[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Steueranordnung gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Ansteuern von mehreren hydraulischen Verbrauchern.
[0002] Wie in der
DE 103 42 037 A1 ausgeführt, werden insbesondere in der Mobilhydraulik zur Ansteuerung mehrerer Verbraucher
Hydrauliksysteme eingesetzt, bei denen diese Verbraucher über eine Pumpe mit verstellbarem
Fördervolumen mit Druckmittel versorgt werden. Zwischen der Verstellpumpe und jedem
Verbraucher ist eine Zumessblende und eine Druckwaage vorgesehen, wobei letztere der
Zumessblende vor- oder nachgeschaltet sein kann. Man unterscheidet dabei nach dem
Stromreglerprinzip arbeitende LS-Systeme und nach dem Stromteilerprinzip arbeitende
Systeme. Bei letzteren ist die Druckwaage der Zumessblende nachgeschaltet. Diese Stromteilersysteme
bezeichnet man auch als LUDV-Systeme, die eine Untergruppe der LS-Systeme darstellen,
bei denen der höchste Lastdruck der hydraulischen Verbraucher an eine Verstellpumpe
gemeldet und diese so geregelt wird, dass in der Pumpenleitung ein um eine vorbestimmte
Druckdifferenz oberhalb des höchsten Lastdrucks liegender Pumpendruck anliegt. Bei
einer LUDV-Steueranordnung, wie sie beispielsweise in der
DE 10 2005 033 222 A1 beschrieben ist, erfolgt die Einstellung des Druckmittelvolumenstroms zum jeweiligen
Verbraucher über verstellbare Zulaufmessblenden, denen jeweils eine Individualdruckwaage
zugeordnet ist, über die der Druckabfall über der jeweiligen Zulaufmessblende konstant
gehalten werden kann.
[0003] Bei der LUDV-Steuerung sind die Individualdruckwaagen stromabwärts der Zumessblenden
angeordnet und drosseln jeweils zwischen der Zumessblende und der Last den Druckmittelvolumenstrom
so stark an, dass der Druck nach allen Zulaufmessblenden gleich, vorzugsweise gleich
dem höchsten Lastdruck ist oder leicht oberhalb diesem liegt. Vor allen Zumessblenden
steht in gleicher Weise der Pumpendruck an, sodass sich an allen Zumessblenden die
Druckdifferenz in gleicher Weise ändert, wenn bei einer Unterversorgung der Pumpendruck
geringer wird. Dabei bleibt die Druckmittelvolumenstromaufteilung (Stromteilerprinzip)
zwischen den Zulaufmessblenden der angesteuerten Verbraucher erhalten.
[0004] Bei den vorbeschriebenen LS-/LUDV-Architekturen wird die Verstellpumpe in Abhängigkeit
von dem über eine LS-Leitung abgegriffenen höchsten Lastdruck derart angesteuert,
dass sich in der Pumpenleitung ein Druck einstellt, der um eine zur Kraft einer Regelfeder
eines Pumpenregelventils äquivalenten Druckdifferenz oberhalb des höchsten Lastdrucks
liegt.
[0005] In der
DE 103 42 037 A1 wird eine sogenannte EFM-Architektur (Electronic Flow Matching) erläutert, bei der
in Abhängigkeit von beispielsweise über einen Joystick vorgegebenen Sollwerten Stellsignale
an ein Pumpenregelventil der Verstellpumpe abgegeben wird, um den Druckmittelvolumenstrom
einzustellen.
[0006] Ein Problem bei derartigen, in der Mobilhydraulik realisierten Architekturen besteht
darin, dass die zur Steuerung der Druckmittelvolumenströme vorhandenen Ventile zumeist
in einem Steuerblock zusammengefasst sind, der beispielsweise bei einem Bagger im
Bereich des Oberwagens untergebracht ist. Die Druckmittelverbindung zu dem jeweiligen
Verbraucher erfolgt über zumindest eine Vorlauf- und Rücklaufleitung pro Verbraucher.
Diese Leitungen verursachen zusammen mit den entsprechenden Halterungen und Verschraubungen
einen erheblichen Anteil der gesamten Systemkosten.
[0007] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den vorrichtungstechnischen
Aufwand zur Realisierung einer hydraulischen Steueranordnung zu verringern und ein
vereinfachtes Verfahren zum Ansteuern mehrerer Verbraucher zu schaffen.
[0008] Diese Aufgabe wird im Hinblick auf die Steueranordnung durch die Merkmalskombination
des Patentanspruchs 1 und im Hinblick auf das Verfahren durch die Merkmalskombination
des nebengeordneten Patentanspruchs 14 gelöst.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Erfindungsgemäß ist die hydraulische Steueranordnung zur Druckmittelversorgung mehrerer
Verbraucher mit einer Verstellpumpe ausgeführt, über die Druckmittel zu jedem Verbraucher
über eine verstellbare Zulaufmessblende und eine dieser zugeordneten Individualdruckwaage
gefördert werden kann. Die Individualdruckwaagen sind in Öffnungsrichtung vom Druck
stromabwärts der jeweiligen Zulaufmessblende beaufschlagt. Erfindungsgemäß wirkt in
Schließrichtung jeder Individualdruckwaage ein Steuerdruck, der über eine zentrale
Steuereinheit einstellbar ist.
