[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung eines Ladedrucks
einer Verbrennungskraftmaschine gemäß den Merkmalen im Oberbegriff von Patentanspruch
1.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Verbrennungskraftmaschinen aufzuladen,
um bei gleichbleibendem Hubraum höhere Leistungsraten oder aber bei sinkende Hubraum
gleichbleibende Leistungsraten zu erzielen. Hierbei wird die angesaugte Frischluft
über einen Verdichter komprimiert und anschließend dem Verbrennungsvorgang zugeführt.
Als Verdichtertypen sind aus dem Stand der Technik Abgas-Turbolader, Kompressoren
oder aber auch Druckwellenlader bekannt.
[0003] Beim Einsatz eines Druckwellenladers ist es seit einiger Zeit möglich, diesen durch
aktive Vorgabe von Betriebsparametern auf den jeweiligen Betriebspunkt der Verbrennungskraftmaschine
anzupassen. Hierdurch erfolgt eine Optimierung und somit ein höherer Wirkungsgrad
in den einzelnen Betriebspunkten und/oder ein besseres und agileres Ansprechverhalten
der aufgeladenen Verbrennungskraftmaschine.
[0004] Insgesamt lässt sich so der direkte Gaskontakt von Frischgas und Abgas im Druckwellenlader,
was ein großer Nachteil sein kann, bestmöglich kompensieren und stellt den Druckwellenlader
somit insbesondere in Bezug auf die aktuelle Forderung des Downsizing im Motorenbau
als interessante Alternative zum Turbolader oder aber Kompressor dar. Die bisher bekannten
Regelungsmodelle basieren auf statischer Veränderung einzelner Betriebsparameter,
die aufgrund von Sensorik oder aber Rechentableaus bzw. hinterlegten Kennfeldern über
ein Steuergerät an die Aktuatoren weitergegeben werden.
[0005] Aus der
DE 10 2006 020 522 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Verbrennungskraftmaschine bekannt, bei dem
Frischluft durch einen Druckwellenlader komprimiert wird, wobei mindestens ein Betriebsparameter
des Druckwellenladers, abhängig von mindestens einer Ist-Betriebsgröße der Verbrennungskraftmaschine,
gesteuert oder geregelt wird. Das dort offenbarte Verfahren bedeutet insofern eine
Abkehr von den bisherigen starren und im Wesentlichen ungesteuerten bzw. ungeregelten
Betriebskonzepten von Druckwellenladern.
[0006] Durch die Anpassung des jeweiligen Betriebszustandes des Druckwellenladers an den
Betriebszustand der Verbrennungskraftmaschine werden Pumpverluste der Verbrennungskraftmaschine
minimiert. Auch kann auf diese Weise das Ansprechverhalten des Druckwellenladers und
somit der Verbrennungskraftmaschine verbessert werden und es können die Bedingungen
für eine Abgasnachbehandlung optimiert werden.
[0007] Aus der
40 34 341 A1 ist eine Druckwellenladeranordnung bekannt, wobei von einem abgaszuführenden Kanal
ein Zufluss zu einer Gastasche abgezweigt ist und dieser Zufluss in Abhängigkeit des
Ladedrucks über ein Gastaschenventil steuerbar ist. Das Gastaschenventil selbst wird
dabei über eine Steuerleitung angesteuert. Der Gastaschenzufluss wird dabei unter
Vermeidung einer Gasabblasung vom Hochdruckkanal in die Atmosphäre im Stillstand und
im Notbetrieb der Verbrennungskraftmaschine durch Öffnen des Gastaschenzuflusses mittels
Federmitteln realisiert.
[0008] Aus der
DE 698 23 039 T2 ist eine Druckwellenladeranordnung bekannt, bei der zur Verbesserung des Betriebsverhaltens
des Druckwellenladers und der Brennkraftmaschine zueinander ein drehbares Kaltgasgehäuse
angeordnet ist. Das drehbare Kaltgasgehäuse wird dabei im Betrieb des Druckwellenladers
eingeregelt, um den Betrieb des Druckwellenladers über den gesamten Kennfeldbereich
der Verbrennungskraftmaschine zu verbessern.
