TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wohnbaukörperanordnung für ein sich in Längsrichtung
und in Breitenrichtung erstreckendes Grundstück mit zumindest einer ansonsten in Breitenrichtung
sich rastermäßig wiederholenden im Wesentlichen parallel angeordneten Baukörpereinrichtung/en,
wobei jede Baukörpereinrichtung eine separate erste Hauseinheit und eine separate
zweite Hauseinheit aufweist, die erste und zweite Hauseinheit in Längsrichtung versetzt
direkt aneinander anschließend angeordnet sind, die erste Hauseinheit ein unteres
Geschoss (Erdgeschoss) und ein darüber befindliches oberes Geschoss (Obergeschoss)
aufweist, die zweite Hauseinheit ein unteres Geschoss (Obergeschoss) und ein darüber
befindliches oberes Geschoss (Dachgeschoss) aufweist, das obere Geschoss der ersten
Hauseinheit auf demselben Niveau wie das untere Geschoss der zweiten Hauseinheit angeordnet
ist, unterhalb der zweiten Hauseinheit eine Garageneinheit angeordnet ist, eine Übergabeeinheit
für die Wohnbaukörperanordnung vorhanden ist, innerhalb derer der Anschluss an die
von außen kommenden Ver- und Entsorgungsleitungen, insbesondere für Strom, Telekommunikationseinrichtungen,
Gas, Wasser, über entsprechende Messeinheiten erfolgt, und von der Übergabeeinheit
zumindest eine Erschließungstrasse mit Ver- und Entsorgungsleitungen im Wesentlichen
in Breitenrichtung verlaufend abgeht, an die die einzelnen Hauseinheiten der Baukörpereinrichtungen
ver- und entsorgungsmäßig unter Zwischenschaltung von Mess- und Verteileinheiten angeschlossen
sind.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei dem Erwerb von Wohnbaukörpern stellen die Grundstückskosten, insbesondere im
Städtebereich, einen erheblichen Anteil dar. Daher sind die Planer bestrebt, die Grundstücksfläche
im Rahmen des nach gesetzlichen Vorschriften festzusetzenden Bebauungsplans möglichst
hoch auszunutzen, das heißt möglichst viele Hauseinheiten auf einem Grundstück unterzubringen,
um beispielsweise für eine junge Familie preislich erschwingbare Hauseinheiten zur
Verfügung stellen zu können, insbesondere im Stadtbereich.
[0003] So sind im Bereich des Geschosswohnungsbaus Grundstücksnutzungswerte in innerstädtischen
Gebieten bei einer dichten Bebauung zulässig in der Form: 0,4/1,2, das heißt, dass
40 % (Prozent) des Grundstücks überbaut sind und 120 % der Grundstücksfläche als Geschossfläche
zur Verfügung stehen. Dies führte häufig zu dem bekannten Geschosswohnungsbau, der
aufgrund seines tristen und anonymen Charakters bei Bauinteressenten beziehungsweise
Wohnungskäufern auf wenig Gegenliebe stößt. Die notwendigen PKW-Stellplätze sind in
der Regel nur in Tiefgaragen herstellbar.
[0004] Bevorzugt werden, insbesondere von jungen Familien, Wohnbaukörperanordnungen, die
als Reihenhausbau oder Doppelhausbau bekannt sind. Diese Bebauung ermöglicht jedoch
nicht die Ausnutzung des Grundstücks mit den hinsichtlich des Bebauungsplans zulässigen
hohen Grundstücksnutzungswerten im innerstädtischen Bereich. Daher sind derartige
Bauformen im innerstädtischen Bereich wirtschaftlich nicht umzusetzen.
[0005] In der
US 4,118,905 A ist eine Wohnbaukörperanordnung einer bekannten Art beschrieben. Dabei handelt es
sich um einen aus gleichartigen Raumzellen zusammengesetzten Geschosswohnungsbau,
der über gemeinschaftliche Treppenhäuser erschlossen wird. Die technische Ver- und
Entsorgung findet ähnlich wie bei gewerblichen Bauvorhaben in dafür vorgesehen Blindböden
statt. Für diese Art der Wohnbaukörperanordnung ist keine Realteilung möglich, das
heißt die jeweiligen Wohnungseigentümer erwerben ein Miteigentumsrecht an der gesamten
Wohnbaukörperanordnung, da die Baukörper als solche aufeinandergestapelt sind (Geschosswohnungsbau).
