[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lamellenstore gemäss Anspruch 1.
[0002] Lamellenstoren oder Rafflamellenstoren sind allgemein bekannt. Bei herkömmlichen
Lamellenstoren sind die Lamellen eines Lamellenbehangs heb- und senkbar sowie kippbar
ausgebildet. Das Heben und Senken geschieht über ein Aufzugsband, an dem die unterste
Lamelle oder Schiene befestigt ist. Wenn das Aufzugsband, ausgehend von einem vollständig
abgesenkten Lamellenbehang, gehoben oder auf eine Trommel aufgerollt wird, dann sammelt
die unterste Lamelle sämtliche Lamellen ein und stapelt diese, bis der ganze Lamellenbehang
aufgestapelt und vollständig gehoben ist. Beim Absenken des Lamellenbehangs wird zuerst
die oberste Lamelle vom Stapel abgehoben, anschliessend die zweitoberste Lamelle,
etc. bis die unterste Lamelle frei hängt und keine Lamelle mehr auf der untersten
Lamelle aufliegt. Solche Lamellen sind üblicherweise mittels eines vertikalen Strangpaares,
das an den Lamellenkanten angreift und mit einer Wippe wirkverbunden ist, kippbar.
Die Wippe ist dabei angetrieben, beispielsweise über eine Mitnahmekupplung, die mit
dem Antriebsmotor zum Heben und Senken des Lamellenbehangs zusammenwirkt.
[0003] Die
EP 0 609 541 A1 offenbart eine Lamellenstore mit einer Wippe und zwei damit verbundenen Strangpaaren,
die in einem Abstand zueinander, gemessen in Längsrichtung der Lamellen, angeordnet
sind. Die Stränge der Strangpaare sind jeweils an Befestigungspunkten an den Längskanten
der Lamellen befestigt. Der Lamellenbehang ist mittels der Aufzugsbänder heb- und
senkbar. Um den Lichteinfall in einem abgedunkelten Raum optimal zu gestalten, ist
es vorgesehen, dass zwischen sämtlichen Lamellen der Abstand der äusseren Lamellenkanten
grösser ist als der Abstand der entsprechenden inneren Lamellenkanten. Dies wird erreicht,
indem der Abstand, gemessen in vertikaler Richtung zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Befestigungspunkten der äusseren Stränge, grösser gewählt wird als der entsprechende
Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Befestigungspunkten an den inneren Strängen.
[0004] Mit der Lamellenstore gemäss der
EP 0 609 541 A1 kann die Regelung des Lichteinfall des Tages- oder Aussenlichts in vertikaler Richtung
zwar optimiert werden, in horizontaler Richtung ist jedoch keine Optimierung möglich.
[0005] Die erwähnte Lamellenstore kann auch in bekannter Art und Weise als Sicherheitslamellenstore,
die zwangsgeführt ist, so dass sie nicht von ausserhalb eines Gebäudes oder Fensters
geöffnet werden kann, ausgebildet sein.
[0006] Bei herkömmlichen, zwangsgeführten Sicherheitslamellenstoren ist es nicht bekannt,
dass der Lichteinfall in verschiedene Teile eines Raums individuell gestaltet werden
kann. Die Lamellen solcher Sicherheitslamellenstoren sind lediglich parallel zueinander
kippbar.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lamellenstore zur Verfügung
zu stellen, bei welcher der Lichteinfall in verschiedenen Bereichen eines Raumes trotz
gesenktem Lamellenbehang regelbar oder einstellbar ist. Diese Aufgabe wird mit einer
Lamellenstore gemäss Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0008] Die erfindungsgemässe Lamellenstore weist einen Lamellenbehang, der mehrere übereinander
angeordnete Lamellen aufweist. Jede Lamelle weist zwei Enden, ein erstes und ein zweites
Ende auf, wobei diese beiden Enden in Längsrichtung einander gegenüberliegend angeordnet
sind. An das erste Ende schliesst ein erster Endbereich der Lamelle und an das zweite
Ende ein zweiter Endbereich der Lamelle an. Die Lamellenstore weist weiter einen mit
dem ersten Endbereich der Lamellen zusammenwirkenden ersten Aufzugsmechanismus und
ersten Wippmechanismus auf. Weiter weist die Lamellenstore einen im zweiten Endbereich
der Lamellen, der von dem ersten Endbereich in Längsrichtung der Lamellen beabstandet
ist, zusammenwirkenden zweiten Antriebsmechanismus und zweiter Wippmechanismus auf,
wobei zur Längsrichtung parallele und vorzugsweise durch die Mitte der Lamellen verlaufende
Kippachsen beim Heben und Senken des Lamellenbehangs einer Bewegungsbahn folgen. Die
Lamellenstore weist weiter wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf, der zum
Heben und Senken des Lamellenbehangs die Aufzugsmechanismen und zum Kippen der Lamellen
die Wippmechanismen synchron antreibt. Die Lamellen sind um ihre zugeordneten Kippachsen
verwindbar ausgebildet und der erste und der zweite Wippmechanismus unabhängig voneinander
antreibbar, um die Lamellen zu verwinden.
