[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung und zum Verlegen einer Fußbodensockelleiste.
[0002] Fußbodenbeläge werden aus den verschiedensten Materialien (wie z.B. Holz, Kunststoff,
Stein, Kork, Textilmaterialien) hergestellt. Die Beläge werden beispielsweise in Bahnen
(z.B. Textil- oder Kunststoffbeläge), als Blöcke, Platten oder Parkett (z.B. Stein,
Holz, Kork) verlegt oder sie werden gegossen (z.B. elastische Oberflächenbeläge für
Sportstätten, Estriche; Korkbodenbeläge nach
EP 10 193 478.5).
[0003] Zur Abdeckung einer sich ergebenden Fuge zwischen dem Ende des Bodenbelags und der
angrenzenden Wand, zum Schutz der Wand oder auch als Dekorelement werden Sockelleisten
verwendet, die aus demselben Material oder anderem Material sind. Je nach dem Einsatzzweck
und -ort sind die Sockelleisten aufgebaut. Bei Teppichböden ist es verbreitet, als
Sockelleiste einen umlaufenden Streifen aus Teppichmaterial oder einen Kunststoffstreifen
zu verwenden. Im Wohnbereich werden auch vielfach Holzleisten eingesetzt. Häufig werden
Hohlkehlleisten verwendet.
[0004] Zur thermischen und teilweise akustischen Dämmung von gemauerten Wänden gegenüber
einer betonierten Bodenplatte ist es aus der
EP 1 229 178 A1 bekannt, Sockelleistenabschnitte in Form länglicher Quader vorzusehen, die aus wärmedämmendem
Material gefertigt (Mischung von Kork und thermoplastischen Polymeren) sind und von
Ausnehmungen durchsetzt sind, in die beim Verlegen Mörtel eindringt.
[0006] Die
DE 24 15 792 A1 offenbart eine Einputzsockelleiste, die an einer unverputzten Wand befestigt wird
und eine als Lehre für den anzubringenden pastösen Wandbelag ausgebildete Abzugskante
aufweist. An der Sockelleiste wird als Anschluss zum Fußbodenbelag ein Sockelbelagsstreifen
angeklebt. Der Sockelbelagsstreifen ist vorteilhaft aus demselben Material wie der
Bodenbelag und wird mit diesem mittels Fräs- und Schweißvorgängen verbunden.
[0007] Wie in der
DE 93 06 744 U1 beschrieben ist, werden Sockelleisten aus Kork eingesetzt. Diese können aus Korkgranulat
gepresst oder aus zugeschnittenen Korkplatten gebildet sein und können einfach auf
die gewünschte Länge zugeschnitten werden. Bei langen Leistenlängen werden sie an
den Stoßkanten zur Verlängerung zusammengeklebt. Die Korkleisten lassen sich gut einfärben
und harmonieren mit vielen Bodenbelägen. Sie sind aufgrund ihrer Elastizität verlegefreundlich.
[0008] Bei der Fußbodenverlegung kommt es insbesondere im Fall hochwertiger Fußböden, z.B.
bei sogenannten Terrazzoböden, häufig vor, dass vor Ort Hohlkehlleisten modelliert
werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, das eine einfache
Herstellung und Verlegung von Fußbodensockelleisten ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe ist bei einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Eine
Profilleiste zur Herstellung einer gegossenen Sockelleiste ist Gegenstand es Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Ein Verfahren zur Herstellung und zum Verlegen einer Fußbodensockelleiste gemäß der
Erfindung umfasst somit die folgenden Schritte:
Anordnen einer Profilleiste, deren Kontur der Außenkontur der herzustellenden Sockelleiste
entspricht, in einem gewünschten Abstand von einer Wand auf dem Boden, wobei die Profilleiste,
der Boden und die Wand eine Gießform bilden,
Fixieren der Profilleiste mittels Klebeband auf dem Boden,
Gießen des flüssigen Sockelleistenmaterials in den Hohlraum zwischen Wand und Profilleiste,
Erhärten des Sockelleistenmaterials,
Entfernen der Profilleiste.
