[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Meißelhalter, umfassend einen Körperbereich
mit einer wenigstens zu einer Meißeleinführseite des Körperbereichs offenen Meißelaufnahmeöffnung
und einen von einer Abstützseite des Körperbereichs sich erstreckenden Befestigungsschaft
mit einer schaftlängsachse, wobei am Befestigungsschaft an einer ersten Seite ein
Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich und an einer bezüglich der Schaftlängsachse
entgegengesetzten zweiten Seite ein Abstützbereich mit bezüglich einander geneigten
und in einem in Richtung der Schaftlängsachse sich erstreckenden ersten Übergangsbereich
aneinander anschließenden Abstützflächenbereichen vorgesehen sind.
[0002] Ein derartiger Meißelhalter ist aus der
DE 10 2004 057 302 A1 bekannt. Der Befestigungschaft dieses bekannten Meißelhalters ist mit abgeflachtem
Querschnittsprofil ausgebildet. An einer ersten, als Schmalseite ausgebildeten Seite
ist eine Einsenkung ausgebildet, welche mit einer bezüglich der Schaftlängsachse geneigten
Fläche eine Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche des Befestigungsorganbeaufschlagungsbereichs
bereitstellt. An der entgegengesetzten zweiten Seite, hier also ebenfalls eine Schmalseite,
sind zwei im Wesentlichen plane, in Richtung der Schaftlängsachse langgestreckte und
keilartig aufeinander zu laufende Abstützflächenbereiche vorgesehen, welche in einer
ebenfalls im Wesentlichen planen, also nicht gekrümmten Übergangsfläche aneinander
anschließen. Diese beiden Abstützflächenbereiche stellen jeweilige Zentrierflächen
bereit, weiche gegen komplementäre Gegen-Zentrierflächen bzw. Gegen-Abstützflächenbereiche
eines Meißelhalters durch die vermittels eines Befestigungsorgans auf die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche
ausgeübte Belastung angepresst werden.
[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Meißelhalter und ein Meißelhaltersystem
mit einem Meißelhalter und einem Basisteil vorzusehen, mit welchen die im Befestigungsschaft
auftretenden Belastungen gemindert bzw. optimiert auf ein Basisteil übertragen werden
können.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch einen Meißelhalter, umfassend einen
Körperbereich mit einer wenigstens zu einer Meißeleinführseite des Körperbereichs
offenen Meißelaufnahmeöffnung und einen von einer Abstützseite des Körperbereichs
sich erstreckenden Befestigungsschaft mit einer Schaftlängsachse, wobei am Befestigungsschaft
an einer ersten Seite ein Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich und an einer bezüglich
der Schaftlängsachse entgegengesetzten zweiten Seite ein Abstützbereich mit bezüglich
einander geneigten und in einem in Richtung der Schaftlängsachse sich erstreckenden
Übergangsbereich aneinander anschließenden Abstützflächenbereichen vorgesehen sind.
[0005] Dabei ist weiter vorgesehen, dass der Übergangsbereich einsenkungsartig ausgebildet
ist oder/und dass wenigstens ein Abstützflächenbereich bezüglich der Schaftlängsachse
über eine Grund-Außenumfangsfläche des Befestigungsschaftes wenigstens bereichsweise
nach radial außen hervorstehend ausgebildet ist.
[0006] In Abkehr von der aus dem Stand der Technik bekannten im Wesentlichen planen Ausgestaltung
des ersten Übergangsbereichs zwischen den beiden Abstützflächenbereichen ist gemäß
einem ersten Aspekt des erfindungsgemäßen Meißelhalters vorgesehen, ein einsenkungsartigen,
also nach innen zurückgesetzten Übergangsbereich bereitzustellen. Es hat sich gezeigt,
dass dies zu einer verbesserten Verteilung der Belastung bzw. Spannungen im Befestigungsschaft
führt, wenn von der anderen Seite her eine Last durch ein Befestigungsorgan auf den
Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich ausgeübt wird und wenn im Fräsbetrieb von
dem an den Befestigungsschaft anschließenden Körperbereich gleichermaßen eine in den
Befestigungsschaft eingeleitete und über dessen Abstützflächenbereiche auf ein Basisteil
übertragende Last eingeleitet wird.
[0007] Gemäß dem alternativ oder auch zusätzlich vorzusehenden Aspekt des erfindungsgemäßen
Meißelhalters steht zumindest ein Abstützflächenbereich wenigstens bereichsweise nach
außen vor, so dass hier eine von der geometrischen Konfiguration des Befestigungsschafts
an sich weitestgehend unabhängige Konfiguration dieses Abstützflächenbereichs erzeugt
werden kann. Auch hierdurch kann eine optimierte Anpassung an die auftretenden Belastungen
erzeugt werden, bei gleichzeitig deutlich vereinfachter Bearbeitbarkeit des Meißelhalters
in diesem Bereich zur Bereitstellung der erforderlichen Präzision des Abstützflächenbereichs.
[0008] Der Übergangsbereich kann beispielsweise wenigstens bereichsweise durch eine konkave,
also wölbungsartig und somit hinsichtlich der Spannungsverhältnisse ebenfalls optimierte
Einsenkung bereitgestellt sein.
[0009] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante kann vorgesehen sein, dass
wenigstens ein Abstützflächenbereich sich in Richtung von seinem vom Übergangsbereich
entfernt liegenden Umfangsendbereich zu seinem dem Übergangsbereich nahe liegenden
Umfangsendbereich dem radialen Niveau der Grund-Außenumfangsfläche annähert. Durch
diese Ausgestaltung wird eine übermäßig starke Keilwirkung der grundsätzlich zueinander
geneigten Abstützflächenbereiche vermieden.
[0010] Der Übergang wenigstens eines Abstützflächenbereichs in seinem von dem Übergangsbereich
entfernt liegenden Umfangsendbereich in die Grund-Außenumfangsfläche des Befestigungsschafts
kann stufenartig oder/und krümmungsartig ausgebildet sein.
[0011] Eine bei weiterhin vereinfachter Bearbeitbarkeit des Meißelhalters bereitgestellte
Fokussierung der Befestigungsbelastung auf einen hierfür definiert vorgesehenen Bereich
kann dadurch erlangt werden, dass wenigstens ein Abstützflächenbereich in seinem dem
Körperbereich nahe liegenden Axialendbereich oder/und in seinem vom Körperbereich
entfernt liegenden Axialendbereich stufenartig oder/und krümmungsartig in die Grund-Außenumfangsfläche
übergeht.