[0009] Durch die gewählte Ausbildung der Lamellenstore ist es möglich, die Lamellen den
Gegebenheiten besser anzupassen. Der Lichteinfall kann entlang eines horizontalen
Bereichs des Lamellenbehangs eingestellt werden. Wenn die Lamellen verwunden sind,
dann ist der Lamellenbehang in einen lichtdurchlässigen Bereich und in einen lichtundurchlässigen
Bereich unterteilt. Im lichtdurchlässigen Bereich sind, bei maximalem Lichtdurchlass,
die Lamellen, beziehungsweise die Lamellenoberflächen, wenigstens annähernd horizontal
ausgerichtet oder wenigstens annähernd rechtwinklig zur Bewegungsbahn ausgerichtet,
was einer Offenstellung der Lamellen entspricht. Im lichtundurchlässigen Bereich sind
die Lamellen wenigstens annähernd vertikal oder wenigstens annähernd parallel zur
Bewegungsbahn ausgerichtet, was einer Schliessstellung der Lamellen entspricht. Beidseitig
einstellbare und beliebig wählbare Zwischenstellungen, zwischen Schliess- und Offenstellung
der Lamellen, sind möglich. Der Übergang in Längsrichtung gesehen zwischen den beiden
Bereichen ist fliessend, das heisst die Lamellen verwinden sich kontinuierlich ausgehend
von der Offenstellung, bei dem einen Endbereich in eine Schliessstellung bei dem anderen
Endbereich.
[0010] Somit kann eine Person, die sich in einem Raum befindet, beispielsweise den Lichteinfall
des Tages- oder Aussenlichts anpassen, sodass diese Person nicht vom Licht gestört
wird und dennoch kein künstliches durch Strom erzeugtes Licht in dem Raum benötigt
wird. Die Person kann beispielsweise den Teil des Raums, der nicht benutzt wird, je
nach Wunsch, durch Tages- oder Aussenlicht beleuchten lassen oder nicht.
[0011] Durch Kippen der Lamellen werden diese von der Offenstellung in die Schliessstellung
bewegt. Die Bewegung von der Schliessstellung in die Offenstellung ist ebenfalls durch
das Kippen ermöglicht.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform sind der erste Aufzugsmechanismus und der erste
Wippmechanismus durch den Antriebsmotor und der zweite Aufzugsmechanismus und der
zweite Wippmechanismus durch einen weiteren Antriebsmotor angetrieben. Dabei sind
die beiden Antriebsmotoren über eine Steuerung so ansteuerbar, dass bei synchronisierter
Ansteuerung der Antriebsmotoren die Lamellen gehoben, gesenkt sowie gekippt und bei
individueller Ansteuerung verwunden werden können.
[0013] Durch die gewählte Ausbildung des Antriebs mittels zwei Antriebsmotoren und durch
die Verwendung einer Steuerung wird die Bedienung der Lamellenstore erheblich vereinfacht.
Die Steuerung kann entsprechend programmiert werden, damit die Lamellenstore einfach
bedienbar ist.
[0014] Es sind beispielsweise nur drei Bedienelemente nötig um alle möglichen Funktionen
der Lamellenstore zu benützen. Ein erstes Bedienelement für die Funktion "Lamellen
senken", ein zweites Bedienelement für die Funktion "Lamellen heben" und ein drittes
Bedienelement für die Funktion "Lamellen verwinden". Die Funktion "Lamellen kippen"
wird über das Betätigen des ersten beziehungsweise des zweiten Bedienelements erreicht,
wie dies bei bekannten Lamellenstoren der Fall ist.
[0015] Es ist denkbar, andere Hebe- Senk- und Wippmechanismen, beispielsweise bekannte Wippen-Strangpaar-Kombinationen,
derart miteinander zu kombinieren, dass die erwähnte Funktion des Verwindens der Lamellen
erreicht werden kann.
[0016] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Lamellen aus einem widerstandsfähigen,
flexiblen, insbesondere elastischen Material hergestellt.
[0017] Dadurch wird die Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit der Lamellenstore verbessert.
[0018] Zusätzlich müssen durch eine entsprechende Wahl des Materials der Lamellen die Antriebe
beziehungsweise Stellglieder zum Steuern der Wippmechanismen, nicht so stark ausgebildet
sein.
[0019] Die Lamellen sollten bei mehrfachem Verwinden resistent gegen Ermüdung sein. Um dies
zu Erreichen kommen verschiedene Materialien wie Kunststoff, Blech, Aluminium oder
Verbundwerkstoffe in Frage.
[0020] Die Lamellen weisen vorzugsweise ein flächiges ohne Rippen ausgebildetes Profil auf,
das im Querschnitt beispielsweise eine Bogenform aufweist oder leicht gewölbt ist.
Weiter weisen die Lamellen vorzugsweise keine Randbördelung auf.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Lamellen beidseitig an den
Enden geführt beziehungsweise gehalten.
[0022] Die seitliche Führung ist vorzugsweise direkt oder indirekt mittels Führungsschienen
ausgebildet.
[0023] Durch die Verwendung einer seitlichen Führung wird verhindert, dass die Lamellen
und somit der Lamellenbehang beim Verwinden oder Kippen in horizontaler Richtung ausweichen.
[0024] Weiter weist dies den Vorteil auf, dass die Lamellenstore an einer Gebäudeaussenseite
angeordnet und so der Witterung, insbesondere dem Wind, ausgesetzt werden kann. Solche
Lamellenstoren müssen auch Sturm und schwankenden Temperaturen standhalten.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Lamellen beim Heben und Senken
in einem äquidistanten Abstand zueinander angeordnet. Weiter können die Lamellen bevorzugt
nur bei vollständig gesenktem Lamellenbehang gekippt und verwunden werden.