[0011] Erfindungsgemäß wird sich somit von einer herkömmlichen LUDV-Architektur dahingehend
gelöst, dass die jeweiligen Individualdruckwaagen in Schließrichtung nicht mehr mit
dem höchsten Lastdruck der Verbraucher, sondern mit einem über eine Steuereinheit
eingestellten Steuerdruck beaufschlagt werden. Es entfällt daher die Notwendigkeit,
den LS-Druck an den jeweiligen Verbrauchern abzugreifen und über einen gemeinsamen
LS-Kanal im Steuerblock zu den Individualdruckwaagen zu führen. Somit ist eine Aufteilung
des Steuerblockes in einzelne Ventilscheiben möglich, die dann dezentral an den oder
nahe den Verbrauchern angeordnet werden können. Die dezentrale Anordnung bringt den
Vorteil mit sich, dass die Verbraucher über eine gemeinsame Hoch- und Niederdruckleitung
versorgbar sind. Gegenüber einer herkömmlichen LUDV-Architektur mit zentralem Steuerblock,
bei der jeder Verbraucher zumindest über eine eigene Hochdruckleitung zu versorgen
ist, stellt dies eine erhebliche Einsparung hydraulischer Leitungen dar. Mit dem Entfall
der Notwendigkeit den LS-Druck der Verbraucher abzugreifen, kann zudem auf herkömmliche
LS-Leitungen verzichtet werden. Weiterhin entfällt die Notwendigkeit, den höchsten
der LS-Drücke über eine Wechselventilkaskade zu ermitteln.
[0012] Auf diese Weise kann der vorrichtungstechnische Aufwand gegenüber herkömmlichen LUDV-Architekturen
erheblich verringert werden.
[0013] Zwar wäre eine dezentrale LUDV-Architektur prinzipiell auch auf Basis der abgegriffenen
LS-Drücke der Verbraucher möglich, jedoch müßte dann die Wechselventilkaskade auf
die einzelnen Verbraucher verteilt werden, was einen erheblichen vorrichtungstechnischen
Aufwand darstellt. Um diesen Aufwand zu vermeiden, könnte die Bestimmung des höchsten
Lastdruckes alternativ in bekannter Weise mit Hilfe von elektronischen Drucksensoren
vorgenommen werden. Diese müssten jedoch eine hohe Genauigkeit aufweisen und wären
daher sehr teuer.
[0014] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die die Individualdruckwaagen
in Schließrichtung beaufschlagenden Steuerdrücke gleich, so dass der vorrichtungstechnische
und regelungstechnische Aufwand weiter verringert ist. Durch die Funktion der Individualdruckwaagen
ergibt sich, aufgrund gleicher Steuerdrücke, stromabwärts der Zulaufmessblenden jeweils
der gleiche Druck. Dieser ist zumindest gleich dem Steuerdruck oder größer. Da vor
jeder Zulaufmessblende der Pumpendruck anliegt, ist somit der Druckabfall an jeder
der Zulaufmessblenden gleich groß, wodurch die lastdruckunabhängige Durchflussverteilung
(LUDV) gegeben ist.
[0015] Öffnungsquerschnitte bzw. diesen entsprechende Hübe stellen sich an den Individualdruckwaagen
in bekannter Weise in Abhängigkeit des Druckabfalls über die jeweilige Druckwaage
ein. Eine Änderung der Lastdrücke oder eine Änderung des Druckes stromabwärts der
Zulaufmessblenden führt somit zu einer Bewegung der betroffenen Individualdruckwaagen
und damit zu veränderten Öffnungsquerschnitten. Der Hub der Individualdruckwaage ist
somit ein Maß für den ihr zugeordneten Lastdruck. Sind die Individualdruckwaagen mit
dem gleichen Steuerdruck beaufschlagt, so sind über einen Vergleich der Hübe der Individualdruckwaagen
deren Lastdrücke auf besonders einfache und vorteilhafte Weise miteinander vergleichbar.
Die Individualdruckwaage des lastdruckhöchsten Verbrauchers weist dabei den größten
Öffnungsquerschnitt bzw. den entsprechenden Hub auf und ist dadurch über diesen identifizierbar.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel wird der Steuerdruck derart eingestellt,
dass diese Individualdruckwaage auf eine Soll-Öffnungsposition unterhalb ihres maximalen
Öffnungsquerschnittes eingestellt ist und die Individualdruckwaagen der lastniedrigeren
Verbraucher auf einen geringeren Öffnungsquerschnitt eingestellt sind. Auf diese Weise
wird verhindert, dass die dem lastdruckhöchsten Verbraucher zugeordnete Individualdruckwaage
vollständig geöffnet ist und somit eine Regelfunktion nicht mehr möglich ist. Dabei
kann es auch erforderlich sein, die Fördermenge der Pumpe über die Steuereinheit entsprechend
anzupassen.
[0016] Die erfindungsgemäße Steueranordnung lässt sich besonders einfach realisieren, wenn
die Einstellung des Steuerdrucks über Druckreduzierventile erfolgt, über die der von
der Verstellpumpe stromaufwärts der Zulaufmessblenden eingeregelte Druck auf den vorbestimmten
Steuerdruck reduzierbar ist. Im Ergebnis kann über die Steuereinheit und die von ihr
angesteuerten Druckreduzierventile der Druckabfall über die Zulaufmessblenden direkt
vorgegeben werden. Der Druckabfall über die Zulaufmessblenden ist dabei umso größer,
je geringer der Steuerdruck ist, bzw. je stärker der von der Verstellpumpe eingeregelte
Druck von den Druckreduzierventilen gedrosselt wird.
