[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen verbesserten High-Heel-Schuh, der elegant,
komfortabel sowie gelenk- und rückenschonend ausgebildet ist.
[0002] Beim Tragen eines flachen Schuhs wird das Körpergewicht zu unterschiedlichen Anteilen
über die Fußsohle verteilt. Während etwa 33% des Gewichts von der Ferse und etwa 40%
vom Fußballen getragen werden, entfallen etwa 15% auf den Fußaußenrand, 5% auf die
Großzehe und 7% auf die übrigen Zehen.
[0003] Flache Schuhe, insbesondere Sportschuhe, werden mit einer Vielzahl von Dämpfungssystemen
angeboten. Diese sollen die Belastung der Gelenke, insbesondere der Fuß- und Kniegelenke,
beim Aufkommen der Ferse verringern und das Abrollen über Mittelfuß und Ballen erleichtern.
Diese Dämpfungssysteme werden bei flachen Schuhen meist in die Schuhsohle integriert
und sind häufig zumindest im Bereich der Ferse angeordnet.
[0004] Darüber hinaus sollen durch gezielte Gestaltung von Fußbett bzw. etwaigen Einlagen
sowie der Hinter- bzw. Fersenkappe des Schuhs Pronationsneigungen und Auswirkungen
von Fußfehlformen (z.B. Spreiz-, Knick-, Senk- oder Hohlfuß) oder Beinfehlstellungen
(z.B. Abwinklungen der Beine in Varus- oder Valgus-Stellung) minimiert werden.
[0005] Bei High-Heel-Schuhen verändert sich die Gewichtsverteilung mit zunehmender Absatzhöhe.
Je höher der Absatz, desto stärker fällt die Belastung auf den Fußballen beim Stehen
aus, was zu erheblichen Schmerzen führen kann. Schlanke Absätze können diesen Effekt
verstärken. Beim Aufsetzen des Fußes bzw. der Ferse ist das gesamte Gewicht in diesem
Bereich zentriert. Je kleiner der Durchmesser des Absatzes am unteren Ende bzw. des
Absatzflecks ist, desto mehr Gewicht trifft auf einer sehr kleinen Fläche auf. Je
größer dieser Fläche ist, umso besser kann es sich verteilen.
[0006] Darüber hinaus verändert sich auch das Abrollverhalten mit zunehmender Absatzhöhe,
was zu einer Veränderung oder Verstärkung der Gelenkbelastung führen kann. Solche
Veränderungen sind insbesondere ab einer Fersensprengung von 5 bis 6 cm zu erwarten
(
Hansen, Childress, Journal of Rehab R&D, Volume 41(4), Seiten 547-554). Je nach Gangmuster der Trägerin kann dies zu einer erheblichen Veränderung bzw.
Verstärkung der Belastung auf Ferse, Sprunggelenk und/oder Kniegelenk beim Aufkommen
führen.
[0007] Trägerinnen von High-Heel-Schuhen leiden daher häufig nach einer gewissen Tragedauer
unter mehr oder weniger stark ausgeprägten Schmerzen. So kann die Schrägstellung des
gesamten Fußes, die mit der außergewöhnlichen Belastung des Vorfußes einhergeht, zu
Schmerzen in den Füßen führen. Bei langem und/oder häufigem Tragen kann es zudem zu
Gelenkschmerzen oder erhöhtem Gelenkverschleiß kommen.
[0008] Verschiedene Hersteller von Damenschuhen haben in der Vergangenheit Teilaspekte der
aufgezeigten Problematik aufgegriffen. So sind beispielsweise Damenschuhe bekannt,
bei denen Pneumatikkammern im Inneren des Absatzes den Schritt dämpfen sollen. Für
diese Konstruktion ist jedoch ein vergleichsweise größerer Bauraum erforderlich, der
einer aus allen Blickrichtungen sehr schlanken Gestaltung des Absatzes entgegenzustehen
scheint. Zudem werden die Möglichkeiten, das Dämpfungsverhalten der Pneumatikkammern
einzustellen durch die physikalischen Rahmenbedingungen (Druck, Volumen) beschränkt.
Eine individuelle Einstellung der Stoßdämpfung auf die jeweilige Trägerin ist nicht
möglich.
