[0001] Die Erfindung betrifft einen Gaszähler, umfassend wenigstens einen von einem Gas
durchströmbaren Strömungsabschnitt, wobei in dem Strömungsabschnitt wenigstens ein
aus einem intumeszierenden Material gebildetes Brandschutzelement angeordnet ist,
welches bei Überschreiten einer materialspezifischen Grenztemperatur derart aufschäumt,
dass der Strömungsabschnitt verschließbar ist.
[0002] Es ist bekannt, moderne Gaszähler mit Brandschutzelementen, insbesondere in Form
von Brandschutzventilen, auszustatten, um dem bei Gaszählern im Brandfall erhöhten
Risiko der Leckage und dem damit verbundenen möglichen Austritt von, insbesondere
entflammbarem, Gas zu begegnen.
[0003] Hierzu sind aus dem Stand der Technik unterschiedliche Ansätze zur Brandschutzsicherung
entsprechender Gaszähler bekannt. So wurde es beispielsweise vorgeschlagen, ein aus
Blech bestehendes Gehäuse eines entsprechenden Gaszählers komplett branddicht zu gestalten,
was jedoch komplexe Anforderungen an die Auslegung des Gehäuses sowie vergleichsweise
hohe Kosten bedeutet.
[0004] Ein anderer Ansatz beruht auf der Verwendung eines Bauteils aus einem thermisch reaktiven,
das heißt bei Temperatureinwirkung oberhalb einer materialspezifischen Grenztemperatur
aufschäumendem bzw. aufblähendem Material. Derartige Materialien werden als sogenannte
intumeszierende Materialien bezeichnet. Intumeszierende Materialien erfahren bei einer
entsprechenden Temperatureinwirkung wie z. B. im Brandfall eine durch einen Schäumvorgang
bedingte Volumenvergrößerung und verschließen derart entsprechende Leitungsquerschnitte
des Gaszählers. Diese Variante eines Brandschutzelements wurde insbesondere im Zusammenhang
mit einem zweiten Bauteil, welches durch das thermisch bedingte Aufschäumen bzw. Aufblähen
des intumeszierenden Materials derart in den Leitungsquerschnitt bewegt wird, dass
es diesen verschließt, eingesetzt.
[0005] Die aus dem Stand der Technik bekannten Brandschutzelemente beruhen in der Regel
auf konstruktiv aufwändigen Prinzipien und stellen fertigungstechnische Herausforderungen
dar.
[0006] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Gaszähler mit einem einfach herstellbaren
Brandschutzelement anzugeben.
[0007] Das Problem wird erfindungsgemäß durch einen Gaszähler der eingangs genannten Art
gelöst, welcher sich dadurch auszeichnet, dass das Brandschutzelement als Spritzgießbauteil
ausgebildet ist und das intumeszierende Material ein über Spritzgießverfahren verarbeitbarer
Kunststoff ist.
[0008] Die vorliegende Erfindung beruht auf dem Gedanken, ein Brandschutzelement als über
Kunststoffspritzgießverfahren herstellbares Spritzgießbauteil bereitzustellen. Voraussetzung
hierfür ist die Ausbildung des Brandschutzelements aus einem einerseits intumeszierenden,
andererseits über Spritzgießverfahren verarbeitbaren Kunststoffmaterial. Durch die
Ausbildung des erfindungsgemäßen Brandschutzelements als Spritzgießbauteil ergeben
sich eine Reihe von Vorteilen. Beispielsweise ist das erfindungsgemäße Brandschutzelement
als Masseartikel über einen, insbesondere hochautomatisierten, Prozess schnell und
kostengünstig in großen Stückzahlen herstellbar. Es lassen sich weiterhin unterschiedliche,
insbesondere komplexe, wie z. B. hinterschnittene, Geometrien eines entsprechenden
Brandschutzelements ohne Weiteres realisieren. Auch sind geringe, die Abmessungen
des Brandschutzelements betreffende Fertigungstoleranzen problemlos einhaltbar, so
dass das erfindungsgemäße Brandschutzelement als hochpräzises Bauteil gefertigt werden
kann.