[0017] Dabei wird es besonders bevorzugt, wenn die Druckreduzierventile elektrisch oder
elektrohydraulisch über die Steuereinheit verstellbar sind. So kann beispielsweise
durch eine Erhöhung einer Magnetkraft eines elektromagnetisch betätigten Druckreduzierventils
der Druckabfall über das Druckreduzierventil bzw. über die zugeordnete Zulaufmessblende
erhöht werden.
[0018] Bei einer besonders bevorzugten und vorteilhaften Weiterbildung der hydraulischen
Steueranordnung erfolgt die Einstellung des Steuerdrucks in Abhängigkeit von dem Hub
der dem lastdruckhöchsten Verbraucher zugeordneten Individualdruckwaage. Dabei wird
- wie vorstehend erläutert - der Steuerdruck so eingestellt, dass der Hub oder, mit
anderen Worten gesagt, der Öffnungsquerschnitt der Individualdruckwaage nicht seinen
Maximalwert erreicht, sondern knapp darunter liegt. An dieser Stelle wird der Vorteil
der erfindungsgemäßen Lösung besonders deutlich: Anstatt der herkömmlichen Ermittlung
des höchsten Lastdruckes über vorrichtungstechnisch aufwändige LS-Leitungen und eine
Wechselventilkaskade oder über teure Drucksensoren, wird der notwendige Steuerdruck
über die Steuereinheit in Abhängigkeit des vorrichtungstechnisch einfacher zu bestimmenden
Hubes der Individualdruckwaage mit dem größten Öffnungsquerschnitt eingestellt.
[0019] Die Einstellung des Steuerdrucks erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit vom Hub der
dem lastdruckhöchsten Verbraucher zugeordneten Individualdruckwaage.
[0020] Zum Erfassen des Hubes können die Individualdruckwaagen mit einem Wegaufnehmer ausgeführt
sein, der verglichen mit den besprochenen herkömmlichen Mitteln zur Lastdruckbestimmung
kostengünstig ist.
[0021] In dem Fall, in dem die Steueranordnung mit Prioritätsverbrauchern ausgeführt ist,
können diese aus dem erfindungsgemäßen Ansteuerkonzept (siehe nebengeordneten Patentanspruch
14) herausgenommen werden, indem der Steuerdruck bei den diesen Prioritätsverbrauchern
zugeordneten Individualdruckwaagen derart eingestellt wird, dass die Druckdifferenz
über die zugeordnete Zulaufmessblende auch bei Unterversorgung im Wesentlichen konstant
bleibt, sodass eine hinreichende Druckmittelversorgung des Prioritätsverbrauchers
gewährleistet ist.
[0022] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Steueranordnung als dezentrale
Lösung realisiert, bei der die Individualdruckwaagen, die Druckreduzierventile und
die Zulaufmessblenden dezentral im Bereich des jeweiligen Verbrauchers angeordnet
sind. Auf diese Weise lässt sich der vorrichtungstechnische Aufwand zur Verschlauchung
- wie eingangs erläutert - erheblich verringern.
[0023] Die Verstellpumpe ist vorzugsweise mit einer elektroproportionalen Schwenkwinkel-Regelung
ausgeführt, sodass diese in Abhängigkeit von einem Signal eines Steuergeräts, beispielsweise
eines Joysticks, verstellbar ist und somit die Notwendigkeit entfällt, den höchsten
Lastdruck der Verbraucher abzugreifen und zum Pumpenregler zu führen.
[0024] Die erfindungsgemäße Steueranordnung lässt sich besonders vorteilhaft in der Mobilhydraulik,
beispielsweise bei Arbeitszylindern eines mobilen Arbeitsgerätes, etwa eines Baggers,
realisieren.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient dem Ansteuern von mehreren hydraulischen Verbrauchern,
die jeweils über eine Individualdruckwaage und eine Zulaufmessblende in Druckmittelverbindung
mit einer Verstellpumpe stehen. Die Individualdruckwaagen sind dabei in Öffnungsrichtung
von einem Druck stromabwärts der zugehörigen Zulaufmessblenden und in Schließrichtung
von einem Steuerdruck beaufschlagt. Erfindungsgemäß wird der Steuerdruck dabei über
eine Steuereinheit eingestellt.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren löst sich damit von der herkömmlichen Nutzung eines
LS-Druckes für ein LUDV-Verfahren. Die erfindungsgemäße "Substitution" des aufwändig
zu ermittelnden LS-Druckes durch den geeignet einstellbaren Steuerdruck eröffnet gegenüber
dem Stand der Technik die Möglichkeit, vorrichtungstechnisch erheblich weniger aufwändige
Steueranordnungen zu schaffen. So geht mit der Substitution einher, dass die Notwendigkeit
von LS-Leitungen und einer Kaskade von Wechselventilen zur Ermittlung eines höchsten
der LS-Drücke entfällt. Insbesondere durch den Wegfall der Wechselventilkaskade wird
eine Aufteilung eines herkömmlichen zentralen Steuerblockes in einzelne dezentral
angeordnete Ventilscheiben, die an den oder nahe den Verbrauchern angeordnet werden
können, mit Vorteil ermöglicht. Über die dezentrale Anordnung können die Verbraucher
in Folge über eine gemeinsame Hoch- und Niederdruckleitung versorgt werden. Bei Anwendung
eines herkömmlichen LS-Druck-basierten LUDV-Verfahrens mit einem zentralen Steuerblock
hingegen, muss jeder Verbraucher über eine eigene Hochdruckleitung versorgt werden.
