[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands
in einer mit Beheizungs- und/oder Isolationseinrichtungen versehenen Fertigwalzeinrichtung
auf Basis eines der Fertigwalzeinrichtung zugeführten Coils, bei dem das Magnesiumband
im Reversierbetrieb durch einen in einem Walzgerüst zwischen zwei Arbeitswalzen gebildeten
Walzspalt gefördert wird, derart, dass zwei das Walzgerüst zwischen sich aufnehmende
Haspeleinrichtungen abwechselnd als Abhaspel und Aufhaspel betrieben werden.
[0002] Der Herstellung von Magnesiumdünnblech kommt aufgrund der sich steigernden Nachfrage
eine zunehmende Bedeutung zu. Insbesondere hat sich gezeigt, dass sich Magnesiumblech
für die Herstellung von Fahrzeugkarosserien eignet, wobei das Magnesiumblech bei Festigkeitseigenschaften,
die mit denen von Aluminiumblech vergleichbar sind, ein geringes Gewicht aufweist,
so dass hier ein entsprechendes Potential für weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung
im Betrieb von Kraftfahrzeugen neben der Entwicklung neuer Antriebskonzepte besteht.
[0003] Die Herstellung von Magnesiumblech hat sich jedoch im Vergleich zur Herstellung von
Stahl- oder Aluminiumblech als vergleichsweise kompliziert herausgestellt, da sich
Magnesium aufgrund seiner hexagonalen Gitterstruktur bei den üblicherweise beim Kaltwalzen
vorliegenden Verarbeitungstemperaturen als spröde erweist, so dass zur erfolgreichen
Herstellung von Magnesiumblech die Einhaltung eines definierten Temperaturbereichs,
der etwa zwischen 230°C und 450°C liegt, notwendig ist, um die in diesem Temperaturbereich
erreichbare relative Duktilität des Werkstoffs zur Verarbeitung nutzen zu können.
[0004] Aus der
DE 10 2006 036 224 A1 ist als Bestandteil einer Fertigungslinie zum Erzeugen eines Magnesiumbands eine
Fertigwalzeinrichtung bekannt, bei deren Betrieb verschiedene Maßnahmen genutzt werden,
um ein erhöhtes Temperaturniveau des zu einem Coil gewickelten Magnesiumbands nach
Eintritt in die Fertigungswalzeinrichtung aufrechtzuerhalten. Hierzu sind an den Haspeleinrichtungen
der Fertigwalzeinrichtung Wickelhülsen vorgesehen, die eine äußere Isolationseinrichtung
bilden, so dass auf den Haspeldornen angeordnetes Magnesiumband durch die Isolationseinrichtungen
abgedeckt wird, um einen Temperaturverlust des zuvor aufgeheizten Magnesiumbands in
der Haspeleinrichtung möglichst gering zu halten. Zusätzlich zu der vorgenannten Isolationseinrichtung
ist bei der bekannten Fertigwalzeinrichtung zwischen dem Walzgerüst und einer Haspeleinrichtung
ein Durchlaufofen angeordnet, der eine Erwärmung des Magnesiumbandes während des Reversierbetriebs
ermöglicht.
[0005] Bei der bekannten Fertigwalzeinrichtung wird demnach versucht, einen Walzbetrieb
in einem für die Herstellung eines Magnesiumbands geeigneten Temperaturbereich dadurch
sicherzustellen, dass zum einen Temperaturverluste eines zuvor auf eine geeignete
Temperatur aufgeheizten Coils durch eine geeignete Isolationseinrichtung reduziert
werden, und andererseits dadurch, dass während des Walzbetriebs eine Beheizung des
Magnesiumbands erfolgt. Damit kann zwar erreicht werden, dass keine zu starke Abkühlung
des Magnesiumbands während des Walzbetriebs folgt, jedoch bleibt die Art und Weise
wie der Walzvorgang durchgeführt wird, völlig unbeeinflusst von der tatsächlichen
Temperatur des Magnesiumbands.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für die
Herstellung eines dünnen Magnesiumbands vorzuschlagen, das den bekannten Zusammenhang
zwischen der Materialtemperatur des Magnesiumbands und der Verarbeitbarkeit des Magnesiumbands
beim Walzvorgang stärker berücksichtigt, so dass einerseits die Herstellung eines
dünnen Magnesiumbands mit hoher Materialqualität und andererseits eine möglichst effektive
Herstellung eines derartigen Magnesiumbands möglich wird.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe weist das erfindungsgemäße Verfahren die Merkmale des Anspruchs
1 auf.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Bandtemperatur des Magnesiumbands gemessen
und als Eingangsgröße bei der Regelung des Walzprozesses und/oder Steuerung des Walzgerüstes
verwendet.