Die als Raumzellen vorgefertigten Wohnkörper sind dabei unmittelbar nebeneinander
und unmittelbar übereinander, zum Teil mit einem gewissen Versatz, angeordnet.
[0006] In der
GB 1 246 178 A ist ein System für die technische Ver- und Entsorgung von gestapelten Geschosselementen
beschrieben, bei dem Installationszellen eingesetzt werden, die speziell für ein Bausystem
mit hohem Vorfertigungsgrad entwickelt worden sind.
[0007] Die
US 3,750,354 A offenbart eine Wohnbaukörperanordnungsvorrichtung mit einem speziell für den Geschosswohnungsbau
entwickelten Erschließungs- und Ver- und Entsorgungssystem. Dabei wird ein sogenanntes
Split-Level-System eingesetzt mit unterschiedlich versetzten Wohneinheiten und integrierten
Garagen.
[0008] In der
DE 27 26 303 A ist ein Bausystem mit hohem Vorfertigungsgrad in der technischen Installation für
die spezifische Raumnutzung und deren Aufstellungsmerkmale beschrieben. Diese Art
der Ver- und Entsorgung wird vornehmlich im Gewerbebau, im Schul- und Verwaltungsbau
angewendet. Dabei wird eine Vielzahl von vorgefertigten Installationselementen eingesetzt.
[0009] Die
DE 36 23 798 A offenbart sanierte oder modernisierte Wohngebäude mit mehreren oder vielen Wohnungen.
Jede einzelne Wohnung ist in Bezug auf Ver- und Entsorgung und Wärmedämmmaßnahmen
als selbständige Einheit wie ein Einfamilienhaus gestaltet und darüber hinaus sind
die einzelnen Räume der Wohnung veränderbar in Bezug auf Wärmeversorgung und -dämmung,
Be- und Entlüftung.
[0010] In der
EP 1 063 369 B1 ist eine Wohnbaukörperanordnung der eingangs genannten Art beschrieben. Diese Wohnbaukörperanordnung
ermöglicht eine hohe Ausnutzung der Grundstücksnutzungswerte für den Geschosswohnungsbau
im innerstädtischen Bereich. Sie entspricht ihrer Art nach der Bebauungsart einer
Doppelhausbebauung und kann in wirtschaftlich vertretbaren Grenzen gebaut werden.
Darüber hinaus gewährleistet diese Wohnbaukörperanordnung eine gute Wohnqualität.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0011] Ausgehend von dem genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe beziehungsweise das technische Problem zugrunde, eine Wohnbaukörperanordnung
für ein Grundstück anzugeben, die eine höchstmögliche Ausnutzung der Grundstücknutzungswerte
für den Geschosswohnungsbau im innerstädtischen Bereich im Rahmen einer dichten Bebauung
ermöglicht, wobei auf die übliche Geschossbauweise verzichtet werden soll und unter
Ausnutzung der Grundstücknutzungswerte eine Anordnung geschaffen werden soll, die
ihrer Art nach der Bebauungsart einer Doppelhausbebauung entspricht und in wirtschaftlich
vertretbaren Grenzen gebaut werden kann und daher einzelnen Hauseinheiten ein hohes
Preis-Leistungs-Verhältnis zukommt. Der vorliegenden Erfindung liegt weiterhin die
Aufgabe beziehungsweise das technische Problem zugrunde, die aus der
EP 1 063 369 B1 bekannte Wohnbaukörperanordnung bezüglich der Energiebilanz, des Nutzerkomforts und
der Baukosten weiter zu optimieren, wobei die Wohnbaukörperanordnung problemlos innerhalb
der üblichen Grundstücksgrößen für eine derartige Bebauung umsetzbar sein soll.