[0026] Aus dem Gebiet der Sicherheitslamellenstoren ist es bekannt, Lamellenstoren so auszubilden,
dass diese äquidistant zueinander angeordnet sind. Allerdings sind die Aufzugs- und
Wippmechanismen bei diesen bekannten Sicherheitslamellenstoren, beziehungsweise Lamellenstoren,
immer synchron angetrieben.
[0027] Der äquidistante Abstand bringt den Vorteil, dass beim Verwinden der Lamellen diese
einander nicht berühren können, womit keine Beschädigung der Lamellen möglich ist
und auch keine Reibung auftritt.
[0028] Dass die Lamellen nur bei vollständig gesenktem Lamellenbehang gekippt oder verwunden
werden können, dient der Stabilität. Zusätzlich wird die Konstruktion der Aufzugsmechanismen
und der Wippmechanismen dadurch vereinfacht.
[0029] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist an den Enden der Lamellen je
ein Wipphebel angeordnet, wobei die freien Enden aller Wipphebel, die dem ersten Endbereich
zugeordnet sind in einer parallel zur Bewegungsbahn verlaufenden ersten Wippschiene
geführt sind und die freien Enden aller Wipphebel, die dem zweiten Endbereich zugeordnet
sind in einer parallel zur Bewegungsbahn verlaufenden zweiten Wippschiene geführt
sind. Die Wippschienen sind, vorzugsweise zu sich parallel, von der Bewegungsbahn
weg und auf die Bewegungsbahn zu bewegbar, um die Lamellen bei synchronem Bewegen
der Wippschienen der Wippmechanismen zu kippen und bei Bewegen, nur einer der Wippschienen
zu verwinden.
[0030] Der erste Wippmechanismus weist pro Lamelle je einen Wipphebel auf, der mit dem zugeordneten
ersten Ende der Lamelle verbunden ist und je eine erste Wippschiene auf. Der zweite
Wippmechanismus weist ebenfalls pro Lamelle je einen Wipphebel auf, der mit dem zugeordneten
zweiten Ende der Lamelle verbunden ist und je eine zweite Wippschiene auf Durch die
Verwendung einer Wippschiene und von darin mit ihren freien Enden geführten Wipphebeln
ist die Konstruktion des Wippmechanismus' verhältnismässig einfach und somit langlebig
ausgebildet. Der Wippmechanismus kann durch die gewählte Ausbildung bei Bedarf auch
durch einen oder mehrere separate Stellglieder, unabhängig von den beiden bereits
erläuterten Antriebsmotoren, betätigt werden. Bei der Verwendung von Stellgliedern
ist es möglich, nur noch einen Antriebsmotor zu verwenden, welcher die beiden Aufzugsmechanismen
antreibt.
[0031] Die Wippschiene und die Wipphebel erlauben zudem die Übertragung einer relativ grossen
Kraft auf die Lamellen. Selbst wenn die Lamellen aus verhältnismässig steifem Material
ausgebildet sind, ist eine Verwindung durch die gewählte Ausbildung der Wippmechanismen
möglich.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen der erste und zweite Aufzugsmechanismus
je eine Endloskette und je eine Scherenkette auf. Die Endloskette läuft über ein unteres
und ein oberes Kettenrad, wobei eines dieser Kettenräder mit dem zugeordneten Antriebsmotor
verbunden ist. Die Endloskette ist mit einem Wagen verbunden und der Wagen ist mittels
der Endloskette entlang der Bewegungsbahn auf- und abwärts bewegbar, wobei ein Ende
einer Scherenkette am Wagen gelagert ist und ein anderes Ende der Scherenkette in
der Nähe des einen Kettenrades ortsfest gelagert ist. Die Lamellen sind an Gelenkpunkten
der Scherenkette gelagert, sodass die Kippachsen durch die Gelenkpunkte verlaufen.
In diesem Fall wird die Bewegungsbahn durch die Gelenkpunkte definiert.
[0033] Die beschriebene Ausbildung der Aufzugsmechanismen ist eine Zwangsführung der Lamellen
beziehungsweise des Lamellenbehangs. Die Lamellen sind stabil geführt und können so
ein Fenster oder einen Eingangsbereich vor Vandalismus und Einbruch schützen. Durch
die Verwendung eines entlang der Bewegungsbahn verschiebbaren Wagens erfolgt das Heben
und Senken der Lamellen reibungsarm.
[0034] Infolge der Anordnung der Lamellen auf den Gelenkpunkten der Schenkel der Scherenkette
bewegen sich die Lamellen beim Heben und Senken zentriert und äquidistant entlang
der Bewegungsbahn. Weiter hat die Scherenkette den Vorteil, dass sich die Lamellen,
bei stillstehender und gebremster Umlaufkette, nicht in horizontaler Richtung und
auch nicht in vertikaler Richtung bewegen können. Werden die Wippmechanismen aktiviert,
so können die Lamellen gekippt (synchroner Antrieb der Wippmechanismen) oder verwunden
werden (einseitiger Antrieb eines der Wippmechanismen).
[0035] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verschiebt der Wagen, vorzugsweise
mittels eines Umstellhebels, in einem unteren Endbereich der Bewegungsbahn, die Wippschiene
entlang einer Kulisse, parallel zu sich selbst, um die Lamellen von einer Offenstellung
in eine Schliessstellung zu kippen.