[0009] Es ist ebenso denkbar, das.ertindungsgemäße Brandschutzelement in einem Kunststoffextrusionsverfahren
zu fertigen, wobei sich hierbei gegebenenfalls mechanische Nachbearbeitungsschritte
zur Abtrennung einzelner Brandschutzelemente aus einem durch den Extrusionsprozess
hergestellten Profilstrang anschließen können. Jedoch ist auch mit der Herstellung
des erfindungsgemäßen Brandschutzelements über entsprechende-Kunststoffextrusionsverfahren
eine einfache Fertigung dieser möglich.
[0010] Die Anordnung des oder der erfindungsgemäßen Brandschutzelemente in dem Gaszähler
ist innerhalb eines von einem Gas durchströmbaren Strömungsabschnitts vorgesehen.
Hierzu zählen sowohl einer dem erfindungsgemäßen Gaszähler zugehörigen Messkammer
vor- oder nachgeschaltete Einlass- als auch Auslasskanäle für das strömende Gas, worauf
später noch eingegangen wird.
[0011] Die Befestigung eines Brandschutzelements kann auf verschiedene Arten gelöst sein,
wozu beispielsweise die Anordnung über ein strömungsabschnittseitiges Befestigungsmittel
wie Aufnahmenuten, Rastaufnahmen, mechanische Befestigungsarten wie Verschrauben,
Vernieten etc. oder Verkleben, Verlöten zählen. Selbstverständlich können auch am
Brandschutzelement selbst geeignete Befestigungsabschnitte vorgesehen sein, welche
eine feste, unverlierbare Verbindung des Brandschutzelements mit einem, insbesondere
gegengteichen, Befestigungsabschnitt des Strömungsabschnitts erlauben. Die am Brandschutzelement
vorgesehenen Befestigungsabschnitte lassen sich ebenfalls im Rahmen des Spritzgießverfahrens
problemlos integral mit dem Brandschutzelement ausbilden. Die Anordnung eines Brandschutzelements
innerhalb eines entsprechenden Strömungsabschnitts des Gaszählers kann grundsätzlich
lösbar oder unlösbar sein.
[0012] Bei dem für das erfindungsgemäße Brandschutzelement eingesetzten Kunststoffmaterial
handelt es sich beispielsweise um einen auf Graphitbasis gebildeten Kunststoff. Jedoch
sind grundsätzliche alle thermoplastisch verarbeitbaren, intumeszierenden Kunststoffe
zur Ausbildung des erfindungsgemäßen Brandschutzelements denkbar. Hierzu zählen auch
entsprechende Kunststoffcompounds, das heißt Mischungen unterschiedlicher intumeszierender
Kunststoffe oder mit intumeszierenden Additiven, wie z. B. Vermikular-Graphiten, versetzte
thermoplastische Kunststoffe, wie z. B. Polyurethane, Polyacrylate, Polyolefine etc.
[0013] Die für das Aufschäumen respektive Aufblähen des intumeszierenden Kunststoffmaterials
erforderliche Grenztemperatur kann im Bereich zwischen 150° und 250°C, insbesondere
im Bereich zwischen 170 und 230°, bevorzugt bei 190°C, liegen. Die Grenztemperatur,
worunter selbstverständlich auch entsprechende Grenztemperaturbereiche zu verstehen
sind, ergibt sich im Wesentlichen durch die chemische Zusammensetzung bzw. den chemischen
Aufbau des oder der eingesetzten intumeszierenden Kunststoffmaterials bzw. -materialien
und kann demzufolge in Einzelfällen auch unterhalb 150° C sowie oberhalb 250°C liegen.
[0014] Das erfindungsgemäße Brandschutzelement weist bevorzugt eine Ringform oder eine mit
Durchbrechungen versehene Scheibenform auf. Ringformen bzw. Scheibenformen, das heißt
kreisrundliche Formen des erfindungsgemäßen Brandschutzelements lassen sich einfach
als Einlegeteile in unterschiedliche, im Wesentlichen ringraumförmige bzw. rohrförmige
Strömungsabschnitte unterschiedlicher Gaszählertypen einsetzen bzw. integrieren.
