[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Matratze mit einem Rückenauflageabschnitt,
einem Gesäßauflageabschnitt und einem Fußauflageabschnitt, deren jeweiligen Oberseiten
gemeinsam eine sich im Wesentlichen eben erstreckende Liegefläche mit einer vorbestimmten
Liegeflächenbreite und einer vorbestimmten Liegeflächenlänge bilden.
[0002] Derartige Matratzen sind im Stand der Technik in unterschiedlichsten Ausgestaltungen
bekannt. Sie weisen normalerweise eine konstante Höhe auf, die in Abhängigkeit vom
angestrebten Liegekomfort gewählt ist. Ein Problem solcher herkömmlicher Matratzen
besteht darin, dass sie für spezielle Anwendungsbereiche ungeeignet sind. Wird eine
herkömmliche Matratze mit einer üblichen Höhe von bis zu 200 mm beispielsweise für
ein Krankenbett verwendet, das über eine verschwenkbare Rückenlehne und eine verschwenkbare
Fußauflagefläche verfügt, so können die Verschwenkmöglichkeiten insbesondere der Fußauflagefläche
stark eingeschränkt werden, da die Matratze aufgrund ihrer Höhe unflexibel ist und
den Verschwenkbewegungen der Fußauflagefläche nicht folgen kann. Darüber hinaus bildet
die Matratze beim Verschwenken der Fußauflagefläche in Abwärtsrichtung entlang der
Knick- bzw. Biegelinie einen Wulst mit großem Biegeradius, der einer in dem Krankenbett
ruhenden Person das Aufstehen nach vorne - also über die Fußauflagefläche hinweg -
erschwert.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Matratze der eingangs genannten Art mit alternativem Aufbau zu schaffen, die
insbesondere für ein Sitz- und/oder Liegemöbel mit verschwenkbarer Rückenlehne und
verschwenkbarer Fußauflagefläche geeignet ist und eine gute Flexibilität im Fußauflageabschnitt
aufweist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe schafft die vorliegende Erfindung eine Matratze der eingangs
genannten Art, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Höhe des Fußauflageabschnitts
geringer als die Höhe des Rückenauflageabschnitts und des Gesäßauflageabschnitts ist,
und dass die Matratze ein die Liegefläche bildendes Matratzenoberteil und ein Matratzenunterteil
aufweist. Aufgrund seiner geringeren Höhe weist der Fußauflageabschnitt im Vergleich
zu den anderen Matratzenabschnitten eine bessere Flexibilität auf und ist entsprechend
gut elastisch verformbar. Darüber hinaus entsteht bei der Verformung des Fußauflageabschnitts
entlang der Knick- bzw. Biegelinie ein Wulst mit nur geringem Biegeradius, wodurch
die eingangs beschriebenen, mit einem großen Biegeradius einhergehenden Probleme beseitigt
werden. Dank der Unterteilung der Matratze in Matratzenoberteil und Matratzenunterteil
ergibt sich ein zweiteiliger, leicht herzustellender Aufbau. Darüber hinaus können
Eigenschaften des Matratzenoberteils unabhängig von den Eigenschaften des Matratzenunterteils
gewählt werden, wie beispielsweise die Matratzenhärte oder dergleichen. Dies führt
zu einer sehr flexiblen Anpassung des Matratzenoberteils an die Bedürfnisse einer
die Matratze nutzenden Person.
[0005] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Höhe des Rückenauflageabschnitts
gleich der Höhe des Gesäßauflageabschnitts, wodurch sich ein einfacher Aufbau ergibt.
[0006] Die Höhe des Rückenauflageabschnitts und/oder die Höhe des Gesäßauflageabschnitts
liegt/liegen bevorzugt im Bereich von 100 bis 200 mm, was der Höhe herkömmlicher Matratzen
entspricht.
[0007] Die Höhe des Fußauflageabschnitts liegt vorteilhaft im Bereich von 40 bis 80 mm.
Auf diese Weise werden zum einen eine hinreichende Polsterung und zum anderen eine
gute Flexibilität des Fußauflageabschnitts erzielt.
[0008] Die Matratze umfasst bevorzugt wenigstens eine die Matratzenaußenseite bildende Schutzhülle,
die insbesondere im Bereich der Liegefläche wasserdicht ausgebildet ist. Entsprechend
wird der Matratzenkern vor eindringender Feuchtigkeit geschützt. Darüber hinaus ist
die Matratzenaußenseite abwischbar und kann entsprechend einfach gereinigt werden.