[0036] Dadurch muss kein separater Antrieb für die Wippmechanismen verwendet werden. Der
Antriebsmotor ist sozusagen mittels des Aufzugsmechanismus' über den Wagen mit dem
Wippmechanismus gekoppelt. Die Kulisse stellt sicher, dass sich die Wippschiene fliessend
und geführt verschiebt.
[0037] Beim Heben der Lamellenstore werden die Lamellen zuerst wieder in die Offenstellung
gekippt und anschliessend gehoben. Die Wippmechanismen und die Aufzugsmechanismen
sind entsprechend, beispielsweise mit Rückstellfedern, ausgebildet.
[0038] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein Mitnehmer an der Endloskette
befestigt, und dieser Mitnehmer ist in einer Ausnehmung des entlang der Bewegungsbahn
auf- und abwärts bewegbaren Wagens geführt, wobei die Ausnehmung im Wagen so ausgebildet
ist, dass der Wagen, beziehungsweise der Mitnehmer, bei vollständig ausgefahrenem
Lamellenbehang blockiert ist.
[0039] Dadurch wird sichergestellt, dass der Lamellenbehang nicht manuell von der Aussenseite
gehoben werden kann. Dies entspricht einer Einbruchsicherung.
[0040] In der untersten, vollständig ausgefahrenen Stellung des Lamellenbehangs befindet
sich der Mitnehmer an der untersten Stelle der Endloskette an der Peripherie des unteren
Kettenrads.
[0041] Die Ausnehmung im Wagen kann derart ausgebildet sein, beispielsweise bogenförmig,
dass der Mitnehmer entlang eines ersten Trums der Endloskette in Richtung des unteren
Kettenrades laufen kann und dabei den Wagen in Richtung des unteren Kettenrades mitbewegt,
wobei anschliessend der Mitnehmer um das untere Kettenrad herum laufen kann und sich
anschliessend entlang eines zweiten Trums der Endloskette wieder in Richtung vom unteren
Kettenrad weg bewegen kann und dabei den Wagen wieder mitbewegt, ebenfalls in Richtung
vom unteren Kettenrad weg. Dadurch muss die Umlaufrichtung der Endloskette nicht umgekehrt
werden, um die Lamellenstore zu senken und anschliessend wieder zu heben. Die Antriebsrichtung
der Endloskette ist reversierbar ausgebildet.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden alle Lamellen bei synchronem
Senken des ersten und zweiten Aufzugsmechanismus, in dem unteren Endbereich alle Lamellen
des Lamellenbehangs von der Offenstellung in eine Schliessstellung gekippt. Bei anschliessendem
einseitigem Heben im Endbereich eines der Aufzugsmechanismen, werden die Lamellen
verwunden.
[0043] Dies hat den Vorteil, dass die beiden Aufzugsmechanismen beziehungsweise die Antriebsmotoren
den Wippmechanismus steuern. Es werden keine zusätzlichen Antriebe für die Wippmechanismen
benötigt.
[0044] Weiter ist der Aufbau und Konstruktion der Lamellenstore dadurch vereinfacht, womit
die Lebensdauer und Wartungsfreundlichkeit erhöht wird.
[0045] Die Bewegungsbahn ist beispielsweise definiert durch Führungsstifte die in den Führungsschienen,
die beispielsweise im Querschnitt C-förmig ausgebildet sind, geführt sind. Andererseits
ist es möglich, die Bewegungsbahn durch die Scherenkette zu definieren und zwar, wie
bereits erwähnt durch deren Gelenkpunkte.
[0046] Anhand der beiliegenden schematischen Zeichnungen wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
erläutert.
[0047] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer Lamellenstore mit gesenktem Lamellenbehang, wobei sich Lamellen
in einer Schliesstellung befinden;
- Fig. 2
- eine Ansicht der Lamellenstore aus Figur 1 mit gesenktem Lamellenbehang, wobei sich
die Lamellen in einer Offenstellung befinden;
- Fig. 3
- eine Ansicht der Lamellenstore aus Figur 1 mit gesenktem Lamellenbehang, wobei die
Lamellen in eine Richtung verwunden sind;
- Fig. 4
- eine Ansicht der Lamellenstore aus Figur 1 mit gesenktem Lamellenbehang, wobei die
Lamellen in eine andere Richtung verwunden sind;
- Fig. 5
- eine Ansicht eines Aufzugs-und eines Wippmechnismus;
- Fig. 6
- eine Ansicht einer Scherenkette des Aufzugsmechanismus' mit einem Wagen und Klammern,
auf denen Lamellen aufgesteckt werden können;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf die Klammer, an der eine Lamelle befestigt werden kann, auf die
Scherenkette sowie auf einen mit der Klammer verbunden Wipphebel des Wippmechanismus;
und
- Fig. 8
- eine Ansicht eines unteren Endes der Scherenkette mit Gelenkpunkten.
[0048] Die Figur 1 zeigt eine Lamellenstore 10 mit einem mehrere Lamellen 12 aufweisenden
Lamellenbehang 14. Der Lamellenbehang 14 befindet sich in Figur 1 in einem abgesenkten,
vollständig ausgefahrenen Zustand. Die Lamellen 12 befinden sich in einer Schliessstellung,
sodass kein Licht durch den Lamellenbehang 14 hindurch treten kann. In der Schliessstellung
sind die Lamellen 12 beziehungsweise Lamellenoberflächen 17 parallel zu einer Bewegungsbahn
B oder, falls die Lamellenstore 10 vertikal angeordnet ist, wenigstens annähernd vertikal
ausgerichtet.