[0009] Die Dämpfung von hochhackigen Schuhen, insbesondere Pumps, Stilettos oder hochhackigen
Sandalen, ist ferner aus der
DE 10 2009 011 077 A1 bekannt. Der Fokus der darin beschriebenen Schuhe liegt allerdings in der Höhenverstellbarkeit
des Absatzes.
[0010] Die
US 7 140 125 B2 beschreibt High-Heel-Schuhe mit federnden, kompressiblen Elementen im Absatz. Die
dort beschriebenen Elemente sollen stark federn. Dadurch ist beim Tragen dieser Schuhe
weder eine ausreichende Dämpfung noch ein normales Gangmuster zu erwarten. Vielmehr
zielt die in der
US 7 140 125 B2 beschriebene Konstruktion auf ein Absenken der Ferse beim Aufsetzen des Absatzes
während des Gehens ab, um ein Gangmuster entsprechend einem Schuh mit niedrigem Absatz
zu erhalten. Die Höhe des Absatzes kann sich beim Gehen zwischen 1,27 bis zu 5,08
cm verändern. Ferner ist es auch mit den beschriebenen Federelementen nicht möglich,
die Dämpfung individuell einzustellen.
[0011] Die
DE 298 07 242 U1 beschreibt ein Fußbett für Damenschuhe mit einer Fersensprengung von 30 mm, das den
im lateralen Bereich bestehenden Hohlraum zwischen Fuß und Schuh ausfüllt und vor
der Ferse eine bogenförmige Aussparung hat. Dadurch soll die Ferse umschlossen und
ein Abgleiten des Fußes in Richtung Schuhspitze verhindert werden.
[0012] Die bisherigen Lösungsansätze erlauben daher insbesondere nicht eine schlanke Gestaltung
dämpfender Absätze, die flexibel an die Bedürfnisse und das individuelle Gehverhalten
der jeweiligen Trägerin angepasst werden können. So werden die Absätze von High-Heel-Schuhen,
insbesondere von High-Heel-Schuhen mit schlanken, hohen Absätzen, weiterhin regelmäßig
aus harten Kunstoffen oder Metallen bzw. Metalllegierungen gefertigt, die keine oder
zumindest keine ausreichende Dämpfung beim Aufkommen des Absatzflecks bzw. der Ferse
gewährleisten.
[0013] Zudem ist anzunehmen, dass insbesondere die Kombination und gegenseitige Abstimmung
von Dämpfungssystem, Fußbett- und Schuhgestaltung eine entscheidende Rolle für das
Steh- und Gehverhalten und somit den Tragekomfort von High-Heel-Schuhen haben. Einer
solchen optimalen Abstimmung von Dämpfungselementen und Fußbettgestaltung ermangelt
es im Bereich der High-Heel-Schuhe bisher.
[0014] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, High-Heel-Schuhe mit einer
verbesserten Dämpfungseinrichtung bereitzustellen, wobei insbesondere die Nachteile
der bekannten Vorrichtungen ausgeräumt werden sollen. Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen
der Patentansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind den abhängigen Patentansprüchen
zu entnehmen.
[0015] Die Erfindung geht dabei von dem Grundgedanken aus, den Absatz eines High-Heel-Schuhs
mit einer Dämpfungseinrichtung zu versehen, die mindestens ein Dämpfungselement aufweist,
das entlang der Absatzlängsachse unterschiedliche dämpfend wirkende Querschnitte hat
und/oder zumindest in einer Richtung senkrecht zur Absatzlängsachse frei verformbar
ist. Bevorzugt ist die Dämpfungseinrichtung derart ausgebildet, dass die Dämpfung
zumindest teilweise durch Ausdehnung unterschiedlicher dämpfend wirkender Querschnitte
in einer Richtung senkrecht zur Absatzlängsachse erzielt wird. Stärker bevorzugt ist
die Dämpfungseinrichtung derart ausgebildet, dass die Dämpfung zumindest teilweise
durch freie Ausdehnung aller dämpfend wirkenden Querschnitte in einer Richtung senkrecht
zur Absatzlängsachse erzielt wird.
[0016] Die erfindungsgemäße Dämpfungseinrichtung ist in High-Heel-Schuhen mit einer Absatzhöhe
von mindestens 4 cm, bevorzugt mindestens 6 cm, stärker bevorzugt mindestens 8 cm,
und am stärksten bevorzugt mindestens 10 cm vorgesehen. Als Absatzhöhe wird im Rahmen
der Erfindung dabei die mittlere Höhe des Absatzes definiert, die den Höhenunterschied
zwischen Fußballenbereich und Ferse im Bereich der Absatzmitte angibt, wenn der Schuh
von der Seite betrachtet wird.