[0012] Eine gleichmäßige Belastung des Meißelhalters bzw. des Befestigungsschafts sowohl
bei Beaufschlagung durch ein Befestigungsorgan als auch bei Einleitung von im Fräsbetrieb
auftretenden Kräften kann dadurch unterstützt werden, dass die Abstützflächenbereiche
oder/und der Übergangsbereich bezüglich einer Haltermittenebene im Wesentlichen symmetrisch
ausgebildet sind. Es ist hier darauf hinzuweisen, dass die Haltermittenebene eine
im Wesentlichen in der geometrischen Mitte des Halters liegende Ebene sein kann, beispielsweise
aufgespannt durch die Schaftlängsachse und eine Längsmittenachse der Meißelaufnahmeöffnung.
[0013] Eine gleichmäßige Kraftverteilung kann dadurch unterstützt werden, dass wenigstens
ein Abstützflächenbereich um die Schaftlängsachse gekrümmt ausgebildet ist. Hier kann
eine gleichmäßige, also im Wesentlichen Kreis-Krümmung vorgesehen sein, wobei aus
fertigungstechnischen Gründen die beiden Abstützflächenbereiche den selben Krümmungsradius
oder/und Krümmungsmittelpunkt aufweisen. Alternativ kann selbstverständlich auch eine
Krümmung mit sich änderndem Krümmungsradius, beispielsweise vom ersten Übergangsbereich
weg zunehmendem oder abnehmendem Krümmungsradius, vorgesehen sein.
[0014] Zum Unterstützen eines einfachen Herstellungsvorgangs für den Meißelhalter wird weiter
vorgeschlagen, dass der Befestigungsschaft im Bereich seiner Grund-Außenumfangsfläche
mit kreisartiger, als z. B. kreisrunder, ovaler oder elliptischer Außenumfangskontur
ausgebildet ist.
[0015] Um die auf den Befestigungsschaft quer zu dessen Schaftlängsachse einwirkenden und
diesen im Angrenzungsbereich an den Körperbereich auf Scherung und Torsion belastenden
Kräfte möglichst gering zu halten, wird vorgeschlagen, dass eine Längsmittenachse
der Meißelaufnahmeöffnung und die Schaftlängsachse in einem Winkel von 6° bis 24°,
vorzugsweise etwa 12°, zueinander geneigt sind. Dieser Winkel hat sich deshalb als
besonders vorteilhaft erwiesen, da sich gezeigt hat, dass im Fräsbetrieb die auf einen
Meißel einwirkenden Kräfte im Allgemeinen nicht parallel zu dessen Längsachse und
mithin auch nicht in Richtung der Längsachse der Meißelaufnahmeöffnung, sondern dazu
leicht geneigt sind. Dieser Neigung kann durch die Anstellung der Schaftlängsachse
bezüglich der Längsachse der Meißelaufnahmeöffnung Rechnung getragen werden.
[0016] Gemäß einem weiteren vorteilhaften Aspekt kann der Befestigungsschaft ein Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich
eine Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche umfassen und die Schaftlängsachse und
eine Flächennormale der Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche können in einem Winkel
von 50° bis 65°, vorzugsweise etwa 62,5°, zueinander geneigt sein. Durch diese vergleichsweise
geringe Anstellung der Flächennormale der Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche zur
Schaftlängsachse wird erreicht, dass eine näherungsweise auch in Richtung dieser Flächennormale
auf die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche vermittels eines Befestigungsorgans
ausgeübte Kraft möglichst wenig zur Schaftlängsachse geneigt ist, diesen also möglichst
stark in Richtung seiner Längsachse belastet. Auch dadurch können Querbelastungen
im Schaft verringert werden, gleichwohl jedoch eine derartige Orientierung eines beispielsweise
als Schraubbolzen ausgebildeten Befestigungsorgans sichergestellt werden, dass bei
in ein Basisteil eingesetztem Meißelhalter Zugriff zu dem Befestigungsorgan besteht.
[0017] Gemäß einem weiteren Aspekt wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Meißelhaltersystem
mit einem vorzugsweise erfindungsgemäß aufgebauten Meißelhalter und einem Basisteil
mit einer wenigstens zu einer Gegen-Abstützseite offenen Befestigungsschaftaufnahmeöffnung
und einer zur Befestigungsschaftaufnahmeöffnung offenen Befestigungsorganaufnahmeöffnung,
wobei in der Befestigungsorganaufnahmeöffnung ein zur Beaufschlagung des Befestigungsorganbeaufschlagungsbereichs
verlagerbares Befestigungsorgan aufgenommen ist, wobei in der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung
ein Gegen-Abstützbereich mit in einem in Richtung einer Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
sich erstreckenden weiteren Übergangsbereich aneinander anschließenden Gegen-Abstützflächenbereichen
vorgesehen ist.
[0018] Eine Optimierung in der Kraftübertragungswechselwirkung mit dem Meißelhalter kann
dabei erreicht werden, indem der weitere Übergangsbereich vorsprungartig ausgebildet
ist, beispielsweise durch einen konvexen Vorsprung, so dass eine den Übergangsbereich
im Wesentlichen komplementäre Ausgestaltung erreicht werden kann, wenn dieser mit
einer einsenkungsartigen, beispielsweise konkaven Kontur ausgebildet ist.
[0019] Um gleichermaßen im Bereich der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung eine zur Geometrie
des Befestigungsschafts komplementäre Oberflächengestaltung erreichen zu können, wird
vorgeschlagen, dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich bezüglich der Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
über eine Grund-Innenumfangsfläche der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung wenigstens
bereichsweise nach radial innen hervorstehend ausgebildet ist. Ebenso wie beim Meißelhalter
selbst wird somit auch im Basisteil lediglich die präzise Bearbeitung beschränkter
Oberflächenbereiche, nämlich der Gegen-Abstützflächenbereiche erforderlich, um eine
sehr exakte, flächige Passung zwischen Abstützflächenbereich und Gegen-Abstützflächenbereich
sicherstellen zu können.
[0020] Auch hierbei kann vorgesehen sein, dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich
wenigstens in seinem dem zweiten Übergangsbereich nahe liegenden Umfangsendbereich
über die Grund-Innenumfangsfläche hervorsteht und sich in Richtung zu seinem von dem
weiteren Übergangsbereich entfernt liegenden Umfangsendbereich dem radialen Niveau
der Grund-Innenumfangsfläche annähert oder/und dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich
wenigstens in seinem der Gegen-Abstützseite nahe liegenden Axialendbereich oder/und
in seinem von der Gegen-Abstützseite entfernt liegenden Axialendbereich stufenartig
oder/und krümmungsartig in die Grund-Innenumfangsfläche übergeht.
