[0001] Die Erfindung betrifft eine Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel, einer
Fadenführeranordnung, die mindestens einen Fadenführer aufweist, und mehreren Teilstäben,
wobei der Fadenführer und die Schärtrommel in eine Rotationsrichtung um die Achse
der Schärtrommel relativ zueinander bewegbar sind und Mittel vorgesehen sind, die
einen durch den Fadenführer geführten Faden bei jedem Teilstab oberhalb oder unterhalb
des Teilstabs leiten.
[0002] Eine Musterkettenschärmaschine, die auch als "Kurzkettenschärmaschine" bezeichnet
wird, dient dazu, Ketten mit einer begrenzten Länge zu erzeugen, wobei man beim Erzeugen
der Kette eine möglichst große Musterungsvielfalt beibehalten möchte.
[0003] Zu diesem Zweck wird ein so genanntes Band um den Umfang der Schärtrommel gewickelt.
Ein derartiges Band kann einen oder mehrere nebeneinander angeordnete Fäden enthalten.
Wenn die gewünschte Länge der Kette aufgewickelt worden ist, dann wird das Band so
versetzt, dass es neben dem bereits aufgewickelten Band zu liegen kommt und der Vorgang
kann erneut durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann man die Reihenfolge und/oder
die Zahl der Fäden in einem Band bei einem derartigen Vorgang verändern.
[0004] Wenn auf diese Weise die benötigte Breite der Kette fertig gestellt worden ist, dann
werden die Bänder am Anfang und am Ende ihrer Länge durchtrennt. Um dies zu ermöglichen,
sind die Teilstäbe vorgesehen, die in an sich bekannter Weise am Anfang und am Ende
der Kette Kreuze bilden. Weitere Teilstäbe können beispielsweise für eine Schlichteteilung
vorgesehen sein.
[0005] Um das Fadenkreuz am Ende der Kette zu bilden, muss beispielsweise die letzte Windung
des Bandes oberhalb des Teilstabes geführt werden. Alle anderen Windungen des Bandes
müssen sich dann unterhalb des Teilstabes befinden. Der Begriff "oberhalb" des Teilstabes
bedeutet in der vorliegenden Beschreibung, dass sich das Band auf der radial äußeren
Seite des Teilstabes (bezogen auf die Schärtrommel) befindet. Der Begriff "unterhalb"
des Teilstabes bedeutet in der vorliegenden Beschreibung, dass sich das Band zwischen
der Schärtrommel und dem Teilstab befindet.
[0006] Um die Fäden entsprechend zu führen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit
besteht darin, die Teilstäbe mit Fangfingern oder Fanghaken auszurüsten, die, falls
erforderlich, ausgefahren werden, um einen Faden zu erfassen und ihn oberhalb des
Teilstabes zu leiten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Fadenführer beim
Vorbeilaufen an dem Teilstab kurzzeitig parallel zur Achse der Schärtrommel so zu
bewegen, dass der geführte Faden entweder oberhalb des Teilstabes abgelegt wird oder
der Faden an der Spitze des Teilstabes axial vorbeigeführt wird, so dass er bei der
weiteren Bearbeitung unterhalb des Teilstabes zu liegen kommt.
[0007] Mit zunehmender Schärgeschwindigkeit wird es allerdings immer schwieriger, sicher
zu stellen, dass der Faden in die gewünschte Position relativ zum Teilstab gelangt.
Wenn der Faden fälschlicherweise unterhalb des Teilstabes angeordnet wird, obwohl
er oberhalb des Teilstabs angeordnet werden sollte oder umgekehrt, ist es später relativ
schwierig, die Kette ordnungsgemäß aufzuschneiden und abzuwickeln. Dementsprechend
ergibt sich hier eine gewisse Grenze für die Schärgeschwindigkeit.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Musterkettenschärmaschine eine
hohe Schärgeschwindigkeit zu ermöglichen.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einer Musterkettenschärmaschine der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass mindestens ein Teilstab in unterschiedlichen Positionen relativ
zur Achse der Schärtrommel positionierbar ist.
