[0001] Die Erfindung betrifft eine Seitenfalzklammer mit einem einen nach oben weisenden
L-Schenkel aufweisenden L-förmigen Element und mit einem einen Übergriffshaken oder
ein plattenförmiges Gebilde aufweisenden Element, die miteinander gekoppelt sind.
[0002] Eine Seitenfalzklammer der eingangs genannten Art ist aus den Druckschriften
EP 0 980 941 B1 und
DE 200 09 175 U1 bekannt. Die aus der
EP 0 980 941 B1 vorbekannte Seitenfalzklammer weist einen nach oben weisenden L-Schenkel, an dem
ein Übergriffshaken angeformt ist, zum Übergreifen einer Seitenfalz einer Dachpfanne
auf. Ein unterer L-Schenkel mit einer Zahnung der im Wesentlichen L-förmig gestalteten
Seitenfalzklammer dient hingegen dem Untergreifen einer Dachlatte.
[0003] Hierzu ist bei der vorbekannten Seitenfalzklammer in dem unteren L-Schenkel ein vergrößerter
Einzelzahn vorgesehen, der sich in die Unterseite der Dachlatte eingraben kann.
[0004] Der Einzelzahn an der Dachlatte und der als Rundbogen gestaltete Übergriffshaken,
der in die Seitenfalz gehängt wird, liegen bei der vorbekannten Seitenfalzklammer
nicht auf einer Kraftlinie, so dass es bei einer Belastung der Klammer zu einer Verdrehung
in der Klammer kommt, was wiederum eine Instabilität der Klammer zur Folge hat.
[0005] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Seitenfalzklammer der eingangs
genannten Art mit einer erhöhten Stabilität zur Verfügung zu stellen.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 oder 2 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die Erfindung sieht vor, dass sich der Übergriffshaken oder das plattenförmige Gebilde
oberhalb des freien Endes und in Längsrichtung des nach oben weisenden Schenkels befindet.
[0008] Alternativ erstreckt sich das den Übergriffshaken oder das plattenförmige Gebilde
aufweisende Element über das freie Ende des nach oben weisenden Schenkels hinaus,
wobei der Übergriffshaken oder das plattenförmige Gebilde versetzt von dem freien
Ende angeordnet ist.
[0009] Hierdurch ist gewährleistet, dass der Anhängepunkt an der Dachlatte und der Übergriffshaken
bzw. das plattenförmige Gebilde an der Dachfalz auf einer Kraftlinie liegen, d.h.
die Kraftangriffspunkte und die Wirkungslinie fallen zusammen.
[0010] Hierzu sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zudem vor, dass das vordere
freie Ende des unteren L-Schenkels einen oder mindestens einen vergrößerten Einzelzahn
aufweist, dessen Zahnflanken schräg abfallen. Der Einzelzahn überträgt die Drehbewegung
bei einer Verdrehung auf die Dachlatte. Der abgeschrägte Einzelzahn wirkt der Drehbewegung
entgegen, da die Krafteinleitung kontrolliert erfolgen kann, wodurch die Seitenfalzklammer
stabilisiert wird. Damit der Einzelzahn optimal in die Dachlatte eindringen kann,
ist es von Vorteil, dass die Zahnflanken um 1° bis 3° gegenüber den übrigen Zahnflanken
der Zähne in der Zahnung bzw. einer horizontalen Zahnspitze abfallen.
[0011] Eine praktikable Variante der Erfindung sieht vor, dass das vordere freie Ende des
unteren L-Schenkels ein plattenförmiges Gebilde aufweist, dessen Ebene quer zur Längsrichtung
des unteren L-Schenkels verläuft. Die Fläche der Platte beträgt vorzugsweise 15 oder
20 mm. Durch das plattenförmige Gebilde wird eine vergrößerte Auflagefläche erreicht,
wodurch ein Verdrehen der Seitenfalzklammer zusätzlich verhindert wird.