[0015] In einer beispielhaften erfindungsgemäßen Ausführungsform kann das Brandschutzelement
eine Ringform aufweisen, wobei sich zwischen der den Außendurchmesser der Ringform
definierenden Wandung Stege, insbesondere Längs- und/oder Querstege, erstrecken. Die
durch den Innendurchmesser des Rings definierte kreisrunde Fläche ist hierbei sonach
durch entsprechende Stege in wenigstens zwei Kreissegmente unterteilt. Die Stege liefern
dem ringförmigen Brandschutzelement sowohl mechanische Stabilität als auch verbesserte
intumeszierende Eigenschaften durch den erhöhten Materialeinsatz. Die Orientierung
der Stege sowie die Orientierung der Stege zueinander ist grundsätzlich frei wählbar.
[0016] Die Stege können als Längs- und/oder Querstege ausgebildet sein und erstrecken sich
demnach bevorzugt in horizontaler und/oder vertikaler Richtung. Durch mehrere entsprechende
Stege kann eine Art Siebgeometrie gebildet werden. Die Anordnung der Stege kann gleich-
oder ungleichmäßig sein, gegebenenfalls können diese in einer strömungsbeeinflussenden
Anordnung vorliegen, so dass sich durch die Stege gezielt z. B eine turbulente oder
laminare Strömung des Gases einstellen lässt. Mit dem gleichen Zweck können einzelne
oder alle Stege, insbesondere in Strömungsrichtung, mit strömungsbeeinflussende Geometrien,
wie etwa Abkantungen, Fasen oder dergleichen ausgebildet sein. Die Ausführungsform
eines ringförmigen Brandschutzelements mit entsprechenden Stegen, wie vorstehend beschrieben,
eignet sich besonders für die Anordnung in einem rohrförmigen Strömungsabschnitts
eines einen Zweirohranschluss aufweisenden Gaszählers.
[0017] Es ist ebenso denkbar, dass das Brandschutzelement eine Ringform aufweist, wobei
die Ringform durch wenigstens zwei konzentrische Ringe unterschiedlichen Durchmessers
gebildet ist, welche über Stege, insbesondere über Längs- und/oder Querstege, miteinander
verbunden sind. Mithin ist hier die durch den Innendurchmesser des Rings gebildete
kreisrunde Fläche frei und nicht von Stegen durchsetzt. Eine strömungsbeeinflussende
respektive Siebwirkung lässt sich hier durch entsprechende zwischen den konzentrisch
angeordneten Ringen unterschiedlichen Durchmessers vorgesehene Stege, welche gleichermaßen
als Längs- oder Querstege, das heißt sich in vertikaler oder horizontaler Richtung
erstreckende Stege, ausgebildet sein können, realisieren. Diese Ausführungsform eignet
sich besonders für die Anordnung in einem ringraumförmigen Strömungsabschnitts eines
einen Eirirohranschluss aufweisenden Gaszählers.
[0018] Der das erfindungsgemäße Brandschutzelement aufnehmende Strömungsabschnitt kann ein
einer dem Gaszähler zugehörigen Messkammer vo*rgeschalteter Einströmkanal bzw. Einlasskanal
und/oder ein einer der Messkammer nachgeschalteter Ausströmkanal bzw. Auslasskanal
sein. Die Anordnung des Brandschutzelements in einem entsprechenden Einströmkanal
kann im Hinblick auf die Brandschutzwirkung Vorteile aufweisen, da derart der Eintritt
von Hitze in die Messkammer verhindert werden kann, was zu einem unkontrollierten
Austritt bzw. einer unkontrollierten Leckage von Gas durch Beschädigungen der Messkammer
führen könnte.
[0019] Es ist also möglich, dass der Gaszähler einen Einrohranschluss aufweist, wobei in
dem Einrohranschluss ein Einströmkanal vorgesehen ist, welcher Einströmkanal durch
einen durch ein Ein- und Auslassbauteil definierten Einströmringraum gebildet ist,
wobei das Brandschutzbauteil unmittelbar innerhalb des Einströmringraums oder diesem
axial nachgeschaltet angeordnet ist. Mithin kann das erfindungsgemäße Brandschutzelement
direkt in dem Einströmringraum oder diesem axial folgend nachgeschaltet angeordnet
sein.
