und der Ansatz anschließend 3
h bei dieser Temperatur gehalten, wobei das entstehende Reaktionswasser abdestilliert.
Nach Abkühlen auf Raumtemperatur erhält man das PIBSA-DMAPA-Succinimid als Lösung
in Pilot 900 Öl (TBN 0,62 mmol/g).
[0159] Ein Teil des so erhaltenen PIBSA-DMAPA-Succinimids als Lösung in Pilot 900 Öl, Petrochem
Carless Ltd., (354 g) wird vorgelegt und auf 90°C erhitzt. Dimethylsulfat (26,3 g)
wird zudosiert, wobei die Reaktionstemperatur auf 112°C steigt. Anschließend wird
das Reaktionsgemisch für 3 h bei 100°C gerührt. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur erhält
man das quaternisierte PIBSA-DMAPA-Succinimid als Lösung in Pilot 900 Öl.
1H-NMR-Analyse bestätigte die Quaternierung. Der Austrag wurde durch Zugabe von Pilot
900 Öl auf einen Wirkstoffgehalt von 50 Gew. % eingestellt.
Herstellungsbeispiel 5: Synthese eines bekannten quaternisierten Succinimids (Vergleichsbeispiel) (Beispiel 4 aus der WO 2006/135881)
[0160] Eine Lösung von PIBSA (420,2 g) in Pilot 900 Öl ,Petrochem Carless Ltd. ,(51,3 g)
wird vorgelegt und auf 110°C erhitzt. Innerhalb von 50 Minuten wird DMAPA (31,4 g)
zudosiert, wobei eine leicht exotherme Reaktion beobachtet wird. Innerhalb von 80
Minuten wird das Reaktionsgemisch auf 150°C erwärmt und der Ansatz anschließend 3
h bei dieser Temperatur gehalten, wobei das entstehende Reaktionswasser abdestilliert.
Nach Abkühlen auf Raumtemperatur erhält man das PIBSA-DMAPA-Succinimid als Lösung
in Pilot 900 Öl (TBN 0,62 mmol/g).
[0161] Ein Teil des so erhaltenen PIBSA-DMAPA-Succinimids als Lösung in Pilot 900 Öl, Petrochem
Carless Ltd., (130 g), Dimethylcarbonat (20 g) und Methanol (17,4) werden in einen
Autoklaven gefüllt, mit Stickstoff inertisiert und ein Vordruck von 1,3 bar eingestellt.
Anschließend wird das Reaktionsgemisch unter Eigendruck zuerst 1 h bei 90°C, dann
24 h bei 140°C gerührt. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird der Autoklav entspannt
und der Inhalt mit wenig Toluol als Lösungsmittel vollständig ausgespült. Alle niedrig
siedenden Bestandteile werden anschließend am Rotationsverdampfer im Vakuum entfernt
und man erhält das quaternisierte PIBSA-DMAPA-Succinimid als Lösung in Pilot 900 Öl.
1H-NMR-Analyse bestätigte die teilweise Quaternierung. Der Austrag wird durch Zugabe
von Pilot 900 Öl auf einen Wirkstoffgehalt von 50 Gew.% eingestellt.
C. Anwendungsbeispiele:
[0162] In den folgenden Anwendungsbeispielen werden die Additive entweder als Reinsubstanz
(so wie in obigen Herstellungsbeispielen synthetisiert) oder in Form eines Additiv-Paketes
eingesetzt.
M1 : Additiv gemäß Herstellungsbeispiel 2 (Erfindung, mit Methylsalicylat quaterniert)
M2 : Additiv gemäß Herstellungsbeispiel 4 (Vergleich, mit Dimethylsulfat quaterniert)
M3 : Additiv gemäß Herstellungsbeispiel 5 (Vergleich, mit Dimethycarbonat quaterniert)
Anwendungsbeispiel 1: Bestimmung der Additivwirkung auf die Bildung von Ablagerungen
in Dieselmotor-Einspritzdüsen
a) XUD9 Tests
[0163] Verwendeter Kraftstoff: RF-06-03 (Referenzdiesel, Haltermann Products, Hamburg) Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1:XUD9 Tests
| Bsp. |
Bezeichnung |
Dosierung gem. Herstellungs-beispiel[mg/kg] |
Flow restriction 0,1 mm Nadelhub [%] |
| #1 |
M1, gemäß Herstel-lungsbeispiel 2 |
30 |
10.7 |
| #2 |
M2,gemäß Herstel-lungsbeispiel 4 |
30 |
48.5 |
| #3 |
M3, gemäß Herstel-lungsbeispiel 5 |
30 |
20.8 |
[0164] Es zeigte sich, dass das erfindungsgemäße Additiv M1 bei gleicher Dosierung eine
gegenüber dem Stand der Technik (M2, M3) verbesserte Wirkung aufweist.
b) DW10 Test
[0165] Zur Untersuchung des Einflusses der erfindungsgemäßen Verbindung auf die Performance
von direkteinspritzenden Dieselmotoren wurde der Leistungsverlust (powerloss) in Anlehnung
an die offizielle Testmethode CEC F-98-08 bestimmt. Der Leistungsverlust ist ein direktes
Maß für Bildung von Ablagerungen in den Injektoren. Verwendet wurde ein gebräuchlicher
direkteinspritzender Dieselmotor mit Common-Rail-System.