[0021] Entsprechend der Formgebung des Befestigungsschafts kann auch im Basisteil vorgesehen
sein, dass die Befestigungschaftaufnahmeöffnung im Bereich ihrer Grund-Innenumfangsfläche
oder/und im Bereich ihrer Gegen-Abstützflächenbereiche mit kreisartiger Innenumfangskontur
ausgebildet ist. Aufgrund des Bereitstellens einer grundsätzlich kreisartigen Innenumfangskontur
kann die Befestigungsschaftaufnahmeöffnung in vergleichsweise einfacher Art und Weise
in das allgemein als Schmiedeteil hergestellte Basisteil durch einen Bohr- bzw. Fräsvorgang
eingebracht werden. Das Bereitstellen planer, also ungekrümmter Oberflächenbereiche
im Inneren der Befestigungsorganaufnahmeöffnung ist nicht erforderlich.
[0022] Eine weitergehende Minderung der im Befestigungsschaft quer zu dessen Schaftlängsachse
wirkenden Kräfte kann dadurch erreicht werden, dass die Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
und eine Befestigungsorganaufnahmeöffnungslängsachse in einem Winkel von 50° bis 65°,
vorzugsweise etwa 62,5° zueinander geneigt sind.
[0023] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren
detailliert beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Meißelhalters in Blickrichtung I in Fig. 2;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Meißelhalters der Fig. 1 in Blickrichtung II in Fig.
1;
- Fig. 3
- eine Ansicht des Meißelhalters in Blickrichtung III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Schnittansicht des Meißelhalters, geschnitten in einer Haltermittenebene;
- Fig. 5
- eine Ansicht des Meißelhalters in Blickrichtung V in Fig. 1;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht des Meißelhalters;
- Fig. 7
- eine Schnittansicht des Meißelhalters im Bereich eines Befestigungsschafts, geschnitten
längs einer Linie VII-VII in Fig. 6;
- Fig. 8
- eine Schnittansicht des Meißelhalters im Bereich eines Befestigungsschafts, geschnitten
längs einer Linie VIII-VIII in Fig. 6;
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht eines Meißelhalters;
- Fig. 10
- eine Ansicht des Meißelhalters in der Fig. 9 in Blickrichtung X in Fig. 9;
- Fig. 11
- eine perspektivische Darstellung des Meißels und des Meißelhalters im Zusammenbau;
- Fig. 12
- eine Schnittdarstellung des Zusammenbaus der Fig. 11, geschnitten in der Haltermittenebene.
[0024] Die Fig. 1 bis 6 zeigen einen allgemein mit 10 bezeichneten Meißelhalter für eine
Fräswalze einer Straßenfräsmaschine. Der Meißelhalter 10 umfasst einen Körperbereich
12 mit einem davon an einer allgemein mit 14 bezeichneten Meißeleinführseite sich
erstreckenden, näherungsweise zylindrischen Ansatz 16. In dem zylindrischen Ansatz
16 ist diesen bzw. den gesamten Körperbereich 12 durchsetzend eine Meißelaufnahmeöffnung
18 vorgesehen. Diese ist an der Meißeleinführseite 14 zur Aufnahme eines auswechselbaren,
darin durch Reibungsklemmsitz arretierbaren Meißels offen und ist an einer der Meißeleinführseite
14 im Wesentlichen entgegengesetzten Abstützseite 20 des Körperbereichs 12 offen.
Von dieser Seite her kann ein zum Entfernen eines verschlissenen Meißels aus der Meißelaufnahmeöffnung
18 eingesetztes Werkzeug eingeführt werden, um damit den Meißel aus der Meißelöffnung
18 herauszudrücken.
[0025] Am Körperbereich 12 sind an der Abstützseite 20 ein erster Abstützflächenbereich
22 und ein dazu angewinkelter zweiter Abstützflächenbereich 24 vorgesehen. Man erkennt
in den Darstellungen, dass die Meißelaufnahmeöffnung 18 im Bereich des ersten Abstützflächenbereichs
22 zur Abstützseite 20 hin offen ist. Im Wesentlichen ausgehend vom zweiten Abstützflächenbereich
24 erstreckt sich vom Körperbereich 12 ein langgestreckter Befestigungsschaft 26.
Der Befestigungsschaft 26 ist mit einer allgemein kreisartiger, z.B. kreisrunden oder
ovalen bzw. elliptischen, Außenumfangskontur ausgebildet. Auf die konstruktive Ausgestaltung
des Befestigungsschafts 26 wird nachfolgend noch detailliert eingegangen.
[0026] Der erste Abstützflächenbereich 22 umfasst eine erste Abstützfläche 28 und eine zweite
Abstützfläche 30. Diese beiden Abstützflächen 28, 30 des ersten Abstützflächenbereichs
22 sind zueinander angewinkelt und zu einer Haltermittenebene, welche im Wesentlichen
der Zeichenebene der Fig. 4 entspricht, im Wesentlichen symmetrisch ausgebildet bzw.
auch in gleichem Winkel angestellt. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Haltermittenebene
beispielsweise aufgespannt sein kann durch eine Längsachse LM der Meißelaufnahmeöffnung
18 und eine Schaftlängsachse LB des Befestigungsschafts 26.
[0027] Auch der zweite Abstützflächenbereich 24 umfasst eine erste Abstützfläche 32 sowie
eine zweite Abstützfläche 34. Die beiden Abstützflächen 32, 34 sind zueinander angewinkelt
und damit auch zur Haltermittenebene angewinkelt, wobei hier die Ausgestaltung bezüglich
der Haltermittenebene entsprechend der Ausgestaltung der beiden Abstützflächen 28,
30 des ersten Abstützflächenbereichs 22 symmetrisch sein kann.
[0028] Zwischen der ersten Abstützfläche 28 des ersten Abstützflächenbereichs 22 und der
ersten Abstützfläche 32 des zweiten Abstützflächenbereichs 24 und gleichermaßen zwischen
der zweiten Abstützfläche 30 des ersten Abstützflächenbereichs 22 und der zweiten
Abstützfläche 34 des zweiten Abstützflächenbereichs 24 sind linienartige und vorzugsweise
gerade sich erstreckende erste Übergangsbereiche 36, 38 gebildet, welche gleichermaßen
auch einen Übergang zwischen dem ersten Abstützflächenbereich 22 und dem zweiten Abstützflächenbereich
24 definieren. Man erkennt insbesondere in den Fig. 1 und 2 deutlich, dass diese ersten
Übergangsbereiche 36, 38 an einem kantenartig ausgebildeten Angrenzungsbereich der
jeweiligen Abstützflächen gebildet ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Abstützflächen
28, 30, 32, 34 vorzugsweise alle eben, also ungekrümmt ausgebildet sind, sind diese
somit auch linienartig ausgebildeten ersten Übergangsbereiche 36, 38 entsprechend
auch ungekrümmt.