[0049] Die Lamellen 12 sind in dem ersten und dem zweiten Endbereich 18, 20 mittels Klammern
22, die jeweils in einer seitlich des Lamellenbehangs 14 angeordneten ersten beziehungsweise
zweiten Führungsschiene 24, 26 geführt sind, gehalten. Die Klammern 22 sind jeweils
an dem zugeordneten ersten beziehungsweise zweiten Aufzugsmechanismus 28, 30 angeordnet
beziehungsweise befestigt. Die Führungsschienen 24, 26 sind vorzugsweise aus Metall,
besonders bevorzugt aus Aluminium ausgebildet. Es ist aber auch denkbar, die Führungsschienen
24, 26 aus einem anderen geeigneten stabilen Material herzustellen.
[0050] An einem oberen Ende 32 der Lamellenstore 10 ist eine Oberschiene 34 angeordnet.
Die Oberschiene 34 ist mit der ersten und zweiten Führungsschiene 24, 26 fest verbunden.
An der Oberschiene 34 ist eine Blende 36 unterseitig, d.h. auf der Seite des Lamellenbehangs
14, befestigt. Die Blende 36 kann beliebig ausgebildet sein; vorzugsweise weist die
Blende 36 einen U-förmigen Querschnitt auf, damit ein elektrischer Antriebsmotor 38
darin befestigt werden kann. Der Antriebsmotor 38 ist dem ersten Aufzugsmechanismus
28 zugeordnet, mit diesem über eine erste Motorwelle 40 verbunden und in der Nähe
der ersten Führungsschiene 24 angeordnet. Ein weiterer, elektrischer Antriebsmotor
42 ist dem zweiten Aufzugsmechanismus 30 zugeordnet, mit diesem über eine zweite Motorwelle
44 verbunden und in der Nähe der zweiten Führungsschiene 26 angeordnet. Die Antriebsmotoren
38, 42 sind über eine Steuerung 46 miteinander verbunden und treiben die verbundenen
Motorwellen 40, 44, und somit die zugeordneten Aufzugsmechanismen 28, 30, an.
[0051] Mittels der Aufzugsmechanismen 28, 30 und der Antriebsmotoren 38, 42 ist es möglich,
die Lamellen 12 entlang der Bewegungsbahn B der Kippachsen K der Lamellen 12 zu heben
und zu senken.
[0052] Ein erster Wippmechanismus 48 ist in der ersten Führungsschiene 24 angeordnet und
mit dem ersten Aufzugsmechanismus 28 wirkverbunden. Weiter ist ein zweiter Wippmechanismus
50 in der zweiten Führungsschiene 26 angeordnet und mit dem zweiten Aufzugsmechanismus
30 wirkverbunden. Die Wippmechanismen 48, 50 ermöglichen das Kippen der Lamellen 12
bei wenigstens annähernd vollständig gesenktem Lamellenbehang 14. Es ist allerdings
auch denkbar, die Wippmechanismen 48, 50 so auszubilden, dass die Lamellen 12 auch
bei nicht vollständig gesenktem Lamellenbehang 14 gekippt werden können.
[0053] Die Figur 2 zeigt den Lamellenbehang 14 aus Figur 1 in einer Offenstellung, wobei
die Lamellen 12, beziehungsweise die Lamellenoberflächen 17, wenigstens annähernd
rechtwinklig zur Bewegungsbahn B ausgerichtet oder, bei einer Lamellenstore 10, die
vertikal angeordnet ist, wenigstens annähernd horizontal ausgerichtet sind. Dabei
kann Licht durch die offenen Flächen 54, die zwischen den sich in der Offenstellung
befindenden Lamellen 12 angeordnet sind, hindurch treten. Um die Lamellen 12 von der
Schliessstellung in die Offenstellung zu bewegen, werden der erste und zweite Wippmechanismus
48, 50 betätigt. Dabei kommt die Steuerung 46 (siehe Figur 1) zum Einsatz.
[0054] Die Steuerung 46 ist so programmiert, dass sie zum Heben und Senken des Lamellenbehangs
14, beziehungsweise der Lamellen 12, den Antriebsmotor 38 und den weiteren Antriebsmotor
42 synchron antreibt. Zum Kippen der Lamellen 12 aktiviert die Steuerung 46 ebenfalls
synchron die Antriebsmotoren 38, 42, die mit den beiden Wippmechanismen 48, 50 gekoppelt
sind. Weiter ist die Steuerung 46 so ausgelegt, dass der Antriebsmotor 38, und somit
der erste Wippmechanismus 48, unabhängig vom weiteren Antriebsmotor 42, und somit
dem zweiten Wippmechanismus 50, oder der weitere Antriebsmotor 42 unabhängig vom Antriebsmotor
38 angetrieben werden kann. Aufgrund dieser Funktion können die Lamellen 12 beidseitig
verwunden werden, wie dies in den Figuren 3 und 4 gezeigt ist. Dabei wird eine Torsionskraft
auf die Lamellen 12 aufgebracht.