Zwar wären dezentral angeordnete Ventilscheiben auch unter Anwendung eines herkömmlichen
LS-Druck-basierten Verfahrens möglich, jedoch müßte die Wechselventilkaskade dann
räumlich auf die einzelnen Verbraucher verteilt werden, was einen erheblichen verrohrungstechnischen
Aufwand darstellen würde. Um diesen Aufwand zu vermeiden, könnte die Bestimmung des
höchsten Lastdruckes alternativ in bekannter Weise mit Hilfe von elektronischen Drucksensoren
mit hoher Genauigkeit vorgenommen werden. Diese sind jedoch sehr teuer.
[0027] Öffnungsquerschnitte bzw. diesen entsprechende Hübe stellen sich an den Individualdruckwaagen
in bekannter Weise in Abhängigkeit des Druckabfalls über die jeweilige Druckwaage
ein. Eine Änderung der Lastdrucksituation oder eine Änderung des Druckes stromabwärts
der Zulaufmessblenden führt somit zu einer Bewegung der von der Änderung betroffenen
Individualdruckwaage und damit zu deren veränderten Öffnungsquerschnitt. Bevorzugt
sind die Steuerdrücke, mit denen die Individualdruckwaagen beaufschlagt werden, gleich,
so dass die Öffnungsquerschnitte als Maß für die Lastdrücke der Individualdruckwaagen
auf besonders einfache und vorteilhafte Weise miteinander vergleichbar sind. Aufbauend
auf diesem Zusammenhang wird der geeignete Wert des Steuerdrucks über die Steuereinheit
bevorzugt in Abhängigkeit der Öffnungsquerschnitte bzw. Hübe der Individualdruckwaagen
eingestellt. Hierzu weist das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt vor dem Einstellen
des Steuerdrucks einen Schritt "Bestimmen von Öffnungsquerschnitten der Individualdruckwaagen"
auf.
[0028] Die Individualdruckwaage des lastdruckhöchsten Verbrauchers weist dabei den größten
Öffnungsquerschnitt bzw. den entsprechenden Hub auf und ist somit auch über diesen
identifizierbar. Das Einstellen des Steuerdrucks über die Steuereinheit erfolgt dann
besonders bevorzugt in Abhängigkeit derjenigen Individualdruckwaage, die den größten
der Öffnungsquerschnitte bzw. den diesem entsprechenden Hub aufweist. Hierzu weist
das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt einen Schritt "Ermitteln eines größten der
Öffnungsquerschnitte" auf.
[0029] Damit gewährleistet ist, dass sich alle Individualdruckwaagen - insbesondere die
am weitesten geöffnete - immer in einer Regelposition befinden, in der ihre Öffnungsquerschnitte
durch geänderte Lastdruckbedingungen noch vergrößert werden können, wird der größte
der Öffnungsquerschnitte bzw. der diesem entsprechende Hub über die Steuereinheit
einem Sollwert nachgeregelt, der bevorzugt kleiner als ein maximal möglicher Öffnungsquerschnitt
der betroffenen Individualdruckwaage ist. Dabei kann es auch erforderlich sein, die
Fördermenge der Pumpe über die Steuereinheit entsprechend anzupassen. Hierzu weist
das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt einen Schritt "Ermitteln einer Abweichung
des größten der Öffnungsquerschnitte von einem Sollwert" auf. Der Schritt "Einstellen
des Steuerdrucks über die Steuereinheit" erfolgt dann in Abhängigkeit der ermittelten
Abweichung vom Sollwert.
[0030] Vorrichtungstechnisch besonders einfach und vorteilhaft erfolgt der Schritt "Bestimmung
von Öffnungsquerschnitten der Individualdruckwaagen" dabei über eine Bestimmung von
Hüben der Individualdruckwaagen über Wegaufnehmer.
[0031] Der Schritt "Einstellen des Steuerdrucks über die Steuereinheit" erfolgt dabei bevorzugt
über von der Steuereinheit angesteuerte Druckreduzierventile. Diese drosseln einen
von der Pumpe aufgebauten Pumpendruck auf den Steuerdruck ab. Die Ansteuerung erfolgt
bevorzugt für alle Druckreduzierventile gleich und derart, dass der Öffnungsquerschnitt
der am weitesten geöffneten Individualdruckwaage auf den Sollwert eingeregelt wird.