[0017] Die erfindungsgemäße Dämpfungseinrichtung wird vorzugsweise in High-Heel-Schuhen
vorgesehen, die einen Absatz von maximal 4 cm, bevorzugt von maximal 2 cm und stärker
bevorzugt von maximal 1,2 cm oder maximal 1,0 cm Durchmesser bis zu einer Höhe von
mindestens 4 cm, bevorzugt mindestens 5 cm, stärker bevorzugt mindestens 6 cm und
am stärksten bevorzugt mindestens 8 cm haben. Besonders bevorzugt liegt der Durchmesser
des Absatzes über im Wesentlichen seine gesamte Länge bzw. Höhe bei maximal 4 cm,
bevorzugt maximal 2 cm und stärker bevorzugt maximal 1,2 cm oder maximal 1,0 cm. Vorzugsweise
beträgt der Durchmesser des Absatzes der High-Heel-Schuhe auch im Bereich des Dämpfungselements
maximal 4 cm, bevorzugt maximal 2 cm und stärker bevorzugt maximal 1,5 cm.
[0018] Die erfindungsgemäße Dämpfungseinrichtung wird ferner vorzugsweise in High-Heel-Schuhen
vorgesehen, die ein Verhältnis von Absatzhöhe zu Durchmesser von mindestens 2,5, stärker
bevorzugt von mindestens 4,0, noch stärker bevorzugt von mindestens 5,0 und am stärksten
bevorzugt von mindestens 7,5 aufweisen. Dabei liegt das Verhältnis der Absatzhöhe
zum Durchmesser vorzugsweise im Bereich zwischen 2,5 und 15,0, stärker bevorzugt zwischen
4,0 und 12,0.
[0019] Die erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhe weisen vorzugsweise einen Absatzoberteil und
einen Absatzunterteil auf, wobei der Absatzunterteil gegenüber dem Absatzoberteil
zumindest in einer Richtung, bevorzugt in Absatzlängsrichtung (Axialrichtung des Absatzes),
beweglich ist bzw. verschoben werden kann. Das Dämpfungselement der Dämpfungseinrichtung
ist bevorzugt so zwischen Absatzoberteil und Absatzunterteil angeordnet, dass Kräfte
zwischen den Absatzteilen zumindest in einer Richtung allein über das Dämpfungselement
übertragen werden. Vorzugsweise begrenzt das Dämpfungselement die Relativbewegung
der beiden Absatzteile zumindest in einer Richtung und dämpft die übertragenen Stöße.
So kann das Dämpfungselement z.B. dermaßen zwischen Absatzoberteil und Absatzunterteil
angeordnet werden, dass die in Absatzlängsrichtung wirkenden Kräfte, die beim Aufkommen
mit dem Absatzfleck auf die Ferse wirken, gedämpft werden.
[0020] Das Dämpfungselement der Dämpfungseinrichtung weist vorzugsweise ein gelförmiges
oder festes, kompressibles Material auf. Vorzugsweise weist das Dämpfungselement ein
Elastomer, thermoplastischen Kunststoff, Kork, Schaumstoff, Latex und/oder Gel auf
oder besteht daraus.
[0021] Um die individuelle Einstellung der Dämpfungseigenschaften auf die Bedürfnisse der
jeweiligen Trägerin zu ermöglichen, weist das Dämpfungselement vorzugsweise entlang
der Absatzlängsachse senkrecht zu dieser Achse unterschiedliche Querschnitte auf,
die sich in ihrer Flächengröße und/oder Form unterscheiden. Die Querschnittsabschnitte
unterschiedlicher Flächengröße und/oder Formen stellen daher vorzugsweise verschiedene
Steifigkeiten und/oder Dämpfungseigenschaften zur Verfügung und verformen sich unterschiedlich
stark, wenn die Kraft von einem Absatzteil auf den anderen über das Dämpfungselement
übertragen wird. Die Querdehnung senkrecht zur Absatzlängsachse wird dabei vorzugsweise
zumindest in einer Richtung nicht behindert.