[0012] Für die Herstellung und Verlegung einer Fußbodenleiste gemäß der Erfindung sind somit
nur wenig Teile und Arbeitsgänge erforderlich. Das Material für die Fußbodenleiste
wird in fließfähiger Form eingesetzt. Abgesehen von der Vergießbarkeit kann das Material
ein beliebiges Material sein. Es kann sich um ein Kunststoffmaterial, z.B. Polyurethan,
handeln, welches Partikelmaterial und/oder anderen Füllstoff oder Zuschlagstoffe enthalten
kann. Im Fall von Korkbodenbelägen kann als Partikelmaterial Korkmehl oder -granulat,
das auch als Korkschrot bezeichnet wird, verwendet werden. In die Polyurethanschicht
können Bewehrungsfasern eingebunden sein. Ein solches Material wird für die Herstellung
von Bodenbelägen gemäß der
EP 10 192 478.5 verwendet. Wird die Sockelleiste aus demselben oder ähnlichem bzw. entsprechend geeignetem
Material wie der Bodenbelag hergestellt (z.B. beide aus Polyurethan), verbinden sich
das Material der Sockelleiste und das Material des Fußbodens fugenlos. Es ist so möglich,
nach Herstellung der Sockelleiste den Fußboden herzustellen und zugleich die fugenlose
Verbindung zu erhalten.
[0013] Gemäß der Erfindung kann eine Sockelleiste bei bereits verlegtem Bodenbelag angebracht
werden. Je nach Materialien und Verlegebedingungen lässt sich auch in diesem Fall
ein nahtloser bzw. glatter Übergang zum Bodenbelag erreichen, der dicht abschließt.
[0014] Zum Bilden einer Gießform für das Leistenmaterial wird eine Profilleiste (Endlosprofil
oder abgelängte Profile) verwendet, die die Außenkontur der herzustellenden Sockelleiste
bestimmt. Ihre Höhe bzw. die Einfüllhöhe bestimmt die Höhe der Sockelleiste, die mindestens
5 mm und bis zu 150 mm ist. Ihr Abstand von der Wand legt die Dicke der Sockelleiste
fest, die mindestens 5 mm und bis zu 100 mm ist. Kleine Sockelleisten werden somit
Abmessungen von etwa 10 mm x 10 mm haben, große Sockelleisten 150 mm x 150 mm. Die
Abmessungen bestimmen sich nach ästhetischen und technischen Anforderungen.
[0015] Soll die Sockelleiste verlegte Kabel verbergen, so kann hierzu vor dem Eingießen
in den Hohlraum ein Rohr, Schlauch oder dergleichen eingelegt werden. Ist die Sockelleiste
ausgehärtet, kann über einen entsprechenden Zugang das Rohr, der Schlauch, etc. als
Kabelkanal benutzt werden.
[0016] Die Profilleiste ist vorzugsweise aus Kunststoff und kann in der geeigneten Verlegelänge
abgeschnitten werden. Das Kunststoffmaterial (z.B. Polyethylene, Polyester) wird dabei
so gewählt, dass sich die Profilleiste an den Untergrund anpasst und satt auf diesem
aufliegt. Zugleich muss eine ausreichende Steifigkeit sichergestellt sein, damit mittels
Profilleiste, Boden und Wand eine stabile Gießform für das Sockelleistenmaterial sichergestellt
ist.
[0017] An Ecken von Räumen, Türen, etc., ferner auch an Rundungen (Pfeiler) kann die Profilleiste,
z.B. wenn sie aus Polyethylene ist, mit einem Heißluftfön erwärmt und dann entsprechend
geformt werden. Dabei können Winkel von über 90° hergestellt werden.
[0018] Es kann auch eine Profilleiste aus Metall eingesetzt werden, gegebenenfalls mit einer
Dichtauflage im unteren Bereich oder einer Dichtlippe zum Boden hin. Eine solche Dichtlippe,
die z.B. aus Gummi sein kann, kann auch an ein Kunststoffprofil extrudiert werden.