[0020] Alternativ ist es möglich, dass der Gaszähler einen Zweirohranschluss aufweist, wobei
in dem Zweirohranschluss ein separater Einströmkanal vorgesehen ist, welcher Einströmkanal
durch einen durch ein separates Einströmbauteil definierten rohrförmigen Kanal gebildet
ist, wobei das Brandschutzelement innerhalb des rohrförmigen Kanals angeordnet ist.
[0021] Daneben betrifft die vorliegende Erfindung ein Brandschutzelement zum Einsetzen in
einen Strömungsabschnitt eines Gaszählers, insbesondere den Gaszähler wie vorstehend
beschrieben. Das Brandschutzelement ist aus einem intumeszierenden Material gebildet,
welches bei Überschreiten einer materialspezifischen Grenztemperatur derart aufschäumt,
dass der Strömungsabschnitt verschließbar ist. Das erfindungsgemäße Brandschutzelement
zeichnet sich dadurch aus, dass es als Spritzgießbauteil ausgebildet ist und das intumeszierende
Material ein über Spritzgießverfahren verarbeitbarer Kunststoff ist. Mit dem erfindungsgemäßen
Brandschutzelement lassen sich beispielsweise bestehende Gaszähler ohne Brandschutz
in brandschutztechnischer Hinsicht einfach und ohne Aufwand auf- oder nachrüsten.
[0022] Der das erfindungsgemäße Brandschutzelement bildende intumeszierende über Spritzgießverfahren
verarbeitbare Kunststoff kann beispielsweise auf Graphitbasis gebildet sein. Die Grenztemperatur
für den Aufschäumvorgang, worunter selbstverständlich auch entsprechende Grenztemperaturbereiche
zu verstehen sind, kann z. B. im Bereich zwischen 150 und 250°C, insbesondere im Bereich
zwischen 170 und 230°C, bevorzugt bei 190°C, liegen.
[0023] Das erfindungsgemäße Brandschutzelement kann in einer Vielzahl an unterschiedlichen
Formen vorliegen. Bevorzugt weist es eine Ringform oder eine mit Durchbrechungen versehene
Scheibenform bzw. Siebform auf.
[0024] Das Brandschutzelement kann z. B. eine Ringform aufweisen, wobei sich zwischen der
den Außendurchmesser der Ringform definierenden Wandung Stege, insbesondere Längs-
und/oder Querstege, erstrecken. Denkbar ist es alternativ auch, dass das Brandschutzelement
eine Ringform aufweist, wobei die Ringform durch wenigstens zwei konzentrische Ringe
unterschiedlichen Durchmessers gebildet ist, welche über Stege, insbesondere über
Längs- und/oder Querstege, miteinander verbunden sind. Aus der konkreten geometrischen
Ausführung des Brandschutzelements ergibt sich im Wesentlichen der konkrete Einsatzzweck,
das heißt für welchen Typ von Gaszähler das erfindungsgemäße Brandschutzelement als
Einbau- bzw. Einlegeteil geeignet ist.
[0025] Grundsätzlich gelten zum erfindungsgemäßen Brandschutzelement sämtliche im Rahmen
des erfindungsgemäßen Gaszählers bereits beschriebene, das Brandschutzelement betreffenden
Ausführungen.
[0026] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- Eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers in einer ersten beispielhaften
Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers in einer zweiten beispielhaften
Ausführungsform;
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers in einer dritten beispielhaften
Ausführungsform;
- Fig. 4 - 9
- Prinzipdarstellungen unterschiedlicher Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen ringförmigen
Brandschutzelements jeweils in Aufsicht und perspektivischer Darstellung; und
- Fig. 10, 11
- Prinzipdarstellungen einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen scheibenförmigen
Brandschutzelements in einer Aufsicht und einer perspektivischen Darstellung.
[0027] Fig. 1 zeigt eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers in einer
ersten beispielhaften Ausführungsform. Ersichtlich handelt es sich, wie auch in den
Fig. 2, 3, um eine Schnittansicht.
[0028] Der Gaszähler 1 weist als Einrohranschluss ein ein Innengewinde umfassendes, im Wesentlichen
ringförmiges Anschlussteil 2 zum Anschluss an eine nicht gezeigte Gasleitung auf.
