[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Standboden, der vorzugsweise zur Erfassung
der Sprengung und/ oder der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes verwendet
wird. Ferner betrifft die Erfindung eine Erfassungsvorrichtung mit einem Standboden
sowie ein Verfahren zur Erfassung der Sprengung und/ oder der Raumform wenigstens
eines Fußes.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Lösungen bekannt, um die Sprengung bzw.
die Raumform eines Fußes zu erfassen. Unter Sprengung versteht man den Abstand der
Schuhspitze sowie den Abstand der Fersenkappe vom Boden. Die Sprengung umfasst also
den sogenannten Spitzenhub sowie die rückwärtige Kurve der Fersenkappe, die sogenannte
Absatzsprengung. Die Erfassung der Sprengung und/ oder der Raumform eines Fußes dient
dazu, eine maßgefertigten Fußbekleidung, wie beispielsweise einen Bergschuh, einen
Skischuh, einen Sportschuh oder auch einen medizinisch speziell angepassten Schuh,
im Folgenden als Schuh bezeichnet, herzustellen bzw. einen der Anatomie des Fußes
am besten entsprechenden Schuh aus einem bestehenden Sortiment auszuwählen. Um die
Sprengung bzw. die Raumform des Fußes zu erfassen, liegt dieser während der Erfassung
auf der Oberseite eines Standbodens auf. In der Regel werden ebene Standböden verwendet,
auf denen eine Person aufrecht steht. Somit liegt die Fußsohle flach auf dem Standboden
auf. Die Sprengung bzw. Raumform des zu erfassenden Fußes unterscheidet sich aber
in dieser Stellung doch merklich von der späteren Raumform des Innenschuhs bzw. der
Sohle eines gut angepassten Schuhs. Ferner wird die Fußsohle je nach Körpergewicht
und Körperhaltung flach gedrückt, wodurch der Fuß in seiner Längs- und Quererstreckung
von einem Fuß während einer Gehbewegung unterscheidet.
[0003] Daher ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Standboden aufzuzeigen,
der die während der Gehbewegung auftretende Sprengung bzw. Raumform eines Fußes möglichst
genau abbildet. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Erfassungsvorrichtung aufzuzeigen,
mit der die Sprengung und/oder die dreidimensionale Raumform eines Fußes erfasst werden
kann, sowie ein Verfahren hierzu.
[0004] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einem Standboden gemäß Anspruch 1 oder alternativ
mit einem Standboden gemäß Anspruch 4, einer Erfassungsvorrichtung gemäß Anspruch
13 sowie ein Verfahren zur Erfassung der Sprengung und/oder der dreidimensionalen
Raumform eines Fußes gemäß Anspruch 19. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0005] Ein erfindungsgemäßer Standboden, vorzugsweise zur Verwendung für die Erfassung der
Sprengung und/ oder der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes weist eine
Oberseite, eine Vorderkante, eine Rückkante, eine erste Seitenkante und eine zweite
Seitenkante auf. Die Längserstreckung des Standbodens wird durch die Vorderkante und
die Rückkante definiert. Die Quererstreckung des Standbodens wird durch die erste
Seitenkante und die zweite Seitenkante definiert.
[0006] Der erfindungsgemäße Standboden zeichnet sich gegenüber den aus dem Stand der Technik
bekannten Standböden dadurch aus, dass die Oberseite wenigstens eine Vertiefung zur
Haltung des Fußes in einer anatomischen Soll-Stellung aufweist. Diese Vertiefung weist
einen absoluten Tiefpunkt auf. Die Oberseite weist eine vom Tiefpunkt in Längserstreckung
ansteigende Vorderfußauflagefläche, eine vom Tiefpunkt in Längserstreckung ansteigende
Fersenauflagefläche sowie eine im Bereich des Tiefpunkts liegende Ballenauflagefläche
auf.