[0012] Die erfindungsgemäße Wohnbaukörperanordnung ist durch die Merkmale des unabhängigen
Anspruchs 1 gegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand
der von dem unabhängigen Anspruch 1 direkt oder indirekt abhängigen Ansprüche.
[0013] Die erfindungsgemäße Wohnbaukörperanordnung ist demgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass die Baukörpereinrichtungen in Breitenrichtung unmittelbar aneinander grenzen,
zwischen der Garageneinheit und der ersten Hauseinheit eine Treppenhausgeschosseinheit
angeordnet ist, unter der ersten Hauseinheit ein über die erste Hauseinheit zugängliches
erstes Kellergeschoss angeordnet ist, unter der Treppenhausgeschosseinheit ein zweites
Kellergeschoss angeordnet ist, innerhalb dem die Erschließungstrasse in Breitenrichtung
durchgehend mit jeweils separaten Anschlüssen für die Hauseinheiten geführt ist, wobei
über die Treppenhausgeschosseinheit das zweite Kellergeschoss und das untere Geschoss
der zweiten Hauseinheit zugänglich ist.
[0014] Bevorzugt liegen die Außenabmessungen der Baukörpereinrichtungen in Längsrichtung
L und in Breitenrichtung B im Bereich zwischen 10 bis 15 Meter, insbesondere zwischen
11 bis 13 Meter.
[0015] Durch die Reduzierung der Bautiefe (Längsrichtung L) gegenüber den Baukörpereinrichtungen
aus
EP 1 063 369 B1 lässt sich die erfindungsgemäße Wohnbaukörperanordnung problemlos bei Bebauungsplänen
mit üblicher Grundstücksgröße umsetzen. Es sind normale Baufeldtiefen aus Bebauungsplänen
für Reihenhäuser und Doppelhäuser beziehungsweise für den Geschossbau nutzbar, so
dass keine Befreiungen oder Änderungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans notwendig
sind.
[0016] Durch das direkte Nebeneinanderanordnen der Baukörpereinrichtungen in Verbindung
mit der integrierten Treppenhausgeschosseinheit lässt sich eine sehr kompakte Bauweise
umsetzen. Die Anordnung der Erschließungstrasse in dem zweiten Kellergeschoss ermöglicht
eine warmraummäßige Erschließung vom Untergeschoss bis zum Dachgeschoss der einzelnen
Baukörpereinrichtungen. Dadurch ist die Erschließungstrasse auch Wartungs- und Reparaturarbeiten
problemlos zugänglich.
[0017] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung
zeichnet sich dadurch aus, dass die dem zweiten Kellergeschoss abgewandte Seite des
ersten Kellergeschosses zumindest bereichsweise in einen Lichthof mündet. Die Anordnung
von Lichthöfen sorgt für eine bessere Belichtung und für eine baurechtliche Anerkennung
als Aufenthaltsräume sowie für eine Nutzung passiver Wärmegewinnung, da keine Eigenverschattung
wie im Stand der Technik gegeben ist.
[0018] Eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung zeichnet
sich dadurch aus, dass die Decke des oberen Geschosses der ersten Hauseinheit eine
Basis für eine Dachterrasse/-garten für die zweite Hauseinheit bildet. Durch diese
Maßnahme lässt sich eine kompakte Bauweise weiter optimieren.
[0019] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung, die eine Verbesserung der Nutzung solarer
Wärmegewinnung ermöglicht, zeichnet sich dadurch aus, dass die der ersten Hauseinheit
zugewandte Seite des oberen Geschosses der zweiten Hauseinheit eine Glasfront aufweist
und/oder dadurch, dass die der Garageneinheit abgewandte Seite des unteren Geschosses
der ersten Hauseinheit eine Glasfront aufweist.
[0020] Eine vorteilhafte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass an die der Garageneinheit
abgewandte Seite des unteren Geschosses der ersten Hauseinheit außenseitig zumindest
bereichsweise eine Terrasse anschließt. Dadurch wird dem Nutzer der ersten Hauseinheit
eine Freifläche zur Verfügung gestellt, die den Nutzungskomfort deutlich erhöht.