[0009] Die aus dem Stand der Technik bekannten Regelungs- und Steuerungsverfahren für Druckwellenlader
benötigen jedoch den Einsatz einer Vielzahl von Sensoren und Steuergeräten, die für
einen Serieneinsatz, gerade im Kleinfahrzeugsegment, uninteressant sind. Ebenfalls
wird durch die vielfach verbaute Sensorik eine hohe Störanfälligkeit bedingt. Der
Einsatz von redundanten Sensorsystemen würde hier zu noch höheren Herstellungs- und
Wartungskosten führen.
[0010] Aufgrund der Druckunterschiede zwischen Ansaugtrakt und Abgastrakt bildet sich ein
gasdynamischer Vorgang in den Rotorzellen des Druckwellenladers selber, der eine schier
unendliche Zahl von thermodynamischen Zustandsgrößen hervorbringt. Da diese oft nur
durch sehr lange und sehr komplexe Zahlenwertgleichungen berechenbar sind, ist eine
detaillierte Modellierung eines Druckwellenladers, die auf einem Steuergerät implementiert
werden könnte, mit den heutigen CAE-Methoden nicht möglich.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Steuerung und
Regelung eines Druckwellenladers bereitzustellen, welche das Emissionsverhalten, das
Ansprechverhalten, die Dauerhaltbarkeit und den Wirkungsgrad eines Druckwellenladers
für eine Verbrennungskraftmaschine optimiert und gleichzeitig einen von äußeren Einflüssen
weitestgehend unabhängigen Serieneinsatz ermöglicht.
[0012] Die zuvor genannte Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen von Patentanspruch
1 gelöst.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Bestandteil der
abhängigen Patentansprüche.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Einstellung eines Ladedrucks einer Verbrennungskraftmaschine,
wobei der Ladedruck durch einen Druckwellenlader aufgebaut wird, welcher einen Zellrotor
und ein Zellrotorgehäuse aufweist und an den Druckwellenlader ein Kanal 1 zum Ansaugen
von Frischluft, ein Kanal 2 zum Abführen der komprimierten Frischluft, ein Kanal 3
zum Zuführen von Abgas und ein Kanal 4 zum Abführen von Abgas angeschlossen sind und
der Druckwellenlader ein Kaltgasgehäuse, an dem Kanal 1 und Kanal 2 angeschlossen
sind, und ein Gastaschenventil, das im Bereich des Kanal 3 angeordnet ist, aufweist,
zeichnet sich dadurch aus, dass eine Position des Stellelements in Abhängigkeit einer
Differenz zwischen dem Ist-Wert und dem Soll-Wert der Gastaschenventilstellung eingestellt
und/oder geregelt wird.
[0015] Im Rahmen der Erfindung handelt es sich bei dem Stellelement um ein verdrehbares
Gehäuse, ein Stellelement, einen Kantenschieber oder aber eine Steuerwalze, die über
einen geometrischen Versatz von Kanal 3 und Kanal 4 zu Kanal 1 und Kanal 2 die Ein-
bzw. Austrittsöffnungen variabel verändern kann. Vorzugsweise ist das Stellelement
im Rahmen der Erfindung an der Kaltgasseite des Druckwellenladers angeordnet. Es kann
jedoch auch an der Heißgasseite angeordnet sein.
[0016] Im Rahmen der Erfindung ist weiterhin das Gastaschenventil, welches im Bereich von
Kanal 3 angeordnet ist, ein Blowby-Ventil, welches den Gasdurchsatz in einem Kanal
3' regelt. Der Kanal 3' grenzt dabei an Kanal 3 an und führt ebenfalls direkt in die
Rotorzellen des Zellrotors. Über das Gastaschenventil ist eine variable Öffnung von
0 bis 100 % des Kanals 3'möglich. Das Gastaschenventil kann im Rahmen der Erfindung
dabei auch einen direkten Bypass zwischen Kanal 3 und Kanal 4 ausbilden. Ebenfalls
kann über das Gastaschenventil dann die Öffnung des Bypasses von Kanal 3 zu Kanal
4 variabel geregelt werden.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren bietet daher eine Lösung zur optimalen, dynamischen
Einstellung des Motorbetriebszustandes auf Basis von Energieänderungen, welche in
Kanal 3 anliegen. Bei dem dynamischen Regelungsverfahren ändert sich vordergründig
die Anforderung an den Ladedruck-Sollwert. Eine Regelung und Steuerung des Ladedruck-Sollwertes
erfolgt über die Gastaschenventilstellung. Die Positionsänderung des Gastaschenventils
erzeugt einen Energieimpuls im Kanal 3 des Druckwellenladers. Diese Energieänderung
wirkt sich in den Zellen des Zellrotors aus und somit auf die zu komprimierende bzw.