[0009] Im Unterschied zum Stand der Technik bei dem man bemüht ist, durch eine Beheizung
und Isolierung einer Fertigwalzeinrichtung in irgend einer Art und Weise sicherzustellen,
dass eine erforderliche Mindesttemperatur bei der Verarbeitung des Magnesiumbands
nach Möglichkeit nicht unterschritten wird, beruht das erfindungsgemäße Verfahren
darauf, dass eine Abhängigkeit zwischen der Materialtemperatur des Magnesiumbands
und den Verfahrensparametern hergestellt wird, derart, dass beispielsweise bei einer
vergleichsweise niedrigen Temperatur des Magnesiumbands eine vergleichsweise höhere
Bandgeschwindigkeit und/oder Dickenabnahme bei der Verarbeitung des Magnesiumbands
gewählt wird, als dies bei einer vergleichsweise höheren Materialtemperatur der Fall
ist, so dass etwa in Abhängigkeit von der Materialtemperatur die Walzbandgeschwindigkeit
und/oder Dickenabnahme in den einzelnen Walzstichen unterschiedlich sein kann. Falls
keine höheren Dickenabnahmen oder Walzgeschwindigkeiten erzielt werden können, kann
durch eine entsprechende Erhöhung der Verweildauer des Bandes im Bereich der Beheizungseinrichtungen
eine Erhöhung der Bandtemperatur ermöglicht werden. Andererseits schafft die unmittelbare
Temperaturmessung des Bandmaterials während der Durchführung des Prozesses die Möglichkeit,
den Walzprozess so zu steuern, dass zur Erzielung einer möglichst konstanten Temperatur
des Bandmaterials während des gesamten Walzvorgangs bzw. zur Erzielung möglichst geringer
Temperaturschwankungen die Beheizungseinrichtungen und/oder Isolationseinrichtungen
der Fertigwalzeinrichtung entsprechend zu beeinflussen bzw. in ihrer Leistung zu steuern.
Durch eine möglichst konstante Temperatur kann etwa das Auftreten von Spannungen im
Walzband, die auf Temperaturdifferenzen im Walzband zurückgehen, weitestgehend vermieden
werden können.
[0010] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, die gemessene Bandtemperatur als Eingangsgröße
bei der Regelung der Temperierung der Arbeitswalzen und/oder Stützwalzen zu verwenden.
[0011] Um eine möglichst unmittelbar dem Ort der mechanischen Bearbeitung des Magnesiumbands
zugeordnete Temperaturmessung zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn die Temperaturmessung
im Bereich des Walzenspaltes erfolgt. Dies kann auf der Seite des Walzspaltes erfolgen,
wo das Walzband in den Walzspalt eintritt, und/oder auf der Seite des Walzspaltes
erfolgen, wo das Walzband aus dem Walzspalt austritt, wobei insbesondere eine Temperaturmessung
auf beiden Seiten des Walzspaltes und eine dabei ermittelte Temperaturdifferenz Rückschlüsse
auf die Art und Weise sowie den Umfang nachfolgender Maßnahmen für eine Temperierung
oder Änderung der Prozessparameter des Walzprozesses ermöglicht.