[0021] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung, die nutzerfreundlich ist und eine kompakte
Bauweise ermöglicht, zeichnet sich dadurch aus, dass die Breite der Garageneinheit
geringer ist als die Breite der Baukörpereinrichtung und links und rechts neben der
Garageneinheit sich der Zugang zur ersten Hauseinheit beziehungsweise zur Treppenhausgeschosseinheit
und damit zur zweiten Hauseinheit angeordnet ist.
[0022] Mit der erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung werden gegenüber dem Stand der Technik,
insbesondere der Wohnbaukörperanordnung gemäß
EP 1 063 369 B1 folgende Vorteile erzielt:
[0023] Durch die Reduzierung der Bautiefe (Längsrichtung L) sind die üblichen, normalen
Baufeldtiefen aus Bebauungsplänen für Reihenhäuser und Doppelhäuser beziehungsweise
für den Geschosswohnbau nutzbar, so dass keine Befreiung von den Festsetzungen des
Bebauungsplans notwendig sind und auch keine Änderungen des Bebauungsplanes. Dadurch
wird die wirtschaftliche Einsatzmöglichkeit der erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung
merklich erhöht, zumal sich die Grundstücksbeschaffung deutlich vereinfacht. Die erfindungsgemäße
Wohnbaukörperanordnung hat auch eine Reduzierung des Energieverbrauchs für die Beheizung
des Gebäudes zur Folge. Durch die Reduzierung der beheizten Gebäudehüllfläche ergibt
sich eine Reduzierung der Transmissionswärmeverluste über die Gebäudehülle in merklichem
Umfang. Durch größere Glasflächen beziehungsweise Wandflächen auf der Südseite wird
eine deutliche Verbesserung der Nutzung solarer Wärmegewinnung ermöglicht. Die Verlegung
der Energietrasse in eine gedämmte Hülle (zweites Kellergeschoss) bringt geringere
Wärmeverluste mit sich und führt zu einer Kosteneinsparung, da einfaches Material
und einfache Verlegesysteme mit ständigem Zugang für Kontroll- und Reparaturarbeiten
einsetzbar sind. Zudem sind keine teuren Erdleitungen notwendig. Die Verlegung des
Lichthofes auf Höhe des ersten Kellergeschosses der ersten Hauseinheit und damit bevorzugt
auf die Südseite, führt zu einer besseren Belichtung und zu einer baurechtlichen Anerkennung
als Aufenthaltsräume sowie zu einer Nutzung passiver Wärmegewinnung (keine Eigenverschattung).
[0024] Durch die kompakte Bauweise, die Reduzierung der Hüllflächen und ein einfaches statisches
Systeme (keine Auskragung beziehungsweise Überbauten) gegenüber dem Stand der Technik
wird eine Reduzierung der Baukosten erzielt.
[0025] In vorteilhafter Art und Weise können die Eigentumsverhältnisse entweder in Realteilung
oder als Wohneigentümergemeinschaft geregelt werden.
[0026] Insgesamt lässt sich eine deutliche Verbesserung der Energiebilanz, des Wohnkomforts
sowie der baurechtlichen Umsetzungsmöglichkeiten erzielen. Durch die deutliche Reduzierung
des Energieverbrauchs und somit des CO
2-Ausstoßes lässt sich eine deutliche Reduzierung der Heizkosten erzielen. Auch weitere
Verschärfungen der EnEV (Energieeinsparverordnung) sind durch die kompakte Bauweise
problemlos und wirtschaftlich umsetzbar.
[0027] Weitere Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung ergeben sich durch die in den
Ansprüchen ferner aufgeführten Merkmale sowie durch die nachstehend angegebenen Ausführungsbeispiele.