[0055] In Figur 3 ist gezeigt, wie der erste Wippmechanismus 48, ausgehend von der Schliessstellung
der Lamellen 12, aktiviert wurde, um die Lamellen 12 in dem ersten Endbereich 18 in
eine Offenstellung zu bewegen. Der zweite Wippmechanismus 50 wurde nicht betätigt
und befindet sich immer noch in der Schliessstellung. Somit sind die offenen Flächen
54', durch die das Licht hindurch treten kann, auf der Seite des Lamellenbehangs 14
angeordnet, die näher an dem ersten Endbereich 18 liegt. Ungefähr 40% der Fläche des
Lamellenbehangs 14 lassen in dieser Position der Lamellen 12 Licht, insbesondere Tages-
oder Aussenlicht hindurch treten.
[0056] Dadurch ist es möglich, einen Raum einseitig zu beschatten und andersseitig mit Tages-
oder Aussenlicht zu beleuchten. Dies ermöglicht es, die Verwendung von künstlichem
Licht zu vermeiden und die Beleuchtung im Rauminnern durch das Tages- oder Aussenlicht
den Bedürfnissen besser anzupassen.
[0057] In Figur 4 ist gezeigt, wie nur der zweite Wippmechanismus 50, ausgehend von der
Schliessstellung der Lamellen 12, aktiviert wurde, um die Lamellen 12 in dem zweiten
Endbereich 20 in eine Offenstellung zu bewegen. In dieser Position der Lamellen 12
sind die offenen Flächen 54" , durch die das Licht oder Tageslicht hindurch treten
kann, auf der Seite des Lamellenbehangs 14 angeordnet, die näher bei dem zweiten Endbereich
20 liegt. Wiederum lassen ungefähr 40% der Fläche des Lamellenbehangs 14 in dieser
Position der Lamellen 12 Licht oder Tageslicht hindurch treten.
[0058] Figur 5 zeigt eine Draufsicht auf eine mögliche Ausführungsform der ersten (oder
zweiten) Führungsschiene 24 (bzw. 26). Dieser Antrieb ist allgemein bekannt und wird
schon seit geraumer Zeit genutzt, vor allem im Anwendungsgebiet der einbruchhemmenden
Sicherheitslamellenstoren.
[0059] In der Führungsschiene 24 sind der erste Aufzugsmechanismus 28 und der erste Wippmechanismus
48 angeordnet. Die zweite Führungsschiene 26 ist identisch, jedoch entsprechend gespiegelt,
ausgebildet. Der Einfachheit halber wird im Folgenden die Funktionsweise anhand des
ersten Aufzugs- 28 und Wippmechanismus' 48 erläutert.
[0060] Der erste Aufzugsmechanismus 28 weist eine Endloskette 56 auf. Die Endloskette 56
verläuft über ein unteres Kettenrad 58 und über ein oberes Kettenrad 60. Das obere
Kettenrad 60 ist mit der ersten Motorwelle 40 verbunden und somit durch den Antriebsmotor
38 (beide in Figur 5 nicht gezeigt) angetrieben. An der Endloskette 56 ist ein Mitnehmer
62 an einem Kettenglied 64 befestigt. Der Mitnehmer 62 ist in einer Ausnehmung 66
eines Wagens 68, die U-förmig ausgebildet ist und den Mitnehmer 62 wenigstens annähernd
formschlüssig in der U-förmigen Ausnehmung führt. Der Wagen 68 weist eine ungefähr
rechteckige Scheibe 70 auf, wobei die Ausnehmung 66 in dieser Scheibe 70 ausgebildet
ist. An der Scheibe 70 sind vier Rollen 72 angeordnet, die den Wagen 68 in der Führungsschiene
24 führen. Die Scheibe 70 ist vorzugsweise aus Metall hergestellt. Der Wagen 68 ist
entlang der Bewegungsbahn B heb- und senkbar. Durch die U-förmige Ausnehmung 66 wird,
bei vollständig ausgefahrenem Lamellenbehang 14, verhindert, dass der Mitnehmer 62
und somit die Endloskette 56 durch eine äussere Kraft bewegt werden kann. Der Lamellenbehang
14 ist in dieser Stellung blockiert.
[0061] Am Wagen 68 ist ein unteres Ende 74 einer Scherenkette 76 befestigt. Die Scherenkette
76 weist mehrere Schenkel 78 auf, die mit ihren Enden 80 an Peripheriegelenken 82
gelenkig mit dem nächsten Schenkel 78' verbunden sind. Weiter sind die Schenkel 78,
jeweils in Längsrichtung des Schenkels 78 wenigstens annähernd in der Mitte, mit einem
zugeordneten, diagonal versetzten Schenkel 78" in einem Gelenkpunkt 84 verbunden.
Die Kippachsen K der Lamellen 12 (in Figur 5 nicht gezeigt) verlaufen ebenfalls durch
diese Gelenkpunkte 84. Ein oberes Ende der Scherenkette 76 ist an einer feststehenden,
unbeweglichen Scheibe 88 ortsfest gelagert. Die unbewegliche Scheibe 88 ist vorzugsweise
aus Metall ausgebildet. Um die nötige Bewegung der Scherenkette 76 zuzulassen, weisen
die obersten, der unbeweglichen Scheibe 88 zugewandte Schenkel 90 Langlöcher 92 auf.
[0062] Die Figur 6 zeigt die Scherenkette 76 mit den in den Gelenkpunkten 84 gelagerten
Klammern 22, den an den obersten Schenkeln 90 ausgebildeten Langlöchern 92 sowie dem
mit der Scherenkette 76 an deren unteren Ende 74 verbunden Wagen 68.