[0012] Wenn die Temperaturmessung gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verfahrens
an zumindest zwei Stellen einer quer zur Bandlaufrichtung verlaufenden Temperaturmessachse
erfolgt, kann bei der Regelung des Walzprozesses bzw. der Steuerung des Walzgerüstes
ein Temperaturgradient quer zur Bandlaufrichtung berücksichtigt werden.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zusätzlich zur Temperaturmessung eine Messung
der Bandgeschwindigkeit und/oder der Banddicke erfolgt, um beispielsweise prozessbedingt
die Walzleistung der Fertigwalzeinrichtung im Falle einer oberhalb der idealen Verarbeitungstemperatur
liegenden Messtemperatur durch Verringerung der Bandgeschwindigkeit zu reduzieren.
Andererseits ist es auch möglich, im Falle einer Unterschreitung der idealen Verarbeitungstemperatur
die Bandgeschwindigkeit zu erhöhen, um einer Minderung der Materialqualität entgegenzuwirken.
[0014] Wenn bei einer bevorzugten Varianten des Verfahrens im Bereich des Bandeinlaufs eine
Schmiermittelbeaufschlagung des Magnesiumbands erfolgt, wobei Menge und/oder Verteilung
des Schmiermittelauftrags in Abhängigkeit von der Bandtemperatur erfolgen, kann beispielsweise
die Menge und die Verteilung des Schmiermittelauftrags derart erfolgen, dass etwa
bei Unterschreiten einer gewünschten Solltemperatur des Magnesiumbands die Schmiermittelmenge
reduziert wird, um einer weiteren Abkühlung entgegenzuwirken, oder eine Schmiermittelverteilung
gewählt werden, die eine uneinheitliche Temperaturverteilung quer zur Bandlaufrichtung
berücksichtigt. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Auftrag von Schmiermittel grundsätzlich
zu einer Abkühlung des Materialbands führt.
[0015] In dem Fall, wenn zusätzlich zur Temperaturmessung eine Planheitsmessung des Walzbands
durchgeführt wird, können auch die bei der Planheitsmessung ermittelten Messwerte
zur Beeinflussung der Schmiermittelbeaufschlagung verwendet werden, da die Schmiermittelverteilung
die Walzspaltgeometrie beeinflussen kann.
[0016] Insbesondere dann, wenn an der Fertigwalzeinrichtung Beheizungs- und Isolationseinrichtungen
in Kombination miteinander vorgesehen sind, können die bei der Temperaturmessung ermittelten
Temperaturwerte als Maßgabe für eine Veränderung der Isolationswirkung der Isolationseinrichtungen
dienen, beispielsweise derart, dass als Isolationseinrichtungen dienende, die Haspeleinrichtung
oder das Walzgerüst abdeckende Haubeneinrichtungen zumindest teilweise, beispielsweise
durch Aufschwenken eines Gehäuseteils, in ihrer Isolationswirkung geregelt reduziert
werden. Hierbei kann die abgeführte Wärme kontrolliert einem Wärmespeicher und/oder
Wärmetauscher zugeführt werden und bei Bedarf dem Prozess wieder zugeführt oder zu
einem anderen Heizzweck verwendet werden.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es auch, wenn die Temperaturmesseinrichtung, mit der die
tatsächliche Bandtemperatur ermittelt wird, dazu genutzt wird, um insbesondere im
letzten Walzstich eine definierte, ausreichend hohe Walzbandtemperatur zu garantieren,
um die Besäumung des Walzbandes bis zum Ende des Walzprozesses aufschieben zu können.
Wenn man davon ausgeht, dass der letzte Walzstich dadurch definiert ist, dass das
Walzband eine vorgegebene Banddicke erreicht hat, kann dann bei Vorliegen der definierten
Walzbandtemperatur in Abhängigkeit von der gewünschten Banddicke, also im letzten
Walzstich, die Besäumungseinrichtung aktiviert werden. Je nach Dicke des Walzbandes
kann es vorteilhaft sein, die Besäumung auf der Seite des Walzspaltes vorzunehmen,
wo das Walzband in den Walzspalt eintritt, und/oder auf der Seite des Walzspaltes
vorzunehmen, wo das Walzband aus dem Walzspalt austritt.