Die Merkmale der Ansprüche können in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden,
insoweit sie sich nicht offensichtlich gegenseitig ausschließen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0028] Die Erfindung sowie vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben
werden im Folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Beispiele näher beschrieben
und erläutert. Die der Beschreibung und der Zeichnung zu entnehmenden Merkmale können
einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt
werden. Es zeigen:
- Fig. 1 a), b), c), d)
- schematische Draufsicht auf eine Wohnbaukörperanordnung mit einer Baukörpereinrichtung
mit einer ersten und einer zweiten Hauseinheit (Fig. 1 a), mit zwei, drei und vier
unmittelbar in Breitenrichtung nebeneinander angeordneten Baukörpereinrichtungen (Fig.
1 b), c), d),
- Fig. 2
- schematische Perspektivdarstellung einer Wohnbaukörperanordnung mit zwei unmittelbar
nebeneinander angeordneten Baukörpereinrichtungen mit jeweils einer ersten und einer
zweiten Hauseinheit,
- Fig. 3
- schematischer Schnitt in einer Draufsicht gesehen durch das Untergeschoss der Wohnbaukörperanordnung
gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- schematischer Schnitt in einer Draufsicht gesehen durch das Erdgeschoss der Wohnbaukörperanordnung
gemäß Fig. 2,
- Fig. 5
- schematischer Schnitt in einer Draufsicht gesehen durch das Obergeschoss der Wohnbaukörperanordnung
gemäß Fig. 2,
- Fig. 6
- schematischer Schnitt in einer Draufsicht gesehen durch das Dachgeschoss der Wohnbaukörperanordnung
gemäß Fig. 2, und
- Fig. 7
- schematischer Schnitt durch die Wohnbaukörperanordnung gemäß Fig. 4 in Schnittrichtung
A-A.
WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
[0029] In den Fig. 1 a) bis d) ist eine Wohnbaukörperanordnung 10 in einer Draufsicht schematisch
dargestellt, die sich in der Anzahl der jeweiligen Baukörpereinrichtungen 12.1 bis
12.4 hinsichtlich ihrer Anzahl unterscheidet. In Fig. 1 a) ist eine Baukörpereinrichtung
12.1 dargestellt. In Fig. 1 b) sind zwei in Breitenrichtung B unmittelbar nebeneinander
angeordnete, angrenzende, parallel angeordnete Baukörpereinrichtungen 12.1, 12.2 dargestellt.
Fig. 1 c) zeigt drei unmittelbar nebeneinander angeordnete Baukörpereinrichtungen
12.1 bis 12.3 und Fig. 1 d) zeigt vier unmittelbar nebeneinander angeordnete Baukörpereinrichtungen
12.1 bis 12.4.
[0030] In Fig. 1 d) ist zusätzlich eine Übergabeeinheit 28 schematisch dargestellt, die
mit dem öffentlichen Versorgungsnetz 60 in Kommunikationsverbindung steht und in einem
Kellerraum angeordnet ist. Von dieser Übergabeeinheit 28 geht eine Erschließungstrasse
30 ab, die die einzelnen Baukörpereinrichtungen 12.1 bis 12.4 in Breitenrichtung B
durchgehend erschließt, wobei jeweils pro Baukörpereinrichtung 12.1 bis 12.4 eine
Übergabeeinheit 48 vorhanden ist, die jeweils die erste Hauseinheit 14 und die zweite
Hauseinheit 20 der Baukörpereinrichtungen 12.1 bis 12.4 anschlussmäßig anbindet.
[0031] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung 10 ist in
den Fig. 2 bis 7 exemplarisch dargestellt. Die Wohnbaukörperanordnung 10 weist zwei
unmittelbar nebeneinander und parallel angeordnete Baukörpereinrichtungen 12.1, 12.2
auf, die in ihrem Aufbau im Wesentlichen identisch ausgebildet sind.
[0032] Der Aufbau einer Baukörpereinrichtung 12.1, 12.2 wird anhand der Fig. 7 in Verbindung
mit den Fig. 2 bis 6 im Folgenden beschrieben.