[0029] Ein zwischen der ersten Abstützfläche 32 und der zweiten Abstützfläche 34 des zweiten
Abstützflächenbereichs 24 gebildeter zweiter Übergangsbereich 40 ist mit einer im
Wesentlichen gerade sich erstreckenden Übergangsfläche 42 ausgebildet. Diese steht
zur Haltermittenebene im Wesentlichen orthogonal. Da die beiden Abstützflächen 32,
34 im Wesentlichen plan, also ungekrümmt sind, erstreckt sich auch dieser zweite Übergangsbereich
40 im Wesentlichen geradlinig.
[0030] Dort, wo die beiden Abstützflächenbereiche 22, 24 bzw. deren Abstützflächen 28, 30
bzw. 32, 34 aneinander angrenzen, also bei den ersten Übergangsbereichen 36, 38, ist
ein Winkel W1 gebildet, der im Bereich von etwa 137° liegt. Zwischen den beiden Abstützflächen
28, 30 des ersten Abstützflächenbereichs 22 ist ein Winkel W2 von etwa 130° gebildet,
so dass jede dieser Abstützflächen 28, 30 zur Haltermittenebene einen Neigungswinkel
von etwa 65° aufweist. Zwischen den beiden Abstützflächen 32, 34 des zweiten Abstützflächenbereichs
24 ist ein Winkel W3 von etwa 110° gebildet, so dass jede dieser Abstützflächen 32,
34 zur Haltermittenebene einen Neigungswinkel von etwa 55° aufweist. Dies bedeutet
allgemein, dass die beiden Abstützflächen 28, 30 des ersten Abstützflächenbereichs
22 unter einem größeren dazwischen eingeschlossenen Winkel angeordnet sind, als die
beiden Abstützflächen 32, 34 des zweiten Abstützflächenbereichs 24. Weiter ist die
Schaftlängsachse LB bezüglich des Körperbereichs 12 derart orientiert, dass der Befestigungsschaft
26 zum ersten Abstützflächenbereich 22 und zum zweiten Abstützflächenbereich 24 unter
einem Winkel W4 bzw. W5 geneigt ist, der bei jeweils etwa 65° liegt. Beispielsweise
kann der Winkel W4 im Bereich von 67° liegen, während der Winkel W5 bei etwa 64° liegen
kann. Es sei hier darauf hingewiesen, dass zur Ermittlung dieser Winkel W4 bzw. W5
eine die jeweiligen Abstützflächen 28, 30 bzw. 32, 34 bei imaginärer Verlängerung
derselben verbindende Linie herangezogen werden kann bzw. im Falle der Abstützflächen
32, 34 der Winkel W5 auch bezüglich der Übergangsfläche 42 des zweiten Übergangsbereichs
40 und im Falle der Abstützflächen 28, 30 der Winkel W4 auch bezüglich einer Übergangsfläche
43 eines weiteren Übergangsbereichs 41 am Meißelhalter 10 ermittelt werden kann. Der
durch die Summe der beiden Winkel W4 und W5 gebildete Gesamtwinkel kann somit in einem
Bereich von etwa 131° liegen und definiert den Anstellwinkel zweier prismenartiger
Konfigurationen, von welchen eine definiert ist durch die beiden Abstützflächen 28,
30 des ersten Abstützbereichs 22 und der andere definiert ist durch die beiden Abstützflächen
32, 34 des zweiten Abstützflächenbereichs 24. Durch Variation dieses Gesamtwinkels,
also der Summe der beiden Winkel W4 und W5, kann bei beispielsweise gleichgehaltenen
Winkeln W2 und W3 somit die Geometrie der pyramidenartigen Anordnung, gebildet durch
die vier Abstützflächen 28, 30, 32, 34, beeinflusst werden und insbesondere eine Konzentration
der Kräfte in Richtung eines imaginären Pyramidenscheitelpunkts unterstützt werden.
[0031] Aufgrund dieser winkeligen Orientierung der verschiedenen Abstützflächenbereiche
22, 24 bzw. von deren Abstützflächen 28, 30, 32, 34 und aufgrund der Orientierung
des Befestigungsschafts 26 bezüglich des Körperbereichs 12 wird eine Konzentrierung
der im Fräsbetrieb in den Körperbereich 12 eingeleiteten Kräfte in derartiger Weise
erreicht, dass Querkräfte, welche den Übergang zwischen dem Körperbereich 12 und dem
Befestigungsschaft 26 auf Scherung belasten, stark reduziert sind. Hierzu trägt auch
bei, dass ein zwischen der Schaftlängsachse LB und der Längsachse LM der Meißelaufnahmeöffnung
18 und mithin einer Meißellängsachse gebildeter Winkel W6 in einem Bereich von 12,5°
liegt.
[0032] In den Fig. 9 und 10 ist ein in Verbindung mit dem vorangehend beschriebenen Meißelhalter
10 einsetzbares Basisteil 44 dargestellt. Die Fig. 11 und 12 zeigen dieses Basisteil
44 im Zusammenbau mit dem Meißelhalter 10.
[0033] Im Basisteil 44 ist eine Befestigungsschaftaufnahmeöffnung 46 ausgebildet, die sowohl
an einer in Fig. 9 oben erkennbaren Gegen-Abstützseite 48, als auch einer in Fig.
10 erkennbaren Verbindungsseite 50 des Basisteils 44 offen ist. Im Bereich der Verbindungsseite
50 wird das Basisteil 44 beispielsweise durch Verschweißung an einer Fräswalze festgelegt.