[0009] Bevorzugt sind das Matratzenoberteil und das Matratzenunterteil lösbar aneinander
befestigt. Auf diese Weise wird die Handhabung der Matratze verbessert.
[0010] Das Matratzenoberteil weist bevorzugt eine konstante Höhe auf, die der Höhe des Fußauflageabschnitts
entspricht, und das Matratzenunterteil erstreckt sich bevorzugt über den Rückenauflageabschnitt
und den Gesäßauflageabschnitt und weist eine Höhe auf, die der Differenz aus der Höhe
des Rückenauflageabschnitts und der Höhe des Fußauflageabschnitts und/oder der Differenz
aus der Höhe des Gesäßauflageabschnitts und der Höhe des Fußauflageabschnitts entspricht.
[0011] Das Matratzenoberteil und das Matratzenunterteil sind vorteilhaft über einen Reißverschluss
und/oder einen Klettverschluss lösbar aneinander befestigt. Entsprechend können das
Matratzenoberteil und das Matratzenunterteil einfach voneinander gelöst und miteinander
verbunden werden.
[0012] Die Liegeflächenbreite liegt bevorzugt im Bereich zwischen 500 und 1200 mm.
[0013] Die Liegeflächenlänge liegt vorteilhaft im Bereich von 1800 bis 2200 mm.
[0014] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung entspricht die Länge des Fußauflageabschnitts
einem Viertel bis einem Drittel der Liegeflächenlänge.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist an dem Fußauflageabschnitt
zumindest ein Führungsmittel vorgesehen, das derart ausgebildet ist, dass es im bestimmungsgemäß
angeordneten Zustand der Matratze mit einem weiteren Führungsmittel zur Erzeugung
einer Zwangsführung des Fußauflageabschnitts zusammenwirkt. Diese Zwangsführung dient
dazu, den Fußauflageabschnitt während seiner Verformung in vorbestimmter Art und Weise
zu führen. Die weiteren Führungsmittel sind dabei an einer Matratzenaufnahme befestigt,
wie beispielsweise an einer Fußauflagefläche eines Sitz- und/oder Liegemöbels.
[0016] Bevorzugt sind Führungsmittel im Bereich des freien Endes des Fußauflageabschnitts
seitlich einander gegenüberliegend vorgesehen. Entsprechend lassen sich die Führungsmittel
während der Herstellung der Matratze problemlos an dem Fußauflageabschnitt befestigen.
Darüber hinaus können die Führungsmittel auch bequem mit den weiteren Führungsmitteln
in Eingriff gebracht werden.
[0017] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sind als Führungsmittel mit
einer Öse versehene, von dem Fußauflageabschnitt vorstehende Laschen vorgesehen.
[0018] Ferner schafft die vorliegende Erfindung ein Sitz- und/oder Liegemöbel mit einem
Rahmen, einer ein Sitzpolster aufnehmenden Sitzfläche, einer sich an ein hinteres
Sitzflächenende anschließenden, um eine Rückenlehnenschwenkachse verschwenkbaren und
ein Rückenpolster aufnehmenden Rückenlehne, und einer sich an ein vorderes Sitzflächenende
anschließenden, um eine Fußauflageflächenschwenkachse verschwenkbaren und ein Fußpolster
aufnehmenden Fußauflagefläche, wobei das Sitzpolster, das Rückenpolster und das Fußpolster
durch eine Matratze der zuvor beschriebenen Art gebildet sind.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Beschreibung einer Matratze und eines Sitz- und Liegemöbels in Form eines Krankenbettes
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende
Zeichnung deutlich. Darin ist
- Figur 1
- eine perspektivische Draufsicht einer Matratze gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
- Figur 2
- eine perspektivische Unteransicht der in Figur 1 dargestellten Matratze;
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht eines Sitz- und Liegemöbels gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, das die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Matratze aufweist
und sich in einer ersten Stellung befindet; und
- Figur 4
- eine schematische Seitenansicht des in Figur 3 dargestellten Sitz- und Liegemöbels,
das sich in einer zweiten Stellung befindet.