[0010] Damit ist es möglich, den Teilstab so zu positionieren, dass seine Position und die
radiale Dicke des Fadenauftrags zueinander passen. Dies gilt insbesondere für einen
Teilstab, bei dem der Faden mit dem größten Teil seiner Windungen unterhalb des Teilstabs
angeordnet werden muss. Man kann also die Position des Teilstabs an die gewünschte
Länge der Kette anpassen. Aus der Länge der Kette ergibt sich die Anzahl der Windungen,
die notwendig sind, um die gewünschte Länge zu bilden. Die Anzahl der Windungen ergibt
sich aus der Länge der Kette dividiert durch den Umfang der Schärtrommel. Die Anzahl
der Windungen multipliziert mit der Dicke des Fadens ergibt ein Maß für die radiale
Dicke des Fadenauftrags. Wenn man nun den Teilstab zu dicht an der Schärtrommel positioniert,
so dass diese Dicke unterschritten wird, dann steht nicht genügend Platz für die Kette
zur Verfügung. Die aufgewickelten Kettfäden verbiegen den Teilstab dann nach außen,
so dass die Spitze des Teilstabs nicht mehr dort ist, wo sie eigentlich sein sollte.
Damit wird es schwieriger, sicherzustellen, dass der Faden in gewünschter Weise oberhalb
oder unterhalb des Teilstabes abgelegt wird. Das gleiche Problem ergibt sich, wenn
der Teilstab zu weit von der Schärtrommel entfernt ist. In diesem Fall steht zwar
für die Dicke des Fadenauftrags genügend Platz zur Verfügung. Es verbleibt aber ein
zusätzlicher Raum zwischen dem Fadenauftrag und dem Teilstab. Die oberhalb des Teilstabes
aufgewickelten Fäden verbiegen den Teilstab dann radial nach innen, so dass sich das
gleiche Problem ergibt. Wenn man hingegen den Teilstab radial relativ zur Achse der
Schärtrommel positionieren kann, dann ergibt sich dieses Problem nicht. Man kann den
Teilstab so positionieren, dass er nur wenig oder sogar gar nicht durch die aufgewickelten
Fäden verbogen wird, so dass seine Spitze immer an der gewünschten Position bleibt.
Mit einem ausreichend genau positionierten Teilstab lässt sich daher eine hohe Schärgeschwindigkeit
realisieren.
[0011] Vorzugsweise ist der Teilstab durch einen Positionierantrieb verlagerbar. Man kann
die Positionierung des Teilstabs dann sozusagen ferngesteuert vornehmen, gegebenenfalls
auch noch im Betrieb, wenn sich herausstellen sollte, dass der Teilstab die richtige
Position noch nicht eingenommen hat. Der Positionierantrieb kann in einfacher Weise
als Linearantrieb ausgebildet sein. Er muss lediglich dafür sorgen, dass der Teilstab
bezogen auf die Achse der Schärtrommel radial aus- und eingefahren werden kann. Dabei
ist es nicht einmal erforderlich, dass die Radialrichtung bei der Bewegung genau eingehalten
wird. Der Positionierantrieb muss also nicht senkrecht zur Tangente an die Schärtrommel
wirken, sondern kann, falls erforderlich, auch einen Winkel dazu einnehmen.
[0012] Vorzugsweise ist der Teilstab lösbar mit dem Positionierantrieb verbunden. Dies hat
den Vorteil, dass der Teilstab leicht vom Positionierantrieb entfernt werden kann,
wenn dies beispielsweise beim Abwickeln der fertigen Kette erforderlich sein sollte.
[0013] Besonders bevorzugt ist aber, dass der Teilstab über seine Länge verteilt mit mindestens
zwei Positionierantrieben verbunden ist, die unabhängig voneinander vom Teilstab lösbar
sind. Mit mindestens zwei Positionierantrieben kann der Teilstab zu Beginn des Schärvorgangs
an zwei oder mehr Stellen festgehalten werden, so dass er beispielsweise genau parallel
zur Achse der Schärtrommel verlaufen kann, was die Bildung der Kette vereinfacht.