[0018] Im Unterschied hierzu wird bei einem konventionellen Walzvorgang, bei dem keine Überwachung
der Bandtemperatur erfolgt, die Besäumung in einer vergleichweise frühen Phase des
Walzvorgangs durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Ausbildung von Randrissen
im Walzband, die insbesondere bei einer vergleichsweise niedrigen Walzbandtemperatur
und dünnen Walzbandrändern gegeben ist, dadurch vermieden wird, dass bereits vor Erreichen
der kritischen Walzbanddicke eine Besäumung des Walzbandes erfolgt. Aus dem frühzeitigen
Besäumen resultieren natürlich entsprechend große Materialverluste, da das frühzeitig
im Walzverfahren entfernte Randmaterial nicht mehr als Material für nachfolgendes
Auswalzen zur Verfügung steht.
[0019] Eine weitere Möglichkeit, Materialverluste bei der Herstellung eines dünnen Magnesiumbands
weitestgehend zu reduzieren, besteht darin, wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften
Verfahrensvariante im Bereich des Bandeinlaufs ein Bandendendetektor angeordnet wird,
der während des Walzvorgangs am Ende eines Walzstichs eine komplette Abwicklung des
Walzbands von einer Haspeleinrichtung ermöglicht, dadurch, dass das Bandende über
einen Bandendensensor kurz vor dem Walzspalt erfasst wird und nach Detektieren des
Bandendes die Walzrichtung umgeschaltet wird und das Bandende wieder angewickelt wird.
Um jeweils sicherzustellen, dass auch das ausgewalzte Bandende bzw. an das Bandende
angrenzende Bereiche des Walzbandes bei einer bzw. oberhalb einer definierten Walzbandtemperatur
erfolgt, kann das vollständige Abwickeln des Bandendes von der Haspeleinrichtung in
Abhängigkeit von der Temperaturmessung erfolgen. Auf diese Art und Weise können die
Längen der nach Beendigung des Walzvorgangs abzuschneidenden Bandenden, also ein entsprechender
Schrottanteil, auf ein absolutes Minimum reduziert werden, wobei aufgrund der erfindungsgemäßen
Temperaturüberwachung der Walzbandtemperatur sichergestellt ist, dass auch im Bereich
des Walzendes eine Bearbeitung des Walzbandes bei einer geeigneten Walzbandtemperatur
erfolgt ist und somit auch unmittelbar angrenzend an das Walzbandende eine entsprechende
Materialqualität des Magnesiumbands gewährleistet ist.
[0020] Nachfolgend wird eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Bezugnahme
auf die in der Zeichnung dargestellte Fertigwalzeinrichtung näher erläutert.
[0021] Wie in der Zeichnung dargestellt, umfassend eine Fertigwalzeinrichtung 10 als wesentliche
Bestandteile ein Walzgerüst 11 und zwei das Walzgerüst 11 zwischen sich aufnehmende
Haspeleinrichtungen 12, 13, die zusammen mit dem Walzgerüst auf einer gemeinsamen
Flurebene 14 angeordnet sind. Wie in der Zeichnung ferner dargestellt, ist die Fertigwalzeinrichtung
10 im vorliegenden Fall ergänzt durch einen Vorwärmofen 15, der in einer Ausführung
als Überkopfofen oberhalb und mit Abstand zur Flurebene 14 angeordnet ist. Unterhalb
der Flurebene 14 befindet sich eine mit einem Horizontalförderer 16 versehene Spulenbereitstellungseinrichtung
17, der zwei unterhalb der Haspeleinrichtungen 12, 13 angeordnete Spulenhandhabungseinrichtungen
18, 19 zugeordnet sind, die jeweils einen Vertikalförderer 20 aufweisen.
[0022] Wie weiter der Darstellung der Fertigwalzeinrichtung 10 zu entnehmen ist, sind bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel sowohl die beiden Haspeleinrichtungen 12, 13
als auch das Walzgerüst 11 jeweils mit einer Haubeneinrichtung 21 bzw. 22 versehen.