[0007] Dies hat den Vorteil, dass ein Fuß, der während der Erfassung auf der Oberseite des
Standbodens aufliegt, eine erhöhte Fersenposition sowie ein erhöhtes Vorderzehenplateau
gegenüber den Ballen aufweist. Somit entspricht die Sprengung bzw. Raumform des in
Soll-Stellung gehaltenen Fußes im Wesentlichen der Sprengung bzw. Raumform eines Fußes
während der Gehbewegung. Es wir somit auch die Ausformung der Schuhsohle, die ein
Abrollen des Fußes beim Gehen erlaubt, nachgebildet.
[0008] Vorteilhafterweise weist die Oberseite eine vom Tiefpunkt in Quererstreckung ansteigende
Fußinnenrandauflagefläche sowie eine vom Tiefpunkt in Quererstreckung ansteigende
Fußaußenrandauflagefläche auf. Dadurch wird der Fuß auch in Quererstreckung beidseitig
leicht angehoben, wodurch sich die Raumform eines Fußes während einer Gehbewegung
noch besser abbilden lässt.
[0009] Zweckmäßigerweise steigt die Vorderfußauflagefläche monoton, insbesondere S-förmig,
an. Es ist auch von Vorteil, wenn die Fersenauflagefläche monoton insbesondere S-förmig
ansteigt. Durch die zunächst flach ansteigenden und im weiteren Verlauf steiler werdenden
Auflageflächen kann die Raumform eines Fußes während der Gehbewegung nachgebildet
werden.
[0010] Eine alternative Lösung der Aufgabe gelingt auch mit einem erfindungsgemäßen Standboden,
der sich gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Standböden dadurch auszeichnet,
dass die Topografie der Oberseite der Topografie eines Leistenbodens eines Leistens
entspricht.
[0011] Dies hat den Vorteil, dass für eine Vielzahl von bereits bestehenden Leistenböden
entsprechende Standböden zur Auswahl bereit stehen. Aus diesem Sortiment wird ein
für die Anatomie des zu erfassenden Fußes geeigneter Standboden ausgewählt. Somit
ergibt sich insgesamt der Vorteil der "mass customization", indem ein maßgefertigter
Schaft auf einem bereits vorhandenen Leistenboden aufbaut. Somit kann der Schuh schneller
und kostengünstiger hergestellt werden bzw. kann so direkt den am besten passenden
Schuh aus einem bestehenden Schuhsortiment ausgewählt werden.
[0012] Es ist von Vorteil, wenn die Oberseite des Standbodens wenigstens eine Positionierhilfe
zur Positionierung des Fußes in der anatomischen Soll-Stellung aufweist. Eine Positionierhilfe
erlaubt es, den Fuß für den Erfassungsvorgang genau zu positionieren, also die gewünschte
Soll-Stellung zu erhalten. Eine optimale Positionierung während der Erfassung ist
wesentlich für den Sitz und somit den Tragekomfort des herzustellenden bzw. auszuwählenden
Schuhs.
[0013] Zweckmäßigerweise ist die Positionierhilfe in Form eines Rasters oder in Form von
Konturen ausgebildet. Anhand des Rasters bzw. der Konturen kann der Fußballen genau
in der Ballenauflagefläche positioniert werden, wodurch sich auch eine optimale Auflage
der Ferse sowie des Vorderfußes ergibt.
[0014] Weiterbildend kann der Standboden wenigstens einen pedographischen Drucksensor zur
Erfassung des statischen Fußdrucks aufweisen. Dadurch kann der herzustellende Schuh,
und insbesondere die Sohle, noch besser an die anatomischen Gegebenheiten des Fußes
angepasst werden. Ferner erlaubt ein pedographischer Drucksensor auch das Erkennen
und Korrigieren von etwaigen Fehlstellungen, wie beispielsweise Plattfüße.
[0015] Es ist von Vorteil, wenn die Oberfläche photogrammetrische Marker aufweist. Diese
photogrammetrischen Marker dienen der Zuordnung korrespondierender Marker aus einzelnen
Bildern die während einer optischen Erfassung aufgenommen werden. Durch den Abgleich
der einzelnen Marker kann eine Berechnung der dreidimensionalen Raumform des zu digitalisierenden
Fußes erfolgen.