Das Anschlussteil 2 weist eine radial nach innen ragende Schulter 3 auf, welche von
einem kragenartigen Flansch 4 eines Gehäuses 5 einer nicht näher gezeigten Messkammer
6, in welcher selbstverständlich geeignete Messapparaturen angeordnet sind, übergriffen
werden. Somit ist die Messkammer 6 fest mit dem Anschlussteil 2 verbunden.
[0029] In den im Wesentlichen hohlzylindrischen Bereich des Anschlussteils 2 ist ein kombiniertes
Ein- und Auslassbauteil 7 eingesetzt, welches über nach außen gerichtete Radialstege
8 auf dem kragenartigen Flansch 4 des Gehäuses 5 der Messkammer 6 gelagert ist. Eine
Abdichtung zwischen der Messkammer 6 und dem Anschlussteil 2 erfolgt durch einen Dichtungsring
9.
[0030] Das Ein- und Auslassbauteil 7 weist einen Einströmkanal 10 und einen Ausströmkanal
15 auf. Der Einströmkanal 10 ist durch einen durch Wandungen 11, 12 des Ein- und Auslassbauteils
7 definierten Einströmringraum 13 gebildet. Innerhalb des Einströmringraums 13, das
heißt im Bereich des den Einströmkanal 10 bildenden Strömungsabschnitts des Gaszählers
1 ist ein Brandschutzelement 14 angeordnet.
[0031] Es handelt sich bei dem erfindungsgemäßen Brandschutzelement 14 um ein ringförmiges
Spritzgießbauteil, welches aus einem intumeszierenden thermoplastischen, das heißt
über Spritzgießverfahren verarbeitbaren Kunststoff gebildet ist. Hierbei handelt es
sich beispielsweise um einen auf Graphit basierenden Kunststoff, dessen Grenztemperatur
bzw. Expansionstemperatur bei ca. 190°C liegt. Der Kunststoff weist die Brandklassifikation
B2 auf. Die Befestigung des Brandschutzelements 14 innerhalb des Einströmringraums
13 kann beispielsweise durch Verkleben oder Verklemmen mit den Wandungen 11, 12 des
Ein- und Auslassbauteils 7 erfolgen.
[0032] Die Wirkungsweise des Brandschutzelements 14 beruht auf dem Prinzip der Intumineszenz,
das heißt das Brandschutzelement 14 erfährt bei Temperaturen im Bereich und insbesondere
oberhalb seiner Grenztemperatur eine durch Aufschäumen respektive Aufblähen bedingte
Volumenvergrößerung, welche-den.Einströmringraum 13, insbesondere in radialer Richtung
komplett verschließt respektive gegen Gasdurchtritt aus der Gasleitung abdichtet.
Gegebenenfalls kann das Brandschutzelement 14 von entsprechend steifen Führungselementen
(nicht gezeigt) insbesondere in Form von ober- und unterseitig angeordneten Metallringen
umfasst sein, welche gezielt eine radiale Volumenvergrößerung des Brandschutzelements
14 bei Überschreiten der Grenztemperatur begünstigen. Grundsätzlich ist die Volumenvergrößerung
des das Brandschutzelement 14 bildenden Kunststoffmaterials in alle Raumrichtungen
gleich.
[0033] Fig. 2 zeigt eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers 1 in einer
zweiten beispielhaften Ausführungsform. Der wesentliche Unterschied zu der in Fig.
1 gezeigten Ausführungsform besteht in der Anordnung des Brandschutzelements 14, welches
hier nicht unmittelbar in dem Einströmringraum 13, sondern diesem axial, in Richtung
der Messkammer 6 nachgeschaltet ist. Gleichermaßen ermöglicht das Brandschutzelement
14 auch hier einen dichtenden Verschluss des Einströmkanals 10 bei Überschreiten der
Grenztemperatur des das Brandschutzelement 14 bildenden intumeszierenden Kunststoffmaterials.