[0019] Die Fixierung der Profilleiste wird durch vorübergehendes Verkleben der Profilleiste
mit dem Boden erreicht. Dies wird mittels eines Klebebandes realisiert. Die Profilleiste
kann auch fixiert werden, indem sie beschwert wird, z.B. mit Hilfe eines Schlauchs,
der mit Wasser oder Sand gefüllt ist, oder indem sie mit Dübeln fixiert wird. Im Fall
eines üblicherweise später verlegten Bodenbelags werden die Dübellöcher durch Kleber
oder die Vergießmasse wieder verschlossen und sind ohnedies unsichtbar.
[0020] Wenn beispielsweise die Profilleiste aus Polyethylene oder Edelstahl ist, haftet
das Material der entstehenden Sockelleiste nicht an der Profilleiste und diese lässt
sich leicht ablösen. Zur Unterstützung des Ablösens insbesondere bei anderen Profilleistenmaterialien
kann deren der Wand zugekehrte Innenseite mit einem Überzug, z.B. Trennwachs, oder
einer Imprägnierung versehen werden.
[0021] Um den Abschluss der Profilleiste zum Boden sicherzustellen, kann eine Profilleiste
verwendet werden, die an dem dem Boden zugewandeten Ende mit einem Außenfuß ausgestattet
ist. Mit diesem liegt die Profilleiste auf dem Boden auf und dort wird das Klebeband
angesetzt.
[0022] Zusätzlich kann auf den Fuß ein Gewicht aufgebracht werden, um ein dichtes Aufliegen
des Fußes auf dem Boden sicherzustellen.
[0023] Damit das Eingießen des Sockelleistenmaterials erleichert wird, kann die Profilleiste
im oberen Bereich nach außen, d.h. von der Wand fort geneigt sein, so dass sich die
Einfüllöffnung erweitert. Ein solcher geneigter Schenkel der Profilleiste wirkt wie
ein Trichter bei einer Flasche.
[0024] Die Erfindung wird im folgenden weiter anhand eines Ausführungsbeispiels und der
Zeichnung beschrieben. Diese Darstellung dient lediglich zu Veranschaulichungszwecken
und soll die Erfindung nicht auf die konkret angegebenen Merkmalskombinationen einschränken.
Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht, die die Anordnung einer Profilleiste mit Klebeband
veranschaulicht, und
- Fig. 2
- eine perspektische Ansicht eines fugenlos verlegten Bodenbelags mit Sockelleiste gemäß
der Erfindung im Hintergrund und eines Sockelleistenabschnitts vor Verlegung des Bodenbelags
im Vordergrund.
[0025] Zunächst wird anhand von Fig. 1 die Herstellung und Verlegung einer Fußboden-Sockelleiste
gemäß der Erfindung beschrieben.
[0026] Die Sockelleiste soll im Eckbereich eines Bodens 2 und einer Wand 4 verlegt werden.
Dazu wird eine Profilleiste 6 mit Abstand a, b von der Wand 4 auf dem Boden 2 aufgestellt.
Die Profilleiste 6 hat eine Kontur, die der Außenkontur der späteren Sockelleiste
entspricht. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Hohlkehlleiste, wobei abweichend
von der üblichen Hohlkehleistenprofilform sämtlicher Raum bis zur Wand 4 ausgefüllt
ist. Das eingefüllte, fließfähige Material ist selbstnivellierend.
[0027] Die Profilleiste 6 ist wie folgt ausgebildet. Sie hat einen Fuß 8, mit dem sie auf
dem Boden 2 ruht. An diesen schließt sich ein kurzer, nach oben weisender Stufenabschnitt
10 an. Die Höhe der Stufe entspricht maximal der Dicke eines noch aufzubringenden
Bodenbelags. Von der Stufe an ist die Profilleiste in dem folgenden Hauptabschnitt
12 konkav ausgebildet, wobei der Abstand zur Wand von a bis b abnimmt. Die Profilleiste
kann auch andere Formen haben, je nach der gewünschten Sockelleistenkontur. Vom Ende
des Hauptabschnitts 12 ist nach oben und außen ein Schenkel 14 abgebogen. Der Schenkel
14 dient als Einfüllhilfe.