[0016] Es ist vorteilhaft, wenn der Standboden aus einem formbaren Material hergestellt
ist. Beispielsweise kann der Standboden aus einem Kunststoff hergestellt sein.
[0017] Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Erfassungsvorrichtung mit einem erfindungsgemäßen
Standboden, die sich dadurch auszeichnet, dass die Erfassung der Sprengung und/ oder
der dreidimensionalen Raumform des wenigstens einen Fußes durch optisches Erfassungsmittel
erfolgt. Somit kann die optische Erfassung getrennt von der eigentlichen Berechnung
der Sprengung bzw. Raumform durchgeführt werden.
[0018] Zweckmäßigerweise weist das optische Erfassungsmittel eine Kamera, insbesondere eine
Digitalkamera zur Erfassung der Sprengung auf. Von dem Fuß wird wenigstens eine seitliche
Aufnahme gemacht, welche die Sprengung abbildet. Die Berechnung der Sprengung bzw.
der Parameter wie beispielsweise des Spitzenhubs kann dann durch eine geeignete Software
erfolgen.
[0019] Es ist von Vorteil, wenn das optische Erfassungsmittel einen dreidimensionalen Digitalisierer
und insbesondere einen photogrammetrischen Digitalisierer zur Erfassung der Raumform
aufweist.
[0020] Zweckmäßigerweise ist der Standboden als Bodenplatte der Erfassungsvorrichtung ausgebildet.
[0021] Es ist von Vorteil, wenn der Standboden lösbar mit der Erfassungsvorrichtung verbunden
ist. Dadurch können verschiedene Standböden in die Erfassungsvorrichtung eingelegt
werden, um somit auf die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten der zu erfassenden
Füße verschiedener Personen Rücksicht zu nehmen. Dies können beispielsweise unterschiedliche
Schuhgrößen sowie Fehlstellungen sein. Ferner ist es denkbar, dass bekannte oder etwaige
Fehlstellungen bereits durch den Einsatz von Korrekturunterlagen während des Erfassungsvorgangs
ausgeglichen werden.
[0022] Zweckmäßigerweise weist die Erfassungsvorrichtung jeweils einen Standboden für den
linken und den rechten Fuß auf. Dies hat den Vorteil, dass flexibel auf die jeweilige
anatomische Gegebenheit des Fußes reagiert werden kann. Es ist durchaus denkbar, dass
die Füße eines Menschen unterschiedlich breit und/ oder lang sind, oder eine lediglich
einseitige Fehlstellung aufweisen.
[0023] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Erfassung der Sprengung und/ oder
der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes mit einer erfindungsgemäßen
Erfassungsvorrichtung, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- a) Auswahl eines für die Anatomie des zu erfassenden Fußes geeigneten Standbodens,
- b) Positionierung des zu erfassenden Fußes anhand der Positionierhilfe, und
- c) Erfassung der Sprengung und/ oder der Raumform des Fußes durch das optische Erfassungsmittel.
[0024] Somit kann durch eine erste Bestandsaufnahme der anatomischen Gegebenheiten des Fußes
ein geeigneter Standboden ausgewählt werden, dem die darauffolgende optische Erfassung
zugrunde gelegt wird.
[0025] Zweckmäßigerweise wird in Schritt b) eine etwaige oder auch bekannte Fehlstellung
des Fußes durch Korrekturunterlagen ausgeglichen. Dies hat den Vorteil, dass Fehlstellungen,
wie beispielsweise Plattfüße, bereits während der Erfassung der Sprengung bzw. der
dreidimensionalen Raumform des Fußes berücksichtigt werden können. Somit kann auch
der Einsatz von Einlagen in dem maßgefertigten Schuh vermieden werden, da diese bereits
in der Maßfertigung berücksichtigt werden können.