[0022] Obwohl das Dämpfungselement durchaus aus diskreten Abschnitten mit jeweils konstanten
Querschnittsflächengrößen bestehen kann, wird es bevorzugt, dass die Querschnittsänderung
bzw. die Querschnittsflächenänderung entlang der Absatzlängsachse zumindest Abschnittsweise
einer kontinuierlichen Funktion folgt. Diese kann in Abhängigkeit der gewünschten
Eigenschaften des Dämpfungselements definiert werden.
[0023] Das Verhältnis der größten zur kleinsten Querschnittsfläche des Dämpfungselements
beträgt vorzugsweise mindestens 1,3, bevorzugt mindestens 1,5, stärker bevorzugt mindestens
4,0. Das Dämpfungselement kann zumindest in einem Teilbereich konvex oder konkav ausgebildet
sein. Ferner kann das Dämpfungselement zumindest teilweise sphärisch oder im Wesentlichen
sphärisch ausgebildet sein. Um den Stoß beim Aufkommen mit der Ferse ausreichend zu
dämpfen, weist die Dämpfungseinrichtung bzw. das Dämpfungselement vorzugsweise eine
Höhe von mindestens 1,0 cm, stärker bevorzugt von mindestens 2,0 cm oder sogar mindestens
3 cm oder 4 cm entlang der Absatzlängsachse auf. Das Volumen des Dämpfungselements
bzw. der Dämpfungselemente insgesamt liegt vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 15
cm
3, bevorzugt im Bereich von 1,75 bis 5,0 cm
3, stärker bevorzugt im Bereich von 1,5 bis 4,0 cm
3.
[0024] Die Dämpfungselemente der erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhe können eine Vielzahl
von Formen annehmen, sofern im Zusammenspiel mit dem Material des Dämpfungselements,
der Absatzform, dem Absatzmaterial bzw. weiterer etwaiger Bestandteile des Schuhs
(z.B. Absatzfleck, Einlage, Zwischensohle, Brandsohle) das angestrebte vorteilhafte
Stoßdämpfungsverhalten erzielt wird. Wird der Schuh von der Seite betrachtet, kann
das Dämpfungselement zum Beispiel kugel-, halbkugel-, ellipsoid-, ei-, birnen-, herz-,
kreuz-, blumen-, pyramiden- oder kegelförmig sein oder zum Beispiel die Form eines
auf der Spitze stehen Würfels annehmen oder Kombinationen daraus. Eine Vielzahl weiterer
Formen ist denkbar.
[0025] Das Dämpfungselement ist vorzugsweise so gestaltet, dass sich alle Querschnittsflächen
senkrecht zur Absatzlängsachse zumindest teilweise überlappen, so dass der Druck verteilt,
aber der Kraftfluss von einem Absatzteil zum anderen nicht im Dämpfungselement umgelenkt
wird.
[0026] Die Dämpfungseinrichtung des erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs weist vorzugsweise
mindestens ein Übertragungs- und/oder Führungselement auf, das sich durch das Dämpfungselement
hindurch erstreckt. Das Übertragungs- und/oder Führungselement kann so gestaltet werden,
dass es Kräfte bzw. Stöße, die nicht in Richtung der Absatzlängsachse wirken, direkt,
d.h. ohne Belastung des Dämpfungselements, von einem Absatzteil auf den anderen Absatzteil
überträgt. Das Übertragungs- und/oder Führungselement ist ferner vorzugsweise so gestaltet,
dass es das Dämpfungselement führt und ein seitliches Ausbrechen des Dämpfungselementes
verhindern. Alternativ oder zusätzlich kann das Dämpfungselement am Absatzunterteil
und/oder am Absatzoberteil beispielsweise durch Kleben fest angebracht werden.
[0027] Das Dämpfungselement ist vorzugsweise von außen sichtbar, was eine schlanke Gestaltung
des Absatzes ermöglicht und gleichzeitig die freie Verformbarkeit des Dämpfungselements
senkrecht zur Absatzlängsachse gewährleistet. Allerdings ist auch die Montage in einem
Innenraum des Absatzes möglich. Dabei sollte das Dämpfungselement jedoch vorzugsweise
zumindest in eine Richtung senkrecht zur Absatzlängsachse frei verformbar sein bzw.
in seiner Querdehnung nicht behindert werden. Im Bereich des Dämpfungselements hat
der Absatz des erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs vorzugsweise einen Durchmesser von
mindestens 1 cm, bevorzugt von mindestens 1,2 cm.