[0020] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Matratze 10 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung. Die Matratze 10 umfasst ein gedanklich in einen Rückenauflageabschnitt
12, einen Gesäßauflageabschnitt 14 und einen Fußauflageabschnitt 16 unterteilbares,
einteilig ausgebildetes Matratzenoberteil 18 und ein lösbar an dem Matratzenoberteil
18 gehaltenes, ebenfalls einteilig ausgebildetes Matratzenunterteil 20.
[0021] Das Matratzenoberteil 18 bildet eine sich eben erstreckende Liegefläche 22 mit einer
vorbestimmen Liegeflächenbreite B
L und einer vorbestimmten Liegeflächenlänge L
L, wobei die Liegeflächenbreite B
L vorliegend 900 mm und die Liegeflächenlänge L
L 2000 mm beträgt. Das Matratzenoberteil 18 weist eine Höhe H
Mo von 50 mm auf und ist von einer Schutzhülle umgeben. Die Schutzhülle kann beispielsweise
aus Stoff oder aus einem wasserundurchlässigen Kunststoffmaterial hergestellt sein.
Im letzteren Fall kann die Schutzhülle seitlich und/oder an ihrer Unterseite mit Perforationen
versehen sein, die einen Luftaustausch gestatten.
[0022] Das Matratzenunterteil 20 erstreckt sich unterhalb des Rückenauflageabschnitts 12
und des Gesäßauflageabschnitts 14 über die gesamte Liegeflächenbreite B
L und über zwei Drittel der Liegeflächenlänge L
L. Die Höhe H
Mo des Matratzenunterteils 20 beträgt vorliegend 120 mm. Das Matratzenunterteil 20 ist
ebenfalls von einer Schutzhülle umgeben, die beispielsweise aus Stoff oder aus einem
wasserundurchlässigen Kunststoffmaterial hergestellt sein kann. Im letzteren Fall
können auch hier insbesondere seitlich und/oder an der Unterseite Perforationen vorgesehen
sein, die einen Luftaustausch gestatten.
[0023] Zur lösbaren Befestigung des Matratzenunterteils 20 am Matratzenoberteil 18 ist ein
Reißverschluss 24 vorgesehen, der sich im Wesentlichen entlang der zum Matratzenoberteil
18 weisenden Kante des Matratzenunterteils 20 erstreckt.
[0024] Bei der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Matratze 10 weisen der Rückenauflageabschnitt
12 und der Gesäßauflageabschnitt 14 aufgrund der Anordnung und Ausbildung des Matratzenoberteils
18 und des Matratzenunterteils 20 also eine konstante Höhe H
1 von insgesamt 170 mm auf, wohingegen die Höhe H
2 des Fußauflageabschnitts 16 der Höhe des Matratzenoberteils 18 entspricht und somit
lediglich 120 mm beträgt. Entsprechend ist der Fußauflageabschnitt 16 vergleichsweise
flexibel und lässt sich leicht verformen.
[0025] Im Bereich des freien Endes des Fußauflageabschnitts 16 sind seitlich einander gegenüberliegend
Führungsmittel 26 vorgesehen, bei denen es sich jeweils um mit einer Öse versehene
Laschen handelt.
[0026] Es sollte klar sein, dass die zuvor genannten Abmessungen der Matratze 10 bzw. des
Matratzenoberteils 18 und des Matratzenunterteils 20 nur als Beispiel dienen und grundsätzlich
variiert werden können, insbesondere innerhalb der in den Ansprüchen genannten Abmessungsbereiche.