Allerdings wird die Kette mit zunehmender Breite auf der Schärtrommel von der Stirnseite
weg verschoben, an der die Fäden aufgelegt werden. Der Positionierantrieb würde in
diesem Fall die weitere Bewegung der Kette verhindern. Man kann daher zunächst den
Positionierantrieb vom Teilstab lösen, der der Stirnseite am nächsten ist, an der
die Fäden aufgelegt werden. Das Lösen und das Einfahren des Positionierantriebs in
die Schärtrommel erfolgt, kurz bevor die Kette, die beim Schären von der genannten
Stirnseite weg transportiert wird, diesen Positionierantrieb erreicht. Aus diesem
Grunde ist das Lösen des Positionierantriebs unkritisch. Der Teilstab wird zu diesem
Zeitpunkt bereits von der Kette in ausreichendem Maße fixiert.
[0014] Vorzugsweise ist eine Sensoranordnung vorgesehen, die eine Höhe eines Fadenauftrags
ermittelt, wobei die Sensoranordnung mit dem Positionierantrieb verbunden ist. Die
Sensoranordnung ist also in der Lage, mit Hilfe des Positionierantriebs den Teilstab
so zu positionieren, dass die Position relativ genau zu der Höhe oder Dicke des Fadenauftrags
passt. In der Regel ist es dazu erforderlich, am Anfang des Schärvorganges mehrere
Bänder zu schären. Sollte der Teilstab zu diesem Zeitpunkt eine falsche Position haben,
ist dies unkritisch. Sobald sich die Bildung des Fadenauftrags stabilisiert hat, kann
der Teilstab allerdings in seine richtige Position gefahren werden. Wenn am Umfang
der Schärtrommel Transportbänder mit einer konusförmigen Stützfläche angeordnet sind,
dann ist die Ermittlung der Dicke des Fadenauftrags in der Regel bereits nach dem
ersten Band möglich.
[0015] Hierbei ist bevorzugt, dass der Positionierantrieb den Teilstab auf einer Position
positioniert, in der unterhalb des Teilstabs die Höhe des Fadenauftrags frei bleibt.
Wie oben bereits ausgeführt, ist dies die richtige Position des Teilstabs. Der Teilstab
lässt radial in Richtung auf die Achse der Schärtrommel zu einen ausreichenden Raum,
so dass alle Windungen des Fadenauftrags oder der Kette untergebracht werden können.
Der Teilstab ist allerdings nicht so weit von dem Fadenauftrag entfernt, dass er radial
nach innen verbogen wird, wenn Fäden radial außen auf ihn aufgewickelt werden.
[0016] Vorzugsweise ist der Teilstab an der Schärtrommel befestigt. In diesem Fall kann
man eine Schärtrommel mit einem weitgehend zylinderförmigen Querschnitt verwenden.
Mit einer derartigen Schärtrommel lassen sich hohe Schärgeschwindigkeiten erzielen.
[0017] Bevorzugterweise rotiert die Schärtrommel beim Schären und der Fadenführer ist in
Rotationsrichtung ortsfest. Auch dies ist eine Maßnahme, um relativ hohe Schärgeschwindigkeiten
zu erzielen. Die Bewegung der Fadenführer kann sich dann auf eine reine Bewegung parallel
zur Achse der Schärtrommel beschränken. Dies vereinfacht auch die Steuerung.
[0018] Bevorzugterweise sind am Umfang der Schärtrommel Transportflächen angeordnet, die
durch einen Transportantrieb parallel zur Achse der Schärtrommel verlagerbar sind,
wobei der Transportantrieb und der Positionierantrieb miteinander synchronisiert sind.