[0034] Fig. 3 zeigt eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gaszählers 1 in einer
dritten beispielhaften Ausführungsform. Diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gaszählers 1 betrifft einen Gaszähler 1 mit einem Zweirohranschluss, wobei lediglich
der Bereich des separaten Einströmkanals 10 gezeigt ist. Der Einströmkanal 10 ist
durch einen durch ein separates Einströmbauteil 16 definierten rohrförmigen Kanal
17 gebildet. Im oberen Bereich des Einströmbauteils 16 befindet sich ein querschnittlich
verbreiteter Aufnahmebereich 24 zum Anschluss an eine Gasleitung (nicht gezeigt).
Das Einströmbauteil 16 ist in einer Aufnahmeöffnung einer wiederum nur angedeuteten
Messkammer 6 eingesetzt. Eine gasdichte Abdichtung zwischen dem Einströmbauteil 16
und der Messkammer 6 ist durch den Dichtring 9 gewährleistet.
[0035] Ersichtlich ist das erfindungsgemäße Brandschutzelement 14 innerhalb des einen Teil
des Einströmkanals 10 bildenden rohrförmigen Kanals 17 angeordnet. Folglich weist
das Brandschutzelement 14 im Gegensatz zu den in Fig. 1, 2 gezeigten Ausführungsformen
keine Ring- sondern eine Scheibenform auf. Das scheibenförmige Brandschutzelement
14 weist axiale Durchbrechungen nach Art eines Siebes auf (vgl. Fig. 10, 11). Gleichermaßen
gewährleistet das Brandschutzelement 14 einen gasdichten Verschluss des Einströmkanats
10 bei Überschreiten der Grenztemperatur des das Brandschutzelement 14 bildenden intumeszierenden
Kunststoffmaterials.
[0036] Die Fig. 4 - 9 zeigen jeweils unterschiedliche beispielhafte Ausführungsformen erfindungsgemäßer
Brandschutzelemente 14 in unterschiedlichen Ringformen. Die in den Fig. 4 - 9 gezeigten
Ausführungsformen eignen sich insbesondere für die Verwendung für einen Gaszähler
1 mit einem Einrohranschluss.
[0037] Das in den Fig. 4, 5 gezeigte Brandschutzelement 14 ist durch zwei konzentrische
Ringe 18, 19 gebildet, wobei ersichtlich der Durchmesser des Ringes 19 größer als
derjenige des Ringes 18 ist. Die Ringe 18, 19 sind über integral mit diesen ausgeführte
Radialstege 20 verbunden. Zwischen benachbarten Radialstegen 20 ist jeweils ein Durchtrittsbereich
21 ausgebildet, so dass das Brandschutzelement 14 insgesamt als ein Ringsieb erachtet
werden kann.
[0038] Die in den Fig. 6, 7 gezeigte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brandschutzelements
unterscheidet sich zu der in den Fig. 4, 5 gezeigten Ausführungsform lediglich in
der Orientierung der Stege, wobei hier anstelle von Radialstegen entsprechende Längsstege
22 und dazu senkrecht verlaufende Querstege 23 vorgesehen sind. Gleichermaßen sind
zwischen den jeweiligen Stegen 22, 23 sowie den Ringen 18, 19 entsprechende Durchbrechungen
21 gebildet. Die Durchbrechungen 21 werden bei Überschreiten der Grenztemperatur des
das Brandschutzelement 14 bildenden intumeszierenden Kunststoffmaterials geschlossen,
so dass das Brandschutzelement 14 als undurchbrochener Vollring vorliegt.
[0039] Bei der in den Fig. 8, 9 gezeigten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brandschutzelements
14 handelt es sich um einen einfachen Ring, welcher jedoch, wie in Fig. 9 ersichtlich
ist, eine konisch verlaufende Wandung aufweist. Im Gegensatz zu den in den Fig. 4
- 7 gezeigten Ausführungsformen des Brandschutzelements 14 ist hiermit keine Strömungsbeeinflussung
möglich.
[0040] Schließlich zeigt das in den Fig. 10, 11 gezeigte Brandschutzelement 14 eine Scheibengeometrie,
welche wiederum entsprechende Durchbrechungen 21 aufweist. Die Durchbrechungen werden
durch horizontal bzw. vertikal verlaufende Längs- und Querstege 22, 23 gebildet.
[0041] Die in den Fig. 10, 11 gezeigte Ausführungsform eignet sich insbesondere für einen
Gaszähler 1 mit einem Zweirohranschluss, wie er in dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel
dargestellt ist.