[0027] Die Figuren 3 und 4 zeigen ein Sitz- und Liegemöbel 30 gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, bei dem es sich um ein Krankenbett handelt. Das Sitz-
und Liegemöbel 30 umfasst einen Rahmen 32, an dem eine Sitzfläche 34 sowie eine sich
an ein hinteres Sitzflächenende 34a anschließende, um eine Rückenlehnenschwenkachse
36 verschwenkbare Rückenlehne 38 gehalten sind. Die Rückenlehnenschwenkachse 36 wird
durch zwei Scharniere gebildet. Diese sind an zwei U-förmig ausgebildeten, einander
gegenüberliegend angeordneten, seitlich an der Sitzfläche 34 und aufwärts von dieser
vorstehend gehaltenen Halteelementen 40 befestigt. Entsprechend ist die Rückenlehnenschwenkachse
36 oberhalb der Sitzfläche 34 und von dem hinteren Sitzflächenende 34a nach vorne
beabstandet positioniert. Genauer gesagt ist die Rückenlehnenschwenkachse 36 oberhalb
der neutralen Zone der Matratze 10 angeordnet, bevorzugt sogar auf Höhe der Oberseite
der Matratze 10, auch wenn dies vorliegend nicht dargestellt ist. An den die Rückenlehnenschwenkachse
36 definierenden Scharnieren ist jeweils ein freies Ende eines L-förmig ausgebildeten
Hebelarms 42 gehalten, dessen zweites freies Ende seitlich an der Rückenlehne 38 befestigt
ist. Auf diese Weise kann die Rückenlehne 38 um die Rückenlehnenschwenkachse 36 verschwenkt
werden. Unterhalb der Sitzfläche 34 bzw. der Rückenlehne 38 ist ein Rückenlehnenantrieb
44 positioniert, der zum Verschwenken der Rückenlehne 38 um die Rückenlehnenschwenkachse
36 dient. Der Rückenlehnenantrieb 44 wird durch zwei Antriebszylinder gebildet, die
einander gegenüberliegend seitlich an dem Rahmen 32 einerseits und an der Rückenlehne
38 andererseits gelenkig gehalten sind. Die Befestigungsposition der Antriebszylinder
an dem Rahmen 32 ist dabei in Richtung des Pfeils A veränderbar.
[0028] Auch die Sitzfläche 34 ist um eine im Bereich des vorderen Sitzflächenendes 34b positionierte
Sitzflächenschwenkachse 46 verschwenkbar an dem Rahmen 32 gehalten. Die Sitzfläche
34 und die Rückenlehne 38 sind ferner über einen Antrieb 48 miteinander verbunden,
über den ein vorbestimmter Abstand zwischen der Sitzfläche 34 und der Rückenlehne
38 veränderbar ist. Der Antrieb 48 wird durch zwei seitlich unterhalb der Sitzfläche
34 bzw. der Rückenlehne 38 angeordnete Antriebszylinder gebildet, die an der Sitzfläche
34 einerseits und an der Rückenlehne 38 andererseits gelenkig gehalten sind.
[0029] Seitlich an dem Rahmen 32 ist im vorderen Bereich jeweils ein Haltegriff 50 angeordnet,
der über das vordere Sitzflächenende 34b vorsteht.
[0030] Das Sitz- und Liegemöbel 30 umfasst ferner eine Fußauflagefläche 52, die um eine
an dem hinteren Fußauflageflächenende 42a angeordnete Fußauflageflächenschwenkachse
54 verschwenkbar gehalten ist. Die Fußauflageflächenschwenkachse 54 ist mit einem
Antrieb 56 zum Heben und Senken der Fußauflagefläche 52 verbunden, der durch zwei
sich senkrecht erstreckende Antriebszylinder gebildet wird. Die Antriebszylinder sind
an einem Fußauflageflächenträger 58 montiert, der an dem Rahmen 32 geführt vor- und
zurückbewegbar ist, so dass er nach Bedarf unter dem Rahmen 32 verstaut werden kann.
Zum Vor- und Zurückbewegen des Fußauflageflächenträgers 58 ist ein Fußauflageflächenträgerantrieb
60 vorgesehen, der durch zwei Antriebszylinder gebildet wird, die jeweils am hinteren
Teil des Rahmens 32 einerseits und an dem Fußauflageflächenträger 58 andererseits
befestigt sind. Zum Verschwenken der Fußauflagefläche 52 um die Fußauflageflächenschwenkachse
54 ist ferner ein Fußauflageflächenantrieb 62 vorgesehen, der durch zwei seitlich
an dem Fußauflageflächenträger 58 angeordnete Antriebszylinder gebildet wird, die
einerseits am Fußauflageflächenträger 48 und andererseits an der Unterseite des vorderen
Fußauflageflächenendes 52b gelenkig gehalten sind.