[0026] Es ist von Vorteil, wenn die Erfassung der Sprengung des Fußes in Schritt c) photographisch
erfolgt. Eine photographische Erfassung durch eine Kamera oder dergleichen ist mit
überschaubarem Aufwand bei gleichzeitig hoher Genauigkeit verbunden. Hierzu kann vorzugsweise
eine handelsübliche Digitalkamera eingesetzt werden.
[0027] Ferner ist es ist von Vorteil, wenn die Erfassung der Raumform des Fußes in Schritt
c) photogrammetrisch erfolgt. Eine photogrammetrische Erfassung hat den Vorteil, dass
eine hohe Genauigkeit bei überschaubarem technischem Aufwand erzielt wird. Im Allgemeinen
erfolgt die photogrammetrische Erfassung der Raumform über einen Abgleich einer Mehrzahl
von sich im Darstellungsbereich überlappenden Bildern, die vorzugsweise durch eine
handelsübliche Digitalkamera aufgezeichnet werden.
[0028] Zweckmäßigerweise können beide Füße gleichzeitig erfasst werden. Dadurch verkürzt
sich die notwendige Zeit für den gesamten Erfassungsvorgang.
[0029] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Standbodens
einer erfindungsgemäßen Erfassungsvorrichtung mit nicht aufliegendem Fuß;
- Fig. 2
- die Darstellung gemäß Fig. 1 mit einem aufliegenden Fuß;
- Fig. 3
- eine Frontalansicht des erfindungsgemäßen Standbodens einer erfindungsgemäßen Erfassungsvorrichtung
mit nicht aufliegendem Fuß;
- Fig. 4
- die Darstellung gemäß Fig. 3 mit aufliegendem Fuß;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf den ersten erfindungsgemäßen Standboden mit einer rasterförmigen
Positionierhilfe;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf den ersten erfindungsgemäßen Standboden mit konturförmiger Positionierhilfe;
und
- Fig. 7
- einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Standbodens
einer erfindungsgemäßen Erfassungsvorrichtung mit nicht aufliegendem Fuß.
[0030] In den Fig. 1 bis 6 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßer Standboden
1 zur Erfassung der Sprengung und/ oder dreidimensionalen Raumform eines Fußes 2 dargestellt.
Der Standboden 1 hat eine Oberseite 3, eine Vorderkante 4 sowie eine Rückkante 5.
Die Vorderkante 4 und die Rückkante 5 definieren die Längserstreckung LE des Standbodens
1. Ferner hat der Standboden eine erste Seitenkante 6 und eine zweite Seitenkante
7. Die erste Seitenkante 6 und die zweite Seitenkante 7 definieren die Quererstreckung
QE des Standbodens 1. Die Oberseite 3 des Standbodens 1 weist eine Vertiefung 8 auf.
Die Vertiefung 8 hat einen absoluten Tiefpunkt 9.
[0031] Die Schenkel der Vertiefung 8 in Längserstreckung LE steigen vom Tiefpunkt 9 an.
Wie man insbesondere in den Schnittdarstellungen gemäß Fig. 1 und Fig. 2 entlang der
Schnittlinie A-A (vgl. Fig. 5 und Fig. 6) gut erkennen kann, hat die Vertiefung 8
eine vom Tiefpunkt 9 in Richtung der Vorderkante 4 ansteigende Vorderfußauflagefläche
10. Ferner hat die Vertiefung 8 eine vom Tiefpunkt 9 in Richtung der Rückkante 5 ansteigende
Fersenauflagefläche 11. Die Oberseite 3 hat im Bereich des Tiefpunktes 9 eine Ballenauflagefläche
12. Die Vorderfußauflagefläche 10 und Fersenauflagefläche 11 steigen monoton in Richtung
der Vorderkante 4 bzw. Rückkante 5 an. Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, können diese
S-förmig ansteigen, jedoch sind auch andere Steigungen und/ oder Krümmungen denkbar.