komprimierte Frischluft. Um hier einen Abgasdurchbruch von Kanal 3 in Kanal 2 zu verhindern,
wird das Stellelement mit einem Korrekturwert in Abhängigkeit der Positionsänderung
des Gastaschenventils eingestellt. Insbesondere wird hier der Relativwert der Differenz
der Gastaschenventilstellung als Regelgröße ausgewertet und ein Korrekturwert als
Relativwert als Steuerungssignal wiedergeben.
[0018] Bei dynamischen Regelungsverfahren zur Positionsänderung des Stellelements ist eine
weitere wichtige bevorzugte Eingangsgröße die Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine.
Hierzu ist zunächst eine Eingrenzung der aktuellen Position des Stellelements wichtig.
Diese wird vorzugsweise im Rahmen der Erfindung durch eine Kennfeldstruktur von aktuellem
Ladedruck-Istwert und der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine mit eine Maximalwert
und einem Minimalwert bestimmt. Zwischen dem Maximalwert und dem Minimalwert wird
aufgrund der Differenz der Gastaschenventilstellung und der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine
eine optimale Position des Stellelements oder aber eine Korrekturverstellung des Stellelements
ermittelt.
[0019] Durch die Eingrenzung von Maximalwert und Minimalwert der Position des Stellelements
wird ein Abgasdurchbruch oder aber eine Fehlstellung des Stellelements vermieden,
was sich optimierend auf das Emissionsverhalten und das Ansprechverhalten der gesamten
Verbrennungskraftmaschinenanordnung auswirkt.
[0020] Die erfindungsgemäße dynamische Ladedruckregelung kann entweder Open-Loop oder Closed-Loop
stattfinden. Insgesamt lässt sich hierdurch ein bedeutend schnelleres Regelungsverhalten
und damit Ansprechverhalten bei gleichzeitig geringe Hardware- und Softwareaufwand
zur Regelung und Steuerung erreichen.
[0021] Die Relativverstellung des Gastaschenventils ist die Differenz der Verstellung über
die Zeit gemessen oder die Relativverstellung zwischen Ist-Wert des Gastaschenventils
und Soll-Wert, welcher aus einem Kennfeld bestimmbar ist. Die optimale Position des
Gastaschenventils ist die optimale Position zum Erreichen eines höchstmöglichen Wirkungsgrades
im Zusammenspiel von Verbrennungskraftmaschine und Druckwellenlader. Die Differenz
bzw. die Relativverstellung des Gastaschenventils im Vergleich zu der ermittelten
oder aber errechneten Optimalposition ist ein Wert, welcher zeigt, wie optimal der
Druckwellenprozess arbeitet. Der Retativwert kann daher als Regelgröße für die Optimierung
des Druckwellenprozesses genommen werden. Wenn eine optimale Betriebsposition erreicht
ist, wird die Regelgröße zur Relativverstellung des Gastaschenventils gegen Null gehen
und somit auch die Korrekturen für andere Stellelemente. Die Steuerzeiten für diesen
Regelungsprozess liegen im Bereich von 5 bis 10 ms.
[0022] Im Rahmen der Erfindung ist unter einer Relativmotorleistung folgende Definition
zu verstehen. Die gewünschte Motorleistung wird durch die maximal mögliche Motorleistung
geteilt und mit 100% multipliziert. Dies ergibt dann eine Relativmotorleistung, die,
ausgedrückt in Prozent, von der maximal möglichen Motorleistung erfassbar ist. Vorzugsweise
wird die Relativmotorleistung immer bezogen auf eine Motordrehzahl gesehen. Bezogen
auf ein Kennfeld, welches Leistung über Drehzahl darstellt, ist die Relativmotorleistung
immer in der Vertikalen für einen Drehzahlbereich zu sehen. Da das Regelungsverfahren
dynamisch ausgeführt wird, wird zwar zunächst auf der Vertikalen ein konkreter Drehzahlwert
erfasst, aufgrund der zeitlich hoch aufgelösten Regelung und Steuerung ist der Prozess
dennoch als dynamisch anzusehen, da eine Drehzahlsteigerung oder aber Abnahme durch
die Zeitintervalle der Regelung und Steuerung berücksichtigt werden.