[0028] Die Dämpfungseinrichtung kann ferner zusätzliche Federn aufweisen, um die Rückstellung
des Dämpfungselements zu gewährleisten oder um Absatzoberteil und Absatzunterteil
beweglich miteinander zu verbinden.
[0029] Absatz und Dämpfungseinrichtung sind vorzugsweise so gestaltet, dass das Dämpfungselement
einfach ausgetauscht werden kann.
[0030] Der erfindungsgemäße High-Heel-Shuh kombiniert die beschriebene Dämpfungseinrichtung
vorzugsweise mit weiteren, darauf abgestimmten Maßnahmen zur weiteren Entlastung des
Fußes bzw. des Fußballens. So kann zum Beispiel die Längswölbung leicht erhöht werden,
um durch die Ausgleichung des Hohlraums eine bessere Stabilität zu erreichen. Ferner
kann der Fußballenbereich mit Gel oder einem ähnlich weichen Material ausgepolstert
werden. Insbesondere wird bevorzugt, das Fußbett im Bereich der Ferse abzusenken und
mit Gel oder einem ähnlich weichen Material auszupolstern, um das Gewicht der Trägerin
stärker als bei anderen High-Heel-Schuhen mit vergleichbarer Fersensprengung auf die
Ferse zu verlagern. Dies kann beispielsweise durch eine gezielte Formgebung der Sohle
erreicht werden.
[0031] Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen High-Heel-Shuhs werden nachfolgend
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines High-Heel-Schuhs mit einer Dämpfungseinrichtung
im Absatz gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 2a
- ein Detail einer Querschnittsansicht entlang der Linie II-II von Figur 1, in der eine
Montagemöglichkeit der Dämpfungseinrichtung in einem erfindungsgemäßen High-Heel-Schuh
dargestellt ist;
- Figur 2b
- eine Querschnittsansicht des Dämpfungselements eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs
entlang der Linie III-III von Figur 2a;
- Figur 2b
- eine Querschnittsansicht des Dämpfungselements eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs
entlang der Linie IV-IV von Figur 2a;
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht eines High-Heel-Schuhs mit einer Dämpfungseinrichtung
im Absatz gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 4
- ein Detail einer Querschnittsansicht ähnlich der von Figur 2a, in dem eine weitere
Montagemöglichkeit der Dämpfungseinrichtung in einem erfindungsgemäßen High-Heel-Schuh
dargestellt ist;
- Figuren 5a-5c
- schematische Rückansichten verschiedener Ausführungsformen der Dämpfungseinrichtung
eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs;
- Figur 6a-6d
- schematische Querschnittsansichten weiterer Ausführungsformen der Dämpfungseinrichtung
eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs; und
- Figur 7a-7m
- beispielhafte Formen von Dämpfungselementen zur Verwendung in erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhen.
[0032] In Figur 1 ist ein High-Heel-Schuh gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung
schematisch dargestellt. Der High-Heel-Schuh 1 weist im Wesentlichen eine Laufsohle
6, eine Brandsohle 7, eine weiche Innensohle 8 und eine Decksohle 9 sowie einen Absatz
im Fersenbereich 10 auf. Zwischen der Brandsohle 7, der Innensohle 8 und der Decksohle
9 bzw. als Bestandteil einer dieser Sohlen können Kissen 31 im Fersenbereich 10, Kissen
32 im Mittelfußbereich und/oder Kissen 33 im Fußballenbereich angeordnet sein. Die
Kissen können aus Gel oder einem ähnlich weichen Material bestehen. Der Fersenbereich
10 kann durch gezielte Formgebung der Sohle abgeflacht bzw. abgesenkt werden. Am unteren
Ende des Absatzes kann der Absatz einen Absatzfleck 5 aufweisen.
[0033] Wie insbesondere in Figuren 1 und 2a erkennbar, ist der Absatz des dargestellten
High-Heel-Schuhs 1 vorzugsweise mit einem Absatzunterteil 2 und einem Absatzoberteil
3 sowie einer Dämpfungseinrichtung 20 versehen, die ein Dämpfungselement 21 aufweist.
Das Dämpfungselement ist zwischen Absatzunterteil 2 und Absatzoberteil 3 angeordnet
und von außen sichtbar. Das Dämpfungselement 21 weist vorzugsweise entlang der Absatzlängsachse
unterschiedliche dämpfend wirkende Querschnitte A
1, A
2, ..., A
i auf und ist senkrecht zur Absatzlängsachse, vorzugsweise im Wesentlichen entlang
seiner gesamten Höhe in Axialrichtung des Absatzes, nach außen frei verformbar.