[0033] Die in Fig. 7 im linken Bereich angeordnete erste Hauseinheit 14 weist im Wesentlichen
bündig mit der Oberfläche des Grundstücks 50 ein unteres Geschoss 16 (Erdgeschoss)
auf, über dem ein oberes Geschoss 18 (Obergeschoss) angeordnet ist. Die zweite Hauseinheit
20 ist in Längsrichtung L versetzt unmittelbar anschließend an die erste Hauseinheit
14 vorhanden. Gleichzeitig ist die zweite Hauseinheit 20 höhenversetzt gegenüber der
ersten Hauseinheit 14 angeordnet. Die zweite Hauseinheit 20 besitzt ein unteres Geschoss
22 (Obergeschoss) das auf gleicher Höhe wie das Obergeschoss 18 der ersten Hauseinheit
14 angeordnet ist. Über dem unteren Geschoss 22 der zweiten Hauseinheit 20 ist ein
oberes Geschoss 24 (Dachgeschoss) angeordnet.
[0034] Die Decke des oberen Geschosses 18 der ersten Hauseinheit 14 bildet für die zweite
Hauseinheit 20 eine Dachterrasse 36, die an das obere Geschoss 24 der zweiten Hauseinheit
20 anschließt. Auf der der Dachterrasse 36 zugewandten Seite des oberen Geschosses
24 (Dachgeschoss) der zweiten Hauseinheit ist eine Glasfront 46 angeordnet.
[0035] Unterhalb des unteren Geschosses 22 der zweiten Hauseinheit 20 ist beabstandet zur
ersten Hauseinheit 14 jeweils eine Garageneinheit 26 angeordnet.
[0036] In dem Bereich zwischen der Garageneinheit 26 und der ersten Hauseinheit 14 beziehungsweise
dem unteren Geschoss 16 ist eine Treppenhausgeschosseinheit 34 angeordnet.
[0037] Unterhalb des unteren Geschosses 16 der ersten Hauseinheit 14 ist ein erstes Kellergeschoss
40 angeordnet, das vom unteren Geschoss 16 der ersten Hauseinheit 14 erschlossen wird.
[0038] Unterhalb der Treppenhausgeschosseinheit 34 ist ein zweites Kellergeschoss 42 vorhanden,
das von der Treppenhausgeschosseinheit 34 erschlossen wird und innerhalb derer die
Erschließungstrasse 30 in Breitenrichtung B, das heißt senkrecht zur Blattebene von
Fig. 7 durchgehend verläuft.
[0039] Die in Fig. 7 nach links weisende Außenseite des unteren Geschosses 16 der ersten
Hauseinheit 14 besitzt eine bodentiefe Glasfront 44. Die Glasfront 44 der ersten Hauseinheit
14 und die bodentiefe Glasfront 46 der zweiten Hauseinheit 20 sind bevorzugt nach
Süden ausgerichtet.
[0040] Das erste Kellergeschoss 40 der ersten Hauseinheit 14 mündet im in Fig. 7 linken
Bereich in einen Lichthof 32, der in Breitenrichtung B zumindest bereichsweise vorhanden
ist, so dass die Räume des ersten Kellergeschosses 40 mit Tageslicht beaufschlagbar
sind.
[0041] In Fig. 2 ist ersichtlich, dass bei jeder ersten Hauseinheit 14 jeweils im Randbereich
im Bereich des ersten Kellergeschosses 40 jeweils ein Lichthof 32 vorhanden ist, und
zwischen den Lichthöfen 32 eine Terrasse 38 angeordnet ist, die von dem unteren Geschoss
16 der ersten Hauseinheit 14 her zugänglich ist.
[0042] Der Zugang zu der ersten Hauseinheit 14 und der zweiten Hauseinheit 20 ist insbesondere
in der Fig. 4 dargestellt. Die Garageneinheit 26 weist in Breitenrichtung B gegenüber
der Baukörpereinrichtung 12 eine verminderte Breite auf, so dass rechts und links
neben der Garageneinheit 26 Raum bleibt, um die Zugangsmöglichkeiten zu der ersten
und zweiten Hauseinheit 14, 20 vorzusehen. Die erste Hauseinheit 14 wird auf Erdgeschossebene
durch einen Zugang Z1, der in Fig. 4 rechts neben der Garageneinheit liegt, erschlossen.