[0012] Zweckmäßigerweise ist die Ebene des plattenförmigen Gebildes zumindest zu einer ihrer
Seiten hin gekrümmt. Vorzugsweise beträgt dabei die Abweichung von der Tangentialebene
des plattenförmigen Gebildes 1° bis 2°. Von Vorteil ist es, dass das plattenförmige
Gebilde aus Kunststoff gebildet ist. Hierdurch lässt sich ähnlich wie eine Blattfeder
eine Vorspannung erzeugen. Zudem liegt das plattenförmige Gebilde nach einer spannungserzeugenden
Montage plan auf der Dachpfanne auf und hebt einen darüberliegenden Ziegel nicht an.
Um den Blattfedereffekt weiter zu stärken, ist es sinnvoll, dass das plattenförmige
Gebilde zumindest an einer seiner Seiten verjüngt ist.
[0013] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aufgrund der
nachfolgenden Beschreibung sowie anhand der Zeichnung. Diese zeigt in:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Seitenfalzklammer,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Seitenfalzklammer,
- Fig. 3a bis 3b
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Seitenfalzklammer sowie eine vergrößerte Vorderansicht eines Zahnes der Zahnung in
dem unteren L-Schenkel des L-förmigen Elementes,
- Fig. 4a bis 4c
- die Seitenansicht des unteren L-Schenkels des L-förmigen Elementes in Montage- und
Belastungslage,
- Fig. 5a bis 5b
- weitere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Seitenfalzklammer und
- Fig. 6a bis 6d
- der Verzahnungsmechanismus in der erfindungsgemäßen Seitenfalzklammer.
[0014] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte zweiteilige Seitenfalzklammer, allgemein mit
1 bezeichnet, weist ein L-förmig gestaltetes Element 2 auf. Das L-förmig gestaltete
Element 2 ist mit einem unteren L-Schenkel 3 versehen, der eine Zahnung 4 aufweist
und zum Untergreifen einer in den Fig. 1 und 2 nicht gezeigten Dachlatte dient. Das
einteilig ausgebildete L-förmige Element 2 weist zudem, wie aus den Fig. 1 und 2 weiter
hervorgeht, einen nach oben weisenden L-Schenkel 5 auf, der sich am bogenförmigen
Scheitelbereich 7 dem unteren L-Schenkel 3 anschließt.
[0015] Die Seitenfalzklammer 1 umfasst zudem ein Element 6, an dem ein als Rundbogen gestalteter
Übergriffshaken 8 zum Übergreifen einer Seitenfalz einer in den
[0016] Fig. 1 und 2 nicht dargestellten Dachpfanne angeformt ist. Wie die Fig. 1 und 2 zeigen,
befindet sich bei einer ersten Variante der Erfindung der Übergriffshaken 8 oberhalb
des freien Endes 9 und in Längsrichtung 10, die in den Fig. 1 und 2 zeichnerisch als
gestrichelte Linie dargestellt ist, des nach oben weisenden Schenkels 5. Eine weitere
Variante der Seitenfalzklammer 1 sieht vor, dass sich das gekröpfte Element 6 über
das freie Ende 9 des nach oben weisenden L-Schenkels 5 hinaus erstreckt und der Übergriffshaken
8 versetzt von dem freien Ende 9 angeordnet ist (Fig. 2). Das Element 6 und der nach
oben weisende Schenkel 5 sind durch einen Verzahnungsmechanismus, wie in den Fig.
5a bis 5b noch näher erläutert wird, aneinander festgelegt.
[0017] Wie sich insbesondere aus Fig. 3a ergibt, weist der untere L-Schenkel 3 mit der Zahnung
4 an seinem vorderen freien Ende 11 einen zusätzlichen, vergrößerten Einzelzahn 12
auf, der sich in die Unterseite 18 der Dachlatte eingraben kann, wie dies in der Fig.
4a angedeutet ist. Der obere L-Schenkel 5 ist in Richtung des unteren L-Schenkels
3 geneigt.
[0018] Die Zahnflanken 13, 14 des Zahnes 12 fallen schräg ab, so dass, wie die Vorderansicht
in Fig. 3b zeigt, die Zahnspitze 15 des Einzelzahnes 12, die die Stelle definiert,
an der sich die Zahnflanken 13, 14 treffen, ebenfalls schräg abfällt. Die Zahnflanken
13, 14 fallen im Vergleich zu den Zahnspitzen 16 der Zähne 16a der Zahnung 4 bzw.
zu einer horizontalen Zahnspitze vorzugsweise um 1° bis 3° ab.