[0034] An der Gegen-Abstützseite 48 ist in Zuordnung zum ersten Abstützflächenbereich 22
ein erster Gegen-Abstützflächenbereich 52 gebildet. In Zuordnung zum zweiten Abstützflächenbereich
24 ist ein zweiter Gegen-Abstützflächenbereich 54 gebildet. Der erste Gegen-Abstützflächenbereich
52 umfasst in Zuordnung zur ersten Abstützfläche 28 des ersten Abstützflächenbereichs
22 eine erste Gegen-Abstützfläche 56 und umfasst in Zuordnung zur zweiten Abstützfläche
30 des ersten Abstützflächenbereichs 22 eine zweite Gegen-Abstützfläche 58. Entsprechend
umfasst der zweite Gegen-Abstützflächenbereich 54 in Zuordnung zur ersten Abstützfläche
32 des zweiten Abstützflächenbereichs 24 eine erste Gegen-Abstützfläche 60 und umfasst
in Zuordnung zur zweiten Abstützfläche 34 des zweiten Abstützflächenbereichs 24 eine
zweite Gegen-Abstützfläche 62. Die jeweiligen Gegen-Abstützflächen 56, 58, 60, 62
sind zueinander entsprechend der jeweiligen Anwinkelungen der Abstützflächen 28, 30,
32, 34 des Meißelhalters 10 zueinander angewinkelt und eben ausgebildet, so dass die
einander zugeordneten Abstützflächen und Gegen-Abstützflächen flächig aneinander anliegen
können.
[0035] Zwischen der ersten Gegen-Abstützfläche 56 und der zweiten Gegen-Abstützfläche 58
einerseits und zwischen der ersten Gegen-Abstützfläche 60 und der zweiten Gegen-Abstützfläche
62 andererseits ist jeweils ein einsenkungsartiger dritter Übergangsbereich 64 bzw.
66 gebildet. Gleichermaßen ist zwischen den beiden Gegen-Abstützflächenbereichen 52,
54, also zwischen der ersten Gegen-Abstützfläche 56 und der ersten Gegen-Abstützfläche
60 bzw. der zweiten Gegen-Abstützfläche 58 und der zweiten Gegen-Abstützfläche 62
ein einsenkungsartiger vierter Übergangsbereich 68, 70 gebildet. Durch diese beispielsweise
mit zumindest teilweise abgerundeter Kontur ausgebildeten, einsenkungsartigen Übergangsbereiche
64, 66, 68, 70 werden einerseits bei Einleitung von Fräskräften auftretende Kerbspannungen
vermieden. Andererseits ist, wie dies die Darstellungen der Fig. 11 und 12 deutlich
zeigen, bei den einsenkungsartigen Übergangsbereichen 64, 66, 68, 76 jeweils Platz
geschaffen für die verschiedenen Übergangsbereiche des Meißelhalters 10, wo dessen
Abstützflächen ineinander übergehen. Dies sorgt dafür, dass selbst dann, wenn im Bereich
der aneinander anliegenden Abstützflächen bzw. Gegen-Abstützflächen Verschleiß auftritt,
ein Nachsetzen und dementsprechend ein tieferes Eindringen der ersten bzw. zweiten
Übergangsbereiche in die dritten bzw. vierten Übergangsbereiche ermöglicht ist.
[0036] Man erkennt anhand der Fig. 9, 11 und 12 deutlich, dass die am Meißelhalter 10 gebildete
Abstützseite 20 einerseits und die am Basisteil 44 gebildete Gegen-Abstützseite 48
andererseits insbesondere mit den in gegenseitige Anlage kommenden Abstützflächen
bzw. Gegen-Abstützflächen komplementär geformt sind. Es entsteht somit durch die mehreren,
prismenartig aneinander angrenzenden Abstützflächen bzw. Gegen-Abstützflächen eine
trichterartige Konfiguration, die eine stabile Abstützung des Meißelhalters 10 und
Basisteils 44 auch in Richtung quer zum Befestigungsschaft 26 bzw. der Schaftlängsachse
LB gewährleistet. Dies führt allgemein zu einer Entlastung des Befestigungsschafts
26 insbesondere in Querrichtung, wodurch die Gefahr eines Bruchs des Befestigungsschafts
erheblich verringert wird.
[0037] Neben der vorangehend detailliert erläuterten Abstützwechselwirkung zwischen dem
Meißelhalter 10 und dem Basisteil 44 im Bereich der Abstützseite 20 bzw. der Gegen-Abstützseite
48 wird bei dem erfindungsgemäß aufgebauten Meißelhaltersystem eine weitere Entlastung
des Befestigungsschafts 26 durch dessen Anlagewechselwirkung mit dem Basisteil 44
im Bereich von dessen Befestigungsschaftaufnahmeöffnung 46 erreicht. Dieser Aspekt
und der vorangehend bereits detailliert erläuterte Abstützaspekt können für sich alleine
bereits jeweils eine deutliche Entlastung bzw. gleichmäßigere Kraftverteilung erzielen.
Besonders vorteilhaft sind sie jedoch in Kombination bei ein und demselben Meißelhaltersystem
realisiert.
[0038] Der Befestigungsschaft 26 des Meißelhalters 10 weist an einer näherungsweise unter
dem ersten Abstützflächenbereich 22 liegenden ersten Seite einen Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich
76 auf und weist an einer bezüglich der Schaftlängsachse LB entgegengesetzten zweiten
Seite einen Abstützbereich 78 auf. Der Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich ist
einkerbungsartig gebildet mit einer Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche 80, deren
Flächennormale FN bezüglich der Schaftlängsachse LB unter einem vergleichsweise kleinen
Winkel W7 von etwa 62,5° geneigt ist. Dies führt dazu, dass ein am Basisteil vorgesehenes
Befestigungsorgan 82, dessen Längsmittenachse näherungsweise parallel zur Flächennormalen
FN orientiert ist, also im Wesentlichen orthogonal zur Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche
80 steht, bei Beaufschlagung des Befestigungsschafts 26 eine vergleichsweise stark
in Richtung der Schaftlängsachse LB gerichtete Kraftkomponente erzeugt. Es sei hier
darauf hingewiesen, dass das Befestigungsorgan 82 in einer Befestigungsorganaufnahmeöffnung
84 des Basisteils 44 aufgenommen ist, die zumindest bereichsweise mit Innengewinde
ausgebildet ist, so dass das entsprechend zumindest bereichsweise mit Außengewinde
ausgebildete Befestigungsorgan 82 durch Dreh-, also Schraubbewegung in Richtung einer
Befestigungsorganaufnahmeöffnungslängsachse LO in Richtung auf die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche
80 zu bzw. davon weg bewegt werden kann.
[0039] Aufgrund der vorangehend angesprochenen geometrischen Verhältnisse steht die Befestigungsorganaufnahmeöffnungslängsachse
LO zu einer Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse LA, welche im Zusammenbauzustand
zumindest hinsichtlich ihrer Orientierung auch im Wesentlichen mit der Schaftlängsachse
LB übereinstimmt, unter dem Winkel W7 von etwa 62,5°.