Der Zugang zur zweiten Hauseinheit 20 erfolgt über den in Fig. 4 links neben der Garageneinheit
26 angeordneten Zugang Z2, der zunächst in die Treppenhausgeschosseinheit 34 führt,
von dem eine Treppe nach oben zum Eingang in die zweite Hauseinheit 20 und eine Treppe
nach unten für den Zugang zum zweiten Kellergeschoss 42 vorhanden ist (erste Treppe
52 und zweite Treppe 54).
[0043] Die Erschließung der jeweiligen Geschosse innerhalb der ersten Hauseinheit 14 beziehungsweise
der zweiten Hauseinheit 20 (Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss) erfolgt über
innerhalb der Hauseinheiten 14, 20 vorhandene Treppen.
[0044] Wie in Fig. 1 d) dargestellt, erfolgt der Anschluss sämtlicher Baukörpereinrichtungen
12 über eine durchgehende Erschließungstrasse 30, die die Versorgung und Entsorgung
gewährleistet. Seitens des öffentlichen Versorgungsnetzes muss für die gesamte Wohnbaukörperanordnung
10 lediglich eine Übergabeeinheit 28 vorgesehen werden. Der Anschluss der jeweiligen
Hauseinheiten 14, 20 erfolgt über separate Übergabeeinheiten 48, so dass nicht jede
Hauseinheit separat an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen werden muss,
sondern innerhalb der Wohnbaukörperanordnung über die Erschließungstrasse mit separaten
Ver- und Entsorgungseinheiten pro Hauseinheit ausgestattet ist.
[0045] Eine Errechnung des Jahresverbrauches beziehungsweise der Ersparnis bezüglich der
Energiekosten aufgrund einer EnEV(Energieeinsparverordnung)-Berechnung ergab im Vergleich
zu einer Wohnbaukörperanordnung gemäß
EP 1 063 369 B1 bei entsprechender Gebäudenutzfläche und entsprechendem Gebäudevolumen einen Minderverbrauch
bei der erfindungsgemäßen Wohnbaukörperanordnung einer Hauseinheit von ca. 3500 kwh/a.
Bei Einsatz einer Gas-Brennwerttherme ergibt sich damit eine CO
2-Emission von 0,26 kg/kwh. Dies bedeutet eine CO
2-Ersparnis pro Jahr in der Größenordnung von ca. 900 kg.
[0046] Die erfindungsgemäße Wohnbaukörperanordnung mit ihren Baukörpereinrichtungen und
den dargestellten ersten und zweiten Hauseinheiten ermöglicht eine deutliche Verbesserung
der Energiebilanz und eine Erhöhung des Wohnkomforts. Durch die kompakte Bauweise,
Reduzierung der Hüllflächen und das einfache statische System können die Baukosten
reduziert werden. Durch die möglichen Baufeldtiefen von bevorzugt 11 bis 13 Metern
ist die erfindungsgemäße Wohnbaukörperanordnung auch bei normalen Baufeldtiefen von
Bebauungsplänen für Reihenhäuser und Doppelhäuser beziehungsweise für den Geschossbau
problemlos nutzbar, ohne dass Befreiungen oder Änderungen des Bebauungsplanes notwendig
sind.