[0032] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Ansteuern von mehreren hydraulischen Verbrauchern
wird jeweils die Individualdruckwaage der Verbraucher - wie ausgeführt - über die
zentrale Steuereinheit verstellt, wobei der Steuerdruck derart eingestellt ist, dass
die dem lastdruckhöchsten Verbraucher zugeordnete Individualdruckwaage auf einen Öffnungsquerschnitt
eingestellt ist, der unterhalb des maximalen Öffnungsquerschnitts liegt. Wie erläutert,
können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Prioritätsverbraucher von dem Regelkonzept
ausgenommen werden, indem der Steuerdruck dieser Prioritätsverbraucher so gewählt
ist, dass stets eine vorbestimmte Druckdifferenz an der zugeordneten Zulaufmessblende
und somit eine hinreichende Druckmittelversorgung gewährleistet ist.
[0033] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine stark schematisierte Ansicht eines mobilen Arbeitsgerätes;
Figur 2 eine hydraulische Steueranordnung des Arbeitsgerätes gemäß Figur 1; und
Figur 3 das Schema eines Regelkreises der Steueranordnung gemäß Figur 2.
[0034] Figur 1 zeigt eine stark schematisierte Prinzipdarstellung eines mobilen Arbeitsgerätes,
im vorliegenden Fall eines Baggers 1, dessen Oberwagen 2 über ein Drehwerk 4 auf einem
Fahrgestell 6 drehbar gelagert ist. Der Oberwagen 2 trägt einen Ausleger 8, an dem
ein Stiel 10 mit einem Löffel 12 angelenkt ist. Der Bagger 1 hat einen hydraulischen
Fahrantrieb, wobei auch die Betätigung des Drehwerks 4 hydraulisch erfolgt. Die Betätigung
des Löffels 12, des Stiels 10 und des Auslegers 8 erfolgt über jeweils einen Hydraulikzylinder
14, 16 bzw. 18. Die Druckmittelversorgung der hydraulischen Verbraucher erfolgt über
eine Verstellpumpe 20 und eine Steuerventilanordnung, die im Folgenden näher erläutert
ist. Die Ansteuerung der Verstellpumpe 20 und einiger der Steuerventile der Steuerventilanordnung
erfolgt über eine zentrale Steuereinheit 22, die in der Darstellung gemäß Figur 1
zur Verdeutlichung herausgezeichnet ist, jedoch in den Oberwagen oder dergleichen
integriert ist. Eine Besonderheit des beschriebenen Ausführungsbeispiels besteht darin,
dass die jedem Verbraucher zugeordneten Steuerventilanordnungen 24, 26, 28 nicht in
einem Steuerblock, sondern nahe der jeweiligen hydraulischen Verbraucher, beispielsweise
der Hydrozylinder 14, 16, 18 angeordnet sind.
[0035] Das Grundkonzept der Steueranordnung des mobilen Arbeitsgeräts gemäß Figur 1 wird
anhand Figur 2 erläutert. Dabei sind beispielhaft einige Verbraucher des mobilen Arbeitsgeräts,
beispielsweise der Hydrozylinder 14 des Löffels 12 und der Hydrozylinder 16 zur Betätigung
des Stiels 10 dargestellt. Der Arbeitszylinder für den Ausleger und die Hydromotoren
des Fahrwerks und des Drehwerks sind der Einfachheit halber nicht gezeigt.
[0036] Wie erläutert, erfolgt die Druckmittelversorgung über die Verstellpumpe 20, deren
Fördervolumen über einen Pumpenregler 30 eingestellt ist. Dieser ermöglicht beispielsweise
über eine elektroproportionale Schwenkwinkel-Regelung eine stufenlose und reproduzierbare
Einstellung des Fördervolumens der Pumpe. Die Funktionsweise eines derartigen Pumpenreglers
ist beispielsweise in der eingangs genannten
DE 10 2007 029 358 A1 erläutert. Die Ansteuerung des Pumpenreglers 30 erfolgt über die zentrale Steuereinheit
22, die zur Steuerung über eine Steuersignalleitung mit dem elektrisch oder elektrohydraulisch
verstellbaren Pumpenregler 30 verbunden ist. Das Steuersignal wird über Vorsteuergeräte
34, 36 vorgegeben, die in an sich bekannter Weise mittels Joysticks 38, 40 vom Fahrzeugführer
verstellt werden, wobei die Verstellung der Joysticks 38, 40 beim dargestellten Ausführungsbeispiel
erfolgt, um den Löffel 12 bzw. den Stiel 10 zu betätigen. Wie in Figur 2 dargestellt,
wird der Fördervolumenstrom Q der Pumpe so eingestellt, dass die über die Joysticks
38, 40 eingestellte Druckmittelanforderung erfüllt ist und somit die Verbraucher mit
der vom Fahrzeugführer vorgesehenen Geschwindigkeit betätigt werden.
[0037] Die Verstellpumpe 20 saugt Druckmittel aus einem Tank T an und fördert dieses über
ihren Druckanschluss P in eine Zulaufleitung 42, die sich hin zu den Verbrauchern
14, 16 verzweigt. In dieser Zulaufleitung 42 liegt der Pumpendruck pp an. In jeder
Arbeitsleitung zum jeweiligen Verbraucher 14, 16 ist eine Steuerventilanordnung 44
bzw. 46 angeordnet, die einen jeweils identischen Aufbau haben. Das Grundprinzip der
Steuerventilanordnung 44 bzw. 46 entspricht dabei einer LUDV-Architektur, bei der
einer durch ein verstellbares Wegeventil oder dergleichen ausgeführten Zulaufmessblende
48, 50 eine Individualdruckwaage 52, 54 zugeordnet ist. Diese sind jeweils in Öffnungsrichtung
von dem Druck p* stromabwärts der jeweiligen Zulaufmessblende 48, 50 und in Schließrichtung
von einem Steuerdruck in einer Steuerleitung 56, 58 beaufschlagt, die an den Ausgang
eines Druckreduzierventils 60, 62 angeschlossen ist, das beim dargestellten Ausführungsbeispiel
mit einer Abflussöffnung zum Tank T hin ausgeführt ist. Prinzipiell kann auch eine
Lösung ohne Abflussöffnung gewählt sein.