[0031] Figur 3 zeigt das Sitz- und Liegemöbel 30 in der Liegestellung. Soll nun ausgehend
von dieser Liegestellung einer in dem Sitz- und Liegemöbel 30 ruhenden Person das
Aufstehen aus dem Sitz- und Liegemöbel 30 nach vorne erleichtert werden, so wird der
Rückenlehnenantrieb 44 derart betätigt, dass die Kolbenstangen der Antriebszylinder
ausfahren. Entsprechend führt die Rückenlehne 38 eine Schwenkbewegung um die Rückenlehnenschwenkachse
36 durch und hebt sich an. Werden die beiden Antriebszylinder des die Sitzfläche 34
und die Rückenlehne 38 verbindenden Antriebs 48 zu diesem Zeitpunkt auf Freilauf geschaltet,
so wird zunächst ausschließlich die Rückenlehne 38 bewegt, während die Sitzfläche
34 weiter auf dem Rahmen 32 ruht. Aufgrund der Tatsache, dass die Rückenlehnenschwenkachse
36 oberhalb der Sitzfläche 34 angeordnet und von dem hinteren Sitzflächenende 34a
nach vorne beabstandet ist, werden die Sitzfläche 34 und die Rückenlehne 38 während
der Schwenkbewegung der Rückenlehne 38 um ihre Rückenlehnenschwenkachse 36 zunehmend
voneinander beabstandet, wodurch ein Spalt 64 erzeugt wird. Dank dieses Spaltes 64
wird die Rückenpartie einer in dem Sitz- und Liegemöbel 30 ruhenden Person während
des Aufrichtens der Rückenlehne 38 nicht gestaucht, weshalb selbst Personen mit Rückenleiden
während des Aufstellens der Rückenlehne 38 keine Schmerzen erleiden. Darüber hinaus
kann auch die Matratze 10 der Bewegung der Rückenlehne 38 besser folgen. Zum Abdecken
des Spaltes 60 kann das hintere Sitzflächenende 34a und das zu diesem weisende Rückenlehnenende
kammartig ineinander greifende Endabschnitte aufweisen, auch wenn dies vorliegend
nicht dargestellt ist.
[0032] Werden die Antriebszylinder des die Sitzfläche 34 und die Rückenlehne 38 miteinander
verbindenden Antriebs 48 nunmehr arretiert und werden die Kolbenstangen der Antriebszylinder
des Rückenlehnenantriebs 44 weiter ausgefahren, so wird die Sitzfläche 34 beim weiteren
Verschwenken der Rückenlehne 38 um die Rückenlehnenschwenkachse 36 aufwärts um die
Sitzflächenschwenkachse 46 bewegt, wie es in Figur 4 gezeigt ist. Beim weiteren Ausfahren
der Kolbenstangen der Hydraulikzylinder des Rückenlehnenantriebs 44 können nun die
Sitzfläche 34 und die Rückenlehne 38 soweit angehoben werden, dass ein einfaches Aussteigen
der in dem Sitz- und Liegemöbel 30 ruhenden Person möglich ist. Die Person kann sich
während des Aussteigens mühelos an den Haltegriffen 50 abstützen, da diese über das
vordere Sitzflächenende 34b vorstehen.
[0033] Um zu verhindern, dass die Fußauflagefläche 52 das Aufstehen der Person aus dem Sitz-
und Liegemöbel 30 nach vorne behindert, kann die Fußauflagefläche 52 unterhalb des
Rahmens 32 verstaut werden. Hierzu werden die Zylinder des Antriebs 56 und des Fußauflageflächenantriebs
62 zeitgleich eingefahren, so dass die Fußauflagefläche 52 abgesenkt und um die Fußauflageflächenschwenkachse
54 verschwenkt wird. Anschließend wird der Zylinder des Fußauflageflächenträgerantriebs
60 eingefahren, so dass der Fußauflageflächenträger 58 mit der daran gehaltenen Fußauflagefläche
52 unter den Rahmen 32 gezogen wird. Dank der Tatsache, dass der Fußauflageabschnitt
16 der Matratze 10 eine geringe Höhe aufweist, kann sich dieser leicht verformen und
der Bewegung der Fußauflagefläche 52 folgen, so dass der Fußauflageabschnitt 16 nach
unten gebogen wird, wie es in Figur 4 dargestellt ist. Eine am freien Ende der Fußauflagefläche
52 vorgesehene Halterung 66 verhindert dabei, dass sich der Fußauflageabschnitt 16
der Matratze 10 während der zuvor beschriebenen Bewegung von der Fußauflagefläche
52 löst. Darüber hinaus wird die Bewegung der Matratze 10 aufgrund der Tatsache, dass
die Führungsmittel 26 der Matratze 10 auf an der Fußauflagefläche 52 befestigten Führungsstangen
68 aufgeschoben sind, zwangsgeführt.