[0019] Fig. 4a zeigt die Montagelage der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Seitenfalzklammer
1, d.h. hier verläuft der untere L-Schenkel 3 im Wesentlichen parallel zur Unterseite
18 der Dachlatte 17.
[0020] In Fig. 4b ist die in den Fig. 1 bis 3 gezeigte Seitenfalzklammer 1 unter Belastung
dargestellt. Hierbei gräbt sich der Einzelzahn 12 in die Unterseite 18 der Dachlatte
17 ein, die übrige Zahnung 4 kommt mit einem Bereich der Unterseite 18 der Dachlatte
17 in Berührung. Hierbei soll der Einzelzahn 12 nicht komplett in dem Holz der Dachlatte
17 versinken, um eine in Fig. 4c gezeigte Aushebelung der Seitenfalzklammer 1 bei
Belastung zu vermeiden. Durch den vergrößerten Einzelzahn 12 kommt es zu einer starken
Verklammerung, wobei der Einzelzahn 12 sehr spitz ausgebildet ist und in Richtung
auf den unteren Schenkel 3 hin geneigt ist. Durch diese Gestaltung ist es möglich,
dass die Seitenfalzklammer 1 nicht nur bei Belastung, sondern auch bei Entlastung
immer an der richtigen Stelle in Bezug auf die in den Fig. 4a bis 4c nicht gezeigte
zu klammernde Dachpfanne und die Dachlatte 17 liegt. Durch die in den Fig. 3a und
3b gezeigte schräg ausgebildete Zahnspitze ist zudem gewährleistet, dass der Einzelzahn
12 einer Drehbewegung entgegenwirkt und sich der Zahn 18 noch leichter in die Dachlatte
17 arbeitet.
[0021] Die Fig. 5a und 5b zeigen weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Seitenfalzklammer
1. Wie aus Fig. 5a hervorgeht, ist der Übergriffshaken 8 durch ein plattenförmiges
Gebilde 19 ersetzt, das aus Kunststoff gebildet ist. Die Ebene 20 des plattenförmigen
Gebildes 19 weist dabei eine Krümmung auf, so dass die Ebene 20 an zwei Seiten abfällt.
Die Abweichung von der nicht gegenständlichen Tangentialebene 21 des plattenförmigen
Gebildes 19 beträgt 1° bis 2°.
[0022] Bei einer weiteren Variante der Seitenfalzklammer 1 ist, wie Fig. 5b zeigt, der Einzelzahn
12 durch ein plattenförmiges Gebilde 22 ersetzt, dessen Ebene 24 quer zur Längsrichtung
des unteren L-Schenkels 3 verläuft und mit spitzförmigen Elementen 23 versehen ist.
In der in Fig. 5b gezeigten Ausführungsform der Erfindung weist der untere L-Schenkel
3 keine in den Fig. 1 bis 4 gezeigte Zahnung 4 auf. Im Rahmen der Erfindung ist es
jedoch möglich, dass der untere Schenkel 3 neben dem plattenförmigen Gebilde 22 zusätzlich
mit der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Zahnung 4 versehen ist.
[0023] Um sich an unterschiedliche Eingriffshöhen anpassen zu können, ist die Seitenfalzklammer
1 mit einem Verzahnungsmechanismus versehen, der in den Fig. 6a bis 6d beschrieben
ist.
[0024] Wie sich insbesondere aus den stark schematischen Zeichnungen und Seitenansichten
ergibt, ist der nach oben weisende L-Schenkel 5 des L-förmigen Elementes mit einem
Längsschnitt 19 versehen, der auf einer seiner Innenseiten eine feine Innenzahnung
25 aufweist (Fig. 6a).
[0025] Demgegenüber weist das in den Fig. 1 bis 3 gezeigte Element 6 einen Rastnocken 27,
d.h. einen Vorsprung mit einer Gegenzahnung 26, auf, die mit der Innenzahnung 25 des
Längsschnittes 19 des oberen L-Schenkels 5 korrespondiert.