[0038] Ein Eingangsanschluss des Druckreduzierventils 60, 62 ist über eine Leitung 69, 70
mit der Zulaufleitung 42 verbunden, sodass der am Eingang der jeweiligen Zulaufmessblende
48, 50 anliegende Druck über das Druckreduzierventil 60, 62 abgegriffen und auf den
über die Steuereinheit 22 vorbestimmten Steuerdruck 56, 58 reduziert wird. Die Einstellung
des Druckreduzierventils 60, 62 erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel elektrisch
über einen Proportionalmagneten 64, 66, der über eine Steuersignalleitung 68 mit der
zentralen Steuereinheit 22 verbunden ist, wobei beim dargestellten Ausführungsbeispiel
beide Proportionalmagnete 64, 66 mit dem gleichen Steuersignal beaufschlagt werden,
um den Ausgangsdruck einzustellen.
[0039] Bei herkömmlichen LUDV-Architekturen liegt in der Steuerleitung 56, 58 jeweils der
höchste Lastdruck an, der über eine Wechselventilkaskade von den Verbrauchern abgegriffen
wird.
[0040] Bei der erfindungsgemäßen Lösung sind die Individualdruckwaagen 52, 54 jeweils mit
einem Wegaufnehmer 72, 74 ausgeführt, über den der Hub des Ventilkörpers der Individualdruckwaage
52, 54 erfasst werden kann. Die dem jeweiligen Hub entsprechenden Steuersignale werden
über Signalleitungen 76, 78 zur Steuereinheit 22 gemeldet.
[0041] Die Verstellung der Zulaufmessblenden 48, 50 erfolgt ebenfalls hydraulisch oder elektrohydraulisch,
wobei über die Steuereinheit 22 und Signalleitungen 49, 51 der Öffnungsquerschnitt
der Zulaufmessblenden 48, 50 und somit der Druckmittelvolumenstrom zum jeweiligen
Hydrozylinder 14, 16 eingestellt ist.
[0042] Wie in Figur 2 dargestellt, sind die beiden Hydrozylinder (Arbeitszylinder) 14, 16
in der stark vereinfachten Darstellung als einfach wirkende Zylinder ausgeführt, wobei
ein in Ausfahrrichtung wirksamer Druckraum 80 mit einer an den Ausgangsanschluss der
jeweiligen Individualdruckwaage 52, 54 angeschlossenen Vorlaufleitung 84, 86 verbunden
ist. Die rückseitigen Ringräume 88, 90 der Hydrozylinder 14, 16 sind zum Tank T hin
entlastet. In einem realen System wären die Zylinder nicht einfach sondern doppelt
wirkend.
[0043] Zur Betätigung der hydraulischen Verbraucher werden die beiden Joysticks 38, 40 (und
ggf. die Steuergeräte der nicht dargestellten anderen Verbraucher) betätigt und über
die Steuereinheit 22 in Abhängigkeit von in dieser abgelegten Kennlinienfeldern ein
Stellsignal in der Steuersignalleitung 32 eingeregelt, das dem über die Joysticks
38, 40 eingestellten Volumenstrombedarf der Verbraucher 14, 16 entspricht. In an sich
bekannter Weise wird dann über den Pumpenregler 30 der Schwenkwinkel der Verstellpumpe
20 eingestellt, um den erforderlichen Druckmittelvolumenstrom Q
Pumpe zu decken. Insofern entspricht das erfindungsgemäße Konzept einer EFM-Architektur.
[0044] In entsprechender Weise wird der Öffnungsquerschnitt der Zulaufmessblenden 48, 50
in Abhängigkeit von dem von der Steuereinheit 22 vorgegebenen Steuersignal verstellt.
[0045] Wie eingangs erläutert, sind bei einer derartigen Architektur die Drücke p* stromabwärts
der Zulaufmessblenden 48, 50 jeweils identisch, sodass beide Zulaufmessblenden 48,
50 lastdruckunabhängig durchströmt werden und der Druckmittelvolumenstrom nur vom
Öffnungsquerschnitt abhängt. Der Steuerdruck in den Steuerleitungen 56, 58 ist über
die jeweiligen Druckreduzierventile 60, 62 so eingestellt, dass die Individualdruckwaage
des lastdruckhöchsten Verbrauchers, beispielsweise die Individualdruckwaage 54 des
Hydrozylinders 16 nicht an ihren Hubanschlag gelangt, und somit vollständig geöffnet
wird. In einem solchen Fall wäre die Regelfunktion dieser Individualdruckwaage 54
außer Kraft. Der Hub der Individualdruckwaagen 52, 54 wird dabei über die Wegaufnehmer
72, 74 überwacht und durch geeignete Ansteuerung des lastdruckhöchsten Druckreduzierventils
62 der auf die zugeordnete Individualdruckwaage 54 wirkende Steuerdruck so eingestellt,
dass diese nicht in ihre maximale Öffnungsstellung verstellt wird. In entsprechender
Weise muss dann der Hub der lastniedrigeren Individualdruckwaagen, im vorliegenden
Fall der Individualdruckwaage 52 auf einen geringeren Hub eingestellt sein, da über
diese der Druck p* auf den Lastdruck in dem Druckraum 80 abgedrosselt wird, der unterhalb
des höheren Lastdrucks im Druckraum 82 des lastdruckhöheren Hydrozylinders 16 liegt.