Die Haubeneinrichtungen 21 der Haspeleinrichtungen 12, 13 weisen im vorliegenden Fall
jeweils eine Coildurchtrittsöffnung 23 auf, die im Fall der auf einer Einlaufseite
24 des Walzgerüsts 11 angeordneten Haspeleinrichtung 13 gegenüberliegend dem Vorwärmofen
15 und im Fall der auf einer Auslaufseite 25 des Walzgerüstes 11 angeordneten Haspeleinrichtung
12 gegenüberliegend einer Coilablage 26 angeordnet ist. Beide Haubeneinrichtungen
21 weisen darüber hinaus jeweils der Flurebene 14 zugewandte Spulendurchtrittsöffnungen
40, 41 auf. Die Haubeneinrichtungen 21 sind in ihrem Innern mit Heizeinrichtungen
27 versehen, die beispielsweise als Wärmestrahler ausgebildet und so ausgerichtet
sind, dass sie Wärmeenergie in Richtung einer Spulenaufnahmeeinrichtung 28 abstrahlen,
derart, dass im Falle eines auf der jeweiligen Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 beziehungsweise 13 angeordneten Coils 29 ein zum Coil gewickeltes Magnesiumband
30 sowie die Spulenaufnahmeeinrichtung 28 innerhalb der Haubeneinrichtung 21 mit Wärmeenergie
beaufschlagt wird.
[0023] Die dem Walzgerüst 11 zugeordnete Haubeneinrichtung 22 ist im vorliegenden Fall nach
Art einer Dunsthaube ausgebildet und bildet eine am oberen Ende des Walzgerüstes 11
angeordnete Abschirmung beziehungsweise Reflektionseinrichtung für im Bereich des
Walzgerüsts 11 emittierte Wärmeenergie. Wie in der Zeichnung dargestellt, weist das
Walzgerüst im vorliegenden Fall zwei einen Walzspalt 31 definierende Arbeitswalzen
32, 33 und zwei jeweils eine Arbeitswalze 32, 33 abstützende Stützwalzen 34, 35 auf.
Im vorliegenden Fall sind in einem Gestell 36 des Walzgerüsts 11 sowohl Heizeinrichtungen
37 paarweise einander gegenüberliegend angeordnet, wobei sich die Stützwalzen 34,
35 zwischen den Heizeinrichtungen 37 befinden und somit mittels der Heizeinrichtungen
37 mit Wärmeenergie beaufschlagbar sind, als auch temperierbare, also heiz- bzw. kühlbare
Arbeitswalzen angeordnet. Abweichend von der Anordnung der Heizeinrichtung 37 am Gestell
36 ist es auch möglich, diese mit der Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüst 11 zu kombinieren.
[0024] Im Betrieb der beispielhaft dargestellten Fertigwalzeinrichtung 10 wird ein im Vorwärmofen
15 temperiertes bzw. vorgewärmtes Coil 29 auf einen unterhalb des Vorwärmofens 15
angeordneten Coil- oder Bundwagen 38 übergeben. Anschließend wird der Bundwagen auf
der Flurebene 14 unter der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der auf der Einlaufseite 24
angeordneten Haspeleinrichtung 13 positioniert und durch Aufnahme einer Spule 39 des
Coils 29 in der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 an die Haspeleinrichtung 13 übergeben.