Wenn der Transportantrieb die Transportflächen um eine vorbestimmte Strecke weg von
der Stirnseite der Schärtrommel bewegt hat, an der die Fäden aufgewickelt werden,
dann kann der erste Positionierantrieb vom Teilstab gelöst und der Positionierantrieb
kann eingefahren werden. Man stellt sozusagen automatisch den richtigen Zeitpunkt
sicher, zu dem der Positionierantrieb den Weg für die Kette freimacht.
[0019] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass
eine Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung vorgesehen ist, die eine Länge eines Fadenauftrags
parallel zur Schärtrommel ermittelt, wobei die Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung
einen mit dem Positionierantrieb verbundenen Steuerausgang aufweist. Die Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung
kann beispielsweise durch einen Sensor gebildet sein, der die Breite der Kette oder
auch nur die Position der von der genannten Stirnseite abgewandten Seite der Kette
erfasst. Da die Breite der aufgewickelten Bänder bekannt ist, kann die Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung
auch einfach durch einen Zähler gebildet sein, der die Zahl der aufgewickelten Bänder
ermittelt. Auch damit lässt sich sicherstellen, dass der Positionierantrieb rechtzeitig,
also nicht zu spät und nicht zu früh, eingefahren wird, um den Raum frei zu geben,
den die Kette bei ihrem Transport von der Stirnseite weg benötigt, an der die Fäden
aufgewickelt werden.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Musterkettenschärmaschine und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Positionierantriebs.
[0021] Fig. 1 zeigt schematisch eine Musterkettenschärmaschine 1 mit einer Schärtrommel
2, die mit einem nur schematisch dargestellten Rotationsantrieb 3 verbunden ist. Der
Rotationsantrieb 3 ist in der Lage, die Schärtrommel 2 beim Wickeln in Richtung eines
Pfeils 4 zu drehen.
[0022] In einem nicht näher dargestellten Spulengatter ist eine Vielzahl von Spulen angeordnet.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel können bis zu 128 Spulen im Gatter angeordnet
sein. Von jeder Spule wird ein Faden abgezogen und durch eine Fadenführeröse 5 eines
Fadenführers 6 geleitet. Alle Fadenführer 6 zusammen bilden eine Fadenführeranordnung
7.
[0023] Die Fadenführer 6 stehen beim Schären, also beim Erzeugen der Musterkette, in Rotationsrichtung
4 der Schärtrommel 2 still. Die Fadenführer 6 können jedoch in Axialrichtung, also
parallel zur Achse der Schärtrommel 2 bewegt werden und zwar so, dass die Fadenführerösen
5 in Axialrichtung über der Schärtrommel 2 geführt werden. Die von den Fadenführerösen
5 geführten Fäden werden dann auf Transportbändern 8 abgelegt, die Transportflächen
bilden und, wenn man von der Stirnseite der Schärtrommel 2 auf die Schärtrommel 2
blickt, polygonartig angeordnet sind. Die jeweils radial äußeren Trums der Transportbänder
8 werden durch einen nicht näher dargestellten Transportantrieb von der Stirnseite
weg bewegt, an der die Fadenführeranordnung 7 angeordnet ist. Wenn Fäden aus dem Musterungsvorgang
herausgenommen werden sollen, dann werden sie nicht auf dem Umfang der Schärtrommel
2 abgelegt, sondern die Fadenführerösen 5 werden vor die Stirnseite der Schärtrommel
2 bewegt. Die von diesen Fadenführern 5 geführten Fäden werden dann auf eine nicht
näher dargestellte Mittelschnur aufgewickelt.
[0024] Um so genannte Fadenkreuze oder Schlichteteilungen zu bilden, sind Teilstäbe 9 vorgesehen,
die zwischen Transportbändern 8 angeordnet sind. Jeder Teilstab 9 weist an seinem
der Fadenführeranordnung 7 zugewandten Ende eine Spitze 10 auf, die im Wesentlichen
radial nach außen weist. Die Spitze 10 ist hier unbeweglich am Teilstab 9 angeordnet.
[0025] Jeder Teilstab 9 ist an mindestens zwei Positionen 11, 12 an der Schärtrommel 2 gehalten.