[0040] Wird das Befestigungsorgan 82 durch Schraubbewegung in die Befestigungsorganaufnahmeöffnung
84 hinein bewegt und gegen die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche 80 gepresst,
so wird der Befestigungsschaft 26 mit seinem Abstützbereich 78 gegen einen Gegen-Abstützbereich
86 des Basisteils 44 gepresst. Der Abstützbereich 78 ist mit zwei Abstützflächenbereichen
88, 90 ausgebildet, die bezüglich einander angewinkelt bzw. geneigt verlaufen, insbesondere
jeweils einen vorzugsweise kreisartig gekrümmten Verlauf in Umfangsrichtung um die
Schaftlängsachse LB aufweisen. In einem zentralen Bereich des Abstützbereichs 78 schließen
diese beiden Abstützflächenbereiche 88, 90 in einem fünften Übergangsbereich 92 aneinander
an. Dieser fünfte Übergangsbereich 92 ist einsenkungsartig ausgebildet, vorzugsweise
mit in Richtung der Schaftlängsachse LB sich erstreckendem, konkavem Einsenkungsprofil.
[0041] Deutlich erkennbar ist, dass die Abstützflächenbereiche 88, 90 des Abstützbereichs
78 so ausgebildet sind, dass sie über eine Grund-Außenumfangsfläche 94 des Befestigungsschafts
26 radial bezüglich der Befestigungsschaftlängsachse LB zumindest bereichsweise hervorspringen.
Die Ausgestaltung ist derart, dass dieser radiale Überstand im zentralen Bereich des
Abstützbereichs 78, also dort, wo der fünfte Übergangsbereich 92 gebildet ist, am
geringsten ist, so dass dort beispielsweise nahezu kein radialer Vorsprung vorhanden
ist, während in Umfangsrichtung und in Richtung vom fünften Übergangsbereich 92 weg
dieser radiale Überstand zunimmt. Insbesondere erkennt man, dass sowohl an den axialen
Endbereichen der Abstützflächenbereiche 88, 90, als auch den in Umfangsrichtung vom
fünften Übergangsbereich 92 entfernt liegenden Endbereichen jeweils ein stufenartiger,
ggf. auch leicht gekrümmter Übergang zur Grund-Außenumfangsfläche 94 des Befestigungsschafts
26 vorliegt.
[0042] Durch die Ausgestaltung des Befestigungsschafts 26 in der vorangehend beschriebenen
Art und Weise stützt sich dieser bei Beaufschlagung durch das Beaufschlagungsorgan
82 in zwei bezüglich der Haltermittenebene seitlich liegenden Flächenbereichen, nämlich
im Wesentlichen mit den Abstützflächenbereichen 88, 90, am Basisteil 44 ab. Dies führt
zu einer Druckverteilung und zum Vermeiden eines linienartigen Abstützkontakt im Umfangszentrum
des Abstützbereichs 78. Insbesondere ist aufgrund des einsenkungsartig ausgebildeten
fünften Übergangsbereichs 92 dafür gesorgt, dass in diesem Zentrum des Abstützbereichs
78 keine oder nur geringe Kräfte zwischen dem Befestigungsschaft 26 und dem Basisteil
44 übertragen werden.
[0043] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der radial über die Grund-Außenumfangsfläche 94
hervorspringenden Abstützflächenbereiche 88, 90 ist, dass dort lokal begrenzte Oberflächenbereiche
genutzt werden, um einen Anlagekontakt zwischen dem Befestigungsschaft 26, also dem
Meißelhalter 10, und dem Basisteil 44 zu generieren. Da sowohl der Meißelhalter 10,
als auch das Basisteil 44 im Allgemeinen als Schmiedeteile bereitgestellt sind und
mithin diejenigen Oberflächen, in welchen eine gegenseitige Abstützung erfolgt, zur
Erreichung der erforderlichen Präzision materialabhebend bearbeitet oder nachbearbeitet
werden müssen, kann dieser Arbeitsgang beschränkt werden auf die dafür tatsächlich
vorgesehenen Oberflächenbereiche, nämlich dort, wo die Abstützflächenbereiche 88,
90 gebildet sind.
[0044] Entsprechend dem Abstützbereich 78 am Befestigungsschaft 26, ist am Basisteil 44
der Gegen-Abstützbereich 86 ausgebildet. Der Gegen-Abstützbereich 86 weist in Zuordnung
zu den Abstützflächenbereichen 88, 90 Gegen-Abstützflächenbereiche 96, 98 auf. Diese
grenzen in einem sechsten Übergangsbereich 100 aneinander an, wobei der sechste Übergangsbereich
100 vorsprungartig ausgebildet ist, vorzugsweise mit einem in Richtung der Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
LA langgestreckten, konvex gewölbten Vorsprung 102. Dieser kann aus fertigungstechnischen
Gründen bereitgestellt sein durch ein Einsatzteil 104, welches in eine entsprechende
Öffnung 106 des Basisteils beispielsweise unter Presspassung eingesetzt ist und mit
einem Umfangsbereich desselben zum Bereitstellen des Vorsprungs 102 nach radial innen
über die beiden Gegen-Abstützflächenbereichen 96, 98 hervorsteht.
[0045] Die Gegen-Abstützflächenbereiche 96, 98 sind in der Befestigungschaftaufnahmeöffnung
46 derart ausgebildet, dass sie zumindest bereichsweise über eine Grund-Innenumfangsfläche
108 der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung 46 nach radial innen bezüglich der Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
LA hervorstehen. Die Ausgestaltung kann dabei derart sein, dass nahe dem sechsten
Übergangsbereich 100 dieser radiale Vorsprung maximal ist und in Umfangsrichtung in
Richtung vom sechsten Übergangsbereich 100 weg abnimmt, so dass allmählich die Gegen-Abstützflächen
96, 98 in die Grund-Innenumfangsfläche 108 übergehen. Ebenso wie bei der Ausgestaltung
des Befestigungsschafts 100 bzw. des Abstützbereichs 78 wird auch hier eine Beschränkung
der zur Bereitstellung eines präzisen Anlagekontakts zu bearbeitenden Oberflächenbereiche
auf die Gegen-Abstützflächenbereiche 96, 98 erreicht, die insbesondere in ihren beiden
axialen Endbereichen wieder stufenartig bzw. krümmungsartig in die Grund-Innenumfangsfläche
108 am Basisteil 44 übergehen können.