Bei der Übergabe fährt der Bundwagen 38 mit dem Coil 29 in die Haubeneinrichtung 21
durch die an der Haubeneinrichtung 21 gebildete Coildurchtrittsöffnung 23 ein. Nach
erfolgter Aufnahme des Coils 29 in der Haspeleinrichtung 13 ermöglicht ein an der
Haspeleinrichtung 13 oder der Haubeneinrichtung 21 angeordneter Coilöffner 42 den
Zugriff auf den hier nicht näher dargestellten Bandanfang, der von der Einlaufseite
24 her in den Walzspalt 31 eingeführt und zu der auf der Auslaufseite 25 des Walzgerüsts
11 angeordneten Haspeleinrichtung 12 weitergeführt werden kann. Der hier nicht näher
dargestellte Bandanfang wird dann mittels an sich bekannter Mittel, wie beispielsweise
einer Anwickelvorrichtung, an einer in der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 aufgenommenen Spule 39 fixiert, so dass nachfolgend entsprechend einer Abhaspelung
des Magnesiumbands 30 in der Haspeleinrichtung 13 eine Aufhaspelung des Magnesiumbands
30 auf die Spule 39 in der Haspeleinrichtung 12 durchgeführt werden kann. Die in der
Zeichnung gewählte Darstellung entspricht einer Phase im Verlauf eines durchgeführten
Stichs, in der etwa die Hälfte der ursprünglich auf dem Coil 29 angeordneten Magnesiumbands
30 auf die in der als Aufhaspel betriebene Haspeleinrichtung 12 angeordnete Spule
39 übertragen wurde. Entsprechend der gewünschten Enddicke des in der Fertigwalzeinrichtung
10 bearbeiteten Magnesiumbands 30 wird eine definierte Anzahl von Stichen im Reversierbetrieb
ausgeführt, so dass also die Haspeleinrichtungen 12 und 13 abwechselnd als Abhaspel
und Aufhaspel betrieben werden.
[0025] Nach Durchführung des letzten Stichs befindet sich die gesamte Länge des Magnesiumbands
30 auf der in der Haspeleinrichtung 12 angeordneten Spule 39, so dass das in der Haspeleinrichtung
12 angeordnete Coil 29 aus der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 an den auf der Auslaufseite 25 angeordneten Bundwagen 43 übergeben wird, der anschließend
durch die Coildurchtrittsöffnung 23 mit dem Coil 29 aus der Haubeneinrichtung 21 herausgefördert
wird zur Übergabe des Coils 29 vom Bundwagen 43 auf die Coilablage 26.
[0026] Gleichzeitig mit der Übergabe des Coils 29 an die Coilablage 26 kann auf der Einlaufseite
24 ein neues Coil 29 aus dem Vorwärmofen 15 mittels des Bundwagens 38 an die einlaufseitige
Haspeleinrichtung 13 übergeben werden.
[0027] Jeweils nach Beendigung des letzten Stichs, also wenn das Magnesiumband 30 von der
als Abhaspel betriebenen Haspeleinrichtung 13 zu der als Aufhaspel betriebenen Haspeleinrichtung
12 übertragen wurde, wird die leere Spule 39 der Haspeleinrichtung 13 durch die Spulenhandhabungseinrichtung
19 entnommen und der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 zugeführt. Gleichzeitig wird
auf der Auslaufseite 25 das fertig gewalzte Coil mittels des Bundwagens 43 zur Coilablage
26 befördert und eine in der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 bereitgehaltene und
durch eine an der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 vorgesehene Heizungseinrichtung
44 vorgewärmte Spule 39 wird in die Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 eingesetzt. Hierzu wird die Spule 39 mittels der Spulenhandhabungseinrichtung 18,
19 nach Förderung in eine Übergabeposition 45 mittels des Horizontalförderers 16 der
Spulenbereitstellungseinrichtung 17 gegen das zuvor in der Haspeleinrichtung 12 aufgewickelte
Coil 29 ausgetauscht. Zur Ausführung der Austauschbewegung weisen die Spulenhandhabungseinrichtungen
18, 19 jeweils einen unterhalb der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtungen
12, 13 angeordneten Vertikalförderer 20 auf.
[0028] Während der Förderung des Magnesiumbands 30 durch den Walzspalt 31 erfolgt einerseits
eine Wärmeemission vom Magnesiumband 30 längs der zwischen den Haspeleinrichtungen
12, 13 ausgebildeten Förderstrecke. Zum andern erfolgt sowohl innerhalb der Haubeneinrichtungen
21 als auch innerhalb der Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüsts 11 eine Wärmebeaufschlagung
des Magnesiumbands 30 durch die Heizeinrichtungen 27, 37. Bei dem in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüsts 11
so ausgebildet, dass sie die zwischen den Haspeleinrichtungen 12, 13 ausgebildete
Förderstrecke überdeckt, so dass die Haubeneinrichtung 22 nicht nur eine Abschirmung
gegen Wärmeabstrahlung im Bereich des Walzgerüsts 11, sondern darüber hinaus auch
im Bereich der gesamten Fertigwalzeinrichtung 10 ausbildet.