[0034] Wie in Figuren 2b und 2c dargestellt, können sich die unterschiedlichen dämpfend
wirkenden Querschnitte A
1, A
2, ..., A
i in ihrer Flächengröße unterscheiden. Alternativ dazu oder in Kombination damit können
sich die unterschiedlichen dämpfend wirkenden Querschnitte A
1, A
2, ..., A
i auch in ihrer Form unterscheiden. Ist das Dämpfungselement 21 entsprechend der Ausführungsform
gemäß Figur 1 in Form einer Kugel ausgebildet, so ist die Querschnittsfläche auf Höhe
der Kugelmitte (Fig. 2b) zum Beispiel wesentlich größer als im Bereich der Pole (Figur
2c). Somit kann die Steifigkeit bzw. die Dämpfung des Dämpfungselements 21 gezielt
eingestellt werden.
[0035] Die Dämpfungseinrichtung 20 kann ferner ein Übertragungs- und/oder Führungselement
22 aufweisen. Dieses kann fest mit dem Absatzunterteil 2 verbunden sein und in einer
Bohrung oder Aussparung 4 im Absatzoberteil 3 so enden, dass Kräfte in Absatzlängsrichtung
zwischen Absatzunterteil 2 und Absatzoberteil 3 im Wesentlichen ausschließlich über
das Dämpfungselement 21 übertragen werden. Wird das Übertragungs- und/oder Führungselement
22 in der Aussparung 4 des Absatzoberteils seitlich geführt, können Kräfte bzw. Stöße,
die nicht in Absatzlängsrichtung wirken, direkt über das Element 22 von einem Absatzteil
auf den anderen übertragen werden. Da das Übertragungs- und/oder Führungselement 22
durch das Dämpfungselement 21 geführt ist, wird ein seitliches Ausbrechen des Dämpfungselements
21 bei Belastung in Absatzlängsrichtung verhindert.
[0036] Alternativ oder zusätzlich kann in der Aussparung 4 des Absatzoberteils 3 oder in
einer entsprechenden Aussparung im Absatzunterteil 2 (nicht dargestellt) eine Hülse
25 vorgesehen werden, die sich vom Absatzoberteil nach unten erstreckt und eine größere
Fläche zur Führung des Übertragungs- und/oder Führungselements 22 zur Verfügung stellt.
Die Verbindung zwischen Übertragungs- und/oder Führungselement 22 und Absatzunterteil
2 bzw. Absatzoberteil 3 kann beispielsweise formschlüssig, stoffschlüssig und/oder
reibschlüssig gestaltet werden.
[0037] Alternativ oder zusätzlich kann das Dämpfungselement 21 auch direkt am Absatzunterteil
2 und/oder am Absatzoberteil 3 fest angebracht, z.B. verklebt werden.
[0038] Bei der in Figur 2a gezeigten Ausführungsform wird das Führungselement 22 beispielhaft
mittels einer Feder 24, die auch durch einen sehr elastischen Kunststoff ersetzt werden
kann, in der Aussparung 4 gehalten. Wie in Figur 4 gezeigt, kann das Herausrutschen
des Führungselements 22 alternativ oder zusätzlich auch mittels einer Erweiterung
am oberen Ende des Führungselements 22, nämlich einem Kopf 26, verhindert werden.
Ist der Kopf 26 integral mit dem Führungselement 22, kann das Führungselement beispielsweise
von der Fersenseite her durch das Absatzoberteil 3 hindurchgeschoben und ― nach Auffädeln
des Dämpfungselements 21 ― mit dem Absatzunterteil 2 und/oder dem Absatzfleck 5 verbunden
bzw. verschraubt werden. Das Führungselement 22 kann auch ein Gewinde bzw. eine Steckverbindung
am oberen Ende aufweisen, so dass der Kopf 26 auf das Führungselement 22 aufgeschraubt
bzw. aufgesteckt wird, nachdem dieses von unten in den Absatzoberteil 3 gesteckt und
bis zur Aussparung 4 geführt wird. Weitere Verbindungsarten, die den erforderlichen
Freiheitsgrad gewährleisten und ein einfaches Austauschen des Dämpfungselements 21
ermöglichen, sind ebenfalls möglich.