[0026] Die Weite des Längsschnittes 19 ist dabei so gewählt, dass immer eine Klemmkraft
die Zahnungen 25, 26 ineinanderdrückt (Fig. 6c), so dass die in den Fig. 1 bis 3 gezeigte
Seitenfalzklammer 1 in der einmal eingenommenen Lage fixiert ist. Ein Lösen kann nur
derart erfolgen, dass der nach oben weisende L-Schenkel 5 entgegen der Klemmkraft
bewegt wird und die Gegenzahnung 26 des Elementes 6 aus der Innenzahnung 25 geführt
und dabei das Element 6 nach oben bewegt wird (Fig. 6d).
Bezugszeichenliste:
[0027]
- 1
- Seitenfalzklammer
- 2
- L-förmiges Element
- 3
- unterer L-Schenkel
- 4
- Zahnung
- 5
- nach oben weisender L-Schenkel
- 6
- Element
- 7
- Scheitelbereich
- 8
- Übergriffshaken
- 9
- freies Ende
- 10
- Längsrichtung
- 11
- vorderes Ende
- 12
- Einzelzahn
- 13, 14
- Zahnflanken
- 15
- Zahn
- 16
- Zahnspitzen
- 16a
- Zähne
- 17
- Dachlatte
- 18
- Unterseite
- 19
- plattenförmiges Gebilde
- 20
- Ebene
- 21
- Tangentialebene
- 22
- plattenförmiges Gebilde
- 23
- spitzförmige Elemente
- 24
- Ebene
- 25
- Innenzahnung
- 26
- Gegenzahnung
1. Seitenfalzklammer (1) mit einem einen nach oben weisenden L-Schenkel (5) aufweisenden
L-förmigen Element (2) und mit einem einen Übergriffshaken (8) oder ein plattenförmiges
Gebilde (19) aufweisenden Element (6), die miteinander gekoppelt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der Übergriffshaken (8) oder das plattenförmige Gebilde oberhalb des freien
Endes und in Längsrichtung (10) des nach oben weisenden Schenkels (5) befindet.
2. Seitenfalzklammer (1) mit einem einen nach oben weisenden L-Schenkel (3) aufweisenden
L-förmigen Element (2) und mit einem einen Übergriffshaken (8) oder ein plattenförmiges
Gebilde aufweisenden Element (6), die miteinander gekoppelt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich das den Übergriffshaken (8) oder das plattenförmige Gebilde aufweisende Element
über das freie Ende (9) des nach oben weisenden Schenkels (5) hinaus erstreckt und
der Übergriffshaken (8) oder das plattenförmige Gebilde versetzt von dem freien Ende
(9) angeordnet ist.
3. Klammer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das L-förmige Element (2) einen unteren L-Schenkel (3) aufweist.
4. Klammer nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das vordere freie Ende (11) des unteren L-Schenkels einen vergrößerten Einzelzahn
(12) aufweist, dessen Zahnflanken (13,14) schräg abfallen.
5. Klammer nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zahnflanken (13,14) um 1° bis 3° abfallen.
6. Klammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das plattenförmige Gebilde (19) aus Kunststoff gebildet ist.
7. Klammer nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das vordere freie Ende (11) des unteren L-Schenkels (3) ein plattenförmiges Gebilde
(22) aufweist, dessen Ebene (24) quer zur Längsrichtung des unteren L-Schenkels (3)
verläuft.
8. Klammer nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ebene (24) mit spitzförmigen Elementen (23) versehen ist.
9. Klammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ebene des plattenförmigen Gebildes (19) zumindest zu einer ihrer Seiten hin gekrümmt
und/oder verjüngt ist.
10. Klammer nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abweichung von der Tangentialebene (21) des plattenförmigen Gebildes (19) 1°
bis 2° beträgt.
11. Klammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der nach oben weisende L-Schenkel (5) schräg verläuft.
12. Klammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der nach oben weisende L-Schenkel (5) einen Längsschnitt (19) aufweist, der mit einer
Innenzahnung (25) versehen ist.
13. Klammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das den Übergriffshaken (8) oder das plattenförmige Gebilde aufweisende Element (6)
mit einer Gegenzahnung versehen ist.
14. Klammer nach einem der Ansprüche 3 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der untere L-Schenkel (3) mit einer Zahnung (4) versehen ist.