Das heißt, der Hub der Individualdruckwaage 52 ist geringer als derjenige der lastdruckhöchsten
Druckwaage 54. Dadurch ist gewährleistet, dass die Individualdruckwaagen sämtlicher
angesteuerter Verbraucher in ihre Regelposition verstellt werden können, sodass eine
einer LUDV-Architektur entsprechende Ansteuerung der Verbraucher möglich ist. Wie
erläutert, würde im Fall einer Untersättigung der Druckmittelvolumenstrom in Abhängigkeit
von den an den Zulaufmessblenden eingestellten Öffnungsquerschnitten verhältnisgleich
verringert, sodass die Verbraucher mit geringerer Geschwindigkeit ausfahren, als es
bei einer hinreichenden Druckmittelversorgung der Fall wäre.
[0046] Erfindungsgemäß wird der Öffnungshub der lastdruckhöchsten Individualdruckwaage 54
möglichst groß gewählt, sodass diese möglichst weit öffnet, jedoch nicht an den Hubanschlag
gerät und entsprechend die Drosselverluste der lastdruckhöchsten Druckwaage minimiert
sind.
[0047] Figur 3 zeigt den sich nach dem erfindungsgemäßen Konzept einstellenden Regelkreis.
[0048] Über die als Regler wirkende Steuereinheit 22 wird ein Einstellsignal an die Proportionalmagnete
64, 66 der Druckreduzierventile 60, 62 abgegeben. Dieses Steuersignal entspricht einer
vorbestimmten Magnetkraft F
Mag. Dementsprechend wird dann der Pumpendruck p
P über das jeweilige Druckreduzierventil 60, 62 auf einen Steuerdruck in der Steuerleitung
56, 58 reduziert und die zugeordnete Individualdruckwaage 52, 54 verstellt. Der Hub
x der Individualdruckwaagen wird dann über die Wegaufnehmer 72, 74 erfasst und dann
aus einer Vergleichseinrichtung der maximale Hubwert x
Max der angesteuerten Individualdruckwaagen 52, 54 ermittelt. Dieser Maximalwert wird
mit einem im Speicher der Steuereinheit 22 abgelegten Soll-Hub x
soll verglichen und über die Steuereinheit 22 ein Signal abgegeben, wenn der Hub x
Max der am weitest geöffneten Individualdruckwaage 54 größer als der Sollwert ist. In
diesem Fall ist die Regelfunktion der am weitest geöffneten Individualdruckwaage nicht
mehr gewährleistet. In entsprechender Weise wird dann über die Steuereinheit 22 ein
Signal an die Druckreduzierventile 60, 62 abgegeben, um den Druck in der Steuerleitung
56, 58 zu erhöhen und somit die lastdruckhöchste Individualdruckwaage 54 in Schließrichtung
zu verstellen, bis der Sollhub x
soll erreicht ist.
[0049] Auf diese Weise kann bei minimalem Verrohrungsaufwand die LUDV-Funktion der Steueranordnung
gewährleistet bleiben, wobei durch die EFM-Architektur gewährleistet ist, dass durch
die nahezu zeitgleiche Ansteuerung von Verstellpumpe 20 und Zulaufmessblenden 48,
50 das Ansprechverhalten des Systems verbessert ist.
[0050] Offenbart sind eine Steueranordnung zur Ansteuerung mehrere hydraulischer Verbraucher
und ein Verfahren zur Ansteuerung der Verbraucher, wobei jedem Verbraucher eine Zulaufmessblende
und eine Individualdruckwaage zugeordnet sind. Diese ist in Schließrichtung von einem
über eine Steuereinheit einstellbaren Steuerdruck beaufschlagt.