1. Wohnbaukörperanordnung (10) für ein sich in Längsrichtung (L) und in Breitenrichtung
(B) erstreckendes Grundstück (50) mit
- zumindest einer ansonsten in Breitenrichtung (B) sich rastermäßig wiederholenden
im Wesentlichen parallel angeordneten Baukörpereinrichtung/en (12),
- wobei jede Baukörpereinrichtung (12) eine separate erste Hauseinheit (14) und eine
separate zweite Hauseinheit (20) aufweist,
- die erste und zweite Hauseinheit (14; 20) in Längsrichtung (L) versetzt direkt aneinander
anschließend angeordnet sind,
- die erste Hauseinheit (14) ein unteres Geschoss (Erdgeschoss 16) und ein darüber
befindliches oberes Geschoss (Obergeschoss 18) aufweist,
- die zweite Hauseinheit (20) ein unteres Geschoss (Obergeschoss 22) und ein darüber
befindliches oberes Geschoss (Dachgeschoss 24) aufweist,
- das obere Geschoss (18) der ersten Hauseinheit (14) auf demselben Niveau wie das
untere Geschoss (22) der zweiten Hauseinheit (20) angeordnet ist,
- unterhalb der zweiten Hauseinheit (20) eine Garageneinheit (26) angeordnet ist,
- eine Übergabeeinheit (28) für die Wohnbaukörperanordnung (10) vorhanden ist, innerhalb
derer der Anschluss an die von außen kommenden Ver- und Entsorgungsleitungen, insbesondere
für Strom, Telekommunikationseinrichtungen, Gas, Wasser, über entsprechende Messeinheiten
erfolgt, und
- von der Übergabeeinheit (28) zumindest eine Erschließungstrasse (30) mit Ver- und
Entsorgungsleitungen im Wesentlichen in Breitenrichtung (B) verlaufend abgeht, an
die die einzelnen Hauseinheiten (14; 20) der Baukörpereinrichtungen (12) ver- und
entsorgungsmäßig unter Zwischenschaltung von Mess- und Verteileinheiten angeschlossen
sind,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Baukkörpereinrichtungen (12.1, 12.2) in Breitenrichtung (B) unmittelbar aneinander
grenzen,
- zwischen der Garageneinheit (26) und der ersten Hauseinheit (14) eine Treppenhausgeschosseinheit
(34) angeordnet ist,
- unter der ersten Hauseinheit (14) ein über die erste Hauseinheit (14) zugängliches
erstes Kellergeschoss (40) angeordnet ist,
- unter der Treppenhausgeschosseinheit (34) ein zweites Kellergeschoss (42) angeordnet
ist, innerhalb dem die Erschließungstrasse (30) in Breitenrichtung (B) durchgehend
mit jeweils separaten Anschlüssen für die Hauseinheiten (14; 20) geführt ist,
- wobei über die Treppenhausgeschosseinheit (34) das zweite Kellergeschoss (42) und
das untere Geschoss (22) der zweiten Hauseinheit (20) zugänglich ist.
2. Wohnbaukörperanordnung nach Anspruch 1,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Außenabmessungen der Baukörpereinrichtungen in Längsrichtung (L) im Bereich
zwischen 10 bis 15 m (Meter), insbesondere 11 bis 13 m (Meter) liegen.
3. Wohnbaukörperanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Außenabmessungen der Baukörpereinrichtungen in Breitenrichtung (B) im Bereich
zwischen 10 bis 15 m (Meter), insbesondere 11 bis 13 m (Meter) liegen.
4. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die dem zweiten Kellergeschoss (42) abgewandte Seite des ersten Kellergeschosses
(40) zumindest bereichsweise in einen Lichthof (32) mündet.
5. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Decke des oberen Geschosses (18) der ersten Hauseinheit (14) eine Basis für
eine Dachterrasse/-garten (36) für die zweite Hauseinheit (20) bildet.
6. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die der ersten Hauseinheit (14) zugewandte Seite des oberen Geschosses (24) der
zweiten Hauseinheit (22) eine Glasfront aufweist.
7. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die der Garageneinheit (26) abgewandte Seite des unteren Geschosses (16) der ersten
Hauseinheit (14) eine Glasfront aufweist.
8. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- an die der Garageneinheit (26) abgewandte Seite des unteren Geschosses (16) der
ersten Hauseinheit (14) außenseitig zumindest bereichsweise eine Terrasse (38) anschließt.
9. Wohnbaukörperanordnung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Breite der Garageneinheit (26) geringer ist als die Breite der Baukörpereinrichtung
(12.1, 12,2) und links und rechts neben der Garageneinheit (26) sich der Zugang zur
ersten Hauseinheit (14) beziehungsweise zur Treppenhausgeschosseinheit (34) /zweiten
Hauseinheit (20) angeordnet ist.