[0039] In Figur 3 ist eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs
1 gezeigt. Der Schuh 1 ist in seinem Grundaufbau der Ausführungsform gemäß Figuren
1 und 2a-2c ähnlich, unterscheidet sich aber durch die Form des Dämpfungselements
21 der Dämpfungseinrichtung 20. Wie in Figur 3 dargestellt ist das Dämpfungselement
21 in Form zweier aufeinander gestellter Kegelstümpfe 21a, 21b gebildet. Die beiden
das Dämpfungselement 21 formenden Kegelstümpfe 21a, 21b können integral bzw. einstückig
ausgebildet sein oder zweiteilig, d.h. als zwei in Reihe geschaltete Dämpfungselemente
21 a, 21b ausgeführt sein.
[0040] Die Dämpfungseinrichtung eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs 1 kann mehrere
Dämpfungselemente 21 in paralleler oder serieller Anordnung aufweisen. Rückansichten
des Absatzes von High-Heel-Schuhen gemäß weiterer Ausführungsformen der Erfindung
zeigen Figuren 5a bis 5c. Wie dort erkennbar ist, kann die Dämpfungseinrichtung 20
beispielsweise mehrere sphärische Dämpfungselemente 21 oder zusätzliche dämpfende
oder nicht dämpfende Elemente 23 aus einem festeren Material, zum Beispiel hartem
Kunststoff oder Metall, aufweisen.
[0041] Die Dämpfungseinrichtung 20 kann auch im Inneren des Absatzes vorgesehen werden.
Bei der in Figur 6a gezeigten Ausführungsform der Erfindung befindet sich die Dämpfungseinrichtung
20 in einer Kammer im Inneren des Absatzunterteils 2, der dafür beispielsweise zumindest
Abschnittsweise als Hülse gestaltet sein kann. Im Inneren der Hülse wird mindestens
ein Dämpfungselement vorgesehen, das zumindest in einer Richtung senkrecht zur Absatzlängsachse
frei verformbar ist und/oder entlang der Absatzlängsachse unterschiedliche dämpfend
wirkende Querschnitte hat. Beim Dämpfungselement kann es sich beispielsweise um ein
oder mehrere Gelkissen 21 handeln.
[0042] Das hülsenförmige Absatzunterteil 2, das zum Beispiel aus hartem Kunststoff oder
Metall bestehen kann, fungiert als Führungselement. Es kann aber auch ein zusätzliches
Führungselement 22 vorgesehen werden, das sich durch die Dämpfungselemente 21 erstreckt,
wie dies vorstehend im Zusammenhang mit der Ausführungsform gemäß Figur 1 beschrieben
wurde. Zur Kraftübertragung und Stabilisierung des Absatzes sind vorzugsweise Stabilisierungselemente
27 aus einem festeren Material, zum Beispiel mittelhartem oder hartem Kunststoff oder
Metall, im Inneren der Hülse zwischen den Dämpfungselementen 21 platziert. Die Stabilisierungselemente
27 können am Rand der Hülse anliegen und diese Stützen. Zusammen mit dem hülsenförmigen
Absatzunterteil 2, kann so die Stabilität des Absatzes gewährleistet werden.
[0043] Bei der in Figur 6a dargestellten Ausführungsform kann der hülsenförmige Absatzunterteil
2 wie oben beschrieben über eine Feder 24 in einer beispielsweise ringförmigen Aussparung
4 des Absatzoberteils 3 gehalten werden.
[0044] Wie in Figur 6b gezeigt, kann das Absatzunterteil 2 eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs
auch im Wesentlichen nur aus dem Absatzfleck 5 bestehen, der direkt mit dem Führungselement
22 verbunden ist. Der Raum zwischen Absatzfleck 5 und Absatzoberteil 3 kann dabei
vollständig von einem oder mehreren Dämpfungselementen 21 eingenommen werden. Alternativ
kann auch eine Kombination aus Dämpfungselement bzw. -elementen und Stabilisierungselementen
vorgesehen werden.
[0045] Figur 6c zeigt eine Rückansicht des Absatzes eines erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhs.
