[0001] Die Erfindung betrifft eine Schirmanschlussklemme mit einem einen ersten Schenkel,
einen zweiten Schenkel und ein Basisteil aufweisenden U-förmigen Bügel, wobei ein
elastisches Element derart zwischen dem ersten Schenkel und dem zweiten Schenkel angeordnet
ist, dass auf ein Druckstück eine Druckkraft ausgeübt wird.
[0002] Unter einer Schirmanschlussklemme im Sinne der Erfindung ist eine Klemmvorrichtung
zu verstehen, mit welcher es möglich ist einen Kabelschirm von einem Kabel mit Signalleitungen
an eine Schirmschiene zu klemmen und so einen möglichst impedanzarmen und niederohmigen
Kontaktübergang von Schirmgeflecht über die Schirmanschlussklemme zu einer Schirmschiene
zu ermöglichen.
[0003] Eine derartige Schirmanschlussklemme ist aus der europäischen Patentschrift
EP 0 334 975 B1 bekannt. Bei der bekannten Schirmanschlussklemme ist es jedoch von Nachteil, dass
für die Verbindung der Schirmklemme und der Schirmschiene ein aufwendiger Montageaufwand
nötig ist.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Schirmanschlussklemme bereitzustellen,
bei welcher eine Montage eines Kabels mit einem Abschirmgeflecht an eine Schirmschiene
erleichtert wird.
[0005] Die Aufgabe wird für die eingangs genannte Schirmanschlussklemme dadurch gelöst,
dass der erste Schenkel ein längs des ersten Schenkels angeordnetes erstes Führungsmittel
und der zweite Schenkel ein längs des zweiten Schenkels angeordnetes zweites Führungsmittel
aufweist, wobei das Druckstück zwischen dem ersten und zweiten Führungsmittel bewegbar
gelagert ist, wobei ein erstes Ende des elastischen Elements am Basisteil und ein
zweites Ende des elastischen Elements am Druckstück derart angeordnet ist, dass die
Druckkraft in Richtung eines dem Basisteil gegenüberliegenden offenen Ende des Bügels
gerichtet ist, mit einem am Druckstück angeordneten ersten Flügel und zweiten Flügel,
wobei die Flügel ausgestaltet sind um mit den Fingern einer menschlichen Hand eine
Gegenkraft entgegen der Druckkraft zu erzeugen und damit das elastische Element zusammen
zu drücken. Als Kraft ist hier eine vektorielle Größe mit Richtung und Betrag zu verstehen,
wenn hier im Sinne der Erfindung von einer Richtung im Bezug auf die Kraft gesprochen
wird, so ist dies bezogen auf die Richtungskomponente der angesprochenen Kraft unter
der Berücksichtigung das Kräfte eine vektorielle Größe sind.
[0006] Bei dieser Art von Schirmanschlussklemmen ist es von Vorteil, dass sich in dem U-förmigen
Bügel ein gleitend gelagertes Druckstück befindet, dass durch ein elastisches Element
mit beispielsweise einer Feder mit einer konstanten Kraft nach unten gedrückt wird,
wobei es durch die U-förmige Ausgestaltung des Bügels möglich ist in den durch das
U gebildeten Raum ein oder mehrere Kabel einzulegen, wobei bei den Kabeln das Schirmgeflecht
bereits offen liegt. Das elastische Element sorgt nun dafür, dass über das Druckstück
das Kabel mit seinem Schirmgeflecht in Richtung des offenen Endes gedrückt wird, wobei
bei Anklemmen an einer Schirmschiene diese an dem offenen Ende angeordnet ist.
[0007] Im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Schirmanschlussklemmen ist
es bei dieser Schirmanschlussklemme durch den ersten Flügel und den zweiten Flügel,
welche man auch als zwei Griffe bezeichnen könnte, möglich mit einer Einhandbedienung
auf das elastische Element eine Gegenkraft zu erzeugen, so dass die eingelegten Kabel
in den durch das U gebildeten Raum Platz finden und gleichzeitig die Schirmanschlussklemme
montiert werden kann und nach Loslassen des ersten und zweiten Flügels die Druckkraft
derart auf das Druckstück wirkt, dass die Kabel eingeklemmt werden. Vorteilhafter
Weise sind die Flügel in einer durch den U-förmigen Bügel gebildeten Durchtrittsöffnung
angeordnet.