[0028] Die Profilleiste 6 ist bereits fertig montiert. Ihr Fuß 8 ist mittels eines Klebebandes
16 am Boden 2 festgeklebt. Durch diese Fixierung wird jegliches Verrutschen verhindert.
[0029] Der Boden 2, die Wand 4 und die Profilleiste 6 bilden zusammen eine Gießform für
eine herzustellende Sockelleiste. Flüssiges bzw. gießfähiges Sockelleistenmaterial
wird von oben in den Spalt zwischen der Sockelleiste 6 und der Wand 4 eingegossen.
[0030] Es wird gewartet, bis die Sockelleiste ausgehärtet ist. Anschließend wird die Profilleiste
6 einschließlich Klebeband 16 abgezogen. Der Schenkel 14 erleichtert hierbei die Handhabung.
Zurückbleibt dann die fertige Sockelleiste.
[0031] Fig. 2 zeigt einen dunkel dargestellten Abschnitt 18 einer fertigen Sockelleiste
im Vordergrund. Im Hintergrund ist ein später vergossener Bodenbelag 20 gezeigt, der
sich mit dem diesselbe Farbe aufweisenden Material der Sockelleiste verbunden hat,
so dass der Übergang nur am Relief bei 22 erkennbar ist. Des Weiteren sind im Hintergrund
Verkleidungsplatten 24 angedeutet, die auf der Sockelleiste aufsetzen.
1. Verfahren zur Herstellung und zum Verlegen einer Fußbodensockelleiste, umfassend die
folgenden Schritte:
Anordnen einer Profilleiste (6), deren Kontur der Außenkontur der herzustellenden
Sockelleiste (18) entspricht, in einem gewünschten Abstand von einer Wand (4) auf
dem Boden (2), wobei die Profilleiste (6), der Boden (2) und die Wand (4) eine Giessform
bilden,
Fixieren der Profilleiste (6) auf dem Boden (2),
Gießen von flüssigem Sockelleistenmaterial in den Hohlraum zwischen Wand (4) und Profilleiste
(6),
Erhärten des Sockelleistenmaterials,
Entfernen der Profilleiste (6).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass eine Profilleiste (6) mit Fuß (8) verwendet wird und die Fixierung der Profilleiste
am Fuß erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , dass die Profilleiste (6) mittels Klebeband (16) und/oder durch Aufbringen eines Gewichts
auf den Fuß oder durch Dübeln auf dem Boden fixiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Gewicht ein mit Sand oder Flüssigkeit gefüllter Schlauch verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , dass eine Profilleiste (6) mit zur Außenseite nach oben weisendem Schenkel (14) als Einfüllhilfe
verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Gießen ein Hohlstab oder Schlauch eingelegt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , dass vor dem Gießen Abstandhalter zwischen die Profilleiste und die Wand gesteckt und
nach dem Gießen wieder herausgezogen werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , dass eine Profilleiste aus Kunststoff verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Profilleiste aus Metall verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß gießfähiges Korkbodenmaterial verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass gießfähiges Kunststoffbodenmaterial verwendet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sockelleiste vor dem Verlegen des Bodenbelags hergestellt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet , dass die Sockelleiste nach dem Verlegen des Bodenbelags hergestellt wird.
14. Profilleiste (6) zur Herstellung einer gegossenen Sockelleiste, umfassend eine Kontur
(10, 12), die der Außenkontur der herzustellenden Sockelleiste (18) entspricht.
15. Profilleiste nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fuß (8) vorgesehen ist.
16. Sockelleiste nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein nach oben und außen weisender Schenkel (14) am oberen Ende als Einfüllhilfe vorgesehen
ist.