Die Teilstäbe 9 drehen sich also mit der Schärtrommel 2 mit, wenn die Schärtrommel
2 gedreht wird.
[0026] Fig. 2 zeigt die Halterung des Teilstabs 9 an der Position 12. Hier weist die Schärtrommel
2 eine Öffnung 13 auf, durch die ein Positionierantrieb 14 radial nach außen geführt
ist. Der Positionierantrieb 14 weist einen in Richtung eines Doppelpfeils 15 verlagerbaren
Stößel 16 auf. Am radial äußeren Ende des Stößels 16 ist eine Zange mit zwei Backen
17, 18 angeordnet, die den Teilstab 9 klemmend halten. Die Backen 17, 18 können jedoch
in Richtung von Pfeilen 19, 20 verschwenkt werden. Der dazu notwendige Antrieb ist
hier aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt. Wenn die Backen 17, 18 vom Teilstab
19 abgeschwenkt worden sind, ist der Positionierantrieb 14 vom Teilstab 9 gelöst.
Der Stößel 16 kann dann radial einwärts gefahren werden, so dass die Backen 17, 18
nicht mehr über die Schärtrommel 2 überstehen.
[0027] Im Grunde reicht es aber aus, wenn der Stößel 16 so weit radial nach innen verlagert
worden ist, dass die Backen 17, 18 der Zange nicht mehr radial über das äußere Trum
der Transportbänder 8 überstehen. Die äußeren Trums der Transportbänder 8 definieren
eine innere Grenze 21 für den sich auf der Schärtrommel bildenden Fadenauftrag, also
des sich bildenden Wickels.
[0028] Eine Sensoranordnung 22 ist an der Stirnseite der Schärtrommel 2 vorgesehen. Die
Sensoranordnung 22 erfasst zum einen die Position der Teilstäbe 9. Zum anderen ermittelt
sie auch die Höhe oder Dicke des Fadenauftrags auf den Transportbändern 8.
[0029] Mit dieser Dickeninformation wird ein Steuereingang 23 des Positionierantriebs 14
versorgt. Mit dieser Dickeninformation kann der Positionierantrieb 14 dann den Teilstab
9 so positionieren, dass zwischen der radialen Innenseite des Teilstabs 9 und der
Grenze 21 genau der Raum zur Verfügung steht, den der Fadenauftrag mit seiner Dicke
benötigt. Dies hat zur Folge, dass der Teilstab 9 durch den Fadenauftrag nicht radial
nach außen gedrückt und dann verbogen wird. Andererseits wird der Teilstab 9 aber
auch nicht durch Fäden radial nach innen verbogen, die radial außen auf den Teilstab
9 geführt werden, mit anderen Worten oberhalb des Teilstabs angeordnet sind.
[0030] Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Spitzen 10 der Teilstäbe 9 ihre Position
nicht dadurch verändern, dass die Teilstäbe 9 durch den Fadenauftrag verbogen werden.
Dementsprechend ist es möglich, die Fadenführerösen dann, wenn ein Kreuz erzeugt werden
soll, um eine Spitze 10 eines Teilstabs 9 so herumzuführen, dass der entsprechend
geführte Faden entweder oberhalb des Teilstabs 9 (also radial außerhalb des Teilstabs
9) oder unterhalb des Teilstabs 9 (mit anderen Worten radial unterhalb des Teilstabs
9) geführt werden kann. Da die Position der Spitzen 10 also durch die aufgewickelten
Fäden nicht verändert wird, kann man eine hohe Schärgeschwindigkeit erzeugen, ohne
den Aufwand für die Steuerung der Fadenführer 6 zu groß werden zu lassen.