[0023] Im Rahmen der Erfindung ist es ebenfalls möglich, die Steuerung und Regelung über
eine Relativlast zu erreichen. Die Relativlast ist dabei die Soll-Last, welche beispielsweise
durch die Fahrpedalstellung bestimmt wird geteilt durch die maximal mögliche Last
der jeweiligen Drehzahl mal 100%.
[0024] Im Rahmen der Erfindung ist eine Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur eine Strategie,
auf der eine Motormanagementsteuerung aufbaut. Die gesamte Regelung des Verbrennungsmotors
wird bezogen auf das Drehmoment in Nm. In so einem Fall sind der Wunsch- bzw. Sollwert
und der Istwert der Steuerung auch in wiedergegeben. Die Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur
kann also in Nm arbeiten, sie kann aber auch auf der Basis einer relativen Last arbeiten.
Die jeweilige Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur ist herstellerspezifisc abhängig
vom Steuergerät, welches an dem Verbrennungsmotor verbaut ist.
[0025] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung wird
die Laderdrehzahl des Zellrotors in Abhängigkeit der Gastaschenventilstellung eingestellt
und/oder geregelt. Bei der Laderdrehzahl handelt es sich somit um die Drehzahl des
Druckwellenladers. Vorzugsweise wird dieser über einen eigenen Motor, insbesondere
Elektromotor, angetrieben, weshalb die Laderdrehzahl beliebig variabel einstellbar
ist. Auch hier wird besonders bevorzugt über die Differenz der Gastaschenventilstellung,
also die relative Verstellung des Gastaschenventils, die Laderdrehzahl mit einem Absolutwert
und/oder relativen Korrekturwert eingestellt und/oder geregelt. Insbesondere erfolgt
die Regelung der Laderdrehzahl des Zellrotors kombiniert mit der Einstellung der Position
des Stellelements.
[0026] Auch bei dem dynamischen Verfahren zur Einstellung des Ladedrucks mittels der Laderdrehzahl
des Zellrotors wird die Laderdrehzahl bevorzugt eingegrenzt. Die Eingrenzung kann
in Abhängigkeit des Ladedruck-Istwertes und der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine
bestimmt werden. Auch hier ist ein Maximalwert und ein Minimalwert der Laderdrehzahl
zur Eingrenzung optional bestimmbar.
[0027] Besonders bevorzugt werden mit den zuvor genannten Parametern Ladedruck-Istwert und
Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine über eine Kennfeldstruktur die oberen
und unteren Grenzwerte bestimmt sowie die Korrekturwerte dazwischen ermittelt. Der
so ermittelte Wert für einen Laderdrehzahl-Sollwert wird somit als Korrekturwert an
die Laderdrehzahlsteuerung abgegeben.
[0028] Weitere Vorteile, Aspekte, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung. Die schematischen Figuren dienen dem
einfachen Verständnis der Erfindung. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Prinzipdarstellung des Kreislaufes von Ansaugluft über die Verbrennungskraftmaschine
bis zur Abgasabführung;
- Figur 2
- ein Flussdiagramm zur dynamischen Regelung der Position des Stellelements;
- Figur 3
- ein Kennfeld.
[0029] Die Figur 1 zeigt einen Teilbereich einer Verbrennungskraftmaschine A in einer hier
dargestellten Ausführungsversion als Ottomotor. Der Druckwellenlader B weist vier
an diese angeschlossene Kanäle (1, 2, 3, 4) auf. Dieses sind der Kanal 1 (1) im Bereich
der angesaugten Frischluft, der Kanal 2 (2) im Bereich der komprimierten Frischluft
zur Zuführung zu einem Ladeluftkühler J und einer sich daran anschließenden Drosselklappe
K nach der die komprimierte Frischluft dem Brennraum 10 zugeführt wird. Weiterhin
ein Kanal 3 (3), der nach dem Auslassventil 6 und einem Katalysator vor dem Druckwellenlader
B angeordnet ist, um das Abgas in den Druckwellenlader B einzuführen. Ebenfalls im
Kanal 3 (3) angeordnet ist ein Gastaschenventil mit einem Gastaschenventilstellmotor
F. Im Bereich des Abgasstranges S weist der Druckwellenlader B den Kanal 4 (4) zur
Abführung des Abgases nach dem Kompressionsvorgang im Druckwellenlader B auf. Der
Kanal 4 (4) weist ebenfalls einen Oxidationskatalysator M auf.