[0046] Entsprechend der durch den gekrümmten Verlauf erzielten Neigung der beiden Abstützflächenbereiche
88, 90 bezüglich einander sind auch die beiden Gegen-Abstützflächenbereiche 96, 98
bezüglich einander geneigt, hier also mit gekrümmtem Verlauf ausgebildet, wobei diese
Krümmung der Krümmung der beiden Abstützflächenbereiche 88, 90 entsprechen kann, um
einen großflächigen Anlagekontakt zu erreichen. Da die Abstützflächenbereiche 88,
90 und auch die Gegen-Abstützflächenbereiche 96, 98 jeweils nur in einem Umfangsbereich
über die Grund-Außenumfangsfläche 94 bzw. die Grund-Innenumfangsfläche 108 hervorstehen,
kann der Befestigungsschaft 26 grundsätzlich mit seitlichem Bewegungsspiel in die
Befestigungsschaftaufnahmeöffnung 46 eingeführt werden, wobei erst durch das Bewegen
des Befestigungsorgans 82 auf die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche 80 zu ein
fester Anlagekontakt zwischen den Abstützflächenbereichen 88, 90 und den Gegen-Abstützflächenbereichen
96, 98 erzeugt wird. Ein zu einer stärkeren Pressung führender Kontakt der beiden
Übergangsbereiche 92, 100 wird dabei vermieden. Deren Funktionalität liegt im Wesentlichen
darin, bereits bei der Einführbewegung des Meißelhalters 10 in das Basisteil 44 noch
bevor die Abstützseite 20 und die Gegen-Abstützseite 48 zentrierend wirksam werden,
eine definierte Orientierung des Meißelhalters 10 bezüglich des Basisteils 44 zu erreichen.
[0047] Zu der sehr gleichmäßigen Kraftverteilung bei der Abstützung des Befestigungsschafts
26 am Gegen-Abstützbereich 94 trägt auch bei, dass sowohl der Abstützbereich 78, als
auch der Gegen-Abstützbereich 86 zur Haltermittenebene bzw. einer dieser Ebene entsprechenden
Symmetrieebene des Basisteils 44 symmetrisch, insbesondere punktsymmetrisch, ausgebildet
sind.
[0048] Durch die Ausgestaltung des Meißelhalters und des Basisteils an der Abstützseite
bzw. der Gegen-Abstützseite sowie im Abstützbereich bzw. im Gegen-Abstützbereich mit
den verschiedenen Abstützflächenbereichen und Gegen-Abstützflächenbereichen wird eine
definierte Positionierung des Meißelhalters bei gleichzeitiger Entlastung des Meißelhalters
insbesondere im Bereich des Befestigungsschafts erreicht. Hierzu trägt bei, dass die
Lastverteilung auf eine Mehrzahl definiert zueinander angeordneter Abstützflächenbereichen
bzw. Abstützflächen sowie Gegen-Abstützflächenbereichen bzw. Gegen-Abstützflächen
vorgsehen ist, in welchen der Meißelhalter und das Basisteil direkt aneinander anliegt.
Dies bedeutet, dass im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Abstützflächenbereich
bzw. Gegen-Abstützflächenbereich mit den jeweiligen zur gegenseitigen Abstützung dienenden
Flächen so ausgebildet bzw. bearbeitet ist, dass ein direkter Metall-Metall-Anlagekontakt
erzeugbar ist. Da sowohl das Basisteil als auch der Meißelhalter allgemein als Schmiedeteile
hergestellt sind, sind somit die im Sinne der vorliegenden Erfindung als Abstützflächenbereiche
bzw. Gegen-Abstützflächenbereiche dienenden Oberflächen grundsätzlich materialabhebend
hergestellt oder/und nachbearbeitet. Auf diese Art und Weise kann die für eine substantielle
Entlastung und eine genaue Positionierung erforderliche hohe Präzision bei diesen
Oberflächen gewährleistet werden, was bei einer lediglich in einem Schmiedevorgang
bearbeiteten Fläche so nicht realisierbar wäre.
Zum Zusammenbau des vorangehend beschrieben Systems wird bei an einer in Rotation
versetzbaren Frästrommel durch Verschweißung festgelegtem Basisteil der Meißelhalter
10 mit seinem Befestigungsschaft 26 in die im Basisteil 44 vorgesehene Befestigungsschaftaufnahmeöffnung
46 eingeführt, bis die beiden Abstützflächenbereiche 22, 24 des Meißelhalters 10 in
Anlage an den jeweils zugehörigen Gegen-Abstützflächenbereichen 52, 54 des Basisteils
kommen. Daraufhin wird das beispielsweise schraubenartig ausgebildete Befestigungsorgan
82 angezogen, so dass es weiter in die Befestigungsorganaufnahmeöffnung 84 hinein
bewegt wird und gegen die Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche 80 am Befestigungsschaft
26 gepresst wird. Dadurch wird einerseits eine stabile Anlagewechselwirkung zwischen
den Abstützflächenbereichen 22, 24 und den Gegen-Abstützflächenbereichen 52, 54 erreicht.
Andererseits wird eine stabile Anlage des Abstützbereichs 78 bzw. der beiden Abstützflächenbereiche
88, 90 desselben am Gegen-Abstützbereich 86 bzw. den beiden Gegen-Abstützflächenbereichen
96, 98 erreicht.
[0049] Da im Betrieb einer Fräsmaschine nicht nur die im Meißelhalter 10 gehaltenen Meißel
verschleißen, sondern auch im Bereich der Meißelhalter 10 selbst Verschleiß auftreten
kann, können durch Umkehr des vorangehend beschriebenen Vorgangs, also durch Entfernen
des Befestigungsorgans 82 vom Befestigungsschaft 26 und Herausziehen des Meißelhalters
10 bzw. des Befestigungsschafts 26 desselben aus dem Basisteil 44 ein verschlissener
Meißehalter 10 entfernt werden und durch einen neuen Meißelhalter oder einen weniger
stark verschlissenen Meißelhalter ersetzt werden. Dieser wird in der vorangehend beschriebenen
Art und Weise mit seinem Befestigungsschaft 26 in die zugehörige Befestigungsschaftaufnahmeöffnung
46 im Basisteil 44 eingesetzt und mit dem Befestigungsorgan 82 fixiert. Dieser Vorgang
kann bei wiederholt auftretendem Verschleiß dann selbstverständlich in Verbindung
mit dem selben an einer Frästrommel festgelegten Basisteil mehrfach vorgenommen werden.
Tritt auch im Bereich eines Basisteils Verschleiß auf, so kann selbstverständlich
auch dieses von einer Frästrommel durch Auftrennen der dieses haltenden Schweißverbindung
gelöst und durch ein neues Basisteil ersetzt werden.