[0063] Die Klammern 22, an denen die Lamellen 12 (in Figur 5 nicht gezeigt) befestigt werden
können, weisen Wipphebel 94, die in Figur 7 gezeigt sind, auf. Die Wipphebel 94 sind
drehfest mit den Klammern 22, und somit drehfest mit auf den Klammern 22 angeordneten
Lamellen 12, verbunden. Die Wipphebel 94 weisen einen Hebelarm 96 auf. Am freien Ende
98 des Hebelarms 96 ist eine Führungsscheibe 100 angeordnet.
[0064] Die Führungsscheiben 100 aller Wipphebel 94, die dem ersten Endbereich 18 zugeordnet
sind greifen in eine erste Wippschiene 102, die in Figur 5 gezeigt ist, ein. Die Führungsscheiben
100 aller Wipphebel 94 die dem zweiten Endbereich 20 zugeordnet sind greifen in eine
zweite Wippschiene 102', die in Figur 1 angedeutet ist, ein. Die Längsachse des Hebelarms
96 verläuft dabei, in der Schliessstellung und der Offenstellung der Lamellen 12,
schief zur Längsachse L der Wippschiene 102. Wenn der Wagen 68 in einen unteren Endbereich
104 der Bewegungsbahn B bewegt wird, dann stellt dieser einen Umstellhebel 106 um,
wobei die Wippschiene 102 entlang mehrerer Kulissen 108 parallel zur Bewegungsbahn
B verschoben wird. Dadurch werden die Klammern 22 mittels des in der Wippschiene 102
geführten Wipphebels 94 um einen Winkel von ungefähr 90° gedreht, wodurch an den Klammern
22 befestigte Lamellen 12 von der Offenstellung in die Schliessstellung bewegt werden.
Durch die Anordnung mehrerer Kulissen 108 über die ganze Länge beziehungsweise Höhe
der Bewegungsbahn B wird sichergestellt, dass sich die Wippschiene 102 parallel zur
Bewegungsbahn B verschiebt.
[0065] Die Lamellen 12 können nur in die Schliessstellung bewegt werden, wenn sich der Wagen
68 in einem unteren Endbereich 104 der Bewegungsbahn B befindet.
[0066] Weiter sind infolge der beschriebenen Konstruktion des ersten Aufzugsmechanismus
28 beziehungsweise des ersten Wippmechanismus 48 die Lamellen 12 immer in einem äquidistanten
Abstand zueinander angeordnet.
[0067] Weil die erste Führungsschiene 24 mit dem ersten Aufzugsmechanismus 28 sowie dem
ersten Wippmechanismus 48 und die zweite Führungsschiene 26 mit dem zweiten Aufzugsmechanismus
30 sowie dem zweiten Wippmechanismus 50 entsprechend der obigen Beschreibung aufgebaut
sind, dürfte nun offensichtlich, dass bei einseitigem Antreiben der Wippmechanismen
48, 50 die Lamellen 12 verwunden werden können, wenn sich beide Wagen 68 der Aufzugsmechanismen
28, 30 beziehungsweise der Wippmechanismen 48, 50 in einem unteren Endbereich 104
befinden.
[0068] Alternativ ist es natürlich möglich, die Führungsschienen 24, 26 um einen Winkel
von 180° zu drehen und so, beispielsweise in einer Fassade eines Gebäudes, einzubauen.
Das angetriebene, obere Kettenrad 58 würde sich dann unten befinden.
[0069] Die Figur 8 zeigt das untere Ende 74 der Scherenkette 76 und einen der Gelenkpunkte
84. Der Wipphebel 94 (in Figur 8 nicht gezeigt) verläuft durch den Gelenkpunkt 84,
ist jedoch so im Gelenkpunkt 84 gelagert, dass er bezüglich des Gelenkpunktes 84 drehbar
ist.
[0070] Es ist auch denkbar, den ersten beziehungsweise zweiten Wippmechanismus 48, 50 so
auszubilden, dass die Wippmechanismen 48, 50 durch eine Mitnahmekupplung, die beispielsweise
mit der ersten oder zweiten Motorwelle 40, 44 verbunden ist, betätigbar sind.
[0071] Alternativ ist es auch möglich, als Wippmechanismen 48, 50 Strangpaare mit je einer
Wippe zu verwenden wie bei herkömmlichen Lamellenstoren 10, die eher auf Gebäudeinnenseiten
zur Anwendung kommen. Es müssten dann nur die entsprechend ausgebildeten Wippmechanismen
48, 50 separat antreibbar sein.
[0072] Um den Lichteinfall weiter zu optimieren, wäre es theoretisch denkbar, die Funktion
der Lamellenstore gemäss der
EP 0 609 541 A1 mit derjenigen der vorliegenden Erfindung zu überlagern. In Bezug auf diese Funktion
wird hiermit die Offenbarung der
EP 0 609 541 A1 durch Verweis miteinbezogen. Hierzu müsste in erster Linie der Winkel zwischen der
Längsrichtung des Hebelarms 96 und der Parallelen zur Lamellenoberfläche 17 jeder
einzelnen Kombination von Wipphebel 94, Klammer 22 und Lamelle 12 entsprechend angepasst
werden.