[0030] Dargestellt ist weiterhin eine Schnittansicht durch den Zylinder, wobei ein Einlassventil
5, ein Auslassventil 6, ein Kolben 7, eine Zündkerze 8, eine Einspritzdüse 9 und ein
Brennraum 10 gezeigt ist. An die Brennkraftmaschine A ist ein Druckwellenlader B angeschlossen.
[0031] Der Druckwellenlader B weist weiterhin eine Kaltgasgehäuseseite 11 sowie eine Heißgasgehäuseseite
12 auf. In der Kaltgasgehäusehälfte 11 ist ein Stellelement D angeordnet. Das Stellelement
D wird durch einen Steuerscheibenstellmotor angesteuert. Der in dem Druckwellenlader
B angeordnete Rotor C wird über einen elektrischen Rotormotor E angesteuert.
[0032] Die angesaugte Frischluft folgt einem Weg durch den Kanal 1 (1) in die jeweils am
Kanal 1(1) anliegend Rotorzelle 13 und wird im Druckwellenlader B komprimiert. Die
komprimierte Luft wird dann im Auslassbereich des Kanals 2 (2) über den Kanal 2 (2)
dem Einlassventil 5 zugeführt. Hierbei ist dem zwischengeschaltet noch ein Umluftventil
mit dazugehörigen Stellmotor H in Kanal 2 (2) angeordnet, um den Ladeluftkühler und
den Brennraum 10 durch eine Bypassleitung zu umgehen. Im Ladeluftkühler J wird die
komprimierte und erhitzte Luft abgekühlt, so dass sich ihr Volumen verkleinert, was
zu einem höheren Zylinderfüllungsgrad im Brennraum 10 führt.
[0033] Es folgt der Einlasstakt, gefolgt von dem Kompressionstakt, dem Verbrennungstakt
und dem Auslasstakt am Beispiel des Viertaktmotors. Im Rahmen der Erfindung ist aber
auch die Verwendung für einen anders getakteten Motor vorstellbar.
[0034] Im Auslasstakt wird das im Brennraum 10 gebildete Abgas durch den Kanal 3 (3) dem
Druckwellenlader B wieder auf der Heißgasseite zugeführt. Dabei ist ein Katalysator
L zwischengeschaltet, der eine erste Abgasnachbehandlung vornimmt. Im Kanal 3'(3')
befindet sich das Gastaschenventil F, das angetrieben über einen Gastaschenventilstellmotor
F einen vermehrten Eintritt von Restgas in die Rotorzellen 13 über die Einlassöffnung
des Kanals 3' (3') ermöglicht und/oder Abgas vorbei am Rotor führt direkt in Kanal
4 (4). Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich das Abgas direkt über das Gastaschenventil
von Kanal 3' (3') in Kanal 4 (4) zu leiten.
[0035] Die Druckwelle komprimiert die durch den Kanal 1 angesaugte Frischluft und sorgt
dafür, dass die komprimierte Frischluft in den Kanal 2 (2) strömt und wird anschließend
durch die Auslassöffnung der Rotorzellen am Kanal 4 (4) in den Abgasstrang überführt.
Das Abgas durchströmt dann gegebenenfalls weitere Abgasnachbehandlungskomponenten,
beispielsweise in Form eines Oxidationskatalysators M.
[0036] Weiterhin sind in der Figur 1 Messpunkte angegeben, die mögliche Abgriffe von benötigten
Betriebsgrößen darstellen. Position 1 zeigt einen Abgriff von Messdaten im Ansaugbereich
der Frischluft. Pos. 2 US zeigt einen Abgriff von Messgrößen im Bereich der verdichteten
Frischluft vor dem Ladeluftkühler J. Pos. 2 DS zeigt einen Abgriff nach der Drosselklappe
K kurz vor dem Einlassventil 5 der Verbrennungskraftmaschine A. Pos. 3 US zeigt einen
möglichen Abgriffspunkt im anal 3 (3). Pos. 3 DS zeigt einen Messpunkt im Kanal 3
(3) vor dem Eintritt in den Druckwellenlader B. Die Pos. 3 US und 3 DS sind jeweils
so gewählt, dass sie den Gesamtstrom nach bzw. vor dem Umluftventil H bzw. Gastaschenventil
F messen, um so Messdaten für eine Umluftventilstellung oder Gastaschenventilstellung
zu liefern.