1. Gaszähler (1), umfassend wenigstens einen von einem Gas durchströmbaren Strömungsabschnitt,
wobei in dem Strömungsabschnitt wenigstens ein aus einem intumeszierenden Material
gebildetes Brandschutzelement (14) angeordnet ist, welches bei Überschreiten einer
materialspezifischen Grenztemperatur derart aufschäumt, dass der Strömungsabschnitt
verschließbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzelement (14) als Spritzgießbauteil ausgebildet ist und das intumeszierende
Material ein über Spritzgießverfahren verarbeitbarer Kunststoff ist.
2. Gaszähler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff auf Graphitbasis gebildet ist.
3. Gaszähler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grenztemperatur im Bereich zwischen 150 und 250°C, insbesondere im Bereich zwischen
170 und 230°C, bevorzugt bei 190°C, liegt.
4. Gaszähler nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzelement (14) eine Ringform oder eine mit Durchbrechungen (21) versehene
Scheibenform aufweist.
5. Gaszähler nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzelement (14) eine Ringform aufweist, wobei sich zwischen der den Außendurchmesser
der Ringform definierenden Wandung Stege (20), insbesondere Längs- und/oder Querstege
(22, 23), erstrecken.
6. Gaszähler nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzelement (14) eine Ringform aufweist, wobei die Ringform durch wenigstens
zwei konzentrische Ringe (18, 19) unterschiedlichen Durchmessers gebildet ist, welche
über Stege (18), insbesondere über Längs- und/oder Querstege (22, 23), miteinander
verbunden sind.
7. Gaszähler nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsabschnitt ein einer dem Gaszähler (1) zugehörigen Messkammer (6) vorgeschalteter
Einströmkanal (10) und/oder ein einer der Messkammer (6) nachgeschalteter Ausströmkanal
ist.
8. Gaszähler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Einrohranschluss aufweist, wobei in dem Einrohranschluss ein Einströmkanal
(10) vorgesehen ist, welcher Einströmkanal (10) durch einen durch ein Ein- und Auslassbauteil
(7) definierten Einströmringraum (13) gebildet ist, wobei das Brandschutzelement (14)
unmittelbar innerhalb des Einströmringraums (13) oder diesem axial nachgeschaltet
angeordnet ist.
9. Gaszähler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Zweirohranschluss aufweist, wobei in dem Zweirohranschluss ein separater
Einströmkanal (10) vorgesehen ist, welcher Einströmkanal (10) durch einen durch ein
separates Einströmbauteil (16) definierten rohrförmigen Kanal (17) gebildet ist, wobei
das Brandschutzelement (14) innerhalb des rohrförmigen Kanals (17) angeordnet ist.
10. Brandschutzelement (14) zum Einsetzen in einen Strömungsabschnitt eines Gaszählers
(1), insbesondere den Gaszähler (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches
aus einem intumeszierenden Material gebildet ist, welches bei Überschreiten einer
materialspezifischen Grenztemperatur derart aufschäumt, dass der Strömungsabschnitt
verschließbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass es als Spritzgießbauteil ausgebildet ist und das intumeszierende Material ein über
Spritzgießverfahren verarbeitbarer Kunststoff ist.
11. Brandschutzelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff auf Graphitbasis gebildet ist.
12. Brandschutzelement nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Grenztemperatur im Bereich zwischen 150 und 250°C, insbesondere im Bereich zwischen
170 und 230°C, bevorzugt bei 190°C, liegt.
13. Brandschutzelement nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Ringform oder eine mit Durchbrechungen (21) versehene Scheibenform aufweist.
14. Brandschutzelement nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Ringform aufweist, wobei sich zwischen der den Außendurchmesser der Ringform
definierenden Wandung Stege (20), insbesondere Längs- und/oder Querstege (22, 23),
erstrecken.
15. Brandschutzelement nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Ringform aufweist, wobei die Ringform durch wenigstens zwei konzentrische
Ringe (18, 19) unterschiedlichen Durchmessers gebildet ist, welche über Stege (20),
insbesondere über Längs- und/oder Querstege (22, 23), miteinander verbunden sind.