[0032] Wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, weist die Vertiefung 8 eine vom Tiefpunkt 9 in Quererstreckung
QE in Richtung der erste Seitenkante 6 ansteigende Fußinnenrandauflagefläche 13 sowie
eine in Richtung der zweite Seitenkante 7 ansteigende Fußaußenrandauflagefläche 14
auf. Die Fußinnenrandauflagefläche 13 und die Fußaußenrandauflagefläche 14 steigen
monoton und symmetrisch vom Tiefpunkt 9 in Richtung der erste Seitenkante 6 bzw. zweite
Seitenkante 7 an. Wie dargestellt kann sich der Krümmung der Fußinnenrandauflagefläche
13 und der Fußaußenrandauflagefläche 14 vom Tiefpunkt 9 ausgehend ändern.
[0033] Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Standboden 1. Die Positionierhilfe
15 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Raster ausgeführt. Die Rasterung ist so angeordnet,
dass der (nicht dargestellte) Fuß 2 so auf dem Standboden 1 gestellt werden kann,
dass die Fußballen im Bereich des Tiefpunktes 9 und somit auf der Ballenauflagefläche
12 zum aufliegen kommen. Ferner kann die Oberseite 3 eine Vielzahl an photgrammetrischen
Markern aufweisen, die um die Positionierhilfe 15 verteilt sind und welche zur photogrammetrischen
Erfassung der dreidimensionalen Raumform des Fußes 2 dienen.
[0034] Fig. 6 zeigt eine weitere Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Standboden 1. Im
Unterschied zu dem in Fig. 5 dargestellten Standboden 1 ist die Positionierhilfe 15
in Form von Konturen ausgeführt. Die Konturen können auch mit weiteren Markierungen,
wie beispielsweise Schuhgrößen oder dergleichen versehen sein, um somit die Positionierung
des (nicht dargestellten) Fußes 2 weiter zu erleichtern. Generell ist auch jede andere
Form von Positionierhilfen 15 denkbar, wie beispielsweise Schieber, die auf der Oberseite
3 des Standbodens 1 verschieblich angeordnet sind.
[0035] Fig. 7 zeigt einen Längsschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Standbodens 1 zur Erfassung der dreidimensionalen Raumform eines Fußes 2. Wie man
gut erkennen kann, unterscheidet sich der hier dargestellte Standboden 1 von dem in
den Fig. 1 bis 6 gezeigten Standboden 1 dadurch, dass die Topographie der Oberseite
3 des Standbodens 1 der Topografie eines gestrichelt dargestellten Leistenbodens 16
entspricht.
[0036] In diesem Ausführungsbeispiel weist die Oberseite 3 des Standbodens 1 neben der ersten
Vertiefung 8 mit dem ersten Tiefpunkt 9 eine zweite Vertiefung 17 mit einem zweiten
Tiefpunkt 18 aufweist. Die sich vom ersten Tiefpunkt 8 in Richtung des zweiten Tiefpunktes
18 erstreckende Fersenauflagefläche 11 ist bogenförmig erhöht ausgeführt.
[0037] Somit ist die Fersenauflagefläche 11 also nicht monoton ansteigend wie es beim ersten
Ausführungsbeispiel der Fall ist (vgl. Fig. 1 bis 6), sondern ist zunächst ansteigend
und dann wieder abfallend ausgeführt. Mithin ergibt sich in der dargestellten Längsschnittansicht
ein wellenförmiger Verlauf der Oberseite 3 des Standbodens 1.
[0038] Im Nachfolgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung der Sprengung
und/ oder der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes 2 beschrieben. Vor
Beginn der Erfassung bzw. der Digitalisierung wird ein für die Anatomie des zu erfassenden
Fußes 2 geeigneter Standboden 1 ausgewählt. Der ausgewählte Standboden 1 wird dann
in eine Erfassungsvorrichtung eingelegt und mit einem Podest verbunden.
[0039] Im Anschluss wird der Fuß 2 anhand der Positionierhilfe 15 so auf der Oberseite 3
des Standbodens 1 positioniert, dass die Fußballen an der Ballenauflagefläche 12 im
Bereich des (ersten) Tiefpunktes 9 der (ersten) Vertiefung 8 zur Auflage gelangen.