[0037] Pos. 4 zeigt einen möglichen Messpunkt im Abgasstrang S nach dem Druckwellenlader
B. Die hier dargestellten Messpositionen haben sich im Rahmen der Erfindung als vorteilig
erwiesen, können jedoch je nach Anwendungsfall um weitere Messpositionen ergänzt oder
verringert werden und auch in ihrer örtlichen Position frei wählbar gesetzt werden.
[0038] Die nachfolgend eingefügte Tabelle beschreibt ein mögliches Regelungs- und Steuerungsflussdiagramm
gemäß Figur 2.
| Parametername |
Beschreibung |
| gpv_ctrl_pre_boost_atm_map |
Gastaschenventil pre-controll Kennfeld für optimal Atmospherical Kondition |
| gpv_ctrl_pre_boost_cor_texh |
Gastaschenventil pre-controll Korrektur Kennfeld im Abhängigkeit von Abgastemperatur_vorDruckwellenlader |
| gpv_otrl_pre_boost_corr_teng |
Gastaschenventil pre-controll Korrektur Kennfeld im Abhängigkeit von Motor Temperatur |
| gpv_ctrl_pre_boost_map |
Gastaschenventil pre-controll Kennfeld |
| gpv_meas |
Aktuelle Position des Gastaschenventil |
| gpv_Neng |
Drehzahl des Verbrennungsmotors |
| nmot_w_rpm |
Drehzahl von Verbrennungsmotors |
| _prc_gpv_boost_aim |
Sollwert Ladedruck |
| prc_gpv_diff_trans_corr_perc |
Prozessdifferenz im Gastaschenventil für Transient Verfahren |
| prc_gpv_ol_cl_flag |
Flag fur Open- oder Closed-loop control Gastaschenventil |
| prc_gpv_pre_boost_perc |
Prozess Sollwert Gastaschenventil vor Korrektur |
| prc_gpv_pre_boost_corr_texh perc |
Prozess Gastasohenventil- Korrektur im Abhängigkeit von Abgastemperatur vor Druckwellenlader |
| prc_gpv_pre_boost_corr_teng_perc |
Prozess Gastaschenventil Korrektur im Abhängigkeit von Verbrennungsmotor Temperatur |
| prc_gpv_pre_boost_corr_perc |
Prozess Sollwert Gastaschenventil nach Korrektur |
| tanvkm w |
Temperatur Abgas vor Druckwellenlader |
| tmot_w |
Temperatur Kühlwasser Verbrennungsmotor |
[0039] Figur 3 zeigt in schematischer Ausführungsvariante ein Kennfeld einer Verbrennungskraftmaschine,
in dem noch einmal schematisch dargestellt wird, wie sich die Relativmotorleistung
ergibt. Zunächst ist in dem Kennfeld auf der Y-Achse die Motorleistung in kW dargestellt
und auf der X-Achse die Motordrehzahl in U/min. Wird beispielsweise bei einem Betriebspunkt,
welcher sich bei 4.000 U/min befindet, eine Wunschmotorleistung durch die Fahrpedalstellung
angefordert, so ergibt sich ein Wunschbetriebspunkt, welcher in Figur 3 mit dem Punkt
dargestellt ist. In Relation hierzu ist an der Vorlastlinie V die maximal erreichbare
Motorleistung bei 4.000 Umdrehungen begrenzt und mit dem Punkt Meingezeichnet. Wird
nun die gewünschte Motorleistung durch die maximal mögliche Motorleistung geteilt
und mit 100 multipliziert, so ergibt sich die Relativmotorleistung in %. Als Formel
ausgedrückt ergibt sich folgendes:

Bezugszeichen:
[0040]
- 1 -
- Kanal 1
- 2 -
- Kanal 2
- 3 -
- Kanal 3
- 3'-
- Kanal 3'
- 4 -
- Kanal 4
- 5 -
- Einlassventil
- 6 -
- Auslassventil
- 7 -
- Kolben
- 8 -
- Zündkerze
- 9 -
- Einspritzdüse
- 10 -
- Brennraum
- 11 -
- Kaltgasgehäuseseite
- 12 -
- Heißgasgehäuseseite
- 13 -
- Rotorzelle
- 14 -
- Auswerte-/Rechenmodul
- A -
- Verbrennungskraftmaschine
- B -
- Druckwellenlader
- C -
- Rotor
- D -
- Stellelement
- E -
- Rotormotor
- F -
- Gastaschenventil + Motor
- G -
- Steuerscheibenmotor
- H -
- luftventil + Motor
- I -
- Luftfilter
- J -
- Ladeluftkühler
- K -
- Drosselklappe
- L -
- Katalysator
- M -
- -Oxidationskatalysator
- MML -
- Maximalmotorleistung
- N -
- Fahrpedal
- S -
- Abgasstrang
- V -