[0166] Als Kraftstoff wurde ein handelsüblicher Dieselkraftstoff der Fa. Haltermann (RF-06-03)
eingesetzt. Diesem wurden zur künstlichen Anregung der Bildung von Ablagerungen an
den Injektoren 1 Gew.-ppm Zink in Form einer Zink-Didodecanoat-Lösung zugesetzt.
[0167] Die nachfolgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Bestimmungen des relativen Leistungsverlustes
(Powerloss) bei 4000 rpm nach 12 Stunden Dauerbetrieb ohne Unterbrechung. Der Wert
P0 gibt dabei die Leistung nach 10 Minuten und der Wert Pend die Leistung am Ende
der Messung an:
[0168] Die Versuchsergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Ergebnisse des DW10 Tests
| Additiv |
Dosis [mg/kg] |
Zeit [h] |
P0 [KW] |
Pend [KW] |
Powerloss |
| Grundwert |
0 |
12 |
99.3 |
94.3 |
5.0% |
| M1, gemäß Herstellungsbei-spiel 2 |
160 |
12 |
98.7 |
97.4 |
1.32% |
| M2, gemäß Herstellungsbei-spiel 4 |
160 |
12 |
99 |
98.1 |
0.9 % |
| M3,gemäß Herstellungsbei-spiel 5 |
160 |
12 |
98.1 |
95.7 |
2.4 % |
[0169] Dabei zeigt sich, dass das erfindungsgemäße Additiv M1 eine gegenüber dem Grundwert
verbesserte Wirkung aufweist und zumindest gegenüber dem Beispiel M3 eine verbesserte
Wirkung aufweist.
Anwendungsbeispiel 2: Bestimmung der Löslichkeitseigenschaften
[0170] Zur Bestimmung der Löslichkeitseigenschaften wurden folgende Additivpakete hergestellt
und getestet:
M 4 (Erfindung)
[0171]
| Substanz |
Gehalt [ppm] |
| Additiv gem. Herstellungsbeispiel 2 |
80,00 |
| Dehazer, kommerziell |
3,00 |
| Antischaum, Silicon based, kommerziell |
6,00 |
| Pilot 900 |
80,00 |
| Solvent Naphta Heavy |
80,00 |
| Gesamt |
249,00 |
M 5 (Vergleich, Dimethylsulfat)
[0172]
| Substanz |
Gehalt [ppm] |
| Additiv gem. Herstellungsbeispiel 4 |
160,00 |
| Dehazer, kommerziell |
3,00 |
| Antifoam, Silicon based, kommerziell |
6,00 |
| Solvent Naphta Heavy |
420,00 |
| Gesamt |
589,00 |
M 6 (Vergleich, Dimethylcarbonat)
[0173]
| Substanz |
Gehalt [ppm] |
| Additiv gem. Herstellungsbeispiel 5 |
160,00 |
| Dehazer (kommerziell) |
3,00 |
| Antifoam, Silicon based, kommerziell |
6,00 |
| Solvent Naphta Heavy |
150,00 |
| Gesamt |
319,00 |
[0174] Das Ergebnis der Löslichkeitsversuche ist in folgender Tabelle zusammengefasst: Es
wird die minimal notwendige Menge an Lösungsmittel (Solvent Naphtha Heavy) angegeben,
um bei sonst identischen Mengen Aktivsubstanz, Pilot 900, Antischaum, Dehazer bei
Raumtemperatur ein homogenes, klares Dieselperformance-Paket zu erhalten.
Tabelle 3: Ermittlung des Lösungsmittelbedarfes
| Additiv |
Additiv-Paket |
Minimal notwendige Lösungsmittelmenge für ein homogenes Paket |
| PIBSA-DMAPA-Imid-Methylsalicylat |
M4 |
32 % |
| PIBSA-DMAPA-Imid-Dimethylsulfat |
M5 |
71% |
| PIBSA-DMAPA-Imid-Dimethylcarbonat |
M6 |
47% |
[0175] Überraschenderweise zeigte sich, dass das Additiv gemäß Herstellungsbeispiel 2 die
besten Löslichkeitseigenschaften aufweist, also am wenigsten Lösungsmittel erfordert.
[0176] Auf die Offenbarung der hierin zitierten Druckschriften wird ausdrücklich Bezug genommen.