Somit liegen das Vorderzehenplateau des Fußes 2 an der Vorderfußauflagefläche 10 und
der Fersenbereich des Fußes 2 an der Fersenauflagefläche 11 auf (vgl. Fig. 1, Fig.
2 und Fig. 7). Hierbei werden das Vorderzehenplateau des Fußes 2 gegenüber den Ballen
angehoben. Je nachdem ob ein Standoden mit einer Vertiefung 8, mit zwei Vertiefung
8, 16 oder irgendein anderer Standboden 1 gewählt wurde, wird der Fersenbereich des
Fußes 2 ebenfalls gegenüber den Ballen angehoben bzw. wird durch die bogenförmige
Erhöhung durchgebogen oder sonst wie der Raumform eines Fußes 2 bei der Gehbewegung
angepasst.
[0040] Des Weiteren liegen nach der Positionierung des Fußes 2 der Fußeninnenrand sowie
der Fußaußenrand auf der Fußinnenrandauflagefläche 13 bzw. der Fußaußenrandauflagefläche
14 auf. Dadurch kann der Fuß 2 in Quererstreckung leicht gebogen werden, sofern der
Standboden 1 eine entsprechende Vertiefung 8 aufweist (vgl. Fig. 3 und Fig. 4).
[0041] Es ist denkbar, dass die Soll-Stellung des Fußes 2 durch Korrekturunterlagen korrigiert
wird. Dies kann beispielsweise bei Fehlstellung notwendig sein, um diese direkt bei
der anschließenden Digitalisierung zu berücksichtigen, um somit den Schuh auch von
medizinischen Gesichtspunkten her zu fertigen. Denkbar ist auch, dass die Druckbelastung
des Fußes pedographisch aufgenommen wird, um den zu fertigenden Schuh noch genauer
an die Gegebenheiten des Fußes 2 anzupassen.
[0042] Im Folgenden wird dann die dreidimensionale Raumform des Fußes 2 bzw. der Füße 2
durch ein optisches Erfassungsmittel erfasst. Dies kann beispielsweise durch ein photogrammetrisches
Digitalisierverfahren erfolgen.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Standboden
- 2
- Fuß
- 3
- Oberseite
- 4
- Vorderkante
- 5
- Rückkante
- 6
- Erste Seitenkante
- 7
- Zweite Seitenkante
- 8
- (erste) Vertiefung
- 9
- (erster) Tiefpunkt
- 10
- Vorderfußauflagefläche
- 11
- Fersenauflagefläche
- 12
- Ballenauflagefläche
- 13
- Fußinnenrandauflagefläche
- 14
- Fußaußenrandauflagefläche
- 15
- Positionierhilfe
- 16
- Leistenboden
- 17
- (zweite) Vertiefung
- 18
- (zweiter) Tiefpunkt
- LE
- Längserstreckung
- QE
- Quererstreckung
1. Standboden (1) vorzugsweise zur Verwendung für die Erfassung der Sprengung und/ oder
der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes (2), wobei der Standboden (1)
eine Oberseite (3), eine Vorderkante (4), eine Rückkante (5), eine erste Seitenkante
(6) und eine Aussenkante (7) aufweist, und die Längsersteckung (LE) des Standbodens
(1) durch die Vorderkante (4) und die Rückkante (5) definiert ist, und die Quererstreckung
(QE) des Standbodens (1) durch die erste Seitenkante (6) und die Aussenkante (7) definiert
ist, und der Fuß (2) während der Erfassung auf der Oberseite (3) des Standbodens (1)
aufliegt, dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberseite (3) wenigstens eine Vertiefung (8) zur Haltung des Fußes (2) in einer
anatomischen Soll-Stellung aufweist,
wobei die Vertiefung (8) einen absoluten Tiefpunkt (9) aufweist,
und eine vom Tiefpunkt (9) in Längserstreckung (LE) ansteigende Vorderfußauflagefläche
(10) aufweist, und eine vom Tiefpunkt (9) in Längsersteckung (LE) ansteigende Fersenauflagefläche
(11) aufweist, und eine im Bereich des Tiefpunktes (9) liegende Ballenauflagefläche
(12) aufweist.