[0029] Wie in der Zeichnungsfigur dargestellt, befindet sich bei der beispielhaft dargestellten
Fertigwalzeinrichtung 10 in einem aufgrund des Reversierbetriebs des Walzgerüstes
11 auf beiden Seiten des Walzgerüstes 11 ausgebildeten Bandeinlaufs 49 jeweils dem
Walzspalt 31 vorgeordnet ein Geschwindigkeitssensor 50 und ein Temperatursensor 51,
die im Fall des dargestellten Ausführungsbeispiels oberhalb bzw. unterhalb des Magnesiumbands
30 angeordnet sind, sowie eine Planheitsmessrolle 52, die als Umlenkrolle ausgebildet
ist und über welche das Magnesiumband 30 geleitet wird. Zwischen den Planheitsmessrollen
52 und den Haspeleinrichtungen befindet sich jeweils ein Bandendendetektor 57, der
bei Erfassung eines Bandendes eine Umschaltung der Bandlaufrichtung ermöglicht.
[0030] Ebenfalls dem Walzspalt 31 vorgeordnet befindet sich eine Banddickenmesseinrichtung
53 mit einem Messspalt 54, durch den das Magnesiumband 30 hindurchgeleitet wird.
[0031] Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist zu beiden Seiten des Walzspalt
31 und diesem unmittelbar gegenüberliegend eine Schmiereinrichtung 56 vorgesehen,
die eine Beaufschlagung des Magnesiumbands 30 mit einem beispielsweise als Sprühnebel
ausgebildeten Schmiermittelauftrag ermöglicht.
[0032] Zwischen der im letzten Walzstich als Aufhaspel dienenden Haspeleinrichtung 12 und
dem Walzgerüst 11 ist eine Besäumungseinrichtung 55 angeordnet.
1. Verfahren zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands (30) in einer mit Beheizungs-
und/oder Isolationseinrichtungen versehenen Fertigwalzeinrichtung (10) auf Basis eines
der Fertigwalzeinrichtung zugeführten Coils (29), bei dem das Magnesiumband im Reversierbetrieb
durch einen in einem Walzgerüst (11) zwischen zwei Arbeitswalzen gebildeten Walzspalt
(31)gefördert wird, derart, dass zwei das Walzgerüst zwischen sich aufnehmende Haspeleinrichtungen
(12, 13) abwechselnd als Abhaspel und Aufhaspel betrieben werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bandtemperatur des Magnesiumbands gemessen und als Eingangsgröße bei der Regelung
des Walzprozesses und/oder Steuerung des Walzgerüstes verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Temperaturmessung im Bereich des Walzspaltes (31) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Temperaturmessung an zumindest zwei Stellen einer quer zur Bandlaufrichtung verlaufenden
Temperaturmessachse erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zur Temperaturmessung eine Messung der Bandgeschwindigkeit und/oder der
Banddicke erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich des Bandeinlaufs (49) eine Schmiermittelbeaufschlagung des Magnesiumbands
erfolgt, wobei Menge und/oder Verteilung eines Schmiermittelauftrags in Abhängigkeit
von der Bandtemperatur erfolgen.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schmiermittelbeaufschlagung in Abhängigkeit von einer Planheitsmessung erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die bei der Temperaturmessung ermittelten Temperaturwerte zur Veränderung der Isolationswirkung
der Isolationseinrichtungen verwendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Besäumungseinrichtung (55) vorgesehen ist, die in Abhängigkeit von der Bandtemperatur
und der Banddicke aktiviert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich des Bandeinlaufs ein Bandendendetektor (57) angeordnet ist, der eine Umschaltung
der Bandlaufrichtung bewirkt.