1. Lamellenstore mit einem Lamellenbehang (14), der mehrere übereinander angeordnete
Lamellen (12) aufweist, einem mit einem ersten Endbereich (18) der Lamellen (12) zusammenwirkenden
ersten Aufzugsmechanismus (28) und ersten Wippmechanismus (48) sowie einem mit einem
zweiten Endbereich (20) der Lamellen (12), der von dem ersten Endbereich (18) in Längsrichtung
der Lamellen (12) beabstandet ist, zusammenwirkenden zweiten Aufzugssmechanismus (30)
und zweiten Wippmechanismus (48), wobei in Längsrichtung der Lamellen (12) verlaufende
Kippachsen (K) der Lamellen (12) beim Heben und Senken des Lamellenbehangs (14) einer
Bewegungsbahn (B) folgen, wenigstens einem elektrischen Antriebsmotor (38), der zum
Heben und Senken des Lamellenbehangs (14) die Aufzugsmechanismen (28, 30) und zum
Kippen der Lamellen die Wippmechanismen (48, 50) synchron antreibt, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (12) um ihre zugeordneten Kippachsen (K) verwindbar ausgebildet sind
und dass der erste und der zweite Wippmechanismus (48, 50) unabhängig voneinander
antreibbar sind, um die Lamellen (12) zu verwinden.
2. Lamellenstore nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Aufzugsmechanismus (28) und der erste Wippmechanismus (48) durch den Antriebsmotor
(38) angetrieben sind und dass der zweite Aufzugsmechanismus (30) und der zweite Wippmechanismus
(50) durch einen weiteren Antriebsmotor (42) angetrieben sind, wobei die beiden Antriebsmotoren
(38, 42) über eine Steuerung (46), so ansteuerbar sind, dass bei synchronisierter
Ansteuerung der Antriebsmotoren (38, 42) die Lamellen (12) gehoben, gesenkt sowie
gekippt und bei individueller Ansteuerung verwunden werden.
3. Lamellenstore nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (12) aus einem widerstandsfähigen, flexiblen insbesondere elastischen
Material hergestellt sind.
4. Lamellenstore nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (12) beidseitig an den Enden geführt beziehungsweise gehalten sind.
5. Lamellenstore nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (12) beim Heben und Senken in einem äquidistanten Abstand zueinander
angeordnet sind und dass die Lamellen (12) nur bei wenigstens annähernd vollständig
gesenktem Lamellenbehang (14) gekippt und verwunden werden können.
6. Lamellenstore nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Enden der Lamellen (12) je ein Wipphebel (94) angeordnet ist, wobei die freien
Enden (98) aller Wipphebel (94), die dem ersten Endbereich (18) zugeordnet sind, in
einer parallel zur Bewegungsbahn (B) verlaufenden ersten Wippschiene (102) geführt
sind und die freien Enden (98) aller Wipphebel (94), die dem zweiten Endbereich (20)
zugeordnet sind, in einer parallel zur Bewegungsbahn (B) verlaufenden zweiten Wippschiene
(102') geführt sind und die Wippschienen (102, 102') von der Bewegungsbahn (B) weg
und auf die Bewegungsbahn (B) zu bewegbar sind, um die Lamellen (12) bei synchronem
Bewegen der Wippschienen (102, 102') der Wippmechanismen (48, 50) zu kippen und bei
Bewegen nur einer der Wippschienen (102, 102') zu verwinden.
7. Lamellenstore nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Aufzugsmechanismus (28, 30) je eine Endloskette (56) und je
eine Scherenkette (76) aufweisen, die Endloskette (56) über ein unteres und ein oberes
Kettenrad (58, 60) läuft, wobei eines dieser Kettenräder (60, 58) mit dem zugeordneten
Antriebsmotor (38, 42) verbunden ist, dass die Endloskette (56) mit einem Wagen (68)
verbunden ist und der Wagen (68) entlang der Bewegungsbahn auf und abwärts bewegt
werden kann, und dass ein Ende (74) der Scherenkette (76) am Wagen (68) gelagert ist
und ein anderes Ende (86) der Scherenkette (76) in der Nähe des einen Kettenrades
(60) ortsfest gelagert ist, wobei die Lamellen (12) an Gelenkpunkten (84) der Scherenkette
(76) gelagert sind, sodass die Kippachsen (K) durch die Gelenkpunkte (84) verlaufen.
8. Lamellenstore nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass der betreffende Wagen (68), vorzugsweise mittels eines Umstellhebels (106), in einem
unteren Endbereich (104) der Bewegungsbahn (B) die zugeordnete Wippschiene (102),
vorzugsweise entlang einer Kulisse (108) parallel zu sich selbst verschiebt, um die
Lamellen (12) von einer Offenstellung in eine Schliessstellung zu Kippen, beziehungsweise
zu verwinden.
9. Lamellenstore nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mitnehmer (62) an der Endloskette (56) befestigt ist und dieser Mitnehmer (62)
in einer Ausnehmung (66) des, entlang der Bewegungsbahn (B) auf- und abwärts bewegbaren
Wagens (68) geführt ist, wobei die Ausnehmung (66) im Wagen (68) so ausgebildet ist,
dass der Wagen (68), beziehungsweise der Mitnehmer (62), bei vollständig ausgefahrenem
Lamellenbehang (14) blockiert ist.
10. Lamellenstore nach Anspruch 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass, bei synchronem Senken des ersten und zweiten Aufzugsmechanismus (28, 30), in dem
unteren Endbereich (104) der Bewegungsbahn (B) alle Lamellen (12) des Lamellenbehangs
(14) von einer Offenstellung in eine Schliessstellung gekippt werden und bei anschliessendem
einseitigem Heben im Endbereich (104) einer der Aufzugsmechanismen (28, 30) die Lamellen
(12) verwunden werden.