Bezugszeichen
[0051]
- 1
- Bagger
- 2
- Oberwagen
- 4
- Drehwerk
- 6
- Fahrgestell
- 8
- Ausleger
- 10
- Stiel
- 12
- Löffel
- 14
- Hydrozylinder
- 16
- Hydrozylinder
- 18
- Hydrozylinder
- 20
- Verstellpumpe
- 22
- Steuereinheit
- 24
- Steuerventilanordnung
- 26
- Steuerventilanordnung
- 28
- Steuerventilanordnung
- 30
- Pumpenregler
- 32
- Steuersignalleitung
- 34
- Vorsteuergerät
- 36
- Vorsteuergerät
- 38
- Joystick
- 40
- Joystick
- 42
- Zulaufleitung
- 44
- Steuerventilanordnung
- 46
- Steuerventilanordnung
- 48
- Zulaufmessblende
- 49
- Signalleitung
- 50
- Zulaufmessblende
- 51
- Signalleitung
- 52
- Individualdruckwaage
- 54
- Individualdruckwaage
- 56
- Steuerleitung
- 58
- Steuerleitung
- 60
- Druckreduzierventil
- 62
- Druckreduzierventil
- 64
- Proportionalmagnet
- 66
- Proportionalmagnet
- 68
- Steuersignalleitung
- 69
- Leitung
- 70
- Leitung
- 72
- Wegaufnehmer
- 74
- Wegaufnehmer
- 76
- Signalleitung
- 78
- Signalleitung
- 80
- Druckraum
- 82
- Druckraum
- 84
- Vorlaufleitung
- 86
- Vorlaufleitung
- 88
- Ringraum
- 90
- Ringraum
1. Hydraulische Steueranordnung zur Druckmittelversorgung mehrerer Verbraucher (12, 14,
16, 18), wobei eine Verstellpumpe (20) über jeweils eine verstellbare Zulaufmessblende
(48, 50) und eine dieser zugeordneten Individualdruckwaage (52, 54) mit den Verbrauchern
(12, 14, 16, 18) in Druckmittelverbindung steht, wobei die Individualdruckwaagen (52,
54) in Öffnungsrichtung vom Druck stromabwärts der jeweiligen Zulaufmessblenden (48,
50) und in Schließrichtung von einem Steuerdruck beaufschlagt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerdruck über eine Steuereinheit (22) verstellbar ist.
2. Steueranordnung nach Patentanspruch 1, wobei der Steuerdruck für die Individualdruckwaagen
(52, 54) in etwa gleich ist.
3. Steueranordnung nach Patentanspruch 1 oder 2, wobei der Steuerdruck derart eingestellt
ist, dass die Individualdruckwaagen (52, 54) des lastdruckhöchsten Verbrauchers (16)
auf eine Soll-Öffnungsposition (xsoll) verstellt ist und die Individualdruckwaagen (52) der lastniedrigeren Verbraucher
(14) auf einen geringeren Öffnungsquerschnitt eingestellt sind.
4. Steueranordnung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3 mit einem Druckreduzierventil
(60, 62) zum Einstellen des Steuerdrucks.
5. Steueranordnung nach Patentanspruch 4, wobei das Druckreduzierventil elektrisch oder
elektrohydraulisch über die Steuereinheit (22) verstellbar ist.
6. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Einstellung
des Steuerdrucks in Abhängigkeit der Hübe (x) der den Verbrauchern (12, 14, 16, 18)
zugeordneten Individualdruckwaagen (52, 54) erfolgt.
7. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Einstellung
des Steuerdrucks in Abhängigkeit vom Hub (x) der dem lastdruckhöchsten Verbraucher
(16) zugeordneten Individualdruckwaage (54) erfolgt.
8. Steueranordnung nach Patentanspruch 6, wobei die Individualdruckwaage (52, 54) mit
einem Wegaufnehmer (72, 74) versehen ist.
9. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei zumindest die
Individualdruckwaage eines Prioritätsverbrauchers durch Einstellen des Steuerdrucks
derart einstellbar ist, dass die Druckdifferenz über der zugeordneten Zulaufmessblende
im Wesentlichen konstant bleibt.
10. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Verstellpumpe
(20) elektroproportional verstellbar ist.
11. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Individualdruckwaage
(52, 54) und die Zulaufmessblende (48, 50) sowie gegebenenfalls die Druckreduzierventile
(60, 62) dezentral im Bereich des jeweiligen hydraulischen Verbrauchers angeordnet
sind.
12. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei ein Sollöffnungsquerschnitt
(xsoll) möglichst nahe am maximalen Öffnungsquerschnitt (Hubanschlag) vorgesehen ist.
13. Steueranordnung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Verbraucher
Hydrozylinder (12, 14, 16, 18) eines mobilen Arbeitsgeräts sind.
14. Verfahren zum Ansteuern von mehreren hydraulischen Verbrauchern (12, 14, 16, 18),
die jeweils über eine Individualdruckwaage (52, 54) und eine Zulaufmessblende (48,
50) in Druckmittelverbindung mit einer Verstellpumpe (20) stehen, wobei die Individualdruckwaagen
(52, 54) in Öffnungsrichtung von einem Druck stromabwärts der zugehörigen Zulaufmessblenden
(48, 50) und in Schließrichtung von einem Steuerdruck beaufschlagt sind,
gekennzeichnet durch den Schritt:
- "Einstellen des Steuerdrucks über eine Steuereinheit (22)".
15. Verfahren nach Patentanspruch 14, wobei der Schritt "Einstellen des Steuerdrucks über
die Steuereinheit (22)" in Abhängigkeit von Öffnungsquerschnitten der Individualdruckwaagen
(52, 54) erfolgt.
16. Verfahren nach Patentanspruch 15, wobei der Schritt "Einstellen des Steuerdrucks über
die Steuereinheit (22)" in Abhängigkeit derjenigen Individualdruckwaage (52, 54) erfolgt,
die einen größten der Öffnungsquerschnitte aufweist.
17. Verfahren nach Patentanspruch 16, wobei ein Sollwert des größten der Öffnungsquerschnitte
kleiner als ein maximaler Öffnungsquerschnitt der Individualdruckwaage (52, 54) ist.