1. Matratze (10) mit einem Rückenauflageabschnitt (12), einem Gesäßauflageabschnitt (14)
und einem Fußauflageabschnitt (16), deren jeweiligen Oberseiten gemeinsam eine sich
im Wesentlichen eben erstreckende Liegefläche (22) mit einer vorbestimmten Liegeflächenbreite
(BL) und einer vorbestimmten Liegeflächenlänge (LL) bilden, wobei die Höhe (H2) des Fußauflageabschnitts (16) geringer als die Höhe (H1) des Rückenauflageabschnitts und geringer als die Höhe (H1) des Gesäßauflageabschnitts ist, und wobei die Matratze (10) ein die Liegefläche
(22) bildendes Matratzenoberteil (18) und ein Matratzenunterteil (20) aufweist.
2. Matratze (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (H1) des Rückenauflageabschnitts (12) gleich der Höhe (H1) des Gesäßauflageabschnitts (14) ist.
3. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (H1) des Rückenauflageabschnitts (12) und/oder die Höhe (H1) des Gesäßauflageabschnitts (14) im Bereich von 100 bis 200 mm liegt.
4. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (H2) des Fußauflageabschnitts (16) im Bereich von 40 bis 80 mm liegt.
5. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese wenigstens eine die Matratzenaußenseite bildende Schutzhülle aufweist, die
insbesondere im Bereich der Liegefläche wasserdicht ausgebildet ist.
6. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Matratzenoberteil (18) und das Matratzenunterteil (20) lösbar aneinander befestigt
sind.
7. Matratze (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Matratzenoberteil (18) und das Matratzenunterteil (20) über einen Reißverschluss
(24) und/oder einen Klettverschluss lösbar aneinander befestigt sind.
8. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Matratzenoberteil (18) die Liegefläche (22) bildet und eine konstante Höhe (HMo) aufweist, die der Höhe (H2) des Fußauflageabschnitts (16) entspricht, und dass sich das Matratzenunterteil (20)
über den Rückenauflageabschnitt (12) und den Gesäßauflageabschnitt (14) erstreckt
und eine Höhe (HMu) aufweist, die der Differenz aus der Höhe (H1) des Rückenauflageabschnitts (12) und der Höhe (H2) des Fußauflageabschnitts (16) und/oder der Differenz aus der Höhe (H1) des Gesäßauflageabschnitts (14) und der Höhe (H2) des Fußauflageabschnitts (16) entspricht.
9. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Liegeflächenbreite (BL) im Bereich von 500 bis 1200 mm liegt.
10. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Liegeflächenlänge (LL) im Bereich von 1800 bis 2200 mm liegt.
11. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Fußauflageabschnitts (16) einem Viertel bis einem Drittel der Liegeflächenlänge
(LL) entspricht.
12. Matratze (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Fußauflageabschnitt (16) zumindest ein Führungsmittel vorgesehen ist, das
derart ausgebildet ist, dass es im bestimmungsgemäß angeordneten Zustand der Matratze
(10) mit einem weiteren Führungsmittel (26) zur Erzeugung einer Zwangsführung des
Fußauflageabschnitts (16) zusammenwirkt.
13. Matratze (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass Führungsmittel (26) im Bereich des freien Endes des Fußauflageabschnitts (16) seitlich
einander gegenüberliegend vorgesehen sind.
14. Matratze (10) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel (26) als mit einer Öse versehene, von dem Fußauflageabschnitt
(16) vorstehende Laschen vorgesehen sind.
15. Sitz- und/oder Liegemöbel (30) mit einem Rahmen (32), einer ein Sitzpolster aufnehmenden
Sitzfläche (34), einer sich an ein hinteres Sitzflächenende anschließenden, um eine
Rückenlehnenschwenkachse (36) verschwenkbaren und ein Rückenpolster aufnehmenden Rückenlehne
(38), und einer sich an ein vorderes Sitzflächenende anschließenden, um eine Fußauflageflächenschwenkachse
(54) verschwenkbaren und ein Fußpolster aufnehmenden Fußauflagefläche (52), wobei
das Sitzpolster, das Rückenpolster und das Fußpolster durch eine Matratze (10) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche gebildet sind.