[0008] Für eine leichte Montage an einer Schirmschiene ist es vorteilhaft, wenn an den Schenkeln
an dem den Basisteil gegenüber liegenden offenen Ende des Bügels je ein Arm rechtwinklig
zur Druckkraft angeordnet ist und der Arm derart ausgestaltet ist, dass sich zwischen
dem offenen Ende des Bügels und einer Längsseite des Arms ein Zwischenraum zur Aufnahme
einer Schirmschiene bildet. Durch das Zurückziehen des elastischen Elementes mit einer
menschlichen Hand, wobei dies durch eine 3-Finger-Bedienung geschehen kann, wobei
der Daumen auf das Basisteil drückt, der Zeigefinger sich einen Flügel greift und
der Mittelfinger sich einen anderen Flügel greift, wird der Zwischenraum gebildet
und kann so durch Aufschieben der Schirmanschlussklemme auf eine Schirmschiene die
Schirmschiene aufnehmen.
[0009] Um ein Verrutschen des Armes an der Schirmschiene zu verhindern, ist an dem Ende
des Arms ein Widerlager angeordnet.
[0010] In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird für das elastische Element eine Ausführung
mit zwei parallel geführten Federn verwendet.
[0011] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltungsvariante sieht vor, dass das Druckstück als
ein Blechteil mit T-Stücken ausgestaltet ist und die T-Stücke in denen als Längsschlitzen
ausgestalteten Führungsmittel geführt werden.
[0012] Für eine Fertigung einer derartigen Schirmanschlussklemme ist es von Vorteil wenn
das Druckstück, die Flügel und die T-Stücke als ein zusammenhängendes Blechteil ausgestaltet
sind.
[0013] Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Schirmanschlussklemme, dabei zeigt:
- FIG 1
- die Schirmanschlussklemme in einer perspektivischen, dreidimensionalen Ansicht und
- FIG 2
- die aus FIG 1 bekannte Schirmanschlussklemme mit einer dargestellten Schirmschiene.
[0014] Gemäß der FIG 1 weist eine Schirmanschlussklemme 1 einen U-förmigen Bügel 10 mit
einem ersten Schenkel 11, einem zweiten Schenkel 12 und einen Basisteil 13 auf. Ein
elastisches Element 3, insbesondere eine erste Feder 61 und eine zweite Feder 62,
sorgen für das Erzeugen einer Druckkraft F. Das elastische Element 3 ist derart zwischen
dem ersten Schenkel 11 und dem zweiten Schenkel 12 angeordnet, dass die Druckkraft
F auf ein Druckstück 2 ausgeübt wird. Der erste Schenkel 11 weist ein längs des ersten
Schenkels 11 angeordnetes erstes Führungsmittel 21 auf, und der zweite Schenkel 12
weist ein längs des zweiten Schenkels 12 angeordnetes zweites Führungsmittel 22 auf,
wobei die Führungsmittel 21,22 als Längsschlitze in den Schenkeln 11,12 angeordnet
sind. In diesen Längsschlitzen kann das Druckstück 2 mit einem am Druckstück 2 angeordnetem
ersten T-Stück 71 und zweiten T-Stück 72 gleitend gelagert werden und ist somit gegen
ein Verrutschen gesichert. Ein erstes Ende 3a des elastischen Elementes 3 ist an einer
Innenseite des Basisteils 13 angeordnet und ein zweites Ende 3b des elastischen Elementes
ist an einer Innenseite des Druckstücks 2 angeordnet, wobei diese Anordnung ermöglicht,
dass die Druckkraft F in Richtung eines dem Basisteil 13 gegenüber liegenden offenen
Ende des Bügels 10 gerichtet ist.
[0015] Der erste Flügel 31 und der zweite Flügel 32 sind in einer durch den U-förmigen Bügel
10 gebildeten Durchtrittsöffnung 30 angeordnet.
[0016] Um das Aufschieben, Stecken oder Klemmen auf eine Schirmschiene 51 zu erleichtern,
ist an den dem Basisteil 13 gegenüberliegenden offenen Ende 14 des Bügels 10 ein erster
Arm 41 und ein zweiter Arm 42 rechtwinklig zur Druckkraft F angeordnet. Dabei ist
der erste Arm 41 sowie der zweite Arm 42 derart ausgestaltet, dass sich zwischen dem
offenen Ende 14 des Bügels 10 und einer ersten Längsseite 41a des ersten Arms 41 und
einer zweiten Längsseite 42a des Arms 42 ein Zwischenraum 50 zur Aufnahme einer Schirmschiene
51 bildet.