2. Standboden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Vertiefung (8) eine vom Tiefpunkt (9) in Quererstreckung (QE) ansteigende Fußinnenrandauflagefläche
(13) aufweist, und eine vom Tiefpunkt (9) in Quererstreckung (QE) ansteigende Fußaußenrandauflagefläche
(14) aufweist.
3. Standboden (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderfußauflagefläche (10) monoton, insbesondere S-förmig, ansteigt.
4. Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fersenauflagefläche (11) monoton, insbesondere S-förmig, ansteigt.
5. Standboden (1) vorzugsweise zur Verwendung für die Erfassung der Sprengung und/ oder
der dreidimensionalen Raumform wenigstens eines Fußes (2), wobei der Standboden (1)
eine Oberseite (3), eine Vorderkante (4), eine Rückkante (5), eine erste Seitenkante
(6) und eine Aussenkante (7) aufweist, und die Längsersteckung (LE) des Standbodens
(1) durch die Vorderkante (4) und die Rückkante (5) definiert ist, und die Quererstreckung
(QE) des Standbodens (1) durch die erste Seitenkante (6) und die Aussenkante (7) definiert
ist, und der Fuß (2) während der Erfassung auf der Oberseite (3) des Standbodens (1)
aufliegt, dadurch gekennzeichnet, dass
die Topografie der Oberseite (3) der Topografie eines Leistenbodens (16) eines Leistens
entspricht.
6. Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
auf der Oberseite (3) wenigstens eine Positionierhilfe (15) zur Positionierung des
Fußes (2) in der anatomischen Soll-Stellung aufweist.
7. Standboden (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (15) in Form eines Rasters ausgebildet ist.
8. Standboden (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (15) in Form von Konturen ausgebildet ist.
9. Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Standboden (1) wenigstens einen pedographischen Drucksensor zur Erfassung des
statischen Fußdrucks aufweist.
10. Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberfläche (3) photogrammetrische Marker (16) aufweist.
11. Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Standboden (1) aus einem formbaren Material hergestellt ist.
12. Erfassungsvorrichtung mit einem Standboden (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Erfassung der Sprengung und/ oder der dreidimensionalen Raumform des wenigstens
eines Fußes (2) durch einen optisches Erfassungsmittel erfolgt.
13. Erfassungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Erfassungsmittel eine Kamera, insbesondere eine Digitalkamera aufweist.
14. Erfassungsvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Erfassungsmittel einen dreidimensionalen Digitalisierer, insbesondere
einen photogrammetrischen Digitalisierer aufweist.
15. Erfassungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Standboden (1) als Bodenplatte der Erfassungsvorrichtung ausgebildet ist.
16. Erfassungsvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Standboden (1) lösbar mit der Erfassungsvorrichtung verbunden ist.
17. Erfassungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
für den linken und den rechten Fuß (2) jeweils ein Standboden (1) vorgesehen ist.
18. Verfahren zur Erfassung der Sprengung und/ oder der dreidimensionalen Raumform wenigstens
einen Fußes (2) mit einer Erfassungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
12 bis 17, umfassend die folgenden Schritte:
- Auswahl eines für die Anatomie des zu erfassenden Fußes (2) geeigneten Standbodens
(1),
- Positionierung des zu erfassenden Fußes (2) anhand der Positionierhilfe (15),
- Erfassung der Sprengung und/ oder der Raumform des Fußes (2) durch das optische
Erfassungsmittel
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass
in Schritt b) eine etwaige Fehlstellung des Fußes (2) durch Korrekturunterlagen ausgeglichen
wird.
20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) die Sprengung des Fußes (2) photographisch erfasst wird.
21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass
in Schritt c) die Raumform des Fußes (2) photogrammetrisch erfasst wird.
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass
die Erfassung für beide Füße (2) gleichzeitig erfolgt.