- Volllastlinie
- WML -
- Wunschmotorleistung
1. Verfahren zur Einstellung eines Ladedruckes einer Verbrennungskraftmaschine (A), wobei
der Ladedruck durch einen Druckwellenlader (B) aufgebaut wird, welcher einen Zellrotor
(C) und ein Zellrotorgehäuse aufweist und an den Druckwellenlader (B) ein Kanal 1
(1) zum Ansaugen von Frischluft, ein Kanal 2 (2) zum Abführen der komprimierten Frischluft,
ein Kanal 3 (3) zum Zuführen von Abgas und ein Kanal 4 (4) zum Abführen von Abgas
angeschlossen sind und der Druckwellenlader (B) ein Kaltgasgehäuse, an dem Kanal 1
(1) und Kanal 2 (2) angeschlossen sind, und ein Gastaschenventil (F), das im Bereich
des Kanal 3 (3) angeordnet ist, aufweist, und im Kaltgasgehäuse ein Stellelement (D)
zur Einstellung von Querschnittsflächen der Kanalöffnungen angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Position des Stellelements (D) in Abhängigkeit einer Differenz zwischen dem
Ist-Wert und dem Soll-Wert der Gastaschenventilstellung eingestellt und/oder geregelt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Position des Stellelementes (D) eingegrenzt wird, wobei die Bestimmung der
Ist-Position in Abhängigkeit des Ladedruck-Istwertes und/oder der Relativmotorleistung
und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur und/oder der Motordrehzahl der
Verbrennungskraftmaschine (A) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Berechnung der Ist-Position des Stellelementes (D) eine Kennfeldstruktur in Abhängigkeit
des Ladedruck-Istwertes und/oder der Retativmotor!eistung und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur
und/oder der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine (A) ausgewertet werden.
4. Verfahren nach eine der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung und/oder Steuerung der Position des Stellelementes ein Maximalwert und/oder
ein Minimalwert für die Position in Abhängigkeit des Ladedruck-Istwertes und/oder
der Relativmotorleistung und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur und/oder
der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine (A) ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Laderdrehzahl des Zellrotors (C) in Abhängigkeit der Gastaschenventilstellung
eingestellt und/oder geregelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Laderdrehzahl eingegrenzt wird, wobei die Bestimmung der Laderdrehzahl in Abhängigkeit
des Ladedruck-Istwertes und/oder der Relativmotorleistung und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur
und/oder der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine (A) erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Berechnung der Laderdrehzahl eine Kennfeldstruktur in Abhängigkeit des Ladedruck-Istwertes
und/oder der Relativmotorleistung und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur
und/oder der Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine (A) ausgewertet werden.
8. Verfahren nach eine der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung und/oder Steuerung der Laderdrehzahl ein Maximalwert und/oder ein Minimalwert
für die Position in Abhängigkeit des Ladedruck-Istwertes und/oder der Relativmotorleistung
und/oder der Verbrennungsmotor-Drehmomenten-Struktur und/oder der Motordrehzahl der
Verbrennungskraftmaschine (A) ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Stellelementes (D) und/oder die Laderdrehzahl in Abhängigkeit der
Motordrehzahl der Verbrennungskraftmaschine (A) geregelt und/oder gesteuert werden.