[0017] Um das Erzeugen einer Gegenkraft G zu symbolisieren, stelle man sich eine Einhandbedienung
der Schirmanschlussklemme 1 mit einer Hand vor. Dabei drückt der Daumen von oben auf
die Schirmanschlussklemme 1, so dass der Daumen auf dem Basisteil 13 liegt und der
Zeigefinger greift unter den ersten Flügel 31 und der Mittelfinger der menschlichen
Hand greift dabei unter den zweiten Flügel 32 und durch Druck auf den Daumen bzw.
durch Zug der beiden Finger wird das elastische Element 3 durch die Gegenkraft G entgegen
seiner Druckkraft F bewegt und der Zwischenraum 50 kann somit frei gemacht werden.
[0018] Gemäß der FIG 2 ist eine auf eine Schirmschiene 51 montierte Schirmanschlussklemme
1 dargestellt. Sämtliche Einzelteile und Merkmale der Schirmanschlussklemme 1 entsprechen
der Schirmanschlussklemme 1 aus der FIG 1, lediglich in der perspektivischen Darstellung
ist die Schirmanschlussklemme 1 um 90° gedreht. In der Darstellung gemäß FIG 2 befinden
sich noch keine in die Schirmanschlussklemme 1 geführten Kabel, aber wenn die Gegenkraft
G über den ersten Flügel 31 und den zweiten Flügel 32 mit Druck auf das Basisteil
13 erzeugt wird, verschiebt sich das Druckstück 2 nach oben und zwischen dem Druckstück
2 und der Schirmschiene 51 können Kabel mit ihrem Schirmgeflecht eingefügt werden
und durch Loslassen des ersten Flügels 31 und des zweiten Flügels 32 lässt die Druckkraft
F das Druckstück 2 auf das Schirmgeflecht der Kabel drücken, welche somit sicher eingeklemmt
sind.
1. Schirmanschlussklemme (1) mit einem
- einen ersten Schenkel (11),
- einen zweiten Schenkel (12) und
- ein Basisteil (13) aufweisenden U-förmigen Bügel,
wobei ein elastisches Element (3) derart zwischen dem ersten Schenkel (11) und dem
zweiten Schenkel (12) angeordnet ist, dass auf ein Druckstück (2) eine Druckkraft
(F) ausgeübt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der erste Schenkel (11) ein längs des ersten Schenkels (11) angeordnetes erstes
Führungsmittel (21) und
- der zweite Schenkel (12) ein längs des zweiten Schenkels (12) angeordnetes zweites
Führungsmittel (22) aufweist, wobei das Druckstück (2) zwischen dem ersten und zweiten
Führungsmittel (21,22) bewegbar gelagert ist,
wobei ein erstes Ende (3a) des elastischen Elements (3) am Basisteil (13) und ein
zweites Ende (3b) des elastischen Elements (3) am Druckstück (2) derart angeordnet
ist, dass die Druckkraft (F) in Richtung eines dem Basisteil (13) gegenüberliegenden
offenen Ende (14) des Bügels (10) gerichtet ist,
mit einem am Druckstück (2) angeordneten ersten Flügel (31) und zweiten Flügel (32),
wobei die Flügel (31,32) ausgestaltet sind um mit den Fingern einer menschlichen Hand
eine Gegenkraft (G) entgegen der Druckkraft (F) zu erzeugen und damit das elastische
Element (3) zusammen zu drücken.
2. Schirmanschlussklemme (1) nach Anspruch 1, wobei die Flügel (31,32) in einer durch
den U-förmigen Bügel (10) gebildeten Durchtrittsöffnung (30) angeordnet sind.
3. Schirmanschlussklemme (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei an den Schenkeln (11,12) am
dem den Basisteil (13) gegenüberliegenden offenen Ende (14) des Bügels (10) je ein
Arm (41,42) rechtwinklig zur Druckkraft (F) angeordnet ist und der Arm (41,42) derart
ausgestaltet ist, dass sich zwischen dem offenen Ende (14) des Bügels (10) und einer
Längsseite (41a,42a) des Arms (41,42) ein Zwischenraum (50) zur Aufnahme einer Schirmschiene
(51) bildet.
4. Schirmanschlussklemme (1) nach Anspruch 3, wobei an dem Ende des Arms (41,42) ein
Widerlager (41b,42b) angeordnet ist.
5. Schirmanschlussklemme (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das elastische Element
(3) als zwei parallel geführte Federn (61,62) ausgestaltet ist.
6. Schirmanschlussklemme (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Druckstück (2)
als ein Blechteil mit T-Stücken (71,72) ausgestaltet ist und die T-Stücke (71,72)
in den als Längsschlitze ausgestalteten Führungsmitteln (21,22) geführt werden.
7. Schirmanschlussklemme (1) nach Anspruch 6, wobei das Druckstück (2), die Flügel (31,32)
und die T-Stücke (71,72) als ein zusammenhängendes Blechteil ausgestaltet sind.