1. Meißelhalter, umfassend:
- einen Körperbereich (12) mit einer wenigstens zu einer Meißeleinführseite (14) des
Körperbereichs (12) offenen Meißelaufnahmeöffnung (18),
- einen von einer Abstützseite (10) des Körperbereichs (12) sich erstreckenden Befestigungsschaft
(26) mit einer Schaftlängsachse (LB),
wobei am Befestigungsschaft (26) an einer ersten Seite ein Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich
(76) und an einer bezüglich der Schaftlängsachse (LB) entgegengesetzten zweiten Seite ein Abstützbereich (78) mit bezüglich einander geneigten
und in einem in Richtung der Schaftlängsachse (LB) sich erstreckenden Übergangsbereich (92) aneinander anschließenden Abstützflächenbereichen
(88, 90) vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Übergangsbereich (92) einsenkungsartig ausgebildet ist, oder/und
- dass wenigstens ein Abstützflächenbereich (88, 90) bezüglich der Schaftlängsachse (LB) über eine Grund-Außenumfangsfläche (94) des Befestigungsschaftes (26) wenigstens
bereichsweise nach radial außen hervorstehend ausgebildet ist.
2. Meißelhalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich (92) wenigstens bereichsweise durch eine konkave Einsenkung
bereitgestellt ist.
3. Meißelhalter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Abstützflächenbereich (88,90) sich in Richtung von seinem vom Übergangsbereich
(92) entfernt liegenden Umfangsendbereich zu seinem dem Übergangsbereich nahe liegenden
Umfangsendbereich dem radialen Niveau der Grund-Außenumfangsfläche (94) annähert.
4. Meißelhalter nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Abstützflächenbereich (88, 90) in seinem von dem Übergangsbereich
(92) entfernt liegenden Umfangsendbereich stufenartig oder/und krümmungsartig in die
Grund-Außenumfangsfläche (94) übergeht, oder/und dass wenigstens ein Abstützflächenbereich
(88, 90) in seinem dem Körperbereich (12) nahe liegenden Axialendbereich oder/und
in seinem vom Körperbereich (12) entfernt liegenden Axialendbereich stufenartig oder/und
krümmungsartig in die Grund-Außenumfangsfläche (94) übergeht.
5. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützflächenbereiche (88, 90) oder/und der Übergangsbereich (92) bezüglich
einer Haltermittenebene im Wesentlichen symmetrisch ausgebildet sind.
6. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Abstützflächenbereich (88, 90) um die Schaftlängsachse (LB) gekrümmt ausgebildet ist.
7. Meißelhalter nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass beide Abstützflächenbereiche (88, 90) den selben Krümmungsradius oder/und Krümmungsmittelpunkt
aufweisen.
8. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsschaft (26) im Bereich seiner Grund-Außenumfangsfläche (94) mit kreisartiger,
vorzugsweise kreisrunder, ovaler oder elliptischer, Außenumfangskontur ausgebildet
ist.
9. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Längsmittenachse (LM) der Meißelaufnahmeöffnung (18) und die Schaftlängsachse (LB) in einem Winkel von 6° bis 24°, vorzugsweise etwa 12°, zueinander geneigt sind.
10. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsorganbeaufschlagungsbereich (76) eine Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche
(80) umfasst und dass die Schaftlängsachse (LB) und eine Flächennormale (FN) der Befestigungsorganbeaufschlagungsfläche (80) in einem Winkel von 50° bis 65°,
vorzugsweise etwa 62,5°, zueinander geneigt sind.
11. Meißelhaltersystem, umfassend:
- einen Meißelhalter (10) vorzugsweise nach einem der vorangehenden Ansprüche,
- ein Basisteil (44) mit einer wenigstens zu einer Gegen-Abstützseite (48) offenen
Befestigungsschaftaufnahmeöffnung (46) und einer zur Befestigungsschaftaufnahmeöffnung
(46) offenen Befestigungsorganaufnahmeöffnung (84), wobei in der Befestigungsorganaufnahmeöffnung
(84) ein zur Beaufschlagung des Befestigungsorganbeaufschlagungsbereichs (76) verlagerbares
Befestigungsorgan (82) aufgenommen ist,
wobei in der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung (46) ein Gegen-Abstützbereich (86)
mit in einem in Richtung einer Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse (LA) sich erstreckenden weiteren Übergangsbereich (100) aneinander anschließenden Gegen-Abstützflächenbereichen
(96, 98) vorgesehen ist.
12. Meißelhaltersystem nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Übergangsbereich (100) vorsprungartig ausgebildet ist.
13. Meißelhaltersystem nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Übergangsbereich (100) wenigstens bereichsweise durch einen konvexen
Vorsprung gebildet ist.
14. Meißelhaltersystem nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Übergangsbereich (100) zum Übergangsbereich (92) komplementär ausgebildet
ist.
15. Meißelhaltersystem nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich (96, 98) bezüglich der Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse
(LA) über eine Grund-Innenumfangsfläche (108) der Befestigungsschaftaufnahmeöffnung (46)
wenigstens bereichsweise nach radial innen hervorstehend ausgebildet ist.
16. Meißelhaltersystem nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich (96, 98) wenigstens in seinem dem weiteren
Übergangsbereich (100) nahe liegenden Umfangsendbereich über die Grund-Innenumfangsfläche
(108) hervorsteht und sich in Richtung zu seinem von dem weiteren Übergangsbereich
(100) entfernt liegenden Umfangsendbereich dem radialen Niveau der Grund-Innenumfangsfläche
(108) annähert.
17. Meißelhaltersystem nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Gegen-Abstützflächenbereich (96, 98) wenigstens in seinem der Gegen-Abstützseite
(48) nahe liegenden Axialendbereich oder/und in seinem von der Gegen-Abstützseite
(48) entfernt liegenden Axialendbereich stufenartig oder/und krümmungsartig in die
Grund-Innenumfangsfläche (108) übergeht.
18. Meißelhaltersystem nach einem der Ansprüche 11 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungschaftaufnahmeöffnung (46) im Bereich ihrer Grund-Innenumfangsfläche
(108) oder/und im Bereich ihrer Gegen-Abstützflächenbereiche (96, 98) mit kreisartiger
Innenumfangskontur ausgebildet ist.
19. Meißelhaltersystem nach einem der Ansprüche 11 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsschaftaufnahmeöffnungslängsachse (LA) und eine Befestigungsorganaufnahmeöffnungslängsachse (Lo) in einem Winkel von 50° bis 65°, vorzugsweise etwa 62,5°, zueinander geneigt sind.