Wie anhand dieser Ausführungsform erkennbar ist, kann die Dämpfungseinrichtung auch
eine Kombination verschiedenartiger Dämpfungselemente, zum Beispiel Gelkissen und
Polymerdämpfer 28 aufweisen. Polymerdämpfer 28 und/oder Gelkissen können entlang der
Absatzlängsachse unterschiedliche dämpfend wirkende Querschnitte haben. Zwischen den
einzelnen Polymerdämpfern 28 und/oder den Gelkissen können Stabilisierungselemente
27 aus einem festeren Material vorgesehen werden, um die Stabilität des Absatzes zu
gewährleisten.
[0046] Wie in Figur 6d gezeigt, kann sich das Dämpfungselement 21 eines erfindungsgemäßen
High-Heel-Schuhs auch aus mehreren, zum Beispiel zylinderförmigen Elementen zusammensetzen,
die vergleichbare oder unterschiedliche Durchmessern haben. Die in den Figuren 6c
und 6d gezeigten Ausführungsformen können mit oder ohne Führungselement konstruiert
werden.
[0047] Figuren 7a bis 7m zeigen beispielhaft weitere Formen für Dämpfungselemente zur Verwendung
in erfindungsgemäßen High-Heel-Schuhen. Diese Formen haben alle mindestens zwei unterschiedliche,
dämpfend wirkende Querschnitte. Besonders bevorzugt haben die erfindungsgemäß verwendbaren
Dämpfungselemente erheblich mehr unterschiedliche, dämpfend wirkende Querschnitte.
[0048] Die Erfindung sowie die näher beschriebenen Ausführungsformen stellen daher High-Heel-Schuhe
mit einer Dämpfungseinrichtung bereit, die eine schlanke Gestaltung dämpfender Absätze
ermöglicht. Die Dämpfungseigenschaften können dabei flexibel an die Bedürfnisse und
das individuelle Gehverhalten der jeweiligen Trägerin angepasst und mit der Fußbett-
und Schuhgestaltung abgestimmt werden, um das Steh- und Gehverhalten sowie den Tragekomfort
zu optimieren.
1. High-Heel-Schuh mit einer Sohle und einem daran vorgesehenen Absatz mit einer Höhe
von mindestens 4 cm, wobei der Absatz mit einer Dämpfungseinrichtung versehen ist,
wobei die Dämpfungseinrichtung mindestens ein Dämpfungselement aufweist, das entlang
der Absatzlängsachse unterschiedliche dämpfend wirkende Querschnitte hat und/oder
zumindest in einer Richtung senkrecht zur Absatzlängsachse frei verformbar ist.
2. High-Heel-Schuh nach Anspruch 1, wobei ein Verhältnis der größten zur kleinsten Querschnittsfläche
mindestens 1,3, bevorzugt mindestens 1,5 und stärker bevorzugt mindestens 4,0 beträgt.
3. High-Heel-Schuh nach Anspruch 1 oder 2, wobei das mindestens eine Dämpfungselement
von außen sichtbar ist oder in einer Kammer im Absatz angeordnet ist.
4. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Absatz einen Durchmesser
von maximal 4 cm, bevorzugt maximal 2 cm, stärker bevorzugt von maximal 1,2 cm und
am stärksten bevorzugt von maximal 1 cm hat.
5. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Verhältnis der
Höhe des Absatzes zum Durchmesser mindestens 2,5, vorzugsweise mindestens 4,0, stärker
bevorzugt mindestens 5,0 und am stärksten bevorzugt mindestens 7,5 beträgt.
6. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Verhältnis der
Höhe des Absatzes zum Durchmesser im Bereich zwischen 2,5 und 15,0, vorzugsweise zwischen
4,0 und 12,0 liegt.
7. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dämpfungseinrichtung
ein sich durch das mindestens eine Dämpfungselement hindurch erstreckendes Übertragungs-
und Führungselement aufweist.
8. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine
Dämpfungselement mindestens 1 cm, bevorzugt mindestens 2 cm, stärker bevorzugt mindestens
3 cm oder 4 cm Höhe in Axialrichtung des Absatzes aufweist.
9. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine
Dämpfungselement ein gelförmiges oder festes, kompressibles Material aufweist.
10. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine
Dämpfungselement ein Elastomer, thermoplastischen Kunststoff, Kork, Schaumstoff, Latex
und/oder Gel aufweist oder daraus besteht.
11. High-Heel-Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine
Dämpfungselement ein Volumen im Bereich von 0,5 bis 15 cm3, bevorzugt im Bereich von 1,75 bis 5,0 cm3, stärker bevorzugt im Bereich von 1,5 bis 4,0 cm3 hat.