[0031] Wenn der Fadenauftrag, also die sich bildende Kette, eine gewisse Breite (= Erstreckung
parallel zur Achse der Schärtrommel 2) erreicht hat, dann nähert sie sich dem Positionierantrieb
14 an, der an der Position 12 angeordnet ist, also an der Position, die der Stirnseite
benachbart ist, an der die Fadenführeranordnung 7 angeordnet ist. Der Stößel 16 des
Positionierantriebs 14 würde hier den Weitertransport der Kette von der Stirnseite
weg stören. Wenn die Kette die Position 12 erreicht, dann hält sie den Teilstab 9
allerdings bereits mit einer hohen Zuverlässigkeit fest. Eine weitere Halterung ist
dann im Grunde nicht mehr erforderlich. Der Positionierantrieb 14 wird dann durch
Wegschwenken der Backen 17, 18 vom Teilstab 9 gelöst und der Stößel 16 wird so weit
radial nach innen gefahren, dass der Raum zwischen der Grenze 21 und dem Teilstab
9 frei wird. Der gleiche Vorgang wiederholt sich, wenn die Kette die Position 11 erreicht
und gegebenenfalls an weiteren Positionen, an denen der Teilstab 9 an der Schärtrommel
2 festgehalten ist.
[0032] Damit der Stößel 16 des jeweiligen Positionierantriebs 14 nicht zu früh und nicht
zu spät eingefahren wird, kann man eine Reihe von Informationen verwenden.
[0033] Da die Kette, d.h. der Fadenauftrag, von den Transportbändern oder allgemein den
Transportflächen transportiert wird, kann der Transportantrieb die Information liefern,
wie weit er die Transportflächen bewegt hat. Wenn der Transportantrieb also die Transportflächen
um eine vorbestimmte Entfernung von der Stirnseite der Schärtrommel 2, an der die
Fadenführeranordnung 7 angeordnet ist, weg bewegt hat, dann hat sich der Fadenauftrag
(= die Kette) der jeweiligen Position 12 soweit angenähert, dass der Stößel 16 eingefahren
werden muss.
[0034] Alternativ oder zusätzlich kann man auch einen nicht näher dargestellten Sensor verwenden,
der die Breite der Kette oder des Fadenauftrags ermittelt. In vielen Fällen wird es
auch ausreichen, wenn der Sensor die Position der Kante der Kette ermittelt, die von
der Stirnseite der Schärtrommel 2 abgewandt ist, an der die Fadenführeranordnung 7
angeordnet ist.
[0035] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Breite der Kette dadurch zu ermitteln,
dass man bei bekannten Breiten von aufgewickelten Bändern die Breiten dieser Bänder
addiert. Ein Band besteht aus einem oder mehreren Fäden, die gleichzeitig aufgewickelt
werden. Wie oben kurz erwähnt, kann im vorliegenden Fall ein Band 1 bis 128 Fäden
aufweisen. Nicht alle Bänder müssen gleich breit sein. Da aber das gewünschte Muster
bekannt ist, ist auch die Zusammensetzung und damit die Breite der Bänder bekannt.
[0036] Prinzipiell die gleiche Lösung kann man auch dann verwenden, wenn die Spitzen 10
der Teilstäbe 9 nicht fest mit den Teilstäben 9 verbunden sind. In diesem Fall sind
die Spitzen 10 als Fanghaken ausgebildet, die in den Weg der Fäden geschwenkt werden
können, um einen Faden oberhalb des Teilstabs zu führen, oder die aus dem Weg der
Fäden herausgehalten werden, um die Fäden unterhalb der Teilstäbe 9 abzulegen.
[0037] Man kann die dargestellte Anordnung auch verwenden, wenn die Schärtrommel 2 beim
Schären still steht und die Fadenführer 6 um die Achse der Schärtrommel 2 gedreht
werden.
1. Musterkettenschärmaschine (1) mit einer Schärtrommel (2), einer Fadenführeranordnung
(7), die mindestens einen Fadenführer (6) aufweist, und mehreren Teilstäben (9), wobei
der Fadenführer (6) und die Schärtrommel (2) in eine Rotationsrichtung (4) um die
Achse der Schärtrommel (2) relativ zueinander bewegbar sind und Mittel vorgesehen
sind, die einen durch den Fadenführer (6) geführten Faden bei jedem Teilstab (9) oberhalb
oder unterhalb des Teilstabes leiten, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teilstab (9) in unterschiedlichen Positionen relativ zur Achse der
Schärtrommel (2) positionierbar ist.
2. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) durch einen Positionierantrieb (14) verlagerbar ist.
3. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) lösbar mit dem Positionierantrieb (14) verbunden ist.
4. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) über seine Länge verteilt mit mindestens zwei Positionierantrieben
(14) verbunden ist, die unabhängig voneinander vom Teilstab (9) lösbar sind.
5. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoranordnung (22) vorgesehen ist, die eine Höhe eines Fadenauftrags ermittelt,
wobei die Sensoranordnung (22) mit dem Positionierantrieb (14) verbunden ist.
6. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Positionierantrieb (14) den Teilstab (9) auf einer Positionierposition positioniert,
in der unterhalb des Teilstabs (9) die Höhe des Fadenauftrags frei bleibt.
7. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) an der Schärtrommel (2) lösbar befestigt ist.
8. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schärtrommel (2) beim Schären rotiert und der Fadenführer (6) in Rotationsrichtung
ortsfest ist.
9. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass vom Umfang der Schärtrommel (2) Transportflächen (8) angeordnet sind, die durch einen
Transportantrieb parallel zur Achse der Schärtrommel (2) verlagerbar sind, wobei der
Transportantrieb und der Positionierantrieb (14) miteinander synchronisiert sind.
10. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung vorgesehen ist, die eine Länge eine Fadenauftrags
parallel zur Achse der Schärtrommel (2) ermittelt, wobei die Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung
einen mit dem Positionierantrieb (14) verbundenen Steuerausgang aufweist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Musterkettenschärmaschine (1) mit einer Schärtrommel (2), einer Fadenführeranordnung
(7), die mindestens einen Fadenführer (6) aufweist, und mehreren Teilstäben (9), wobei
der Fadenführer (6) und die Schärtrommel (2) in eine Rotationsrichtung (4) um die
Achse der Schärtrommel (2) relativ zueinander bewegbar sind und Mittel vorgesehen
sind, die einen durch den Fadenführer (6) geführten Faden bei jedem Teilstab (9) oberhalb
oder unterhalb des Teilstabes leiten, wobei mindestens ein Teilstab (9) in unterschiedlichen
radialen Positionen relativ zur Achse der Schärtrommel (2) positionierbar ist, wobei
der Teilstab (9) durch einen Positionierantrieb (14) verlagerbar ist und der Teilstab
(9) lösbar mit dem Positionierantrieb (14) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) über seine Länge verteilt mit mindestens zwei Positionierantrieben
(14) verbunden ist, die unabhängig voneinander vom Teilstab (9) lösbar sind.
2. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoranordnung (22) vorgesehen ist, die eine Höhe eines Fadenauftrags ermittelt,
wobei die Sensoranordnung (22) mit dem Positionierantrieb (14) verbunden ist.
3. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) durch den Positionierantrieb (14) auf einer Positionierposition
positionierbar ist, in der unterhalb des Teilstabs (9) die Höhe des Fadenauftrags
frei bleibt.
4. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstab (9) an der Schärtrommel (2) lösbar befestigt ist.
5. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schärtrommel (2) beim Schären rotiert und der Fadenführer (6) in Rotationsrichtung
ortsfest ist.
6. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Umfang der Schärtrommel (2) Transportflächen (8) angeordnet sind, die durch einen
Transportantrieb parallel zur Achse der Schärtrommel (2) verlagerbar sind, wobei der
Transportantrieb und der Positionierantrieb (14) miteinander synchronisiert sind.
7. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung vorgesehen ist, die eine Länge eine Fadenauftrags
parallel zur Achse der Schärtrommel (2) ermittelt, wobei die Kettenbreiten-Ermittlungsvorrichtung
einen mit dem Positionierantrieb (14) verbundenen Steuerausgang aufweist.